Kommentare

ok, ich habe verstanden

Kritik an der israelischen Politik ist also in Ordnung. Danke schön auch dafür. Wenn ich aber einen israelischen Politiker konkret beim Namen nenne, ist das antisemitisch, weil ich damit zum Ausdruck bringe, dass "die Juden" die Bösen sind. Das übersteigt etwas mein Begriffsvermögen.
Und: Kritik an israelischer Politk ist ja eigentlich in Ordnung. Weil ich aber, sobald ich Kritik an israelischer Politk äußere, auch gleich eine Vernichtungsdrohung ausspreche, ist das eben nun mal doch nicht in Ordnung. Auch hier kann ich nicht ganz mithalten.
Ist das Fazit also: man kann eine kritische Einstellung zur israelichen Politik haben, sollte sie aber ganz schnell ablegen, denn wer die Politk Israels kritisiert, hat nur noch nicht ganz verstanden, dass er Antisemit ist?

Es bleibt schwierig

Wenn man sieht, dass seit 1947 keine Ruhe einkehren kann, weil die Belange von Menschen nicht berücksichtigt werden, dann ist es eine Schande, dass das bis heute nicht gelöst wurde.

Man kann und muss dem Staat Israel vorwerfen, dass die Menschenrechte nicht immer und für alle gleich gelten.

Man kann und muss das auch für die andere Seite feststellen.

Rechtfertigt das Gewalt? Nein.

Kommt es ohne Gewaltausbrüche auf die Tagesordnung und erhält Aufmerksamkeit, um eine mögliche Lösung voranzutreiben?
Ich kann das nicht beantworten.

All das hat rein gar nichts mit Antisemitismus zu tun, der "nur" eine Facette davon ist, andere Menschen nur deswegen, weil sie "anders" sind anders zu behandeln oder anzugreifen.
Das geht nicht.

Nur muss sich auch Israel daran halten, sonst kann der Hasse auf "das andere" nicht aus der Welt verschwinden.

Anti-irgendwas und Hass richtet sich am Ende immer gegen einen selbst.
Man sät das, was man erntet.

Friede und Respekt sei mit uns allen.

Heißes Eisen

Es wurde in der NZZ neulich gut kommentiert. Ich teile deren Einschätzung von Außen, und sinngemäß hieß es, dass es in Deutschland die Tendenz gibt, dass Antisemitismus von Rechten Gruppen anders gewertet wird als Antisemitismus von hier lebenden, Zugewanderten. Weil man bei Letzterem nicht als "Ausländer-feindlich" gesehen werden will. Folglich ist es ein Eiertanz: hier Juden schützen, andererseits Israels Politik wo es nötig ist, zu kritisieren. Dann, nicht durch Kritik an "den Migranten", den platten Antisemitismus von Rechten zu befeuern, andererseits bei massiver Kritik an Israel nicht "die Juden" zu kränken. Wobei man auch manchmal in den Medien wie auch im privaten Leben, Religion und Staat fälschlich gleich setzt. Dennoch: glasklar bleiben: Antisemitismus ist ebenso wie Anti-Ausländertum und Rassismus mur eines: Menschenfeindlich! Das muss man benennen, egal, wer hier sich schuldig macht. Ängstlichkeit vor Fakten und Meinungen spielt immer den falschen in die Hände.

rer Truman Welt

Die aufgezeigte Differenzierung in einer Kritik ist elementar. Wenn ich Israel kritisiere wegen ihres militärischen Vorgehens, ist das vom Grundsatz nicht rassistisch. Aber das Problem liegt auch andersherum: in der - vor allem deutschen - Politik scheint mir die Angst bei Politikern sehr groß, vor allem bei diesem Thema gleich in die antisemitische Ecke gestellt zu werden, weshalb entweder gar nichts gesagt oder völlig undifferenziert solchem Vorgehen zugestimmt wird wie Maas es heute bspw. tat. Das ist ebenso falsch.
Das sofort reflexartige jeweilige "in die Ecke schieben", um Kritik zu diffamieren ist denselben Politikern andererseits jedoch willkommen und sie wenden es selbst an. Der Begriff "Impfgegner" zu benutzen entlarvt bspw. Er hetzt indirekt auf und spaltet unsere Gesellschaft.
Wenn wir alle bei welchem Thema auch immer nicht damit aufhören, gefährden wir unsere Demokratie. Diese braucht die Diskussion über Meinungsunterschiede, um die beste aller Lösungen zu finden.

Kritik zu tun, sondern sind "generalisierte" Vorurteile und somit nichts anderes als eine Diskriminierung und Diffamierung sämtlicher Angehöriger ganzer Gesellschafts- und Völkergruppen.

Diesen Sachverhalt hat die Wissenschaftlerin Juliane Wetzel hier kurz, knapp und unmissverständlich erläutert:

"Wenn ich sage, 'Netanyahu ist ein schlimmer Politiker', dann ist es völlig legitim. "Wenn ich aber sage, 'Netanyahu ist ein schlimmer Politiker, das ist typisch für Juden', dann habe ich die Grenze genau überschritten."

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