Ihre Meinung zu: Trotz Urteils zur 24-Stunden-Pflege kaum Veränderungen?

6. Juli 2021 - 8:25 Uhr

Wer 24 Stunden lang pflegt, soll auch für 24 Stunden Arbeit bezahlt werden - so lautet ein richtungsweisendes Urteil des Bundesarbeitsgerichts. Doch wird polnisches Pflegepersonal davon profitieren? Von Jan Pallokat.

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Kommentare

Na...

dann ist die Pflege eben ehrenamtlich und die "Freiwilligen" kriegen eine Aufwandsentschädigung.

Es lebe die bürokratische Hintertür.....

Davon profitiert niemand

Es sei denn, die Renten werden verdoppelt und der Rentner kann sich diese Pflege dann noch leisten. Es ist ja nicht so, dass man den Pflegekräften dies nicht gönnt oder zahlen will. Das Geld ist einfach nicht vorhanden und dann gibt es entweder eine Hintertür oder keine Jobs mehr.

Sozialversicherungsbetrug!

Ungeachtet der geschilderten Probleme: Wir sieht es denn mit der Sozialversicherung der osteuropäischen Pflegekräfte aus?
Was passiert wenn eine solche Pflegekraft krank wird? Ist sie Krankenversichert?Wird sie dann entlassen?
Wie sieht es mit Rentenansprüchen aus? Arbeitslosengeld?
Die eigentlichen Verbrecher sind hier die Verleihagenturen und die Familien, die sich solche Arbeitssklaven einkaufen.
Dazu müßte es doch auch einen Straftatsbestand geben, der zuständige Staatsanwaltschaften auf den Plan ruft. Die müßten doch auch von selbst tätig werden?!
Wenigstens wegen Schwarzarbeit, die auf Baustellen zB schonmal ganze Hundertschaften der Polizei, des Zolls ausschwärmen lässt.
Steuerbetrug kommt wahrscheinlich auch noch hinzu.
Mindestens 3 Arten von Straftaten und die zuständigen Behörden gucken zu und wieder weg?
Oder haben wir nicht genug Personal bei den Strafverfolgern?
Vielleicht sollte dafür auch auf Personal aus Osteuropa zugegriffen werden. Da könnte man noch mehr Geld sparen

Wie zuvor also

Keine Änderung, die PflergerInnen ackern weiterhin unterbezahlt weil der Umfang ihrer Arbeit nicht nachvollziehbar ist.

Übrigens "Omas neue Polin" ist ein sehr verächtliches Marketing, sagt schon aus was diese Argentur von den vermittelten Menschen hält.... nix!
Die metaphorische "Polin" als Objekt degradiert, gesichtslos, austauschbar und irgendwie ohne größeren Anspruch auf Menschenrechte, nur noch"Omas Polin"
Wie "nett".....

Hintergrundinformationen?

Was heißt denn in diesem Zusammenhang eigentlich „Pflegepersonal“?
Habe die osteuropäischen Arbeitssklaven eine Qualifikation als Pflegekraft?
Oder darf da jeder ran?
Was passiert, wenn die zu pflegende Person verunfallt oder stirbt, weil die Pflegekraft einen Fehler gemacht hat?
Wird das kontrolliert?
Wenn sich von Amts wegen niemand kümmert, müßten doch die zuständigen Politiker strafrechtlich zur Verantwortung gezogen werden.
Gibt es schon Stellungnahmen von Staatsanwaltschaften zur nicht stattfindenden Ahndung?
Oder kommt es zu Strafvereitelungen aus politischen Gründen?
Was sagen Berufsverbände zu diesen Sklavenverhältnissen?
Die Verleihagenturen müßten doch alle ein Berufsverbot bekommen.
Wo bleibt der angebliche Rechtsstaat?

