Ihre Meinung zu: Was können Beschäftige tun, wenn Chefs Homeoffice verweigern?

27. Januar 2021 - 8:46 Uhr

Ab sofort müssen Arbeitgeber Homeoffice ermöglichen, wenn betriebliche Belange nicht dagegen sprechen. Aber was passiert, wenn sie die Heimarbeit ablehnen? Von Florian Scheffel und Frank Bräutigam.

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Kommentare

Die "Homeoffice-Fähigkeit"

Die "Homeoffice-Fähigkeit" ist besonders bei kommunalen Verwaltungen und Behörden als oft jämmerlich und katastrophal zu bewerten, weil v.a. die technischen Voraussetzungen und Ausstattungen fehlen, und viele Vorgänge noch mit "lochen und abheften" statt "speichern" verbunden sind. Was da in den vergangenen Jahren und Jahrzehnten verschlafen wurde, wird jetzt verstärkt sichtbar. Hoffentlich nutzen das nicht andere Arbeitgeber und Unternehmen als Ausrede, ihrerseits Mitarbeitern kein Homeoffice zu ermöglichen.

Bei uns in der Firma das selbe

90% haben eine Tele Arbeitsplatz mit Laptop. Alle zwei Wochen wechselt die Gruppe und geht in das Home Office, der Rest bleibt in der Firma.

Eigentlich können alle zu 99% vom Home Office aus arbeiten, die GL will das aber nicht. Die Büros wären dann ja leer.

Gut, ich darf mich nicht mit meinem Bruder treffen, aber mit 30 Arbeitskollegen. Da stimmt von Grund auf etwas nicht.

Eine Sache der Vernunft.

Hier quasi “mit der Brechstange“ heranzugehen und die (infrage kommenden) Arbeitgeber zwingen zu wollen, ihre Beschäftigten ins Homeoffice zu entlassen, ist sicherlich nicht der geeignete Weg.
Aus meiner Sicht ist das vornehmlich eine Frage der Vernunft, auch der Verantwortung, und zwar beider Seiten.

Und natürlich können auch nur die Arbeitgeber, als auch die einzelnen Beschäftigten beurteilen, inwieweit die Arbeit von zu Hause aus sinnvoll und zumutbar ist, denn die Voraussetzungen sind nun mal nicht überall gleich.
Mehr als den dringenden Appell an alle zu richten, wird Heil kaum können.

Aber Homeoffice dürfte letztlich gegenüber der Betriebsschließung das kleinere Übel sein.

Vielleicht ist das Problem auch genau andersrum ...

... zumindest in einigen Bereichen.

Ich könnte auch im Home-Office arbeiten, möchte das aber gar nicht ... und würde eine Bitte meines AG (sofern sie denn käme) auch ablehnen.

Ich kann mir deshalb auch vorstellen, dass es doch einige AN gibt, die lieber im Büro (unter Einhaltung der Corona-Regeln) arbeiten wollen statt im HO.

Also ... wie bei so vielen Themen gibt es immer zwei Seiten. Ziel muss es sein, sich zu einigen und beiderseitigen Interesse zu handeln.

Homeoffice, wenn möglich

Bis Ende des letzten Jahres durfte bei uns nur im Ausnahmefall im Homeoffice gearbeitet werden. Zur Begründung hieß es, dass man die Mitarbeiter dann nicht unter Kontrolle hätte. Leute im Homeoffice würden nur faulenzen.

Seit Anfang des Jahres hat sich das geändert. Die Büros sollen nicht mehr so voll sein (min. 10qm pro Mitarbeiter) und man möchte, dass falls jemand in Quarantäne muss, nicht das ganze Büro unter Quarantäne steht.

Nach Möglichkeit soll also immer abwechselnd eine Hälfte im Büro und die andere Hälfte im Homeoffice sein.

Von unseren ca. 400 Mitarbeiter sind min. 350 nur als Büroarbeiter tätig. Fast die gesamte Arbeit kommt per Mail oder Telefon. Immerhin sind jetzt täglich ca. 130 im Homeoffice. Für mich persönlich bedeutet jeder Tag im Homeoffice eine Ersparnis von 1,5 Std. Fahrzeit.

09:24 von LifeGoesOn Wenn das

09:24 von LifeGoesOn

Wenn das Ihre Entscheidung ist, finde ich das ok - Sie werden Ihre Gründe haben.
Obwohl die Verantwortung wir alle tragen, nicht nur die Arbeitgeber.

@ LifeGoesOn Ich finde, das

@ LifeGoesOn

Ich finde, das ist eine schwierige Grundhaltung.

Ich möchte auch meine Freunde und Verwandten sehen, Konzerte besuchen und ohne Maske in Geschäfte gehen.

