Ihre Meinung zu: Wie Wirecard kritische Medien ausschalten wollte

2. Februar 2021 - 20:03 Uhr

Der Journalist Dan McCrum wurde wegen seiner Wirecard-Recherchen des Insiderhandels verdächtigt, bedroht und verleumdet. Am Ende gelang es ihm trotzdem, den Skandal aufzudecken. Von Nils Altland und Inga Mathwig.

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Kommentare

Zitat: Finanzaufsicht BaFin stellt Strafanzeige gegen McCrum!

Im Bericht steht der im Betreff oben zitierte Satz!
Ungeheuerlich finde ich es, wenn eine Bundesbehörde wie die BaFin sich so blamiert!
Was tat diese Behörde um die dt. Anleger zu schützen? Sie hat damit, dass sie diesen Betrugsunternehmen deckte, noch viele Anleger um ihr Geld gebracht.
Haben wir nur Versager in der Politik und in wichtigen Behörden?

Bis auf den ersten Satz des

Bis auf den ersten Satz des Artikels, sehr gut geschrieben. Aber der ist so schlecht, dass der Rest das nicht mehr rausreißen kann.
Übrigen war in bankenkreisen wc schon lange vorher als dubios bekannt.
Selbst ich als völliger Laie habe schon im Sommer 2019 gehört, dass wc den Bach runter gehen würde, weil nichts stimmte. Weder Modell, zahlen, .... nichts eben.

ARD- Administration

bei der BAFIN sind der chef und seine vertreterin wegen unfähigkeit rausgeschmissen worden. der chef der beiden, fm scholz sitzt aber immer noch auf seinem stuhl ohne von den medien hinterfragt zu werden. Warum?

BaFin wollte kritische Medien ausschalten

Nicht wirecard. Obwohl die das auch wollten. Es war aber die BaFin, nicht Wirecard, die nicht nur die Leerverkäufe auf eine (!!) Aktie, nämlich die von Wirecard verboten haben, als auch Strafanzeige gegen die Journalisten der FT gestellt haben.

Ich kann aber verstehen, dass man hier als ARD Journalist keinen Artikel publizieren kann mit dem Titel „BaFin wollte kritische Medien ausschalten“, weil es den Eindruck vermitteln würde als hätte eine Bundesbehörde (!) sich mit Betrügern gemein gemacht (was allerdings auch - ohne das die „Aufseher“ dies durchschaut hatten, auch genau so ist).

Die digitale Welt hat vieles komplizierter gemacht. Viele neue Geschäftsmodelle sind entstanden. Und viele blicken da nicht mehr so richtig durch, verständlicherweise.

Aber vor 30-40 Jahren war die deutsche Gesellschaft noch anders aufgestellt.

Man hat sich damals keine Gedanken darüber gemacht, ob man nur zu einem „Mann“ geht, wenn man zum „Bäcker“ geht.

Man hat auch im allgemeinen wichtige Funktionen nach Befähigung und nicht nach der applizierten Dosis von „Vitamin B“ besetzt.

Das ist heute leider anders. Von Anfang an stand bei Insidern ein Riesenfragezeichen hinter dem „Geschäftsmodell“ von Wirecard.

Um das klar zu sagen:

Das Geschäftsmodell von Wirecard war deshalb so einzigartig gerade WEIL es betrügerisch war.

Früher wäre so etwas wohl von den Beamten längst durchschaut worden.

Aber heute? Der Cum-Ex Skandal wurde sogar durch ein Gesetz erst ERMÖGLICHT. Die Lücke trotz Warnungen erst Jahre später wieder geschlossen.

Nur niemals aufgeben als Whistleblower

Nur niemals aufgeben als Investigativ-Journalist oder Whistleblower. Am Ende hat man doch Erfolg und der ganze Schmutz kommt immer ans Licht.
Aber die Rolle der Behörde (das ist eine Aufsicht, die Firmen kontrollieren sollte) ist extrem traurig und blamabel.
Schade, dass es nur sehr selten bis zu den verantwortlichen "Ich weiß von Nichts...." Politikern durchschlägt.
Das System ist kaputt.

@19:19 von Bender Rodriguez

//Selbst ich als völliger Laie habe schon im Sommer 2019 gehört, dass wc den Bach runter gehen würde, weil nichts stimmte.//

Ernst zu nehmende Kritik wurde sehr viel früher geübt.

