Ihre Meinung zu: Leverkusen: Zwei Tote bei Explosion in Chemiepark

27. Juli 2021 - 13:43 Uhr

Nach der schweren Explosion im Chempark in Leverkusen ist ein zweites Todesopfer gefunden worden. 31 Menschen wurden verletzt, mehrere werden noch immer vermisst. Die Ursache der Detonation ist weiter unklar.

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Kommentare

Behörden versagt?

Ich frage mich ob in diesem Fall die Aufsichtsbehörden vom Land NRW nicht versagt haben.

14:05 von Arko

Wie kommen Sie darauf?
Nachdem was ich bisher an Infos bekommen habe, ist die Ursache, also wie es zu dem Vorfall kam, noch nichtmals bekannt.

Was also hätten Behörden verhindern oder besser machen können? Warnung(en) an die Bevölkerung hat es doch umgehend auf verschiedenen Wegen gegeben.

Ich.

Bin in Gedanken und Gebeten bei den Hinterbliebenen bei der schweren Explosion in Leverkusen Die Verletzen sollen rasch genesen. Ferner hoffe ich das die Umwelt nicht so stark in Mitleidenschaft gezogen ist.

@Arko --- Behörden versagt?

Immer sollen es die Behörden sein.

Die sind wohl auch Schuld wenn im Müllauto
halbvolle Spraydosen/Campinggaskartuschen
oder neuerdings Lithium-Ionen Akkus explodieren oder in Brand geraten.

Leverkusen: Ein Toter bei Explosion in Chemiepark...

Und nicht in der Dritten Welt. Sondern am Stammsitz des Unternehmens. In der Zeitschrift Stichwort Bayer 2/2021 stand: Der Bayer-Konzern geht mit zahlreichen gefährlichen Stoffen um. Den Standort Leverkusen betreffend führt der Chemiepark-Betreiber CURRENTA in einer Broschüre einige Beispiele für risiko-reiche Substanzen auf, die der Agro-Riese einsetzt. Ammoniak, Chlor und Methanol etwa können laut Currenta schon in sehr geringen Menge beim Einatmen, Verschlucken oder Aufnahme über die Haut zum Tode führen. Das Ammoniak ist überdies in der Lage, mit Luft explosive Gemische zu bildenund das Chlor, Brände zu verursachen oder zu verstärken. Das Methanol findet sich-gemeinsam mit Aceton-darüber hinaus noch in der Rubrik leicht b.z.w. extrem entzündbar wieder.

Im Geschäftsjahr 2020 gab es laut BAYER 92 Fälle von chemischen Stofffreisetzungen (Störfälle).

Jeder hätte es wissen können: Es war eine alte Anlage ...

Nicht umsonst hat Bayer und Lanxess die Anlage verkauft.

Die Anlage ist in die Jahre gekommen, und war deswegen unrentabel.

Rentabel kann eine solche Anlage nur sein, wenn sie nicht immer wieder wegen Reparaturarbeiten ausser Betrieb genommen werden muss.

Eine Total-Sanierung hätte sich nicht bezahlt gemacht.

Wäre eine Total-Sanierung retabel gewesen, hätte Bayer oder Lanxess die Anlage weiter betrieben ...

@14:05 von Arco

„Ich frage mich ob in diesem Fall die Aufsichtsbehörden vom Land NRW nicht versagt haben.“

Ich nicht: Steht doch im Artikel, dass man über die Ursache noch gar nichts weiß.
Ist das jetzt nur prophylaktisch, dass Sie schon mal das Land NRW verdächtigen?

Unfall

ist Unfall. Nicht immer gibt es schuldige. Die Frage ist, was macht so eine Chemiebude in der Nähe wo Leute leben und wohnen?

@14:05 von Arko

>>Behörden versagt?
Ich frage mich ob in diesem Fall die Aufsichtsbehörden vom Land NRW nicht versagt haben.<<

Worauf stützen Sie Ihre Vermutung?
Der Bericht liefert in "diesem Fall" keine Informationen über die Ursache.
Somit ist m. E. ein Versagen der Aufsichtsbehörden reine Spekulation Ihrerseits.
Oder wissen Sie mehr?

Mein Beileid gilt den Angehörigen des Toten.
Alle guten Wünsche den Verletzten für eine schnelle vollständige Genesung.

@Jim456

Als das Werk gebaut wurde gab es da noch keine Wohnbebauung.
Warum die Leute danach Grund und Boden in unmittelbarer Nachbarschaft des Werksgeländes gekauft haben musst du sie schon selber fragen, Bayer ist daran mal ausnahmsweise nicht Schuld.

@Arko, 14:05

"Ich frage mich ob in diesem Fall die Aufsichtsbehörden vom Land NRW nicht versagt haben"

Ich frage mich eher, ob nicht einige der vor Ort Verantwortlichen es "drauf ankommen" haben lassen - ob "freiwillig" bzw. auf eigene (nicht ausreichend vorhandene) Verantwortung oder "gezwungenermaßen" ("auf Anweisung" - was im Prinzip allerdings genauso verantwortungslos wäre). Und in jedem Fall frage ich mich, ob dieses Unglück wirklich unvermeidbar war. Und, falls jemand zu dem Schluss kommen sollte, dass dem so ist: Warum und wieso genau?

@ Jim456 um 14:31

>was macht so eine Chemiebude in der Nähe wo Leute leben und wohnen?<

Konzept Industriestadt: Menschen siedeln sich an wo Arbeit ist.
So ist die Gegend dort zur bevölkerungsreichsten Deutschlands geworden.

