Kommentare - Rücktrittsgesuch von Marx: Kardinal Woelki will weitermachen

06. Juni 2021 - 10:17 Uhr

Reformer in der katholischen Kirche hatten nach dem Rücktrittsgesuch von Kardinal Marx auch auf eine Reaktion des umstrittenen Kölner Kardinals Woelki gehofft. Doch der scheint entschlossen, an seinem Amt festzuhalten.

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Kommentare

Woelki

Steht er halt irgendwann allein im Dom

Auf den symbolischen Scheiterhaufen

Dieser Mann ist einfach nur noch eine Zumutung für die katholische Kirche und gehört auf den symbolischen Scheiterhaufen. Er kann ja mit Tebartz aus Limburg eine WG der Totengräber des Vertrauens in die Kirche gründen. Es ist schon aberwitzige, dass Marx zurücktritt, der aber einer der Köpfe waren, der sich ernsthaft den Problemen gestellt hat und solche Leute einfach weiter im Amt bleiben können. Der Papst sollte solche Leute aus der Kirche verbannen und zivilrechtlich sollte man dagegen entschieden vorgehen. Mit tun alle katholisch Gläubigen Leid, dass sie so machtlos solchen Leuten ausgeliefert scheinen. Da scheint die Struktur der Kirche wirklich noch im Mittelalter zu stecken. Am besten eine eigene katholische Kirche gründen ohne diese Schandflecken und dann gleich reformiert mit mehr Rechten für Frauen in der Kirche, Aufhebung des Zölibats usw., halt eine Kirchen, die auch wieder Zuspruch findet und nicht immer mehr Austritte. Aber die Kirche lässt keine Alternative zum Austritt

Kündigen!

Worin liegt das Problem
Woelki hat die konsequenzen seines mangelhaften ( nivht) Tuns zu tragen
Nicht er hat darüber zu entscheiden. Ob „er“ zurück tritt, Woelki nuss zurückgetreten werden

Meines Erachtens ist...

...der letzte Abschnitt des Artikels derjenige, welcher größte Aufmerksamkeit verdient, falls es in Köln zu einem “Wachwechsel“ kommt.

So peinlich es mittlerweile wirkt, wenn Woelki sagt, er “wolle sich mit allen Kräften dafür einsetzen, dass die Aufarbeitung weitergeht“, dürfte er nicht zuletzt auch das Preußenkonkordat im Hinterkopf haben, welches im Falle seiner Abberufung wenigstens einen ihm ergebenen Nachfolger im Geiste gewährleisten würde.

Und sollte tatsächlich, wie es im Artikel heißt: ein Vasall Woelkis auf dessen Position folgen, der weiterhin Reformen nur ankündigt und nicht durchführt, nein: durchsetzt, wird auch der Papst schnell feststellen, dass nicht allein das Bistum Köln einen immensen Schaden nehmen wird.

Wölke scheint längst nicht

Wölke scheint längst nicht mehr der Kirche, sondern nur dem eigenen Ego zu dienen. Welch ein Kontrast zu Kardinal Marx, der mit seinem Rücktrittsantrag menschliche Größe bewiesen hat.

>>In seiner Erklärung lässt

>>In seiner Erklärung lässt Woelki aber keinen Zweifel daran, dass er sich weiter an der Spitze des größten deutschen Bistums sieht.<<

Das scheint mir nicht verwunderlich, ganz im Gegenteil: Um sich so wie Kardinal Marx zu verhalten, bedarf es eines gewissen Formates, gepaart mit menschlicher Größe. Über beides verfügt Kardinal Woelki m.E. nicht einmal ansatzweise. Leider.

Minderheit

Die Katholiken werden zu einer kleinen Minderheit in der deutschen Gesellschaft und Kirchenführer wie Kardinal Woelki tragen daran einen großen Anteil.

