Hausärzte fordern gerechte Corona-Impfstoffverteilung

22. Mai 2021 - 09:27 Uhr

Der Hausärzteverband beklagt eine Benachteiligung der Praxen bei der Versorgung mit Impfstoffen und fordert eine gerechte Verteilung der Dosen. Unterdessen sinkt die bundesweite Sieben-Tages-Inzidenz weiter.

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Kommentare

Gerechtigkeit

Was bedeutet "gerechte Verteilung" der Impfstoffe...? Vielleicht wäre es, nachdem die priorisierten Gruppen weitestgehend durchgeimpft wurden, am sinnvollsten, ein Losverfahren einzusetzen. So macht es z.B. wenig Sinn, die 16 bis 21-Jährigen weiterhin völlig auszuklammern, zumal immer wieder - unter der Hand - Im pfungen stattfinden. Gerade diese Gruppe ist naturgemäß sehr kommunikativ und mobil. Auch Sportler, die häufig zu Turnieren und Lehrgängen unterwegs sind, oft auch mit der Bahn, sollten stärker berücksichtigt werden - zumindest soweit sie einem Bundeskader angehören. Raffgier wäre fehl am Platze.

Jede(r) will Impfstoff,…

…aber die Menge ist endlich. Das sollte jede(r) mal begreifen. Sowohl die die Patienten, aber auch bitte mal die Ärzte. Der Hausärzteverband ist groß darin, Forderungen zu stellen. Erst fordert er wochenlang die Aufjebung der Priorisierung, dann jammert er darüber. Für das unterirdisch schlechte Benehmen mancher Menschen kann die Regierung nichts. Auch wenn die Praxen ein paar Dosen mehr bekommen, können sie nicht alle an einem Tag impfen. Dann wird trotzdem weiter gepöbelt. AZ wollen manche Ärzte auch nicht, weil auch das zu unverschämten Diskussionen mit Menschen führt, die glauben, sie seien allein auf der Welt. Solche Leute würde ich gar nicht impfen.

Und jetzt braucht man eben viele Dosen für Zweitimpfungen. Wer vor 6 Wochen 500000 Erstimpfungen verabreicht hat, muss jetzt eben die gleichen Menschen noch mal impfen. Das war vorher klar, ebenso wie die Liefermengen.

Die Definition von „gerecht“ würde mich hier mal interessieren.

Lassen wir uns von den

Lassen wir uns von den sinkenden Insidenzzahlen nicht täuschen? Letztes Jahr gingen die Zahlen doch im Frühjahr auch nach unten und man wog sich in falscher Hoffnung darüber, bis dann das Virus um so stärker wieder zurück kam. Obwohl man schon längst sagte, dass das Virus klimabedingt in den wärmeren Jahreszeiten zurückginge, dafür in den kälteren wieder zurückkäme, tut man auch jetzt wieder als sei alles überstanden?

09:40 von Adeo60

"Was bedeutet "gerechte Verteilung" der Impfstoffe...?"

.-.-.

Die QUANTITATIVE Veteilung des Impfstoffes, wenn ich den Artikel richtig verstehe.

Die Ärzte haben nicht ausreichend Planungssicherheit; können den Bürgern nicht zusichern, dass der Stoff rechtzeitig vorhanden ist.

Das ist in den Impfzentren wohl anders.

Eine Gerechtigkeit bei bei

Eine Gerechtigkeit bei bei der Reihenfolge der zu Impfenden ist unmöglich und würde man 100 Leute dazu befragen, würde man 100 verschiedene Reihenfolgen hören.
Man muss entsprechend nur eines im Auge behalten:

Schnellstmöglich jede zu Verfügung stehende Dosis in einen (egal welchen) Oberarm verspritzen. Das hilft am Ende des Tages ALLEN

Impfungen Hausärzte

Das ist wieder totales Chaos. Zuerst dürfen Hausärzte impfen, gleichzeitig heisst es, es gibt nicht mehr Impfstoff.
Ja, glaubt man wirklich, dass dann trotzdem Alle ganz geduldig warten bis sie dran sind. Das sind doch widersprüchliche Vorgehensweisen.
BW hat zwar die Priorisierung bei Hausärzten frei gegeben aber mein Hausarzt impft trotzdem strikt nach vorgesehener Priorisierung. Dennoch schiebt Spahn das Chaos dem Land BW zu.
Ich habe die Praxismitarbeiterinnen noch nie so genervt erlebt, wie jetzt, auch für einen Routinebesuch.
Spahn hat gestern gesagt, dass man ihm die Schuld geben soll, das tue ich hiermit im Namen der ansonsten stets freundlichen Praxismitarbeiterinnen.

