US-Regierung kritisiert afghanische Armee

14. August 2021 - 10:16 Uhr

Die US-Regierung hat Afghanistans Sicherheitskräften schwere Vorwürfe gemacht. Es fehle der Wille, sich dem Vormarsch der Taliban zu widersetzen. CDU-Außenpolitiker Röttgen forderte ein Einschreiten des Westens.

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Kommentare

Ablenkungsmanöver

"sagte der Sprecher des US-Verteidigungsministeriums, John Kirby, dem Sender CNN. Die USA hätten den "fehlenden Widerstand" durch die afghanischen Streitkräfte nicht vorhersehen können."

Da muss man wirklich kein Journalismus-Ass sein um in diese dreiste Lüge reinzugrätschen. Bereits vor Abzug des Militärs wurde über die Befürchtungen der Afghanischen Streitkräfte und die damit verbundene Demoralisierung berichtet.

Weiteres Versagen

Die afghanische "Armee" wurde jetzt über Jahre von den westlichen Truppen ausgebildet und ausgerüstet. Vermutlich hat sich auch noch jede Menge Material übernommen, dass beim Abzug zurückblieb.

Offensichtlich leistet sie den Taliban aber überhaupt keinen Widerstand. Jedenfalls wird beim Einmarsch der Taliban in diverse Städte nicht über Gefechte berichtet. Auf die Art kommen die Taliban auch noch zu weiterer Ausrüstung.

Schrecklich für die normalen Menschen in Afghanistan, aber was wäre die Lösung? Weitere 20 Jahre "Ausbildung"? Wohl kaum.

War der Abzug zu plötzlich, zu überhastet? Kann sein, aber wäre es in einem weiteren Jahr anders gelaufen? Ich weiß nicht.

Ich war überrascht, als Trump so plötzlich den Abzug angekündigt hat und auch noch mit den Taliban verhandeln ließ. Aber ich dachte, vielleicht ist das auch nur mein Vorurteil, dass die kein verlässlicher Verhandlungspartner sind.

Jetzt werden also die schlimmsten Befürchtungen war und die Menschen werden leiden.

was soll man dazu sagen ...

"hat Afghanistans Sicherheitskräften schwere Vorwürfe gemacht."

Sagt sich natürlich immer leicht, wenn man nicht an vorderster Front steht. Kriege sind meist der Unfähigkeit der Regierenden geschuldet.

"CDU-Außenpolitiker Röttgen forderte ein Einschreiten des Westens."

Manche lernen es halt nie.

"... dass die politische und militärische Führung nicht den "Willen" gehabt habe, sich dem Vormarsch der militanten Islamisten zu widersetzen"

Dann ist es halt mal so, viele scheinen dem Taliban-Regime nicht abgeneigt.

Was soll die Kritik bewirken?

Was wollen denn die Amerikaner mit ihrer Kritik erreichen? Dass die afghanische Regierung jetzt mit noch viel mehr Militäreinsatz gegen den Vormarsch der Taliban vorgeht? Das wird auf Dauer nur noch mehr Leid verursachen als es jetzt schon zu befürchten ist - siehe Vietnam: auch die Unterstützung der Südvietnamesen mit Militärausstattung hat letzten Endes nicht die Vietcong und die nordvietnamesische Armee besiegen können (wobei ich jetzt den Grund für diese beiden Kriege nicht in einen Topf werfen möchte, denn die Beweggründe für den Einsatz der Amerikaner waren sehr unterschiedlich).

„CDU-Außenpolitiker Röttgen forderte ein Einschreiten des Westens.“ Was will Röttgen denn genau? Wir ziehen unser Personal ab, hoffen die Afghanen retten zu können, die für uns bzw. die westlichen Mächte gearbeitet haben, und mehr ist m. E. derzeit nicht mehr möglich.

Ich hoffe, dass diese 20 Jahre Engagement in Afghanistan für viele (v. a. Frauen in Ausbildung) dort doch einen Erfolg gebracht haben!

