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Der Mindestlohn gilt für

Der Mindestlohn gilt für alle, die hier arbeiten, besonders auch im Bereich von Pflege und Betreuung: was denn sonst?
Wer das bestreitet, duldet oder fördert Ausbeutung.

Pflege muß richtig

bezahlt werden nach dem gesetzlichen Mindestlohn in dem Land wo die Pflegekraft arbeitet.So sehe ich das.Dort lebt die sie ja auch und muss dort alles Lebens-nötige auch einkaufen.

Das ist interessant

sollte auch Auswirkungen auf andere Bereiche haben, bis ich in Rente gegangen bin, hab ich auch Winterdienst mit Bereitschaft gemacht.
Da wurden nur 8 Stunden bezahlt, oder die Stunden die geräumt wurden.
Bei Bereitschaft wurde Handy zur Verfügung gestellt, und die Stunden entweder nicht, oder am Wochenende mit 2 Euro pro Stunde bezahlt.
Wenn das bei der Pflege geht, sollten sich alle die Bereitschaft machen, meist ohne Bezahlung, gleich mal kümmern.
Jetzt wird es interessant.
Bei der Pflege kann sich das wohl kaum jemand leisten, auf die Lösung bin ich gespannt.
Der Monat hat bei 30 Tagen 720 Stunden, mal 12 Euro macht 8640 Euro Brutto, und da hat der Arbeitgeber noch nichts verdient.
Ein sehe interessantes Urteil.

wird auch hier wieder eine weitere bürokratische Regulierungsflut sein. Da sollte man sich besser keinen Illusionen mehr hingeben. Dass die alten Leute auch weiterhin jeden Tag gepflegt werden müssen, dürfte ohnehin jedem genauso klar sein wie dass die Ausbeutung anderer grundsätzlich nicht geht.

Wie realitätsfern, menschen- und wissenschaftsfeindlich (und bei Lichte betrachtet nicht einmal arbeitgeber- und „wirtschaftsfreundlich“, sondern schlicht gemeinschädlich) die staatlich organisierten Regelwerke, die offenbar dem Ziel dienen, für den Staat - damit ist nicht das Gemeinwesen gemeint - möglichst viel aus den Bürgern „herauszuholen“, indem man sie in ständiger Unsicherheit „hält“, und wie absurd die Argumentation des Staates dabei ist, wird überdeutlich, wenn man sich die heutige Meldung "Menschen- und wissenschaftsfeindlich" (tagesschau.de/inland/gesellschaft/ichbinhanna-101.html) durchliest. Ein Artikel, der hoffentlich nicht nur wütend macht, sondern auch zum Nachdenken anregt.

Wann beginnt den die ganz

Wann beginnt den die ganz große und konzertierte Aktion von Gesundheitsministerium, Arbeitsministerium und der Pflegeindustrie zur Ausbildung von geeignetem Nachwuchs für die Pflege?
Vor ziemlich genau 4 Jahren hat der damalige Pflegeazubi in irgendeiner Talkshow von einigen Politikern quasi das Versprechen bekommen, dass sich etwas ändert.
Nach damals schon seit ca 40 Jahren anhaltenden erbärmlichem Zustand der Pflegesituation und ebenso erbärmlicher Bezahlung.
Und geändert hat sich überhaupt nichts.
Alle Verantwortlichen eiern herum, aber keiner will irgendwelche Verbesserungen bezahlen.
Auch die Corona - Mißstände auf den Intensivstationen scheinen schon vergessen, bevor sie wirklich beendet sind.

@20:14 von SinnUndVerstand

Mindestlohn gilt für alle, die hier arbeiten, besonders auch im Bereich von Pflege und Betreuung: was denn sonst?

So einfach ist es nicht. Es geht um die Frage voll arbeiten oder Bereitschaftsdienst.

Wer das bestreitet, duldet oder fördert Ausbeutung.