Wie der Fachkräftemangel,

Wie der Fachkräftemangel, ein Produkt unserer Billigstlöhne. Und die jetzigen Rentner haben noch ohne Globalisierung mit richtigen Löhnen gearbeitet. Die Rentenlüge lässt ihnen jetzt nichtmal genügend Geld für gut bezahlte Pflege.
Recht viel mehr muss man nicht von Globalisierung wissen, im sie abzulehnen.
Die polnische Pflegekraft konkurriert nun mal nicht mit denen in Bangladesch, sondern mit denen in der EU. Und wenn das ausgenutzt wird, muss man dem Pflegedienst mal sagen: tschüss, war nett. Ind die Ausbeuter mal 3-4 Jahre zum nachdenken einbuchten.

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Die Moderation

Mein Vater,

95-jährig und zu Hause lebend hat polnische Pflegekräfte, die in seinem Haus abwechselt wohnen. Mein Vater, noch weitgehend mobil erhält morgens eine Grundpflege. Tagsüber wird gekocht, eingekauft und ein wenig geputzt. Abends und Nachts ist nichts zu tun.

Meiner Meinung nach müssten nach dem Urteil der Richter auswärtig untergebrachte Monteure dann ja auch 24 Std am Tag bezahlt werden.

Mag sein, dass die Unterbringung im Haus meines Vaters eine Art 24-Stunden Bereitschaft darstellt. Die kann aber nicht als vollwertige Arbeitszeit angesehen werden.

Was mich richtig ärgert...

...ist, dass diese Form von Ausbeutung zu den Problemen gehört, vor denen vor der EU-Osterweiterung gewarnt wurde, die seitdem immer wieder offenkundig wurde - man denke auch z.B. an Erntehelfer und Fleischfabriken - und dass trotzdem aktuell dann über die Aufnahme der Westbalkanstaaten in die EU gesprochen wird.

Um einen Satz aus dem Artikel fortzusetzen:
Wenn's die Polin nicht für 70 und die Rumänin nicht für 50 Euro macht, dann macht's die Serbin für 30. Aber das Prinzip des "immer noch eins draufsetzen, klappt schon" gilt ja inzwischen wohl absolut...

verlogene Krokodilstränen!

Schön, daß so ein Artikel endlich mal den Weg in die Öffentlichkeit findet!
Nur bringen wird er nichts, außer dem Feigenblatt, man rede ja über diese Probleme und bla,bla...
Es ist die Grundlage unserer Gesellschaft, daß wirklich alles in Euro und Cent gemessen wird. Profit ist alles, der Einzelen nichts, wenn er keinen Profit mehr erwirtschaften kann. Bestenfalls kann man mit solchen Leuten dann noch Profit machen, wie es in den Privatisierungen von Teilen des Gesundheitssystems und Krankenversicherungen ja seit Jahren geschieht. Es ist Zeit, endlich mal die Augen aufzumachen und die Wahrheit anzusehen!
All das Gewäsch von Menschenrechten, Arbeitsrecht, -bedingungen, sozialen Maßnahmen etc. sind nur dazu da, um davon abzulenken, daß es bei uns exakt zwei(!) "Werte" gibt. Euro und Cent in Form von Profit.
Solange wir das offensichtlich gut finden und nichts dagegen tun, wird das auch so bleiben. Die Pflege ist nur ein(!) krasses Beispiel dafür, doch beileibe nicht das Einzige.

3 Monate durcharbeiten. Die eine oder andere hat vielleicht Glück und wird mal von der Verwandtschaft kurz abgelöst. Für viele der jüngeren Frauen heißt das, die Kinder 3 Monate nicht sehen. Es heißt auch nach der Arbeit nicht in sein gewohntes Zuhause zum erholen zu gehen. Kein Deutscher würde das machen.

Warum nicht „Omas neuer Pole“?

Warum eigentlich „Omas neue Polin“?
Werden dort Männer diskriminiert?
Gibt es keine Quote?
Wird tatsächlich viel zu schlecht bezahlt, als dass osteuropäische Männer diese Pflegearbeit ausüben?
Spätestens da muss die Politik tätig werden.
Für Frauen in Aufsichtsräten und Vorständen wird zu Recht ein großes Theater veranstaltet, für Männer in Sklavenverhältnissen nicht?

um 09:07 von nie wieder spd…

Was heißt denn in diesem Zusammenhang eigentlich „Pflegepersonal“?
Habe die osteuropäischen Arbeitssklaven eine Qualifikation als Pflegekraft?