Das andere Modell ist das die Industrie sich ansiedelt wo die Arbeitskräfte sind, das kam noch oben drauf als es mal losgegangen war.

"Pendeln" ist nur durch Subventionen rentabel.

Hauptsache geimpft

Irgendwann mußte sowas mal passieren bei all der Schlamperei da im Chemiepark; und immer die Zigarettenpause vor dem durchgerosteten Gas-Tank auf volles Risiko, daß die Arbeitsschicht schnell zu Ende ist.

aufgrund „finanzieller Erwägungen“

„2019 hatten Bayer und Lanxess ihre Anteile an Currenta an eine Infrastruktur-Investmentgesellschaft der australische Bank Macquarie verkauft. Das Unternehmen ist Betreiber des sogenannten Chemparks mit Standorten in Leverkusen, Dormagen und Krefeld-Uerdingen“

In den Augen der breiten Öffentlichkeit dürften immer noch Bayer und - wenn auch "nachrangiger" - Lanxess „zuständig“ sein.

um 14:55 von hallo_frosch

>Warum die Leute danach Grund und Boden in unmittelbarer Nachbarschaft des Werksgeländes gekauft haben<

Arbeitswege?

wirklich alles getan?

Das fängt schon in der Planungsphase an. Müssen solche Gefahrenstoffen so stadtnah deponiert werden? Lagerung in kleineren Einheiten, Lagerdauer u.v.m. was alleine im Vorfeld zu beachten ist.

Kleines Beispiel dafür, dass Prophylaxe noch oft Fehlanzeige ist. Noch immer müssen Asbestdächer nicht ersetzt werden. In einer mir bekannten Stadt brannte eine Scheune mit Asbestdach, mit der Folge, die ganze Stadt musste dekontaminiert werden. Und ein ungutes Gefühl bleibt, wie sich dies bei den Lungenkrebsraten auswirken wird.

14:05 von Arko

Behörden versagt?
Ich frage mich ob in diesem Fall die Aufsichtsbehörden vom Land NRW nicht versagt haben.
----------------

man glaubt es kaum

über die Unfallursache wird gerätselt
aber für sie ist der Schuldige schon ausgemacht

14:21 von Bernd Kevesligeti

«Und nicht in der Dritten Welt. Sondern am Stammsitz des Unternehmens.
In der Zeitschrift Stichwort Bayer 2/2021 stand: Der Bayer-Konzern geht mit zahlreichen gefährlichen Stoffen um.»

Ist nicht nur bei BAYER so, das machen und müssen alle größeren Chemieunternehmen. Am größten Chemie-Standort in Deutschland Ludwigshafen ist es bei BASF nicht anders.

Chemie ist nun mal Zusammenbringen von Substanzen mit von sehr geringer bis sehr hoher Gefährdungsstufe. Nicht eben selten kann aus zwei eher ungefährlichen Ausgangsstoffen ein sehr gefährliches Endprodukt werden. Und dann kommt es noch auf die richtige oder falsche Reihenfolge an, wie man das zusammentut, ob es ungefährlich bleibt, oder ob es gefährlich wird.

In der Schule haben sie immer gesagt:
«Chemie ist … wenn es knallt und stinkt.»

Manchmal selten gibt es technischen Fortschritt, der Chemiebrühe überflüssig macht. Fotochemie zur Zeit analog mit Silber, Jod, Brom + Bädern & Bleiche war gefährlich + sehr umwelt-miserabel.

Hauptsache geimpft

In Deutschland braucht jeder Gartenzwerg ein TÜV-Prüfsiegel. Aber überall da, wo wirklich Sicherheit gebraucht würde, da hängt es wie da bei Bayer Leverkusen gewaltig hausen. Warum sind Chemiepark-Betreiber nicht verpflichtet, alle bei ihnen möglichen Worst Case-Szenarien bei der Feuerwehr zu hinterlegen, damit die Feuerwehr im Katastrophenfall sofort weiß, um welche Giftstoffe es sich jeweils handelt ? Bereits die Aussage "Explosion unbekannter Ursache" sollte eine Betriebsstillegung wegen Inkompetenz der Chemiepark-Betreiber zur Folge haben, die offenbar schon lange den Überblick über ihr Unternehmen verloren haben.

Jim 456 Genau.wie soll.man

Jim 456
Genau.wie soll.man denn da Pendlerpauschale berechnen, wenn das Werk direkt nebenan ist.?

Das is da eben so. Das ganze Revier sieht so aus. Fabrik Wohnviertel fabrik Wohnviertel....

von schabernack 15:19

Ihr Beitrag hört sich ein bisschen nach "war immer so" und "machen alle" an.

Und warum kommt nicht, daß die Bezirksregierung Köln im Jahre 2011 Currenta die Genehmigung von 80.000 Tonnen auf 120.000 Tonnen Sondermüll für die Brennöfen aufgestockt hat ?

Vielleicht der Klassiker?

Chloroform und Acetonabfälle in einem Tank plus alkalische Substanzen. Da reift was ran......

Erst mal höchste Alarmstufe

als reine Vorsichtsmaßnahme ausgeben.
Sich dann in Unwissenheit hüllen.
Falls sich keine gravierenden Ergeignisse abzeichen,
bestand im nachhinein zu keinem Zeiotpunkt eine Gefährdung für die umliegende Bevölkerung.

