Ihre Meinung zu: Afghanistan-Abzug: Viel Lob, aber auch eine Menge Kritik

23. Juni 2021 - 18:53 Uhr

59 Bundeswehrsoldaten sind in Afghanistan ums Leben gekommen, zahlreiche wurden verletzt und traumatisiert. Zum Abzug der Soldaten debattierte der Bundestag. Und da gab es Lob, aber auch eine Menge Kritik. Von Kai Küstner.

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Kommentare

Apropos

Soldaten wurden verletzt und traumatisiert.
Wie werden denn deutsche Soldaten nach Verletzungen und mit traumatischen Erfahrungen versorgt?
Bekommen die Schadensersatz oder werden die verrentet?
Was passiert mit diesen Opfern deutscher Militärpolitik, wenn sie aus der Bundeswehr ausscheiden?
Ist eine Versorgung auch dann noch gesichert?
Über die Versorgung von Kriegsveteranen in den USA hört man ja meistens nur schlechtes.
Ist das in Deutschland besser?
Dazu wäre mal ein Faktenfinder nötig, der auch zukünftige Soldaten darüber aufklärt, wie gut oder schlecht sich der Staat um sie kümmert, wenn sie psychische oder körperliche Schäden erleiden.

6,1 Milliarden Euro für nichts

"'Ihr Einsatz war nicht umsonst', sagte Maas."

Stimmt. Der Einsatz kostete etwa 6,1 Milliarden Euro. Nur gebracht hat er nichts.

Abzug oder Niederlage .

Es ist sicher ein heikles Thema hierüber zu berichten. Auch für die TS. Und auch eine kritische Meinung kund zu tun. Aber es muss sein. Wir leben in einer Demokratie. Und Fehler sollten genannt werden damit sie sich nicht wiederholen.
Nachdem die Russen ihre bittere Niederlage erlebt hatten, die viele Toten, Verwundete und Milliarden gekostet hat, hätte man annehmen können das der Westen nicht den gleichen Fehler machen würde. Ich kann mich gut erinnern an die öffentliche Bestürzung als dann doch der Westen sich hierzu entschloss. Noch größer war das Erstaunen als die Vorgangsweise die der Russen glich , vom Ziel und Vorgang.
Nach soviel Jahren Krieg, soviel Toten und Verwundeten auf beiden Seiten, so unendlich hohe Kosten, so eine ungeheuerliche Steuerverschwendung und eine ungeheure Korruption, da muss die Frage gestattet sein, wieviel Milliarden sind insgesamt ausgegeben worden und was hätte man damit besser tun können für die unterentwickelte Länder.

noch ein Problem

man sollte Alle die für die Bundeswehr gearbeitet haben, wenn Sie wollen samt Familie nach Deutschland holen. Diese Leute werden von der Mehrheit dort bedroht .
Trotz Antrag wurde es damals abgelehnt unsere Dolmetscher nach Deutschland ausreisen zu lassen, selbst wenn wir uns um die Intergration gekümmert hätten. Wie schlimm es mittlerweile dort ist will ich garnicht wissen. Ohne Unterstützung der USA- Soldaten gingen schon ab 2010 unsere Soldaten kaum aus der Kaserne. Anfänglich wurden die Deutschen bejubelt. Der Aufschwung dort verlief im Sande- die Gründe sind bekannt. Außer Spesen nichts gewesen. Ob wir daraus lernen? Einzig Peter Scholatur der oft vor Ort war hat es richtig analysiert.

Über die Versorgung von Kriegsveteranen in den USA hört man ja meistens nur schlechtes.
Ist das in Deutschland besser? Interessante Frage der sollte man oder eine Zeitung mal nach gehen und sehen wie es den Soldaten aus Afghanistan bei uns denn geht.

19:25 von Nachfragerin

"'Ihr Einsatz war nicht umsonst', sagte Maas."

Stimmt. Der Einsatz kostete etwa 6,1 Milliarden Euro. Nur gebracht hat er nichts.
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doch 59 tote Soldaten
Trauer in deren Familien
und bei den Afghanen / Familien die ums Leben kamen
seelische Schäden kommen dazu

War es das wert ?

