Ihre Meinung zu: Präsident Macron will Elitehochschule ENA schließen

9. April 2021 - 16:13 Uhr

In Frankreich gibt es kaum einen Top-Beamten-Job ohne ENA-Abschluss. Jetzt will Präsident Macron die umstrittene Elitehochschule endgültig abschaffen - und damit für mehr Chancengleichheit sorgen. Von Christina Erdkönig.

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Kommentare

Guter Ansatz

Ob es reicht um den Glauben an Elite zu erschüttern ist eine andere Frage

gute Entscheidung von Macron

Auch wenn ich kein Freund von Macron bin, hier trifft er die richtige Entscheidung. Es kann nicht sein, dass hier ein elitärer Geldadel sich enorme Vorteile erkaufen kann, indem er in der Lage ist hohe Schulgelder zu zahlen.

Von Chancen-/Bildungsgleichheit ist man auch hier D noch weit entfernt.

Muss der Normalverbraucher die ihm zugewiesene (Schulbezirk) Schule hinnehmen (auch wenn der Ruf noch so schlecht ist), zahlen andere Schulgelder und schicken die Kinder auf Privatschulen.
Privatschulen gehören wie die private Krankenversicherung abgeschafft, sonst ist eine Zweiklassengesellschaft vorprogrammiert.

Legalité, egalite, fraternité

Gut gemeint und doch nur der Deckmantel, um auch mal in den Genuß der Privilegien der ehemaligen Oberklasse zu kommen.
Überall das gleiche Lied mit leicht unterschiedlicher Melodie.

16:47, FritzF

>>Legalité, egalite, fraternité
Gut gemeint und doch nur der Deckmantel, um auch mal in den Genuß der Privilegien der ehemaligen Oberklasse zu kommen.
Überall das gleiche Lied mit leicht unterschiedlicher Melodie.<<

Liberté, nicht Legalité.

Oder habe ich hier einen Scherz nicht verstanden?

Was wäre denn so falsch daran, wenn das ganze Volk in den Genuss der Privilegien der Oberklasse käme? Die dann ja keine Privilegien mehr wären.

Eine mutige Entscheidung.

Eine mutige Entscheidung. Gleiche Probleme existieren auch in GB und den USA.

Wird ihn nicht

so viel bringen, dann weichen die mit Geld nach Oxford oder Cambridge oder eine der anderen Eliteschulen in der Welt aus, wie auch alle sich nennen und wo es richtig viel Geld kostet.
Das Problem der unterschiedlichen Bildung und Verteilung von Geld, wird er damit nicht aus der Welt schaffen.
Die breite Masse aus dem Duisburger Armenviertel wird auch nicht ins Viertel der Reichen von Hannover mir einem reinen Hochdeutsch schaffen.
Die Reichen finden immer einen Weg ihren Sprösslingen mit Geld eine entsprechende Bildung zu ermöglichen.
Der Ansatz ist sicher gut, aber auch ziemlich naiv.

@ 16:33 von Giselbert

"""zahlen andere Schulgelder und schicken die Kinder auf Privatschulen.
Privatschulen gehören wie die private Krankenversicherung abgeschafft, sonst ist eine Zweiklassengesellschaft vorprogrammiert."""

Nur sind die Nachteile nicht so eindeutig verteilt. Nettosteuerzahler, die ihre Kinder auf Privatschulen schicken, müssen draufzahlen in dem sie auch das öffentliche Schulsystem finanzieren. Und viele privat Krankenversicherte träumen davon in die Gesetzliche wechseln zu können, weil in der Gesetzlichen das Preis Leistungs Verhältnis so viel besser ist.

Wenn Macron eine staatliche Schule schließen will, dann ok. Aber eine Verbotskultur, die auch noch Privatschulen verbietet? Gibt's denn nicht schon genug Verbote?