Weniger polemisch machen Sies nicht?

Die Pflegekräfte meines Vaters sind qualifiziert und nicht versklavt. Sie verdienen ordentlich. Eine diese Pflegekräfte erzählte mir, dass sie ihre komplette Großfamilie in Polen mit ihrem Einkommen versorgt

@ um 09:14 von grübelgrübel

Zumindest ist die Zeit, in der nicht gearbeitet wird, Bereistschafftsdienst, der entlohnt werden muss.
Wenn das nicht passiert, ist es auch Sozialversicherungsbetrug und Steuerhinterziehung.

Grübelübel

"Mag sein, dass die Unterbringung im Haus meines Vaters eine Art 24-Stunden Bereitschaft darstellt. Die kann aber nicht als vollwertige Arbeitszeit angesehen werden."

Sagen wir mal 8h Pflege und 8h Schlaf. Dann bleiben 8h in Bereitschaft. Wenn es keine Arbeit ist, was dann? Freizeit ist es ja auch nicht.

Und ich meine, alles was keine Freizeit ist, muss so bezahlt werden, dass man davon leben kann.

Wer mich 16h am Tag "blockiert" oder "anfordert", miss eben auch 16h zahlen. Sonst könnte ich ja 8h wo anders für Geld sein.

@ nie wieder spd, um 08:54

Wenn das keine rhetorischen Fragen sind, die Sie da stellen, könnten Sie die Antwort mit etwas Recherche selber finden.

Aber Sie beantworten Ihre Fragereihen und fordern auch noch Konsequenzen für 3 verschiedene Arten von Straftaten.

Worauf basieren Ihre Forderungen, wenn Sie nicht mal wissen, geschweige nachweisen, ob es überhaupt so ist wie Sie vermuten?

um 09:15 von Tinkotis

..ist, dass diese Form von Ausbeutung zu den Problemen gehört, vor denen vor der EU-Osterweiterung gewarnt wurde, die seitdem immer wieder offenkundig wurde - man denke auch z.B. an Erntehelfer und Fleischfabriken - und dass trotzdem aktuell dann über die Aufnahme der Westbalkanstaaten in die EU gesprochen wird.

Um einen Satz aus dem Artikel fortzusetzen:
Wenn's die Polin nicht für 70 und die Rumänin nicht für 50 Euro macht, dann macht's die Serbin für 30. Aber das Prinzip des "immer noch eins draufsetzen, klappt schon" gilt ja inzwischen wohl absolut...
----------------------------
Was ist denn in der häuslichen Pflege die Alternative.
Die nach osteuropäischen Standards, sehr gut bezahlten Pflegekräfte, verlieren ihre Anstellungen, da sich ein Normalverdiener die Pflege nicht mehr leisten kann, und das auf Kosten der Solidargemeinschaft.

@ um 09:19 von grübelgrübel

Vielleicht lassen Sie Ihre Vermittlungsagentur mal in afrikanischen oder asiatischen Ländern nach Personal suchen.
Die Menschen von dort könnten ihre Familien vielleicht sogar 1 Jahr mit einem einzigen geringen deutschen Monatsgehalt durchbringen.

@grübelgrübel

Der Bekannte, so nennt sie das, war ein Pflegefall. Musste also rundum betreut werden. Verwandte kamen zweimal die Woche, mehr zur Kontrolle, als zu unterstützen. Was die Unterbringung betrifft, entstehen auch den Gepflegten keine Kosten, da ja Zimmer im Haus frei sind. Es gibt sicher auch andere Beispiele, aber ich befürchte die wenigsten sind positiv.

Durch das Urteil hat man …

… versucht, Gerechtigkeit herzustellen.
Vorherzusagen, dass das grandios scheitern wird, bedarf es keiner prophetischen Gaben, und Verlierer werden alle sein:
Die Pflegebedürftigen, die dann ins Heim müssen, weil selbst Familien mit recht gutem Einkommen die regulär extrem hohen Pflegekosten nicht mehr bezahlen können.
Und die ausländischen Pflegekräfte, die statt zu wenig zu verdienen, in Zukunft gar nichts mehr verdienen werden.
Mir kommt dabei die Kurzgeschichte ‚Das Trockendock‘ von Stefan Andres in den Sinn. Wer die kennt, weiß was ich meine …

@Glasbürger (9:16)

Zitat: "Schön, daß so ein Artikel endlich mal den Weg in die Öffentlichkeit findet."