Auch wenn man

Auf Spahn ruhig sauer sein darf, gibt es deswegen trotzdem zZ nicht mehr Impfstoff, der entsprechend verteilt werden kann! Und genau dass, ist das Problem aller Versprechungen..... ohne sicher im "Zentrallager" über entsprechend Impfstoff zu verfügen, ist jedes Versprechen, Ankündigung usw peinliche heisse Luft!

Gerechte Verteilung

Meine Hausarztpraxis, eine Gemeinschaft mit vier Ärzten und der Bereitschaft, auch am Wochenende zu impfen, bekommt kaum Dosen zugeteilt. Diese wenigen wurden jetzt weiter minimiert um die Impfzentren zu unterstützen. Seit die Hausärzte impfen dürfen, konnten hier nur 80 der am meisten Betroffenen geimpft werden. Im Gegenzug - so mein Arzt - sagte ihm ein Kollege aus einem KH, dass sie den Kühlschrank kaum schließen können, weil die Lieferungen zu hoch wären für die tatsächliche Impfkapazität. Aufgrund der Lieferkette können sich diese Ärzte nicht gegenseitig helfen.

Als mein Sohn seine Impfberechtigung beim Hausarzt abholen wollte, impfte dieser ihn sofort mit Astra Zeneca, denn diesen Impfstoll muss die Praxis teilweise entsorgen, weil kaum ein Patient diesen haben möchte.

Nach diesen Infos ist mir schon klar, warum eine gerechte Verteilung gefordert wird. Deshalb würde mich der Hintergrund der tatsächlichen Verteilung interessieren.

Die Impfung geht weiter

Mittlerweile haben mehr als 40% der Bevölkerung die erste Impfung und die Nachfrage übersteigt das Angebot nach Impfstoff noch immer beträchtlich. Die Impfkampagne wird also unvermindert weiter gehen und wir werden vermutlich ab Anfang Juni sogar acht Millionen Dosen pro Woche zur Verfügung haben.
Es wurde und wird viel über die Impfung gescholten, aber es läuft objektiv betrachtet sehr gut. Das muss man mal wieder ehrlich feststellen.

@ Kambrium

Obwohl man schon längst sagte, dass das Virus klimabedingt in den wärmeren Jahreszeiten zurückginge, dafür in den kälteren wieder zurückkäme, tut man auch jetzt wieder als sei alles überstanden?

Das versteh ich jetzt nicht. Der Minister tut nicht so, sondern mahnt zur Vorsicht und die ganz überwiegende Mehrzahl der Bürger*innen tut auch nicht so.

Wirklichen Fortschritt...

.. bei der Durchimpfung der Bevölkerung sehen wir doch erst seit wenigen Tagen - zumindest ist das mein Eindruck. Ob diese positive Entwicklung an der besseren Versorgung mit Impfstoff liegt, oder an der inzwischen stark angewachsenen Aktivität der Ärzteschaft (die über Monate von dieser eigentlich ärztlichenTätigkeit ausgeschlossen war !) kann ich nicht entscheiden ( es wird wohl beides zutreffen). Dem Vernehmen nach haben einige Praxen eine sehr gute Organisation und schaffen darum neben ihrer eigentlichen Arbeit auch viele Impfungen - andere tun sich damit schwerer. Die Menge des Impfstoffs sollte auf Anforderung an die Praxen geliefert werden. Das Material ist angeblich immer noch sehr knapp. Daher ist für mich unverständlich, wie Politiker bereits gewaltige Lieferversprechen an Entwicklungsländer machen können.

Verteilerschlüssel @10:03 von Huhn

>>>Nach diesen Infos ist mir schon klar, warum eine gerechte Verteilung gefordert wird. Deshalb würde mich der Hintergrund der tatsächlichen Verteilung interessieren>>>

Schwierig, zB in NRW ist der Verteilerschlüssel selbst für die ÄrztInnen und Impfzentren, ein unverständliches Buch mit 7 Siegeln.
Und egal Wen man fragt, erhält man die Antwort "So genau verstehe ich das auch nicht!"
Wer den Verteilerschlüssel nun versteht? Ist auch nicht zu sagen....
Also unterm Strich, "sehr strukturiert" Alles, wie es in anderen Bundesländern aussieht, ist eine Frage deren eigenen "Schlüssels".

Herr Weigeldt beklagt eine

Herr Weigeldt beklagt eine Benachteiligung der Praxen bei der Versorgung mit Impfstoff und fügt hinzu, die Verteilung des Impfstoffes sei ungerecht.
Wem gegenüber sind die Praxen denn benachteiligt?
Und wer wird bevorzugt?
Dazu fehlt jede Aussage.
Man kann jetzt mutmaßen und die elliptische Leere seiner Argumentation mit der eigenen Phantasie auffüllen...
Das Ausland?
Die Impfzentren?
Die Betriebsräte?
Bestimmte Behörden?
Oder einfach alle anderen?
Durch die Unvollständigkeit seiner Argumentation bleibt nur noch das Narrativ "Wir kommen zu kurz, die anderen kriegen mehr" übrig.
Zu Weigeldts Lamento im Ungefähren passt dann der vernebelnde Satz von Herrn Spahn, wenn man "unbedingt sauer" sein wolle, solle man doch auf ihn sauer sein.