Zitat aus dem Artikel: "Die

Zitat aus dem Artikel:
"Die USA hätten den "fehlenden Widerstand" durch die afghanischen Streitkräfte nicht vorhersehen können. "

Da erzählt er uns aber was vom "Pferd"!
Sorry für den polemischen Ausspruch aber natürlich wissen die Militärführer der USA genau was passiert wenn ihr Geld und ihre Truppen abgezogen werden...
..denn es ist zig mal vorher genau so passiert.
Das bekannteste Beipiel dazu ist Süd-Vietnam - deren Armee war rein zahlmässig mehrfach so gross wie die Vietcon - aber brach 1974/75 innerhalb von wenigen Wochen regelrecht zusammen.
Kann mich noch erinnern als Kind die Tagesschaumeldungen gesehen zu haben welche Provinzen dort (im wochentakt) "gefallen" waren.
-
Ich schrieb schon an anderer Stelle:
Warum hat sich niemand gewundert als 2001 der US-Invasion war - dass die Taliban sich faktisch innerhalb weniger Wochen ohne nennenswerten Winderstand auflösten?
Weil sie ihre Fahne einfach in den neuen Wind hingen und nun verbündete Warlord waren!
*sarkasmus*

Afghanistan

Die aktuelle Entwicklung in Afghanistan war doch voraussehbar; auch dass die schlecht bezahlten afghanischen Soldaten den fanatischen Taliban nichts entgegenzusetzen haben.
Sind unsere verantwortlichen Politiker denn wirklich so blauäugig, dass sie etwas anderes erwartet haben???
Dann kann ich nur den Kopf schütteln.

rer Truman Welt

Unsere Amerikaner schelten das afghanische Kampfverhalten. Ich fass es nicht!
Sie bringen Krieg und Tod ins Land und verpissen sich, wenn alles zerstört und durcheinander gebracht wurde, lassen die Kollaborateure einfach dort hängen und riskieren jetzt auch noch die grosse Lippe.
Das schlägt dem Fass den Boden aus.
Haben unsere amerikanischen Freunde schon davon gehört, daß gezielt Familienangehörige von Polizisten und Soldaten oder ganze Familien von den Taliban liquidiert werden?
Es ist unglaublich, wie hier wiederholt Verantwortung an Opfer versucht wird weiterzugeben.
Unfassbar!
Das ist unfassbar !

Wohlfeile Kritik

„Es fehle der Wille, sich dem Vormarsch der Taliban zu widersetzen“

Glaubt die US-Regierung wirklich, dass sich die mit dem mörderischen Terror der Taliban konfrontierten von dieser Kritik beeindrucken lassen?

„Man beobachte mit "großer Sorge", in welcher Geschwindigkeit die Taliban ihre Kontrolle in Afghanistan ausbauten sowie den "Mangel an Widerstand, mit dem sie konfrontiert sind" (…)
Warum die Armee trotz ihrer zahlenmäßigen Überlegenheit so schnell von den Taliban besiegt wird, ist unklar
>> Offenbar ergeben sich einige Soldaten aus Furcht vor der Rache der Islamisten kampflos“

Die „internationale Gemeinschaft“, die sich jetzt darauf beschränkt, das zu kritisieren und wortreich das Schicksal der afghanischen Bevölkerung zu beklagen ("Es ist besonders entsetzlich und herzzerreißend, Berichte zu sehen, wie afghanischen Mädchen und Frauen die hart erkämpften Rechte entrissen werden") und sie ansonsten mit ihrem Abzug diesem zu überlassen, handelt noch viel ruchloser (und feiger).

Nun ja

Bei NDR Info sagte General Domröse am Samstag, das Konzept „train, assist, advise (trainieren, unterstützen, beraten)“ sei nicht aufgegangen. Obwohl die afghanische Armee gut ausgebildet und ausgestattet sei, setze sie ihre Mittel nicht ein. Die Soldaten wüssten offenbar nicht, wofür sie kämpfen, sagte Domröse.