Thematisiert werden diese Probleme durchaus öfter, gerade hier im Forum kommt es beinahe wöchentlich dazu. Ein großer Teil der "Öffentlichkeit" kümmert sich nur nicht darum. Wie bei so vielen Problemen.

um 09:18 von nie wieder spd

Warum nicht „Omas neuer Pole“?
Warum eigentlich „Omas neue Polin“?
Werden dort Männer diskriminiert?
Gibt es keine Quote?
Wird tatsächlich viel zu schlecht bezahlt, als dass osteuropäische Männer diese Pflegearbeit ausüben?
Spätestens da muss die Politik tätig werden.
Für Frauen in Aufsichtsräten und Vorständen wird zu Recht ein großes Theater veranstaltet, für Männer in Sklavenverhältnissen nicht?
--------------------
Sie haben noch nie einen Kontakt zu einer Pflegekraft aus Osteuropa gehabt. Über die von ihnen aufgestellten Thesen kann ich nur mit dem Kopf schütteln.

um 09:23 von nie wieder spd

@ um 09:14 von grübelgrübel

um 09:23 von nie wieder spd:
Zumindest ist die Zeit, in der nicht gearbeitet wird, Bereistschafftsdienst, der entlohnt werden muss.
Wenn das nicht passiert, ist es auch Sozialversicherungsbetrug und Steuerhinterziehung.

Der Pflegedienst wird von einer Agentur organisiert. Wir zahlen an die Agentur und gehen davon aus, dass diese nach den gesetzlichen Regelungen arbeitet.

Vor gut 2 Jahren...

...kam ich während eines Spaziergangs mit meinen Hunden mit einer Frau ins Gespräch; sie stellte sich als Polin heraus, die eine ältere Frau pflegte.

Sie hatte mittags von 13 Uhr bis 16 Uhr frei, ansonsten stand sie Tag und Nacht zur Verfügung, sie kochte, fuhr mit der Dame per Bus zum Arzt, hielt sogar den Garten in Ordnung - und erntete trotz allem nur Unfreundlichkeit von den Kindern der Frau, bekam nie eine Aufmerksamkeit oder ein kleines Taschengeld.

Nein, kein Zuckerschlecken, und diesen Fulltime Job verrichtete sie für 1.300 €.

Soll nur niemand glauben, dass sie merklich mehr bekäme, wenn ihre Bereitschaftszeiten bezahlt werden müssten.
In Polen gibt es für viele Frauen, v. a. wenn Sie alleinstehend/geschieden sind, überhaupt keine Arbeit...

Man fragt sich ja, warum

Man fragt sich ja, warum ausländische Ärzte in Deutschland immer noch das gleiche Gehalt bekommen, wie deutsche Ärzte?
Da könnte viel Geld gespart werden, wenn man die osteuropäischen Personaldienstleister suchen ließe.
Auch dem Pflegekraftmangel in unseren Pflege - und Altersheimen könnte kostengünstig abgeholfen werden.
Warum ist Herr Spahn darauf noch nicht gekommen?
Der jetet fast 4 Jahre lang durch Mexiko, Tunesien und Albanien und findet nichts, dabei liegt das Gute direkt vor unserer Haustür.

Eine Frage, die in diesem Zusammenhang noch...

aufkommen könnte: wenn in der häuslichen Pflege Bereitschaftszeit als vollwertige Arbeitszeit gilt und dementsprechend voll nach mindestens Mindestlohn vergütet werden muss, was heißt das für all die anderen Berufe, in denen eine Bereitschaft gilt? Hier wird immerhin auch die Schlafenszeit als volle Arbeitszeit gerechnet.

