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Was die Behörde nicht weiß, macht sie nicht heiß

„In der Pandemiezeit ist die Zahl der Gefährdeten nicht gestiegen“

Die ist gestiegen. Die Gefährdeten sind - wofür jede vernünftige Annahme bzw. Wahrscheinlichkeit spricht - nur unentdeckt bzw. ihrem Schicksal überlassen geblieben. Aus naheliegenden Gründen:

„Das Bundesamt verwies zugleich auf Einschätzungen von Fachleuten sowie entsprechende Studien, wonach Fälle von Kindesmisshandlung und -vernachlässigung in Folge der allgemeinen Lockdown-Maßnahmen und Kontaktbeschränkungen unentdeckt geblieben sein könnten. In die Statistik fließen nur die den Ämtern bekannten Vorfälle ein“

So ein Glück!!

In der Pandemiezeit ist die Zahl der Gefährdeten nicht gestiegen.

Na, so ein Glück.

Da können wir ja nur hoffen, dass diese Pandemie noch lange dauern mag.

... damit die Gefährdetenzahl vielleicht irgendwann nicht mehr nur nicht steigt, sondern sogar sinkt, bis auch das letzte vernachlässigte Kind aus der Statistik verschwunden ist.

Logisches Ergebnis

Aufgrund der Kontaktbeschränkungen war es auch schwieriger für Familienbegleitungen im Rahmen der Frühen Hilfen in die Familien hinein zu kommen, was natürlich die Möglichkeit der Früherkennung von möglicher Kindeswohlgefährdung erschwert hat - und so die Fälle niedrig gehalten hat.
Nur wo bereits ein Wächterauftrag seitens des Jugendamtes vorhanden war, war im Prinzip noch Kontrolle möglich.

Am 24. Juni 2021 um 14:35 von rossundreiter

Zitat: So ein Glück!! In der Pandemiezeit ist die Zahl der Gefährdeten nicht gestiegen. Na, so ein Glück.

Da können wir ja nur hoffen, dass diese Pandemie noch lange dauern mag. ... damit die Gefährdetenzahl vielleicht irgendwann nicht mehr nur nicht steigt, sondern sogar sinkt, bis auch das letzte vernachlässigte Kind aus der Statistik verschwunden ist.

Sie hätten sich Ihren Spott sparen können, wenn Sie den Artikel bis zum Ende gelesen hätten.

Darin heißt es: "Das Bundesamt verwies zugleich auf Einschätzungen von Fachleuten sowie entsprechende Studien, wonach Fälle von Kindesmisshandlung und -vernachlässigung in Folge der allgemeinen Lockdown-Maßnahmen und Kontaktbeschränkungen unentdeckt geblieben sein könnten. In die Statistik fließen nur die den Ämtern bekannten Vorfälle ein.

Letzte Konsequenz

Durch die gute Bekanntschaft mit einer Kinderpsychologin weiß ich, dass die Inobhutnahme durch das Jugendamt die allerletzte Konsequenz ist. Der "Gottstatus" der Eltern zerbricht für Kinder erst bei allerschwersten Misshandlungen. Das heißt, das entreißen der Kinder von den Eltern, ist für die Kinder oftmals noch traumatischer, als die Misshandlung im Elternhaus. Das wissen natürlich die verantwortlichen und belassen Kinder deshalb oft länger in der Familie, als es für uns "Normalbürger" verständlich ist.

Wenn es um die Erfassung der Ursachen

für die Kindeswohlgefährdung in unserer Gesellschaft gehen soll, macht es keinen Sinn, die Einreise von unbegleiteten minderjährigen Migranten in die Statistik mit hineinzunehmen, da sie nun mal nicht alleine leben können. Es verfälscht die Statistik und verschleiert den Blick auf Zusammenhänge.

Zwei separate Statistiken wären klarer.

Misshandelte Kinder müssen geschützt werden

Allerdings hapert es sehr in Deutschland an der Erkennung einer „Misshandlung“.

Zu oft sind nicht objektive Beobachtungen der Anlass genauer hinzuschauen, sondern böswillige Behauptungen neugieriger bemühter Nachbarn die glauben etwas gesehen oder sogar nur gehört zu haben was „zu Sorgen Anlass“ gäbe. Manchmal will man der Alleinerziehenden Nachbarin, deren Kinder immer so nerven, auch einfach gegen das Schienbein treten oder dem verhassten Nachbarn mit einer anonymen Anzeige beim Jugendamt (gegen die man sich rechtsstaatlich nicht wehren kann) so richtig eine „reinwürgen“.

Die „echten“ Fälle tatsächlicher schwerer Misshandlung bleiben meist entweder unentdeckt oder werden von den Schulen (Sportunterricht!) gemeldet.

Warum erfährt man so wenig ?

Ich habe noch nie einen Erfahrungsbericht eines Betroffenen gehört, den das Jugendamt (bzw das Familiengericht) den Eltern entzogen hätte.

Man erfährt man in den deutschen Medien immer nur die kumulierten Zahlen. Welche Schicksale stecken dahinter? Wie arbeitet das Jugendamt eigentlich ?

Das erfährt man nicht.

Ich kann mir vorstellen, das viele „in Obhut“ genommene, aber auch viele angeblich „überforderte“ Eltern angesichts der emotionalen Dimension ein enormes Mitteilungsbedürfnis haben „ihre Geschichte“ erzählen zu dürfen.

Aber da ist in Deutschland Fehlanzeige. Es gibt nur pauschale Statements von Jugendämtern, Statistiken der Familiengerichte, Äußerungen des Kinderschutzbundes oder gar von Politikern.

Aber die Betroffenen habe ich noch nie zu Wort kommen hören.

Dagegen ist das deutsche Jugendamt und die Praxis der „Inobhutnahme“ immer wieder Anlass für Kritik (zB bei binationalen Ehen oder im Europarat).

Am 24. Juni 2021 um 17:22 von Susi1960

Zitat: Wenn es um die Erfassung der Ursachen für die Kindeswohlgefährdung in unserer Gesellschaft gehen soll, macht es keinen Sinn, die Einreise von unbegleiteten minderjährigen Migranten in die Statistik mit hineinzunehmen, da sie nun mal nicht alleine leben können. Es verfälscht die Statistik und verschleiert den Blick auf Zusammenhänge. Zwei separate Statistiken wären klarer.

Schauen sie sich doch einmal beim Statitischen Bundesamt die Tabelle " Schutzmaßnahmen (nach §§ 42, 42a SGB VIII) für Kinder und Jugendliche 2020 nach Altersgruppen, Geschlecht und Migrationshintergrund sowie Anregendem der Maßnahme" an.

Ich glaube, die sind schon selbst auf die Idee gekommen.

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