@16:27 von Der Lenz

"Guter Ansatz, Ob es reicht um den Glauben an Elite zu erschüttern ist eine andere Frage"

Sehe ich auch so, denn irgendwo muss man ja anfangen. Das Problem dieser Hochschulen ist aber ein internationales. Ich gucke immer mal gern so Oxford- oder Cambridge-Union debates. Da werden die Studenten so ganz beiläufig und selbstverständlich auch als zukünftige Schicksalslenker adressiert.
Dieses Elite-Uni-Branding, dass viele Unis auch aus Finanzierungsgründen forcieren, wirkt sich leider auch auf die Lehre aus. Irgend ein Prof., der sich mit dem Thema eingehender beschäftigt, hat es mal so zusammengefasst... Diversität im Aussehen, Homogenität im mindset. So wirklich grundsätzliche Debatten, die immer auch Kontroversen und Unruhe mit sich bringen, will man am Campus nicht haben.

/// Am 09. April 2021 um

///
Am 09. April 2021 um 17:12 von wenigfahrer
Wird ihn nicht

so viel bringen, dann weichen die mit Geld nach Oxford oder Cambridge oder eine der anderen Eliteschulen in der Welt...///
.
Französisches Verwaltungsrecht können Sie nicht in Oxford oder Cambridge studieren.

17:12, wenigfahrer

Bei der Hochschule, um die es hier geht, handelt es sich um die Kaderschmiede der politischen Elite Frankreichs.

Sicherlich können reiche Leute ihre Sprösslinge auf die verschiedensten teuren Privatunis schicken. Das ist aber nicht dasselbe.

Macron: „Ich glaube aber nicht an kleinere Änderungen und zerstückelte Reförmchen. (...) Wenn man die Strukturen nicht verändert, tut sich nichts, dann bleibt alles beim Alten"

Da hat er Recht. So, wie es sich im Laufe der Jahrzehnte „eingeschliffen“ hat konnte es nicht bleiben. Denn dass die ENA zum Symbol für die "kleine Elite, die den Staat lenkt, für einen geschlossenen Kreis" geworden ist, kommt nicht von ungefähr, wenn es für Absolventen „einmal den Abschluss in der Tasche" bislang möglich war, "sofort in Spitzenpositionen der staatlichen Verwaltung zu kommen“/“[Der Gründer] einer Organisation für mehr Chancengleichheit in der Bildung findet auch gut, dass Macron das strenge Auswahlverfahren für die neue Verwaltungshochschule öffnen will. Mehr als zwei Drittel der Schüler der ENA sind Kinder von Spitzenbeamten“
Und von einer breiten Interaktion und Integration profitieren alle: „(…) 13 andere Hochschulen integrieren. Geplant ist auch eine engere Zusammenarbeit mit Universitäten"

@ 17:14 von Vielfalt.

"Gibt's denn nicht schon genug Verbote?"
Diese pauschale Suggestivfrage bringt uns nicht weiter. Verbote dort wo sinnvoll und nötig, Eigenverantwortung dort wo möglich.

"Aber eine Verbotskultur, die auch noch Privatschulen verbietet?"
Nur ein Beispiel, ein Politiker schickt seine Kinder auf die Privatschule, weil die öffentlichen nicht seinem Anspruch genügen. Dieser Politiker hat doch kaum noch eine Motivation die öffentlichen Schulen zu verbessern. Von dem abgesehen, bekommt er so gar nicht die Missstände mit und kann behaupten, weiß nicht was ihr alle habt, ist doch alles in Ordnung.

Es ist nicht zu fassen ! Wenn ...

.. Herr Macron seine persönliche "Popularität" durch die Abschaffung einer sogenannten "Elite-Schule" verbessern möchte , macht er einen großen Fehler ! Das Ärgernis sind doch nicht etwa die guten Absolventen der ENA , sondern deren Bevorzugung bei der Vergabe von aussichtsreichen Planstellen. Dieser Brauch kann mit wenig Aufwand verändert werden. Wenn der "Geldadel" seinem Nachwuchs eine erstklassige und teure Ausbildung ermöglicht ist das m.E. besser als den Sprößlingen nur ein " Dolce Vita " zu ermöglichen.