Nun, wenn die afghanische Führung

nicht den Willen hat, sich den Taliban zu widersetzen, so muss das Gründe haben. Vielleicht wollen sie nicht alle Segnungen unserer westlichen Hochkultur?
Es zeigt sich mal wieder, man kann nicht alles kaufen.
Aber letztlich war es doch ein gutes Geschäft für die Hersteller und Lieferanten jeweiligen Kriegsgerätes. Und der brave Steuerzahler zahlt und staunt

Nun, wenn die afghanische Führung

nicht den Willen hat, sich den Taliban zu widersetzen, so muss das Gründe haben. Vielleicht wollen sie nicht alle Segnungen unserer westlichen Hochkultur?
Es zeigt sich mal wieder, man kann nicht alles kaufen.
Aber letztlich war es doch ein gutes Geschäft für die Hersteller und Lieferanten jeweiligen Kriegsgerätes. Und der brave Steuerzahler zahlt und staunt

Afghanistan hat ca. 40 Mio

Afghanistan hat ca. 40 Mio EW.

Die NATO-Staaten waren 20 Jahre in Afghanistan.

In dieser Zeit wurde die afghanische Armee von den westlichen Truppen ausgebildet und ausgerüstet.

Es wurde in dieser Zeit versucht, ein Bildungssystem aufzubauen, die Rechte für Frauen zu stärken, bauen von Krankenhäusern etc.

Und nach Abzug der Soldaten dauert es nur wenige Wochen, bis die Taliban alles zurückeroben, quasi widerstandslos.

Das zeigt mir, dass ein "Engagement" in der islamischen Welt fruchtlos ist.

Herr Röttgen sollte anhand dieser Fakten lieber ruhig sein.

Die Kritik der amerikanischen Regierung ist einerseits korrekt, aber sie waren es, die sich immer in die Angelegenheiten fremder Länder nicht nur einmischen, sondern völkerrechtswidrig angreifen.

Schweigen wäre hier besser.

der Westen?

Ich weiß nicht in welcher Blase Herr Röttgen lebt aber, was er da von sich gibt kann einfach nicht umgesetzt werden ohne weitere Menschen zu töten, ohne diesen Konflikt endlos zu machen.
Afghanistan ist ein zweites Vietnam. Da kann der 'Westen' militärisch nichts ausrichten, so schlimm das auch für die leidende Bevölkerung ist. Die USA haben in Afghanistan einen Konflikt angestoßen der ausschließlich Geopolitischen Interessen geschuldet war UND der ein kleiner Lendenschurz für Herrn Bush darstellte, der einfach die Tragödie um 9/11 nicht richtig einsortieren konnte.
Das Herr Röttgen nun ein Steigbügelhalter einer immer noch verfehlten Politik wird ist falsch und auch gefährlich.
Ein Säbelrasseln steht uns wahrlich nicht an. Ohne die Grünen jetzt unbedingt zu mögen, Herr Habeck ist da schon näher an einer Lösung der Krise dran, zumindest was die Unterstützer der Bundeswehr in Afghanistan betrifft.

Demoralisierung

So zu tun als wenn die Afghanischen Streitkräfte keine "guten" Soldaten wären und unsere schlagkräftigen Bodentruppen benötigen ist schlichtweg falsch.
Es geht um die enormen technischen Mittel, die abgezogen wurden – insbesondere die Luftstreitkräfte.
Seit 2001 sind 3.449 Einsatzkräfte der westl. Allianz und 64.124 der afghanischen Streitkräfte ums Leben gekommen.
Die Afghanen standen also immer an vorderster Front.

rer Truman Welt

Mit der Entscheidung der Amerikaner, ihre Truppen aus Afghanistan abzuziehen, übernehem
S I E
die alleinige Verantwortung aller zukünftigen terroristischen Entwicklungen, die aus Afghanistan heraus die Welt treffen werden. Sie haben Krieg, Tod und Verwüstung gebracht und hinterlassen, saßen mit Taliban Terroristen am Tisch, verhandelten und schlossen Verträge. Was haben Sie eigentlich verhandelt und was passiert, wenn die Taliban selbige nicht einhalten?
Hatte der CIA kein Szenario von dem gemacht, was jetzt passiert?
Es ist eine Ungeheuerlichkeit, was die Amerikaner sich in Afghanistan bis heute geleistet haben.
Das wird auch Spuren in den Köpfen der Menschen hinterlassen, die sehr leicht zu Radikalisierungszwecken benutzt werden können und werden.
Jetzt dafür der afghanischen Armee die Verantwortung in die Schuhe zu schieben, ist für mich wieder ein Beweis für das alles.
Sie zogen aus, unsere Demokratien am Hindukusch zu verteidigen und bringen größeren Terror mit zurück.