Glaubwürdigkeit der Kirche schon lange verspielt

Die Kirchen, vor allem die katholische, verspielen fortlaufend ihre Glaubwürdigkeit.
Dass immer mehr Menschen aus den Kirchen austreten, ist die logische Folge.
M. E. sollte der Staat eingreifen und fragen, ob man nicht ALLE Kirchen und Religionsgemeinschaften reformieren muss.
Der Staat treibt die Kirchensteuer ein und hat daher eine Mitverantwortung.
Ich könnte mir vorstellen, dass man alle christlichen Religionsgemeinschaften unter einer Religionsgemeinschaft zusammen fasst und den gesamten Apparat "schlanker" macht.
Die Bibel ist doch bei allen Religionsgemeinschaften dieselbe Bibel.

Vor allem sollten dann dabei diese absurden "alten Zöpfe" wie das Zölibat oder die Anwendung des Reizgases Weihrauch (für Allergiker ein enormes Problem) wie auch die Beichte, das Rosenkrankbeten, und einiges mehr etc. ersatzlos wegfallen.

Reformen, Einsparungen sollten nicht nur im staatlichen Bereich erfolgen, sondern auch oder vor allem auch im Bereich "der Kirche".

Rücktrittsgesuch von Marx: Kardinal Woelki will weitermachen....

Kann es sein, daß da jemand an seinem Posten klebt ?
Es kümmert ihn wohl nicht, daß die Server der Amtsgerichte in Köln vor Überlastung schon aussetzten, wegen der Nachfrage nach Terminen für Kirchenaustritten...

Mr. Heiligenschein

Damit beschleunigt er lediglich den Zerfallsprozess der katholischen Kirche.
Also letztlich gut für uns… schlecht für die Kirche.
Die Kölner werden weiterhin fleißig austreten - zurecht.

Warum?

Das letzte Gutachten hat doch Woelki entlastet. Warum sollte er auch zurücktreten? Nur weil es ein paar Journalisten so wollen?
Das sagt sogar ein Agnostiker wie ich...

Aus - vorbei

Kardinal Woelki wird bald nur noch schlechte Geschichte für die katholische Kirche sein. Woelki, ein trauriges Beispiel von Selbstüberschätzung!

Einfach die Vergünstigungen

im Grundgesetz abschaffen, die Kirche unter die nationale Strafjustizstellen, die Kirchensteuer gegen Mitgliedsbeiträge umwandeln, dann ist Ende der Diskussion!! Kein Mensch sollte vordem Gesetz "gleicher" sein. Andere Glaubensgemeinschaften hat man bei gleichen Vergehen verboten! Was ist da los, frage ich mich?

Wie sich diese Kirche nur

Wie sich diese Kirche nur erlauben kann so gewissenlos am maßgeblichen Tun und eben Nichtun eine Gesellschaft so zu zerlegen und sich dann quasi als unberührbar, sprich strafrechtlich nicht verfolgbar erklärt, weil sie sich nur kanonischem Recht unterworfen sieht. Das erinnert immer stärker an die Sonderbehandlung der Pfaffen im Mittelalter, die sich damals genauso auch an Volk und Gut schadlos hielt. Die Kirche hat für mich sich deshalb ihre Sonderolle selbst beraubt, was nun immer mehr zu ihrer Ablehnung und gleichzeitig zum Wechsel zu anderen Religionen und Sekten führen wird. Diese Folge wird zeigen, was durch das immer wieder verantwortungslose Verhalten des katholischen Klerus, in seiner selbstherrlichen Verklärung, für Staat und Volk entstehen wird. Vae victis. Aber wenigstens die Psychologen werden bald ihre Behandlungskosten leichter anerkannt bekommen, wenn den Leuten die eigentliche tiefenpsychologisch funktionierende Ansprache einer guten Predikt verloren gehen wird.

@ Margitt, um 11:15

Ein frommer Wunschtraum, den Sie da haben:

Alle christlichen Religionsgemeinschaften unter einer Religionsgemeinschaft zusammenfassen wollen.
Dazu fällt mir der sicher nicht sonderlich passende Vergleich ein:
Alle politischen Parteien zu einer Partei zusammenfassen zu wollen.
(Ich denke da gerade an die heutigen Wahlen in Sachsen-Anhalt...)

Kaum eine Institution lebt so sehr von Traditionen und ehernen Grundsätzen wie die Kirchen, gleich welcher Richtung, von denen werden die, wie wir ja derzeit beobachten (und darum dreht sich ja der Artikel), niemals Abstand nehmen.