Wie wäre es denn mal mit einem rationalen Diskurs, der auf Fakten basiert und dann auch einen vernünftigen Blick auf die Zukunft ermöglicht?

Wie soll man gerecht definieren?

Eine strikte Reihenfolge nach Alter und Vorerkrankungen wäre wohl ok. Nur leider wurde es schon durch Lobbyismus aufgeweicht und viele Schlupflöcher gelassen. Jetzt, durch die Freigabe an alle Erwachsene ist das Chaos perfekt. Da wird der Urlaub höher bewertet als der Schutz von Risikogruppen.
Dazu kommt eine völlige Überlastung des Gesundheitssystems durch die Rangelei und Vordrängelei auf Kosten der wirklich Kranken.
Es war zwar nicht anders zu erwarten, bin aber trotzdem über das Ausmaß maßlos erschrocken.
Das fällt in den Statistiken dann erst später auf und wird als Kollateralschaden verbucht und vergessen.

Hausarztgerechtigkeit ?

Kommen sie bitte "Nicht" ins örtliche Impfzentrum. Der Staat privatisiert die Impfverantwortung auf Dr . Krauter , 100 qm Gewerbefläche und seine überforderte Praxishilfe. Jens Spahn macht so ganz geschickt jedem offiziell sein Impfangebot nur wer löst es wann und wo wirklich ein ? Liefert Biontech auch den Stoff nach Deutschland, Afrika oder Indien ? Einer schiebt es auf den anderen ganz Locker & Easy ohne Reihenfolge und Mac Impf.

@um 09:40 von Adeo60

Bis das Losverfahren entwickelt und zugelassen ist, dürften erfahrungsgemäß Monate bis Jahre vergehen. Beraterfirmen müssen konsultiert und bezahlt werden, neue und gut dotierte Posten in div. neugegründeten Arbeitskreisen/Ausschüßen besetzt werden, dann noch alle Bedenken von außerparlamentar. Gruppen geklärt werden usw. und so fort. Denn auch das Losverfahren muss gerecht, transparent und für absolut jeden zugänglich sein. Und darf nicht zum Mißbrauch führen oder möglich machen.
Für die aktuelle Regierung wäre das ein Jahrhundertprojekt, aber bis dahin ist Corona längst Geschichte - auf die eine oder andere Weise.
Wer zuerst kommt, malt zuerst. Oder halt besssere Beziehungen hat. Oder mehr Geld. Aus die Maus.
So und nur so funktioniert unsere Gesellschaft seit jeher, warum ändern.

Das ist ja auch

eher ein Witz, wenn Hausärzte zwischen 10-30 Impfdosen die Woche bekommen, gelesen in einem Artikel.
Ich bin sicher seit vielen Wochen bei Hausarzt gemeldet und auf der Liste eingetragen, geimpft wird nur Freitags, weil der Impfstoff nicht reicht für mehr.
Diese Woche bescheiden nachgefragt, die Antwort war, vielleicht im Juli bin ich dran, Gruppe 70-80 Jährige.
Da kann geschrieben werden was will, und das die Gruppen 1-2 fertig sind, das ist nicht so, bei rund 40 Millionen Erstimpfungen, sollte man das vermuten.
Wen man sich die Zahlen ansieht, und vergleicht mit der Zahl, wie viel über 65 Jährige es gibt.
Viele Sprüche unterwegs, es fehlt einfach Impfstoff, und nicht eine Digitale App zum verreisen, die brauche ich nicht, mir reicht mein alter Impfpass, und vor allem mal eine Impfung.
In Deutschland wird viel geredet, weil Wahljahr ist, leider ist reichlich Luft was da raus kommt.

@ Hillary

Das ist wieder totales Chaos.

Das sehe ich ganz anders. Ihren Pessimismus kann ich in keiner Weise nachvollziehen.

„Die aktuelle Situation in Hausarztpraxen beschrieb der Vorsitzende des Hausärzteverbandes als belastend. Er warnte davor, dass das angekündigte Ende der Impfpriorisierung am 7. Juni zu einem massiven Ansturm auf die Praxen führen könnte."Für unsere Mitarbeiterinnen in den Praxen ist es sehr belastend, wenn hier sehr viel Druck kommt, den wir nicht verantworten können und den wir nicht bedienen können. >> Da ist Frustration im Spiel, die man verstehen kann"

Die - insbesondere wenn man bedenkt, dass die Versorgung mit Impfstoffen derzeit exponentiell ansteigt (das hoffentlich weltweit, nicht nur hier) - völlig unnötig ist: „Voraussichtlich noch weit vor Ende September könne jedem ein Impfangebot gemacht werden."Es geht jetzt um Wochen, nicht um Monate"

Es wäre wirklich allen geholfen, wenn jetzt jeder einfach mal davon ausgehen würde, dass die allermeisten im Gesundheitswesen Tätigen (und nicht nur die) ihr Bestes geben und es niemand persönlich nehmen würde, dass keiner zaubern kann.

