Ihre Meinung zu: Verlage sind immer erfolgreicher mit Mundart-Comics

9. Mai 2021 - 18:32 Uhr

Asterix auf Berlinerisch, Donald Duck im Wiener Dialekt: Mundart-Comics sind im Trend. Die Bände sind oft so erfolgreich, dass es für die Verlage längst um mehr als ein Nischengeschäft geht. Von Alex Jakubowski.

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Kommentare

Nix gesche Hessisch

... aber müssen es unbedingt die Schlümpfe sein? Es gibt ja auch intelligente Comics.

Asterix uf hessisch is doch n

Asterix uf hessisch is doch n alde Hut..
Warum sollte sich das auch ändern? Solange es nicht schwäbisch ist, macht sowas ja auch Spaß.

Ist doch super !

Man sollte die mundartlichen Comics den Kindern schon in der Grundschule zu lesen geben. In der Mundart der Gegend, in der sie selbst leben, und auch in anderen Dialekten.

Verstehen sie die Fremdsprache nicht so richtig gut bis gar nicht. Sollen sie die Bände mit nach Hause nehmen, und mal Eltern oder Großeltern oder Tanten & Onkels fragen, ob die das verständig lesen können. So was wie erster Fremdsprachenunterricht für die Kurzen. Oder für die schon was Längeren auch.

Hessisch mag ich selbst nun gar nicht sehr bis gar nicht. Ist aber egal, ich muss die Comics ja nicht kaufen. Manche Deutsche Mundarten haben durch so was wie "Bembel & Äppelwoi" ein eher etwas provinzielles Image. Aber vielleicht wohnt ja nicht jeder Hesse beim "Blauen Bock" mit im Gehege, und es gibt neben "Bembel" auch noch was besseres Vokabular auf Hessisch gebabbelt.

Muss man als Erwachsener bei Reisen im Land nicht immer das Wörterbuch Mundart - Deutsch dabei haben. Bei sooo vielen verschiedenen Dialekten.

Schabernack

"Manche Deutsche Mundarten haben durch so was wie "Bembel & Äppelwoi" ein eher etwas provinzielles Image. Aber"
So ein Unfug. Man kann sich über den Klang streiten, ob schwäbisch oder sächsisch schlimmer ist. Ob man bayerisch versteht oder friesisch.
Aber provinziell, im Sinne von zurückgeblieben, ist kein Dialekt.
Bitte entschuldigen und sich still schämen. Danke.

@ schabernack

Ist doch super ! Man sollte die mundartlichen Comics den Kindern schon in der Grundschule zu lesen geben. In der Mundart der Gegend, in der sie selbst leben, und auch in anderen Dialekten.

Das finde ich nicht so gut. Hessische Mundart kann für Kinder, deren Muttersprache ohnehin nicht deutsch ist, eher unangenehm sein.

@ schabernack

Man sollte die mundartlichen Comics den Kindern schon in der Grundschule zu lesen geben.

Den breitesten Offebacher Dialekt redet mein Automechaniker. Der ist Türke. Im Schulunterricht hat er das wahrscheinlich nicht gelernt.

20:29 von Bender Rodriguez / @schabernack

«Manche Deutsche Mundarten haben durch so was wie "Bembel & Äppelwoi" ein eher etwas provinzielles Image. Aber …»

«So ein Unfug. Man kann sich über den Klang streiten, ob schwäbisch oder sächsisch schlimmer ist. Ob man bayerisch versteht oder friesisch.
Aber provinziell, im Sinne von zurückgeblieben, ist kein Dialekt.
Bitte entschuldigen und sich still schämen. Danke.»

Der Unfug besteht einzig und alleine darin, dass Sie "provinziell" gleich setzen mit "zurückgeblieben". Wovon ich aber gar nichts geschrieben habe. Hätten Sie verstanden, dass mein ganzer Beitrag gar nichts anderes war als ein Plädoyer für mehr Dialekt.

Dann hätte Ihr Unsinn im Bett bleiben können.
Zu diesem Beitrag entschuldige ich mich für gar nichts.
Schäme tue ich mich erst recht nicht.

Gerne geschehen … bitte sehr.

Ich weiß nicht woran es

Ich weiß nicht woran es liegt, dass ich bei Texten, die ich bisher nur auf Hochdeutsch gehört habe und dann noch einmal in irgendeiner Mundart höre, immer lachen muss.
Im Radio wurde einmal Winnetou auf sächsisch vorgelesen. Ich fand das einfach nur saukomisch, obwohl Karl May es vermutlich selbst so gelesen hätte.