Die Zeiten erlauben es aber nicht.
Arbeiten Sie im HO.
Aus Solidarität.

Regelungswut

Bei meinem Arbeitgeber (Behörde) könnte ich technisch nahezu 100 % der Beschäftigten nach Hause schicken. Tatsächlich sind wir bei ca. 25% weil nicht mehr Beschäftigte einen Heimarbeitsplatz wollen.
Argumente dagegen: Kein Platz Zuhause, der Rest der Familie ist auch Zuhause und lenkt ab, die sozialen Kontakte fehlen oder das Internet ist zu schlecht.
Wieso muß der Staat alles regeln und vorschreiben.

Arbeitgeber reagiert nicht oder verzögert

Homeoffice da wo es geht ist vollkommen i.O. Bei uns könnten von 30 Personen in einem Großraumbüro sofort min. 10 Personen sofort von Zuhause arbeiten.
Leider reagiert unser Chef bzw. die Firma nicht.
Was tun? Habe für so ein Verhalten kein Verständnis.
Finde es grobfahrlässig, und bin der Meinung das solches Verhalten stärker geahndet werden soll.
Leider fehlt hier ein eindeutige Regelung aus Berlin. Übrigens das Unternehmen hat weltweit ca. 20.000 Mitarbeit ist also kein Kleinunternehmen.

@09:12 von SinnUndVerstand: "lochen und abheften"

Wir digitalisiern seit 2014 alles. Jedes Dokument das im Unternehmen erstellt wird, wird automatisch im digitalen Archiv abgelegt und alle eingehenden Papiere (Rechnungen, Liederscheine usw.) werden eingescannt und im Archiv abgelegt. Man kann, wenn man will, fast papierlos arbeiten.

Einige Vorgänge erfordern zwar immer noch Papier (Rechnungen per Post), aber wenn man die Arbeit richtig organisiert, dann machen die Kollegen im Büro den Papierkram und die im Homeoffice arbeiten digital.

Leider gibt es bei uns einge Kollegen, die das nicht hinbekommen. Sie "brauchen" ihr Regal mit Ordnern und können daher max. 1 Tag pro Woche im Homeoffice arbeiten.

Einige bekommen es auch einfach nicht hin den CITRIX Client so zu bedienen, dass sie von zu Hause halbwegs komfortabel arbeiten können (2 Bildschirme wie im Büro).
Die finden Homeoffice dann unzumutbar.
In der IT ist die Ursache für Fehler leider immer noch zu min. 90% vor dem Bildschirm.

Ich denke jeder einzelne, der

Ich denke jeder einzelne, der mehr zuhause bleiben kann ist in einer Pandemie erstmal gut.

Nur frage ich mich nun, auch durchaus eigennützig, wie es bewertet werden soll wenn die Herstellung der Voraussetzungen für Homeoffice erst durch in den Ring-bringen dieser Regelung überhaupt angegangen wurde - oder anders gesagt, wer weiß wann all die Laptops ankommen und startklar sind.

Eine andere Sache ist, dass Arbeitnehmer durchaus auf Home Office verzichten, da der "Chef das nicht gern sieht", dh. die Pflicht auf eine Seite zu legen kommt wieder mit anderen Problemen

(wobei mir natürlich klar ist, dass es auch nicht zweckmäßig ist, jeden an seinen Küchentisch zu zwängen, während der Lebenspartner dasselbe tun muss und Kinder zu betreuen sind...)

Umsetzung fast 0

Und dann gibt es die Firmen die Vorgaben nur minimal und unzureichend durchsetzen.
Bei uns wäre Arbeiten zumindest dengrößten Teil der woche von zu hause möglich.
Das wird nicht angeboten.
Die Mitarbeiter werden etwas auseinandergesetzt - es würde noch viel mehr gehen- dank leerstehender räumlichkeiten .
Dann wird zwischen den büros hin und her gelaufen - viele kommen mit ÖPNV - Kontaktreduzierung gleich 0.
Masken wurden uns bis heute auch noch nicht zur Verfügung gestellt.

Eine Interne Lösung finden - unmöglich.
Bei Arbeitsschutz beschweren möchte man sich ja auch nicht also bleibt einem wohl nichts übrig als bis auf die 1. Infektion zu warten.

@ 09:16 von Jim456

Sie dürfen sich mit Ihrem Bruder treffen.
Sie sollten sich nicht auf engem Raum, vielleicht sogar schlecht gelüftet, mit 30 Arbeitskollegen treffen.
Und die Wege, Arbeitgeber zu konfrontieren, wenn sie einem möglichen Homeoffice nicht zustimmen, sind im Bericht gut beschrieben.
Woran fehlt's?