Aber das Hauptargument gegen Ihre Vorschläge ist, dass Kirche und Staat gesetzlich getrennt sind, was u. a. am kanonischen Recht deutlich wird.

Bei aller Hochachtung für Ihre pragmatische Denkweise - vergessen Sie's.

@ 11:15 von Margitt.

"M. E. sollte der Staat eingreifen und fragen, ob man nicht ALLE Kirchen und Religionsgemeinschaften reformieren muss." Und Mehrheitsentscheidungen bestimmen dann, was die Leute glauben müssen? Schon mal was von Glaubens- und Gewissensfreiheit gehört? Kirchensteuer wird vom Staat gegen Gebühr erhoben, der Staat verdient daran. Warum soll daraus eine Verantwortung erwachsen? Wenn der Staat ein Stadion oder eine Konzerthalle vermietet, ist er dann auch verantwortlich, was darin passiert? Wenn Sie nicht wissen, was der Zölibat ist, welchen tiefen Sinn die Beichte hat, das Rosenkranzgebet (eine Art Meditation), niemand zwingt Sie dazu. Es ist der Deutschen liebste Beschäftigung, anderen vorschreiben zu wollen, was sie zu tun und lassen haben. Sie haben die Freiheit etwas anderes zu glauben. Allerdings ist das Christentum heute die am umfassendsten verfolgte Religion weltweit. Warum lassen sich Menschen für ihren Glauben verfolgen? Es ist doch soviel netter, immer der Mehrheit zu folgen.

„Gott spielt nicht“. Das gilt

„Gott spielt nicht“. Das gilt übrigens auch für Menschen, die meinen auf Grund ihres Amtes, sich nur nach ihren krankhaften Trieben leiten lassen zu können und die zurück gelassenen Opfer einfach zu leugnen. Ich bin überzeugt, Dieses Spiel wird er auch nicht mit sich machen lassen. Auch wenn da seine höchsten “Stellvertreter“ meinen, hier eine Sonderrolle spielen zu können. Die erinnern mich mit ihrem Tun, bzw. Nichttun immer mehr an mittelalterliche Fastenpriester, die mit Maultaschen (daher Herrgottsbescheißerlins genannt) oder, in dem sie Biber zu Fischen erklärten sich um die fleischlose Fastenzeit herummogelten. Die Technik ist die gleiche geblieben nur die ‘Speise‘ ist eine ganz andere geworden und mittlerweile schwimmt der Teufel im Weihwasserbecken.

Woelki ist der Bischof der in seinem Bistum

bislang am konsequentesten die Aufklärung der Missbrauchs-Skandale betrieben hat. Viele Bistümer, private und staatliche Schulen und Heime, Sportvereine etc. sind noch weit hinterher. Warum soll derjenige, der die Aufklärung massiv betreibt und das dazu auch noch zu Konsequenzen führt, gehen, bevor die Arbeit getan ist? Woelki ist glaubwürdiger, wenn er nach getaner Arbeit dann, auch wenn ihn kein wesentliches persönliches Verschulden trifft, zurücktritt. Aber noch soll der Besen kehren. Wir täten gut daran, in allen Bereichen, auch staatlichen, ähnlich zu handeln. Wir wissen längst, dass Kindesmissbrauch ein gesamtgesellschaftliches Problem ist, wo jeder in seinem Bereich auch gerne mal wegsieht, insbesondere in der Familie. Warum sollten Bischöfe anders sein? Die Macht der Kirche, die Grundlage dafür den Missbrauch war, ist schon seit Jahren dahin. Die Gefahr liegt jetzt, neben der Familie, woanders, im Sport, im Entertainment, überall wo Kinder unter Erfolgsdruck stehen.

@ supermarci. 11:28

"Damit beschleunigt er lediglich den Zerfallsprozess der katholischen Kirche.
Also letztlich gut für uns… schlecht für die Kirche.
Die Kölner werden weiterhin fleißig austreten - zurecht."