Bei Kabarettisten und Satirikern wiederum, die in Mundart sprechen, würde etwas wesentliches fehlen, würde man den selben Text auf Hochdeutsch vortragen.

@Deutscher Arbeiter Sinnlos im Weltraum

"Am 09. Mai 2021 um 19:29 von Deutscher Arbeiter
Nix gesche Hessisch

... aber müssen es unbedingt die Schlümpfe sein? Es gibt ja auch intelligente Comics."

Stimmt. Ich würde die Frage aber noch anders stellen wollen: Müssen es unbedingt Comics sein? Und ich kann Sie beantworten: Nein.

Zwei Siegerländer hatten sich in den 90ern mal die Mühe gemacht, eine eigene Folge von Star Trek - The next Generation auf Siegerländer Platt neu zu kreieren. Sie schnitten das aus etlichen Folgen neu zusammen - damals noch alles mühsam mit dem Videorekorder und synchronisierten es. Auf youtube gibt es Schnipsel davon und auch der komplette Film steht im Internet noch als download zur Verfügung: Star Trek - Sinnlos im Weltraum.

Ähnlich ist der Film "Die 1000 Klotzböppel des Dr. Mabuse". Da haben sich die Macher den Horrorklassiker Dr. Mabuse vorgenommen und in schwäbisch neu synchronisiert.

@20:19 von schabernack

//Muss man als Erwachsener bei Reisen im Land nicht immer das Wörterbuch Mundart - Deutsch dabei haben. Bei sooo vielen verschiedenen Dialekten.//

Wenn man mit dem ICE von Hamburg nach München fährt könnte man auch ohne Ansage und bei geschlossenen Augen hören, in welcher Region der Zug gehalten hat. Ich finde das immer lustig, wie sich die Sprache im Zug so peu à peu ändert.

@21:17 von Alt-DKPist @ schabernack

//Den breitesten Offebacher Dialekt redet mein Automechaniker. Der ist Türke...//

Für mich ist er dann Offe(n)bacher.

@schabernack

"[...] Manche Deutsche Mundarten haben durch so was wie "Bembel & Äppelwoi" ein eher etwas provinzielles Image. [...]"

Ist allerdings widersinnig, Mundarten ein "provinzielles Image" zuschreiben zu wollen, oder eben das Gegenteil. Denn Mundarten kommen aus der Provinz als kleinteilige Regionalsprachen. Ich kenne jedenfalls keine Mundart, die ein "weltläufiges Image" hätte.

"[...] Man sollte die mundartlichen Comics den Kindern schon in der Grundschule zu lesen geben. In der Mundart der Gegend, in der sie selbst leben, und auch in anderen Dialekten.

[...] So was wie erster Fremdsprachenunterricht für die Kurzen. Oder für die schon was Längeren auch. [...]"

Der Ansicht bin ich auch. Nur dazu müßten die Eltern und bei manchen schon die Großeltern selbst erst mal die Mundart beherrschen. Die war ja bei den Pädagogen verpönt, weil man glaubte, Kinder würden dadurch nicht richtig Deutsch lernen. Heute weiß man, das ist Unsinn. Nur jetzt ist es fast zu spät. Mundarten sterben aus.

@ schabernack

Ist doch super ! Man sollte die mundartlichen Comics den Kindern schon in der Grundschule zu lesen geben.

Das ist gar nicht nötig. Ich kenne einen Friseur, der ist ganz schwarz und glaube ich aus der Elfenbeinküste. Der ist schwul und redet einen lupenreinen hessischen Dialekt. Des lernste net in de Schul, des lernste uff de Gass.

Welch ein Glück, ...

... in Sachsen ist man auf solchen Mumpitz nicht angewiesen.

Wir haben die echten Klassiker,
von Lene Voigt - leider auch eine tragische Geschichte .

@Anna-Elisabeth

"Am 09. Mai 2021 um 21:30 von Anna-Elisabeth
@20:19 von schabernack

//Muss man als Erwachsener bei Reisen im Land nicht immer das Wörterbuch Mundart - Deutsch dabei haben. Bei sooo vielen verschiedenen Dialekten.//

Wenn man mit dem ICE von Hamburg nach München fährt könnte man auch ohne Ansage und bei geschlossenen Augen hören, in welcher Region der Zug gehalten hat. Ich finde das immer lustig, wie sich die Sprache im Zug so peu à peu ändert."