Auch wieder nicht so einfach. Was Ausbeutung ist oder nicht, wissen die Arbeitnehmerinnen besser als der realitätsferne Staat. Entscheidend ist, ob von den Arbeitnehmerinnen mehr Leistung erwartet wird, als vorher abgemacht bzw. vertraglich vereinbart wurde.

Wenn 24 h pro Tag vergütet werden

müssen, weil auch Schlafzeit als Bereitschaft gilt, dann kostet das mit Mindestlohn über 9000 € im Monat bzw. über 108.000 Euro im Jahr. Das ist ein recht attraktives Gehalt, aber damit dürften 90 % der Pflegerinnen ihren Job verlieren. Und hoffentlich gibt es genug Plätze in Altenheimen für die Leute, die jetzt ohne Betreuung darstellen.

Bei 720 Stunden im Monat mal

Bei 720 Stunden im Monat mal Mindestlohn sind das ca. € 7000/ Monat. Das dürften sich nicht viele Pflegebedürftige leisten können. Ein realitätsfernes Urteil.

Arbeitsrecht

ist zum großen Teil Arbeitnehmerschutzrecht.
Es gibt keinen Grund, die Arbeitsleistung ausländischer ArbeitnehmerInnen, die hier arbeiten, mit weniger als dem Mindestlohn zu vergüten. Die tatsächlich geleistete Arbeit muss dabei vergütet werden.
Die Lösung wären staatliche Zuschüsse.
Dafür könnte man am Verteidigungshaushalt sparen.
Wahrscheinlich wird sich aber, wie die Vertreterin des DGB, Frau Oblacewicz, ausführt, in der Praxis nicht viel ändern.
Der Staat kontrolliert nicht und die Arbeitskräfte haben Angst, nie wieder vermittelt zu haben, wenn sie auf ihre Rechte pochen.
Die Ausbeutung wird also andauern.

Da könnte Pflege von

Da könnte Pflege von Deutschen im Ausland boomen. Es gibt schon jetzt „ deutsche Pflegeinseln “ z.B. in Thailand.

Wenn für einen Platz im

Wenn für einen Platz im Alters/Pflegeheim mehrere tausend Euro bezahlt werden müssen, sollte für die häusliche Pflege eigentlich auch mehr Geld da sein. Eine 24-Stundenpflege durch eine einzige Person, ist allerdings Sklaverei und nicht hinnehmbar. Ein Schichtdienst rund um die Uhr für eine einzige pflegebedürftige Person ist finanziell tatsächlich für die Allgemeinheit nicht tragbar bzw. unbezahlbar.

Der Mindestlohn ist eine Selbstverständlichkeit. Ich würde mich unendlich schämen, wenn ich von einer Person, die weniger bekommt, gepflegt würde.

Das BAG-Urteil wird erst mal nichts bewirken...

... Es ist nicht rechtskräftig.

Und selbst wenn, welche Angehörigen werden den Mindestlohn zahlen können?

Die Angörigen eines plegebedürftigen Menschen können viel fach diesen Lohn nicht zahlen, deswegen greifen sie auf die Billig-Lohn-Pflegekräfte aus Osteuropa zurück.

Sollte das Urteil rechtskräftig werden, dann sieht das zB für Alten- und Pflegeeinrichtungen plötzlich dann anders aus, wenn sie praktisch solche wie im Artikel beschriebenen Pflegekräfte anheuern, und unter einen separaten Arbeitsvertrag nach deutschem Arbeitsrecht in der Einrichtung beschäftigen.

Ob es noch möglich ist und sein wird, dass zB osteuropäische Pflegeunternehmen als Subunternehmen zB in Alten-u. Pflegeeinrichtungen unter Vertrag genommen werden dürfen, wird sich zeigen.

Es besteht in D massiver Pflegekraftmangel...
Muss hier auch der Notstand ausgerufen werden?

