Ihre Meinung zu: Wahl in Peru: Sozialist Castillo erklärt sich zum Sieger

16. Juni 2021 - 9:10 Uhr

Bei der Stichwahl um das Präsidentenamt in Peru hat sich der Linkskandidat Castillo mit hauchdünner Mehrheit zum Sieger erklärt. Die konservative Gegenkandidatin Fujimori erkennt das Ergebnis bisher nicht an.

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Kommentare

"...erklärt sich zum Sieger..."

Immer, wenn ich das lese, bekomme ich ein ungutes Gefühl.

1) Ist es nicht die Wahlbehörde, die ein amtliches Endergebnis bekannt gibt? Welche Missachtung der staatlichen Stellen haben Politiker, die "sich zum Sieger erklären"?

2) WahlKAMPF, Sieger, Verlierer... Sollten das die Begriffe sein, unter denen der Diskurs über den besten Weg resümiert wird? Und das betrifft unsere Politiker"kaste" ebenso wie die Politiker anderer Staaten.

Wahl in Peru: Sozialist Castillo erklärt sich zum Sieger...

Und es war vor allem die arme Landbevölkerung, die Castillo gewählt hat. Die Diktatorentochter Fujimori ist knapp unterlegen. Ob das jetzt für eine Wende zu sozialem und demokratischem Fortschritt reicht bleibt abzuwarten....

Es ist schon seltsam, ...

... wie schwer sich vor Allem die meist rechtsgerichteten und/ oder autoritären Machthaber damit schwer tun, Wahlergebnisse hinzunehmen. Fast automatisch wird von Manipulation, Korruption und Betrug gesprochen. Interessant ist auch, dass denen, die am lautesten schreien, Gerichtsprozesse in Aussicht gestellt sind, denen sie nur durch Immunität entgehen können. Best player bisher ist Donald Trump.

09:54 von Randerscheinung

«Interessant ist auch, dass denen, die am lautesten schreien, Gerichtsprozesse in Aussicht gestellt sind, denen sie nur durch Immunität entgehen können.»

Gegen alle noch lebenden Ex-Präsidenten in Peru gibt es Verfahren der Justiz wegen Korruption. Gegen alle … ganz egal welcher politischen Richtung.

Keiko Fujimori saß auch wegen Korruptionsvorwürfen in Untersuchungshaft. Dass sie überhaupt antreten durfte zur Wahl, war eher wenig erwartet.

Pedro Castillo … el hombre con sombrero … kannte bis kurz vor der Wahl kaum wer. Wenn, hatte er einen Namen als Organisator von Lehrerstreiks. Selbst ist er Grundschullehrer.

Beide Kandiaten sind die Extreme, so wie wenn in DEU die Entscheidung nur auf wen von der Linken, oder wen von der AfD fallen könnte. Alle anderen weniger extremen Kandidaten bekamen nicht genug Stimmen im 1. Wahlgang.

Los Fujimoris sind schon seit Jahrzehten die einflussreichste Familie in Peru. Einst Einwanderer aus Japan, die geschäftstüchtig sehr wohlhabend wurden.

es ist weder unüblich

das sich einer mit "hauchdünner Mehrheit" zum Sieger erklärt. Schließlich ist Mehrheit Mehrheit, wenn sie sich denn bestätigt. Soll einer mit 50,1% seine Niederlage eingestehen und das Amt dem "Gewinner der Herzen" mit 49,9% überlassen?
Noch verwundert es, dass der unterlegene Kandidat das Ergebnis nicht anerkennt. Und - leider - ist es auch gängige Praxis, ein unbequemes Wahlergebnis sofort mit Betrug zu erklären. "Schurken glauben leicht, dass andere es sind" (frei nach Lichtenberg).

@Randerscheinung - nicht seltsam, sonder die Norm

Es geht immer darum, das Narrativ zu bestimmen. Wer am lautesten schreit hat das gehört. Hier schenken sich übrigens rechts- und linksgerichtete Machthaber nichts. Die ideologischen Labels sind sowieso nur Makulatur, die Recht-Links-Einteilung nicht zeitgemäß. Die linken Machthaber sind auf ihre Weise faschistisch, mit einem egalitären Anstrich (George Orwell - Animal Farm: "Alle Tiere sind gleich, aber manche sind gleicher.")