59 Bundeswehrsoldaten sind in Afghanistan ums Leben gekommen, zahlreiche wurden verletzt und traumatisiert. 

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War es das wert ?
Ein klares Nein!
Und was hat es gebracht ?
Nun, man braucht sich ja nur die aktuelle Entwicklung in Afghanistan anzusehen...

19:31, rr2015

>>man sollte Alle die für die Bundeswehr gearbeitet haben, wenn Sie wollen samt Familie nach Deutschland holen. Diese Leute werden von der Mehrheit dort bedroht .<<

Die Taliban sind nicht die Mehrheit.

>> Einzig Peter Scholatur der oft vor Ort war hat es richtig analysiert.<<

Was hat den Peter „Scholatur“ zu Afghanistan und den Taliban analysiert und geschrieben?

@Sisyphos3 u.a.

Über die Bewertung kann trefflich diskutiert werden.
Wäre die Frage, ob es möglicherweise nicht nur Verluste und Kosten, sondern auch ‚Gewinne‘ gab?
Es wäre womöglich nicht von Dauer, aber: Hat der Einsatz nicht auch einen Wandel möglich gemacht, in dem z.B. Mädchen und Frauen zu mehr Bildung und Freiheit gekommen sind, selbst wenn es vielleicht erst einmal nur für eine begrenzte Zeit und eine begrenzte Anzahl an Personen war?

Fragen in Überschriften...

...sind in der Regel mit nein zu beantworten.

In diesen Fall auch. Wir haben Menschen geopfert und Krieg geführt. Wir mussten unsere Ideale und unsere Gesetze verraten, um uns diesen illegalen Krieg schön zu reden. Wir haben weggeschaut als unsere Verbündeten gefoltert haben. Wir haben nichts gemacht als dank deutscher Basen Drohnenanschläge durchgeführt wurden. Wir haben es mit uns machen lassen, dass im Namen des Krieges gegen den Terror unsere Privatsphäre in allen Kommunikationsbereichen verschwunden ist. Wir haben Journalisten zu Verrätern erklärt und Kriegshetzer zu angesehenen Experten. Wir haben das Geld im wahrsten Sinne verballert ohne daß sich substanziell für die Afghanen etwas geändert hätte. Sie fliehen wenn sie denn können.

Es ist weniger der Umstand daß man diese Frage nun stellt, sondern daß schon vor 20 Jahren, Kenner der Region dieses Debakel vorrausgesehen haben und wir es dennoch gemacht haben.

Den Angehörigen der Gefallenen, meine Anteilnahme und Beileid.

von Nachfragerin

Ich habe mir heute die Bundestagsdebatte angesehen. Diese Lobhudelei und das Geklatsche bei einigen Rednern, wie gut das in Afghanistan gelaufen ist, kann kaum noch jemand nachvollziehen. Bei 59 Toten und 6,1 Milliarden Kosten kann einem schon der Klos im Halse stecken bleiben. Mir tun die Soldaten einfach leid, was sie dort erleben mussten. Mein Wunsch wäre, das sich die Parlamentarier, die diesem Einsatz zugestimmt haben, sich mal selbst 3 oder 4 Wochen in einem Panzerwagen mitfahren und sich beschießen lassen. Dann wären unsere Soldaten sicherlich viel früher nach Hause gekommen. PS: ist nur Wunschdenken.

eine Menge Kritik

Gut das wir diesen teuren und unsinnigen Kriegseinsatz unseres Landes begonnen durch SPD Schröder und Friedensgrünen Herrn Fischer jetzt beenden. Gut das die USA jetzt auch abziehen.

Korrektur: 12,5 bzw. 47 Milliarden Euro

Ich muss meinen ersten Beitrag korrigieren:

Allein der Bundeswehreinsatz kostete 12,5 Milliarden Euro. Die Gesamtkosten werden mit 47 Milliarden Euro angegeben.

Quellen:
1) 12,5 Milliarden Euro für Bundeswehreinsatz (TS vom 17.04.2021)
2) Der Preis des Krieges: Afghanistan (ZDF-Doku vom 23.12.2020)

@rr2015

Hier sehe ich es ähnlich wie Sie. Die, die unsere Soldaten in Afghanistan auf ihren Einsätzen begleitet haben, übersetzt haben, ortskundige Hilfe geleistet haben, ihre Familien damals wie heute der Ablehnung und dem Hass vieler Afghanen ausgesetzt haben, sollte man, nein, MUSS man hier nach Deutschland holen, sofern diese das möchten.