Bereits 2008 wurden erste Vorwürfe laut.

***Mit einer Artikelserie unter dem Titel House of Wirecard im Blog FT Alphaville der Financial Times (FT) wiesen Dan McCrum und die Singapurkorrespondentin der FT, Stefania Palma, in Zusammenarbeit mit Olaf Storbeck und John Reed ab 2015 auf Unstimmigkeiten in der Bilanz von Wirecard hin***

Spätestens danach hätte man auch in Deutschland hellhörig werden müssen. Dass man sich taub gestellt hat, ist ein Skandal für sich.

19:26 von Wilhelm Schwebe

>>bei der BAFIN sind der chef und seine vertreterin wegen unfähigkeit rausgeschmissen worden. der chef der beiden, fm scholz sitzt aber immer noch auf seinem stuhl ohne von den medien hinterfragt zu werden. Warum?<<

Weil er nicht selbst Wirecard geprüft hat.
Ich helfe Ihnen doch immer wieder gerne.

@Margitt

Von Blamage kann keine Rede sein. Da steckt leider mehr dahinter.

Nur niemals aufgeben als Whistleblower

Nur niemals aufgeben als Investigativ-Journalist oder Whistleblower. Am Ende hat man doch Erfolg und der ganze Schmutz kommt immer ans Licht.
Aber die Rolle der Behörde (das ist eine Aufsicht, die Firmen kontrollieren sollte) ist extrem traurig und blamabel.
Schade, dass es nur sehr selten bis zu den verantwortlichen "Ich weiß von Nichts...." Politikern durchschlägt.
Das System ist kaputt.

Das Schimme ist,

dass das Geld weg ist.
Werden sich die Kleinanleger wehren und ihre Sicht auf die Dinge ändern?
Angebracht wäre es.
Es muss alles aufgedeckt werden.
Wer hat politischen Einfluss gehabt und wer hat die Anweisung gegeben, kritische Stimmen unter Druck zu bringen?

Spitze Dan McCrum

Stark Dan McCrum.
Ein Danke von einem normalen Verbraucher.
Auch wegen ihre Publikationen auch in der Englischsprachige Presse habe ich die Finger von Wirecard gelassen.
Ich hoffe sehr das die deutsche Öffentlichkeit und Presse Ihnen eine Anerkennung zukommen lässt.
Auch für die deutsche Presse war es gar nicht so einfach darüber zu berichten.
Für uns als Leser übrigens auch nicht.
Ich denke dies war ein Lehre für einige Leute in Politik und Wirtschaft.

Anwälte wollten nichts von Bafin - Beschwerde wissen

Nach eindeutigem sach/ strafrechtlichen Beweisen, wollte eine D. Versicherung nur teilweise regulieren.
Das Umfeld ( Banker, Versicherungsmakler , Anwälte,etc.) rieten die Bafin einzuschalten!
Doch weder der Erste noch der Zweite unserer Anwälte ging auf den Vorschlag ein- es brächte nix!
Nun frage ich mich, was wissen die Rechtsanwälte evtl. andere Stellen seit Jahren? Und niemand tat was dagegen!
Seit Wirecardpleite und Machenschaften der Bafin , inclu. der Anzeige gegen Dan McCrumin der Öffentlichkeit bekannt wurde , welche Prämien wurden bezahlt um auffällige Unternehmen ( Banken, Versicherungen, etc.) , naja, evtl. bringt demnächst ne Bafinbeschwerde etwas?
MFG

Nur niemals aufgeben als Whistleblower

Nur niemals aufgeben als Investigativ-Journalist oder Whistleblower. Am Ende hat man doch Erfolg und der ganze Schmutz kommt immer ans Licht.
Aber die Rolle der Behörde (das ist eine Aufsicht, die Firmen kontrollieren sollte) ist extrem traurig und blamabel.
Schade, dass es nur sehr selten bis zu den verantwortlichen "Ich weiß von Nichts...." Politikern durchschlägt.
Das System ist kaputt.

Ein tapferer Journalist.

Wer den Mächtigen ans Bein pinkelt, muss mit allem rechnen und lebt gefährlich. Man sollte auch keine Familie haben.

