Kommentare

Man kann es auch ein wenig

Man kann es auch ein wenig positiv sehen. Wenn etwas entwendet wurde, war mal was da.
Das ist bei der BW nicht immer selbstverständlich. Da können mg schon mal durch besenstiele ersetzt werden.
(Sarkasmusende)

Bei uns wurde früher jeder Mist gezählt. Wie kann da was wegkommen?

Am Ende war es vielleicht ganz einfach ...

... die Möglichkeit, an die Munition zu gelangen. Irgendwo wir diese gelagert. Irgendwer regelt den Zugang dazu. Irgendwer führt Buch darüber. Irgendwer fordert Munition an. Irgendwer protokolliert die Verwendung. Und genau da setzt man an. Irgendwo in der Kette - oder sogar an mehreren Punkten - gab es ein Versagen oder eben eine "Zusammenarbeit".

Die Auflösung war sicher der einzig mögliche Weg. Nun hat man das Dilemma, dass eine Strafe ohne Beweise kaum herbeizuführen ist.

Das ist tragisch - aber besser so, als wenn diese Menschen immer noch im Dienste der Bundeswehr wären. Das wichtigste ist, solche Menschen aus dem Dienst zu entfernen. Das Zweitwichtigste ist, ihnen den Zugang zu Waffen möglichst unmöglich zu machen.

Und: Soweit möglich sollte jedoch darauf geachtet werden, dass hier eine "Unehrenhafte Entlassung" aus dem Militärdienst dokumentiert wurde.

6000 Schuss gestohlen

Aus meiner Zeit als Offizier (1995 entlassen) weiß ich, dass bei der Bundeswehr über kaum etwas so genau Buch geführt wird wie über Munition. Jedenfalls war das damals so.

Wenn alle Unterlagen zur empfangenen, verschossenen und wieder zurückgegebenen Munition korrekt sind und mit den gelagerten Beständen übereinstimmen, dann kann den Diebstahl nicht ein Soldat alleine organisiert haben.

Bei einem Gefechtsschießen ein oder auch fünf Schuss zu stehlen, fällt kaum auf, aber bei 6000 Schuss ist das eine andere Hausnummer.

Das muss organisiert worden sein und zwar von Leuten, die Ahnung haben wie man das vertuschen kann.

09:04 von Bender Rodriguez: Wie kann da was wegkommen?

"Bei uns wurde früher jeder Mist gezählt. Wie kann da was wegkommen?"

Bei uns wurde auch jeder Mist gezählt. Nicht nur Munition, sondern auch Zeltheringe und Reinigungsbürsten für Gewehre wurden gezählt.

Wegkommen konnte natürlich immer mal was. Im Manöver, oder beim Gefechtsdienst auf dem Übungsplatz ging, wenn es hektisch war, auch schon mal was verloren. Aber dafür wurde ja gezählt, damit man merkte, dass etwas fehlte.

Kontrolle ist wichtig bei der Armee

Wir lesen:
"Diese wurden in einem vierstufigen Verfahren vom Nachrichtendienst MAD überprüft."
Hier liegt wahrscheinlich der Fehler.
Solch ein Verfahren mit mehreren Stufen hat Nachteile. Ungenaue Beurteilungen auf einer Stufe führen dazu, dass in der nächsten Stufe nicht weitergeprüft wird, weil der Kandidat nicht in die zweite Verfahrensstufe kommt.
Das ist wie beim Walnussernten im Garten.
Sondert man alle die aus, die schlecht aussehen, und tut die vermeintlich guten Nüsse in den Verzehrkorb, findet man beim Knacken immer noch ungenießbare oder hohle Nüsse.

Fazit: Liegt die Katze erst mal schnurrend im Körbchen, kann man schlecht nachprüfen, ob sie den Sittich gefressen hat.
Genauer:
proaktive Kontrolle ist bei einer Armee unerlässlich und effizienter als die nachträgliche Geheimdienstarbeit.