10:00 von Carina F

"Auch wenn man
Auf Spahn ruhig sauer sein darf, gibt es deswegen trotzdem zZ nicht mehr Impfstoff, der entsprechend verteilt werden kann!"

.-.-.

So ist es.

xxxx

"Und genau dass, ist das Problem aller Versprechungen..... ohne sicher im "Zentrallager" über entsprechend Impfstoff zu verfügen, ist jedes Versprechen, Ankündigung usw peinliche heisse Luft!"

,.,.,

Wüsste jetzt nicht, wer von unseren Politikern dergleichen versprochen hätte.

Am besten wörtlich zitieren, wer das versprochen haben soll - denn normalerweise verdrehen viele User das in der Erinnerung.

Oder fassen ein In-Aussicht-Stellen als "Versprechen" auf.

In Deutschland schließen altersbedingt laufend Hausarztpraxen und haben keinen Nachfolger.
Folge: Viele Menschen stehen dann ohne Hausarzt da.
Andere Hausärzte (oft auch schon weit über 60) verhängen einen Aufnahmestopp, weil sie so viele Patienten nicht aufnehmen können.

Impfungen beim Hausarzt sind also für die Menschen ohne Hausarzt nicht möglich.
Gerade aber bei schwer chronisch kranken Menschen wirkt sich dies negativ aus:
Lassen die sich im Impfzentrum impfen, dann haben sie keinen Arzt, der sie bei auftretenden Nebenwirkungen behandelt. Daher werden sich diese Menschen nicht immer impfen lassen (können).
Ich habe bei der kassenärztlichen Vereinigung wegen des Hausarztmangels angefragt, um mir Vorschläge machen zu lassen. Man hat dort ein Programm mit den Hausärzten, die noch Dauerpatienten aufnehmen.
Im Umkreis von 50 km gibt es bei meinem Wohnort keinen Arzt, der noch Patienten aufnimmt. Diese Abfrage ließ ich im gewissen Zeitabstand 2 Mal machen mit gleichem Ergebnis.

@ Carina F

Auch wenn man auf Spahn ruhig sauer sein darf ...

Es geschieht einem nichts, wenn man auf die Regierung sauer ist und das auch sagt. Aber im Großen und Ganzen hat Spahn ja schon alles richtig gemacht.

Man hatte die Wahl

Weiter Priorisierung nach Alterstufe plus vorziehen von Ausnahmen wie vorerkrankt oder viel Kontakt war die Alternative.

Die Hausärzte wollten keine Priorisierung mehr.

Sie haben sich den absehbaren unsinnigen Massenandrang selbst eingebrockt. Politik im Wahlmodus war gleich mit dabei große Pseudogeschenke zu verteilen.

Mein Bedauern ist gleich Null.

@ Quakbüdel

Wirklichen Fortschritt... bei der Durchimpfung der Bevölkerung sehen wir doch erst seit wenigen Tagen - zumindest ist das mein Eindruck.

Ja genau, das ist sehr subjektiv.
Ich habe den Fortschritt schon im Dezember 2020 gesehen, als die Impfungen anfingen. Denn die Ausrufung der Pandemie war ja erst gut neun Monate zuvor am 12. März 2020. Ich hätte eine so rasche Impfstoffentwicklung und Produktion nicht erwartet. Und seit dem ist es gelungen die Impfstoffmenge pro Woche immer weiter zu steigern. Das optimistischste Szenario ist also Wirklichkeit geworden.

09:45 von Kambrium2

"Lassen wir uns von den sinkenden Insidenzzahlen nicht täuschen? Letztes Jahr gingen die Zahlen doch im Frühjahr auch nach unten und man wog sich in falscher Hoffnung"

,.,.,

Hatten wir denn im letzten Frühjahr auch schon Impfstoff???