Und wie groß wird der Fachkräftemangel in der stationären und ambulanten Pflege, wenn nun Pflegekräfte aufgrund des verlockenden Gehaltes von 9000€/Monat in die häusliche Pflege wechseln? Das könnte man ja locker auf 2 Leute aufteilen und jeder arbeitet eine Woche durch, das macht dann mit 2 Wochen Arbeit/Monat immerhin 4500€ brutto. Dafür muss man in der "regulären" Pflege mehr als 168 Stunden arbeiten und verdient kein Geld während des Schlafens.

@ nie wieder spd

Was wollen Sie eigentlich mit Ihren zahlreichen reichlich unqualifiziert und aufgeregt klingenden Kommentaren zum Ausdruck bringen?

um 09:23 von Blender Rodriguez

Grübelübel

"Mag sein, dass die Unterbringung im Haus meines Vaters eine Art 24-Stunden Bereitschaft darstellt. Die kann aber nicht als vollwertige Arbeitszeit angesehen werden."
Sagen wir mal 8h Pflege und 8h Schlaf. Dann bleiben 8h in Bereitschaft. Wenn es keine Arbeit ist, was dann? Freizeit ist es ja auch nicht.
Und ich meine, alles was keine Freizeit ist, muss so bezahlt werden, dass man davon leben kann.
Wer mich 16h am Tag "blockiert" oder "anfordert", miss eben auch 16h zahlen. Sonst könnte ich ja 8h wo anders für Geld sein.

Es gibt ein Notrufsystem, mit dem mein Vater externe Hilfe anfordern kann. So gesehen, schläft die Pflegekraft nur bei meinem Vater im Haus. Das entspricht dann eher dem System eines Monteurs, der auswärts übernachtet.

@grübelgrübel (9:19)

Zitat: "Eine diese Pflegekräfte erzählte mir, dass sie ihre komplette Großfamilie in Polen mit ihrem Einkommen versorgt."

Wenn ich anfange, über diesen Satz nachzudenken, wird mir Angst und Bange...

09:26 von hesta15 Und Ihre

09:26 von hesta15

Und Ihre Argumente sollten also der Grund für die Ausbeutung von osteuropäischen
Arbeits /Pflegekräften sein ?
mannomann

Ausbeutung

Ausbeutung war schon immer ein Geschäftsmodell warum sollte das bei Pflege anders sein ?
Jetzt muss halt mehr für die Pflege von Oma oder Opa über das hinaus was durch die Pflegeversicherung schon abgedeckt ist investiert werden.
In vielen Arbeitbereichen regen wir uns zu recht über die oft krassen Arbeitsbedingungen auf .
In der Pflege regen wir uns jetzt darüber auf das wir die Pflegekräfte nicht mehr ausbeuten dürfen.
Das die Versorgung von Angehörigen oft viel Kraft, Geld und Zeit erfordert weiß ich aus eigener Erfahrung.

ist das denn nicht der hochgelobte "Markt"

der doch angeblich immer alles zum Vorteil aller Beteiligten regelt? Würde die Nachfrage sofort verschwinden, wenn anstänig bezahlt werden müsste, sprich, wären die Gepflegten dann plötzlich weniger oder gar nicht mehr pflegebedürftig?
Würden die Foristen, die hier 1500 Euro im Monat für einen 24-Stunden-Job für "eigentlich ganz ok" halten, diesen auch selbst machen? Und das Argument, dass eine Pflegekraft von der großzügigen Vergütung hier ihre ganze polnische Familie ernähren kann, kenne ich von der Kinderarbeit und den 1-Euro-Tshirts.

Junge Renterner verpflichten

Es wird Zeit, das die jungen Rentner in diesem Land ihren Beitag leisten, z.B. mit einer Art "Zivildienst". Sie haben i.d.R. Zeit und ein Gehalt beziehen sie bereits über die Rente, sie können also die fehlenden 8 Stunden (z.B. Nachtdienste, Hilfstätigkeiten,...) ausgleichen und bekommen eine Aufwandsentschädigung für entstehende Kosten. Ein Jahr Einsatz in der Pflege würde völlig reichen, um den Pflege-Notstand zu beenden.