@20:20 von schiebaer45

Pflege muß richtig bezahlt werden nach dem gesetzlichen Mindestlohn in dem Land wo die Pflegekraft arbeitet.So sehe ich das. Dort lebt die sie ja auch und muss dort alles Lebens-nötige auch einkaufen.

Aber was ist wenn (z.B. bei häuslicher Pflege) Unterkunft gestellt wird und Lebensmittel nicht eingekauft werden müssen, weil diese bereits bezahlt werden?

Es ist ein Unding, wenn obwohl Menschen mit ihrer Arbeitssituation glücklich sind, der Staat sagt: ""nein das geht nicht, Sie werden ausgebeutet. Wir wissen und entscheiden was für Sie am besten ist"". Das ist meines Erachtens Menschenverachtung seitens des Staates.

Am 24. Juni 2021 um 20:49 von 0_Panik

Zitat: Das BAG-Urteil wird erst mal nichts bewirken... ... Es ist nicht rechtskräftig.

Urteile der Bundesgerichte sind immer rechtskräftig, da dagegen kein Rechtsmittel gegeben ist.

mal unabhängig davon

ob der "24 Stunden Dienst" sozial verantwortbar ist oder nicht
jetzt gibt es ein Problem

wer kann sich 3 Pflegerinnen gleichzeitig leisten
angefangen dabei wer hat 3 Gästezimmer zur Verfügung
und wer kann 3 x 1.900 Euro/mtl finanzieren

wobei ich habe nur beschränkt Einblick in die Tätigkeit einer derartigen Pflegekraft (bei meiner Mutter)
über einen Zeitraum von 2 Monaten, danach war eine Tätigkeit aus meiner Sicht nicht mehr möglich
die konnte vielleicht Senioren füttern, waschen etc, (vermute ich mal)
aber bei Situation Demenz war die absolut überfordert
Die Pflegerin hatte ein eigenes Zimmer
morgens um 8:00 erschien sie in der Küche machte das Frühstück
Einkauf erledigte mein Vater, sie kochte zu Mittag
von 1:00 bis 3:00 nahm sie sich ihre Auszeit
abends gab es dann Abendbrot
Geschirr Spülen ja, Putzen / Waschen gehörte nicht zu ihren Aufgaben

Sie musste eben permanent abrufbereit sein eine belastende Sache keine Frage

@20:40 von Werner40

//Bei 720 Stunden im Monat mal Mindestlohn sind das ca. € 7000/ Monat. Das dürften sich nicht viele Pflegebedürftige leisten können. Ein realitätsfernes Urteil.//

Nicht das Urteil ist realitätsfern, sondern Sie. Niemand spricht von 720 Arbeitsstunden im Monat. Das kann auch überhaupt kein Mensch leisten.

Aber auch bei privater Pflege gilt: Wer sich die nicht leisten kann, muss eben ins Heim.
Im gesamten Arbeitsbereich sollte wieder das Prinzip gelten: Wer ich keine Löhne zahlen kann, von denen ein Mensch tatsächlich auch leben kann, muss die Arbeit eben selber machen. Alles andere ist reines Schmarotzertum an der Gesellschaft.

24-Stunden-Pflege

„Die Klägerin konnte dagegen das Risiko eingehen. Sie ist jetzt in Rente und nicht mehr auf Vermittlung angewiesen.“

Damit hat die Klägerin vielen in diesem Beruf einen Bärendienst erwiesen.

Ein Nachbar, Bundesbahnbeamten ca. 90 Jahre alt, dessen Betreuerin (Polin) kann sich nichts Besseres vorstellen.

Schönes Haus, keine Miete, keine sonstigen Kosten, fährt ihn spazieren, Kinder sind erwachsen.
Ihr Ehemann pendelt zwischen Polen und Deutschland, was ja dank EU kein Problem ist.

Sie sieht das nicht als „rund um die Uhr Dienst“, eher wie Urlaub.

Mehr als zufrieden geht nicht.

So kann es auch sein.