@17:39 von Giselbert

""""Nur ein Beispiel, ein Politiker schickt seine Kinder auf die Privatschule, weil die öffentlichen nicht seinem Anspruch genügen. Dieser Politiker hat doch kaum noch eine Motivation die öffentlichen Schulen zu verbessern."""

Dann liegt das Problem bei den Politikern und ihrer Politik, und nicht bei den Privatschulen.

Eliteschulen haben überall auf

Der Welt ab und zu ein "Gschmäckle", nicht nur weil es sich meistens um Schüler reicher Eltern handelt, sondern weil dort auch bestimmte politische und gesellschaftliche Richtungen Standart sind.
Das missfällt natürlich so ei- nem Mann wie Macron

@16:27 von Der Lenz

//Ob es reicht um den Glauben an Elite zu erschüttern ist eine andere Frage//

Kommt darauf an, wie weit man den Begriff Elite fasst. Es gibt sicher Menschen, die sich durch besondere, vor allem geistige Fähigkeiten, von anderen unterscheiden. Ich bin sogar sehr dafür, diese Menschen speziell zu fördern. Nur darf diese Förderung nicht eine Frage des Geldes sein. Solange dies aber so ist, muss man anzweifeln dürfen, ob jemand allein aufgrund einer Gruppenzugehörigkeit zur Elite gehört.

Was man u.a. bei Wiki liest: >>...Die Strukturen von Eliten in einem bestimmten Land werden i. W. determiniert durch ein privilegiertes (z. B. überaus kostspieliges) Bildungssystem des nicht-öffentlichen Bereichs und durch die Art der Auswahl von Kandidaten (Bewerbern für Führungsposten) durch Vertreter der Elite.<<
lehne ich ab.

Was Macron jetzt vorhat, finde ich richtig
***Abschluss künftig kein Freifahrtsschein für Spitzenposten***

@18:26 von Old Lästervogel

//Eliteschulen haben überall auf
Der Welt ab und zu ein "Gschmäckle", nicht nur weil es sich meistens um Schüler reicher Eltern handelt, sondern weil dort auch bestimmte politische und gesellschaftliche Richtungen Standart sind.
Das missfällt natürlich so ei- nem Mann wie Macron//

"bestimmte politische und gesellschaftliche Richtungen" haben an einer Bildungseinrichtung auch nichts zu suchen.
Ich weiß natürlich, dass die trotzdem an vielen Universitäten zuhause sind.

Das gilt allerdings auch für andere Einrichtungen...

18:26 von Old Lästervogel

Das missfällt natürlich so einem Mann wie Macron
.
wie meinen sie das ?
ich darf mal aus Wikipedia zitieren zu Herrn Macron und seinen Werdegang
Er erhielt sein Baccalauréat am Pariser Elitegymnasium Lycée Henri IV
wobei vielleicht war er auch eingeschnappt, wenn man weiterliest
"bestand jedoch die Aufnahmeprüfung für die Elitehochschule École normale supérieure zweimal nicht"

womöglich hat er deshalb auch ne Aversion gegenüber "Eliteschulen"
wenn die ihn so ausbremsten

Am 09. April 2021 um 17:14 von Vielfalt.

Zitat: Wenn Macron eine staatliche Schule schließen will, dann ok. Aber eine Verbotskultur, die auch noch Privatschulen verbietet? Gibt's denn nicht schon genug Verbote?

Bitte helfen Sie mir weiter. Ich kann in dem TS-Artikel keinen Hinweis auf das Verbot von Privatschulen finden. Was habe ich überlesen?

@16:55 von fathaland slim 16:47, FritzF

//Was wäre denn so falsch daran, wenn das ganze Volk in den Genuss der Privilegien der Oberklasse käme? Die dann ja keine Privilegien mehr wären.//

Ebene genau das, dass es keine Privilegien mehr gibt. Das wäre ja eine Katastrophe gegen die der Klimawandel ein 'little shit' wäre.