Danke an Financial Times und Süddeutsche und WDR und NDR

Von daher Danke an Financial Times, Süddeutsche, WDR, NDR und andere von mir:

Vielleicht würden noch heute Anlegerinnen und Anleger um ihr Geld betrogen, wäre der "Financial Times"-Journalist Dan McCrum nicht so hartnäckig gewesen. Fast im Alleingang hat er fünf Jahre lang versucht, die Wahrheit über den Finanzdienstleister aus Aschheim zu finden: Am Ende fand sich eine mutmaßlich massive Bilanzfälschung - in Höhe von 1,9 Milliarden Euro.

Bevor das Unternehmen Ende Juni 2020 Insolvenz anmeldete, hatte es jahrelang Millionen investiert - in Detekteien und Kanzleien. Millionen, um sich offenbar Kritiker vom Hals zu schaffen, allen voran: Dan McCrum, Finanzjournalist bei der "Financial Times" in London. Das geht aus Hunderttausenden E-Mails des Wirecard-Vorstands, Messenger-Chats und Rechnungen hervor, die NDR, WDR und "Süddeutsche Zeitung" (SZ) ausgewertet haben.

Von daher: hebt diesen Sumpf aus und legt ihn trocken und bringt die Typen vor Gericht!

Anna E

Das ist gut möglich.
Ich wollte das nur sagen, weil alle Beteiligten so völlig überrascht getan hatten.so unglaubwürdig eben.

@Tremino 20:00 @Schwebe 19:26

Ich finde es auch seltsam, dass man von einem Minister erwartet, die Arbeit der hochbezahlten Bafinverantwortlichen nebenbei mit zu erledigen, wofür kassieren diese denn ihre exorbitanten Gehälter?

Wenn schon „Ministerverantwortlichkeit“ dann für eigene Fehlleistungen ( es gibt ja ausreichend Beispiele).

@ Wilhelm Schwebe

Was sollte Finanzminister Scholz denn mit dem Wirecard Skandal zu tun haben? Mal abgesehen davon, dass es immer gut kommt, gegen Politiker zu stänkern.

Am 02. Februar 2021 um 19:54 von Anna-Elisabeth

"Spätestens danach hätte man auch in Deutschland hellhörig werden müssen. Dass man sich taub gestellt hat, ist ein Skandal für sich."

Ja, so ist es.

Behörden haben nicht nur in den Fällen
Flowtex „Big Manni“ oder
Comroad eine frühere Aufdeckung
eher behindert als gefördert.

Also nichts Neues.

Und wer WC Aktien hatte, wollte das nicht hören.
Und wer keine WC Aktien hatte, hatte wenig Interesse.

Und jetzt ist also alles sozusagen, den WC runtergespült.

@Hippopotamus, 19:09

„Von Wirtschaftsunternehmen ist nichts anderes zu erwarten. Damit habe ich auch kein Problem. Schlimm und hässlich wird es erst, wenn Politik so (re)agiert“

Dass von Wirtschaftsunternehmen (dazu zählt für mich jedes Unternehmen vom Ein-Mann-Betrieb aufwärts) nichts anderes zu erwarten sein soll, sehe ich aber ganz anders. Schlimm finde ich, dass die sogenannte Weltpolitik durch Auferlegung von unsinnigen „Geheimhaltungsverpflichtungen“ nebst strengster „Sanktionierung“ aller Verstöße dagegen (das Schicksal von Whistleblowern und überhaupt aller, die zu „unbequem“ werden, wie aktuell Nawalny und Assange dürfte Beweis genug sein) aus „althergebrachten machtstrategischen Überlegungen“ durch das gezielte Schüren von Misstrauen gegen alle, die nicht dem eigenen „Kreis“ angehören oder den eigenen Interessen dienen und deren Diskreditierung als angebliche Gegner - vor allem aber durch das Ausschließen dieser von Wissen - immer noch an den Rahmenbedingungen für diese Hässlichkeiten festhält.

Bafinsatzung ...