@ Ernst Graeber: Warum sollten Personalsachbearbeiter nicht ins Homeoffice gehen können; das kann eigentlich nur in Betrieben mit "Leitz-Romantik" schwierig sein.

Alles nicht so einfach

Email des Arbeitgebers. Unternehmen gilt als systemrelevant, keine Masken vom Betrieb, da dies angeblich erst gemacht würde, wenn es im Arbeitsschutzgesetz steht. Arbeitnehmer dürfen weiterhin mit ihren selbstgekauften Masken zu 100 Prozent in Präsenz arbeiten, obwohl zumindest die internen Abteilungen ohne Kundenkontakt im Homeoffice arbeiten könnten. So ist nach wie vor die Realität.

AN will nicht ins HO

Dies dürfte in der Tat in vielen Fällen so sein. Ich kenne etliche Menschen, die ins HO könnten, aber das Büro als einzige Abwechslung oder sogar Fluchtoption wahr nehmen. Ich glaube, es wird gewaltig unterschätzt, wie sehr inzwischen die Beschränkung auf das enge Umfeld Zuhause viele Menschen belastet.

@midifail

Schön, mal solche Kommentare zu lesen. Sehe ich gefühlt viel zu selten, von wegen möchte gerne, aber geht derzeit nun mal nicht. Geht mir ganz genau so. Und daher bin ich auch froh, dass AN nun einen Anspruch haben und können, aber nicht müssen.

@ LifeGoesOn, um 09:24

"Ich könnte auch im Home-Office arbeiten, möchte das aber gar nicht... und würde eine Bitte meines AG (wenn sie denn käme) auch ablehnen..."

Letztlich wird das nicht die Frage sein, ob's Ihnen da oder dort besser gefällt; und so werden Sie die "Bitte" Ihres AG ggflls. kaum ablehnen können, sondern ihr geflissentlich nachkommen, wenn es hart auf hart kommt.

Für viele Menschen...

ist der Gang zur Arbeit einer der hauptsächlichen Anlässe zur Bewegung im Freien. Die jeweilige Witterungsanpassung ist ein überaus wichtiges Element bei der Konditionierung des Immunsystems, welches gerade in diesen Zeiten eine wichtige Rolle spielt. Für viele Menschen stellt HO im Umfeld der Familie, insbesondere von Kindern eine besondere Stressbelastung dar. Nicht zuletzt eröffnet das Thema schon von der Pike auf die Wahrscheinlichkeit von Diskrepanzen zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer. Sollte also m.E. nicht zu euphorisch betrachtet werden. Gesunderhaltung ist der gewichtigste Schutz vor einem schweren Infektionsverlauf.

09:55 von B. E. Amter Möchten

09:55 von B. E. Amter

Möchten Sie wissen, wie wir ohne die Maßnahmen da stünden ?
Ich nicht.
Und gebeten wurde seitens des
" Staates " mehr als genug, aber wenn sich nicht genug daran halten muss eben mehr her.

Homeoffice - Besser für das Milieu und spart Kosten

Nicht nur gegen Corona, sondern es hilft Umwelt und spart Kosten und Zeit.
Die Arbeitgeber müssen jedoch eine Umstrukturierung der und Kontrolle der Arbeit vornehmen. Es bietet aber auch hier Vorteile.

Am 27. Januar 2021 um 09:58 von merlin6812

Zitat: Finde es grobfahrlässig, und bin der Meinung das solches Verhalten stärker geahndet werden soll.

Haben Sie Ihren Arbeitgeber schon bei der zuständigen Arbeitsschutzbehörde angezeigt?

Ihre Kolleg*innen würden es Ihnen danken.

Ein Bußgeld von (bis zu) 30.000 € ist kein Pappenstiel.

Was ist mit home Office, wenn

Was ist mit home Office, wenn ich das gar nicht will?
Dann gehe ich mit 8h Strom, Wasser, Internet, etc in Vorkasse
.
Darf man home Office ablehnen?

@ich1961, midifail und harry_up

Es geht mir nicht ums Arbeitskollegen sehen oder nicht, sondern darum, dass sich das Arbeiten bei mir von Zuhause als äußerst schwierig gestaltet (Ablenkung, Ausstattung, Umsetzung der gestellten Aufgaben, etc.). Deshalb schrieb ich, dass es (nur) theoretisch möglich sei.

Wir sind bereits mit unseren Arbeitsplätzen vereinzelt, aber eben in der Firma.

Von daher sind die Einwände zwar gut gedacht, aber in diesem Fall nicht nötig.