wir haben hier einen Foristen

der in den letzten Wochen außergwöhnlich aktiv war (heute ist er noch nicht dabei). Er erklärt unumwunden, dass er jede Priorisierung für ungerecht hält, bei der er selbst nicht ganz vorne steht. Und das tut er durchaus ernsthaft.
Ich schätze, dass er mit seiner Einstellung nicht alleine ist.
Ich habe, obwohl vom land NS in einem Brief der höchsten Prio zugeordnet, brav gewartet, bis ich an der Reihe bin. Nächste Woche ist es soweit. Impfstoff AZ, zweite Impfung in drei Monaten. Und ich beschwere mich kein bißchen.
Unsere Gesellschaft fällt auseinander, und die Pandemie ist meiner Überzeugung nach nicht der Grund, sondern nur der Anslass. Die "Ich - Mich - Meins"-Mentalität, die uns mit Wachstums- und Konsumwahn und mit Konkurrenzdenken absichtlich anerzogen wurde, zeigt ihre Kehrseite. Was wir im "Kleinen" mit unserer Solidargemeinschaft machen, tun wir im "Großen" mit dem ganzen Planeten. Wir sind verloren, sorry, ist meine Überzeugung.

10:15 Carina F

Vielen Dank für die Auskunft.
"Schwierig, zB in NRW ist der Verteilerschlüssel selbst für die ÄrztInnen und Impfzentren, ein unverständliches Buch mit 7 Siegeln.
Und egal Wen man fragt, erhält man die Antwort "So genau verstehe ich das auch nicht!"
Wer den Verteilerschlüssel nun versteht? Ist auch nicht zu sagen....
Also unterm Strich, "sehr strukturiert" Alles, wie es in anderen Bundesländern aussieht, ist eine Frage deren eigenen "Schlüssels"."

Ich wohne in BW und auch dort scheint der Verteilerschlüssel sehr kryptisch angelegt zu sein

09:56 von Hillary // Ja,

09:56 von Hillary

// Ja, glaubt man wirklich, dass dann trotzdem Alle ganz geduldig warten bis sie dran sind. Das sind doch widersprüchliche Vorgehensweisen. //

Im Interesse aller Mitbürger und mit dem " gesunden Menschenverstand ", wäre es ratsam geduldig zu sein und die Praxisteams nicht zu beleidigen usw. !

// BW hat zwar die Priorisierung bei Hausärzten frei gegeben aber mein Hausarzt impft trotzdem strikt nach vorgesehener Priorisierung. Dennoch schiebt Spahn das Chaos dem Land BW zu. //

Warum wurde denn die Priorisierung jetzt schon aufgehoben ? Und das die Ärzte nach der Prio impfen ist vollkommen verständlich - liegt u.a. an deren Amtseid.

Und fühlen Sie sich besser, wenn Sie Herrn Spahn die Schuld geben können ? Oder sind Sie jetzt beruhigter ?
Oder inwieweit hilft Ihnen das?

wenn ab Juni die Betriebsärzte impfen reicht es nicht

mehr für die Hausärzte, obwohl wohl mehr Impfstoff kommt.

Mein Hausarzt macht z.Z. überwiegend 2. Impfungen für Risikopatienten. Er weiß nie wieviel Impfstoff kommt.
Das Personal ist verständlicherweise zunehmen genervt wegen der vielen Nachfragen.
Wenn die Prio ab 7.6. fällt hat man Angst, dass das Telefon nicht mehr still steht. Aber noch schlimmer man hat keine Termine und auch keine Warteliste . Die Warteliste ist bereits zu lang. Er könnte viel mehr impfen.
Um die Praxen zu entlasten sollte man die Betriebärzte vorerst nicht beliefern. Die Leute wären schon froh wenn sie auf die Warteliste der HAusärzte kämen mit einer in etwa abschätzbaren Zeit. Dann würde das Telefon nicht heiß laufen.

Fortschritt relativ

Mittlerweile wird immer klarer, warum nicht schneller geimpft werden kann, obwohl immer mehr Impfende (neben den Impfzentren jetzt ja auch viele Hausärzte) zur Verfügung stehen.

Es fehlt schlicht der Impfstoff.
Immer noch.
Seit Monaten.
In denen mehr neue Fabriken längst hätten entsehen können.
Notfalls unter politischem Druck.

Wenn Spahn also lt. TS-Beitrag sagt: "Wenn Sie unbedingt sauer sein wollen, seien Sie sauer auf mich" dann stimme ich dem zu.

Ohne eine raschere Ausweitung der Produktion wird die weltweit (!) nötige Ausweitung der Corona-Impfungen nicht schnell genug vorankommen, um gefährlichere Mutationen des Virus bestmöglich zu verhindern.

Und die Rahmenbedingungen für diese Produktionsausweitung setzt die Politik - notfalls auch gegen Einzelinteressen der Hersteller.

Denn Kapitalinteressen sollten nach meine Auffassung dem Recht auf Gesundheitschutz keinesfalls vorgehen.

@ wenigfahrer - was verstehen Sie unter Witz?

Das ist ja auch eher ein Witz, wenn Hausärzte zwischen 10-30 Impfdosen die Woche bekommen, gelesen in einem Artikel.