Wie definieren Sie "uns"? Ich bitte Sie mich hier auszuklammern. Desweiteren wüsste ich zu gerne, welchen persönlichen Vorteil Sie für sich von eimem möglichen Zerfall der katholischen Kirche, so wie Sie fabulieren ableiten. Was tut Ihnen denn die Kirche? Niemand wird zum Glauben gezwungen.

Die Parallelen zur Politik sind unverkennbar

Mit verbissener Ignoranz und selbstgefälligem Auftreten, allein dem persönlichen Machterhalt geschuldetem Festhalten an überkommenen Strukturen arbeiten beide „Institutionen“ mit blindem Trotz am eigenen Untergang. Sie sind ja nicht völlig verblödet, wissen also um die zwingend notwenigen Veränderungen, aber das so fein gewobene Netz von Kontakten funktioniert doch so schön. Eben diese Kontakte zu Wirtschaft und Kapital halten das Konstrukt noch am Leben und bedauerlicherweise sehen diese stützenden, machtvollen Kapitalhalter auch nicht, wie sie an der eigenen Zerstörung und der unserer Gesellschaft arbeiten. Leider sind die folgsamen Bürger genauso wenig bereit, die unumgänglichen Veränderungen in Wirtschaft, Gesellschaft und Lebensart anzugehen, also steuert man sehenden Auges auf die Katastrophe des zerstörten Planeten zu. Wenn es zu spät ist wird das Gejammer groß sein, ich befinde mich schon sehr deutlich in der zweiten Lebenshälfte, wohl nochmal Glück gehabt.

Hier kleben welche am Stuhl

Mich wundert hier nichts mehr. Bereinigung sieht anders aus. Die katholische Kirche ist schon tot.

Es ist klar dass Woelki nicht

Es ist klar dass Woelki nicht freiwillig zurücktritt.
In einem ordentlichen privaten Betrieb würde ihm wegen seiner Verfehlungen ordentlich gekündigt werden. Tatsächlich muß natürlich in der Kirche nach Kirchenrecht vorgegangen werden, welches ich nicht kenne. Ob der Papst ihn ohne ein größeres Verfahren entlassen oder abberufen kann weiß ich nicht. Was er kann, da bin ich mir sicher, ist ihn nach Rom zu beordern. Genau das sollte in diesem Fall geschehen, bevor die Kirchen mangels Mitglieder tatsächlich noch leerer werden.
In meiner eigenen Verwandtschaft gibt es Personen die der Kirche vertrauen. Diese tun mir sehr leid, denn austreten würden sie niemals, aber sie müssen sich doch sehr an der Nase herumgeführt vorkommen.

Gut so!

Sehr schön das Kardinal Woelki so auf seinem Stuhl klebt und zeigt wie ehrlich die katholische Kirche ist. Es wird höchste Zeit das religiöse Einrichtungen besser kontrolliert werden und wenn nötig auch geschlossen werden. Man muss auch nicht Mitglied einer Kirche sein um an etwas zu glauben.

Unehrenhafte Entlassung

Eigentlich sollte Wölki nicht zurück treten , sondern unehrenhaft entlassen werden, denn er hat seiner Organisation, der katholischen Kirche großen Schaden zugefügt.
Ein Name der im Zuge der Berichterstattung zum Thema Missbrauch zu selten auftaucht, ist der des Hamburger Bischofs Hesse.
Dieser hat sich jahrelang für mehr muslimische Migration nach Deutschland eingesetzt, vermutlich um von seinen Verstrickungen abzulenken.

Woelki

ein klares Beispiel für das Festhalten an der sogenannten Macht und nicht für das Wohle der Kirche, oder dem Menschen an sich! Es gibt Aussagen von diesem Menschen, die man nur erfährt, wenn man Menschen in seiner Nähe kennt und diese Aussagen zeigen sein wahres ICH. Er war nie ein guter Mensch und will es auch nie werden.

Die katholische Kirche kennt nur eine Sprache: Geld.

Und diesen Geldhahn kann man meines Erachtens nur durch einen Kirchenaustritt abdrehen. Für mich gilt: Wenn ich nicht austrete, mache ich mich mit den Tätern gemein. Dafür wird mich der Herrgott eines Tages zur Rechenschaft ziehen.