Das gebietet mMn. alleine der Anstand einer aufgeklärten Gesellschaft.

Ich bin immer gegen diesen Krieg gewesen, aber nicht gegen unsere Soldaten. Sie können nichts für die mangelhafte Vorbereitung, Durchführung und vor allem mangelhafte Unterstützung aus der politischen Heimat.

Und woher der Hass der meisten Afghanen kommt, die unsere Soldaten anfangs noch als Helfer angesehen hatten, könnte evtl. auch an einem Vergehen liegen, dass ein dt. Kommandant der mittleren Führungsebene dort begangen hat.

Am 23. Juni 2021 um 19:25 von Nachfragerin

wie kommen sie auf diese Summe?
" 6,1 Milliarden Euro für nichts "

Ich habe gefunden:

" Die deutschen Steuerzahler haben für die Beteiligung der Bundeswehr an dem internationalen Militäreinsatz in Afghanistan bislang rund 12,5 Milliarden Euro aufgewendet. Das bestätigte ein Sprecher des Bundesverteidigungsministeriums dem ARD-Hauptstadtstudio. "

Am 23. Juni 2021 um 19:01 von nie wieder spd

Zitat: Dazu wäre mal ein Faktenfinder nötig,

Ich habe einen persönlichen Faktenfinder und der heißt "Suchmaschiene"

Vor allem …

… verstehe ich nicht, wie unser Staat in der Lage ist, Afghanen abzuschieben, sogar absolut Integrierte, in Arbeitsplätzen Befindliche, toll deutsch Sprechende, junge Menschen, kranke Menschen …
Begründung: Keine Gefahr im Land.

Wohlfeiles

>>Und militärisches Eingreifen ist aus Sicht von Außenminister Maas in vielen Situationen nun einmal die Voraussetzung dafür, zivil helfen zu können, wie er an die Linkspartei gewandt unterstrich: "Alles andere ist nichts als wohlfeiles Geschwätz."<<

Wenn man sich in ein militärisches Abenteuer einlässt, ohne ein klares zu erreichendes Ziel zu benennen und nur eine nebulös verschwiemelte Erklärung zur "Verteidigung unsere Freiheit am Hindukusch" (ehem. Verteidigungsminister Struck) anbietet, sollte sich nicht wundern, wenn Menschen diese Voraussetzungen als nicht gegeben ansehen. Wenn zudem trotz aller Opfer nach 20 Jahren keine Besserung für die Zivilbevölkerung in dem Land eingetreten ist, sollte sich unser Außenminister vielleicht über seine Einlassungen zu dem Thema mehr Gedanken machen als nur Wohlfeiles anzubieten.

Ja war es das Wert?

Allerdings hatten die Taliban in den letzten Tagen auch im Einsatzgebiet der Deutschen Bezirk für Bezirk erobert. Landeskenner warnen, es stehe fast alles auf dem Spiel, was in 20 Jahren Einsatz erreicht worden sei.
#
Das ist die große Frage ob es den Behörden gelingt die Ordnung aufrecht zu behalten um die Taliban nicht wieder erstarken zu lassen.

Propaganda im Einsatzgebiet

"Afghanistanrückkehrer",
"20 lange Jahre Engagement am Hindukusch",
"Einsatz", "Einsatzgebiet", "20 Jahre Einsatz",

...und Herr Bartsch spricht von "Krieg". War doch höchstens ein "militärisches Eingreifen", aber auch nur, weil es Militär war, das sich dort engagiert hat - kann man leicht an den Uniformen und Waffen erkennen - lässt sich nicht ganz leugnen. Ich stimme zu: "Geschwätz" von Herrn Bartsch, wahrscheinlich nur, um den Pazifismus der Linken herauszustellen. Herr Bartsch, die deutschen Soldaten waren freiwillig im Einsatz, in einen Krieg zieht doch niemand freiwillig! Dass die AfD komplettes Scheitern sieht, überrascht nicht. Ich stimme mit Frau Verteidigungsministerin überein, wenn sie weiß, dass die Extremisten Propaganda verbreiten. Ja, die "Gesamtbilanz" über "20 Jahre Einsatz" kann noch nicht gezogen werden, war aber positiv. Und ich bin schon jetzt davon überzeugt, dass sie auch am Schluss auch positiv ausfallen müssen wird. Das war ja auch ziemlich kompliziert.