Die osteuropäischen Fachkräfte kann man dann gerne weiterbeschäftigen, für die Tätigkeiten, die eine höhere Qualifikation benötigen und sie sollten dafür natürlich fair bezahlt werden.

09:35 von grübelgrübel Das

09:35 von grübelgrübel

Das ist Ihr Recht, aber im Artikel steht auch zu lesen :
**In der Praxis, weiß die polnische Altenpflegerin Mariola Juszczuk, ist davon oft nur im Vertrag die Rede, den die Familien sehen, nicht aber im Arbeitsvertrag der Vermittler mit der Pflegerin: "Aber die andere Seite wird dann immer sagen: Also, mir wurde eine solche Dienstleistung angeboten."**

Da sollte man dann vielleicht die " Agenturen " raus lassen und mit den Pflegekräften selber einen Vertrag schließen ?!
Wäre für mich ehrlicher.

@ um 09:24 von harry_up

Selbstverständlich sind das keine rhetorische Fragen.
Aber ernsthaft stellt sich diese Fragen offensichtlich niemand, der Verantwortung trägt und dafür wesentlich besser bezahlt wird, als das bedauernswerte Pflegepersonal aus Osteuropa.
Und das allein ist schon fast ein Verbrechen.
Denn die Politik scheitert hier wieder einmal an der Lösung eines Problems, dass seit Jahrzehnten jeden Tag ignoriert wird. Nicht nur bei derartigen Beschäftigungsverhältnissen, sondern in der Pflege insgesamt.
Weil sie zu geizig ist, weil es sie nicht interessiert, weil sie oft nur darauf achten, irgendwie irgendwo Provisionen abzugreifen, anstatt Politik zu machen. Da sind sie dann ganz flott.

Was soll sich ändern?

Vermutlich nichts.
Gesetze und ihre Durchsetzung sind wie Theorie und Praxis.
Das ist generell der Fall.

Am 06. Juli 2021 um 08:54 von nie wieder spd

Heute ist ein schöner Tag (für Sie )

Sie können sich wieder einmal in epischer Breite über Ihr Lieblingsthema auslassen.
Ihr Beitrag besteht zum grossen Teil aus Fragezeichen. Denken Sie wirklich, die von Ihnen aufgeworfenen Fragen werden beantwortet ?

um 09:36 von harry_up

..kam ich während eines Spaziergangs mit meinen Hunden mit einer Frau ins Gespräch; sie stellte sich als Polin heraus, die eine ältere Frau pflegte.

Sie hatte mittags von 13 Uhr bis 16 Uhr frei, ansonsten stand sie Tag und Nacht zur Verfügung, sie kochte, fuhr mit der Dame per Bus zum Arzt, hielt sogar den Garten in Ordnung - und erntete trotz allem nur Unfreundlichkeit von den Kindern der Frau, bekam nie eine Aufmerksamkeit oder ein kleines Taschengeld.
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Sehr traurig, der Fall den sie beschreiben. Allerdings kenne ich einige Fälle wo es anders war, es bestand ein herzlicher Kontakt zwischen Pflegekraft und Familie.

bitte fairer Umgang

Hier auf Kosten von ausländischen Hilfskräften und überforderten Einheimischen Familien mit Pflegebedarf einen romantischen und empörten "Arbeiterkampf" zu führen, grenzt schon an Realitätsverweigerung.
Schon allein die Sozialversicherung der Hilfskräfte wird sich der betroffene Haushalt (bitte normale Maßstäbe ansetzen) nicht leisten können. Eine Umverteilung zur Schaffung von gerechten Verhältnissen und zur Finanzierung dieser Forderungen ist nicht geplant. Angehörige mit niedrigem Einkommen haben häufig weniger Freizeit als angestellte Gutverdiener. Auch eine notwendige Ressource wenn es um Betreuung und Pflege geht.
Wir haben übrigens keine amerikanischen Verhältnisse, in denen ein Heer von illegalen Einwanderern ein Schattendasein als Haushaltshilfen fristet. Die Arbeiter kommen gezielt für die Pflege- bzw. Haushaltsunterstützung nach Deutschland.
Das heißt nicht, dass man Hilfskräfte nicht wie einen Teil seiner Familie behandeln sollte. Denn nur so wird ein Schuh draus.

