Kommentare

Italiens Arbeitsmarkt muss dringend reformiert...

Was das für "Reformen" sein sollen, darüber braucht nicht spekuliert werden. Der Kündigungsschutz soll weg-"liberalisiert" werden. Am Ende der Agenda dann mehr working poor, arbeitende Arme. Das Mario Draghi dafür steht, ist auch klar. Und auch die rechte Lega Nord ist im Kabinett dabei.

Es kommt jetzt auf die Gewerkschaften an: CGIL, CISL und UIL werden sich wohl wehren....

Problem nicht lösen lassen (und das gilt weiß Gott nicht nur für Italien)

„Die Regierung will nun mit viel Geld aus dem europäischen Recovery Fund den Arbeitsmarkt reformieren und (…)“

"Wir fordern in diesem Moment nur, arbeiten zu dürfen. Nichts anderes"

Sie wollen also (entgegen dem von gewissen Teilen der Gesellschaft mit „Protestierenden“ assoziierten Narrativ) arbeiten.
Das Problem liegt allerdings in dem Wörtchen „dürfen“, das impliziert, dass die Entscheidung darüber im Ermessen anderer liegt. Und auch, dass es den Protestierenden weniger um den Inhalt bzw. den Sinn und Zweck dieser „Beschäftigung“ geht als allein darum, damit ihren Lebensunterhalt bestreiten zu können.

„Vor allem die Jungen trifft es hart; während der Pandemie haben gerade sie (…). Bei fast 32% liegt die Jugendarbeitslosigkeit. Ein weiteres Problem: Nur jede zweite Frau (…)“

Dass unter dem Diktat des Geldes immer zuerst die am wenigsten „Privilegierten“ zu leiden haben, ist nun wirklich nichts Neues mehr.

noch noch nicht einmal Spitzenreiter

Spanien und Griechenland haben eine Quote von über 15%, im EU-Schnitt fast 8%.

Dieses Problem besteht doch schon lange, warum die Reform also erst jetzt?
Immer die gleichen Versprechungen, ich glaube nicht mehr daran, dass die Regierenden dies in den Griff bekommt.

"Außerdem gebe es in Süditalien einen starken Anteil an Schwarzarbeit ..."

Dieser Trend wird sich auch weiter verstärken, steigt doch die Steuerlast/Abgabelast ständig und ist schon jetzt fast unerträglich.
Ein Beispiel, ein Geringverdienender der 40 Jahre in die Rente eingezahlt hat, bekommt nicht mehr, wie jemand der gar nicht einzahlte.

Jetzt hab ich

den Satz verwundert gelesen.
" Außerdem gebe es in Süditalien einen starken Anteil an Schwarzarbeit, der circa drei bis dreieinhalb Millionen Arbeitnehmer betreffe. Und: "Dazu kommt eine Kluft zwischen Nord und Süd, was die Infrastruktur angeht."

Das es zwischen den Regionen große Unterschiede gibt, ist mir klar, haben wir im Land auch, großen Lohngefälle ist ja bekannt.
Aber die Menge Schwarzarbeit, das ist schon eine Nummer, wie immer das auch funktioniert.
Steigende Inflation, macht die Sache nicht besser, weniger Geld, weniger Konsum.
Auch bei uns wird es Veränderungen geben.

" Die Regierung unter Ministerpräsident Mario Draghi will nun mit viel Geld aus dem europäischen Recovery Fund den Arbeitsmarkt reformieren und etwa spezielle Jobs für Junge fördern oder in eine bessere Ausbildung an den Universitäten investieren. "

Klingt gut, aber es braucht ja Jobs in der Masse, und nicht einige spezielle oder hoch-studierte.
Wie soll das funktionieren, klingt nach viel versprechen.

Abwanderung

Nord-Süd Gefälle, schlechte Infrastruktur, innenpolitische Baustellen- das hat Italien seit Jahrzehnten. Korruption und staatlich-private Vernetzung mit manchmal dubiosen Seilschaften stehen auch in Gesellschaft und Wirtschaft für einen Reformstau und mangelnden Willen, das auf breiter Basis anzugehen. Südeuropa hat in den letzten 10 Jahren unter Finanz- und Bankenkrise gelitten und wir konnten die Massenarbeitslosigkeit da schon verfolgen. Da der Norden bevorzugt wird, können die Abwanderungen aus dem Süden dorthin oder in andere EU-Mitgliedsstaaten nicht überraschen. Geld ist ein Anfang, das Konzept und die Umsetzung aber sind wichtiger, wenn man Jung und Alt wieder in den Wirtschaftsprozess einbinden und Löhne sichern will.

Forever dolce vita

In meinem bisherigen Leben habe ich nie andere Nachrichten des italienischen Arbeitsmarktes vernommen. Die Frage, die der Artikel leider nicht beantwortet, ist, gibt es überhaupt genug Jobs und wenn nicht, wie sollen die geschaffen werden? Wie ist Italien für die Zukunft aufgestellt? Wo wird investiert und zielgerichtet gefördert? Welche vielversprechenden Startups gibt es?

Wie wäre es mit "Hartz-IV" ? - ... nach Korrektur

Die Frage im Betreff ist satirisch gemeint.
Aber bei uns in D haben die "Reformen" mit Hartz-IV dazu geführt, dass immer mehr Menschen für einen Stundenlohn von + / - 5 Euro arbeiteten (und evtl. es immer noch tun).
Man hat dies einige Jahre danach bemerkt u. hat den Mindestlohn eingeführt, der möglicherweise auch umgangen wird. Tricks dazu will ich hier nicht ansprechen.

D hat es durch diese für die sozial Schwachen u. für die Arbeitslosen sehr nachteilige "Reform" aber geschafft, die Arbeit auf mehr Menschen mit geringeren Stundenlöhnen zu verteilen, so dass offiziell die Zahl der Arbeitslosen dadurch auch gesunken ist.

Da ich diese "Reformen" von ausgerechnet einem SPD-Kanzler für einen Verrat an der Sozialdemokratie halte, will ich niemandem zu solchen Maßnahmen raten.

Aber generell kann man die Arbeitslosigkeit schon senken, wenn man die Arbeit auf mehr Menschen verteilt u. es weniger Spitzenverdiener dann gibt. Ich rede von Bruttoverdiensten von mehr als ca. 100.000€/Jahr.

@Nettie, 11:42

Sie wollen also (entgegen dem von gewissen Teilen der Gesellschaft mit „Protestierenden“ assoziierten Narrativ) arbeiten.
Das Problem liegt allerdings in dem Wörtchen „dürfen“, das impliziert, dass die Entscheidung darüber im Ermessen anderer liegt. Und auch, dass es den Protestierenden weniger um den Inhalt bzw. den Sinn und Zweck dieser „Beschäftigung“ geht als allein darum, damit ihren Lebensunterhalt bestreiten zu können.

Ja, so ist das im Kapitalismus. Zum Überleben braucht die große Mehrheit die Erlaubnis der kleinen Minderheit. Und die Gegenleistung besteht natürlich darin, den Reichtum dieser Minderheit weiter zu vermehren. Deshalb spricht man ja auch von "Arbeitgebern", obwohl der Mensch ja seine Arbeit gibt, und "Arbeitnehmern", obwohl diese Arbeit ja von den anderen angenommen wird.
Aber fast alle sind ja überzeugt, dass die große Mehrheit nur auf diese Weise überhaupt überleben kann.

"Reddito di cittadinanza"

Bitte nicht vergessen zu berichten:
Außer einer riesigen Staatsverschuldung gibt es in Italien etwas, was sman sich eigentlich nicht leisten kann:
In Italien gibt es seit 2019 das von Vielen hierzulande geforderte "Bürgergeld"- das "bedingungslose Gundeinkommen" und zusätzlich eine großzügige "Vorruhestandsregelung".
vgl. auch:
https://www.manager-magazin.de/politik/europa/italien-grundeinkommen-von...
"Dieses "Reddito di cittadinanza" ist genauso umstritten wie die in April in Kraft tretende Vorruhestandsregelung."

oder: Handelsblatt 1.12.2019:
"Italien führt das Bürgergeld ein"
"Bedürftige Single erhalten monatlich 780 Euro, Familien mit zwei Kindern 1280 Euro"

Entlassungen

Entlassungen in der Zulieferindustrie im Automobilbereich ist kein italienisches Problem.
Das trifft uns in Deutschland viel härter.
Italien ist allerdings momentan der Wachstumsmotor in der EU.
Ob das in Sachen Klimaschutz von Vorteil ist, bleibt zweifelhaft.

@11:42 von Nettie

Dass unter dem Diktat des Geldes immer zuerst die am wenigsten „Privilegierten“ zu leiden haben, ist nun wirklich nichts Neues mehr.

Es gibt kein "Diktat des Geldes". Menschen brauchen nun mal Waren und Dienstleistungen um zu überleben. Und ohne Geld als Zahlungsmittel, ginge es den "nicht-Privilegierten" noch viel schlechter.

Mit seiner Ursache - der Abhängigkeit vom Geld - wird sich das Problem nicht lösen lassen

Wer das behauptet, versteht nicht im Ansatz, wie eine Volkswirtschaft funktioniert. Das ist nämlich nicht die Ursache. Die Ursachen liegen anderswo, nämlich bei den Befürwortern einer staatlich dominierten Wirtschaft. Der überregulierte, aufgeblähte und ineffiziente Staatsapparat ist in Italien die Hauptursache für die Probleme.

Ein weiteres Problem?

„Ein weiteres Problem: Nur jede zweite Frau in Italien ist erwerbstätig, …“
Wozu denn Arbeitsplätze für Frauen, wenn schon über 30% der Jugendlichen arbeitslos ist?
Fehlende Arbeitsplätze für Frauen sind doch nur dann ein echtes Problem, wenn die Männer nicht genug Lohn bekommen.
So wie das auch viel zu oft in der BRD ein Problem ist.
Werden die nichtarbeitenden Frauen denn bei der Arbeitslosenrate mitgezählt?
Oder sind die 10,5% Arbeitslose nur Männer?
Wie hoch ist in Italien der Gendergap?
Können Frauen mit Arbeit eine Familie ernähren, ohne dass ihr Mann auch noch arbeiten gehts muss?
Vernünftig wäre doch auch in der BRD, dass nur 1 Elternteil arbeiten muss und der andere sich um die Kinder kümmert, und Alleinerziehende sollten vom Arbeitszwang befreit sein. Für ihre Kinder.