Tanklagerbrand Leverkusen - Bürg

1. Das Tanklager existiert an dieser Stelle seit über 50 Jahren, diese Explosion ist die erste im Tanklager. Die letzte Explosion war 2010 daneben auf dem Gebindelagerplatz und wurde von Spraydosen ausgelöst, die nicht aus dem Chempark stammten.
2. Der letzte tödliche Unfall in der Verbrennungsanlage war 1980.
3. Grundsätzlich werden in jeden Tank nur flüssige Abfälle gefüllt, die miteinander mischbar sind und nicht miteinander reagieren.
4. Offensichtlich hat dennoch hier eine Reaktion stattgefunden. Gründe können sein:
a) eine Verwechslung bei der Befüllung (Schuld des Mitarbeiters in der Anlage, der falsch eingewiesen hat),
b) eine falsche Beschreibung des angelieferten Abfalls (Schuld des Absenders).
Dies ist herauszufinden.

@ Nettie

Sie überraschen mich mit Ihren Einlassungen. Haben Sie konkretere Hinweise, die Ihre Posts rechtfertigen?

Bei mir kommt das als wütender Rundumschlag an. Warum muss man zur "Minute 0" schon für alles eine Erklärung und / oder Schuldigen haben?

Ich finde das ziemlich überreizt. Allerdings wird mir nun auch klarer, wie der online-trend-Verstärker funktioniert...
Krasse Botschaft, krasser Widerspruch, Klicks, Trending der Logarithmen → Meinung / Bauchgewühl wird zur Wahrheit.

Mir macht das Angst, bin wohl noch zu analog...

Gruß
Grille

@Jim456

Die Leute sind eben früher in die Nähe des Arbeitsplatzes gezogen, weil die Leute noch keinen PKW hatten. So konnten sie sogar häufig zu Fuß zur Arbeit gehen.
Die Chemieindustrie ist nicht erst in den letzten Jahren in Leverkusen entstanden.

um 15:45 von spax-plywood

Vielleicht der Klassiker?
Chloroform und Acetonabfälle in einem Tank plus alkalische Substanzen. Da reift was ran......
---------
Ja, da arbeiten nur Deppen!!!
Warum kann man nicht abwarten bis die Ursache geklärt ist. Aber es ist ja so leicht erstmal, irgendwen zu verdächtigen.
Im ersten Kommentar waren es schon die unfähigen Behörden in NRW.

15:37 von Bernd Kevesligeti / @schabernack

«Ihr Beitrag hört sich ein bisschen nach "war immer so" und "machen alle" an.»

Das hört sich nicht nach ein bisschen an, sondern nach dem ganzen Kuchen. Weil Chemie so ist, noch nie anders war, und nie anders sein wird. Stoffe zusammenbringen, um neue Stoffe zu erzeugen, ist das Wesen von Chemie. Sonst könnte es Physik sein.

Ich weiß nicht, ob bspw. BASF generell sorgsamer und vorsichtiger ist beim Umgang mit Substanzen an ihren Standortoen, als BAYER an seinen. Störfälle gab es sicher auch schon bei BASF oder anderen. Zu BASF habe ich spontan nicht nachgeschaut aber keinen im Gedächtnis mit konkreter Form, oder Ausmaß, oder Jahreszahl.

Chemie ist, wie Chemie prinzipiell nun mal ist. Weil sie sehr gefährlich sein kann, muss man um so sorgfältiger mit allem umgehen, was mit Chemie zu tun hat.

«… warum kommt nicht … Genehmigung … Sondermüll … aufgestockt …?»

Kommt nicht, da ich es bis eben nicht wusste.
Nie kommt was, was ich nicht weiß.
Immer das, was ich schreiben will.

@Grillenspinnerei, 15:53

"Warum muss man zur "Minute 0" schon für alles eine Erklärung und / oder Schuldigen haben?"

Habe ich das? Mein Kommentar war außerdem die Antwort auf einen anderen und keine "Eigeninitiative".

@wvroh 15:47Tanklagerbrand

Schließe mich Ihren sachlichen Kommentar an und meine schnelle Schuldzuweisungen sind zum jetzigen Zeitpunkt fehl am Platz, Behördenversagen usw. Man sollte zuerst an die Opfer denken, es sind immerhin noch vier Mitarbeiter vermisst. Der ganze Unfall bedarf einer fachmännischen Untersuchung und erst danach kann man von den Verursachern reden.

@0_Panik

"Die Anlage ist in die Jahre gekommen, und war deswegen unrentabel."

Sie reden dummes Zeug und Sie haben ganz offensichtlich keine Ahnung! Woher ich das weiß? - Weil ich selbst im Chempark Leverkusen arbeite! Die Entsorgung in Bürrig zählt zu den modernsten Müllverbrennungen in Europa, und es war auch nicht die Verbrennungsanlage, die explodiert ist.

Die Explosion selbst war im Tanklager, und bei Tanks kann es leider passieren, dass brennbare Flüssigkeiten oder Gase austreten und an der Luft ein brennbares bzw. explosives Gemisch bilden. Das hat rein gar nichts mit dem Alter der Anlage zu tun.

Es ist tragisch, dass ein Kollege gestorben ist, meine Gedanken sind bei seiner Familie. Vier Kollegen werden noch vermisst, hoffentlich können sie lebend gefunden werden. Den Verletzten wünsche ich rasche Genesung.

Bitte keine weiteren Spekulationen und/oder Fake News über die Unfallursache veröffentlichen! Die Experten und die Behörden tun alles, um zu helfen und die Ursache(n) aufzuklären.