Schießen nicht vergleichbar

Ich frage mich wieso das so ein Mysterium sein soll.
Schießen beim KSK laufen anders ab als beim Rest der Bundeswehr. Zu Beginn eine Schießens erhalten die Soldaten teilweise mehr als 500 Schuss Munition. Diese werden auf die Magazine aufmunitioniert und die Soldaten verwalten über den Schießtag ihre Munition selbstständig. Die Schießübungen sind dabei sehr dynamisch bei dem man nicht nachvollziehen kann, wieviel gerade geschossen wurde. Leitende und Funktionspersonal können dabei gar keinen Überblick behalten, wer nun eigentlich wieviel verschossen hat. Am Ende des Tages steht in der Kladde dann "500 Schuss verschossen". Ob er tatsächlich alles verschossen hat, oder dabei 200 Schuss einfach weggesteckt hat weiß am Ende keiner. Zum Ende eines Schießens wird dann zwar nochmal gefragt ob jemand Munition am Mann hat, aber da kann sich ja jeder selbst ausmalen in wie weit das als Kontrolle wirksam ist.

Gerngeschehen

Sparpaket

Guter Kommentar, selten so gelacht. Kann man mal die Pandemie vergessen. Aber im ernst. Auch mir als ehemalig für 18 Monate eingezogener Soldat ist es unerklärlich, wie so etwas passieren kann. Das kann kein einzelner gewesen sein, nur eine Gruppe. Das wäre früher bei der Bundeswehr unmöglich gewesen. Da wurde penibel alles, aber auch alles kontrolliert. Scheint heute möglichweise eine gewisse Gleichgültigkeit, die ich nicht unterstellen möchte, vorhanden sein.

Beste Grüße

@09:19 von Tuba Libre

>> Irgendwer regelt den Zugang dazu.

Und diese "irgendwer", also die mit dem Schlüssel für die entsprechenden MunBunker, müssen jetzt 'Rede&Antwort' stehen. Weil irgendwo muß diese Munition jetzt ja auch fehlen. -.-

Es kann ja wohl kaum sein, daß da jemand den MunBunker aufschließt, 120(!) 50er-Packen rausnimmt und NIEMAND fällt auf, daß der MunBunker halbleer ist. oO

@09:51 von Laengsdenker

>> Leitende und Funktionspersonal können
>> dabei gar keinen Überblick behalten wer
>> nun eigentlich wieviel verschossen hat

Deshalb wird ja auch hinterher nicht nur die unverschossene Munition eingesammelt, sondern auch die leeren Hülsen? oO

Allen gehört der Prozess gemacht

Man stelle sich mal vor, jemand klaut aus dem Warenlager seiner Firma etwas.
Normalerweise werden alle, die erwischt werden, vom Chef angezeigt.

Dass so etwas Normales bei der Bundeswehr nicht passiert, zeigt, dass die Korrupten ganz oben sitzen!

Im Eiter herumrühren statt desinfizieren

Oh Mann! Da hat der Kommandeur es bewirkt, dass sogar mehr Munition zurückgegeben wurde, als vermisst war. Aber er hat ja - oh wie schlimm! - eine straffreie, anonyme Rückgabe angeboten.
.
1. Gibt der Erfolg dem Mann Recht.
2. Es wäre nun an der Zeit, ein effektives Kontrollsystem einzuführen, das künftig derlei unmöglich macht.
.
Aber bei uns wird lieber jahrelang darauf herumgekaut, wie es so weit kommen konnte, und beherztes Handeln ist natürlich strafbar! Darum funktioniert unsere Verwaltung so schlecht, weil jeder, der ein Problem beherzt anpackt, damit rechnen muss, dass er vor´s Tribunal gezerrt wird.

Düster

Da findet man erhebliche Mengen Munition und Sprengstoff, weiß, dass das Zeug von der Bundeswehr stammt, kann aber trotz langwieriger und intensiver Suche nicht feststellen, wo diese Munition abhanden gekommen ist. Demnach wissen die ja auch nicht, ob Ihnen nicht noch erheblich größere Mengen von dem gefährlichen Kriegsmaterial abhanden gekommen ist. Beklemmende, düstere Aussichten die unsere Verteidigungsministerin leider nicht aufhellt.