Die Verteilung über eine Woche hinweg sah real so aus:
Verimpfung zwischen Do. dem 13.5. und Do. dem 20.5.
Impfzentren: 2.545.020 Dosen
Hausärzte: 2.295.051 Dosen

Die Hausärzte könnten auch allein alle Dosen verimpfen, das würde kapazitätsmäßig funktionieren. Die Impfzentren könnten aber auch relativ problemlos alle Dosen selbst verimpfen, denn die Kapazitäten sind dort längst nicht ausgeschöpft. Es handelt sich also wie immer um einen Kompromiss, der sogar in diesem Falle nicht unfair ist.

Und wenn sich die Hausärzte da beschweren, ist das verständlich, man sollte aber besser nicht weiter darauf eingehen.

Bevor man etwas als Witz denunziert, sollte man sich informieren.

Ohne HAPPY-HOUR-CORONA-IMPFEN darf erwartet werden...

... Das immer mehr Hausarztpraxen das Corona-Impfen in Kürze nicht mehr anbieten werden.

Es macht ohne genügend vorhandenen Corona-Impfstoff in den Arztpraxen keinen Sinn Termine zum Corona-Impfen zu vergeben wenn gleichzeitig völlig unklar ist, ob zu diesen festen Terminen auch Corona-Impfstoff vorrätig ist.
Um dann im Anschluss die Termine wieder abzusagen.

Die Hausarztpraxen sind genötigt das - Happy-Hour-Corona-Impfen - anzubieten.

09:56 Hillary

"BW hat zwar die Priorisierung bei Hausärzten frei gegeben aber mein Hausarzt impft trotzdem strikt nach vorgesehener Priorisierung. Dennoch schiebt Spahn das Chaos dem Land BW zu.
Ich habe die Praxismitarbeiterinnen noch nie so genervt erlebt, wie jetzt, auch für einen Routinebesuch.
Spahn hat gestern gesagt, dass man ihm die Schuld geben soll, das tue ich hiermit im Namen der ansonsten stets freundlichen Praxismitarbeiterinnen."

Auch meine Hausärzte impfen immer noch nach Priorisierung, was ich absolut in Ordnung finde. Die Praxismitarbeiterinnen sind immer noch freundlich, die Ärzte auch - eine Leistung, wie ich finde.

Eigentlich hatte ich diesen post geschrieben um Ihnen zuzustimmen, aber während Ihre Meinung freigegeben wurde, wurde meine "Ich stimme Ihnen zu" gerötet. Da wir beide sachlich schreiben, starte ich hiermit einen neuen Versuch.

@ Margitt - das ist mir zu oberflächlich gekrittelt

Zu wenig Hausärzte in D => Viele ohne Hausarzt-Impfmöglichkeit!

Dann würde mich mal interessieren, in welchem Land es mehr Hausärzte gibt.


In Deutschland schließen altersbedingt laufend Hausarztpraxen und haben keinen Nachfolger.
Folge: Viele Menschen stehen dann ohne Hausarzt da.

Wenn der eigene Hausarzt in Rente geht und die Praxis eventuell ohne Nachfolger aufgibt (was nur in weniger als 25% der Fälle so ist) dann weiß man das in der Regel ja sehr langfristig.
Wer sich um seine Interessen und seine Bedürfnisse nicht selbst kümmert, sollte sich meiner Meinung nach dann aber bitte nicht bei der Allgemeinheit beschweren.

Hausärzte schützen

Die Aufhebung der Priorisieren belastet die Hausärzte. Schon jetzt sind sehr viele Anrufer extrem aggressiv und fordern Termine. Wie sollen die Ärzte Termine vergeben, wenn sie nicht mehr Impfstoff bekommen?
Sauer auf Spahn? Kann man sein, mehr aber darauf das es immer wieder passiert, dass unrealistische Versprechungen gemacht werden.
Man kann nicht mehr verteilen als man hat.

Nachsatz zu Betriebsärzten

"Die Bestellmenge ist für die erste Woche der Verimpfung (KW 23) pro Betriebsarzt zunächst auf maximal 804 Impfstoffdosen des Herstellers BioNTech/Pfizer begrenzt. "
Mein Hausarzt bekommt einen Bruchteil davon . Im Durschnitt wohl die ca 30 Dosen Zweitimpfung + ca 12 Dosen.
Bis zu 804 pro Betriebsarzt, wer legt die Menge wie fest? Wieviele Schwerkranke und Alte arbeiten im Betrieb? Wurde die Prio deshalb am 7.6. aufgehoben? Es wäre mal gut zu wissen wie die Dosen in der 23. KW an welche Ärzte wie verteilt werden.

@ Huhn - kein Buch mit Siegeln

... zB in NRW ist der Verteilerschlüssel selbst für die ÄrztInnen und Impfzentren, ein unverständliches Buch mit 7 Siegeln.