Am 15. August 2021 um 11:42 von Nettie

Dass unter dem Diktat des Geldes immer zuerst die am wenigsten „Privilegierten“ zu leiden haben, ist nun wirklich nichts Neues mehr.
__
Sie implizieren ja zum ersten Mal, dass Geld/Kaoital in Ihren Augen entbehrlich, wenn nicht sogar schädlich ist. Bitte benennen Sie doch gerne Länder, wo man ohne schon so gut klarkommt, wie das Ihrer Meinung nach der Fall ist. Wenn Geld weg, wird ALLES gut.
__
Und auch, dass es den Protestierenden weniger um den Inhalt bzw. den Sinn und Zweck dieser „Beschäftigung“ geht als allein darum, damit ihren Lebensunterhalt bestreiten zu können.
__
Das wird wohl den allermeisten der abhängig Beschäftigten so gehen. Soll JEDER Ihrer Meinung nach, nur der Beschäftigung nachgehen, der individuelle Erfüllung ermöglicht ?
Da bin ich ja gespannt, wer in Zukunft unsere Kanäle sauberhält, den Müll wegschafft oder am Hochofen arbeitet.
Wolkenkuckucksheime helfen niemandem.

@ Tagesschau

Gibt es in Italien keinen Facharbeitermangel?
Wenn nein, warum nicht?
Und wie sieht das in den anderen EU - Ländern aus?

Reformen

das es Reformen geben muss weis jeder der logisch denken kann . die Frage müsste heißen weile Reformen. denn wenn es nur wieder den kleinen Mann trifft sehe ich schwarz.

Überfällig

Die Reformen, die in Deutschland einst Gerd Schröder durchsetzte, sind in Italien überfällig. Geliebt wird man dafür nachher nicht, aber es muss sein.

Deregulierung - was sonst?

Und der Kampf gegen die Schwarzarbeit, hinter der auch nicht selten die Mafia steht.

Italien ist eben Italien.

Insgesamt geht es dort vielen aber besser als hier. Viel mehr Wohneigentum als in Deutschland.

Und damit ist auch das Medianvermögen über dem von Deutschland.

@ 12:03 Giselbert- deshalb FDP wählen

„ Dieser Trend wird sich auch weiter verstärken, steigt doch die Steuerlast/Abgabelast ständig und ist schon jetzt fast unerträglich.
Ein Beispiel, ein Geringverdienender der 40 Jahre in die Rente eingezahlt hat, bekommt nicht mehr, wie jemand der gar nicht einzahlte.“

Deshalb: Deregulierung. Weniger Staat.
Weniger konsumptive Staasausgaben.
Egal ob in Italien oder in Deutschland.

Dann kann man mehr privat vorsorgen, wenn man mehr Geld zur Verfügung hat.

Hartz-Reformen als Vorbild

@ Margitt:
Wie wäre es mit "Hartz-IV" ?

Die Hartz-Reformen wurden in vielen europäischen Ländern als Anregung oder Vorbild verwendet. Selbst Putin hat seinem Kollegen Schröder gegenüber solche Anleihen eingeräumt. Und das in einem ehemals kommunistischen Staat.

11:26 von Bernd Kevesligeti

Der Kündigungsschutz soll weg-"liberalisiert" werden
--------

stellen sie sich einfach mal vor Unternehmer zu sein
Was haben sie für ne Handhabe bei nem Mitarbeiter der das halbe Jahr blau macht

Sie schicken den zu nem Kunden, der zahlt 40 Euro auf die Stunde
der Arbeiter kriegt 25 Euro (mit Lohnnebenkosten) und die halbe Zeit raucht der und den Rest der Zeit auf dem Klo

Denke man sollte beide Seiten betrachten
vor allem nen guten Lohn zu fordern, sollte vielleicht auch der Wille zu ordentlicher Arbeit stehen

Die Italienische Wirtschaft wiedersetzt sich ...

.. seit Jahrzehnten einer längst überfälligen Reform.
Es steht nicht zu befürchten, dass sich in den nächsten Jahrzehnten hier etwas ändert.
Zudem ist sie in der EU "Systemrelevant". Bevor da also etwas ernsthaft den Bach runtergehen, wird ein passender Haushalt geklöppelt oder die EU zur Kasse gebeten.

@Margitt. um 12:08

Zum Schluss Ihres Posts schreiben Sie: „Aber generell kann man die Arbeitslosigkeit schon senken, wenn man die Arbeit auf mehr Menschen verteilt u. es weniger Spitzenverdiener dann gibt. Ich rede von Bruttoverdiensten von mehr als ca. 100.000€/Jahr“.

Sie haben sicherlich auch schon mal von Lohnnebenkosten gehört? Das Gehalt alleine sind nicht die kompletten Kosten für den AG, sondern da kommt ca. der gleiche Betrag nochmals drauf, dann hat man die Kosten für den AG. Man sollte sich überlegen, welche Lohnnebenkosten gesenkt werden können, damit es für Firmen interessanter wird, mehr Leute einzustellen.
Also brutto 100.000€/Jahr ist sicherlich ein sehr gutes Gehalt, aber als „Spitzenverdiener“ würde ich das nicht bezeichnen. Ingenieure, die derzeit eingestellt werden, können mit 5.000€/Monat rechnen, da ist man schon bei 60.000€/Jahr - Berufseinsteiger! Klar, in manch anderen Branchen (v. a. nicht Studierte) ist das nicht der Fall.

Eine weitere dringende,

Eine weitere dringende, notwendige, schwere Aufgabe für Draghi. Er kann es schaffen. Den Italienern sollte klar sein, dass ohne Arbeitsmarktreformen kein fortgesetzter Wohlstand in der Zukunft möglich sein wird.

13:08 von Wolf1905

Zitat:
"Zum Schluss Ihres Posts schreiben Sie: „Aber generell kann man die Arbeitslosigkeit schon senken, wenn man die Arbeit auf mehr Menschen verteilt u. es weniger Spitzenverdiener dann gibt. Ich rede von Bruttoverdiensten von mehr als ca. 100.000€/Jahr“.

Sie haben sicherlich auch schon mal von Lohnnebenkosten gehört? Das Gehalt alleine sind nicht die kompletten Kosten für den AG, sondern da kommt ca. der gleiche Betrag nochmals drauf, dann hat man die Kosten für den AG. "

Mir ging es bei dem Vorschlag die vorhandene Arbeit besser zu verteilen, darum, dass die nach der Verteilung verbleibenden Löhne oder Gehälter noch zu einem anständige Leben ausreichen.
Es sollte also nicht so sein, dass man im Niedriglohnsektor durch eine Verteilung die Löhne nochmals senkt.

Natürlich weiß ich um die Zusammensetzung von Löhnen und um die Arbeitgeber-Anteile, die die Unternehmen noch zusätzlich abführen müssen.
Dass man an solchen Abgaben evtl. auch einsparen kann, will ich nicht ausschließen.

12:03, Giselbert

>>steigt doch die Steuerlast/Abgabelast ständig und ist schon jetzt fast unerträglich.
Ein Beispiel, ein Geringverdienender der 40 Jahre in die Rente eingezahlt hat, bekommt nicht mehr, wie jemand der gar nicht einzahlte.<<

Abgesehen davon, daß es hier nicht um Deutschland, sondern um Italien geht:

Jemand, der vierzig Jahre lang Geringverdiener war, hatte vierzig Jahre kaum genug zum Leben. Das Rentenniveau liegt in Deutschland bei 46% des Verdienstes. 46% von kaum genug zum Leben ist nicht genug zum Leben. Also geht ein solcher Rentner in Grundsicherung. Bekommt also das, was ein Mensch bekommt, der nie sozialversicherungspflichtig gearbeitet hat. Was kaum genug zum Leben ist. Dieses Problem ließe sich lösen, indem man die Minirente nicht auf die Grundsicherung anrechnet. Wobei ich aber befürchte, daß Sie eher die Grundsicherung absenken möchten, so daß sie überhaupt nicht mehr zum Leben reicht.

es rentiere sich nicht, heißt es zur Begründung

weshalb schließen denn auch hierzulande viele Textilfirmen
für 2 Euro geht halt nur in Bangladesch ein T Shirt zu produzieren
also wer ist Schuld wenn nicht der Verbraucher der ja auch Arbeitnehmer ist

@ covid-strategie

Zitat: "Dann kann man mehr privat vorsorgen, wenn man mehr Geld zur Verfügung hat."
#
Wenn man entsprechen Summen zurücklegen kann ... aber wer kann das? Die überwiegende Mehrheit nicht, die anderen haben genug.
Ansonsten ist es die Hoffnung auf eine ewig steigende Börse und im kleinen sprudelnde Zinsen; wobei die Hoffnung hier wohl die größte Rolle spielt. Millionen von Hasadeuren an Börsen und in der Hand windiger Versicherungen die, wenn der Zahltag näher kommt, plötzlich den vereinbarten Zins nicht mehr aufbringen können und dabei gesetzlich geschützt werden ...
Beides steht bei einer Einzahlzeit von 45-50 Jahren und einer Nutzungszeit von +/- 20 Jahren auf äußerst tönernen Füßen.
Und was macht man wenns schief geht? Richtig, die übrige Solidargemeinschaft der Steuerzahler solls wie immer richten...

von Sisyphos3 13:03

Ja, daß ist ein Text. Ein Text des konsequenten nach unten tretens.

Und das Ergebnis solcher "Reformen" wird dann der echt freie Lohnarbeiter sein. Frei von Geld und frei von Rechten (rechtlos).
Ob die Rechnung aber aufgeht ist auch die Frage. Aber ob die Gewerkschaften dort keinen Widerstand leisten, wie damals der DGB bei der Agenda ?