Wird leider immer weniger, und man muß immer häufiger die Augen wieder aufmachen. Bei der Bahn ging man ja eine zeitlang den umgekehrten Weg und meinte, sich internationalisieren zu müssen. Ich denke Sie kennen wohl auch noch die Durchsage: "Sänk ju for träwelling wiss Deutsche Bahn". :-) Genauso gesprochen, ohne th.

Schön ist es auch, wenn man im Werbesprech versucht, modern zu klingen. Wer erinnert sich nicht an den Werbespruch: Come in and find out. Übersetzt heißt das: Komm rein und finde wieder raus. Gemeint war was anderes.

@Bender Rodriguez, 20:29 (re @schabernack, 20:19)

„Aber provinziell, im Sinne von zurückgeblieben, ist kein Dialekt.
Bitte entschuldigen und sich still schämen. Danke“

Dass „provinziell“ irgendetwas mit „zurückgeblieben“ zu tun haben könnte, haben Sie gesagt (ich sehe da absolut keinen Zusammenhang - schließlich hat jede Provinz ihre eigene Kultur bzw. ihre eigenen Bräuche, nicht nur was ihre mündliche bzw. sprachliche Ausdrucksweise angeht). Wofür also sollte sich der User entschuldigen oder gar schämen?

@Leipzigerin59

Am 09. Mai 2021 um 21:48 von Leipzigerin59
Welch ein Glück, ...

... in Sachsen ist man auf solchen Mumpitz nicht angewiesen.

Wir haben die echten Klassiker,
von Lene Voigt - leider auch eine tragische Geschichte ."

Danke für den Tipp. Lene Voigt kannte ich bis dahin gar nicht. Wieder was dazu gelernt. Habs auf Wiki mal schnell überflogen. Mir kamen die Tränen. Wirklich sehr tragisch.

21:23 von Anna-Elisabeth

«Ich weiß nicht woran es liegt, dass ich bei Texten, die ich bisher nur auf Hochdeutsch gehört habe und dann noch einmal in irgendeiner Mundart höre, immer lachen muss.
Im Radio wurde einmal Winnetou auf sächsisch vorgelesen. Ich fand das einfach nur saukomisch, obwohl Karl May es vermutlich selbst so gelesen hätte.»

Das kann auch nicht anders sein, las man gerade Comicfiguren bisher immer Hochdeutsch sprechend. Wobei: "zang … platsch … bong … plumps … zadong" so sehr Hochdeutsch auch nicht ist.

Ich muss mir das hier mal zum Anlass nehmen für eine Notiz, mir den von Hella von Sinnen mit übersetzten Asterix-Band No. 10 auf Kölsch zu besorgen.

«Bei Kabarettisten und Satirikern wiederum, die in Mundart sprechen, würde etwas wesentliches fehlen, würde man den selben Text auf Hochdeutsch vortragen.»

Carolin Kebekus auf Hochdeutsch geht nicht. Das kann Carolin gar nicht.
Ich kenne sie noch auch von Auftritten in Köln vor bundesweiter Bekanntheit.
Noch was anders in mehr lustig.

Am 09. Mai 2021 um 21:30 von Anna-Elisabeth

.......... in welcher Region der Zug gehalten hat.....

Wenn ich dann nichts mehr verstehe weiß ich, das ich in BaWü oder Bayern bin :-)

21:42 von Anderes1961 / @schabernack

«Ist allerdings widersinnig, Mundarten ein "provinzielles Image" zuschreiben zu wollen, oder eben das Gegenteil. Denn Mundarten kommen aus der Provinz als kleinteilige Regionalsprachen. Ich kenne jedenfalls keine Mundart, die ein "weltläufiges Image" hätte.»

Nun ja … nicht weil ich selbst Kölsche bin.

Schon Konrad Adenauer konnte nicht verbergen, dass auch er Kölsche war. Wolfgang Niedecken erst recht nicht … und das will er auch gar nicht. Die Musik von BAP ist populär in ganz Europa, und die Japaner haben daran "einen Narren gefressen".

Heinrich Böll war Kölsche Jung.
Carolin Kebekus ist Kölsch Mädel.
Macht Kölsch nun nicht besser als andere Deutsche Mundarten.

