Kommentare - Putsch in Myanmar: Militär nimmt Aung San Suu Kyi fest

01. Februar 2021 - 08:22 Uhr

Die De-facto-Regierungschefin von Myanmar ist von der Armee festgenommen worden. Auch der Präsident des Landes befindet sich in Gewahrsam. Das Militär verhängte den Notstand. Suu Kyi und die Regierungspartei riefen zum Widerstand auf.

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da kommt Freude auf

Versucht man ernsthaft, sich gegen das absolutistische Militär zu positionieren, dann unterstützt man die nicht minder undemokratische Clique der Suu Kyi. Was für ein Land, was für eine "Demokratie", in der einerseits dem Militär 25% der Parlamentssitze reserviert sind, andererseits eine unter welchen Umständen auch immer gewählte Regierung sich der Völkervertreibung und Völkermords schuldig macht. Bedauernswerte UN!
Passend zum Parallelartikel fällt mir ein: Trump hätte sich bestimmt mit allen Parteien dort glänzend verstanden.

Was für eine Überraschung.

Ich schätze mal für einen großen Teil der Bevölkerung dürfte der Regierungswechsel keinen Unterschied machen.

Rohingya

Diskriminierung ist doch im Bezug auf die Rohingya ein zynischer Euphemismus. Viele sind gestorben, hunderttausene geflohen und es gibt Berichte von Soldaten, die besagen, dass gezielt Dörfer samt Einwohnern vernichtet wurden. Versuchter Völkermord ist der passendere Begriff.

nicht ganz unerwartet

um 09:13 von frosthorn
>>da kommt Freude auf
Versucht man ernsthaft, sich gegen das absolutistische Militär zu positionieren, dann unterstützt man die nicht minder undemokratische Clique der Suu Kyi. ...<<
___________

Da stimme ich Ihnen unbedingt zu.
Ein Staat mit mehr als 135 nationalen Minderheiten, dessen zentrifugalen Kräfte seit seiner Gründung bis heute existieren, ist wahrlich nur schwer zusammenzuhalten.
Das Militär glaubte irrtümlich den Laden zusammenzuhalten, aber einige Gebiete gebaren sich bis heute als de facto von der Zentralregierung unabhängig (z.B. die Shan).
Dazu existiert bis heute unverändert die Problematik des "Goldenen Dreiecks" seit 1949.
Und die graue Eminenz, Trägerin des Friedensnobelpreises, Frau Aung San Suu Kyi ist eine glühende birmesische Nationalisten und alles andere als eine Demokratin.

Gruß, Wolfgang

@frosthorn 09:13

Zitat: "da kommt Freude auf

Versucht man ernsthaft, sich gegen das absolutistische Militär zu positionieren, dann unterstützt man die nicht minder undemokratische Clique der Suu Kyi. Was für ein Land, was für eine "Demokratie", in der einerseits dem Militär 25% der Parlamentssitze reserviert sind, andererseits eine unter welchen Umständen auch immer gewählte Regierung sich der Völkervertreibung und Völkermords schuldig macht. Bedauernswerte UN!
Passend zum Parallelartikel fällt mir ein: Trump hätte sich bestimmt mit allen Parteien dort glänzend verstanden."

Ich weiß nicht ob die UN bedauernswert ist, es sind wohl eher die Menschen in Myanmar und vielen despotischen Regimen in Asien. Und wir sind in punkto China(Erdproduktionsstandort), Rußland, Naher Osten(Öl/Gas), an Unterdrückung, Willkür, und der Urwaldzerstörung durch Palmöl in Südostasien kräftig beteiligt. Sind die UN, die Weltgemeinschaft nicht auch wir? Sie ist ein Spiegelbild. Sie ist nur so gut, wie ihre Mitglieder.

Also Wikipedia schreibt es

Also Wikipedia schreibt es klarer als die ARD die Worte benutzt: Es sind freie und faire Wahlen gewesen, also hat der Militärputsch keine Berechtigung. Was sagen OSZE Wahlbeobachter? Und USA und EU sagen einmal Pieps (man wolle den demokratischen prozess unterstützen), aber wetten, danach kommt nichts? Ist ja auch kein reicher Industriepartner, dieses ehemalige Birma. Da fragen sicher einige, wo liegt das eigentlich...

Diese Frau ist keine Demokratin - welcher Wahlbetrug???

Zuerstmal sage ich dazu:

diese Frau war keine Demokratin. Denn diese 850.000 Rohingya auf einer kleinen Insel zu plazieren anstatt sie im Inland zu integrieren, hat mit Demokratie absolut nichts zu tun.