Wenn ich noch an's Eisen und Stahllabor

vor 50 Jahren denke. Perchlorsäure-Aufschlüsse, bei der "Konkurrenz" hat's dabei mal einen kompletten (Holz) Abzug während der Kaffeepause weggesprengt, Eisen nach "Reinhardt-Zimmermann", usw., schön war's allemal.

Unfall

Ein Unfall ist nunmal dadurch gekennzeichnet, dass er nicht vorhersehbar ist.

Chemieanlagenbetreiber durchdenken schon sehr viele Szenarien. Es gibt klare Arbeitsvorschriften. Anlagen werden in regelmässigen Abständen geprüft (auch vom TÜV), die Werkfeuerwehren wie auch die umliegenden Feuerwehren sind bestens darüber informiert, was da so zusammen produziert wird. Es gibt für jeden Kleinkram Notfallpläne.

Wenn man einen Unfall vorhersehen könnte, würde es diese nicht mehr geben. So ist das im Strassenverkehr, im Flugzeug, im Haushalt und auch in der chemischen Industrie.

Unfälle passieren. Nicht nur bei Bayer. Evonik CDT Anlage, BASF Rohrleitung um nur mal 2 weitere zu nennen aus den letzten Jahren.

von schabernack 16:12

Am 28.11 2020 kam es bei der Herstellung des Glyphosat-Vorproduktes Phosphor in Soda Springs zu einem Störfall. Ein Lagertank-Ventil öffnete sich wegen eines Defektes in der Automatik, wodurch phosphorhaltiger Schlamm austrat und sich an der Luft entzündete.
Am 17. Oktober 2020 ereignete sich bei der Glyphosat-Produktion am US-Standort Luling ein Störfall. Durch ein defektes Ventil an einer Rohrleitung kam es zu einem Austritt von Natriumhydroxid.
Aber im Geschäftsjahr 2020 produzierte Bayer auch mehr Abfall als 2019. Von 872.000 Tonnen auf 943.000 Tonnen stieg die Menge (Stichwort Bayer).

um 16:23 von CaptainGreybeard

Danke für ihren sachlichen Kommentar.

16:12, schabernack

>>Ich weiß nicht, ob bspw. BASF generell sorgsamer und vorsichtiger ist beim Umgang mit Substanzen an ihren Standortoen, als BAYER an seinen. Störfälle gab es sicher auch schon bei BASF oder anderen. Zu BASF habe ich spontan nicht nachgeschaut aber keinen im Gedächtnis mit konkreter Form, oder Ausmaß, oder Jahreszahl.<<

Da kann ich helfen:

https://de.wikipedia.org/wiki/Explosion_des_Oppauer_Stickstoffwerkes

Profit

"2019 hatten Bayer und Lanxess ihre Anteile an Currenta an eine Infrastruktur-Investmentgesellschaft der australische Bank Macquarie verkauft" - was für Bayer und Lanxess nicht mehr profitabel war, hat den australischen Investierern gute Rendite gebracht? Auf wessen Kosten? Vielleicht hat Arko im ersten Kommentar gar nicht so Unrecht; Aufsichtsbehörden: Betriebssicherheit einer Altanlage; veränderte Lagerstoffe und damit Zulassung? -

@ hesta15 Re: von spax-plywood

Ich habe von oben an gelesen, Ihr Beitrag ist für mich der erste vernünftige hier. Neben 80 Millionen Fußballprofis kommen nun 80 Millionen Chemiker aus der Höhle gekrochen, die nicht einmal wissen, was ein "Kosmos Chemiebaukasten" ist, aber sie kennen schon den Schuldigen und die genaue Explosionsursache, während vor Ort noch gesucht wird.

Kann mich.....

bitte jemand klüger machen? Was bitte ist ein "Chemie-Park"? Soviel ich weiß kann ein Park nicht explodieren - oder ein Chemie-Park ist garkein "Park" und nur der Versuch, etwas Negativem einen positiven Touch zu geben? Ob diese Frage freigegeben wird?

@Bernd Kevesligeti - 16:42

Phosphor ist ja nicht unbedingt nur für Glyphosat ein Vorprodukt. Aber es gibt natürlich was her auf Glyphosat zu verweisen auch wenn daraus Phosphorsäure für Rostumwandler oder Limo gemacht wird.

16:42, Bernd Kevesligeti

>>von schabernack 16:12
Am 28.11 2020 kam es bei der Herstellung des Glyphosat-Vorproduktes Phosphor in Soda Springs zu einem Störfall. Ein Lagertank-Ventil öffnete sich wegen eines Defektes in der Automatik, wodurch phosphorhaltiger Schlamm austrat und sich an der Luft entzündete.
Am 17. Oktober 2020 ereignete sich bei der Glyphosat-Produktion am US-Standort Luling ein Störfall. Durch ein defektes Ventil an einer Rohrleitung kam es zu einem Austritt von Natriumhydroxid.
Aber im Geschäftsjahr 2020 produzierte Bayer auch mehr Abfall als 2019. Von 872.000 Tonnen auf 943.000 Tonnen stieg die Menge (Stichwort Bayer).<<

Phosphor und Natriumhydroxid sind Allerweltschemikalien, die für eine Unzahl von Produkten benötigt werden. Nicht nur für Glyphosat.

@Arko (14:05)

Ich frage mich ob in diesem Fall die Aufsichtsbehörden vom Land NRW nicht versagt haben.
___

Das fragen Sie sich als Erstes? Die Verantwortung für die Sicherheit liegt nicht bei den Behörden, sondern beim Betreiber. Die Behörden können Inspektionen machen, ob die Vorschriften eingehalten werden, mehr aber auch nicht.