Zudem hat m.W. derzeit jeder AN noch das Recht, dem Einsatz im HO zu widersprechen ... und das würde ich zunächst einmal tun, wenn es der Wunsch meines AG wäre.

Ich finde nicht dass das der richtige...

Ich finde nicht dass dieses Heil´che Forderung der richtige Weg ist. Es sollte den Unternehmen überlassen bleiben wie Sie Ihre Arbeitsorganisation gestalten wollen (unter Einhaltung der Corona- Schutzregeln natürlich).

HomeOffice-Pflicht

Grundsätzlich ist der Gedanke zu einer "Pflicht" für Homeoffice sehr gut.
Aber sind auch wirklich die Voraussetzungen für Homeoffice gegeben? Auf welche Daten greift der Arbeitgeber zu (VK0, 1 etc)?
Ist ein anständiger Arbeitsplatz (Tisch, Stuhl) vorhanden?
Was ich bei der ganzen Diskussion vermisse, ist was ist wenn irgendwann ein AN mit Bandscheibenvorfall krank wird weil er nicht entsprechend zuhause ausgestattet ist, wer zahlt?

@ 09:39 von GeMe

Ihren ersten Absatz kann ich nur unterstreichen. Genau das ist der Grund warum viele Chefs/Leitungen etc. ihre Mitarbeitenden nicht ins Homeoffice schicken wollen, weil dieses Grundmisstrauen noch in ganz vielen Köpfen verankert ist.
Wenn ich nicht kontrolliere, arbeiten die alle doch eh nichts. Leider findet man dies bei vor allem lebensälteren Leitungen, was gar kein Vorwurf sein soll, sondern eben meine persönliche nicht repräsentative Wahrnehmung ist.
In der öffentlichen Verwaltung werden aber leider auch die Vorschriften von eben dieser Gruppe erstellt und somit befinden wir uns mancherorts in einer Situation, dass Homeoffice weder technisch, noch strukturell möglich ist, weil der Wille bislang nicht vorhanden war und dies jetzt nicht einfach so schnell alles geändert werden kann, bzw. eben die technischen Möglichkeiten nicht vorhanden sind.

"Für viele Menschen ist der

"Für viele Menschen ist der Gang zur Arbeit einer der hauptsächlichen Anlässe zur Bewegung im Freien"

Sehe ich weniger als Argument gegen Home-Office. Einem Spaziergang vor und nach der Arbeit steht nichts im Wege und kann eventuell sogar wegen des Wegfallens der Fahrtzeit zum Arbeitsplatz länger ausfallen. Wer morgens eine Stunde länger Zeit hat mag sogar überlegen eine halbe Stunde zu trainieren!

Theorie und Wirklichkeit ...

"Homeoffice - auch wenn der Chef nicht will"
Arbeitsminister Heil: "Keine Angst vor Krach"

Heil hat gut reden ... so macht man sich nämlich Freunde!

So etwas funktioniert in der Theorie, wenn es mehr gute Arbeitsplätze als Bewerber gäbe. Aber wer seinen Arbeitsplatz behalten möchte, der wird sicher nicht in Konfrontation gehen. Und wenn, dann wird der Chef kurzfristig Zugeständnisse machen, langfristig findet er Gründe um jemanden zu entlassen. Wer legt es bei heutiger Arbeitsmarktlage wirklich darauf an?

Also, wenn Arbeitnehmer nicht

Also, wenn Arbeitnehmer nicht verpflichtet sind, das "Angebot" der Arbeitgeber anzunehmen, hallo? Man stelle sich das mal so vor: Der Arbeitgeber und Arbeitnehmer sind in einem "innigen" Verhältnis, hinter den Kulissen: Murmel, Murmel, wenn wir das machen, muss ich sie irgendwann kündigen (betriebswirtschaftlich oder was auch immer). Es ist also sehr denkbar, dass der Arbeitnehmer bequatscht wird, das Angebot zwar zu bekommen aber aus "Nächstenliebe" bzw. Angst vor Hartz Vier abzulehnen.

Das ist alles - um es in einem Wort zu sagen: Furchtbar.

Wenn man mich fragt, ich hätte hier mal alles vom Tisch geworfen , alles aufhören, alles, und wenn der Virus weg ist, alles neu anfangen. Alles. Wie ein neues Blatt Papier. Man kann doch wirklich nicht sagen, wir hätten nciht schon genügend Gründe, die Verhältnisse von Grund auf neu zu ordnen. Wenn man festhalten will, wird der Virus immer grausamer und am Ende sind wir sowieso beim Alles.

Man sollte meinen, dass in einer funktionierenden Wirtschaft bei allen "Projekten" letztlich alle gemeinsam auf das gleiche Ziel - ein funktionsfähiges Gemeinwesen, das den Interessen aller Mitglieder bestmöglich gerecht wird - hinarbeiten.