Aber in der Wahrnehmung sind alle immer mit Persönlichkeiten verbunden, die Mundart sprechen, und sie auch überregional, oder gar international bekannt machen.

Die Blasmusik-Kapelle "LaBrassBanda" aus Bayern ist der der Gassenhauer in ganz Südameria. Zig-Tausende kommen zu den Konzerten.

Ur-Bayrisch auf Welttournee.

@Anna-Elisabeth

"[...] Bei Kabarettisten und Satirikern wiederum, die in Mundart sprechen, würde etwas wesentliches fehlen, würde man den selben Text auf Hochdeutsch vortragen. [...]"

Das stimmt. Gerade bei den Kaberettisten und Satirikern, die dann bundesweit bekannt werden, ist es oft leider so, daß die dann Kompromisse machen müssen, um woanders auch noch verstanden zu werden. In diesem geglätteten Dialekt geht dann aber auch viel an Witz verloren, weil man zum Beispiel Worte, die es nur im jeweiligen Dialekt gibt, nicht verwenden kann. Das würde weitschweifige Erklärungen erfordern und damit wäre die Pointe hin.

Gerade, was die Gefühlswelt angeht, lassen sich Gefühle im Dialekt wesentlich besser ausdrücken als im Hochdeutsch, weil die Worte aus dem Dialekt noch mal Differenzierungen ermöglichen, die man im Hochdeutschen nicht kennt. Mir geht es jedenfalls so.

22:15 von schabernack

wohl wahr
die Stücke des Hamburger Ohnsorg-Theater auf Hochdeutsch
ob das so der Renner wäre ?
und ihr Beispiel waren ja Kabarettisten und Satirikern
also der Alfons (Emmanuel Peterfalvi ) käme wohl ohne seinen gut jetzt nicht Dialekt sondern franz. Akzent kaum an

@Leipzigerin59

"
Am 09. Mai 2021 um 22:14 von Anderes1961
@Leipzigerin59

Am 09. Mai 2021 um 21:48 von Leipzigerin59
Welch ein Glück, ...

... in Sachsen ist man auf solchen Mumpitz nicht angewiesen.

Wir haben die echten Klassiker,
von Lene Voigt - leider auch eine tragische Geschichte ."

Danke für den Tipp. Lene Voigt kannte ich bis dahin gar nicht. Wieder was dazu gelernt. Habs auf Wiki mal schnell überflogen. Mir kamen die Tränen. Wirklich sehr tragisch."

Mal eine Frage, gibts in Leipzig eigentlich den "Hüppenaaaaaain" noch? Eine Freundin von mir aus Leipzig erzählte mir mal von ihm. Großartig. :-)

21:17 von Alt-DKPist

"Den breitesten Offebacher Dialekt redet mein Automechaniker. Der ist Türke"

.-.-

Ha! sowas begeistert mich immer.

Ich selber habe meinen Kindheitsdialekt verloren.

Bin zu früh von meiner Geburtsstadt weggekommen, und außerdem fand meine Mutter es unvornehm, wenn ihre Kinder rumberlinerten.

"Wat?", durfte ich nie sagen, und "kieken" och nich.

Dafür hat mein Vater dann im hohen Alter wieder angefangen zu berlinern, ohne es zu merken. Ich war entzückt.

Comics im Dialekt ist eine Superidee. Mögen die Dialekte immer am Leben erhalten werden.
Die sind unsere "Basics".

@Schweriner1965

"Am 09. Mai 2021 um 22:29 von Schweriner1965
Am 09. Mai 2021 um 21:30 von Anna-Elisabeth

.......... in welcher Region der Zug gehalten hat.....

Wenn ich dann nichts mehr verstehe weiß ich, das ich in BaWü oder Bayern bin :-)"

...Oder in Italien, falls Sie zu lange die Augen zu hatten. :-)

22:29 von Schweriner1965

Wenn ich dann nichts mehr verstehe weiß ich, das ich in BaWü oder Bayern bin :-)
.
dann können sie ja erahnen wie es nem Schwaben geht in Wismar
wenn die Platt reden
oder wie erstaunt der ist wenn was über die Schweiz berichtet wird
mit deutschem Untertitel versehen :-)

Netti

"Wofür also sollte sich der User entschuldigen oder gar schämen"

Für die Verunglimpfung des Dialektes.
Jemanden als provinziell zu titulieren, ist abwertend.

Selbst wen er das nicht sagen wollte, er hat es gesagt.
Jetzt wird sich der Charakter zeigen.
Warten wir es ab.