„Die Tochter des autoritären Ex-Präsidenten Fujimori hat allerdings Wahlbetrugsvorwürfe erhoben und versucht auf gerichtlichem Wege, einige Stimmen für ungültig erklären zu lassen.
>> Eindeutige Belege für ihre Vorwürfe hat sie bislang nicht vorgelegt
>> Castillos Partei Freies Peru hat die Betrugsvorwürfe zurückgewiesen
>> Internationale Beobachter in Lima haben erklärt, dass die Wahlen transparent waren"

Da sollte dies hier eigentlich zu selbstverständlich sein, als dass es dieses Aufrufs überhaupt bedürfte:
„Die katholische Kirche in Peru hat die politischen Lager der beiden Kandidaten in der Stichwahl um das Präsidentenamt dazu aufgerufen, das knappe Wahlergebnis zu akzeptieren. Es gelte den Willen des Volkes zu respektieren, das sei ein Gebot der Demokratie sagte der Erzbischof von Huancayo"

Und erst recht keiner weiteren Argumente: „Andernfalls drohten gesellschaftliche Konflikte“

Das ist autokratischen Demokratieverächtern offensichtlich egal. Sie lassen es "drauf ankommen".

10:34 von frosthorn

«Noch verwundert es, dass der unterlegene Kandidat das Ergebnis nicht anerkennt. Und - leider - ist es auch gängige Praxis, ein unbequemes Wahlergebnis sofort mit Betrug zu erklären.»

Für Señora Keiko Fujimori geht es neben dem Präsidentenamt mit Macht auch um Immunität gegen die Justiz, die das Amt mit sich bringt.

Bei den Vorwürfen wegen Korruption gegen sie, die anhängig sind, drohen je nach Anklageformulierung 15 bis 30 Jahre Haft. In Untersuchugshaft war sie ja bereits.

Beklagt vor dem Wahlgericht wird ein best. Wahlbezirk mit ± 200.000 Wahlberechtigten, wo der Gegenkandidat einen weit überurchschnittlich hohen Stimmenanteil erhielt. Alle abgegebenen Stimmen sollen als ungültig erklärt werden.

Weil … weiß man nicht so recht, aber so viele können nicht mit rechten Dingen zusammenhängen. Street Fight um die Macht. Wo in Peru Politiker aller Richtungen seit Jahrzehnten irgendwie gar nichts auf die Reihe kriegen.

Aber die Fujimoris mischten + mischen immer mit auf ihre Art.

Die Sozialisten haben in den 80er

Jahren Peru schonmal an den Rand des Abgrunds gefuehrt.

Zusammen mit einem Buergerkrieg mit MRTA und Leuchtender Pfad. Ich war damals dort, weiss wovon ich spreche.

Alberto Fujimori hat Peru in eine terrorfreie Zeit mit allgemeiner Entwicklung gefuehrt.

Die Tochter waere womoeglich eine Gute Wahl gewesen.

Glückwunsch an Pedro

Glückwunsch an Pedro Castillo!
Wie es scheint, ein richtiger Sozialist und nicht jemand wie Sanchez oder Sanders, die von tagesschau gerne als solche betitelt werden.
Nun muss er verhindern, dass die Opposition das Militär zu einem Putsch anstiftet.

@IBELIN, 12:29

Die Sozialisten haben in den 80er Jahren Peru schonmal an den Rand des Abgrunds gefuehrt.[...] Alberto Fujimori hat Peru in eine terrorfreie Zeit mit allgemeiner Entwicklung gefuehrt

Ich gestehe, dass ich nicht allzu viel über Peru weiß. Aber ein blitzgescheiter Forist hat hier mehrmals geschrieben, dass Pinochet das chilenische Volk am Abgrund (an den es durch die Sozialisten geführt worden war) abgeholt und in die Freiheit und zu wirtschaftlichem Wohlstand geführt habe. Und bei diesen Ausführungen wurde mir jedes Mal schlecht.
Deshalb berührt mich Ihre Wortwahl zugegebenermaßen sehr unangenehm.

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