@weingasi1, 12:42

„Da bin ich ja gespannt, wer in Zukunft unsere Kanäle sauberhält, den Müll wegschafft oder am Hochofen arbeitet“

Haben Sie überlesen, dass ich geschrieben habe, dass die Menschen sich sinnvoll betätigen und vor allem auch ihren Beitrag zum Gemeinwesen leisten können (also „arbeiten“) WOLLEN? Nur eben nicht unter irgendjemandes Diktat?

@ um 13:08 von Wolf1905

Da die sich Lohnnebenkosten für Arbeitnehmer ab einer bestimmten Gehalthöhe nicht weiter erhöhen, empfiehlt es sich dann, als Arbeitgeber weniger Leute einzustellen, diese aber wesentlich besser zu bezahlen.
Die Digitalisierung eröffnet da sicherlich große Möglichkeiten.
Und dann wird rotiert, damit jeder mal beim arbeiten mitmachen darf.
Bei einem Gehalt von 100.000 € pro Monat reicht es aus, nur 1 Monat im Jahr zu arbeiten.
Sind das nicht goldige Aussichten?
Oder wir haben viel mehr Arbeitslose, die aber auch finanziert werden müssen.
Oder eine Revolution?

@État DE gauche, 12:37

„Es gibt kein "Diktat des Geldes"“

Das sehe offenbar nicht nur ich anders.
Diktatoren behaupten ja auch gerne, sie seien „demokratisch gewählt“ worden…

13:13, Werner40

>>Eine weitere dringende, notwendige, schwere Aufgabe für Draghi. Er kann es schaffen. Den Italienern sollte klar sein, dass ohne Arbeitsmarktreformen kein fortgesetzter Wohlstand in der Zukunft möglich sein wird.<<

Was meinen Sie denn mit Arbeitsmarktreformen? Abbau von Arbeitnehmerrechten? Ausweitung des Niedriglohnsektors? So etwas ist ja oft gemeint, wenn von „Arbeitsmarktreformen“ die Rede ist.

Ich möchte zu bedenken geben, daß Italien nach wie vor die viertstärkste Volkswirtschaft der EU besitzt und Nettozahler ist. Der Wirtschaft des Landes geht es gut, den Menschen eher weniger.

Am 15. August 2021 um 13:08 von Wolf1905

" Sie haben sicherlich auch schon mal von Lohnnebenkosten gehört? Das Gehalt alleine sind nicht die kompletten Kosten für den AG, sondern da kommt ca. der gleiche Betrag nochmals drauf, dann hat man die Kosten für den AG. "

Wie kommen Sie darauf, kurze Frage im Netz, und diese aktuelle Antwort kommt sofort.

" März 2021 12 Minuten zu lesen. ... Etwa 21 Prozent des Bruttolohns machen die Lohnnebenkosten in Deutschland aus. Sie setzen sich aus Sozialabgaben, Umlagen und verschiedenen Zuwendungen zusammen. Da sie die Lohngesamtkosten steigern, werden sie auch als indirekte Arbeitskosten bezeichnet. "

Und 100 000 sind mehr als gut, weil die meisten zwischen 30-35 000 haben, und die sitzen nicht auf dem Stuhl und haben Kaffeemaschine.
Außer den großen Firmen Auto und 2-3 bekannte Marken, gibt es mehr kleine Firmen.
Und es gibt mehr Menschen die 25 000 im Jahr haben, als man so denkt.
Und Rentner liegen bei 15000-17000 Brutto, und da sind 100 000 bei Ihnen nicht viel.
Erstaunlich.

@frosthorn, 12:18

„Ja, so ist das im Kapitalismus. Zum Überleben braucht die große Mehrheit die Erlaubnis der kleinen Minderheit. Und die Gegenleistung besteht natürlich darin, den Reichtum dieser Minderheit weiter zu vermehren. Deshalb spricht man ja auch von "Arbeitgebern", obwohl der Mensch ja seine Arbeit gibt, und "Arbeitnehmern", obwohl diese Arbeit ja von den anderen angenommen wird“

Meines Erachtens eine sehr treffende „Zusammenfassung“. Sieht ganz so aus, als seien in der Welt von „Kapital und Wirtschaft“ die Grundlagen für das Verständnis der Begrifflichkeiten Geben und Nehmen ein wenig (oder vielmehr: gewaltig) „verrutscht“.

um 13:08 von Wolf1905

>>
Sie haben sicherlich auch schon mal von Lohnnebenkosten gehört? Das Gehalt alleine sind nicht die kompletten Kosten für den AG, sondern da kommt ca. der gleiche Betrag nochmals drauf, dann hat man die Kosten für den AG. Man sollte sich überlegen, welche Lohnnebenkosten gesenkt werden können, damit es für Firmen interessanter wird, mehr Leute einzustellen.
<<

Vor allen Dingen sollte man für die RV und KV alle Einkommensarten einbeziehen, u.a. auch Kapitaleinkünfte. Dann eine Basispflichtversicherung mit gedeckelter Auszahlung und es gäbe kein Problem mehr. Die Widerstände sind natürlich exorbitant. Im Zweifel selbst bei denen. die jetzt am Monatsende nicht satt werden.

@ Bernd Kevesligeti

Es kommt jetzt auf die Gewerkschaften an: CGIL, CISL und UIL werden sich wohl wehren...

Am Ende haben sie keine Chance. Die normative Kraft des Faktischen siegt über die gewerkschaftliche Nostalgie.

13:03 von Sisyphos3

«stellen sie sich einfach mal vor Unternehmer zu sein
Was haben sie für ne Handhabe bei nem Mitarbeiter der das halbe Jahr blau macht.»

Den kündige ich, und damit warte ich erst gar nicht ein halbes Jahr lang.
Die Kündigungsschutzklage vor dem Arbeitsgericht kann er sich schenken, sonst muss er das Urteil zu meinen Gunsten auch noch bezahlen.

Habe ich den begründeten Verdacht, er täuscht fortgesetzte Krankheit vor, engagiere ich einen Privatdetektiv, der das was genauer beobachtet. Bestätigt sich mein Verdacht, dann kündige ich den Blaumacher. Alle Kosten für den Privatdetektiv zahlt der Gekündigte. Diese Kosten wären erst gar nicht entstanden, hätte er sich nicht vorsätzlich andauernd illegal verhalten.

Schön ist das nicht, Freude macht es auch nicht.
Nervig und aufwändig isses mit verplemperter Zeit für alle.
Aber solche wenigen Trottel Blaumacher sind ohne jede Chance.

@ 13:22 von fathaland slim

"Dieses Problem ließe sich lösen, indem man die Minirente nicht auf die Grundsicherung anrechnet. Wobei ich aber befürchte, daß Sie eher die Grundsicherung absenken möchten, so daß sie überhaupt nicht mehr zum Leben reicht."

Natürlich sollte die Grundsicherung nicht abgesenkt werden. Weiß jetzt nicht warum Sie mir dieses Ansinnen unterstellen, zumal ich mich für ein vernünftiges Auskommen, sowohl während der Arbeitszeit, wie auch im Ruhestand ausspreche.

Italiens Arbeitsmarkt muss dringend reformiert werden

Bevor Italiens Arbeitsmarkt reformiert werden kann, (Reform bedeutet meist ein viel schlechter als vorher), muss die EU von ihrem Mantra: "EU braucht mehr Zuwanderer wegkommen"; denn dadurch verschärft sich die Arbeitsmarktlage in den verschiedenen Ländern- besonders im unteren Lohnsegment.

@12:42 von nie wieder spd

"...und Alleinerziehende sollten vom Arbeitszwang befreit sein. Für ihre Kinder." Klingt interessant. Und welche Botschaft vermittelt das an die Kinder ? Wenn du Kinder hast, brauchst du nicht zu arbeiten, Geld bekommst du auch so vom Staat. So aufgewachsene Kinder sind dann ganz sicher bienenfleißig, weil sie ja der Gesellschaft etwas zurückgeben wollen, oder nicht ? Glauben Sie das etwa ?

@ wieder SPD

Gibt es in Italien keinen Facharbeitermange?
Wenn nein, warum nicht?
Und wie sieht das in den anderen EU - Ländern aus?

In jedem Land der EU herrscht Mangel an Fachkräften in verschiedenen Branchen.

um 13:03 von Sisyphos3

,,stellen sie sich einfach mal vor Unternehmer zu sein
Was haben sie für ne Handhabe bei nem Mitarbeiter der das halbe Jahr blau macht

Sie schicken den zu nem Kunden, der zahlt 40 Euro auf die Stunde
der Arbeiter kriegt 25 Euro (mit Lohnnebenkosten) und die halbe Zeit raucht der und den Rest der Zeit auf dem Klo..."

Keine wirklich realistische Annahme beim heutigen Arbeitsdruck international und ebenso in Italien. Das klingt für mich eher nach seltenen Verhältnissen in gutbürgerlichem Milieu, in dem ein Mann nicht mehr arbeiten muß und die Frau alles macht. Das hat aber nichts mit dem Thema zu tun.

@12:18 von frosthorn

Ja, so ist es. Im Kapitalismus muss der Arbeiter seine Arbeitskraft verkaufen, für seinen Lebensunterhalt. Was aber, wenn niemand diese Ware Arbeitskraft braucht, also auch nicht kaufen will ? Wollen Sie den Unternehmer zwingen, eine Ware zu kaufen, die er nicht braucht ? Sie kaufen doch auch nichts, was Sie nicht brauchen, nur um dem Verkäufer zu helfen oder doch ?

12:42 von weingasi1

«Das wird wohl den allermeisten der abhängig Beschäftigten so gehen. Soll JEDER Ihrer Meinung nach, nur der Beschäftigung nachgehen, der individuelle Erfüllung ermöglicht ?
Da bin ich ja gespannt, wer in Zukunft unsere Kanäle sauberhält, den Müll wegschafft oder am Hochofen arbeitet.»