Das führt......

zwangsläufig zu der Frage, ob die Bedeutung der afghanischen Einheiten nicht grundsätzlich überschätzt und überbewertet wurde. Auch im Pentagon wird leider ein Krieg von Erbsenzählern am Schreibtisch geführt, die sich von Zahlen und Paraden beeindrucken lassen. Schon die Rote Armee mußte bitteres Lehrgeld bezahlen und die US-Regierungen haben weder daraus noch aus dem Disaster in Vietnam etwas gelernt. Die Erwartungen waren da wie hier zu hoch und man vergißt, daß auch die afghanischen Soldaten vermutlich weit überwiegend islamisch aufgewachsen und erzogen wurden. Und warum soll man sein Leben für ein System riskieren, mit dem man sich nicht identifiziert? Dann lieber die Taliban und ein "gastfreundliches und weltoffenes Afghanistan".

re 11:04 pwg51: Segnungen

>>Nun, wenn die afghanische Führung
nicht den Willen hat, sich den Taliban zu widersetzen, so muss das Gründe haben.<<

Das stimmt zwingend!

>>Vielleicht wollen sie nicht alle Segnungen unserer westlichen Hochkultur?<<

Welche wollen sie denn Ihrer Meinung nach nicht?

@Giselbert um 10:31Ihr

Besonders dem letzten Satz Ihres Kommentars kann ich nur zustimmen!

Zitat: "Die Soldaten wüssten

Zitat:
"Die Soldaten wüssten offenbar nicht, wofür sie kämpfen, sagte Domröse."

man schaue sich doch bitte mal an welchen grad an Legitimation diese afghanische Regierung hat
Wie war das noch mal mit den letzten oder den vorletzten Wahlen?

Letztlich sitzt in Kabul eine korrupte Elite die sich vor allem aus Stammesführern speist die vor allen in die eigenen Taschen gewirtschaftet hat
Hier gibt es durchaus Parallelen zu Süd-Vietnam!
Nun sind die Taliban keine Invasoren von aussen sondern sie bestehen genauso aus Afghanen wie die Armee.
Letztlich ist es ein "klassischer" Bürgerkrieg bei dem eine Seite Unterstützung vom Ausland hat - was ihr bisher so halbweg die Oberhand sicherte.
Das bricht jetzt weg.
Es werden immer Zahlen von der personellen Stärke beider Seiten genannt...
...ich frage mich:
Wie viele von den Armee-Angehörigen sind gleichzeitig Mitglieder ihrer lokalen Stammes-Miliz und dienen somit mehr ihrem lokalen Kriegsfürsten als der Regierung in Kabul?

Wille

Der gleiche Grund warum Afghanistan nicht zu demokratisieren ist, der NATO Einsatz misslungen ist, die Ausbildung nichts gebracht hat. Es fehlt am Wille. Ich würde behaupten das es grosse Sympathien für die Taliban in de Bevölkerung gibt. Daher erklärt sich das ein relativ kleiner Haufen Krieger das Land überrennt.
Milliarden für den Einsatz verbrannt. Es wundert das die Spezialisten das nicht vorher gesehen haben, das Land nicht schon vor Jahren verlassen haben.
Europa und vor allem Deutschland kann sich auf 100.000 Flüchtlinge einstellen, die natürlich die EU als Ziel haben.

Die Kinder von CSU-Politikern waren oft wehruntauglich.

Das ist eine langjährige Beobachtung. Straußens Söhne, Goppel etc. mussten keinen Wehrdienst leisten.
Ich wüsste gern, ob Herr Röttgen bereit wäre, Familienangehörige nach Afghanistan zu schicken.

10:29 Olivia59

"Da muss man kein Journalismus-Ass sein um in diese dreiste Lüge reinzugrätschen......"