@20:47 von Werner40

//Da könnte Pflege von Deutschen im Ausland boomen. Es gibt schon jetzt „ deutsche Pflegeinseln “ z.B. in Thailand.//

Und das finden Sie für ein reiches Land wie Deutschland nicht beschämend?

@ Werner 40. 20:47

"Da könnte Pflege von Deutschen im Ausland boomen. Es gibt schon jetzt „ deutsche Pflegeinseln “ z.B. in Thailand."

Ja die gibt es dort sehr wohl. Nicht vergleichbar mit der "kalten" Pflege in DE. Dort kann der Mensch noch als Mensch wahrgenommenen werden. Liegt einerseits an der Mitmenschlichkeit des asiatischen Personals, andererseits daran, dass das Pflegepersonal nicht im Akkord arbeiten muss, sondern sich mit viel Zeit den Senioren zuwenden kann.

Sinn und Verstand fehlt!

20:14 von SinnUndVerstand
Der Mindestlohn gilt für alle, die hier arbeiten, besonders auch im Bereich von Pflege und Betreuung: was denn sonst?
Absoluter Blödsinn was sie da schreiben, denn es geht hier nicht um 24 Stunden Pflege durch eine ausgebildete Pflegekraft!
Die finden sie in Deutschland auch und zwar in der Intensiv-Pflege zu Hause und wird auch dem sprechend durch die Krankenkassen bezahlt!
Es geht darum - dass eine Arbeitskraft aus dem Ausland in der 24 Stunden Betreuung zu Hause eingesetzt wurde und nur mit 30 Stunden pro Woche bezahlt wurde. Das ist ein Hohn!
Eine 24 Stunden Betreuung kann natürlich durch einen entsprechenden Betrag auch gut bezahlt werden und dafür gibt es auch genügend Beispiele die ich kenne! Doch finden sie in Deutschland keine Arbeitskraft mit deutschem Hintergrund für eine solche Tätigkeit!
Mit der Pflegeversicherung hat der Gesetzgeber eine zwei Klassen PFLEGE geschaffen: Denn bei einer Betreuung zu Hause wird weniger Geld bezahlt als im Heim!

21:01 von Werner Krausss 24-Stunden-Pflege

//Sie sieht das nicht als „rund um die Uhr Dienst“, eher wie Urlaub.

Mehr als zufrieden geht nicht.

So kann es auch sein.//

Kann - muss aber nicht. Es gab schon viele, teils schockierende Berichte aus diesem Bereich.

So weit ich weiß, wird niemand daran gehindert freiwillig für weniger Geld als den Mindestlohn zu arbeiten.

Nebenbei: zwischen Betreuung (wie Sie sie hier beschreiben) und Pflege von Bettlägrigen liegen Welten.

Die Kostensteigerung wird immens sein!

Dass mindestens der Mindestlohn für die, die hier arbeiten, zu bezahlen ist, ist selbstverständlich. Aber wenn der Mindestlohn auch für eine Bereitschaft zu bezahlen ist, gehen die Kosten exorbitant durch die Decke. Nicht dass ich gegen eine Bezahlung für Bereitschaft wäre, aber könnte man da nicht vom Mindestlohn abrücken und einen vernünftigen Kompromiss finden?
Im ZDF war in den 19 Uhr Heute Nachrichten der Bericht einer Frau aus Bulgarien, die 24 Stunden für die Pflege einer älteren Person da war, für 8 Stunden bezahlt wurde und jetzt die 16 Stunden für die Bereitschaft einklagt. Also 24 Stunden kann es m. E. auch mit Bereitschaft gar nicht sein - die Pflegekraft muss ja auch mal ausruhen oder schlafen.
Wenn Pflegekräfte von Privatpersonen beauftragt werden und die den Mindestlohn zu bezahlen haben, womöglich auch Sozialversicherungsbeiträge etc., wird Schwarzarbeit zunehmen, weil die Pflegekosten gewaltig ansteigen.