Aber das wissen Sie ja.

Privatschulen vollständig abschaffen

Bildung ist eine öffentliche Pflichtaufgabe und muss dies auch tatsächlich werden.

Daher muss das Grundgesetz dahingehend geändert werden, dass Privatschulen (auch Universitäten) entweder komplett abgeschafft werden, insbesondere nicht auch noch mit öffentlichen Geldern finanziert werden dürfen. Kofessions-Schulen und Konfession-Universitäten einschließlich der theologischen Fakultäten an öffentlichen Hochschulen müssen abgeschafft, insbesondere nicht mit öffentlichen Geldern unterstützt werden.

Oder es muss die Verpflichtung garantiert werden, dass jede öffentliche Schule und Universität mindestens so gut ausgestattet - personell und sächlich - werden muss, wie die beste Privateinrichtung.

Nur so kann unser Bildungssystem chancengerechter werden.

Am 09. April 2021 um 18:46 von Sisyphos3

Zitat: ich darf mal aus Wikipedia zitieren zu Herrn Macron und seinen Werdegang
Er erhielt sein Baccalauréat am Pariser Elitegymnasium Lycée Henri IV
wobei vielleicht war er auch eingeschnappt, wenn man weiterliest
"bestand jedoch die Aufnahmeprüfung für die Elitehochschule École normale supérieure zweimal nicht"

womöglich hat er deshalb auch ne Aversion gegenüber "Eliteschulen"
wenn die ihn so ausbremsten

Vielleicht hätten Sie besser zwei Sätze weiter gelesen: " Auch für die Aufnahmeprüfung zur Elite-Verwaltungshochschule École nationale d’administration (ENA) in Straßburg benötigte er einen zweiten Anlauf, gehörte dann aber zu den Besten seines Jahrgangs, der Abschlussklasse „Léopold Senghor“ (französisch promotion Senghor)"

mal sehen

wenn in den USA so Elite Unis wie Harvard oder Yale geschlossen werden
Warum der Neid ?
jeder kann sich bewerben, kriegt ein Stipendium
oder als weniger Begabte brauchts einen reicher Vater .....

@18:46 von Sisyphos3 18:26 von Old Lästervogel

//womöglich hat er deshalb auch ne Aversion gegenüber "Eliteschulen"
wenn die ihn so ausbremsten//

Wäre menschlich.
Aber ganz unabhängig von politischen Einstellungen oder der Person Macron: Finden Sie es richtig, wenn die Vergabe bestimmter Posten davon abhängig gemacht wird, welche Universität jemand besucht hat?

@18:50 von falsa demonstratio

"""Ich kann in dem TS-Artikel keinen Hinweis auf das Verbot von Privatschulen finden."""

Einen Blick auf den Kommentar, auf den sich meine Antwort bezog, zu werfen, wird sicherlich helfen.

Er will die Elite

Er will die Elite beschneiden? Dann gehen die halt wo anders hin.
Elite bleibt Elite.
Als würde es da auf die Schule ankommen.
Gleiches Problem bei uns mit der Frauenquote.

Am 09. April 2021 um 19:07 von Vielfalt.

"""Ich kann in dem TS-Artikel keinen Hinweis auf das Verbot von Privatschulen finden."""

Zitat: Einen Blick auf den Kommentar, auf den sich meine Antwort bezog, zu werfen, wird sicherlich helfen.

Oh, i.c.: Sie meinten gar nicht Macron. - sorry.

18:55 von falsa demonstratio

was soll´s ....
es hat ja auch so gereicht zum Präsidenten der Republik

Am 09. April 2021 um 17:29 von fathaland slim

" Bei der Hochschule, um die es hier geht, handelt es sich um die Kaderschmiede der politischen Elite Frankreichs.