Nun das einzige Journalisten-Ass dass sich in Sachen Afghanistan-Einmarsch sowohl kritisch, auch über die Greueltaten der US Boys und anderer Beteiligter und nicht nur der Taliban, als auch die Lage richtig einschätzend vernommen habe, war Herr Scholl-Latour. Ansonsten müssen alle Akteure in einer Blase gelebt haben sonst wäre die Überrasschung über dieses Afghanistan Desaster nicht so groß.

Das ist "purer Hohn!"

Entsetzlich, einfach, diese Aussage! Ein Regierungssprecher der allergrößten Macht aller Zeiten auf dem Globus erzählt "Rotkäpchen und der Wolf"! Moskau und Peking lachen sich zur Zeit kaputt, Putin hört man sogar schreien! Die Blamage des gesamten
Westens ist geschichtshistorisch analog ihrer Vergangenheit! Ich als alter Mann, ich höhre noch die Worte: "Demokratie und ein starkes Militär" werden wir errichten, Afghanistan wird eine demokratische Gesellschaft und erhält von uns ein starkes Militär! Schluß damit, mit der Lobhudelei! Realistisch ist:
Eine einzige Bewegung der Taliman nach Moskau oder Peking, und der Islam ist für die nächsten Jahrthunderte ausgeschaltet!
Afghanistan sollte von Russland und China gereinigt und dauerhaft beschützt werden!

10:42 von Miauzi

«Warum hat sich niemand gewundert als 2001 der US-Invasion war - dass die Taliban sich faktisch innerhalb weniger Wochen ohne nennenswerten Winderstand auflösten?
Weil sie ihre Fahne einfach in den neuen Wind hingen und nun verbündete Warlord waren!»

Weder hatten sich die Taliban damals aufgelöst, noch waren sie verbündete Warlords. Sie hatten sich unsichtbar gemacht, da sie auch nie eine reguläre Armee waren oder hatten.

Unsichtbar machen ist in Afghanistan mit Topographie Hochgebirge und verschwinden ins Homeland Wasiristan in Pakistan sehr einfach. Eine Weltregion mit 1.001 Rückzugsräumen in unzugänglichen Tälern zw. hohen Bergen. Weder die Sowjetarmee noch die US-Army konnte das je kontrollieren.

Die Taliban hatten nie auch nur für 1 US-Dollar Veranlassung, als verbündete Warlords der USA oder der NATO zu agieren. Das war auch niemals so. Aber immer so, dass niemand so richtig unterscheiden konnte und kann zw. Zivilbevölkerung und pot. Attentätern aus den Reihen der Taliban.

Was für ein Salat

Zur Bekämpfung der Russen unterstützten die USA die Mudschaheddin, wobei die Drogenbarone die Waffen derselben mit Drogen bezahlten. Dann erschien Al Quaida, welche die US-Einmischung bekämpfen wollten. Die Drogen-Clans wurden von den Taliban besiegt, welche den Drogenanbau verboten und strenge islamische Regeln einführten. Den Anschlag von Al Quaida auf das World Trade Center nahmen die USA als Anlass, den Afghanistankrieg zu beginnen, wobei sie den Terrorismus bekämpfen wollten, aber die Taliban vertrieben, welche im Untergrund immer weiter kämpften.
.
Nun holen die sich die Macht zurück, und Amerika gibt den Schwarzen Peter an die Vasallenregierung in Kabul. Das hat "wahre Größe", immer anderen die Schuld für eigenes Versagen zu geben!

um 11:11 von Walter2929

"Afghanistan ist ein zweites Vietnam"

Das stimmt in gewisser Weise. In beiden Fällen scheiterten die USA daran, dass der Nachschub für die Angreifer nicht abgeschnitten werden konnte:

Milliarden an Unterstützung von China nach Vietnam, und Milliarden an Unterstützung von den Diktaturen des Mittleren Ostens an die Taliban.