Außerdem frage ich das Militär mal nach Beweisen für diesen - angeblichen - Wahlbetrug??

https://www.tagesschau.de/ausland/myanmar-putsch-aung-san-suu-kyi-101.h…

Die Armee spricht von Wahlbetrug. Oberbefehlshaber Min Aung Hlaing hatte bereits vergangene Woche gedroht, dass die Verfassung aufgehoben werden sollte, wenn sie nicht eingehalten werde. Ein Militärsprecher war für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.

und mit welchem Recht kann das Militär einfach mal so die Verfassung außer Kraft setzen?? Spinnt das Militär in Myanmar?? Die Verfassung kann nicht außer Kraft gesetzt werden, genauso wenig wie bei uns.

Schwammige Faktenlage

Im Artikel wird zur Legitimität des Wahlergebnisses ledigliich gesagt...
"Es war für das Land erst die zweite Wahl, die von internationalen Beobachtern seit dem Ende der direkten Militärherrschaft im Jahr 2011 als frei und fair angesehen wurde. "

Noch im November wurde über die Ausgrenzung von Minderheiten berichtet... "Opposition und Menschenrechtsorganisationen kritisierten die Umstände der Abstimmung."

Für mich sieht das nach Willkür aus. Die Regierungspartei ist schlimm aber heute ist das Militär schlimmer also Fakten anpassen?!

@frosthorn, 09:13

"Versucht man ernsthaft, sich gegen das absolutistische Militär zu positionieren, dann unterstützt man die nicht minder undemokratische Clique der Suu Kyi. Was für ein Land, was für eine "Demokratie", in der einerseits dem Militär 25% der Parlamentssitze reserviert sind, andererseits eine unter welchen Umständen auch immer gewählte Regierung sich der Völkervertreibung und Völkermords schuldig macht. Bedauernswerte UN!"

Stimmt. Die ist im Grunde längst systematisch "lahmgelegt" worden. U.v.a. auch am Beitrag aus dem Iran im gestrigen Weltspiegel (daserste.de/information/politik-weltgeschehen/weltspiegel/videos/iran-fischen-wie-die-maenner-video-100.html) kann man schön erkennen, dass die Politik und mit ihren althergebrachten Machtstrukturen den legitimen Interessen der Bürger weltweit nicht nur n i c h t dient, sondern sie bei ihren Bemühungen um eine freiheitliche, prosperierende und friedliche Weltordnung mit aller Macht behindert.

Seit wann darf das Militär in Parlamenten sein??

Außerdem wundert es mich für eine Parlamentsarmee, dass die Abgeordnete im Parlament sein dürfen??

https://www.tagesschau.de/kommentar/kommentar-myanmar-101.html

tagesschau.de: Sicher ist: Das Wahlergebnis wurde revidiert. Wem missfiel es, wenn Aung San Suu Kyi doch so breiten Rückhalt genießt?

Harneit-Sievers: Dem Militär - es hat ja eine von der Verfassung garantierte Beteiligung und stellt 25 Prozent der Abgeordneten im Parlament. Die Partei USDP, die als militärnah gilt, will das Ergebnis anfechten, weil sie sagt, es sei in einzelnen Wahlbezirken zu Unregelmäßigkeiten gekommen. Das kann im Einzelfall auch sein und sollte jetzt vor die Gerichte kommen - vergangenen Freitag wurde ein Urteil des Obersten Gerichtshofs dazu erwartet, aber verschoben. Jetzt hat das Militär praktisch den Stecker gezogen und den Notstand erklärt und - formell für ein Jahr - wieder die Regierungsmacht übernommen.

Das Militär hat in zivilen Parlamenten nichts verloren!

wieder mal daneben gegriffen mit den "Fakten"

um 11:30 von Demokratieschue...
Diese Frau ist keine Demokratin - welcher Wahlbetrug???
Zuerstmal sage ich dazu:

diese Frau war keine Demokratin. Denn diese 850.000 Rohingya auf einer kleinen Insel zu plazieren anstatt sie im Inland zu integrieren, hat mit Demokratie absolut nichts zu tun.

Außerdem frage ich das Militär mal nach Beweisen für diesen - angeblichen - Wahlbetrug??
__________
Die Dame hat nur das Militär ermuntert und gewähren lassen bei Mord und Vertreibung der Rohingya, die dann nach Bangladesh geflohen sind.
Die Regierung von Bangladesh hat die R. auf die Schwemmlandinsel "umgesiedelt".

Hätten Sie sich eher über die Vorbereitung und Realisierung der Wahlen in M. informiert, dann sollten Sie wissen, dass es zu massiver Behinderung bzw. sogar Verhinderung der Stimmabgabe in den Gebieten der nationalen Minderheiten gekommen ist. Also Wahlbetrug!