@ Autograf, um 12:05

Solch hehre Absichten, wie Sie sie dem Kölner Kardinal unterstellen, sehe ich da nicht.
Grund:
Das Gutachten, dessen Aussage im Kern darin besteht, das Woelki sich nichts habe zu Schulden kommen lassen.
Und da stehen - ich weiß nicht wie viele - missbrauchte Menschen seit Jahren auf verlorenem Posten und müssen zusehen, dass von Seiten der Kirche nichts geschieht, um eine Aufarbeitung zu betreiben und die Beschuldigten zur Rechenschaft zu ziehen.

Woelki wird nicht “aufarbeiten“, das hätte er längst gekonnt;
nein, dem Besen fehlen die Borsten.

Ihr Hinweis auf Kindesmissbrauch in der Gesellschaft ist zwar richtig, steht aber auf einem ganz anderen Blatt.

Woelki sollte bleiben...

der Umgang mit dem Kardinal mutet langsam einer modernen Hexenverfolgung an !
es wird gesucht und gesucht, ob man ihm nicht doch aus irgendeinem eventuellen Fehlverhalten einen "Strick" drehen könnte...
Er hat weder selbst mißbraucht ,noch in seinem Amt bewußt und systematisch Vertuschung betrieben. Es geht hier vielen nicht mehr um die Sache selbst sondern lediglich um ihre eigenen Interessen... Das eigentliche Problem für viele ist seine konservative Haltung in Bezug auf kirchliche und religiöse Sachverhalte. Auch für ihn gilt "Barmherzigkeit", und "wer ohne Sünde ist,werfe den ersten Stein" !
Hier sind Kräfte am werk ,die eine andere Kirche wollen und den Bruch mit der Tardition. Und auf diesem Altar der Moderne soll Woelki "geopfert werden...

Die Katholische Kirche war

Die Katholische Kirche war noch nie glaubwürdig.
Seit jeher dient sie sich selbst und sonst niemandem.
Wie sonst ist 2000 Jahre Leugnung der Naturwissenschaften zu verstehen?
Nächstenliebe und Inquisition? Das hat noch nie zusammen gepasst.

Rücktrittsgesuch von Marx?

Für mich ist das jetzt das Erkenntnis durch jahrelange nicht guten Entscheidungen nicht ausreichend an der Verhinderung und Aufklärungen der Verbrechen mitgewirkt zu haben.

Ein „Vereinigung“ die so viel Verbrechen begangen und mit der Organisation vertusch und die Aufklärung verhindert hat sollte doch eigentlich von dem Innenminister verboten oder vom Verfassungsschutz beobachtet werden?

Warum gibt’s diesen Antrag noch nicht?

Reformation 2.0

Vielleicht wäre es wirklich ein Gedankenspiel, dass es kurz nach dem Lutherjahr mal wieder zu einem großen Wurf in der Kirchen kommen könnte: Man stelle sich einfach mal vor, es würden sich wirklich Katholiken ausgründen, eine neue zeitgemässe Kirche schaffen, die dem Glauben treu bleibt, aber mit mehr Rechten für Frauen inclusive Priesterinnen und Aufhebung des Zölibats den Anforderungen an eine moderne Kirche gerecht wird. Meiner Meinung nach ist das Zölibat nun mal nicht natürlich und führt dann auch dazu, dass es überdurchschnittlich viele Missbrauchsfälle in der katholischen Kirche gibt und dies ja hauptsächlich in homosexueller Ausprägung. Ich finde, dass ein verheirateter Priester, übrigens egal ob Herero- oder Homosexuell, allein auch mit seiner Beziehungserfahrung mehr im Leben steht und den Gläubigen dann auch wertvolleren Rat geben kann.

Eigentlich müsste er

zurücktreten, denn er ist Teil der Problematik.
Aber Herr Woelki sieht sich selbst leider als Teil der Lösung. Und er hat die Ochsentour hinter sich.
Jetzt ist er ziemlich weit oben in der Hierarchie und da geht es ihm wie vielen Politikern, die nicht den Weg in's Private finden.