Aber diesmal von Diktatoren, mit denen die USA nicht selten verbündet sind. Als einfacher Soldat muss man sich doch total verrarten fühlen.
_

Man muss kämpfen

Es ist Fakt, dass die afghanischen Streitkräfte sowohl personell als auch waffenmäßig den Taliban weit überlegen sind. Den über 300.000 Regierungssoldaten stehen nur etwa 70.000 Taliban-Kämpfer gegenüber. Wieso erobern die Taliban trotzdem Stadt für Stadt? Es gibt nur eine Erklärung: Es wird kein Widerstand geleistet, weder von der politischen noch von der militärischen Führung. Im Gegenteil: Es gibt begründeter Verdacht, dass viele Regierungssoldaten zu den Taliban überlaufen. So wird das nichts. Man muss kämpfen um seine Freiheit. Man muss kämpfen, wenn man nicht in Zukunft in einem mittelalterlichen Gottesstaat leben will, in dem Gewalt und Terror an der Tagesordnung sind.

Anerkennung der Realität

Die Taliban sind militärisch nicht zu besiegen.
Die größte Militärmacht ist daran gescheitert und geflohen.
Und jetzt soll die Afghanische Armee das alleine schaffen? Wozu sollen also die Afghanen weiter kämpfen?
Widerstand würde die Machtergreifung der Taliban nur verzögern und tausende Tote zusätzlich bedeuten.

11:14, Olivia59 Demoralisierung

>>Seit 2001 sind 3.449 Einsatzkräfte der westl. Allianz und 64.124 der afghanischen Streitkräfte ums Leben gekommen.
Die Afghanen standen also immer an vorderster Front.<<

Das sollen alle hier, die den afghanischen Streitkräften Sympathien für die Taliban unterstellen, sich bitte einmal verdeutlichen.

All diese Toten gab es ja während und trotz der Anwesenheit der ausländischen Truppen.

Mich wundert die Demoralisierung der afghanischen Soldaten überhaupt nicht.

Röttgen hat Recht, nur leider...

reicht es nicht aus! Dass aber der Westen, der gerade auf der Flucht mit seinen eigen toten Soldatinnen und Soldaten ist, nun gemäss "Röttgen" umdrehen soll und zurück nach Afghanistan gehen soll, darüber kann ein Fachkundiger, der die örtlichen Verhältnisse dort präzise kennt, nur weinen und noch mehr weinen. Röttgen, Sie bekommen eine Kalschinikow und helfern dort dem armen Volk! Zigtausende Tote wird es geben, von Kindern, Frauen angefangen! Röttgen fahren Sie nach Afghanistan und berichten von dort, was Sache ist. Ich danke Ihnen!

Zweiter Versuch

Womöglich war meine Beschreibung vorher zu plastisch für diese Uhrzeit.

Aber Fakt ist, dass die Mentalität der Afghanen mit unserer nicht vergleichbar ist und von disziplinierten Einheiten von Sicherheitskräften kann da nicht die Rede sein. Nicht einmal wie zum Beispiel noch im alten Rom oder altem China.

Nur mit Technik und Geld kann man keinen funktionierenden Staat aufbauen, da muss tatsächlich ein Wille und die Mentalität der Mehrheit der Menschen vor Ort dazu vorhanden sein.

11:15 von Meinung zu unse...

Besser hätte es die Propagandaabteilung der Taliban nicht schreiben können wie sie. Sie sind ja schon radikalisiert.

11:15 von karlheinzfaltermeier

«Dann lieber die Taliban und ein "gastfreundliches und weltoffenes Afghanistan".»

Gar nichts dieser beiden Eigenschaften hat ein Afghanistan unter Herrschaft der Taliban. Deren einziges Ziel ist Terror mit Zerstörung von Menschlicher Zivilisation hin zum Niveau von Barbarentum aus der Vorsteinzeit.

«Das führt … zwangsläufig zu der Frage, ob die Bedeutung der afghanischen Einheiten nicht grundsätzlich überschätzt und überbewertet wurde.»

Wurde sie in jedem Fall, und Sie erwähnen ja auch die Sowjetarmee, der ebenso wie der US-Army keine militärische Kontrolle über Afghanistan gelang. Das Land ist Topographisches Schlaraffenland für Guerilla War.

«… und man vergißt, daß auch die afghanischen Soldaten vermutlich weit überwiegend islamisch aufgewachsen und erzogen wurden. Und warum soll man sein Leben für ein System riskieren, mit dem man sich nicht identifiziert?»

"Islamisch aufwachsen" hat zu Null Promille mit dem Barbarentum der Zivilisationsverächter Taliban zu tun.