@fathaland slim Zitat: "Was

@fathaland slim
Zitat:
"Was hat den Peter „Scholatur“ zu Afghanistan und den Taliban analysiert und geschrieben?"

er war der erste der in seinen Reportagen über die Taliban - die "Koran-Schüler" berichtete
er befragte junge Afgahnen in den Koran-Schulen im Norden von Pakistan

die Taliban waren quasi eine Antwort auf die andauernden Kämpfe der Mudjahedin - diese hatten zwar die Sowjetarmee vertrieben - stritten sich danach aber um die Vorherrschaft - z.B. Kabul wurde in diesen Kämpfen erst richtig zerstört

die Taliban beendeten die Kämpfe der Clans untereinander - ja gewaltsam - ein Burgfrieden unter einem noch extremeren Islam als in die "Stammes-Krieger" hatten

die Araber (z.B. Saudis, Ägypter) - also "Al Kaida" - spielten hier nur eine kleine Nebenrolle

Zweiter Versuch

Warum zieht denn die Bundeswehr aus Afghanistan ab?
Ich finde nicht, dass diese Frage bisher beantwortet worden ist.
Man muss diese Fragen aber besonders für die Soldaten beantworten.
Genau wie die Frage, warum man dort militärisch hingegangen ist.
Folgt man dem Artikel, behauptet die Bundesregierung, der Einsatz sei nötig gewesen, um keinen neuen terroristischen Angriff mehr zuzulassen.
Diese Gefahr ist also jetzt gebannt?
Deutschlands Sicherheit braucht jetzt nicht mehr am Hindukusch verteidigt werden, um an ein Wort von Peter Struck anzuknüpfen?

Bezirk erobert?

schiebaer45@
Wieso erobert?

Das Gebiet was dem eigen Volk gehört bekommt man nach Jahre Fremdherrschaft zurück.

Gründe des Versagens

Die Bundeswehr hat den Einsatz völlig in den Sand gesetzt und ist gescheitert!
Nun ist die Frage nach dem WARUM zu klären:

1. Man wollte weder richtig kämpfen und sich direkt mit Taliban-Terroristen anlegen. Stattdessen hat die Bw mit mehreren tausend Soldaten in Ihren Lagern gehockt, um dann vielleicht einen schwer geschützten Konvoi durch AFG zu schicken.
2. Die Bw war schlecht ausgerüstet. Keine eigenen Kampfhubschrauber zur Bekämpfung von Bodenzielen. Gerade einmal zwei Panzerhaubitzen vor Ort, die aber nicht genutzt wurden. Keine Leopard-Panzer für Angriffe etc.
3. Ja und dann haben wir die Bw zur Prekariatsarmee entwickelt. Statt die harten Kämpfer von einst, die mit Stolz und Tradition in den Einsatz gehen, zieht die Bw Versorgungsfälle an, die nur für das viele Geld kommen.

Es braucht doch den patriotischen Soldaten von einst, der bei der Bw, beim KSK oder auch dem SEK ausgemerzt werden soll, weil er nicht zum links-autoroären Zeitgeist von heute passt.

@ um 20:24 von falsa demonstratio

Manche müssen auch noch arbeiten und haben kaum Zeit so etwas immer wieder selbst zu recherchieren.
Zur Informationsbeschaffung gibt es deshalb doch Profis.
Journalisten usw, die dafür sogar bezahlt werden, dass sie ihre Kunden umfassend und ausgewogen informieren.

20:05 von YinYangFish

Hat der Einsatz nicht auch einen Wandel möglich gemacht, in dem z.B. Mädchen und Frauen zu mehr Bildung und Freiheit gekommen sind,
.
was meinen sie wenn die Truppen weg sind ob er dann noch Schulen gibt
Die Bevölkerung muß die Änderungen wollen und dahinterstehen
tut sie das ?

Wert?

Nein es hat sich nicht gelohnt, was hat man denn erreicht? .
Alle kleinen Veränderungen werden in kürzester Zeit von den Taliban geschleift.
Die USA/NATO muss aufpassen nicht nach am Ende von den Fundmentalisten rausgeschmissen werden. In Erinnerung an Viatnam.
Es zeigt sich das mit einem asymetrischen Zermürbungskrieg einen technisch hochüberlegen Macht besiegen kann. Vielleicht die einzige wenn auch , teuer sowohl materiell und humane Lehre.