Schwer vorstellbar

dass das in der Praxis tatsächlich umzusetzen ist. Da stellt sich als erstes die Frage, für wen ein solches Modell überhaupt in Frage kommt bzw. rd. 7000,-- bis 8000,-- €/Monat entweder vom eigenen Vermögen bzw. dem der Familie bezahlen kann. Der Effekt wird 1. sein, dass damit viele in die Illegalität getrieben werden und zweitens, dass diejenigen, die es meist dank der Familie so eben noch geschafft haben, weiter zu Hause zu leben, weil eine Pflegerin vorort war, nun in Pflegeheime müssen. Vermutlich nicht zur Freude der Betroffenen, die vermutlich viel lieber zu Hause geblieben wären. Die kosten wird dann zum grossen Teil die Sozialkasse übernehmen aber Hauptsache, man hat ein markiges Urteil gefällt.
Dass dieses Urteil vermutlich keiner Pflegekraft in der Realität zu mehr Geld in der Tasche verhilft, ist nebensächlich.
Dieses Urteil ist total realitätsfern, davon wir niemand profitieren aber viele werden darunter leiden.

21:01 von Werner Krausss

Sie sieht das nicht als „rund um die Uhr Dienst“, eher wie Urlaub.
.
so kann das durchaus aussehen !
muß es aber nicht ! vermute mal ist es auch seltenst
im Fall wo ich Einblick hatte
suchte man ne Frau die etwas deutsch sprach => wegen mir (wenn man es großzügig betrachtet)
sie sollte Nichtraucherin sein => das war sie absolut nicht
Erfahrung mit Demenzerkrankten haben => das Wissen fehlte ihr komplett

die andere Seite
Alte Leute sind eingefahren mit Toleranz ist kaum zu rechnen
da ist Streß und Ärger vorprogrammiert

@20:55 von Sisyphos3

//wobei ich habe nur beschränkt Einblick in die Tätigkeit einer derartigen Pflegekraft (bei meiner Mutter)//

Dieser Einblick dürfte für alle hier sehr beschränkt sein, weil der Pflegeaufwand sich von Person zu Person sehr unterscheiden dürfte.

Es geht vor allem darum, Missbrauch zu verhindern.

21:05 von Opa Klaus

Thailand und deren Einstellung kann man nicht im entferntesten mit Europa vergleichen
Auch wenn hier die Meinung vorherrscht alle Menschen ticken gleich, weltweit

@ um 20:49 von Anna-Elisabeth

Kennen Sie Altenheime für Menschen die sich nichts leisten konnten und können?
Da möchte niemand freiwillig hin.
Es müssen sich die Pflegeheime verbessern, es muß mehr Personal eingestellt werden, dass eigentlich doppelt so viel verdienen muß und wahrscheinlich müssen auch noch mehr Pflegeheime gebaut werden, da sich Dank Minirenten, der Personenkreis erweitern wird, der sich auch als Rentner überhaupt nichts leisten kann.
Das alles wird Milliarden kosten und die müssen von den Krankenkassen und Sozialämtern und vom Staat bezahlt werden.
Zur Not und für den Übergang auch eine 3 - Schicht - Pflege in der eigenen Wohnung.
Ohne Beitragsbemessungsgrenzen und mit Eintreibung der Steuerhinterziehungsmilliarden ist die Finanzierung kein Problem und würde die Bürger nicht einen Cent mehr kosten als heute.
Das muß man aber wollen.