Ich fürchte, da feixt so mancher in aller Stille, vielleicht sogar, während der Munitionssuche.

@11:04 von mike4

>> zeigt, dass die Korrupten ganz oben sitzen!

Ähh, welche "Korrupten ganz oben"? oO

Es zeigt nur, daß die Nazis bei der Bundeswehr Netzwerke aufgebaut und diese in den letzten Jahren (fleißig) genutzt haben. -.-

Mit krimineller Energie und

Mit krimineller Energie und Verbündeten ist es nicht so schwer, Munition zu entwenden. Sie wird einfach als verschossen deklariert. Von KSK Soldaten sollte man so ein Verhalten allerdings nicht erwarten.

Sachamaus

Deshalb wird ja auch hinterher nicht nur die unverschossene Munition eingesammelt, sondern auch die leeren Hülsen? oO"
Wir haben das Zeug gesammelt. Aber nie gezählt. Es ging nur darum, dass der Platz wieder ordentlich ist.

na da hat jemand aus der Versorgung

kräftig mitgewirkt.
a.d. SU der Versorgung
und nein, ich wars nicht.
Speziell in diesen Fall würde ich die Waffenkammer-(Angestellten/Kameraden) und die Beschaffer, Fahrer für Muntransporte in Verdacht haben.

Schwund gibt es immer

Ich wohne gar nicht so weit weg von Calw und kenne den einen oder anderen, der da jemand kennt. Die Leute beim KSK sind alle in Ordnung. Man kann nicht erwarten, dass jemand beim Militär die Grünen wählt. Das wäre dann doch etwas naiv.

Natürlich darf der Staat nicht zulassen, dass sich Strukturen verselbstständigen und einen Staat im Staat aufbauen. Das gab es aber wohl auch nicht.

Dass beim Bund was „wegkommt“, das war noch nie was besonderes.

Zu den Zeiten, als es noch den Wehrdienst gab, sind ganze Ersatzteillager „verschwunden“…

Und keiner wusste wie das passieren konnte oder man hat es gar nicht bemerkt.

Die Naivität, mit der die Presse das aufgreift, kommt vermutlich daher, dass von denen noch nie jemand beim Bund war…

Dem ist nicht so...

Die Hülsen werden eingesammelt um das Messing wieder verwenden zu können. Definitiv werden sie nicht eingesammelt um einen Soll-/Ist-Abgleich durchzuführen. Und gezählt werden die Hülsen auch nicht.

Gerngeschehen

Mauer des Schweigens

„ Die Bundeswehr-Ermittler waren zu diesem Komplex nach eigenen Angaben auf eine "Mauer des Schweigens" getroffen.“

Jeder, der mal beim Bund war weiß, dass es dort Ehrenkodexe gibt und anderes. Wer zusammen in den Kampf zieht, wird sich kaum von den Leuten am Grünen Tisch auseinander treiben lassen.

Wir sollten froh sein, dass es die KSK gibt und diese Männer ihren Kopf hinhalten für unsere Freiheit.

@12:21 von Bender Rodriguez

>> Wir haben das Zeug gesammelt. Aber nie
>> gezählt

Richtig, das Zählen machen im Normalfall andere. Es wäre ja aber auch sinnfrei, wenn Ihre Einheit sich selber kontrollieren soll.

Evl. war genau DAS ja das Problem bei der KSK? oO

@Laengsdenker, 10:45

Ja,
ich denke auch, daß das genauso gelaufen sein wird.

Beim "normalen" Schießen auf der Schießbahn ist die genaue Schusszahl pro Übung vorgegeben, es gibt eine "Aufsicht beim Schützen". Von daher kann man leicht und richtig zählen.

Bei Übungen, wie sie das KSK durchführen dürfte, wird das wohl "etwas" anders aussehen.

@GeMe & Andere, die "mal beim Bund waren":

Wer länger als 5 Jahre "weg" ist, der hat überhaupt keine Ahnung, wie der Laden mittlerweile läuft.
Bürokratie pur, "steht alles im Intranet", "Formular / Webseite findet man auch dort" etc. pp.
Gefühlt täglich neu geschaffene "Ämter", die für irgendetwas zuständig sind, aber kein Personal dafür haben etc...