21:04 von AbseitsDesMains...

Keine Leopard-Panzer für Angriffe etc.
.
in Afghanistan sind genug ausgebrannte russische Panzer zu sehen ....
und wie soll man einen Krieg führen
wenn man dutzende Richter, Staatsanwälte und Menschenrechtsbeauftragte im Gepäck hat
am besten gar nicht ! (auch ohne derlei Gepäck)

Die Idee war gut

Dass Afghanistan gegen die Taliban Terroristen mit einer fairen Militärtechnik nicht zu verteidigen ist, geht nicht zu Lasten der Bundeswehr.

" 59 Bundeswehrsoldaten sind

"
59 Bundeswehrsoldaten sind in Afghanistan ums Leben gekommen, zahlreiche wurden verletzt und traumatisiert.
"
->
Einer von den traumatisierten ist ein Freund von mir.

Traumatisiert wegen Taten, die seine Einheit in Afghanistan beging.

Falls jemand fragt:
Psychologische Hilfe seitens der Bundeswehr gab es für ihn nicht.

& nein. Seine Geschichte ist kein Einzelfall.
Da gibt es noch einige mehr, die recht ähnlich sind.

@ 19:25 von Nachfragerin

"Nur gebracht hat er nichts." Das können wir hier in Deutschland, die es seit 1945 gewohnt sind, in Freiheit zu leben, leicht sagen. Für sehr viele Menschen in Afghanistan waren die Jahre des Schutzes vor islamistischen Extremisten Jahre eine halbwegs normalen Lebens in Würde und Freiheit, insbesondere Frauen, die Lesen und Schreiben lernen durften, Ausbildungen machen durften. Es war der Versuch, diesen Menschen dauerhaft etwas Normalität zu bringen, die wir für uns ganz selbstverständlich annehmen. Vielleicht ist das der Nährboden dafür, dass Mütter ihre Kinder anders erziehen, im Stillen in Zukunft, natürlich unter der ständigen Androhung der Todesstrafe, für ein tolerantere, offenere Sicht der Kinder eintreten. Aber können wir einfach einem brutalen Unrechtsregime zusehen, dass die eigene Bevölkerung versklavt und grausam unterdrückt, in einem Umfang, wie es ihn in unserem Gebiet für Deutsche nie gegeben hat (für "andere" durch uns leider schon)? Wir müssen noch viel helfen.

Bundeswehrsoldaten,

derkleineBürger@
waren freiwillig und bezahlt dort.

Die Menschen die auch durch die Maßnahmen unsere Soldaten gestorben oder traumatisiert wurden hatte keine Wahl, keinen Sold und keine medizinische Hilfen.

Traumatisierung

Vielleicht wird, wenn man mal drüber nachdenkt, vielen klar, woher all die Probleme nach dem 1. und 2. Weltkrieg kamen. Vielleicht wird der Blick auf diese Zeiten milder, wenn man bedenkt, dass auch sehr viele dieser Menschen schwerst durch die furchtbaren Erlebnisse in den Kriegen traumatisiert waren. Es ist so leicht, die Generationen zu verurteilen. Sie haben erduldet, was heute nur noch einzelne Menschen in Deutschland erdulden müssen. Sie hätten Hilfe und Verständnis benötigt, ärztliche Behandlung, keine selbsternannten Richter, aufgewachsen in tiefen Friedenszeiten, Wohlstand und Freiheit. Aber auch heute werden bei uns noch viele Menschen traumatisiert, durch Unfälle, Behinderungen, Schicksalsschläge, aber auch Mobbing, selbst schon unter Kindern (z.B. Autisten, die unter dem Schlagwort der Inklusion ihren oft brutalen "normalen" Mitschülern ausgeliefert werden). Das Leben ist kein Zuckerschlecken.