Am 24. Juni 2021 um 20:40 von Werner40

Bei 720 Stunden im Monat mal Mindestlohn sind das ca. € 7000/ Monat. Das dürften sich nicht viele Pflegebedürftige leisten können. Ein realitätsfernes Urteil.
__
Da bin ich absolut Ihrer Meinung. Da hat man weder den Pflegenden noch den zu Pflegenden einen Gefallen getan. Ausserdem müssten ja auch zumindest Dinge wie, Kost u. Logis angerechnet werden. Trotzdem ist das Urteil für viele hüben wie drüben schlecht.
Ganz davon abgesehen, dass das kaum jemand kontrollieren kann, was in privaten Haushalten passiert. Die Pflegenden sollen nicht ausgebeutet werden und müssen ihre Freizeit haben. Wir haben im Freundeskreis auch so einen Fall. Da springt dann regelmässig jemand aus der Familie ein, wenn die Pflegerin frei hat. Klappt alles wunderbar. Seit Jahren bis jetzt. Bin gespannt, was die Katja dazu sagt. Die ist nämlich gerne in diesem Haus.

oje

hier machen sich tatsächlich einige Sorgen um die Zukunft der Pflegekräfte, oder reden gleich von einem "Bärendienst", den die Klägerin ihren (gibt's da auch Kollegen?) / Kolleginnen erwiesen habe. Jetzt werden die nicht mehr vermittelt, können sich nicht mehr ausbeuten lassen (obwohl: wie kann man von Ausbeutung reden, wo die doch umsonst wohnen und nicht mal ihr Essen bezahlen müssen), was natürlich eine gewaltige Verschlechterung ihrer Lage zur Folge haben wird.

Das erinnert mich fatal an die Diskussionen um die Kinderarbeit, in denen argumentiert wird, schließlich helfe man damit den Kindern und ihren Familien, und tue damit Gutes mit jedem 1,99€-T-Shirt, das man bei H&M oder Primark ersteht.

Ganz großes Kino.

21:16 von Anna-Elisabeth

Es geht vor allem darum, Missbrauch zu verhindern.
.
wenn es vor allen darum geht
finde ich es gut

Am 24. Juni 2021 um 20:49 von Anna-Elisabeth

Wenn für einen Platz im Alters/Pflegeheim mehrere tausend Euro bezahlt werden müssen, sollte für die häusliche Pflege eigentlich auch mehr Geld da sein. Eine 24-Stundenpflege durch eine einzige Person, ist allerdings Sklaverei und nicht hinnehmbar. Ein Schichtdienst rund um die Uhr für eine einzige pflegebedürftige Person ist finanziell tatsächlich für die Allgemeinheit nicht tragbar bzw. unbezahlbar.
___
Was ist denn, wenn Tochter oder Enkelin pflegen und rund um Uhr "bereit" stehen ?
Die werden quasi mit peanuts abgespeist. Müsste dann ja auch so eine Art "Sklaverei" sein. Das ist für viele dann auch nicht länger hinnehmbar.
___
Der Mindestlohn ist eine Selbstverständlichkeit. Ich würde mich unendlich schämen, wenn ich von einer Person, die weniger bekommt, gepflegt würde.
__
Komisch, ich würde mich schämen, wenn ich von einem alten, kranken Menschen 8000,-- /Monat annehmen würde damit ich da bin.

@21:05 von Opa Klaus @ Werner 40. 20:47

//Liegt einerseits an der Mitmenschlichkeit des asiatischen Personals, andererseits daran, dass das Pflegepersonal nicht im Akkord arbeiten muss, sondern sich mit viel Zeit den Senioren zuwenden kann.//

Da kann ich zustimmen.

//Nicht vergleichbar mit der "kalten" Pflege in DE.//

"Kalte Pflege" ist eine Verallgemeinerung, die etwaigen Nachwuchs abschreckt und viele engagierte Pflegerinnen bis ins Mark kränkt. Wenn ich sehe, mit wie viel Herzblut z.B. meine Nachbarin sich für ihre Heimbewohner engagiert. Sie kauft auch für "meine Leute" von ihrem Geld Süßigkeiten oder Körperpflegemittel - "damit die sich ein bisschen wohl fühlen". Als ich Bücher entsorgen wollte, die ich mal zur Konfirmation bekommen hatte (Benimmbücher und ähnliches Zeugs), fragte sie, ob sie die haben dürfte. "Meine Leutchen schwelgen dann in Erinnerungen, wenn sie so etwas sehen."