@Mene mene tekel.. 16:35 Uhr

Sie haben es hundertprozentig richtig erkannt. Verantwortungslose Profitgier der Vorstände von Bayer und Lanxess gepaart mit um die Finger gewickelten Ministerial- und Behördenvertretern tragen die eigentliche Verantwortung. Oder gibt es einen anderen Grund, die marode gewordene Currenta an eine Infrastruktur-Investmentgesellschaft aus Australien zu verkaufen ..? Ein Schelm, wer Böses dabei denkt. Wetten, dass diese am anderen Ende der Welt sitzende Investmentgesellschaft schon bald Insolvenzantrag stellen wird ..?!

@Mene mene tekel...

"[...] was für Bayer und Lanxess nicht mehr profitabel war, hat den australischen Investierern gute Rendite gebracht?"

Schon wieder falsch! Es war vor allem Bayer, das auf den Verkauf der Currenta an den australischen Investor Mira drängte. Der Grund dafür war ganz einfach: Bayer benötigte nach der Monsanto-Übernahme dringend mehr Liquidität und verkaufte daher bis auf die Bereiche Pharma und Crop Science alles, was sie hatten. An Currenta hat Bayer gut verdient und außerdem hat der Bayer-Betriebsrat einen dreijährigen Bestandsschutz für alle Mitarbeiter von Currenta herausgeholt.

Und nein, an den Zulassungen gab es keine Änderungen, die werden von Currenta so weitergeführt wie vor dem Verkauf. Mira ist der Anteilseigner", in das Alltagsgeschäft hat sich der Investor zumindest bislang nicht involviert.

PS: Weiter oben schrieb jemand, im Chempark Leverkusen befinde sich Bayers Stammwerk. Das ist sachlich falsch. Bayers Stammwerk befindet sich seit 1863 in Wuppertal-Elberfeld.

Mit Chemie

und deren Abfälle sollten die Betreiber sehr sorgsam umgehen. Nicht die Abfälle verbuddeln wie vor Jahren hier in Hamburg geschehen. Das Erdreich ist für Jahrzehnte verseucht so das nach Abriss der Chemie Bude alles zubetoniert wurde. Und ganz in der Nähe hatten Kleingarten Besitzer ihr Gemüse angebaut.

@spax-plywood + fathaland slim 17:15+17:16

Der Beitrag von Bernd Kevesligeti schien mir irgendwo herauskopiert zu sein.
Und es klang für mich, als wenn der Autor des Kopierten gewusst hätte, wofür das an den jeweiligen Standorten hergestellte Zeug gedacht war.

Ich kann mich natürlich auch irren ...

@ Jim456

"Die Frage ist, was macht so eine Chemiebude in der Nähe wo Leute leben und wohnen?"

"Die Chemiebude", wie Sie es so despektierlich ausdrücken, war vor den Leute dort. Als Bayer sich 1895 in Wiesdorf (heute Leverkusen) ansiedelte, war Wiesdorf ein kleines Fischerdorf am Rhein, mit knapp 2.000 Einwohnern. Als "die Chemiebude" immer weiter wuchs, benötigte man natürlich auch Arbeitskräfte, und die wurden damals (und werden bis heute!) deutlich über dem Durchschnitt bezahlt. Sie werden in Leverkusen kaum eine Familie finden, in der nicht mindestens ein Familienangehöriger im Chempark arbeitet oder gearbeitet hat.

Von den Anwohner ist bei dem Unfall übrigens niemand zu Schaden gekommen. Die verletzten Kollegen und auch der getötete Kollege kamen auf dem Gelände des Tanklagers zu Schaden bzw. ums Leben, nicht irgendwo in der Nachbarschaft. Von daher geht Ihre Frage schon etwas ins Leere.

von fathaland slim 17:16

Ja, schön und was soll damit jetzt ausgesagt werden ? War immer so ?

Bayer stieß im Geschäftsjahr 2020 übrigens 3,58 Millionen Tonnen CO2 aus. Das waren 180.000 Tonnen weniger als im Jahre 2019 (allerdings Coronabedingt).

Chemie

Da hier wieder viele Experten unterwegs sind schalte ich mich als Chemie-Student Mal dazu. Lösemittelabfälle wie diese, die in Leverkusen explodiert sind sind schon lange Zeit ein Problem. Nicht nur, dass teilweise bis zu 50% davon verbrannt werden anstatt aufgearbeitet zu werden, was eine enorme Umweltbelastung ist, sondern eben auch ihre kritischen Eigenschaften. So sind der Großteil der organischen Lösemitteln leicht brennbar und viele, vor allem chlorierte LM sind potentiell oder erwiesenermaßen krebserregend.
Das ist der Grund, warum in Chemielaboratorien normalerweise strenge Sicherheitsstandards gelten. Wenn es dann aber in die Industrie geht, gibt es da meiner Meinung nach erhebliche Mängel, vor allem da ich weiß, was die falschen Stoffe am falschen Ort ausrichten können.
Esann noch nicht gesagt werden, was die Ursache für die Explosion war, trotzdem sollte mit vermehrten Kontrollen und Sanktionen bis hin zu Schließungen, darauf geachtet werden, dass Gesetze eingehaltem werden

@karlheinzfaltermeier:

Antwortvorschlag: ein Landschaftspark zeigt im Gehege Pflanzen, die dort unbeweglich ruhig leben, mit manchmal explodierendem Wachstum; ein Parkplatz gibt Platz für im Gehege abgestellte Vehikel; ein Chemie-Park parkt ganz einfach im Gehege Chemikalien - im Leverkusener Fall wohl bis zu ihrer Verbrennung/Vernichtung. - Aber, zugegeben, Chemie-Park, auch noch ChemPark, ist schon eine arg schöngefärbte Wortschöpfung für Chemiemülldeponie. -

17:15@karlheinzfaltermeier

Ein Industriepark ist ein Gewerbepark, auf dem mehrere unabhängige Industrieunternehmen einer oder mehrerer Branchen tätig sind. In der chemischen Industrie wird oft auch die Bezeichnung Chemiepark verwandt.In der deutschen chemischen Industrie gibt es bislang 37 Industrie- und Chemieparks, die sich in der Fachvereinigung Chemieparks des VCI zusammengeschlossen haben.