Gruß, Wolfgang

11:30 von Demokratieschue...

»Zuerstmal sage ich dazu:
diese Frau war keine Demokratin. Denn diese 850.000 Rohingya auf einer kleinen Insel zu plazieren anstatt sie im Inland zu integrieren, hat mit Demokratie absolut nichts zu tun.»

Ich sage erst mal:

Diese Frau war bis gestern Regierungschefin in Myanmar.
Das ist das Land, aus dem die Rohingya flohen.
Das Land, das die Rohingya auf die Insel schickt, ist Bangladesh.

»Spinnt das Militär in Myanmar?? Die Verfassung kann nicht außer Kraft gesetzt werden, genauso wenig wie bei uns.»

"Spinnen" ist sehr untertrieben. Wenn es nur dies wäre.

Militär konnte schon immer Verfassungen dort außer Kraft setzen, wo das Militär der Diktator sein wollte. Und nun auch in Myanmar wieder offen sein will. Was es inoffiziell verborgen auch in der Regierungszeit "dieser Frau" immer war. Sah man nur nicht ganz so direkt.

@ Tobit

Man sollte aber nicht vergessen, dass es Angehörige der Rohingya gewesen sind, die mit spektakulären Verbrennungen und Verstümmelungen von buddhistischen Priestern und Priesterinnen zuerst auf sich aufmerksam gemacht haben.

Zugegeben: man sollte wegen der "Einzeltat" einiger nicht gleich eine ganze Volksgruppe diskriminieren und entrechten, ABER es waren keine Einzeltaten und darüber hinaus haben die Rohingya selbst nichts unternommen, um diesen Gewaltexzessen aus den eigenen Reihen entgegen zu treten. Das kann man auch als stillschweigende Unterstützung für diese Terrorakte deuten.

Und dass Myanmar daraufhin diese Volksgruppe lieber heute als morgen aus dem Land wirft, weil es angesichts des Schweigens der Rohingya ob der eigenen Gräueltaten nicht weiß, ob es in Zukunft nicht weitere solcher Wahnsinnstaten oder gar einen blutigen Aufstand gibt, kann ich zumindest nachvollziehen.

Mich stört jedenfalls die einseitige mediale Darstellung der Rohingya als exklusives Opfer.

Vor dem Computer

"Die Geschichte der Staatsrätin ist ein Lehrstück darüber, dass auch in der Politik der Zweck nicht immer die Mittel heiligt. Indem sie sich der Armee als demokratisches Feigenblatt andiente, hat sie auch das eigene Volk betrogen."
.
Wenn man in Deutschland vor einem Computer sitzt und dafür ein gutes Gehalt bekommt, dann kann man leicht etwas fordern oder andere verdammen. Vor Ort könnte das eventuell ganz anders aussehen. Ich jedenfalls möchte nicht in der Haut von Frau Suu Kyi stecken. Auch wenn sie nicht das erreicht hat, was viele hier in Deutschland von ihr fordern oder erwarten, sie hat vermutlich mehr erreicht als viele von uns hier erreichen können.

11:33 von Olivia59

«Für mich sieht das nach Willkür aus. Die Regierungspartei ist schlimm aber heute ist das Militär schlimmer also Fakten anpassen?!»

Das Militär hatte auch nach der Verfassung immer 25% der Parlamentssitze inne, über deren Besetzung die Bevölkerung noch nie wählen konnte.
Noch nie seit den 1980-er Jahren.

Zusätzlich ist das Abo ohne Wahlen für das Innenministerium, das Verteidigungsministerium, für Mitbestimmung bei den Finanzen sowieso beim Militär mit Generälen. Auch ohne Wahlen, auch ohne Mitbestimmung ziviler politischer Kräfte, und ohne Einflüsse aus der Gesellschaft der Wähler.

Der gleiche Inhalt in einer anderen Verpackung mit neuem Audruck als Markenname. Geschmeckt hat der Inhalt immer schon äußerst mies.

Was sagt denn der Rest Burmas

Was sagt denn der Rest Burmas zu den Wahlbetrugsvorwürfen?
Diese Regierung war nie so ganz demokratisch.

@ Demokratieschue... um 11:30

Korrektur:
Rohingya werden von Bangladesch auf eine von Überschwemmungen bedrohte Insel umgesiedelt. Aus Myanmar wurden sie gewaltsam vertrieben, nachdem einige Angehörigen dieser vor ein paar Generationen eingewanderten Bevölkerungsgruppe Anschläge und Gräueltaten an den Burmesen begangen hatten.

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