@schbarnack

"Am 09. Mai 2021 um 22:32 von schabernack
21:42 von Anderes1961 / @schabernack

«Ist allerdings widersinnig, Mundarten ein "provinzielles Image" zuschreiben zu wollen, oder eben das Gegenteil. Denn Mundarten kommen [...]»

Nun ja … nicht weil ich selbst Kölsche bin.

Schon Konrad Adenauer konnte nicht verbergen, dass auch er Kölsche war. Wolfgang Niedecken erst recht nicht … und das will er auch gar nicht. Die Musik von BAP ist populär in ganz Europa, und die Japaner haben daran "einen Narren gefressen".

Heinrich Böll war Kölsche Jung.
Carolin Kebekus ist Kölsch Mädel.
Macht Kölsch nun nicht besser als andere Deutsche Mundarten. [...]"

Jetzt ist mir klar, wie Sie das gemeint haben. Hatte mich schon gewundert. :-) Vielen herzlichen Dank für die Erläuterung. Ich stimme Ihnen voll umfänglich, ... na Sie wissen schon. :-)

Kölsch ist nicht so weit weg von mir und in unserem Dialekt finden sich auch zahlreiche Kölsche Wörter und manche Silben werden auch ähnlich ausgesprochen bei uns.

Edgar Reitz - Heimat

Nachdem ich aus dem Nachbardorf von Edgar Reitz' Geburtsort weggezogen bin, habe ich mir in Mannheim "Monnem" den preisgekrönten Film "Die andere Heimat" im Kino angesehen. In der Pause seufzte eine "Eingeborene", sie habe auf Untertitel gehofft, aber zum Glück würde nicht viel gesprochen.
Den Film selbst fand ich zu lang, aber der Hunsrücker Dialekt (oder moselfränkisch) gehört für mich zu meiner Heimat und ich vermisse es, ihn hier, wo ich jetzt wohne, nicht sprechen zu können.
Was mich allerdings fasziniert, ist, dass die Brasilianer, deren Ursprung im Hunsrück liegt, noch immer diesen Dialekt sprechen und ich bereue es sehr, meinen Kinder zuerst Hochdeutsch beigebracht zu haben. Dialekt ist wichtig - Dialekt ist Herkunft und Zugehörigkeit.
Bei uns gibt es das Wort "Geheischnis" und es bedeutet alles, was der Mensch braucht: Liebe, Geborgenheit, Heimat, Wärme ... für mich eins der schönsten Wörter überhaupt.
Und jetzt werde ich wehmütig.

@schabernack

"[...] Die Blasmusik-Kapelle "LaBrassBanda" aus Bayern ist der der Gassenhauer in ganz Südameria. Zig-Tausende kommen zu den Konzerten.

Ur-Bayrisch auf Welttournee."

Tut mir leid, daß ich mal klugsch.... muß. Aber LaBrassBanda ist zwar aus Bayern, aber ihre Musik alles andere als "urbayrisch". Diese Art von Blasmusik ist importiert, nämlich aus dem Balkan. Dort genießen diese Bands, deren Musiker sehr häufig gar keine Noten lesen können (wäre bei diesem Tempo auch sehr schwierig, das nach Noten zu spielen), sehr hohes Ansehen. Dort gibt es zahlreiche Brassband-Wettbewerbe. Ich bin zufällig selber Hobbymusiker, in einer Blaskapelle groß geworden, und beschäftige mich sehr intensiv mit Folk.

Meine Favorit in Sachen Blasmusik ist Canadian Brass. Deren Blasmusik ist allerdings völlig anders als die von BrassBanda, die ich auch sehr schätze.

22:33 von Anderes1961

«Gerade, was die Gefühlswelt angeht, lassen sich Gefühle im Dialekt wesentlich besser ausdrücken als im Hochdeutsch, weil die Worte aus dem Dialekt noch mal Differenzierungen ermöglichen, die man im Hochdeutschen nicht kennt. Mir geht es jedenfalls so.»

In den Mundarten gibt es auch mehr Wörter, die Gesagtes weniger direkt machen. Mit mehr Abstufungen gerade im Zwischenmeschlichen, ohne grob oder beleidigend zu werden.

Eigentlich ist das bei allen Mundarten so. Und es sind dann diese Begriffe, die sich am meisten einer direkten eindeutigen Übertragung ins Hochdeutsche entziehen.