Welche Familie...

.. könnte sich überhaupt eine Ganztagshilfe zu korrekten Bedingungen leisten ? Einschließlich Sozialabgaben wurden hier im Forum doch schon Summen zwischen 7000 und 9000 Euro errechnet ! Das mag ja wirklich dem Gegenwert einer 24-Stunden -Pflege entsprechen. Wie wäre es, wenn solche Gelder an die Kinder oder Enkel der Pflegebedürftigen ausgezahlt würden, die m.W. in den meisten Fällen diese Arbeit o h n e Bezahlung auf sich nehmen ? D a s ist Sklaverei ! Die klagende Bulgarin konnte fristlos ihren angeblich unterbezahlten Job aufgeben (denke ich), was einem pflegenden Angehörigen nicht möglich ist. Das Arbeitsgericht hätte diese Grauzone besser nicht zu regeln versucht, denn es gibt nur eine Verschlimmbesserung.

@hesta15 (9:26)

Mit anderen Worten: Es ist wirtschaftlich nicht anders machbar und ohne das wird die Arbeit nicht gemacht.
Die Argumente kenne ich gut. Besonders, da ich mich intensiv mit der Geschichte der Sklaverei in den USA beschäftigt habe.

09:44 von Löwe 48 // Das die

09:44 von Löwe 48

// Das die Versorgung von Angehörigen oft viel Kraft, Geld und Zeit erfordert weiß ich aus eigener Erfahrung.//

Das ist richtig - auch eigene Erfahrung - aber sollten darum andere ausgebeutet werden ?
Gerade weil wir beide das wissen, ist es doch nur gerecht, wenn wir dann auch die Pflegekräfte unterstützen würden.
Noch eins : das Geld, was ich für die Pflege bekomme, ist an sich auch ein Witz - das einzig gute ist, das in die Rentenkasse eingezahlt wird.

@V.Scho:

Und warum ist das Geld - aus der Pflegeversicherung - nicht vorhanden? - Genau die Groß- bis Bestverdiener zahlen leider in die Pflegeversicherung nicht prozentual zu ihrem Einkommen ein, wie jeder Weniger-Verdiener, sondern nur Peanuts wie den Höchstbeitrag. Das dadurch der Gemeinschaft vorenthaltene Geld wird dann genutzt, um eine 24-Stunden-Pflegekraft auszubeuten und sich für 1.500 € + Kost und Logis auch noch groß zu tun. Fehlende Kranken-/ Rentenversicherung, nicht abgeführte Steuer: wen stört's, zumal doch auch noch die Vermittlungsgebühren gezahlt werden müssen? -

08:54 von nie wieder spd

jetzt bleiben sie mal auf dem Teppich

Sind die Pflegekräfte unzufrieden
in der Regel ?
sind die zu pflegenden unzufrieden
in der Regel ?

Was wollen sie eigentlich

@ um 09:40 von harry_up

„Was wollen Sie eigentlich mit Ihren zahlreichen reichlich unqualifiziert und aufgeregt klingenden Kommentaren zum Ausdruck bringen?“
Na, wenn Sie das nicht bemerkt haben …
Ich wollte zum Ausdruck bringen, das wir alle viel mehr klatschen sollten.
Das hat ja letztes Jahr auch gereicht, damit sich nichts ändern muss.

Schließung der Meldung

Sehr geehrte User,

die Meldung wird nun – wie angekündigt – geschlossen.
Kurz nach 11:00 Uhr geht es wie gewohnt weiter.
Wir bitten um Ihr Verständnis. Danke!

Es grüßt
Die Moderation

09:45 von _ben Wenn es "

09:45 von _ben

Wenn es " junge Rentner " gibt - was glauben Sie warum die junge Rentner sind ?
Aus Spaß an der Freude ? oder vielleicht doch, weil selber nicht mehr arbeitsfähig ?
Ich bin keine Rentnerin, 60 Jahre und krank. Ich pflege meinen Mann, obwohl mir das auch immer schwerer fällt und ich das nicht mehr lange leisten kann.

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