Die Beschwerde kann sich nur auf Details richten, denn die grundsätzliche Linie ist ja schon klar. Die Impfzentren haben pro Woche etwa 2,5 Mio. Dosen bekommen und die Hausärze den Rest von etwa 1,8 bis 2,5 Mio. Dosen. Das wurde schon im April so kommuniziert. Ab Juni werden die Impfzentren vermutlich bei ihrer Menge bleiben, die Hausärzte dürfen aber mit etwa 5 bis 5,5 Mio. Dosen rechnen.

es fehlt die klare Linie

Es hat sich nichts daran geändert, daß die Menge der verabreichten Impfdosen von den Lieferungen abhängt, die wir bekommen – wer auch immer sie verabreicht. Die ca. 400 Impfzentren, die es seit Ende Dezember gibt waren m.W. zu keinem Zeitpunkt überlastet. Trotz deutlicher bürokratischer Mängel, waren sie zunächst der Garant dafür, die Priorisierungsreihenfolge einigermaßen einzuhalten. Dann wurden die Hausarztpraxen früher als geplant eingebunden, weil der mehr ‚erklärungsbedürftige‘ Impfstoff Astra Zeneka dort besser aufgehoben schien. Der Vorstellung, je mehr man einbindet, desto mehr und schneller würde geimpft, scheitert nach wie vor schlicht an den Liefermengen. Schließlich wird die Priorisierung eigentlich schon aufgegeben, bevor die ersten 3 Gruppen wirklich durch sind. Dazu die Tatsache, daß Geimpfte von Beschränkungen Zug um Zug befreit werden. Und nun scheint ‚die Schlacht am kalten Buffet‘ eröffnet. Das Durcheinander haben wir jetzt.

10:33 von frosthorn

Lieber frosthorn,

ich schätze Sie sehr und Ihre immer klaren, sachlichen, aber auch deeskalierenden Ansichten, die niemanden beleidigen.
Dass Sie im Umgang mit der Impfberechtigung geduldig warten, habe ich nicht anders erwartet. Es freut mich sehr, dass Sie immer wieder an das Gute im Menschen appellieren.

Nicht nur, was das Impfen betrifft, auch im allgemeinen Umgang sehe ich das, was Sie beschreiben. Wir wurden schon angepöbelt, weil wir Abstand halten, Freunde von uns sollten "doch zuhause bleiben".
In Zeiten wie diesen - das ist meine Meinung - zeigen sich die Menschen sowohl von ihrer schlimmsten, aber auch von ihrer besten Seite. Von letzteren wünsche ich Ihnen ganz viele in Ihrem Umfeld.
Und wegen diesen Menschen ist es wichtig, nicht aufzugeben, lieber frosthorn. Wir sind nicht alle verloren.

Das sehe ich anders @10:21 von Karsten Schwucht

>>>Es geschieht einem nichts, wenn man auf die Regierung sauer ist und das auch sagt. Aber im Großen und Ganzen hat Spahn ja schon alles richtig gemacht.>>>

Erstens sind das Spahns eigene Worte, man könnte ruhig sauer auf ihn sein.
Und Zweitens hat Hr Spahn diverse "Ankündigungen, Versprechen" abgegeben, welche sich in Nachhinein als "total übereilt" und leider nicht einhaltbar herausstellen.
Somit, Nein ich sehe es nicht so, dass er im großen u ganzen Alles richtig gemacht hat, diese "Kritik" ist angemessen.

10:16 von Wolfes74

"Wer zuerst kommt, malt zuerst. Oder halt besssere Beziehungen hat. Oder mehr Geld. Aus die Maus.
So und nur so funktioniert unsere Gesellschaft seit jeher, warum ändern."

,.,.,

Es geht hier darum, welche Instanz die meisten Impfdosen bekommt.
Da passen Ihre Behauptungen nicht.

Anonsten:
Ihre - in meinen Augen destruktive - Auffassung, wie die Gesellschaft funktioniert, mag Ihre private sein, sie beruht aber auf Vorurteil. Oder auf persönlichen Wunsch.

Wenn man über gerechte

Wenn man über gerechte Verteilung von Impfstoff wirklich ernsthaft reden will, kann man das nur in weltweiter Perspektive. Und das ist dann durchaus in wohlverstandenem Eigeninteresse, denn Mutationen entwickeln sich am ehesten dort, wo Corona auch aufgrund niedriger Impfraten stärker um sich greifen kann.

@ Kambrium2, um 09:45

Da sehe ich zu den Verhältnissen vor 1 Jahr mindestens zwei Unterschiede:

Zum einen haben sehr viele Menschen begriffen, dass Vorsicht angebracht ist, weshalb u. a. das Tragen von Masken mittlerweile zur Selbstverständlichkeit geworden ist, und
zum anderen tragen die Impfungen zweifellos zu m Rückgang der Inzidenzzahlen bei.