Ein "Diener" Gottes?

Nein, ein reiner Diener seines Egos!
Wer in Gottesdienste abgehalten von diesem Mann geht, sollte seinen Glauben hinterfragen. Denn dieser Mensch hat nichts, rein gar nichts mit Nächstenliebe zu tun!

Grusig!

Vorsicht!

Es ist immer ratsam, die Dinge aus einer gewissen Distanz zu betrachten, insbesondere wenn Verallgemeinerungen und Vereinfachungen im Spiel sind. Wenn etwa der Experte Schüller SCHÄTZT, dass das Tischtuch zwischen Woelki und DEN Gläubigen seines Bistums tief zerschnitten sei, dann dürfte diese Aussage einer genaueren Betrachtung ziemlich sicher nicht standhalten. Überhaupt scheint Woelki zu einer Art Feindbild auserkoren worden zu sein. Frei nach dem Motto: Wenn der erst weg ist, dann sind sämtliche Probleme der Kirche gelöst. Und das ist doch sehr deutlich zu bezweifeln!

@ Rainer Bros 12:45

"Es geht hier ... um ihre eigenen Interessen"
Das stimmt, aber trifft das nicht auch für die erzkonservativen Leute zu, die eben Tradition über alles stellen, auch über die Vernunft? Schon die Ernennung von Kard. Meisner war von DIESEN Interessen geprägt, dasselbe galt für Kard. Woelki.
Übrigens: Wo sehen Sie eine praktizierte "Barmherzigkeit" der Kirche mit etwaigen Kirchenkritikern aus den eigenen Reihen? Ich sehe da mehr Gnadenlosigkeit.

@Rainer Bros

Sorry, aber den Strick dreht er sich ja wohl selbst. Geheimhaltung von Gutachten, die ja wohl dann nicht gerade für seine Entlastung sprechen. Der Kern der Kirche ist der Glaube aber nicht die teilweise mittelalterliche Organisation und solche Leute wie Woelki, die keinen breiten Rückhalt mehr in der Gemeinde geniessen, gehören nicht in ein verantwortungsvolles Amt mit Vorgesetztenfunktion. Barmherzigkeit gerne: Er kann gerne in einem Kloster leben, super versorgt, sich jeden Tag nur auf seinen Glauben konzentrieren, beten, aber bitte nicht unsäglich gegen alle Wiederstände an seinem Amt kleben wie eben damals der gute Tebartz aus Limburg, oder fanden Sie den auch so toll wie Woelki, weil er der Tradition folgte, als Kirchenboss in Saus und Braus leben zu müssen?

@ Rainer Bros, um 12:45

Da habe ich aber beim Lesen Ihres Kommentars den Atem anhalten müssen.

Abgesehen davon, dass ich den Begriff “Hexenjagd“ spätestens seit Trump für vollkommen out halte:
Sagen Sie das, was Sie hier geschrieben haben, doch einmal einem Missbrauchsopfer, und hören Sie sich dessen Sichtweise an.

Sie sollen Ihren christlichen Glauben, den Sie hier offenbaren, haben und leben.
Doch vergessen Sie bitte nicht, dass es christliche Pflichten und Verantwortung gibt, die weit über mögliche persönliche Verfehlungen eines Kardinals hinausgehen.

“Woelki soll auf dem Altar der Moderne geopfert werden“.
Da verdrehen Sie letztendlich Ursache und Wirkung.

Die heiligen Traditionen

Mittlerweile gewinne ich den Eindruck, dass der Missbrauch von Schutzbefohlenen in der kirchlichen Obhut wohl eine gewisse Tradition inne haben muss.

Konnten solche Vorgänge zurückliegend in der sakralen Abschottung und der viel stärkeren Ausübung von Macht nie ans Licht der Öffentlichkeit gelangen, so ist heute der Schleier darüber gelüftet, weil die Opfer den Mut gefasst haben über diese Vergehen in allen Einzelheiten zu berichten.
Dass dies nun den rückwärtsgewandten Traditionellen mit steter Abwehr von Reformprozessen so gar nicht in den Kram passt, ist die Konfliktebene die sich heute vor unseren Augen abspielt.

Dies äußert sich in Medienschelte, Ermittlungsblockaden sowie das Ausgrenzen vermeintlicher Nestbeschmutzer, wogegen zum Täterschutz kaum vernünftige Antworten kommen. Das Leid der Opfer nimmt dagegen eine eher untergeordnete Rolle ein, was den christlichen Ansatz gewaltig in Schieflage bringt.

Selbst die darauf beruhenden Austritte beeindrucken die Hardliner nicht.

@Autograf

Sorry, das mit dem Missbrauch sehe ich entschieden anders. Es ist ja nun wirklich evident, dass in der Kirche, die das Zölibat predigt, hauptsächlich männliche Kinder missbraucht werden. Es liegt auch nahe, dass sich bei einer solchen Struktur eher homosexuelle Männer der katholischen Priesterschaft anschliessen wollen, als heterosexuelle Männer und immer diese Verharmlosung.... Klar gibt es Kindesmissbrauch in der gesamten Gesellschaft, es kommt aber massiv in der katholischen Kirche mit ihren mittelalterlichen Strukturen vor. Und es geht ja nicht um Bischöfe, wie von Ihnen hier erwähnt, sondern generell um katholische Priester und natürlich sollten die doch eher ein gutes Beispiel und Vorbild sein, sie meinen aber, die können ruhig genauso schlecht sein, wie die gesamte Gesellschaft?

@ Rainer Bros

Woelki sollte bleiben...der Umgang mit dem Kardinal mutet langsam einer modernen Hexenverfolgung an !

Das haben Sie aber schön umgemünzt. Im Mittelalter ging die Hexenverfolgung von der Kirche aus und jetzt komplimentieren Sie die kirchlichen Oberen in die Opferrolle? Keine Sorge, Herr Woelki mag vielleicht sein Amt einbüßen, mit höheren Temperaturen muss er aber nicht rechnen.

@R. Bros

Mit Hexenverfolgung und Inquisition kennt sich die katholische Kirche aus. Der Herr Woelki soll ja nicht auf den Scheiterhaufen.
So viel Sünde, so viel Verbrechen verdient keine Barmherzigkeit. Das gilt die gesamte Institution.

@ 12:44 von harry_up

Es gibt bislang keinen Hinweis, dass Woelki sich persönlich etwas hat zu Schulden kommen lassen. Das Gutachten tut genau das, was sie Fordern: Es nennt mit Namen diejenigen, die sich etwas haben zu Schulden kommen lassen. Sind wir in einer Welt, wo ein Opfer irgendeinen Schuldigen braucht, egal ob er schuldig ist oder nicht? Leben wir noch in den Zeiten, wo sich die Menge Irgendeinen schnappt, der gerade am Tatort ist und lyncht? Die missbrauchten Menschen haben ein Recht daruf, dass das Unrecht aufgearbeitet wird und die Schuldigen festgestellt werden. Irgendeinen, der nichts damit zu tun hat, als symbolisches Opfer zu bestrafen, bringt gar nichts. Woelki betreibt also die Aufarbeitung - was werfen Sie ihm den vor? Woelki wird angegriffen, weil er ein Konservativer ist, der sich zudem nicht wegduckt wie so viele, sondern versucht aufzuklären. Alle anderen, insbesondere die Vertuscher in Staat, Vereinen und Kirchen, halten sich schön still ...

12:45 von Rainer Bros

"Hier sind Kräfte am werk ,die eine andere Kirche wollen und den Bruch mit der Tardition. Und auf diesem Altar der Moderne soll Woelki 'geopfert werden..."

Das ist ein ziemlich simples und leicht durchschaubares Rezept, dem Sie da folgen: Zuerst wird die Mehrheit der Kritiker in Bausch und Bogen diskreditiert, und dann dreschen Sie auf dieselben Kritiker kräftig ein. Keine Rede von dem Leid, das Priester verursacht haben.

Aber hier geht es gar nicht mehr um die persönliche Beteiligung an den Verbrechen, die sich Vertreter der Geistlichkeit haben zuschulden kommen lassen. Das Thema ist die Frage, ob Woelki gewillt und fähig ist, die Reformen anzustoßen, die notwendig wären, um der katholischen Kirche das Vertrauen ihrer verbleibenden Mitglieder zu erhalten.

Freilich: Auch da haben Sie vorgebaut. Eine "andere Kirche" wollen Sie nicht, und Reformen sind des Teufels. Nun - wenn es dabei bleibt, werden die Katholiken wohl über kurz oder lang zu einer exotischen Splittergruppe schrumpfen

11:15 von Margitt.

Sicher haben sie recht, dass sich alle Christen auf die Bibel berufen, dennoch gibt es zwischen den christlichen Religionsgemeinschaften elementare Unterschiede.
Wann immer sie zuletzt Kontakt zur katholischen Kirche hatten, wirklich beschäftigt scheinen sie sich mit den Glaubensinhalten wohl nicht zu haben und sollten dann mit ihren Vorschlägen zurückhaltender sein.
Hier geht es aber um Woelki, der nicht den Eindruck hinterlässt , die Kirche voranzubringen und attraktiv zu machen, sondern sich hinter Tradition und Amt versteckt. Marx hat auf mich immer diesen Eindruck gemacht, dass es ihm wirklich ein Anliegen ist, dass die Kirche im Jetzt einen Platz hat.
Und es ist in gewisser Weise tragisch, dass die Reformwilligen aufgeben und damit den Betonköpfen das Spielfeld überlassen.

Am 06. Juni 2021 um 11:15 von Margitt.

Zitat: Vor allem sollten dann dabei diese absurden "alten Zöpfe" wie das Zölibat oder die Anwendung des Reizgases Weihrauch (für Allergiker ein enormes Problem) wie auch die Beichte, das Rosenkrankbeten, und einiges mehr etc. ersatzlos wegfallen.

Gehe ich recht in der Annahme, dass Sie nicht katholisch sind? Ich übrigens auch nicht (mehr).

Ich frage mich, was gehen uns innerkirchliche Angelegenheiten an?

Wer wird gezwungen, Priester zu werden und sich den Zölibatsregelungen zu unterwerfen? Wer wird gezwungen die Messe zu besuchen und sich dem Weihrauch auszusetzen (den ich übrigens aus meiner aktiven Zeit noch als sehr erhebend in Erinnerung habe). Wer wird gezwungen zu beichten und den Rosenkranz zu beten?

Ich denke, dass viele Katholiken den Weihrauch im Hochamt nicht missen wollen, dass ihnen die Beichte hilft, ihre Handlungen zu reflektieren, dass ihnen der Rosenkranz zu einer meditatiinneren Einkehr verhilft.

Nochmals die Frage: Was geht es uns an?

12:43 von Margareta

Richtig, was sie schreben. Wenn die kirchliche Selbstverwaltung aus dem Grundgesetz verschwindet und der Staat die Strafverfolgung in die Hand nimmt, wird sich hier etwas ändern. Die Gründe, warum wir Kirchensteuern zahlen sind längst abgegolten. Mit Christentum hat vieles, was sich in den Kirchen zugetragen hat, nichts zu tun. Die Kirchen sind Konzerne, die mit staatlichen Mitteln, also unseren Steuergeldern, künstlich an der Macht gehalten werden. Das ist nicht gut, es ist Menschenverachtend und einfach widerlich. Auch ein Herr Woelki steht nicht über dem Gesetz. Politiker werden aus viel banaleren Gründen ihres Amtes enthoben oder treten freiwillig zurück.

10:42 von baumgart67

"Dieser Mann ist einfach nur noch eine Zumutung für die katholische Kirche und gehört auf den symbolischen Scheiterhaufen."

,.,.,

Dieser Satz entlarvt Sie.

"Scheiterhaufen" - das schwebt Ihnen also vor.
Symbolisch ermorden, unter symbolischen Qualen.

Auch wenn ich selber sehr hoffe, dass Woelki seinen Platz räumen muss - dermaßen abartige Phantasien, in denen Sie sich ergehen, sind für mich unfassbar und unmenschlich.

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