@ 21:12 von sosprach

"In Erinnerung an Viatnam." Das weckt natürlich schreckliche Erinnerungen. Nein, nicht das, woran die meisten wohl denken werden. Nach dem Vietnamkrieg (der Vietkong tötete nach dem Sieg ca. 400.000 Menschen) flohen 1,6 Mio Menschen per Boot aus Vietnam, wovon eine Viertelmillionen umkam (Zahlen aus Wikipedia). Wenn es eine ähnliche Fluchtbewegung aus Afghanistan geben wird, wird es sehr schwierig. Den Menschen in ihrem eigenen Land eine erträgliche Zukunft zu geben, statt sie zu der sonst völlig verständlichen Flucht vor den Taliban zu zwingen, war eins der Ziele. Das wurde nicht erreicht. Afghanistan ist, ähnlich wie Vietnam damals, zukünftig ein Land, in dem man nicht mehr menschenwürdig leben kann. Und daher werden viele Menschen, die für sich Besseres erhoffen, fliehen. Wir, die seit Jahrzehnten (dank der USA) Besseres haben, sollten dafür Verständnis haben.

@Forengeschwätz

Was sind bitte faire Militärtechniken?

21:55 von sosprach

Was sind bitte faire Militärtechniken?

Wie beim Duell. Gleiche Bewaffnung.

rer Truman Welt

20 Jahre sinnloses Sterben! Die völlig sinnfreie Schönrederei ändert daran nichts.
Ein Trauerspiel!

Wir sollten daran denken, wenn vollmundige Politiker wieder einmal Ähnliches erzählen wie von der Verteidigung Deutschlands am Hindukusch!

Eine schwarze Stunde westlicher Politik der sog. Stärke. Ein Desaster!!

Wieviele Afgahnen wurden getötet

So schlimm es ist das 59 Bundeswehrsoldaten durch diesen unsinnigen Krieg sterben mussten.
Die Frage wieviele Afgahnen direkt oder indirekt durch die Bundeswehr und die Kriegskoalitionäre getötet wurde wird erst garnicht gestellt.
Diese Zahlen werden nie veröffentlicht werden.
Die Afgahnen deren Kinder, Frauen, Eltern, Geschwister oder Freunde durch die Kriegskoalitionäer getötet wurden werden sich jetzt rächen da es ja keine Justiz gibt die diese Kriegsverbrechen sonst aufklärt.

@AbseitsDesMains

zu 1. Einen Feind zu bekämpfen der sich der Schlacht nicht stellt ist wohl kaum mit Kampftruppen zu begegnen, raus aus dem Lager und dann?

zu 2. dennoch besser und modernen ausgerüstet als der gemeine "Taliban".

zu 3. Weil die Sinnhaftigkeit des Einsatzes dem einfachen Soldat nicht eingeleuchtet hat? War das Mitwirken in Afghanistan nicht ein Gefallen für unseren großen Freund und Verbündete die USA. Washaben wir am Hindukusch verlohren?

@Sparpaket

Ich denke weil die Amerikaner abziehen, weil sie einsehen mussten dort nichts zu gewinnen gab.
Weil die BW nicht alleine "verteidigen" kann, weil die Mehrzahl der Afghanen gar nicht verteidigt noch demokratisiert werden wollten.
Die damalige Parole, unsere Freiheit wird am Hindukusch verteidigt, scheint nicht mehr zu gelten.

Was hat man gelernt?

Wir hatten dort weder etwas verloren, noch etwas zu suchen. Ohne Schutz der US-Truppen konnte die BW dort auch gar nicht agieren. An den Verhältnissen dort hat sich nicht viel geändert und nun übernehmen die Taliban wieder Stück für Stück. Der vorherige Zustand wird bald wieder hergestellt sein. Deutschland sollte sich an militärischen Auslandseinsätzen nicht mehr beteiligen, weil diese nichts bringen, außer tote, traumatisierte und verletzte Menschen. Und an Herrn Maas: Nein, der Einsatz war nicht umsonst, aber unnütz allemal.
Ich befürchte aber, dass die politische Bewertung gegenteilig ausfallen wird, um zukünftig noch mehr im Ausland militärisch agieren zu können. Ich fürchte, dass man aus dieser klaren Niederlage nichts lernen wird, kann? will? darf?

@Barbarossa 2

Danke, jetzt habe ich es verstanden, das ist wirklich gemein.
Wer hatte nun die besseren Waffen und gegen die Regeln verstoßen?

wenn es eine Frage der freien Entscheidung jedes einzelnen Menschen ist, wo, wie und auf welche (zivile) Art und Weise er Mitmenschen in Not unterstützen möchte - und keine politische.