17:36, Bernd Kevesligeti

>>von fathaland slim 17:16
Ja, schön und was soll damit jetzt ausgesagt werden ? War immer so ?<<

Ja. Daß die chemische Industrie mit gefährlichen Stoffen hantiert, das war immer so und wird auch immer so sein. Immer und überall.

@DrBeyer 17:32

SodaSprings stellt pro Jahr 200 Mio. "pounds" Phosphor her. Einfach mal umrechnen auf "Glyphosat" und mit der Produktionsmenge an Glyphosat vergleichen, dann wissen Sie ob der Phosphor exklusiv dafür verwendet wird.

@arco I 0_Panik und Dergleichen

Sie wissen schon noch, worum es hier geht, oder?
Ein Unfall ist geschehen.
Mindestens ein Mensch ist ums Leben gekommen.
Vorsorglich wurde die Bevölkerung über Verhaltensmaßnahmen informiert.

Sonst nichts.
Spekulationen sind Halbwahrheiten und münden in Lügen und Verschwörungsmythen.
Also bitte einfach mal Ruhe bewahren und das Pferd erst satteln, bevor man losreitet.

17:15 von karlheinzfaltermeier

Kann mich … bitte jemand klüger machen?
Was bitte ist ein "Chemie-Park"?»

Das ist ein solches Gelände, auf dem sich Unternehmen ansiedeln, die was herstellen, was mit Produkten aus Chemischer Herstellung zu tun hat.

Mein Bruder arbeitet als Anlagenführer in der Prozesskontrolle bei einem Unternehmen im gleichen "Chemie Park", in dem auch BAYER sich befindet. Das Unternehmen vom Bruder hat unternehmenstechnisch keine Verflechtung mit BAYER. Sein Unternehmen (und andere auch) nutzen aber (teilweise) die gleiche Speditions-, Lager-, Tank- und Abfalllogistik wie der Riese BAYER auch.

Gerade bei Gefahrstoffen konzentriert man das auf einen Standort anstelle vieler kleiner irgendwo verteilt. Außerdem muss Produktionschemie fast immer an einem großen Fluss sein, der verlässlich genügend Wasser führt. Im Chemie Park Leverkusen der Rhein, und bei BASF auch der Rhein.

Wasser braucht man viel. Nicht zwingend als Bestandteil vom Produkt.
Oft zur Prozessführung wie Erwärmung oder Kühlung.

@14:55 von hallo_frosch

Zitat: "Warum die Leute danach Grund und Boden in unmittelbarer Nachbarschaft des Werksgeländes gekauft haben musst du sie schon selber fragen, Bayer ist daran mal ausnahmsweise nicht Schuld."

Das ist komplett falsch. Bayer selbst hat seit jeher Wohnsiedlungen für Arbeiter in der Nähe seiner Werke gebaut. Als jemand, der seit fast 50 Jahren in Opladen lebt weiß ich, wovon ich spreche. Ich lebe selber in einem ehemaligen Bayer Haus.

In der Anlage wird Sonderabfall entsorgt, zum Teil Abfall, den Bayer selbst jahrelang illegal deponiert hatte. Dieser wird derzeit im Zuge des Neubaus der Leverkusener Autobahnbrücke aus einer mehr oder weniger provisorischen Deponie gehoben, weil man den Platz zum Brückenbau braucht. Bayer wird dafür bezahlt, den eigenen illegalen Dreck zu entsorgen. Darunter sind hochgiftige Substanzen wie z.B. Chrom6.

Wenn in dem Bericht von 'Lösungsmitteln' gesprochen wird dann möchte ich als Bürger genau (!) erfahren, was in diesen 'Lösungsmitteln' alles gelöst war

16:42 von Bernd Kevesligeti

« Aber im Geschäftsjahr 2020 produzierte Bayer auch mehr Abfall als 2019. Von 872.000 Tonnen auf 943.000 Tonnen stieg die Menge (Stichwort Bayer).»

Das kann darin begründet sein, dass BAYER insgesamt mehr Proukt mit Chemie erzeugte als im Vorjahr. Mehr Produkt … mehr Abfall. 2 Dosen Cashewkerne leer gegessen … mehr Abfall als bei 1 Dose.

Früher mal 10 Filme mit Fotos voll gemacht + mit mieser Fotochemie entwickelt. Mehr Fotobrühe Abwasser mit Sliber und Salzen drin … als bei nur 5 Filmen.

15.02 Nettie - Verschiebebahnhof

Richtig Nettie. Das ist der Punkt. Da werden Verantwortung und Finanzielles Risiko abgeschoben. Weit weg nach Australien. Hier ist nach zu haken. Und für die Zukunft Vorsorge zu treffen. Vom Bund , Land und Bürgermeister.