"Individuelle Erfüllung" ist weder mein Angestelltes Berufstum Photograph / Terminkoordinator. Auch nicht der Teilzeit-Freiberuf Photograph im gleichen Metier. Obwohl sich beim Photographieren schon Berufstätigkeit mit Hobby vermischt.

Es ist nicht individuell erfüllend, vorwiegend immer andere Maschinen meist aus Metall in Details und Anwendnug zu photographieren. Auch wenn das in meinem Fall tariflich gebunden (IGM) sehr gut bezahlt, und der freiberufliche Teil nur für Extrageld ist, das ich zum Lebensunterhalt gar nicht brauche.

Müll wegschaffen, Kanäle sauberhalten, am Hochofen arbeitet wer, der ohne individuelle Erfüllung angemessen gut bezahlt wird. Müll-Weg + Hochofen ist kein Niedriglohn.

@Sisyphos3 & @schabernack

Schönes konstruiertes Beispiel mit dem Arbeitnehmer, der eine Hälfte der Arbeitszeit mit Rauchen, die zweite Hälfte auf dem Klo und die dritte Hälfte mit Blaumachen verbringt.
Ich kann Ihnen aber aus langjähriger Betriebsratsarbeit versichern: solche Fälle sind es nicht, deretwegen eine "Liberalisierung", sprich ein Aufweichen des Kündigungsschutzes, von den Arbeitgebern so sehnlich gewünscht wird. Da geht es mehr darum, einen langjährigen und ordentlich verdienenden Beshäftigten loszuwerden, weil man einen gefunden hat, der für die Hälfte arbeitet. Und dann will man sich nicht mit lästigen Dingen wir Kündigungsschutz rumärgern. Da manipuliert man dann ein Arbeitszeitkonto, lässt den nichts ahnenden Kandidaten drei mal zu spät kommen und wirft ihn raus. Den Kollegen, der bezeugt hat, dass es gar keine Verspätung gegeben hat, gleich mit. Wegen des "gestörten Vertrauensverhältnisses".

@13:30 von Nettie

Das sehe offenbar nicht nur ich anders.

"Sehen", Behaupten und Einbildung sind das eine. Realität ist was anderes. Beim Vergleich volkswirtschaftlicher Systeme, lohnt es sich, den Blick auf die Realität zu werfen.
Zum Beispiel, zwischen Italien und dem relativ frei-marktwirtschaftlichen Nachbarland Schweiz zu vergleichen.

Diktatoren behaupten ja auch gerne, sie seien „demokratisch gewählt“ worden…

Allerdings behaupten sie das gerne und sie "sehen" sich so, obwohl die Realität eine ganz andere ist. Wie auch oben, hilft auch hier der Blick auf die Realität und wie immer die Frage: welche Systeme sind die erfolgreichsten und freiheitlichsten?

von hinten 14:08

Also, Gewerkschaften sollen "keine Chance haben" ? Was für ein Gesellschaftsbild (Freiheit für wen) ?
Aber eventuell liegt es auch am Bewusstsein, daß dazu führen könnte, den Ansprüchen der Taschenfüller Grenzen aufzuzeigen.

@Werner40

"Den Italienern sollte klar sein, dass ohne Arbeitsmarktreformen kein fortgesetzter Wohlstand in der Zukunft möglich sein wird."

Wenn die Reformen Einschnitte bringen, dann kann man auch kaum von einem "fortgesetzten Wohlstand" sprechen.
In der Regel ist es doch bei solchen Reformen so: man arbeitet ein bißchen mehr, bekommt ein bißchen weniger und tröstet sich damit, dass man überhaupt noch einen Job hat.
De facto sinkt der Wohlstand.

Am 15. August 2021 um 13:44 von fathaland slim

Was meinen Sie denn mit Arbeitsmarktreformen? Abbau von Arbeitnehmerrechten? Ausweitung des Niedriglohnsektors? So etwas ist ja oft gemeint, wenn von „Arbeitsmarktreformen“ die Rede ist.

Ich möchte zu bedenken geben, daß Italien nach wie vor die viertstärkste Volkswirtschaft der EU besitzt und Nettozahler ist. Der Wirtschaft des Landes geht es gut, den Menschen eher weniger.
__
Ich bin in ITA und wohne z.Zt. in einem kleinen Hotel meiner Tante. Hier wird fast jeden Tag kontrolliert, wieviele Gäste da sind, was die bezahlen usw. Auf sämtlichen, täglich stattfindenen Märkten rund um den Gardasee patroullieren laufend Beauftragte der Behörden, ob auch für jeden Käse, jede Tasche und jedes Kg. Kirschen ein Ticket gebont wurde.
Also, man tut schon sehr viel, um der Steuervermeidung entgegen zu treten, auch auf Baustellen, in der Gastro, in grossen Hotels. Die Krankenvers. ist erheblich schlechter als in DE.

um 14:28 von Bernburger49

>>
Ja, so ist es. Im Kapitalismus muss der Arbeiter seine Arbeitskraft verkaufen, für seinen Lebensunterhalt.
<<

"Denn eben wo Begriffe fehlen,
Da stellt ein Wort zur rechten Zeit sich ein."
(Faust)

Die Verwendung des Begriffs "Kapitalismus" ist immer ungünstig, wenn er nicht mit Inhalt gefüllt ist. Sie verwenden ihn offenbar zur Beschreibung des Status quo in der "westlichen Wertegemeinschaft". Die Fragestellungen sind aber vielschichtiger: Wem gehört Produktivkapital und unabhängig davon, wer entscheidet über dessen Verwendung ? Wie stark ist der Einfluss der Wirtschaft (des Kapitals) auf die gesellschaftlichen Verhältnisse ? Wie demokratisch sind Staaten, in denen die Menschen nicht durch frühe Bildung in den Stand gesetzt werden, die Zustände zu verstehen und zu beurteilen ? Vorab: Das sind alles Fragen, die jenseits von Zentralkomitees und Führungskadern gestellt und beantwortet werden können.

@Bernburger49, 14:28

Im Kapitalismus muss der Arbeiter seine Arbeitskraft verkaufen, für seinen Lebensunterhalt. Was aber, wenn niemand diese Ware Arbeitskraft braucht, also auch nicht kaufen will ?

Danke, dass Sie so deutlich aussprechen, dass es für Sie keinen Unterschied zwischen einem Menschen und einem Sack Kartoffeln gibt.

14:34 von frosthorn / @schabernack

«Schönes konstruiertes Beispiel mit dem Arbeitnehmer, der eine Hälfte der Arbeitszeit mit Rauchen, die zweite Hälfte auf dem Klo und die dritte Hälfte mit Blaumachen verbringt.

Ich kann Ihnen aber aus langjähriger Betriebsratsarbeit versichern: solche Fälle sind es nicht, deretwegen eine "Liberalisierung", sprich ein Aufweichen des Kündigungsschutzes, von den Arbeitgebern so sehnlich gewünscht wird.»

Ich weiß. Langjährige Erfahrungen im Betriebsrat habe ich nicht, aber die Jahre im Betriebsrat sein für eine Wahlperiode. Ausgerechnet in dieser Zeit gab es so einen Fall Vorgetäuscht-Dauerkranker. Nebenbei im eigenen Namen mit Firma Waldarbeiterkram wie Motorsägen & Co. vertickt. Mit Privatdetektiv enttarnt worden. Eigentlich sympathischer Mann. Und die Mehrheit im BR hat sich noch aufgeregt über den Detektiv.

“… geht es mehr darum, einen langjährigen und ordentlich verdienenden Beschäftigten loszuwerden …»

So ist das immer wieder überall das gleiche armselige Trauerspiel.

Es geht

Es geht nicht darum, arbeiten zu dürfen, das können sie immer. Es geht darum, gegen Bezahlung arbeiten zu dürfen und da sieht die Sache schon anders aus. Da braucht man jemanden, der diese Arbeit braucht und dafür auch bezahlt.

4:36, État DE gauche, DE_Linksstaat, Vielfalt usw.

>>Beim Vergleich volkswirtschaftlicher Systeme, lohnt es sich, den Blick auf die Realität zu werfen.
Zum Beispiel, zwischen Italien und dem relativ frei-marktwirtschaftlichen Nachbarland Schweiz zu vergleichen.<<

Ach du liebe Güte.

Die Schweiz lebt von der Finanzwirtschaft. Sie ist eine Steueroase.

Das wollen Sie jetzt wirklich mit dem Industrieland Italien vergleichen?

Am 15. August 2021 um 13:03 von Sisyphos3

Zitat: stellen sie sich einfach mal vor Unternehmer zu sein
Was haben sie für ne Handhabe bei nem Mitarbeiter der das halbe Jahr blau macht

Die Handhabe gegen Blaumachen heißt verhaltensbedingte Kündigung. Da hilft kein Kündigunsschutzgesetz.

@ um 14:20 von Bernburger49

Die Botschaft an das Kind könnte sein, dass es der Gesellschaft tatsächlich das Wichtigste ist und jede Unterstützung bekommt, die es benötigt. Völlig unabhängig davon, aus welcher sozialen Schicht es kommt und wieviel Geld zur Verfügung steht und mindestens 1 Elternteil ist immer für es da, um zu helfen, wenn Probleme auftreten.
Und es lernt, das es gar nicht nötig ist, soviel zu arbeiten, dass man keine Zeit mehr für seine Kinder hat.
Wenn Sie einen eigenen Haushalt führen und Kinder haben, wissen Sie, dass man da eigentlich keine Zeit hat, um auch noch zu arbeiten. Auch dann nicht, wenn das Kind in der Schule ist.
Wenn verantwortungsbewusste Eltern die Wahl hätten und mit 1 Einkommen genügend Geld, würde das Ideal genau so aussehen.

Theorie und Praxis“ läuft gerade eine (m.E. äußerst aufschlussreiche) Sendung: br.de/mediathek/live/ard-alpha/av:584f4be43b467900117bdad5

@Bernd Kevesligeti um 11:26

Was ist denn Ihr Vorschlag für Reformen?
Schreiben Sie jetzt bitte nicht - Geldtransfer der EU.

um 15:01 von fathaland slim

>>>>
4:36, État DE gauche, DE_Linksstaat, Vielfalt usw.