Sicherlich können reiche Leute ihre Sprösslinge auf die verschiedensten teuren Privatunis schicken. Das ist aber nicht dasselbe. "

Das mag so sein, kenne die Schule nicht, hab nur eine Staatliche besucht, viele Jahre und kostenlos.
Ändert aber aber am Ende nichts am Bildungsniveau, und wenn die dort speziell für Frankreich ausbilden, und geschlossen wird.
Gibt es ja die Fachrichtung nicht mehr, wer macht dann diese von Ihnen angegebene Arbeit ?.
Klingt nach zweischneidigem Schwert für mich, oder Medaille mit 2 Seiten, was Ihnen lieber ist.

17:39 von Giselbert

Nur ein Beispiel, ein Politiker schickt seine Kinder auf die Privatschule,
weil die öffentlichen nicht seinem Anspruch genügen.
Dieser Politiker hat doch kaum noch eine Motivation die öffentlichen Schulen zu verbessern.
.
dann ersetzen sie mal Politiker durch Otto Normalo
was kann der tun dass seine Kinder ne gescheite Ausbildung erhalten
außer ne private Alternative wenn die öffentliche nicht seinen Wünschen entspricht
... und nebenbei erwähnt "Politiker"
wenn ich mir bundesdeutsche Spitzenpolitiker so anschaue,
da würde ja ein normaler Abschluß genügen, hätten sie den wenigstens

@Sisyphos3 um 18:58

Es geht nicht um Neid

Es ist nur letztlich Disfunktional weil es die Auswahl beschneidet und damit den Wettbewerb aushebelt, was sich wiederum negativ auf die Durchschnittsqualität des so angeworbenen Personals auswirkt.
Dazu kommen die sich in solchen zusammenhängen zwangsläufig bildenden engen Persönlichen Verquickungen die wiederum von rationalen Sachentscheidungen wegführen können.
-> nicht nur schlechteres personal sondern zusätzlich Irrationale Entscheidungen.

Dem Gemeinwesen insgesamt ist dies nicht dienlich.

19:46 von Der Lenz

vielleicht sind die "Verquickungen" ja gewünscht
man bleibt unter sich
Wenn ich nach Brasilien schaue
da sind etwas besser betuchte auf Privatschulen.
Da knüpfen die schon mit 10 Jahren soziale Netze.
Der Papa vom Mitschüler hat ne Firma oder ist Manager in einer Firma,
der eigene Vater schafft in einer Behörde ...
Vitamin B ist nur für den schlecht der es nicht hat
bedauerlich aber die Realität

Schließung

Genau ...so haben auch die geistig minder bemitteltem die Chance Fehlentscheidungen zu treffen.
Aber das ist ja der Zeitgeist-sieht man in DE.
In meinem Beruf war mal der Realschulabschluß mindesten erforderlich und der Einstellungstest sehr anspruchsvoll.
Heute ist das nicht mehr so und man merkt es

20:16 von skydiver-sr

Genau ...so haben auch die geistig minder bemitteltem die Chance Fehlentscheidungen zu treffen.
Aber das ist ja der Zeitgeist-sieht man in DE.
In meinem Beruf war mal der Realschulabschluß mindesten erforderlich und der Einstellungstest sehr anspruchsvoll.
Heute ist das nicht mehr so und man merkt es

Ich habe immer große Schwierigkeiten zu akzeptieren, wenn sich jemand über anderer Leute geistige Fähigkeiten oder Schulabschluss auslässt und dabei selbst etliche Fehler produziert.