15:01 von Der Lenz @ Jim456 um 14:31

//>was macht so eine Chemiebude in der Nähe wo Leute leben und wohnen?<

Konzept Industriestadt: Menschen siedeln sich an wo Arbeit ist.
So ist die Gegend dort zur bevölkerungsreichsten Deutschlands geworden....//

Hier in Hamburg wurde erst vor drei Jahren eine 12 Hektar große Grünfläche (überwiegend Kleingärten) an Beiersdorf verkauft. Was Beiersdorf mit dem Gelände vorhat, erfährt der Bürger nicht.
***Ein Zusammenschluss aus der Initiative „Lebenswertes Lokstedt“ und der Linken Eimsbüttel hatte lange versucht, gegen den Verkauf der Kleingartenfläche an Beiersdorf vorzugehen. Doch gebracht hat das Engagement nichts, am Nachmittag hat die Bürgerschaft nur mit Gegenstimmen der Linksfraktion für den Verkauf gestimmt.***
Man könnte auch sagen: Menschen und Natur müssen weichen, wo sich Industrie breitmacht. "Grüne" Politik hatte ich mir immer anders vorgestellt. Neue Grünflächen werden dort wohl nicht geplant sein.

Abwarten

Am 27. Juli 2021 um 14:05 von Arko
"Behörden versagt?
Ich frage mich ob in diesem Fall die Aufsichtsbehörden vom Land NRW nicht versagt haben."
Irgendeinen Schuldigen wird es geben.
Raten hilft da nicht. Einfach die Ermittlungen abwarten.

@14:57 von Nettie

Zitat: "Ich frage mich eher, ob nicht einige der vor Ort Verantwortlichen es "drauf ankommen" haben lassen ...."

Also, ich lebe hier in der Nähe, habe selber bei Bayer gearbeitet und kenne die Umstände recht gut. Ich habe eine extrem kritische Haltung zu diesem Unternehmen was seine Politik betrifft, insbesondere bzgl. Monsanto, Glyphosat, vergangene Umweltsünden unter dem Marketingslogan 'Bayer forscht für den Umweltschutz' usw. . Das geht vielen hier so und bei den Aktionärsversammlunegen geht's ja auch immer heiß her.

Sie werden trotzdem kaum jemanden hier in der Gegend finden, der daran zweifelt, dass Bayer einen guten Job macht im Sicherheitsbereich. Die sind gut organisiert, haben die richtigen Ziele und haben sehr gute Leute.

Ich glaube, differenzierte Meinungen sollten vor dem Schwarz/Weiß populistischen Denken der aktuellen Neuzeit präferiert werden.

@17:42 von Mene mene tekel...

//Antwortvorschlag: ein Landschaftspark zeigt im Gehege Pflanzen, die dort unbeweglich ruhig leben, mit manchmal explodierendem Wachstum...)

Unbewegliches Wachstum? Wie geht das? ;.)

Also, ich weiß, dass ich hierzu..

... nichts weiß. Und Vermutungen "bestimmt war dies oder der Schuld" sind für mich Stammtischgerede. Und deshalb halte ich meine Klappe. Würde den Verletzten und den Angehörigen des Verstorbenen schnelle Genesung und meine Anteilnahme zeigen, bin mir aber sicher, dass diese derzeit andere Probleme haben, als hier im Forum vorbeizuschaun.

von schabernack 18:13

Es geht also darum ein mehr an Abfall zu begründen ? Was ist das für ein Ansatz ?

Am 27. Juli 2021 um 15:02 von Nettie

In den Augen der breiten Öffentlichkeit dürften immer noch Bayer und - wenn auch "nachrangiger" - Lanxess „zuständig“ sein.
___
Das ist aber 1. nicht die Schuld von Bayer und Lanxess und 2. verstehe ich nicht, wieso hier als erstes wieder die Vermutung geäussert wird, dass "Politik" sich hier (wieder) eines Versäumnisses schuldig gemacht hat. Das ist echt zum k.....Unfälle geschehen. Vor allem dort, wo nicht wirklich alles automatisiert läuft, sondern wo noch menschliche Arbeitskräfte eingebunden sind. Ja, da können solche Unfälle leider und vermutlich zum grossen Bedauern aller Beteiligten passieren. Das (Arbeits-)Leben kann Gefahren bergen. Mal mehr, dann sind das Standartmeldungen, wie z.B. bei Autounfällen, mal weniger dafür Aufsehen erregender. Die Frage nach der Schuld muss sich nicht immer stellen und lässt sich innerhalb weniger Stunden ohnehin nicht klären.

Spekulationen

Mit Spekulationen sollte man in der Tat vorsichtig sein. Allerdings liegt es bei den betroffenen chlorhaltigen LM nicht ganz fern, an Dioxine und Furane zu denken; insbesondere da bei der schwarzen Wolke nicht von einer vollständigen Verbrennung auszugehen ist. Eine gewisse Sensibilisierung fände ich nicht verkehrt. Die Erwähnung von chlorhaltigen LM lässt den 'Normalbürger' doch zunächst recht gelassen zurück.

17:36 von Bernd Kevesligeti

«Bayer stieß im Geschäftsjahr 2020 übrigens 3,58 Millionen Tonnen CO2 aus. Das waren 180.000 Tonnen weniger als im Jahre 2019 (allerdings Coronabedingt).»

Eine große Zahl an Tonnage.

Ist das eher gut, ist des eher schlecht, ist das grauenhaft mies?
Im Vergleich zu dem, was andere Chemieunternehmen bei vergleichbar ähnlicher Produktion ausstoßen?