21:19 von nie wieder spd

(Personal) dass eigentlich doppelt so viel verdienen muß
.
können sie das auch begründen ?

@21:19 von nie wieder spd @ um 20:49 von Anna-Elisabeth

//Kennen Sie Altenheime für Menschen die sich nichts leisten konnten und können?//

Mehr als genug.

//Es müssen sich die Pflegeheime verbessern, es muß mehr Personal eingestellt werden, dass eigentlich doppelt so viel verdienen muß und wahrscheinlich müssen auch noch mehr Pflegeheime gebaut werden, da sich Dank Minirenten, der Personenkreis erweitern wird, der sich auch als Rentner überhaupt nichts leisten kann.//

Da bin ich ja ganz bei Ihnen. Eine Ausbeutung in der ambulanten Pflege ist aber keine Lösung.

//Zur Not und für den Übergang auch eine 3 - Schicht - Pflege in der eigenen Wohnung.//

Das halte ich allerdings für utopisch. So viele geeignete Pflegekräfte wird es auch niemals geben.

Am 24. Juni 2021 um 21:00 von Anna-Elisabeth

Nicht das Urteil ist realitätsfern, sondern Sie. Niemand spricht von 720 Arbeitsstunden im Monat. Das kann auch überhaupt kein Mensch leisten.
__
Ist und war ja auch nicht zu leisten. Es war ja zu grossen Teilen eben Bereitschaft. Wenn man diese Bereitschaft aber auch als Arbeitszeit hernimmt, dann kommt man sehr schnell auf sehr viele Stunden.
Wenn die Pflegekraft im Haus wohnt und muss des nächtes vllt 2x je 5 Min. wg. Toilette helfen, erhält dafür aber für 8 Std. den Mindestlohn ? Ich finde, es ist schon ein Unterschied, ob jemand tatsächlich TÄTIG ist oder ob es hauptsächlich um Vorsorge in Form von Anwesenheit und Gesellschaft geht.

Beides ist vergleichbar teuer

Beides ist vergleichbar teuer, die Abgaben für Sozialversicherungen erhöhen und gleichzeitig von allen Einnahmearten verlangen (nicht nur von Arbeitnehmer)

Oder Rückkehr zum früheren Gesellschaftsmodell der Familie, eine Person sorgt für Einnahmen, die der Partner ..in sorgt für Kinder und die Alten und Pflegebedürftigen.

@21:11 von weingasi1

//Der Effekt wird 1. sein, dass damit viele in die Illegalität getrieben werden...//

Illegale Beschäftigung und diesem Bereich haben wir schon reichlich.

//Da stellt sich als erstes die Frage, für wen ein solches Modell überhaupt in Frage kommt bzw. rd. 7000,-- bis 8000,-- €//

Diese Zahlen sind ja auch grober Unfug. Aber dazu hatte ich mich weiter oben schon geäußert.

chönes Haus, keine Miete,

chönes Haus, keine Miete, keine sonstigen Kosten, fährt ihn spazieren, Kinder sind erwachsen.
Ihr Ehemann pendelt zwischen Polen und Deutschland, was ja dank EU kein Problem ist.

Sie sieht das nicht als „rund um die Uhr Dienst“, eher wie Urlaub.

Mehr als zufrieden geht nicht.

So kann es auch sein.
__
So ähnlich kenne ich es aus dem Bekanntenkreis auch. Eigentlich eine win/win Situation. Jetzt wird es zwei Verlierer geben.

Übertragbar?

Ist dieses Urteil auch auf andere Branchen übertragbar? Dann dürften wahrscheinlich keine osteuropäischen LKWs mehr in Deutschland fahren. Wie schaut es mit Dienstleistungen aus, die nicht auf deutschem Boden aber für deutsche Firmen erbracht werden, die diese dann in Deutschland abrechnen.

@21:29 von frosthorn

Ganz großes Kino.

Für Sie vielleicht ganz großes Kino.
Ganz bestimmt nicht für die Betroffenen.