Für Comics so was wie das Ideal im Schlaraffenland.
Nicht zu sehr eindeutig, um der Phantasie der Leser Spielraum zu lassen.

"Höppemötzjer", "Fisternöllche" un "Fijuur".

Das Dreigestirn im Kölsch Asterix. Könnte ich in (x) Szenen in (y) Sprechblasen in Gedanken aus der Erinnerung einsetzen.

Passt zum Römer und zum Wildschwein.
Und sehr gut zu den tolpatschig-bedauernswerten Piraten auf dem Schiff.

22:37 @Anderes1961 @Leipzigerin59

"... gibts in Leipzig eigentlich den "Hüppenaaaaaain" noch? ..."

Ich wohne erst seit 2016 in Leipzig,
das sagt mir gar nichts.

In welche Richtung geht das?

21:25 @ Anderes1961

"... Film "Die 1000 Klotzböppel des Dr. Mabuse". ..."

Ja der ist köstlich,
Gert Fröbe auf schwäbisch.

PS: 21:25 @ Anderes1961

"... Film "Die 1000 Klotzböppel des Dr. Mabuse". ..."

Gert Fröbe
schwäbisch - und wie in den meisten Filmen mit leicht sächsischem Akzent
:-)

Aus Wiki
Erich Ponto zu Fröbe:

"Das Vorsprechen des Gert Fröbe kommentierte Ponto mit den Worten: „Mephisto war kein Sachse.“

@22:37 von Anderes1961 @Leipzigerin59

//Danke für den Tipp. Lene Voigt kannte ich bis dahin gar nicht. Wieder was dazu gelernt.//

Ich schließe mich dem Dank an. Habe eben selbst kurz nachgelesen und zitiere Lene Voigt auch gleich:

***'Ne Mundart lässt sich nich verbieten,
weil blutsgebunden bis ins Mark,
dr Volksmund selwer weeß zu hieten
sei Vätererbe drei un stark.
Ich mußte neie Mundartlieder
Landsleiten uff e Zettel schreim,
denn meine Schwestern,
meine Brieder
wolln fest mit mir verbunden bleim.***

Und noch eine Zitat:

***Es gibt nichts Ulkigeres als einen Sachsen, der sich geniert, einer zu sein.***

22:42 von Sausevind

«Mögen die Dialekte immer am Leben erhalten werden.
Die sind unsere "Basics".»

Mundarten bleiben immer dort am besten erhalten, wo das Dort ist, in dem man nicht mit den Schmuddelkindern spielen soll.

Häufig sind es die lokalen Amateur-Fußballvereine mit deren Jugendabteilungen. In so'nem Kölschen Schmuddelkindland habe ich mein Verständis für die Kölsche Sprooch her.

Selbst bin ich Schääl Sick ("Falsche Seite" vom Rhein) First Generation Kölsche. Meine Eltern waren beide "Heimatertriebene" ohne Wurzeln, die sie in vielerlei Hinsicht bei der Vertreibung verloren. Auch die Sprachlichen Wurzeln von einmal Platt von der Ostsee (Vater), bzw. Schlesisch-Deutsch aus der Region früher "Breslau" (Mutter).

Dialekt ist nicht die Sprache meines Tagewerks.
War Kölsch auch zu meinen Fußballzeiten von 9 bis 22 Jahre Alter nie.
Aber ein exzellenter Lehrmeister.

Kölsch ist zwar noch eine recht große Mundart mit festen Wurzeln.
Aber auch Kölsch ist eher auf dem Rückzug, denn auf dem Vormarsch.

@Huhn

"[...] Was mich allerdings fasziniert, ist, dass die Brasilianer, deren Ursprung im Hunsrück liegt, noch immer diesen Dialekt sprechen und ich bereue es sehr, meinen Kinder zuerst Hochdeutsch beigebracht zu haben. Dialekt ist wichtig - Dialekt ist Herkunft und Zugehörigkeit.
Bei uns gibt es das Wort "Geheischnis" und es bedeutet alles, was der Mensch braucht: Liebe, Geborgenheit, Heimat, Wärme ... für mich eins der schönsten Wörter überhaupt.
Und jetzt werde ich wehmütig."

Wenn man sich mit Dialekten etwas näher beschäftigt, stellt man schnell fest, daß es in der Tat sehr faszinierend ist. Das mit den Hunsrücker Brasilianern ist mir auch bekannt, darüber gabs mal eine Reportage.