Ich bin seit 35 Jahren "dabei" ( allerdings, das sei nebenbei bemerkt, habe ich ( als Offizier ) das letzte mal 2012 ein G36 in der Hand gehabt. Bei der P8 war das 2013 ).

@ 11:58 Werner40- Munitionsschwund

Die KSK ist „hin und wieder“ mal im Einsatz. Die Munition ist also sehr wahrscheinlich offiziell dort „verbraucht“ worden oder „verloren“ gegangen.

Wieso denken Sie, dass man von KSK Soldaten „so ein Verhalten nicht erwarten sollte“..?

Der große Rest der Truppe ist ja nie richtig im Einsatz.

Aus Sicht der Führung ist es natürlich nicht hinnehmbar, dass Munition und Sprengstoff verschwindet.

Aber ob man daraus eine so große Nummer daraus machen muss..?

@13:48 von vriegel

>> Die Leute beim KSK sind alle in Ordnung.
Haben Sie den Artikel (und die Artikel der letzten Wochen) überhaupt gelesen? Anscheinend sind beim KSK halt NICHT(!!!) "alle in Ordnung". oO

>> Man kann nicht erwarten, dass jemand
>> beim Militär die Grünen wählt
Ähh, und warum nicht? oO

>> und einen Staat im Staat aufbauen. Das
>> gab es aber wohl auch nicht.
Ähh, doch? Genau darum geht es in dem Artikel. -.-

>> Dass beim Bund was „wegkommt“, das
>> war noch nie was besonderes.
Ähh, Klappspaten, Rucksäcke und Schlafsäcke sind aber etwas anderes als Munition.

>> Die Naivität, mit der die Presse das
>> aufgreift, kommt vermutlich daher, dass
>> von denen noch nie jemand beim Bund
>> war…
Ich habe eher den Verdacht, Sie waren nicht beim Bund. -.-

Munition entwenden konnte.

Warum ?
weil die Bundeswehr ein "Saftladen" geworden ist
zu meiner Zeit (ich habe nicht gedient) erzählten mir Dienende
wenn auch nur 1 Schuss abends fehlte, wurde das Unterste nach Oben gedreht
Wochenende war gestrichen
und damals gab es keine Computer, da wurde das in einem Buch notiert
trotzdem war ein Überblick da

@13:52 von Laengsdenker

>> Und gezählt werden die Hülsen auch
>> nicht.
Doch. Das macht nur nicht die Einheit selber. -.-

>> Gerngeschehen
Wofür? Für Ihre Unwissenheit? oO

@13:54 von vriegel

>> Jeder, der mal beim Bund war weiß, dass
>> es dort Ehrenkodexe gibt und anderes

So wie die Omertà bei der Mafia? oO
Keine schöne Vorstellung. -.-

14:45 von saschamaus75

Danke !
wie gesagt
das habe ich als Kriegsdienstverweigerer von Bekannten mitbekommen
(in den 70ern)

@14:33 von saschamaus75 -Kameradschaft

">> Jeder, der mal beim Bund war weiß, dass
>> es dort Ehrenkodexe gibt und anderes

So wie die Omertà bei der Mafia? oO
Keine schöne Vorstellung. -.-"

Interessant, dass Sie sich da auskennen. Ich habe leider keine Informationen dazu.

Aber dass es beim Militär richtige Kameradschaft gibt, das ist gut und richtig. Und noch viel wichtiger als beim Fußball. Wobei das dort auch wichtig wäre, wie man gerade erst erleben durfte...

Informieren Sie sich mal wie es bei der Fremdenlegion war und vermutlich immer noch ist. Eine zeitlang rekrutierte sich die "Légion étrangère" zu nicht unerheblichen Teilen aus ehemaligen Soldaten der Bundeswehr.

Im Einsatz muss man sich blind verlassen können. Da hält man auch sonst zusammen...

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