>>Beim Vergleich volkswirtschaftlicher Systeme, lohnt es sich, den Blick auf die Realität zu werfen.
Zum Beispiel, zwischen Italien und dem relativ frei-marktwirtschaftlichen Nachbarland Schweiz zu vergleichen.<<

Ach du liebe Güte.

Die Schweiz lebt von der Finanzwirtschaft. Sie ist eine Steueroase.
<<<<

Ich verweise auf meinen obigen Kommentar zu Begriffen: "Marktwirtschaft" bedeutet lediglich, dass sich Angebot und Nachfrage über den Preis regeln. Reine Märkte sind aber ohnehin Theorie. Und Auswüchse sind nicht selten. Man denke nur an das Ölkartell - immerhin ist es als solches bekannt.

Das wollen Sie jetzt wirklich mit dem Industrieland Italien vergleichen?

Liegt es am Arbeitsmarkt oder am Euro?

Das Armutsgefälle innerhalb Italiens war schon zu meinen Schulzeiten ein Thema und bestand sicherlich auch schon viel früher. Ich bezweifle, dass sich dieses grundlegende Problem mit einer mal eben aus dem Hut gezogenen Umstrukturierung des Arbeitsmarktes lösen könnte.

Meiner Meinung nach ist der Euro das Problem, da er wirtschaftlich schwache Euroländer in die Abhängigkeit der Exportnationen treibt.

15:01 von fathaland slim

Das wollen Sie jetzt wirklich mit dem Industrieland Italien vergleichen?

Wie auch Italien, ist die Schweiz ein Industrieland.
Nur ist die technologische Innovationskraft in der Schweiz, pro-Kopf gerechnet, nicht nur weitaus höher als die in Italien, sondern weitaus höher als die im industrialisierten Norditalien.

Eine gute Verfassung und eine Kultur von Eigeninitiative und freier Marktwirtschaft, bringt auch Wohlstand.
Da könnte nicht nur Italien viel lernen.

von Hirschauer 15:20

Eine gute Frage. Reformen, die den Namen verdienen treten nicht nach unten. Sie würden dann auch die Umverteilung von unten nach oben beenden.
Reformen, die die juristische Stellung der Lohnarbeiter stärken.
Natürlich bedarf es dazu auch starker und konsequenter Gewerkschaften......

@Margitt um 13:08

> Ich rede von Bruttoverdiensten von mehr als ca. 100.000€/Jahr.<
.
Warum denken Sie, daß die Arbeit der Spitzenverdiener aufteilbar ist?

15:28, Klärungsbedarf @15:01 von fathaland slim

Die letzte Zeile Ihres Kommentars, die ein Zitat meines Kommentars ist, ist Ihnen aus Versehen da unten hingerutscht, oder?

Alles andere gäbe für mich keinen Sinn.

Im Süden nichts Neues...

Dass die Pandemie auch in Italien so Manches auf eine harte Probe gestellt hat und noch stellt - wen könnte das verwundern, das ist schließlich weltweit nicht anders.

Aber dass der Leiter der nat. Sozialversicherungsanstalt Tridico glaubt, jahrzehntealte Tatsachen betonen zu müssen, wie das soziale und wirtschaftliche “Nord-Süd-Gefälle“ oder die Schwarzarbeit, die sich zuletzt naturgemäß verstärkt haben mögen... offene Geheimnisse, denke ich.

Und Herr Draghi mag gemerkt haben, dass die Führung eines Landes und die Präsidentschaft der EZB doch zwei Paar Schuhe sind.

Italien und seine Menschen sind liebenswert. [Passend dazu ist mir gerade heute noch ein Riesenpulk mit alten Vespas begegnet. :-) ]
Ich hoffe, dass sich die dortigen Verhältnisse bald wieder zum Besseren wenden, vor allem auch für die jungen Leute.

13:24 von Bernd Kevesligeti

Ein Text des konsequenten nach unten tretens.
-----------

kaum !

wollte nur rüberbringen, dass eine Schwarz Weißsicht eher unrealistisch ist
Letztlich nur schadet
ich vermiete nicht, wenn ich, sollte ich keine Miete erhalten, dem nicht kündigen kann
ebenso vermute ich ein Unternehmer stellt nur Leute ein, die im Zweifelsfall auch zu kündigen sind
übrigens in beiden Fällen kann ja auch ein Mieter/Arbeitnehmer kündigen, sollte ihm was nicht passen
von daher

Am 15. August 2021 um 14:28 von schabernack

Müll wegschaffen, Kanäle sauberhalten, am Hochofen arbeitet wer, der ohne individuelle Erfüllung angemessen gut bezahlt wird. Müll-Weg + Hochofen ist kein Niedriglohn.
__
In dem Beitrag, auf den ich Bezug nahm, ist nicht von der Höhe des Einkommens die Rede, sondern von dem Umstand, dass man um des "schnöden Mammons" willen sich mit Beschäftigungen abgibt, die nicht zur Erfüllung, so wie man sie gerne ausleben möchte beitragen.
Ich hingegen bin der Meinung, dass die wenigsten derart philosophisch an ihre Tätigkeiten herangehen können, weil die meisten eben nicht in der Lage sind, ihr Hobby zum Beruf zu machen, sondern dafür sorgen müssen, dass es der Familie nach Möglichkeit an nichts mangelt. Wenn man beide Dinge, Broterwerb u. Hobby verknüpfen kann, umso besser.

Wie immer ist der Verbraucher schuld

nicht etwa der Aktionaer der massive Gewinne auf sein eingesetztes Kapital sehen moechte. Ich sehe selten T-shirts aus Bangladesh die fuer 2-3 Euro angeboten werden. Nein die kommen fuer 15-20 Euro in den Handel damit sich jemand anderes schoen die Taschen vollmachen kann.
Die Masche die Verantwortung auf den Verbraucher zu schieben ist genauso billig wie durchsichtig, genau das selbe Spiel wie beim Umweltschutz wo es ja auch immer der Verbraucher ist und nicht etwa der Unternehmer der etwas aendern muss.

Am 15. August 2021 um 14:50 von frosthorn

@Bernburger49, 14:28

Im Kapitalismus muss der Arbeiter seine Arbeitskraft verkaufen, für seinen Lebensunterhalt. Was aber, wenn niemand diese Ware Arbeitskraft braucht, also auch nicht kaufen will ?

Danke, dass Sie so deutlich aussprechen, dass es für Sie keinen Unterschied zwischen einem Menschen und einem Sack Kartoffeln gibt.
__
Das Beispiel mit dem Sack Kartoffeln haben SIE benutzt. Der Forist "Bernburger" hat doch recht. Wenn man als Unternehmer nur 50 Mitarbeiter benötigt, um die anfallende Arbeit zu verrichten, wird man kaum 70 Mitarbeiter einstellen (können) auch wenn diese gerne eine dieser Arbeitsstellen gehabt hätten.
Sie sind, wie Sie schreiben im Betriebsrat tätig, also in einer grösseren Firma. Ich wünschte, Leute wie Sie würden öfter einmal hinter die Kulissen von z.B. familiengeführten, kleineren Unternehmen schauen und feststellen, dass der "Chef" öfter schlaflose Nächte hat. Ist uns schon so ergangen, das können Sie gerne glauben.

@Nettie um 13:25

>Nur eben nicht unter irgendjemandes Diktat?<
.
Sie plädieren also dafür, dann alle Bürger in die Selbständigkeit gehen?

Schöner Artikel

Nur was wird kommen? Es wird wie immer sein: Milliarden der EU sickern über viele Kanäle zuerst zur Mafia und ihren Helfern. Dann wird die marode Wirtschaft künstlich aufgehübscht, ohne dass sich etwas ändert. Und in einigen Jahren sind die Milliarden verbraucht, Italien hat viele MIllionäre mehr und auch viele Arme mehr. Und die lieben deutschen Steuerzahlen arbeiten, damit die Statistik in Italien hübscher aussieht.
Nebenbei bemerkt: EU-Unterstützung muss sein. Nur sollte man auch mal sehen, dass der persönliche Reichtum in Italien pro Kopf sehr viel höher ist als in Deutschland. Und dies nicht, weil es weniger Arme gibt oder alle Menschen gut leben können. Nein, weil es eine korrupte superreiche Oberschicht gibt, die von der EU profitiert und nichts für Italien tut. Warum hat man diese Menschen nicht zur Kasse gebeten? Weil sie eine Lobby haben?

Brain drain

Die Schweiz spart 8 Milliarden jährlich durch Zuwanderung gut ausgebildter Fachkräfte. Wieviel spart Deutschland? Wie groß ist der Schaden bei den Südländern? Produziert Deutschland schlecht ausgebildete arbeitslose Einheimische?

@15:01 von fathaland slim

"Die Schweiz lebt von der Finanzwirtschaft. Sie ist eine Steueroase."

Der Anteil des Finanzsektors an der Bruttowertschöpfung beträgt in der Schweiz etwa 10% und in Italien etwa 5%. Das kann also nicht den Unterschied machen. Vielmehr sind es die großen Unternehmen wie Nestle, Roche, ABB, Novartis, Glencore und noch viele weitere bei verglichen mit Italien deutlich weniger Einwohnern. Da kann Italien nicht mal ansatzweise mithalten.

@rosthorn um 14:50

>dass es für Sie keinen Unterschied zwischen einem Menschen und einem Sack Kartoffeln gibt.<
.
Na ja, ich kaufe einen Sack Kartoffel und nicht den Ernter.

um 15:40 von fathaland slim

>>
15:28, Klärungsbedarf @15:01 von fathaland slim

Die letzte Zeile Ihres Kommentars, die ein Zitat meines Kommentars ist, ist Ihnen aus Versehen da unten hingerutscht, oder?