Faszinierend sind auch die Hutterer in den USA mit ihrem auf dem kärntnerisch basierenden Deutsch mit englischem Einschlag. Oder viele Amish-People, die ein Schwabendeutsch aus dem 18. Jahrhundert sprechen. In Amerika bekannt als Pennsylvania Deutsch.

@Leipzigerin59

"
Am 09. Mai 2021 um 23:25 von Leipzigerin59
PS: 21:25 @ Anderes1961

"... Film "Die 1000 Klotzböppel des Dr. Mabuse". ..."

Gert Fröbe
schwäbisch - und wie in den meisten Filmen mit leicht sächsischem Akzent
:-)

Aus Wiki
Erich Ponto zu Fröbe:

"Das Vorsprechen des Gert Fröbe kommentierte Ponto mit den Worten: „Mephisto war kein Sachse.“

Ja stimmt. Die Stimme von Gerd Fröbe habe ich noch im Ohr. Sein sächsisch konnte er tatsächlich nicht verbergen, wenn man genau hinhört.

Sächsisch ist eins meiner Lieblingsdialekte, das meine ich ganz ohne Ironie. Großartige Sprache.

@Leipzigerin59

"
Am 09. Mai 2021 um 23:16 von Leipzigerin59
22:37 @Anderes1961 @Leipzigerin59

"... gibts in Leipzig eigentlich den "Hüppenaaaaaain" noch? ..."

Ich wohne erst seit 2016 in Leipzig,
das sagt mir gar nichts.

In welche Richtung geht das?"

Ah, dann muß ich es Ihnen erklären. Er ist ein Leipziger Original, der für sein Leben gern mit der Straßenbahn fährt und alle zusteigenden Fahrgäste immer mit einem langgezogenen Hüppenaaaaaaaaain begrüßt. Wenn Sie Tram fahren, ist es sehr wahrscheinlich, daß Sie ihn schon mal gesehen haben.

@schabernack

"[...] Für Comics so was wie das Ideal im Schlaraffenland.
Nicht zu sehr eindeutig, um der Phantasie der Leser Spielraum zu lassen. [...]"

Punktlandung. Genauso ist es. Ich glaube, ich lass mir mal "Dialektdenken" als Wortmarke schützen. Mit diversen Vorwahlen :-)

23:06 von Anderes1961

«Ur-Bayrisch auf Welttournee.»

«Tut mir leid, daß ich mal klugsch.... muß. Aber LaBrassBanda ist zwar aus Bayern, aber ihre Musik alles andere als "urbayrisch". Diese Art von Blasmusik ist importiert, nämlich aus dem Balkan.»

Ich weiß … The Music ist Balkan.

Deswegen hätte man LaBrassBanda auch mal besser zum ESC schicken sollen. Wollen wollten sie ja. Es hätte aus den Balkanländern: "12 Points" nur so gehagelt. Auch in Russland ist LaBrassBanda äußerst populär.

In Japan sowieso. Dort ist der Deutsche Exot immer der Held.

Singen singen LaBrassBanda aber auf Bayrisch überall in der Welt.
So was von Bayrisch, bei dem ich auch mit "Replay 5 times" bei so was wie "Spotify" gar nichts verstehe. Etwas weniger noch als gar nichts.

Japanisch kann ich jedenfalls besser als gesungenes LaBrassBanda Bayrisch verstehen …

@Anna-Elisabeth

"
Am 09. Mai 2021 um 23:37 von Anna-Elisabeth
@22:37 von Anderes1961 @Leipzigerin59

//Danke für den Tipp. Lene Voigt kannte ich bis dahin gar nicht. Wieder was dazu gelernt.//

Ich schließe mich dem Dank an. Habe eben selbst kurz nachgelesen und zitiere Lene Voigt auch gleich:

***'Ne Mundart lässt sich nich verbieten,
weil blutsgebunden bis ins Mark,
dr Volksmund selwer weeß zu hieten
sei Vätererbe drei un stark.
Ich mußte neie Mundartlieder
Landsleiten uff e Zettel schreim,
denn meine Schwestern,
meine Brieder
wolln fest mit mir verbunden bleim.***

Und noch eine Zitat:

***Es gibt nichts Ulkigeres als einen Sachsen, der sich geniert, einer zu sein.***"

Ganz herzlichen Dank für das Zitat. Es ist sehr berührend. Jetzt hab ich nen Kloß im Hals.

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