„Man werde "mit zivilen Mitteln das fortführen, wofür Sie so große Opfer gebracht haben"

Das ist auch alternativlos:
„Allerdings hatten die Taliban in den letzten Tagen (…) Bezirk für Bezirk erobert. Landeskenner warnen, es stehe fast alles auf dem Spiel, was in 20 Jahren Einsatz erreicht worden sei“.

„Die Bundesregierung versucht, den Einsatz schon seit einiger Zeit mit dem Argument zu verteidigen, man habe erreicht, dass kein terroristischer Angriff - wie der vom 11. September 2001 - mehr von afghanischem Boden ausgehen könne“

Das halte ich für eine Illusion. Und für das eigentliche Problem den Umstand, dass es überhaupt so weit kommen konnte, dass hier „was dran“ ist:

„militärisches Eingreifen ist aus Sicht von Maas in vielen Situationen nun einmal die Voraussetzung dafür, zivil helfen zu können“

Washaben wir am Hindukusch verlohren?

sosprach@
Diese Frage hat schon SPD Schröder und der grüne Fischer nicht beantwortet.

22:17 von sosprach

weil die Mehrzahl der Afghanen gar nicht verteidigt noch demokratisiert werden wollten.

Genau das ist des Pudels Kern. Und die Verantwortlichen wollen das nicht erkannt haben?

22:22 von sosprach

Da müssen wir die Sekundanten fragen.

@ 22:09 von sosprach

"Washaben wir am Hindukusch verlohren?" Was hatten die Amerikaner 1942 in Europa verloren? Wo wären wir heute, wenn die USA der Monroe Doktrin gefolgt wären? Wissen Sie, was aus Afghanistan ohne den Krieg geworden wäre? Was jetzt aus Afghanistan wird? Ich habe keine Glaskugel, die mir das sagt.

Ich danke allen Soldaten/Soldatinnen

und sicherlich auch die meisten Afghanen und Deutsche. Terror-Regime zu bekämpfen, Sicherheit zu fördern, trotz aller Gegner im In- und Ausland verdient meinen Respekt und meine Hochachtung.

Ein total sinnloser Militaereinsatz

Die Taliban gehen aus dem Konflikt gestaerkt hervor.

Daneben ist man fuer hunderttausende verantwortlich, die das Land verlassen wollen und dadurch dem Land als Reformkraefte fehlen.

@Forengeschwätz - Kriege sind nie "fair"

21:19 von Forengeschwätz:
"Dass Afghanistan gegen die Taliban Terroristen mit einer fairen Militärtechnik nicht zu verteidigen ist, geht nicht zu Lasten der Bundeswehr."

Was ist denn "faire Militärtechnik"? Dieselben Waffen in gleicher Anzahl auf beiden Seiten? Am besten in zwei Reihen gegenüber aufstellen und dann gleichzeitig schießen?

Ihnen scheint es an Realitätssinn zu fehlen...

Für nichts.

"59 Bundeswehrsoldaten sind in Afghanistan ums Leben gekommen, zahlreiche wurden verletzt und traumatisiert. "
Und wofür? Was hat Westen in Afghanistan erreicht? Nichts als kaputtes Staat,gefallene Soldaten Soldaten und ermordete Zivilisten. Und Taliban erobert schon jetzt die Gebiete zurück,wo die USA das Land noch nicht verlassen haben. Dieser NATO-Ensatz muss man zu 100 Prozent als gescheitert erklären und nicht schön reden. Mein herzliches Beileid allen Familien
gefallenen Soldaten ,die für nichts gestorben sind.

@Autograf - Asymmetrische Kriege gewinnt man nicht mit Waffen

>>Nur gebracht hat er nichts.<<

21:33 von Autograf:
"Das können wir hier in Deutschland, die es seit 1945 gewohnt sind, in Freiheit zu leben, leicht sagen."
> Das kann jeder sagen, der sich den Einsatz nicht schönreden muss.

"Wir müssen noch viel helfen."
> Wir müssen vor allem mit den richtigen Mitteln helfen. Mit Waffen schafft man Konflikte, die den optimalen Nährboden für Extremismus bieten.

Mit den Milliarden von Euros hätte man das ganze Land mit Geschenken fluten können. Ich bin mir sicher, dass die Taliban dann weniger Zulauf gehabt hätte als es jetzt der Fall ist.

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