Alles andere gäbe für mich keinen Sinn.
<<

Stimmt. Kopierfehler. Sorry.

von Sisyphos3 15:45

Ein "Mieter/Arbeitnehmer" kann kündigen, wenn ihm etwas nicht passt ? Erst mal drohen dann Sanktionen vom Amt und dem Mieter eventuell Obdachlosigkeit. Ihre Betrachtungen sind also ziemlich formalistisch. Etwas aussuchen kann sich nur jemand mit viel Geld oder Besitz im Rücken.

Aber eine fortschrittliche Reformpolitik könnte
dem entgegenwirken und tatsächlich Freiräume für Lohnarbeiter schaffen und nicht nur nach der Freiheit des Unternehmers gucken......

15:09 von falsa demonstratio

Die Handhabe gegen Blaumachen heißt verhaltensbedingte Kündigung. Da hilft kein Kündigunsschutzgesetz
---

das einzige was heutzutage hilft
wenn der zu Kündigende klaut oder ne Schlägerei beginnt
alles andere läuft übers Arbeitsgericht und Abfindung

vielleicht sollte man mal die gefärbte Brille abnehmen
und überlegen weshalb Leiharbeitsfirmen solche Erfolge haben
der Unternehmer auch noch deren Vermittlungsprovision mit bezahlt

15:37, État DE gauche usw. @15:01 von fathaland slim

>>Das wollen Sie jetzt wirklich mit dem Industrieland Italien vergleichen?

Wie auch Italien, ist die Schweiz ein Industrieland.
Nur ist die technologische Innovationskraft in der Schweiz, pro-Kopf gerechnet, nicht nur weitaus höher als die in Italien, sondern weitaus höher als die im industrialisierten Norditalien.

Eine gute Verfassung und eine Kultur von Eigeninitiative und freier Marktwirtschaft, bringt auch Wohlstand.
Da könnte nicht nur Italien viel lernen.<<

Der Löwenanteil der Schweizer Arbeitsplätze findet sich im Dienstleistungsbereich. Also vorwiegend Im Finanzsektor. Dann folgt der Tourismus, wo allerdings viele ausländische Saisonkräfte arbeiten. Die in der Schweiz Steuern zahlenden Industieunternehmen produzieren vorwiegend nicht dort.

Im Gegensatz dazu ist Italien ein klassischer Industrieproduktionsstandort.

Wenn Sie die beiden Volkswirtschaften vergleichen, dann vergleichen Sie Äpfel und Birnen.

Ich rate zu einer weniger ideologischen Betrachtungsweise.

15:45, Sisyphos3

>>13:24 von Bernd Kevesligeti
Ein Text des konsequenten nach unten tretens.
-----------

kaum !

wollte nur rüberbringen, dass eine Schwarz Weißsicht eher unrealistisch ist
Letztlich nur schadet
ich vermiete nicht, wenn ich, sollte ich keine Miete erhalten, dem nicht kündigen kann
ebenso vermute ich ein Unternehmer stellt nur Leute ein, die im Zweifelsfall auch zu kündigen sind
übrigens in beiden Fällen kann ja auch ein Mieter/Arbeitnehmer kündigen, sollte ihm was nicht passen
von daher<<

Aha.

Weg mit dem Kündigungsschutz, gleiches Recht für alle, der Arbeitnehmer darf kündigen, der Arbeitgeber auch?

Manchmal wundere ich mich hier wirklich.

15:50 von weingasi1 / @schabernack

«Ich hingegen bin der Meinung, dass die wenigsten derart philosophisch an ihre Tätigkeiten herangehen können, weil die meisten eben nicht in der Lage sind, ihr Hobby zum Beruf zu machen, sondern dafür sorgen müssen, dass es der Familie nach Möglichkeit an nichts mangelt. Wenn man beide Dinge, Broterwerb u. Hobby verknüpfen kann, umso besser.»

So was können nur ganz wenige.
Spontan fallen mir Musiker ein und Fußballprofis.

Die meisten Musiker ermusizieren ihren Lebensunterhalt mehr schlecht als recht, und nur sehr gut bezahlte Fußballprofis können nach Ende der Karriere frei überlegen, was sie im Anschluss machen sollen, weil sie bei verständigem Umgang mit dem verdienten Geld eigentlich gar nicht mehr arbeiten müssten.

Ein Ex-Profi vom Effzeh Kölle arbeitet nun bei einem Abschleppunternehmen, und schleppt täglich Falschparker weg. Er findet das gut, und ist zufrieden. Fürchterlich muss es sein, ist Berufstätigkeit tägliche Qual, was man gar nicht mag, plus noch mies bezahlt.

15:36, Nachfragerin

>>Meiner Meinung nach ist der Euro das Problem, da er wirtschaftlich schwache Euroländer in die Abhängigkeit der Exportnationen treibt.<<

Oft gelesen, vor allem in rechten Publikationen.

Seltsam nur, daß all die wirtschaftlich schwachen Euroländer den Euro behalten wollen.

Italien ist übrigens kein wirtschaftlich schwaches Euroland. Es ist EU-Nettozahler und besitzt die viertstärke Volkswirtschaft der EU.

Dass

Italien seit vielen Jahren versäumt hat, dringend notwendige Reformen auf den Weg zu bringen, ist altbekannt. Draghis Niedrigzinspolitik nebst seiner kaum kaschierten Staatsfinanzierung für die überschuldeten südeuropäischen Euro-Länder hat dieser Verzögerungstaktik kräftig Vorschub geleistet.
Daher kann ich kaum glauben, dass die (irren) Summen aus dem Recovery Fund jetzt tatsächlich für Reformen eingesetzt werden sollen. Wobei die angedachten Maßnahmen nicht unbedingt nach „Reform“ klingen, sondern eher nach Subventionierung des Arbeitsmarktes. Eigentlich sind die Gelder ja vornehmlich für Digitalisierung und Klimaschutz zweckgebunden.

16:21, mispel

>>@15:01 von fathaland slim
"Die Schweiz lebt von der Finanzwirtschaft. Sie ist eine Steueroase."

Der Anteil des Finanzsektors an der Bruttowertschöpfung beträgt in der Schweiz etwa 10% und in Italien etwa 5%. Das kann also nicht den Unterschied machen. Vielmehr sind es die großen Unternehmen wie Nestle, Roche, ABB, Novartis, Glencore und noch viele weitere bei verglichen mit Italien deutlich weniger Einwohnern. Da kann Italien nicht mal ansatzweise mithalten.<<

All diese Unternehmen sind in der Schweiz steuerlich ansässig, produzieren dort aber nicht oder wenig.

um 16:21 von mispel

>>
Der Anteil des Finanzsektors an der Bruttowertschöpfung beträgt in der Schweiz etwa 10% und in Italien etwa 5%. Das kann also nicht den Unterschied machen. Vielmehr sind es die großen Unternehmen wie Nestle, Roche, ABB, Novartis, Glencore und noch viele weitere bei verglichen mit Italien deutlich weniger Einwohnern. Da kann Italien nicht mal ansatzweise mithalten.
<<

Ihr Denkfehler: Finanzwirtschaft findet nicht nur im Finanzsektor statt. Ihre Firmenbeispiele hätten Ihnen zu denken geben können.

15:45 von Sisyphos3

«ebenso vermute ich ein Unternehmer stellt nur Leute ein, die im Zweifelsfall auch zu kündigen sind.»

Jeder Arbeitnehmer ist zu kündigen.
Wenn es verständige Gründe dafür gibt.

Ihr Muster-Standard-Arbeitnehmer, der 1/3 seiner Arbeitszeit verquatscht, 1/3 Zigaretten raucht, und das letzte 1/3 bezahlt auf der Toilette verbringt, ist ein Märchen.

Betriebliche Umorganisation ist ein Kündigungsgrund. "Betriebsbedingte Kündigung", die mit Arbeitsleistung / Persönlichem Verhalten nichts zu tun hat.

Hätte mir 2011 auch geschehen können, als man bei mir in der Firma sehr nachvollziehbar die Werbeabteilug schloss. Das musste umorganisiert werden aus Gründen von EU-Regularien mit Vorgaben für Produktanleitungen.

Einer war kurz vor Rente, konnte in vorzeitigen Ruhestand.
Man hat es rechtzeitig angekündigt.
Die junge fähige Frau fand einen bessere andere Stelle.

Mir musste man formal auch kündigen.
Hat mich gleichzeitig anders benannt wieder eingestellt.
Nun besser für mich als je zuvor.

16:26 von Bernd Kevesligeti

und nicht nur nach der Freiheit des Unternehmers gucken......
-------------

auch wenn sie es anders sehen
es liegt in meinen Augen an den überzogenen Rechten der Arbeiter
dass vieles nicht so läuft
und ein etwas anderes Thema
bei mir ist auch nicht alles vermietet
warum auch
wegen ein paar Euro möglicherweise Ärger ins Haus holen
muß ich mir das antun ?

16:03, Kritikunerwünscht

>>Schöner Artikel
Nur was wird kommen? Es wird wie immer sein: Milliarden der EU sickern über viele Kanäle zuerst zur Mafia und ihren Helfern. Dann wird die marode Wirtschaft künstlich aufgehübscht, ohne dass sich etwas ändert. Und in einigen Jahren sind die Milliarden verbraucht, Italien hat viele MIllionäre mehr und auch viele Arme mehr. Und die lieben deutschen Steuerzahlen arbeiten, damit die Statistik in Italien hübscher aussieht.<<

Italien, das Mafialand, das den fleißigen deutschen Steuerzahler abzockt.

Das geballte Ressentiment.

Da versagt dann wohl jedes Argument.

Am 15. August 2021 um 16:03 von Kritikunerwünscht

Nur sollte man auch mal sehen, dass der persönliche Reichtum in Italien pro Kopf sehr viel höher ist als in Deutschland. Und dies nicht, weil es weniger Arme gibt oder alle Menschen gut leben können. Nein, weil es eine korrupte superreiche Oberschicht gibt, die von der EU profitiert und nichts für Italien tut. Warum hat man diese Menschen nicht zur Kasse gebeten? Weil sie eine Lobby haben?
__
Leben Sie in Italien ? Haben Sie dort gelebt ? Kennen Sie Italien sooo gut, dass Sie eine solche Aussage treffen und bitte auch belegen können, oder ist das alles angelesen bzw. Hörensagen ?
Ich bin z. Zt. in ITA, habe lange hier gelebt, habe Familie hier und würde eine solche Aussage 1. nie treffen und 2. nie beweisen können.
Oder kennen Sie nur die Familie Corleone ?