Auch wenn letzteres immer wieder von Einigen negiert wird, die eher auf eine zunehmende Herdenimmunität setzen.

Von mir aus - wer oder was heilt, hat Recht...

und das nächste Problem ...

... werden die Zweitimpfungen in den Praxen sein. Die haben die Termine nach der Erstimpfungen vergeben, aber werden sie auch die exakte Menge dafür 'in time' erhalten ? Gibt es hierfür ein geregeltes logistisches Verfahren ? - das wage ich zu bezweifeln. Ich fürchte, gerade hier überlässt man die Praxen wieder ihrem Schicksal.

@ Hillary

Ja, glaubt man wirklich, dass dann trotzdem Alle ganz geduldig warten bis sie dran sind.

Ja klar. Was denn sonst?
Für die Minderheit der Erwachsenen in diesem Land, die im Sozialismus aufgewachsen sind, ist klar, zum Warten bis man dran ist, gibt es keine Alternative. Warten können gehört doch zu den absoluten Grundregeln des Anstandes.


Das sind doch widersprüchliche Vorgehensweisen.

Da ist gar nicht widersprüchlich.

Im Laufe der Zeit @ 10:19 von Sausevind

>>>Oder fassen ein In-Aussicht-Stellen als "Versprechen" auf.>>>

Im Laufe des gesamten Coronageschehes waren es diverse "Ankündigen" seitens Hr Spahns, die nicht einhaltbar waren!
Wie zB genügend Impfstoff für Zeiträume zu versprechen, von denen weder er, noch zZ die Hersteller selbst wissen, ob es auch tatsächlich so funktioniert! Sonst hätte Hr Spahn sich nicht die spöttische Bezeichnung "Ankündigungsminister" eingehandelt.

Nicht zu früh freuen

Egal wer jetzt zuerst geimpft wird, ich denke in Deutschland gibt es doch einige Diskussionen, die zwar interessant sind aber eigentlich nebensächlich: In den vorsichtigen Ländern Taiwan und Singapur steigen die Zahlen gerade trotz grosser Hitze wieder massiv an und wohlgemerkt da ist man viel vorsichtiger als jetzt mit all den Lockerungen in Deutschland. Es ist hauptsächlich die indische Variante, die auch in Hongkong sogar nach 3wöchiger überwachter Hotelquarantäne ausgebrochen ist. Die Pandemie ist leider lange noch nicht vorbei, zumal in Deutschland erheblich laschere Vorsichtsmassnahmen getroffen wurden als in den betroffenen Regionen.

09:56 von Hillary

"Spahn hat gestern gesagt, dass man ihm die Schuld geben soll, das tue ich hiermit im Namen der ansonsten stets freundlichen Praxismitarbeiterinnen."

,.,.,

1. hat Spahn das NICHT gesagt, und
2. ist es offenbar bei einigen beliebt, jemandem die Schuld zu geben, der sie nicht hat.

10:33 von frosthorn

Wir haben hier einen Foristen der in den letzten Wochen außergwöhnlich aktiv war (heute ist er noch nicht dabei). Er erklärt unumwunden, dass er jede Priorisierung für ungerecht hält, bei der er selbst nicht ganz vorne steht. Und das tut er durchaus ernsthaft.
Ich schätze, dass er mit seiner Einstellung nicht alleine ist.
#
Ich bin nicht gemeint,denke aber das sich die : Ich,ich und wieder ich , Mentalität leider immer mehr zunimmt.

Frustration nicht nur der Ärzte

Was sollen die zu Impfenden sagen?
Warteliste hier, Warteliste da, warten und warten.Es ist ja nun wenigstens mal ab Juni geplant alle zu impfen...
Am besten können sich alle einfach mal anmelden und gesteuert wird das schnellstens im Hintergrund...

Hausärzte haben die Kartei und kommen als Berater in Betracht, Hinweis auf Vorerkrankungen etc., doch impfen lassen am besten wo täglich geimpft wird und das von Ärzten, nicht von der Helferin.

Schnell viel und möglichst einfach und unbürokratisch, Gerechtigkeit kann man durch spezielle Angebote an Benachteiligte einbringen. Massenimpfung plus zusätzlich Spezialimpfungen für Gruppen, in Brennpunkten, in Siedlungen, in Schulen, Fabriken.

Impfen impfen impfen nicht diskutieren.
Irgendwann.
Irgendwie.
Irgendwo.
Das Einbringen des Zertifikates wird schon klappen, ich habe gerade meinen Impfpass gesichtet, hatte vor einiger Zeit eine Tetanusimpfung erhalten und hatte den Pass nicht dabei, es gab ein Dokument zum Nachtragen. So ging’s auch.

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