Wenn Pflegebedürftige und Pflegerin beide mit der Vereinbarung glücklich sind, aber der Staat sagt: "entweder alles (sowie es im Gesetz steht) oder nichts". Dann kann die wenige wohlhabende Pflegebedürftige ihr Lebensabend nicht mehr im eigenen Häuschen verbringen und die Pflegerin muss mit leeren Händen in ihr Heimatland zurück in die Arbeitslosigkeit.
Eine Politik, die Vertragsfreiheit soweit einschränkt, dass Menschen ihr Lebensglück verlieren, ist menschenverachtend.
Zudem geht es hier um Entscheidungen mündiger erwachsener Personen und nicht um Kinderarbeit.

21:09 von Anna-Elisabeth

Nebenbei: zwischen Betreuung (wie Sie sie hier beschreiben) und Pflege von Bettlägrigen liegen Welten.
.
eben !!

das Spektrum reicht von ner "Pflegerin" die zur Unterhaltung da ist oder einfach wenn man sie braucht
da brauchts absolut keine Ausbildung
bis zu dem von ihnen geschilderten Fall,
wo eine Krankenschwester mit mehrjähriger Erfahrung benötigt wird

oder anders ausgedrückt Babysitten kann ne 14 Jährige ohne Pädagogikstudium
auch wenn jetzt besonders spitzfindige mit Haftungsproblematik kommen

Erfahrungen einer Pflegekraft

Ich arbeite Vollzeit als examinierte Pflegekraft in einem Altenheim. An den Reaktionen zum Urteil, zum Beispiel von Eugen Brysch (Stiftung Patientenschutz), merke ich, dass Pflege immer noch keine wirkliche Lobby hat. Es geht nicht darum, den Beruf attraktiver zu machen, damit mehr Leute ihn gern ausüben. Die Leute fürchten, dass sie nicht mehr lange von der Lohnungleichheit in Europa profitieren können. Von jetzt auf gleich werden die Pflegenden aus Osteuropa keine höheren Löhne bekommen, aber mittelfristig wird sich etwas ändern. Höhere Löhne in der betreuenden 24h-Pflege werden dann indirekt die Position der Altenheime stärken. Erst wenn auch den nicht selbst pflegenden aber alles besser wissenden Gutverdienern wirklich klar wird, was für ein knappes Gut Arbeitskräfte in der Pflege sind, wird sich in der Pflege etwas ändern. Bis dahin gibt es halt kostenlosen Applaus vom Balkon. Und wenn sich nichts ändert, dann steige ich garantiert aus diesem Beruf aus.

Am 24. Juni 2021 um 21:05 von Opa Klaus

Ja die gibt es dort sehr wohl. Nicht vergleichbar mit der "kalten" Pflege in DE. Dort kann der Mensch noch als Mensch wahrgenommenen werden. Liegt einerseits an der Mitmenschlichkeit des asiatischen Personals, andererseits daran, dass das Pflegepersonal nicht im Akkord arbeiten muss, sondern sich mit viel Zeit den Senioren zuwenden kann.
__
Ich habe vor einiger Zeit eine Doku darüber im TV gesehen. Sie war vom schweizerischen Fernsehen und sehr interessant. Man hat die Senioren befragt, und scheinbar waren alle sehr zufrieden dort. Besonders, was eben die Zuwendung des Pflegepersonals anbetraf. Nur mit dem Besuch war es halt etwas dürftig.
Alles in allem recht beeindruckend. Vor dem Hintergrund dieses jetzt aktuellen Berichtes in der TS umso mehr.

@Werner Krauss, 21:01

Schönes Haus, keine Miete, keine sonstigen Kosten [...] Sie sieht das nicht als „rund um die Uhr Dienst“, eher wie Urlaub.

Stimmt. Eigentlich sollte sie sogar dafür bezahlen, das alles machen zu dürfen. Der feuchte Traum jedes Arbeitgebers.

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