Am 15. August 2021 um 16:26 von Bernd Kevesligeti

Ein "Mieter/Arbeitnehmer" kann kündigen, wenn ihm etwas nicht passt ? Erst mal drohen dann Sanktionen vom Amt und dem Mieter eventuell Obdachlosigkeit. Ihre Betrachtungen sind also ziemlich formalistisch. Etwas aussuchen kann sich nur jemand mit viel Geld oder Besitz im Rücken.
__
Eine gutausgebildete Arbeitskraft, die vllt auch früher in der Schule aufgepasst hat, wird sich darum keine grossen Sorgen machen müssen.

Italiener hatten 20 Jahre

Italiener hatten 20 Jahre Berlusconi Stillstandspolitik gewählt. Jetzt gibt es Gelegenheit diesen Fehler zu korrigieren.

"Arbeitsmarktreform", so ziemlich das Schwierigste,

was eine Regierung gelegentlich machen muss, zumal da in diesem Fall das Wort ja nicht ergebnisoffen ist, sondern es geht dabei in diesem Fall um die Reduzierung von Arbeitnehmerrechten und Arbeitnehmerwohltaten. Herr Draghi versucht sich da in einem Gebiet, in dem er meines Wissens bisher nicht gearbeitet hat. Seine Rezepte in diesem Gebiet ähneln nach dem TS Bericht seinen Rezepten in der Finanzmarktkrise. In diesem Gebiet genügt aber nicht nur der Spruch: What ever it takes! um die Problemlage schlagartig zu bereinigen. Das ist eher eine Aufgabe für einen (im Gegensatz zur Sage) erfolgreichen unermüdlichen Sisyphus, dem der geschleppte, viel zu schwere Stein nicht mehr vor Erreichen des Ziels zurückrollt.

15:38 von Hirschauer: Arbeitsaufteilung

< Warum denken Sie, daß die Arbeit der Spitzenverdiener aufteilbar ist? >
Vom sozialen Gesichtspunkt her ist die Arbeit von sehr gut Verdienenden eher aufteilbar, wie die Arbeit von Geringverdienern.
Von 50000 Euro brutto (bei zuvor 100000 Euro brutto) kann man noch leben, wohingegen von 10000 Euro brutto (bei zuvor 20000 Euro brutto) dies nicht mehr möglich wäre.
Hinzu käme, dass auf Geringstverdiener die Altersarmut noch zukäme.

Ich sage nicht, dass damit jede Tätigkeit aufteilbar sein muss.
Doch wo ein Wille ist, ist auch ein Weg.

Am 15. August 2021 um 16:26 von Bernd Kevesligeti

Zitat: Ein "Mieter/Arbeitnehmer" kann kündigen, wenn ihm etwas nicht passt ? Erst mal drohen dann Sanktionen vom Amt und dem Mieter eventuell Obdachlosigkeit. Ihre Betrachtungen sind also ziemlich formalistisch. Etwas aussuchen kann sich nur jemand mit viel Geld oder Besitz im Rücken.

Wer wird schon kündigen, bevor er etwas Neues hat?

Dann aber können Mieter und Arbeitnehmer jederzeit kündigen ohne Angabe von Gründen. Auf der anderen Seite ist die Kündigung oftmals erschwert.

Was sollte eine "fortschrittliche Reformplolitik" (außer einigen Details) daran ändern?

Am 15. August 2021 um 16:29 von Sisyphos3

15:09 von falsa demonstratio: Die Handhabe gegen Blaumachen heißt verhaltensbedingte Kündigung. Da hilft kein Kündigunsschutzgesetz
---

Zitat: das einzige was heutzutage hilft .....wenn der zu Kündigende klaut oder ne Schlägerei beginnt.....alles andere läuft übers Arbeitsgericht und Abfindung

Wenn einer blau macht (und noch dazu so oft, wie Sie es geschildert haben), fliegt er. Da hilft ihm kein Arbeitsgericht.

Im Übrigen hilft auch gegen eine gut begründete betriebsbedingte Kündigung kein Arbeitsgericht.

@16:31 von fathaland slim

Der Löwenanteil der Schweizer Arbeitsplätze findet sich im Dienstleistungsbereich.

Ja eben, das macht es noch deutlicher.
Und trotzdem ist das Land (pro-Kopf gerechnet) technologisch innovativer und industriell produktiver als das industrialisierte Norditalien.

Wenn Sie die beiden Volkswirtschaften vergleichen, dann vergleichen Sie Äpfel und Birnen.

Ich vergleiche vor allem volkswirtschaftliche Ansätze in verschiedenen Volkswirtschaften. Auch große Volkswirtschaften werden mit frei-marktwirtschaftlicher Herangehensweise wohlhabender.

Ich rate zu einer weniger ideologischen Betrachtungsweise.

Weniger von welcher Ideologie? Italien könnte vom ganzheitlichen Erfolg des nördlichen Nachbarn einiges lernen. Zudem schaffen die Schweizer das alles, im Gegensatz zu Italien, ganz ohne Transferleistungen von außen.

von falso demonstratio 17:30

Das Recht ist nur formal gleich. Sonst könnten ja die Leute in der Fleischwirtschaft oder Amazon, DHL, Hermes etc. mal eben frei kündigen.
Eine fortschrittliche Reformpolitik, sie wird nicht kommen, nicht mit Draghi oder der Lega und nicht mit Confindustria (italienische BDI). Statt die Positionen von Lohnarbeit, Ärmeren zu stärken, wurden und werden sie rechtloser gemacht (hire and fire). Das kennt man ja von irgend woher....

17:43, État DE gauche @16:31 von fathaland slim

>>Und trotzdem ist das Land (pro-Kopf gerechnet) technologisch innovativer und industriell produktiver als das industrialisierte Norditalien.<<

In der Schweiz findet sehr wenig industrielle Produktion statt.

>>Italien könnte vom ganzheitlichen Erfolg des nördlichen Nachbarn einiges lernen. Zudem schaffen die Schweizer das alles, im Gegensatz zu Italien, ganz ohne Transferleistungen von außen.<<

Sie meinen, Italien sollte ebenfalls Firmen ins Land locken, die dort zwar nicht produzieren, aber Steuern zahlen?

Außerdem, ich wiederhole es noch einmal, ist Italien EU-Nettozahler.

@ weingasi1 15.59

"Sie sind, wie Sie schreiben im Betriebsrat tätig, also in einer grösseren Firma. Ich wünschte, Leute wie Sie, würden öfter einmal hinter die Kulissen von z.B. familiengeführten, kleineren Unternehmen schauen und feststellen, dass der "Chef" öfter schlaflose Nächte hat. Ist uns schon so ergangen, das können Sie gerne glauben."

Ich glaube nicht nur, ich bin sicher, dass User @frosthorn umfassende Kenntnisse hat, wie seine vielen kompetenten Kommentare immer wieder zeigen. Ganz im Gegensatz also zu Ihren überwiegend einseitigen Kommentaren.
Was die schlaflosen Nächte angeht: Haben Sie sich schon einmal gefragt, wie viel schlaflose Nächte prekär Beschäftigte haben könnten? Viele davon sind in der Gastronomie tätig!
Das können Sie gerne glauben!

Nicht nur der Arbeitsmarkt,

sondern auch Finanzen, Justiz, Verwaltung, Ausbildung, Infrastruktur usw. Aber auch in Deutschland ist vieles im Argen. Wenn ein Verwaltungsproblem zu lösen ist, hat im Baltikum der Verantwortliche eine Softwarelösung, in Deutschland Bedenken und allenfalls ein vielseitiges Formular und Italien ist jemand anderer zuständig.

um 17:43 von État DE gauche

>>
Ich vergleiche vor allem volkswirtschaftliche Ansätze in verschiedenen Volkswirtschaften. Auch große Volkswirtschaften werden mit frei-marktwirtschaftlicher Herangehensweise wohlhabender.
<<

Ach ja: Wann ist eigentlich eine Volkswirtschaft wohlhabend (ich schrieb heute schon mal Worte statt Begriffe). Auch, wenn einer alles hat und der Rest nichts ? Was ist denn der Gegensatz zu frei-marktwirtschaftlich ? (Sie ahnen schon: Worte/Begriffe). Unfrei-marktwirtschaftlich ? Oder ist das alles nur Gedröhne ohne Substanz ?

17:01, Sisyphos3

>>16:26 von Bernd Kevesligeti
und nicht nur nach der Freiheit des Unternehmers gucken......
-------------

auch wenn sie es anders sehen
es liegt in meinen Augen an den überzogenen Rechten der Arbeiter
dass vieles nicht so läuft
und ein etwas anderes Thema
bei mir ist auch nicht alles vermietet
warum auch
wegen ein paar Euro möglicherweise Ärger ins Haus holen
muß ich mir das antun ?<<

Sie plädieren also vom Standpunkt eines Saturierten, der seine Schäfchen im Trockenen hat, für den Abbau von Arbeitnehmerrechten.

Das Sein bestimmt das Bewusstsein.

@Hirschauer, 16:01

„Sie plädieren also dafür, dann alle Bürger in die Selbständigkeit gehen?“

Nein. Nur für Unabhängigkeit bzw. echte Entscheidungsfreiheit. Und Informationsfreiheit bzw. Markttransparenz. Nicht nur auf dem Arbeitsmarkt.

@17:54 von fathaland slim

Sie meinen, Italien sollte ebenfalls Firmen ins Land locken, die dort zwar nicht produzieren, aber Steuern zahlen?

Was heißt "nicht produzieren"?
Neue Technologien und die dafür notwendigen mechatronischen Geräte zu entwickeln, ist somit das produktivste überhaupt. Produktion bedeutet nicht nur die Endfertigung.

Außerdem, ich wiederhole es noch einmal, ist Italien EU-Nettozahler.