Woran liegt es dann, dass in Politik wie in der öffentlichen Wahrnehmung Arbeitgeber und Arbeitnehmer offenbar zwei völlig verschiedene "Lager" sind, die vermeintlich völlig unterschiedliche Interessen vertreten? Und dabei wertvolle Zeit und Energie darauf verschwenden, gegeneinander um ihre "Rechte" zu streiten?

@10:38 von DüsselTom: der Gang zur Arbeit

"Für viele Menschen...

ist der Gang zur Arbeit einer der hauptsächlichen Anlässe zur Bewegung im Freien."

Vermutlich so wie bei mir. Aus dem Haus - 50m bis zum Auto - 45 min im Auto sitzen - vom Firmenparklatz ca. 100m bis zum Bürostuhl - abends das ganze umgekehrt.

Leider kann ich ihrem Argument nicht so ganz folgen, wenn Sie behaupten, dass es für die Gesundheit, insbesondere die Verbreitung von Infektionskrankheiten, besser sein soll, wenn man täglich 100 bis 200m läuft, um dann mit 10 oder 20 Leuten im Großraumbüro zusammen zu sitzen, als wenn man im Homeoffice sitzt und die gesparte Fahrzeit nutzt, um einmal um den Block oder durch den Park zu laufen.

11:05 von Giselbert

Heil hat gut reden ... so macht man sich nämlich Freunde!
--
ich sehe es jetzt nicht ganz so spektakulär, dass einem gekündigt wird
gute Mitarbeiter sind rar
aber es schadet dem Betriebsklima, wenn einer stur ist
egal der Mitarbeiter oder Chef
... und wenn es eben nicht geht mit Heimarbeit
dann ist es eben so

@SinnUndVerstand - Die "Homeoffice-Fähigkeit"

Kann ich nur bestätigen. Die freie Wirtschaft ist da bereits wesentlich weiter als die öffentliche Verwaltung. Der "schwarze Peter" wird aber irgendwie von unserer Politik gerne den Unternehmen zugeschobe ohne selbst mit gutem Beispiel voranzugehen:

Meine Frau arbeitet in der Kommunalverwaltung. Für die rund 4000 Mitarbeiter gibt es bis heute lediglich 350 gleichzeitige Einwahlmöglichkeiten - und die zuhause benötigte Hardware muss der Mitarbeiter noch selbst beschaffen.

Ich arbeite in einem Familienunternehmen. Bereits imApril letzten Jahres wurde die Internet-Bandbreite verzehnfacht. Es wurden zusätzliche Lizenzen für die VPN-Einwahl und Hardware beschafft. Ab Mai konnte jeder MA, der nicht unmittelbar in der Produktion tätig ist bei Bedarf von zuhause aus Arbeiten - mit Notebooks des Arbeitgebers. Heute erreichen wir an Spitzentagen bis zu 5000 tägliche VPN-Einwahlen.

09:55 von B. E. Amter

>>Kein Platz Zuhause, der Rest der Familie ist auch Zuhause und lenkt ab, die sozialen Kontakte fehlen oder das Internet ist zu schlecht.
Wieso muß der Staat alles regeln und vorschreiben.
<<

Sehe ich in diesem Sinne auch problematisch, da ein Herr Heil nicht entscheiden kann, welche Arbeit für welche Firma förderlich ist. Es sollte in diesem Falle - wie leider zur Zeit alles - eine Ausnahme bleiben. Wer keine Kinder hat, kann gut reden, hat aber leider keine Ahnung von der eigentlichen Problematik.

Bitte keine starren Regelungen

Ich lese hier viele Pros und Contras zu dem Thema.
Und das bringt mich zu dem Punkt: Überlassen wir es doch dem gesunden Menschenverstand! Ich glaube, die allermeisten der Arbeitgeber und Arbeitnehmer haben verstanden, was die Pandemie bedeutet und können entsprechend miteinander sprechen und verantwortlich handeln.

In meinem Fall muss ich jetzt auch zuhause arbeiten, obwohl die räumliche Situation zuhause mit kleinem Kind echt schwierig ist. Das belastet alle. Der Arbeitgeber hält sich nämlich 1:1 an die Vorgaben der Regierung, obwohl ich mit dem Auto ins Büro fahren könnte und ein leeres Großraumbüro vorfinden würde...

Wenn es die neuen starren Regelungen nicht geben würde, wäre viel mehr Menschenverstand und Flexibilität möglich!

@11:00 von eine_anmerkung: Homeoffice oder Maske

"Es sollte den Unternehmen überlassen bleiben wie Sie Ihre Arbeitsorganisation gestalten wollen (unter Einhaltung der Corona- Schutzregeln natürlich)."