Nicht alles, was Chemieunternehmen so herstellen, braucht man tatsächlich. Aber die machen noch ganz vieles sonst außer BAYER nur Aspirin und Glyposat. Ohne so manches mehreres vieles könnte man zwar leben, aber nicht mit einem Maß an Technologie, wie Leben im 21. Jahrhundert ist.

Manches an Chemie sei entbehrlich, oder gar komplett überflüssig von vorne hinein nach hinten hinaus. Anderes ist ganz und gar nicht entbehrlich, ginge man nicht Schritte zurück, die zurück zu gehen sinnlos ist.

Chemie macht viel CO2, braucht viel Wasser, macht viel Abfall.
Weil die Industrie groß ist. Und Chemie bezahlt Arbeitnehmer außergewöhnlich gut.

Am 27. Juli 2021 um 15:37 von Bernd Kevesligeti

Und warum kommt nicht, daß die Bezirksregierung Köln im Jahre 2011 Currenta die Genehmigung von 80.000 Tonnen auf 120.000 Tonnen Sondermüll für die Brennöfen aufgestockt hat ?
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Aha. Obwohl die Sachverständigen noch zu gar keinem Ergebnis kommen konnten, aus welchem Grund es zu dem Unglück gekommen ist, ist Ihnen die Sache offenbar schon klar.
Bei so viel Voreingenommenheit kann man nur mit dem Kopf schütteln.

@schabernack um 18:03Uhr

Vielen Dank für Ihre Erläuterungen, aber ehrlich gesagt fehlt mir die groteske Begründung für den Wortteil "Park"! Oder verstehen Sie unter "Park" immer die örtliche Zusammenballung von Industrie? Offenbar verstehen Sie und ich unter "Park" völlig gegensätzliche Begriffe und Werte.Erstaunlich ist aber immer wieder, daß der Widerspruch in Begriffen niemanden aufregt! Dabei könnte "Chemie-Park" als realisierte Lüge jederzeit das Unwort des Jahres werden!

Am 27. Juli 2021 um 15:47 von wvroh

Vielen Dank für Ihre sachliche und unvoreingenommene Erklärung. Bei einigen Leuten löst die Verbindung "Chemie" zusammen mit dem Hassbegriff "Unternehmen" reflexartige Schuldzuweisungen hervor. Ob diese letztlich gerechtfertigt sind, bleibt dahingestellt.

von weingasi1 18:40

Wenn einfach eine Tatsache benannt wird, nämlich die Genehmigung für mehr Tonnen Sondermüll, dann soll daß voreingenommen sein ?
Objektiv ist dann, nichts darüber zu sagen ?

18:44, karlheinzfaltermeier

>>@schabernack um 18:03Uhr
Vielen Dank für Ihre Erläuterungen, aber ehrlich gesagt fehlt mir die groteske Begründung für den Wortteil "Park"! Oder verstehen Sie unter "Park" immer die örtliche Zusammenballung von Industrie? Offenbar verstehen Sie und ich unter "Park" völlig gegensätzliche Begriffe und Werte.Erstaunlich ist aber immer wieder, daß der Widerspruch in Begriffen niemanden aufregt! Dabei könnte "Chemie-Park" als realisierte Lüge jederzeit das Unwort des Jahres werden!<<

Der Begriff ist mir seit langem geläufig. Ähnlich wie "Gewerbepark" oder "Entsorgungspark". Offen gestanden habe ich mir über diese häufig verwendeten Begriffe noch nie Gedanken gemacht.

@Humanokrat

"Sie werden trotzdem kaum jemanden hier in der Gegend finden, der daran zweifelt, dass Bayer einen guten Job macht im Sicherheitsbereich. Die sind gut organisiert, haben die richtigen Ziele und haben sehr gute Leute."

Na ja, es ist nicht Bayer, sondern Currenta, die einen guten Job machen, was die allgemeine Sicherheit im Chempark angeht. In der Entsorgung in Bürrig ist etwas schiefgegangen, und es hat mindestens einen Toten und viele Verletzte gegeben. Das MUSS aufgeklärt werden, denn schließlich möchten ich und die vielen Kollegen, die heute zum Glück nicht direkt betroffen waren, ihrer Arbeit nachgehen, ohne ständig Angst vor irgendwelchen vertuschten Unfallpotentialen haben zu müssen.

"Ich glaube, differenzierte Meinungen sollten vor dem Schwarz/Weiß populistischen Denken der aktuellen Neuzeit präferiert werden."

Vielen Dank für diese klare Absage an Schwarz-Weiß-Malerei. Chemie ist eben nicht immer nur ein Segen. Aber es ist eben auch nicht "das Böse."

Leverkusen: Ein Toter bei Explosion in Chemiepark...

Bayers Wasserverbrauch stieg im Geschäftsjahr 2019 gegenüber 2018 um 17 Milliarden Liter auf 59 Milliarden Liter. Allein am Standort Leverkusen kommt der Global Player auf 700 Millionen Liter. Der gesamte Chemiepark konsumiert noch mal ein Vielfaches. Chempark-Betreiber Currenta, eine ehemalige Bayer-Tochter darf im Jahr nicht weniger als 100 Milliarden Liter Grundwasser abpumpen. Das hat desaströse Auswirkungen auf die Umwelt. "Die Auenwälder , die es eigentlich hier südlich des Chemieparks geben sollte, sind längst verschwunden. Wir sehen hier trockene Wiesen und eine künstliche mit Wasser gefüllte Rinne", so Paul Kröfges vom BUND im WDR.

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