Aber ganz und gar nicht, wenn der für Italien reale Wert der Euro-Rettungsschirme, Corona-Hilfen, Anleiheankäufe, Target2-(dauer)Konten usw. alle berücksichtigt werden.

17:52 von Bernd Kevesligeti

«Das Recht ist nur formal gleich. Sonst könnten ja die Leute in der Fleischwirtschaft oder Amazon, DHL, Hermes etc. mal eben frei kündigen.»

Das können die auch, und das kann jeder Arbeitnehmer unter Einhaltung der jeweils gültigen Kündigugsfrist.

Wenige machen so was ohne Vertrag für eine neue andere Arbeitsstelle bei einem anderen Arbeitgeber. Das ist unsicher, und man wird für 3 Monate bei ALG1 gesperrt. In Italien wird das sehr ähnlich sein mit den dort zu erwartenden Staatlichen Leistungen bei Arbeitslosigkeit nach Kündigung. Habe ich aber keinen Plan von, wie dort im Land die Regularien im Detail sind.

Es kann gar keine Arbeitsmarktreform welcher Art auch immer geben, die nach Arbeitgeber- oder Eigenkündigung innerhalb von Zeitraum (x) eine neue Anstellung garantiert.

Am 15. August 2021 um 17:56 von Wohlergehen

Ich glaube nicht nur, ich bin sicher, dass User @frosthorn umfassende Kenntnisse hat, wie seine vielen kompetenten Kommentare immer wieder zeigen. Ganz im Gegensatz also zu Ihren überwiegend einseitigen Kommentaren.
Was die schlaflosen Nächte angeht: Haben Sie sich schon einmal gefragt, wie viel schlaflose Nächte prekär Beschäftigte haben könnten? Viele davon sind in der Gastronomie tätig!
Das können Sie gerne glauben!
__
Waren Sie schon einmal selbständig, oder sind es vllt ? Wenn nicht, können Sie sich garkein Urteil bilden, im Gegensatz zu mir. Wenn Sie glauben, dass man nur selbständig sein muss, damit einm die gebratenen Tauben in den Mund flattern, sind Sie ganz schön naiv. Ich rede nicht von grossen Konzernen, sondern von kleinen Betrieben, die jeden ihrer Mitarbeiter samt Familien kennen und alle Hebel in Bewegung setzen um diese halten und bezahlen zu können.

@ Sisyphos3 17.01 h

"es liegt in meinen Augen an den überzogenen Rechten der Arbeiter"

Aha, die überzogenen Rechte der Arbeiter*innen - können Sie ein Beispiel nennen? Am besten ein tatsächliches, aber ich fürchte, es wird nur eins aus Ihren Augen.

Sie vermieten nicht "alles", weil Sie möglicherweise fürchten, Mieter*innen, die ihre Rechte kennen, könnten Ihnen Ärger machen?

@ Sisyphos3 17.01 h

"es liegt in meinen Augen an den überzogenen Rechten der Arbeiter"

Aha, die überzogenen Rechte der Arbeiter*innen - können Sie ein Beispiel nennen? Am besten ein tatsächliches, aber ich fürchte, es wird nur eins aus Ihren Augen.

Sie vermieten nicht "alles", weil Sie möglicherweise fürchten, Mieter*innen, die ihre Rechte kennen, könnten Ihnen Ärger machen?

Implizite Staatsverschuldung in Italien ist höher

Prof. Raffelhüschen rechnet das immer aus. Italien steht da deutlich besser da als Deutschland.

Die aktuellen Zahlen kann man im Internet nachlesen.

In Italien ist nicht alles so schlecht wie man das hier gerne darstellt.

Wir haben sehr viele versteckte und verdeckte Probleme in Deutschland.

Zumal in 16 Jahren Merkel keines davon richtig angegangen
worden ist.

Am 15. August 2021 um 17:52 von Bernd Kevesligeti

Zitat: Das Recht ist nur formal gleich. Sonst könnten ja die Leute in der Fleischwirtschaft oder Amazon, DHL, Hermes etc. mal eben frei kündigen.

Das Recht ist gerade formal ungleich (was ich im Prinzip oftmals richtig finde).

Arbeitnehmer und Mieter können in vielen Fällen (formal) einfacher kündigen als Arbeitgeber und Vermieter.

Was Sie anführen, sind die (natürlich tatsächlich bestehenden) informellen Ungleichheiten.

Zitat: (hire and fire). Das kennt man ja von irgend woher....

Ja, aus den USA .

um 17:43 von État DE gauche

>>
Ja eben, das macht es noch deutlicher.
Und trotzdem ist das Land (pro-Kopf gerechnet) technologisch innovativer und industriell produktiver als das industrialisierte Norditalien.
<<

Noch ein Versuch:

"Pro Kopf technologisch innovativer" ...

Wie misst man eigentlich Pro-Kopf-Innovation ?

15:36 von Nachfragerin schon richtig

"Meiner Meinung nach ist der Euro das Problem,"
Schon richtig, die Währung ist im Außenhandel ja ein relevanter Preisfaktor. Wenn man ohne Euro seine Währung abwerten kann, werden die eigenen Waren im Außenhandel billiger und können mehr verkauft werden.

Nun ist die Regierung

Nun ist die Regierung gefordert?
Aber wir wissen doch alle, wie diese nun geforderte Regierung reagieren wird. Wie immer wird sie sich an die EU-Kasse wenden,oder besser gesagt die Kasse gleich wenden und alles was heraus fällt gleich einsammeln um damit vielleicht auch ein paar Euro in die Arbeitslosensache zu stecken. Und wir dürfen stolz sein, wieder alle Kassen auffüllen zu müssen, äh zu dürfen. Aber für etwas anderes, als alle und für alles zu bezahlen, sind wir Deutschen auch auf der Welt… Paymaster of the World.

von falsa demonstratio 18:41

Ja, aus den USA. Aber auch aus anderen Ländern, wo es prekäre Arbeitssektoren gibt. Und Arbeiter können Sanktionen vom Amt bekommen, Mieter können obdachlos werden, Vermieter eher nicht. Die Vorstände von Vonovia überhaupt nicht.
Um mal zu dem Artikel zurückzukommen: Es steht außer Frage, daß es sich bei den vom Draghi-Kabinett angestrebten "Reformen" um nichts handelt, was denn arbeitenden Menschen nützen wird.

18:24 von Wohlergehen

Sie vermieten nicht "alles", weil Sie möglicherweise fürchten, Mieter*innen,
die ihre Rechte kennen, könnten Ihnen Ärger machen?
------

müssen wir hier so "treu doof" naiv argumentieren
und dann Zitat "ihre Rechte" kennen
Miete nicht zu bezahlen, Eigentum zu beschädigen, sind das Rechte
wenn mir das Risiko zu hoch ist ....
ist einer verpflichtet zu arbeiten
warum soll ich jetzt verpflichtet sein zu vermieten ?

gelegentlich ist es nicht nur gut seine Rechte zu kennen sondern auch seine Pflichten

@weingasi1 @Wohlergehen

Mein Eindruck ist Sie tun sich jeweils beide schwer damit die Perspektive der jeweils anderen einzunehmen. Das finde ich schade. Sie haben doch im Grunde beide recht, m.M.n.

Gruß, Kaneel

18:12, État DE gauche @17:54 von fathaland slim

>>“Sie meinen, Italien sollte ebenfalls Firmen ins Land locken, die dort zwar nicht produzieren, aber Steuern zahlen?“

Was heißt "nicht produzieren"?
Neue Technologien und die dafür notwendigen mechatronischen Geräte zu entwickeln, ist somit das produktivste überhaupt. Produktion bedeutet nicht nur die Endfertigung.<<

Sie reden also von neuen Technologien. Können Sie das anhand der in der Schweiz angemeldeten Patente untermauern?

>>“Außerdem, ich wiederhole es noch einmal, ist Italien EU-Nettozahler.“

Aber ganz und gar nicht, wenn der für Italien reale Wert der Euro-Rettungsschirme, Corona-Hilfen, Anleiheankäufe, Target2-(dauer)Konten usw. alle berücksichtigt werden.<<

Nettozahler ist Nettozahler. Sie können versuchen, diese Tatsache wegzurechnen, es wird Ihnen aber nicht gelingen.

Natürlich darf in einer solchen Diskussion das Schlagwort „Target2-Salden“ nicht fehlen. Auch wenn man den Begriff gar nicht versteht. Italien hat übrigens eine positive Handelsbilanz.

@17:58 von Klärungsbedarf

Ach ja: Wann ist eigentlich eine Volkswirtschaft wohlhabend (ich schrieb heute schon mal Worte statt Begriffe). Auch, wenn einer alles hat und der Rest nichts ? Was ist denn der Gegensatz zu frei-marktwirtschaftlich ? (Sie ahnen schon: Worte/Begriffe). Unfrei-marktwirtschaftlich ? Oder ist das alles nur Gedröhne ohne Substanz ?

Mich interessiert der Inhalt, also das was hinter den Worten/Begriffen tatsächlich steckt.

Das Flexicurity-Modell zeigt inhaltlich wie ein flexibler Arbeitsmarkt (mit wenig Kündigungsschutz, aber mit einer starken Arbeitslosenversicherung) insgesamt und auch für Geringverdiener besser als ein stark regulierter Arbeitsmarkt ist. Besser für das Arbeitsklima in den Firmen, weil der Staat nicht dauernd vorschreibt, wer nicht entlassen werden darf. Daher auch besser für die Produktivität.
Da könnte Italien, und nicht nur Italien, von Dänemark sehr viel lernen.

16:34 von fathaland slim

Weg mit dem Kündigungsschutz, gleiches Recht für alle, der Arbeitnehmer darf kündigen, der Arbeitgeber auch?
-------

warum müssen sie eigentlich immer so maßlos übertreiben ?

kein Mensch verlangt den Kündigungsschutz entfallen zu lassen
auch sollte man den Arbeitnehmer, weil er in der schwächeren Position ist bevorzugen
fragt sich nur "unbegrenzt"

Darstellung: