Ihre Meinung zu: Große Koalition einigt sich bei Lieferkettengesetz

27. Mai 2021 - 19:23 Uhr

Die Große Koalition hat lang und erbittert über das Lieferkettengesetz gestritten, zwischenzeitlich drohte es gar zu scheitern. Nun aber kann es wohl doch noch vor der Bundestagswahl beschlossen werden. Von Kai Küstner.

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Kommentare

Verpflichtend für Unternehmen ab 3000 aufwärts

Es geht in die richtige Richtung, doch zahnlos erscheint das Gesetz.
Welche Handvoll Unternehmen es betreffen wird, wenn es erst ab 3000 MA greift?
Die Groko versucht nun schnell noch reine zu machen.
Das Lieferkettengesetz gehört überarbeitet.
Damit es auch wirklich einen Effekt hat.

Das Gesetz zu den

Das Gesetz zu den Lieferketten ist keine leichte Angelegenheit. Es mag zwar gut und richtig sein menschenwürdig zu produzieren, aber wenn wir das einzige Land mit einem solchen Gesetz sind fallen wir bald hinten runter.
Menschenrechte und Arbeitsbescheinigungen sind wirklich wichtig.
Aber sollten wir deutschen die einzigen sein, die sie einfordern, werden solch „belastete“ Güter einfach vom Ausland aus hier eingeführt.
Solche Gesetze zu Lieferketten müssten daher nur unbedingt auf europäischer Ebene beschlossen und verabschiedet werden sonst geht der Schuß nach hinten los.

@ th711

"Solche Gesetze zu Lieferketten müssten daher nur unbedingt auf europäischer Ebene beschlossen und verabschiedet werden sonst geht der Schuß nach hinten los."

Absolute Zustimmung.

Lieferkettengesetz

Wer glaubt denn ernsthaft das insbesondere in China , Afrika , Indien und viele Länder mehr, es möglich ist, Kinderarbeit aufzudecken und zu unterdrücken oder auch für Lohngleichheit usw. zu sorgen ? Wer einmal in einem so großen Land war , der versteht auch , das die Stätten die keiner sehen soll, auch keiner sehen wird ! Diesbezüglich haben solche Länder viele Möglichkeiten und die Einkäufer keine !

Europäischer Gesetzentwurf

Hier bitte:
Am 10. März 2021 hat das Europäische Parlament einen Gesetzesvorschlag für ein europäisches Lieferkettengesetz beschlossen. Parallel treibt auch die EU-Kommission eigene Pläne für ein Lieferkettengesetz auf europäischer Ebene voran.

Im Juni 2021 will die EU-Kommission einen Legislativvorschlag zu Sorgfaltspflichten zum Schutz von Menschenrechten und der Umwelt in der Lieferkette vorlegen. Die mit einem hohen Risiko behafteten KMU soll die EU-Kommission definieren. ...06.04.2021
https://bdi.eu/artikel/news/auf-dem-weg-zu-einem-europaeischen-
lieferkettengesetz/

Augenwischerei

Von wegen Lieferkette.
Missstände bei mittelbaren Lieferanten zwingen das Management nur zum Handeln, wenn es "substantielle Kenntnisse" von diesen Pflichtverletzungen hat.

Da wird dann einfach in der dritten Welt ein Unternehmen dazwischen geschaltet werden und das Unternehmen in Deutschland ist fein raus.

@ Kock Viele Verbrechen sind

@ Kock Viele Verbrechen sind schwer aufzudecken. Soll man deshalb nicht versuchen sie aufzudecken und zu verfolgen?

Gut gemeint ist das Gegenteil von gut

Als ich vor 30 Jahren vor der Frage stand, ob wir in großen Stil Textilprodukte in Bangladesch herstellen sollten, habe ich nach zwei Besuchen abgelehnt. Zu entsetzlich erschienen mit die Bedingungen unter denen die Arbeiterinnen schuften mussten. Das war unter Gesinnungsethischen Aspekten völlig richtig. Meine Hauptkonkurrenten entschieden anders und verlegten ihre Produktion von China nach Bangladesch. Und schufen viele hunderttausend Arbeitsplätze-für Frauen -. Diese Frauen wurden von ihren Männern wirtschaftlich unabhängig. Und konnten erstmals mitbestimmen wieviele Kinder sie bekamen. Das Bevölkerungswachstum verlangsamte sich seitdem stetig. Die Armut in Bangladesch hat sich in den letzten 10 Jahren schneller verringert, als in Indien!
Keine Frage . Vieles ist weiterhin schlimm in Bangladesch. Aber. Wären meine damaligen Konkurrenten meinen Beispiel gefolgt, wären diese Ergebnisse nicht erzielt worden.
Das Lieferkettengesetz ist deshalb gut gemeint, aber das Gegenteil von gut.

„nun soll das Lieferkettengesetz kommen. Für viele Firmen hat es weitreichende Folgen. Sie müssen bald genauer hinschauen, wie sauber ihre internationalen Zulieferer arbeiten“

Und wenn sie das (genauer hinschauen) nicht „dürfen“, müssen sie sich eben nach anderen Zulieferern umschauen, die es ihnen ermöglichen sich zu vergewissern, dass sich dort an die grundlegenden Regeln der Fairness gehalten wird - allgemeinen wie gesetzlichen.

Wobei die Frage, ob diese Lieferketten und die dadurch geschaffenen Abhängigkeiten - insbesondere die unter den in Zulieferbetrieben in den sogenannten Entwicklungsländern Beschäftigten - überhaupt wirklich nötig sind bzw. das dort Produzierte in der derzeit üblichen Art und Menge und unter den dem vorherrschenden Verständnis von Arbeitsteilung geschuldeten Arbeitsbedingungen (insbesondere was die dabei anfallenden Transportwege angeht) für das Funktionieren des globalen Gemeinwohls und -wesens wirklich unverzichtbar ist nicht aus dem Blick geraten sollte.

Dann darf aber kein Unternehmen mehr ...

Geschäfte mit den Chinesen machen, denn dort herrschen die schlimmsten Verhältnisse was das Arbeitsrecht und Ausbeutung der Arbeiter angeht. ABER ...
die deutsche chinesische Wirtschaftsprovinz ist ja schon wie auch halb Europa von China abhängig, da wird sich nicht viel ändern.

...ttestEineMeinung #Kein grosser Wurf

Ich hätte mir mehr gewünscht, aber hier ist wohl mal wieder das Bohren dicker Bretter angesagt.

Die Unionsparteien werden - wie üblich - als Erfolg für sich verbuchen, dass sie sich überhaupt ein wenig in die richtige Richtung bewegt haben.

Die SPD als Initiator diese Gesetzes ist, staatstragend wie so oft, einen Kompromiss eingegangen und wird dafür - auch wie üblich - abgestraft werden, dass er nicht weit genug geht.

Immerhin - ein Anfang ist gemacht!

Deutsche Firmen haben keine

Deutsche Firmen haben keine Handhabe gegen Arbeitsschutzgesetze im Ausland. Nur die dortigen Regierungen und Gewerkschaften haben wirklich Einflussmöglichkeiten.

@th711:

Wir sind nicht alleine - EUweite Initiative - und sich hinter "Hannemann, geh Du voran ..." zu verstecken, wäre feige. - Im übrigen ist jeder Mensch und jedes Amt aufgefordert, sich beim Kauf auch nur irgendeines Artikels selbst Gedanken über die Herkunft und Art der Herstellung zu machen und seine eigene Entscheidung zu treffen. - "Was Du nicht willst, das man Dir tu, das füg' auch keinem anderen zu" - auch nicht mittelbar. -

Heißt: Sie werden ganz eingehalten oder gar nicht.

„Die Verpflichtung greift ab Anfang 2023 zunächst für eine Unternehmensgröße von 3000 Beschäftigten aufwärts. Wie das ARD-Hauptstadtstudio aus gut informierten Kreisen erfuhr, wird die Zahl der Firmen, die das betrifft, mit dem nun erzielten Kompromiss noch einmal erhöht, weil auch ausländische Unternehmen mit Sitz in Deutschland darunter fallen. Zuvor war kritisiert worden, dass nur jede tausendste deutsche Firma unter die Regelung falle“

Und Unternehmen mit 2.999 Mitarbeitern und darunter dürfen die auch weiterhin bzw. nach 2023 nach Herzenslust ausbeuten?

Solche Tricks einer offensichtlich lobbygesteuerten Politik, die die meisten auf den ersten Blick wohlklingenden Gesetze bzw. „schön aussehenden“ umgehend als Mogelpackung enttarnen sollten eigentlich niemanden mehr überraschen, aber gerade in diesem Fall ist diese erbarmungslose Kaltschnäuzigkeit besonders desillusionierend. Und vor allem enttäuschend (Betonung auf dem „ent-“).

20:49 von zöpfchen

dieser aussage schliesse ich mich vollumfänglich an. leider kann ich das hier nicht in so schöne und treffende worte kleiden!

Jetzt bringt man seine Projekte zum Abschluss

Die GroKo hat einige Projekte angestoßen und jetzt ist es an der Zeit, sie zum Abschluss zu bringen. Und beim Lieferkettengesetz ist das gar nicht so schlecht gelungen.
Im September ist die neue Wahl und das Mandat zum Gestalten der Politik ist nur auf Zeit vergeben. Auch wenn die Autokraten dieser Welt darüber schmunzeln, das ist Demokratie.

@ zöpfchen. 20:49

Vielen Dank für Ihren sachlich versierten Beitrag. Sie sprechen mir aus der Seele. Um die Situation der Menschen in Südostasien beurteilen zu können, muss man vor Ort gewesen sein. Es gelten dort andere Maßstäbe. Ich kann das beurteilen, glauben Sie mir. Nochmals vielen Dank.

@ 19:49 von th711

"Wir deutschen" sollen nicht die einzigen sein, aber es steht uns doch gut zu Gesicht, zu den ersten zu gehören und Initiator für andere zu sein.

Kontrolle - das falsche Instrument gegen Kinderarbeit

@27. Mai 2021 um 20:01 von Peter Kock
Lieferkettengesetz
"Wer glaubt denn ernsthaft das insbesondere in China , Afrika , Indien und viele Länder mehr, es möglich ist, Kinderarbeit aufzudecken und zu unterdrücken ... (denn) die Stätten die keiner sehen soll, auch keiner sehen wird ! Diesbezüglich haben solche Länder viele Möglichkeiten und die Einkäufer keine !"

Mal abgesehen davon, dass LOKALE Einkäufer (=grosse Mehrheit) ohnehin regelmässig kein Interesse an der Kontrolle der Kinderarbeit haben. NEIN.
Die beste Waffe gegen Kinderarbeit ist eine geringe Fertilität. Und die ist nur mit wirtschaftliche Entwicklung und hoher Frauenerwerbstätigkeit zu haben. In China gibt es kaum noch Kinderarbeit. Warum? Weil die Eltern ihr einziges Kind niemals zum Arbeiten schicken würden, denn dann verdient es niemals genug um die Eltern im Alter zu versorgen. Nicht ganz unwichtig in einem Land mit miserabler Altersversorgung.
Das Lieferketten bremst die wirtschaftliche Entwicklung!

Schönes Gesetz

In der Praxis gibt es nur 2 echte Alternative:
1. Man produziert alles zu 100 % in Europa/Deutschland oder 2. man lässt es wie es ist. Wie sollen Unternehmen in Europa/Deutschland dies (Lieferketten) in Drittländern effektiv kontrollieren? ... m.E. gar nicht!

von danke Wuhan 22:07

Natürlich-das Lieferkettengesetz ist wirksam. Aber nicht für die Beschäftigten in der Dritten Welt.
Jetzt fehlt nur noch von Freiheit zu reden....

Große Koalition einigt sich bei Lieferkettengesetz....

Und was ist die Einigung ? Ein Prozent der Firmen stehen in der Verpflichtung.
Warum, wenn deutsche Unternehmen so gut sind ?

@ th711

Das Gesetz zu den Lieferketten ist keine leichte Angelegenheit. Es mag zwar gut und richtig sein menschenwürdig zu produzieren, aber wenn wir das einzige Land mit einem solchen Gesetz sind fallen wir bald hinten runter.

Nein, wir fallen hinten runter, wir sind klein, wir können eh nix bewirken. Wir tun erst etwas, wenn alle anderen auch was tun.


Menschenrechte und Arbeitsbescheinigungen sind wirklich wichtig.
Aber sollten wir deutschen die einzigen sein, die ...

Nein. Also doch nicht so wichtig. Erst das Geld und dann die Menschenrechte? Ist vielleicht besser.
Wir haben eine gute Entschuldigung, wir können nichts tun und brauchen kein schlechtes Gewissen haben.

@ DerOstbayer

Schönes Gesetz. In der Praxis gibt es nur 2 echte Alternative:
1. Man produziert alles zu 100 % in Europa/Deutschland

Kaffee? Tee? Baumwolle?


... oder 2. man lässt es wie es ist.

Ja, wir können ohnehin nichts tun. Wir machen einfach immer so weiter. Menschenrechte kosten nur unser Geld.

@ Peter Kock

Wer glaubt denn ernsthaft das insbesondere in China , Afrika , Indien und viele Länder mehr, es möglich ist, Kinderarbeit aufzudecken und zu unterdrücken oder auch für Lohngleichheit usw. zu sorgen ?

Niemand. Und deshalb kann man auch nichts machen und es wird sie nie was ändern. Weil alle Menschen so fatalistisch sind.

@ zöpfchen

Mal abgesehen davon, dass LOKALE Einkäufer (=grosse Mehrheit) ohnehin regelmässig kein Interesse an der Kontrolle der Kinderarbeit haben. NEIN.
Die beste Waffe gegen Kinderarbeit ist eine geringe Fertilität.

Ich kenne sonst niemanden, der diesen Begriff aus der Tierzucht verwendet, wenn es um Menschen geht. Ihre Respektlosigkeit hat etwas entwaffnendes.

22:10 von Opa Klaus @ zöpfchen. 20:49

Vielen Dank für Ihren sachlich versierten Beitrag. Sie sprechen mir aus der Seele. Um die Situation der Menschen in Südostasien beurteilen zu können, muss man vor Ort gewesen sein. Es gelten dort andere Maßstäbe. Ich kann das beurteilen, glauben Sie mir. Nochmals vielen Dank.

Schließe mich ihrer Meinung an. Sehe ich auch so.

23:10 von danke Wuhan

Wir haben eine gute Entschuldigung, wir können nichts tun und brauchen kein schlechtes Gewissen haben.
.
hat es nicht jeder zu einem gewissen Teil selber im Griff ?
ein T Shirt für 2 Euro gibt es eben bei Trigema nicht
warum ?
das kann jeder für sich selbst entscheiden und entsprechend zugreifen
Zugegeben bei Kaffee und Kakao wird es schwieriger,
nur weil Fair Trade oder entsprechendes draufsteht, muß es ja nicht stimmen
Aber jeder muß das für sich selber entscheiden und vor seinem Gewissen rechtfertigen
Was mich an der ganzen Sache stört,
dass "Weltverbesserer" hier jedem ein schlechtes Gewissen glauben einreden zu müssen
Wenn er nicht so wie sie es für Gut und Richtig halten sich auch entscheidet

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