... eine wichtige Richtschnur für ihr Handeln. Diese enthält Regelungen über Aufbau und Organisation sowie Rechte und Pflichten. Außerdem werden hier die Aufgaben und Befugnisse des Aufsichtsorgans der Aufsichtsbehörde, ihres Verwaltungsrates, sowie Einzelheiten zum Haushaltsplan geregelt. Daneben richtet die BaFin auch an dem Leitbild aus, das sie sich kurz nach ihrer Gründung gegeben hat. Die Aufsicht soll danach auf nationaler wie auf internationaler Ebene Risiken für das deutsche Finanzsystem begrenzen und dafür sorgen, dass der Finanzplatz Deutschland funktionsfähig und integer bleibt..
Ein Minister sollte eigentlich davon ausgehen dürfen, dass hochbezahlte Leute samt ihrem Mitarbeiterstab angemessen handeln, wenn sie auf diesem Stuhl sitzen.

@ schwer gestört (20:44): die BAFIN untersteht dem Finanzministe

@ schwer gestört

Was Scholz mit Wirecard und der BAFIN zu tun hat??

Mal gelesen, dass die BAFIN dem Bundesfinanzmnisterium untersteht??

tinyurl.com/tfuasosb
Süddeutsche: Wirecard-Skandal: Scholz räumt Defizite bei der Bafin ein 31. Januar 2021, 18:52 Uhr

Der Bilanzskandal hat Bafin-Chef Felix Hufeld inzwischen den Job gekostet. Auch Vizepräsidentin Elisabeth Roegele verlässt ihren Posten. Der Skandal um Wirecard habe offenbart, dass die Finanzaufsicht eine Re-Organisation brauche, sagte Scholz am Freitag und kündigte an, dass in dieser Woche die Ergebnisse einer Untersuchung der Bafin dazu präsentiert werden. Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht untersteht dem Finanzministerium.

Und die BAFIN hat selbst mit Wireard-Papieren gezockt statt ihrer Aufsichtspflicht nachzukommen:

tinyurl.com/pjdmlava
n-tv: Bafin-Prüfer zockten mit Hochrisikopapieren Samstag, 19. September 2020

Von daher...

20:09 von JohnBowie

Das Schimme ist, dass das Geld weg ist.
.
nein !
es hat jetzt nur ein anderer !

@19:47 von Möbius

>> Die digitale Welt hat vieles komplizierter
>> gemacht

Nicht komplizierter, nur schneller.

Ein und derselbe Vorgang ist heute genauso kompliziert wie früher. Nur früher brauchte der Vorgang Stunden, wenn nicht gar Tage, während er heute 1.000.000x pro Sekunde passiert.

Welche Detektei ist das?? - Durchsuchungsbeschluss wäre gut

Von daher frage zu dem hier:

https://www.tagesschau.de/investigativ/zapp/wirecard-medien-101.html

Heute ist bekannt, dass Wirecard selbst jahrelang mit der Detektei zusammengearbeitet hat, die die Tonbandaufnahmen anfertigte. Mehrere Zehntausend Pfund hat die Detektei Wirecard allein 2019 in Rechnung gestellt. Die Vermutung liegt nahe, dass die Aufnahmen von Wirecard selbst in Auftrag gegeben worden sind, um der "Financial Times" und McCrum Manipulation und geheime Absprachen vorwerfen zu können.

Welche Detektei ist dass?? Dann kann die Polizei beim Gericht einen Durchsuchungsbeschluss erwirken und die Detektei eventuell schließen und die betreffenden Mitarbeiter und Mitwisser festnehmen.

Der Staat ist nicht haftbar

Kleinanleger gucken in die Röhre.

Das ist an sich schon ein Unding. Zumindest in Deutschland kenne ich keinen einzigen Fall, in dem der Staat oder seine Behörden für Versagen haften.

Offiziell dienen Behörden nämlich der „Daseinsvorsorge“ und sind nach geltender Rechtsprechung immun.

Ausschließlich einzelne Beamte können deshalb nur für INDIVIDUELLES Fehlverhalten haftbar gemacht werden, was in der Praxis aber bedeutet das der Dienstherr das auch so sieht. Wenn nicht, besteht die Gefahr das der Kläger beim Gang durch die deutschen Verwaltungsgerichtsbarkeitsinstanzen regelrecht „verhungert“.

Die Konsequenz: Beamte dürfen mehr oder weniger schalten und walten wie sie wollen (solange ihr Chef nichts dagegen hat). Hat man wieder bei der BaFin gesehen.

Sieht man aber auch im Alltag (zB bei Schulen und Sachbearbeitern in Ämtern)

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