Spannend wäre es zu erfahren wie die Mitarbeiter reagieren, wenn sie vom Arbeitgeber vor die Wahl gestellt werden:

1. Im Homeoffice arbeiten
2. Den ganzen Tag im Büro eine FFP2 Maske tragen.

um 09:55 von B. E. Amter

>>"Bei meinem Arbeitgeber (Behörde) könnte ich technisch nahezu 100 % der Beschäftigten nach Hause schicken. Tatsächlich sind wir bei ca. 25% weil nicht mehr Beschäftigte einen Heimarbeitsplatz wollen.
Argumente dagegen: Kein Platz Zuhause, der Rest der Familie ist auch Zuhause und lenkt ab, die sozialen Kontakte fehlen oder das Internet ist zu schlecht.
Wieso muß der Staat alles regeln und vorschreiben."<<

Mich wundert im positiven Sinne die Einstellung der Mitarbeiter Ihres Arbeitgebers und das hätte ich gerade von einer Behörde nicht erwartet. Super!

@Bender Rodriguez Solange das

@Bender Rodriguez

Solange das "ich" stärker ist als das "wir" wird es immer wieder zum Lockdown kommen.

Für die Kosten, die im HO entstehen gibt es steuerliche Entlastung.
Weiterhin fallen keine Fahrtkosten an und der AN hat keinerlei Fahrtzeiten.

Was oft vergessen wird...

Zu einem Homeoffice-Arbeitsplatz gehört nicht nur die technische- und IT-Ausstattung, sondern auch der Verantwortungsvolle Umgang der Mitarbeiter mit dieser Möglichkeit und hier sehe ich oftmals große Defizite.

10:53 von falsa demonstratio

Haben Sie Ihren Arbeitgeber schon bei der zuständigen Arbeitsschutzbehörde angezeigt?

Ihre Kolleg*innen würden es Ihnen danken.

Ein Bußgeld von (bis zu) 30.000 € ist kein Pappenstiel.///

Ob der Arbeitgeber auch so dankbar ist?
Ich habe da meine Zweifel.

@midifail

"Die Zeiten erlauben es aber nicht.
Arbeiten Sie im HO.
Aus Solidarität."

Nein. Ich habe seit März kein Restaurant mehr besucht, meine Eltern und Geschwister mit Familien nicht mehr gesehen. Trage durchweg FFP2. Ich nutze keinen ÖPNV. Meine Solidarität ist verbraucht.

Ich arbeite 10+ Stunden am Tag, da will ich meinen gescheiten Bürostuhl, vor allem den elektrisch höhenverstellbaren (Steh-)Schreibtisch und die drei großen Monitore und die Druck- und Scanmöglichkeiten, Whiteboards, sowie unsere Videokonferenzsysteme nutzen können. Im Büro sehe ich den ganzen Tag niemanden (außer durch die Glastür). Unser Hygienekonzept ist seit März besser als alle Regeln, incl. der gerade aktuell "verschärften". Zu Hause kann ich mich nicht genügend konzentrieren, auch wegen der Kinder. Und einmal täglich muss ich ohnehin hin um meine Post zu durchsuchen und Dokumente zu unterzeichnen. Zudem bin ich Vorgesetzter und Ansprechperson von Labor- und Produktionsmitarbeitern, die vor Ort arbeiten müssen.

@die-hexe

"wer weiß wann all die Laptops ankommen und startklar sind."

Ich weiß es: zurzeit 3 Monate Lieferzeit. Wir kaufen seit jeher jährlich mehrere 100...

@die-hexe

"halbe Stunde zu trainieren" Bleibt nur die Frage wo und was zu trainieren. Außer Sie haben einen gut ausgestatteten Fitnessraum oder Schwimmbad im Keller. Denn laufen kann ich derzeit bei zugefrorenen Fußgängerwegen nicht. Und kommen Sie bitte jetzt nicht mit dem Training vor dem Fernseher.

09:16 von Jim456

"Gut, ich darf mich nicht mit meinem Bruder treffen, aber mit 30 Arbeitskollegen."

Das ist echt nicht mit Logik und gesundem Menschenverstand nachzuvollziehen.

Kontakte reduzieren muss für alle möglichen Bereiche gelten.

@Minka04

"Email des Arbeitgebers. Unternehmen gilt als systemrelevant, keine Masken vom Betrieb, da dies angeblich erst gemacht würde, wenn es im Arbeitsschutzgesetz steht. Arbeitnehmer dürfen weiterhin mit ihren selbstgekauften Masken zu 100 Prozent in Präsenz arbeiten, obwohl zumindest die internen Abteilungen ohne Kundenkontakt im Homeoffice arbeiten könnten. So ist nach wie vor die Realität."