Eine Richtigstellung

Ihr Artikel behauptet folgendes: "Mehr als die Hälfte aller Präsidenten der Nachkriegszeit in Frankreich hat auf der Verwaltungshochschule ENA, der Ecole Nationale d’Administration, eine Ausbildung absolviert."
Das trifft nicht ganz zu, denn von insgesamt 10 Präsidenten der Nachkriegszeit waren es 4, also genau die Hälfte der 8 Präsidenten der Fünften Republik seit 1958.
Im übrigen ist das nur logisch, da 5 der 10 Nachkriegspräsidenten ihr Studium vor 1945 absolviert hatten, als es die ENA noch nicht gab. Unter denen, die dort hätten studieren können, ist jedoch Nicolas Sarkozy die einzige Ausnahme, was die sehr zentrale Rolle der ENA in der Tat durchaus belegt.

in allen westlichen

staaten (in anderen auch, aber hier geht es um Frankreich, also klammere ich die mal aus) gibt es diese elite-kaderschmieden, wo junge leute schon früh beginnen mit dem netzwerken, gut geschützt vor dem "normalen volk" durch horrende gebühren. bestes beispiel, dass es letztendlich nicht darum geht, was im hirnkasten passiert, sitzt in der Downing Street.

Frankreich macht nun den anfang, der rest darf sich daran gerne ein gutes beispiel nehmen. gleiche chancen für alle - ein hehres ziel, an dem aber auch schon der sozialismus gescheitet ist, der es sich eigentlich auf die fahne geschrieben hatte.

@20:16 von skydiver-sr

//Genau ...so haben auch die geistig minder bemitteltem die Chance Fehlentscheidungen zu treffen.
Aber das ist ja der Zeitgeist-sieht man in DE.
In meinem Beruf war mal der Realschulabschluß mindesten erforderlich und der Einstellungstest sehr anspruchsvoll.
Heute ist das nicht mehr so und man merkt es//

Das zumindest hier in Deutschland das Niveau der Schulabschlüsse gesunken ist (wie es in Frankreich ist, weiß ich nicht), ist eine andere Baustelle. Es spricht aus meiner Sicht auch nichts gegen sogenannte Elite-Schulen. Nur sollte der Zugang zu diesen Einrichtungen nicht vom Geld abhängen. Hier in Hamburg gibt es eine Stiftung für Hochbegabte, die es hochbegabten Kindern aus armen Elternhäusern ermöglicht, solche Schulen zu besuchen.
Es ist aus meiner Sicht ein Trauerspiel, dass diese Kinder nur Dank privater Initiativen, eine Chance bekommen. Es ist sogar ausgesprochen dumm, dass der Staat sich hier nicht kümmert!

Ich habe den Eindruck,

daß kaum jemand hier den Artikel gelesen oder verstanden hat.

Es geht bei dieser Hochschule nicht wirklich darum, daß man dort vielleicht mehr lernt als anderswo, sondern um das soziale Biotop, das sie darstellt. Wer Absolvent dieser Uni ist, der hat seine Karriere sozusagen schon in der Tasche. Nicht vorrangig wegen seiner Leistungen, sondern wegen all den Leuten, die er dort kennengelernt hat oder vorher schon kannte, was als Eintrittskarte für die Akademie und später dann in die Ministerien etc. fungiert. Man nennt so etwas ein Old Boys Network. Wenn man dieselben Inhalte an einer anderen Lehranstalt lernt, dann ist das noch lange nicht dasselbe. Das Vitamin B fehlt nämlich.
Und darum geht‘s.

@ Sisyphos3

"wenn in den USA so Elite Unis wie Harvard oder Yale geschlossen werden
Warum der Neid ?"

Der "Neid" (eher das Ärgernis) liegt im nicht reflektierten guten Namen und den sich damit gebenden Chancen.
Ich habe an einer guten aber nicht besonders populären Uni studiert und promoviert. Z. B. der Forschungsbereich aus meiner Diplomzeit stand/steht in ihrem Gebiet dem MIT eigentlich nicht nach. Kleiner ja, aber nicht schlechter. Dennoch immerzu wurde über Entwicklungen des MIT berichtet, kaum mal über unsere Entwicklungen (hier in Deutschland!). Das nervt gewaltig. Und so habe ich eben nur ein Diplom/Promotion von dieser "Langweiluni", während bei MITlern immer ein andächtiges Raunen daherkommt und die sich die Jobs aussuchen könne. Ganz ehrlich das p*sst mich schon ein wenig an. Bin aber mittlerweile raus aus dem Unibetrieb...

Kein Respekt für Namen, Respekt für Ergebnisse! Aber auch die lassen sich an einer gut vernetzten und finanziell 1a ausgestatteten Uni leichter erzielen...

20:47 von falsa demonstratio

20:22 von Thomas D.
Zitat: Sagt schon das Grundgesetz gleiches Recht für alle. ...

So simpel wie Sie es meinen, sagt es das Grundgesetz nicht.

Ich weiß das. Das oben genannte ist auch nicht von mir, sondern von dem user dem ich antwortete :-)

Gute Vorgehensweise Herr Macron.

Aber die (Chancen-)Ungleichheit wird trotzdem bleiben. Das Gutbürgertum - die gehobene Mittelschicht bis Oberschicht - wird trotzdem weiterhin von diesem Kapitalismus (und seiner glabalen Marktwirtschaft), wie er bisher existiert, profitieren. (siehe Aktionäre, Immobilienmakler, Vorstandsvorsitzende von Konzernen usw.)
Mathematisch würde sich Gleichheit und Gerechtigkeit erst einstellen, wenn z.B. von jedem Akademiker erst die Urenkel studieren dürften. Bei Arbeitereltern die Kinder sofort. Ohne konsequente Regulierung wird es niemals Gerechtigkeit geben, denn Uneigennützigkeit ist noch lange nicht Bestandteil des menschlichen Charakters.

@ WM-Kasparov

„Gerechtigkeit erst einstellen, wenn z.B. von jedem Akademiker erst die Urenkel studieren dürften. Bei Arbeitereltern die Kinder sofort. Ohne konsequente Regulierung wird es niemals Gerechtigkeit geben,“

So Leute wie sie machen mir wirklich Angst.
Schon mal daran gedacht, dass die Kinder von dem ein oder anderen Arbeiter nicht das Zeug zum studieren haben. Oder auch Kinder von Akademikern kein Interesse am Studium haben oder nicht das Zeug dazu. Ihre Gerechtigkeit ist die absolute Gleichschaltung aller Menschen. Ich möchte aber ums verrecken nicht so sein wie ein anderer Mensch. Und ich kenne keinen, der eine Gleichschaltung möchte oder wie in der DDR, dass der Staat für mich entscheidet, was ich werden darf...

@20:53 von fathaland slim

//Wenn man dieselben Inhalte an einer anderen Lehranstalt lernt, dann ist das noch lange nicht dasselbe. Das Vitamin B fehlt nämlich.//

Eine große Portion Vitamin B ist dort, wo die Reichen unter sich sind ja auch viel wahrscheinlicher. Und nach allem, was ich gehört und gelesen habe, macht man an diesen "Reichen-Unis" Stipendiaten das Leben nicht gerade leicht.

@ fa

"Das Vitamin B fehlt nämlich."

Jepp. und ohne Vitamin B läuft auch hierzulande kaum etwas. Das habe ich zur genüge selbst feststellen dürfen. Kennst'e niemand, kommst'e nicht weit. Sehr frustrierend.
Ich habe mich irgendwann aus diesem System weitgehend befreit und verdinge mich nun als Lehrkraft in der Schule - einer der wenigen Jobs, wo Vitamin B nur wenig hilft.

//Macron macht Nägel mit

//Macron macht Nägel mit Köpfen Die Gelbwesten hatten unter anderem gefordert, dass die ENA schließen muss: Die Verwaltungshochschule in Straßburg war und ist für viele ein Symbol für die kleine Elite, die den Staat lenkt, für einen geschlossenen Kreis.//

Und da sag noch einer, die Proteste hätten sich nicht gelohnt.

Am 09. April 2021 um 20:58 von Thomas D.