@karlheinzfaltermeier

" Auch im Pentagon wird leider ein Krieg von Erbsenzählern am Schreibtisch geführt" Am 14. August 2021 um 11:15 von karlheinzfaltermeier

*

Und Sie selbst sind ein Spezialist, der Afghanistan jahrelang bereist hat?

Nun ja, ...

... in Syrien wurden Verbündete "geopfert" in Afghanistan und anderswo auch ... sogar mehrfach, auch durch Natotruppen.
Das wirft doch eine Frage auf: Ist es noch ratsam oder erstrebenswert Verbündeter zu sein oder zu werden? Oder ist man nur Mittel zum Zweck bis Ziele erreicht scheinen?
Im Übrigen: Glaubens,- Religions- oder Ideologienkriege sind seit je her so gut wie nie Lang- oder Mittelfristig gewonnen worden.
Warum sollte es also ausgerechnet hier anders sein?

US-Regierung kritisiert ....

Das ist vermutlich ein ausgemachter Blödsinn, es ist Bürgerkrieg ohne auszumachende Fronten und die "Talibane" sind wie die Flut die wir hier neulich hatten, immer wieder hörte man das Wasser war auf einmal da.... Wenn Amerika nicht so vorlaut wäre, sie hatten Jahre, in denen sie die Talibane sowohl militärisch als auch ideologisch bekämpft haben - und, was hats gebracht??

U.S.-Humor

Da werfen die Oberstrategen der afghanischen Schönwetter-Armee doch tatsächlich vor, dass diese mit 60.000, bis an die Zähne bewaffneten, bekloppten Fanatikern und Halsabschneidern nicht fertig werden. Was hat eigentlich die immer noch mächtigste Kriegsmaschine des Planeten die letzten 20 Jahre da drüben so getrieben, dass die Gestörten da wieder hemmungslos rummarodieren können? Offenbar nicht viel Effektives (den Begriff "Gutes" spare ich mir im Bezug auf Kriege). MfG, KongoMüller

Die Amerikaner haben ein auf

Die Amerikaner haben ein auf ROI (return on investment). Die von Ihnen ausgebildete Armee muß härter zurückschlagen bzw. Zurückbomben, um den Taliban Einhalt zu gebiten.

"Befreiung" oder "Unterdrückung"?

Wie erlebte die afghanische Bevölkerung in der großen Mehrheit die "Befreiung"?
Außer in Kabul , also in der Weite der Landschaft, sahen die Menschen, geprägt von einer archaischen Kultur verknüpft mit mittelalterlichen Religionsauslegungen, eine Armee von "Ungläubigen", bewaffnet bis an die Zähne, die Unterwerfung einforderten. Die mitgebrachten "Segnungen" und "Beglückungen" lehnten die meisten ab.
Viele Menschen mußten ihr Leben lassen, unzählige Unbeteiligte, darunter auch Kinder, Frauen und Alte, wurden in Kampfhandlungen grausam verletzt und verstümmelt und die meisten verstanden nicht, warum das so sein muß (ich auch nicht).
Uns im Westen wurde der Krieg, der erst von zu Guttenberg als solcher anerkannt wurde und Unsummen verschlang, als notwendig verkauft. "Unsere Freiheit am Hindukusch verteidigen..."- so Struck, SPD Verteidigungsminister.
Gut, daß dieses endlose Gewürge ein Ende hat.
Jetzt ist Diplomatie gefragt. Die Afghanen müssen selbst entscheiden, welchen Weg sie gehen.

11:04 von pwg51

«Nun, wenn die afghanische Führung nicht den Willen hat, sich den Taliban zu widersetzen, so muss das Gründe haben. Vielleicht wollen sie nicht alle Segnungen unserer westlichen Hochkultur?»

Was wollen sie denn nicht?
Dem sie dann Terror und Ermordet-Werden vorziehen.
Weil das so viel schöner ist.