Es steht drin:
Corona-ArbSchV vom 21. Januar 2021:
§3 (1):
Der Arbeitgeber hat medizinische Gesichtsmasken oder FFP2-Masken oder in der Anlage bezeichnete vergleichbare
Atemschutzmasken zur Verfügung zu stellen, wenn...

Wir haben mittlerweile über 50.000 Masken (MNS und FFP2) zu vergleichsweise günstigen Konditionen erhalten, das kostet im Schnitt pro MA und Woche weniger als 1 EUR... (Wir geben pro MA und Woche 38 EUR für Schnelltests aus)

@ 11:34 von GeMe

„ Spannend wäre es zu erfahren wie die Mitarbeiter reagieren, wenn sie vom Arbeitgeber vor die Wahl gestellt werden:

1. Im Homeoffice arbeiten
2. Den ganzen Tag im Büro eine FFP2 Maske tragen.“

Da braucht man eigentlich nicht lange nachzudenken. Arbeitsschutztechnisch darf der Arbeitnehmer diese Art Masken überhaupt nicht über längere Zeit ohne regelmäßige, halbstündige Tragepausen tragen. Vor allem nicht in nicht ausreichend belüfteten Räumen.

@GeMe

"Spannend wäre es zu erfahren wie die Mitarbeiter reagieren, wenn sie vom Arbeitgeber vor die Wahl gestellt werden:

1. Im Homeoffice arbeiten
2. Den ganzen Tag im Büro eine FFP2 Maske tragen"

Kein Problem, ich trage momentan (weil ich Dienst im Testcenter habe) täglich von 14-24Uhr FFP2 Maske. Ich vergesse sogar manchmal die abzunehmen, stört mich nicht.

Aber den Arbeitgeber dürfte es stören, dass er die Masken bereitstellen muss, was bei einer Person im Raum ziemlich dämlich wäre.

Ansonsten haben wir genau diese Regelung, aber eben nur wenn mehr als eine Person im Raum ist.

@Jim456

"Ich bin überzeugt, dass sich unsere Kinder nicht mehr in eine 40 Stunden Matrix stopfen lassen, viel von zuhause aus arbeiten und dadurch auch Produktivität und gleichzeitig die Work Life Balance steigt." Am 27. Januar 2021 um 09:22 von Jim456

*

Erzählen Sie das den LKW-Fahrern, die an der Grenze GB/EU standen und stehen.
Oder den Polizisten, medizinischen Personal, usw.
Die wären froh wenn man sie "in eine 40 Stunden Matrix stopfen" würde.

Die Arbeitszeiten sind zum Schutz der Arbeitnehmer erkämpft worden.

Und es macht durchaus Sinn zu etwa gleichen Zeit zu arbeiten, damit Arbeitsabläufe funktionieren weil alle erreichbar sind.

Alles was am PC gemacht wird ist sowieso dahin, wenn ein Stromausfall kommt oder die Energieversorgung nicht gewährleistet wird.

Was Ihnen vorschwebt ist ein Hobby und keine Arbeit.

Wer ist der nächste Buhmann?

Zuerst waren es Chinesen, die die Pandemie angeheizt haben, dann Touristen, dann feiernde Jugendliche, dann Leute die ins Einkaufszentrum fuhren, Impfgegner sind es ja sowieso, jetzt sind es Chefs die kein Homeoffice erlauben, ....

IIT-Sicherheit, Datenschutz

Zum Home Office gehört nicht nur ein Laptop und ergonomischer Stuhl, sondern auch IT-Sicherheit:
1. sicherer Zugang zu IT-Systemen beim Arbeitgeber
2. Schutz von runtergeladenen Daten

Ich denke, dass einige Arbeitgeber mit den obigen Punkten überfordert sein können (insbesondere kleine/mittlere Betriebe und Behörden) und wir in ein paar Monaten einige (Wirtschafts-)Spionage-Skandale u.ä. erleben werden.

IIT-Sicherheit, Datenschutz

Zum Home Office gehört nicht nur ein Laptop und ergonomischer Stuhl, sondern auch IT-Sicherheit:
1. sicherer Zugang zu IT-Systemen beim Arbeitgeber
2. Schutz von runtergeladenen Daten

Ich denke, dass einige Arbeitgeber mit den obigen Punkten überfordert sein können (insbesondere kleine/mittlere Betriebe und Behörden) und wir in ein paar Monaten einige (Wirtschafts-)Spionage-Skandale u.ä. erleben werden.

Leider fern der Realität

Eines vorweg, ich bin kein! Arbeitgeber.
Allerdings kann ich über diese weltfremden Anordnungen wie über viele nur den Kopf schütteln. Bevor hier jemand aufgefordert, oder gezwungen wird auf Homeoffice umzustellen, sollte man sich vorab über die teilweise herrschende Infrastruktur informieren. Wenn eine Brieftaube schneller wie das Internet ist, kann in der heutigen Zeit dort wohl kaum vernünftig Homeoffice betrieben werden. Abgesehen wie sieht es mit dem so groß geschrieben Datenschutz aus? Büros mit sensiblen Daten müssen bei Verlassen abgeschlossen werden. Natürlich wird das zu hause auch gemacht. (Ironie aus) Rein theoretisch könnten ja auch Rüstungsbetriebe ins Homeoffice verlagern, entwickelt wird ja am PC.
Guten Tag

Mal was Positives

Mein Arbeitgeber hat die Regel ausgegeben (schon letztes Jahr), dass Home Office bei uns Standard ist. Jeder hat einen Laptop, wer will kann einen großen Bildschirm, eine Dockingstation und sogar seinen Bürostuhl mit nach Hause nehmen. Ich arbeite in einem Konzern mit weltweit 60000 Mitarbeitern und kann jeden per Videochat von zuhause aus erreichen. Ich kann jedes Dokument weltweit, auf das ich Zugriff habe, problemlos von zuhause aus öffnen. Funktioniert nahezu problemlos. Wir haben von Anfang an Masken von der Firma bekommen.

Geht schon und ich arbeite nicht in einem Tech-Konzern, die sowieso alles haben. Im Gegenteil, seit Jahren jammern wir, dass wir digitaler werden müssen. Aber was ich hier so lese, sind wir gar nicht so schlecht.

Manchmal fahre ins Büro und dort ist es überwiegend leer. Man trifft nur einzelne Kollegen.

Natürlich geht das nicht in der Produktion usw. Aber von 100%-iger Kontaktvermeidung redet ja auch keiner. Dann müsste man mehr Firmen schließen.

@11:37 von eine_anmerkung

auch Ihnen kann ich da nur zustimmen. Aber allein aufgrund der Erwartung, dass Mitarbeitende keinen verantwortungsvollen Umgang mit dem Mittel HomeOffice pflegen, dieses Mittel zu begrenzen oder abzulehnen, kann auch nicht der richtige Weg sein.

Wir befinden uns derzeit in einer absoluten Ausnahmesituation und ich finde es zutiefst egoistisch wenn bspw., um bei dem Beispiel öffentliche Verwaltung zu bleiben, diese Homeoffice nur bedingt zur Verfügung stellen, damit die eigene Arbeitsleistung nicht vielleicht sinkt, während andere Branchen ganz schließen müssen oder sich in Kurzarbeit befinden. Damit nimmt man in Kauf, dass Kontakte nicht wie gewünscht maximal reduziert werden und die Inzidenz weiterhin nicht so schnell sinkt wie es vielleicht möglich wäre, nur weil man denkt, dass die Mitarbeitenden zuhause weniger arbeiten als vor Ort.
Das ist für mich unsolidarisch und wenn das dann auch noch eine öffentliche Verwaltung ist, auch nicht nachvollziehbar.

home office oder mobiles arbeiten

Im Augenblick wird ja immer nur der Begriff "Home Office" verwendet. Meinen wir da wirklich home office oder sprechen wir vom "mobilen arbeiten"?
Home Office ist in meiner Wohnung gar nicht möglich, aber mobil von zuhause aus arbeiten könnte ich schon.
Es wäre schön da mal Klarheit zu bekommen, weil das Home Office doch auch gesetzliche Anforderungen hat, die beim mobilen arbeiten nicht so streng sind.

Scheinwelt und nicht mehr

Viel wird geschrieben und entschieden; nur meist an der Realität vorbei. Homeoffice setzt bestimmte Dinge voraus, einschl. Datensicherheit und Übertragungssicherheit. Vieles ist davon nicht gegeben bzw. nur bei großen Unternehmen möglich (Kosten). Fotos von Vätern/Müttern mit Kindern auf dem Arm und das bei Homeoffice suggerieren ein vollkommenen falsches Bild. Fehlende technische Voraussetzungen (AG muss IT stellen), räumliche Gegebenheiten zuhause usw. ergänzen das jämmerliche Fehl von vielen Grundvoraussetzungen für Homeoffice. Vom Fehl einer notwendigen Digitalisierung, einschl. Internetanbindung, ganz zu schweigen. Nicht alles was machbar wäre, ist auch sinnvoll. Manchmal sollte/muss auch die Politik logisch denken.

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