So simpel wie Sie es meinen, sagt es das Grundgesetz nicht.

Ich weiß das. Das oben genannte ist auch nicht von mir, sondern von dem user dem ich antwortete :-)

Sorry - Ich war unaufmerksam

@berelsbub um 21:20 Uhr

"nicht das Zeug haben"

...ich wollte gerade fortsetzen, dass wir endlich weg von der Leistungsgesellschaft kommen sollten/müssen.
Allein der Gleichheitgedanke - dass wirklich alle Menschen gleich(wertig) sind, sollte zählen!
Ich bin Hobbypädagoge und weiß, jeder Mensch hat seine Stärken! Zu viele werden aber nach ihren Schwächen beurteilt. Und zu wenige werden individuell in ihren Stärken gefördert. In der Gesamtheit besitzt jeder Mensch gleich viele Stärken und Schwächen und deswegen sind alle Menschen gleich. (Ich liebe z.B. Mathe)

21:03 von WM-Kasparov-Fan

«Mathematisch würde sich Gleichheit und Gerechtigkeit erst einstellen, wenn z.B. von jedem Akademiker erst die Urenkel studieren dürften. Bei Arbeitereltern die Kinder sofort.»

Wie der Exorzist, der zusammen mit dem Quacksalber anrücken soll, um dem leidenden Patient den Teufel auszutreiben.

Gleichheit und Gerechtigkeit sind aber nicht Mathematik oder eine andere Naturwissenschaft, in der man Variablen in Formeln mit unterschiedlichen Werten belegt, damit am Ende der Rechnung das gewünschte oder erwartete Ergebnis rauskommt.

Es hilft gar nichts, Kinder von Akademikern vom Studium auszuschließen, nur weil Vater oder Mutter oder beide Akademiker sind. Hätte ich Kinder, wäre jede weitere Akademikerkarriere der Family @schabernack bereits nach der 1. Generation wieder beendet. Für 3 Generationen.

Hat das Arbeiterkind @schabernack aus der Family der WK2-Vertriebenen diese doch gerade erst begründet. Ohne Eliteschule, ohne Vitamin B … aber mit glücklicher Fügung: Grips + Interesse.

21:47 von WM-Kasparov-Fan

«Ich bin Hobbypädagoge und weiß, jeder Mensch hat seine Stärken! Zu viele werden aber nach ihren Schwächen beurteilt. Und zu wenige werden individuell in ihren Stärken gefördert.»

Um so mehr ist es sinnfrei, Kinder von Akademikern vom Studium auszuschließen für 3 Generationen, nur weil die Eltern Akademiker sind. Die Antithese von individueller Förderung nach Fähigkeiten und Interessen der Kinder. Diejenigen, die evtl. bestens geeignet wären für ein anspruchsvolles Studium ganz ohne Elite + Vitamin, dürfen das dann gar nicht, weil irgendeine Fata Morgana von Proporz das verbieten und verunmöglichen soll. So fördert man niemand in individuellen Fähigkeiten.

«In der Gesamtheit besitzt jeder Mensch gleich viele Stärken und Schwächen und deswegen sind alle Menschen gleich. (Ich liebe z.B. Mathe).»

Nicht alle Menschen sind gleich. Alle haben aber gleiche Rechte, Würde, Anspruch auf Bildung. Sie lieben Mathe, und Mio. andere lieben gerade Mathe gar nicht. Einer der Unterschiede.

"Nicht alle Menschen sind

"Nicht alle Menschen sind gleich. Alle haben aber gleiche Rechte, Würde, Anspruch auf Bildung."

Diese beiden Sätze bitte dick einrahmen und über das Bett hängen.

23:15, asimo

>>"Nicht alle Menschen sind gleich. Alle haben aber gleiche Rechte, Würde, Anspruch auf Bildung."

Diese beiden Sätze bitte dick einrahmen und über das Bett hängen.<<

Hab ich schon vor Jahren getan.

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