Da erzählt er uns aber was

Da erzählt er uns aber was vom "Pferd"!
Sorry für den polemischen Ausspruch aber natürlich wissen die Militärführer der USA genau was passiert wenn ihr Geld und ihre Truppen abgezogen werden...
..denn es ist zig mal vorher genau so passiert.
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...und aus diesem Grund sollte nun was, bitte geschehen ? Noch weitere XXX Jahre ? Wozu ? Was man in 20 Jahren Engagement dort nicht geschafft hat, wird man auch in weiteren xx Jahren nicht schaffen.
Vielen Bürgern dort scheint an einer moderneren und offenenen Lebensweise nicht allzu viel zu liegen, sonst hätten die Taliban nicht so ein leichtes Spiel.

11:43, Tada

>>Nur mit Technik und Geld kann man keinen funktionierenden Staat aufbauen, da muss tatsächlich ein Wille und die Mentalität der Mehrheit der Menschen vor Ort dazu vorhanden sein.<<

Wille und Mentalität.

64.124 tote afghanische Soldaten.

Ich weiß nicht, wie man da von Wille und Mentalität reden kann.

um 11:56 von KongoMüller

>>
Was hat eigentlich die immer noch mächtigste Kriegsmaschine des Planeten die letzten 20 Jahre da drüben so getrieben, dass die Gestörten da wieder hemmungslos rummarodieren können? Offenbar nicht viel Effektives (den Begriff "Gutes" spare ich mir im Bezug auf Kriege). MfG, KongoMüller
<<

Die Theorie, man könne die Taliban nicht besiege, weil die sich ja in irgendwelchen Höhlen in tiefen Schluchten verstecken würden, ist jedenfalls offenkundig widerlegt.

11:57 von Björn H.

Die Einmischung in fremde Kulturen funktioniert nicht
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das sieht man hier im Thread aber ganz anders
da scheinen die betroffenen Kulturen ja geradezu nach unseren Vorstellungen des Lebens zu lechzen

11:15 Meinung zu unse....

"sie zogen aus, unsere Demokratie am Hindukusch zu verteidigen....."

Nein sie zogen aus um die Afghanen für 9/11 zu bestrafen. Es war ein Rachefeldzug nachdem die Taliban Beweise für den Aufenthalt von Osama bin Laden in ihrem Land gefordert hatten. Beweise gab es nicht aber jede Menge Bomben, Folter und Mord an den Afghanen. Das Märchen es ginge um Demokratie und Frauenrechte wurde erst danach erzählt als Osama nicht aufzufinden war und man trotzdem mit einem Fuß in diesem Land bleiben wollte es ging um Geopolitik und Vorherrschaft (Grenze zum Iran, Grenz zu China usw.).

Rückkehr der Taliban

Sicher nicht. Sie waren immer da, haben nur stillgehalten. Ja, die Streitkräfte haben Schwächen in Afghanistan. Und nein. Man kann nicht immer nur ausländische militärische Kräfte im Land für alles haftbar und schuldig hinstellen. Wer regierte bislang in Kabul? Amerikaner, NATO, Moskau? Unfähigkeit der politischen "Elite", wenn denn überhaupt eine vorhanden ist. Nun hören wir: Korruption. Was ich aus vielen Berichten bereits entnahm: da laufen viele mit Doppelstrategie und haben sich scheinbar mit den Taliban unter der Hand verbündet. Taliban versprechen keine Strafaktionen gegen die Regierungskräfte, die sie stützten. Und die Frauen? Gerade im Interview: Mädchen kamen von der Schule im TukTuk zurück. Hatten Sandalen an. Wurden von Taliban Kräften ausgepeitscht dafür.- Wir würden nur eine Lösung finden, im Sinne vieler Westler: Einmarsch von Truppen und Besetzung des Landes. Bringt das aber die Lösung? Wieviele Afghanen würden das unterstützen? Da verrechnen wir uns wohl kräftig.

Ganz offensichtlich

ist die überwiegende Mehrheit der Afghanen pro Taliban oder steht ihnen zumindest neutral gegenüber, ansonsten könnten die Bloßfüßigen wohl kaum im Handumdrehen gegen eine seit 20 (!!!) Jahren (das ist immerhin eine ganze Generation) vom Westen aufgebaute Armee gewinnen. Das "Schreckensszenario" ist wohl nur für den Westen eines.

Darstellung: