Ihre Meinung zu: 50 Jahre Kniefall: Steinmeier würdigt Brandt

7. Dezember 2020 - 10:09 Uhr

Vor 50 Jahren bat Willy Brandt mit seinem Kniefall in Warschau im Namen der Deutschen um Vergebung für die Nazi-Verbrechen. Zum heutigen Jahrestag würdigt Bundespräsident Steinmeier die historische Geste.

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Kommentare

Nun ja

Lew Kopelew, sowjetischer Autor und Dissident, schilderte diese Macht der Geste in den Worten eines ehemaligen Warschauer Aufständischen, der in Anlehnung an den Bibelvers Matthäus 23,12 sagte: »Und ich sah, wie Willy Brandt in Warschau am Gettodenkmal kniete. In diesem Augenblick fühlte ich: In mir ist kein Haß mehr! Er kniete nieder und – erhöhte sein Volk.«

Eine mutige Geste

Auch heute 50 Jahre danach sage ich DANKE Willi Brandt .

Ein echter Politiker

mit noch Anstand und Werten. Brandt hat auch Verantwortung übernommen. Das sollten sich die heutigen Politiker zum Vorbild nehmen. (Scheuer, Seehofer, AFD insgesamt)

Die Jahrhundertgeste wird einmalig bleiben und unvergessen.

Unschuld und Sühne

Die Macht der Geste lag wahrhaftig in ihrer Anlehnung an christliche Tradition. Denn hier kniete ein Unschuldiger und übernahm die Schuld derer die auch an ihm, dem Exilanten schuldig waren.
Das geht an den Kern der Botschaft selber.

Sehr gut

Ich bin wirklich kein Freund von Steinmeier und der jetzigen SPD.
Jedoch möchte ich mich seinen Worten hier anschließen.
Ich frage mich allerdings warum es nie eine ähnliche Geste und Entschuldigung und den Versuch der Aussöhnung mit Russland gab?
Dieses Land hat immerhin mehr als 20 Mio.Opfer gehabt( davon“nur“8,5 Mio Soldaten)
Wie gesagt, mich beschämt was damals in deutschen Namen geschah

Steinmeier würdigt Brandts "Mut zur Versöhnung"

Das war eine große Geste im Rahmen der damaligen Entspannungspolitik.
Und sie würde auch heute angebracht sein.

Aber von dieser Entspannungspolitik hat man sich heute längst verabschiedet. In Zeiten der zwei-Prozent vom Bruttoinlandsprodukt (BIP)-Aufrüstung und der Militäreinsätze im Ausland.

09:54, Der Lenz

>>Unschuld und Sühne
Die Macht der Geste lag wahrhaftig in ihrer Anlehnung an christliche Tradition. Denn hier kniete ein Unschuldiger und übernahm die Schuld derer die auch an ihm, dem Exilanten schuldig waren.
Das geht an den Kern der Botschaft selber.<<

Große Worte, die aber den Kern der Sache treffen.

Ich erinnere mich an eine Zugfahrt in den 80er Jahren. Ich saß in einem 6er Abteil mit einer Mutter und ihrem etwa 18jährigen Sohn, mit denen ich ins Gespräch kam. Die Mutter hatte für ihren Sohn eine Bundeswehrkarriere vorgesehen. Wir redeten über dies und das, und irgendwann kam das Gespräch auf Brandts Kniefall, den diese Mutter als Schande für Deutschland betrachtete.

In diesem Moment war das Gespräch für mich beendet und ich hatte viel gelernt.

Nämlich, daß das braune Gedankengut auch in den Elternhäusern vererbt wird.

Für "wehret den Anfängen" war es damals schon zu spät, und die öffentliche Sichtbarwerdung des Rechtsextremismus heute überrascht mich nicht im mindesten.

@ skydiver-sr um 09:54

>warum es nie eine ähnliche Geste und Entschuldigung und den Versuch der Aussöhnung mit Russland gab?<

Eine Wiederholung, mal hier mal da, hätte die Geste entwertet.
So stand sie natürlich als eine Demutsgeste nicht nur vor den Polnischen Staatsangehörigen sondern vor allen Opfern, auch den Russischen, im Raum. Das wurde damals auch so rezipiert.

@der Lenz

...danke für ihre Antwort.

"Mut zur Versöhnung"

Zum heutigen Jahrestag würdigt Bundespräsident Steinmeier die historische Geste.
###
Diese Mut der Versöhnung der damaligen Bundesregierung war der Beginn der Entspannungspolitik und Ostpolitik unter Kanzler Brandt die dann auch zur Annäherung in Kalten Krieg führte. Das ist Willy Brandt nicht hoch genug anzurechnen !

ein großer Politiker

Willy Brandt, ein echtes Mitglied des Widerstandes in Norwegen und ein Politiker, der wirklich mehr tat, als es in der Politik üblich war und ist. Leider ist er auch daran zerbrochen.

natürlich werden wir immer weniger

die den Brandt'schen Kniefall noch mit angesehen haben. Die einen waren so wie ich zutiefst berührt und dankbar, jedoch auch mit Hoffnung erfüllt, die anderen krähten von Verrat und wollten ein Deutschland in den Grenzen von 1937. Leider stirbt die zweite Hälfte niemals aus, sie schafft es weiterhin, ihr revisionistisches und chauvinistisches Gedankengut in die Folgegenerationen zu transportieren.
Ich entstamme einer Familie, in der sich Täter und Opfer des Faschismus an einem Tisch gegenüber saßen, die einen unfähig, zu vergessen, die anderen unwillig, ihre eigene Einstellung zu reflektieren und abzulegen. Der Graben in der Gesellschaft verlief quer durch meine Verwandtschaft.
Brandts Geste hat viel zur Versöhnung zwischen uns und anderen Völkern beigetragen, die ihn damals schon schmähten, hat sie aber nicht geläutert.

@fathaland slim

Sehen sie -und genau da liegt das Problem.
Für mich wäre das Gespräch nicht beendet gewesen, sondern ich hätte die Frau gebeten ihre Argumente darzulegen und hätte dann meine dagegen gestellt.
So sehe ich das aus der Perspektive ihrer Darstellung für mich

@skydiver-sr

Ich bin auch kein Freund von Steinmeier, der ja zu allem und jedem etwas mitteilen muss. Diesmal aber erinnert er mit Recht an Willy Brandts Kniefall. Dieser Mann hat das Richtige getan - und nicht bloß geredet.
Willy Brandt wird allein dieser Geste wegen uns allen in Erinnerung bleiben - als ein aufrichtiger Deutscher, der auf ewig ein Beispiel sein muss.

@09:54 von skydiver-sr

Ich frage mich allerdings warum es nie eine ähnliche Geste und Entschuldigung und den Versuch der Aussöhnung mit Russland gab?

Das ist etwas komplizierter. Das Deutsche Reich und die Sowjetunion haben im August 1939 gemeinsam die Teilung Polens geplant und dann im September gemeinsam Polen überfallen.

Die Sowjetunion hatte im Krieg sehr viele Opfer zu beklagen, vor allem Zivilisten. Jedoch war Stalins Sowjetunion,
als Staat, kein Opfer, sondern Mittäter.

So wichtig die Aufarbeitung

So wichtig die Aufarbeitung und eine gute Nachbarschaft ist,
es ist nicht nur unsere Aufgabe, sondern Aller Aufgabe, dass sowas nicht nochmal geschehen kann.

@ fathaland slim um 10:13

>Schande für Deutschland<

Die Wut der Beschämten. Das erinnert mich gerade an den Gesichtsausdruck eines schrecklich niedlichen kleinen Mädchens das neulich von seinem Vater aufgefordert wurde sich zu bedanken. Keinem ist dieses Gefühl fremd.

>die öffentliche Sichtbarwerdung des Rechtsextremismus heute überrascht mich nicht im mindesten.<

Oh, er war Ja nie fort: Ende der 60er wurde die Symbolfigur des ersten linken Protestes im Land auf offener Straße niedergeschossen, Anfang der 80er das Oktoberfest mit dem Ziel möglichst viele Menschen zu erwischen in die Luft gejagt nur um die Stimmung gegen die Linken anzuheizen. Anfang der Neunziger gab es tagelange Belagerungen von Asylantenheimen...die Polizei stand daneben. Häuser brennen, Menschen sterben, und das einfach durchgehend. Manchmal brennen Menschen ...in Polizeigewahrsam.
Aber woher nähme man den Ersatz wenn man das "Kritische" Personal, nach Auffindung durch geforderte Untersuchungen, vor die Tür setzte?

Zitat: "und irgendwann kam

Zitat:
"und irgendwann kam das Gespräch auf Brandts Kniefall, den diese Mutter als Schande für Deutschland betrachtete.

In diesem Moment war das Gespräch für mich beendet und ich hatte viel gelernt.

Nämlich, daß das braune Gedankengut auch in den Elternhäusern vererbt wird."

Es wurde nicht nur via Elternhaus vererbt sondern auch über die CDU/CSU

Ich bin als Jahrgang 1962 so alt das ich mich ebenfalls an den Kniefall aber auch an die WÜTENDEN Reaktionen vorallem der "christlichen" Politiker in der BRD erinnern kann...
..das ging auf Demos (zu denen damals die BILD anstachelte) bis zu solchen Bezeichnungen wie "Volksverräter" und ähnlichem.

Zu der Zeit zeigte die "Tagesschau" auch noch eine ganz andere Landkarte von Deutschland

Der deutsche Faschismus war nie weg - der hat sich nur eine gutbürgerliche Maske umgehängt...
..die er heute nicht mehr braucht.

Eine große Geste

eines großartigen Politikers

@Lenz, das haben wir in

@Lenz,

das haben wir in unserer Familie in der DDR damals auch so empfunden...

..zumal wir so eine Versöhnung längst auf familiärer Ebene stattfand -> die Schwester meines Vaters heiratete in Moskau und ich hatte einen "russischen" Onkel

Das Gehetze gegen Willi Brandt habe ich der CDU/CSU bis heute nicht verzeihen...
..denn hier fehlt nämlich noch eine andere Versöhnungsgeste -> sprich diese Partei sieht ihren damaligen Fehler ein und distanziert sich von ihren braun-faschistischen Triaden im Bundestag

Brandt hat Mut zur Menschlichkeit bewiesen

"Brandts Geste habe "gerade wegen ihrer Menschlichkeit berührt und überzeugt", sagte Vizekanzler Olaf Scholz (SPD) der "Rheinischen Post". CDU-Generalsekretär Paul Ziemiak bezeichnete den Kniefall gegenüber dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND) als "Ausdruck eines friedlichen Deutschlands, das um Vergebung nach dem Zivilisationsbruch von Auschwitz bat"."

Brandt hat vor allem bewiesen, dass Menschlichkeit im Grunde nur der richtigen Gesten bedarf. Und nicht vieler Worte.

Ein Bild für die Ewigkeit

Eine Geste, die mir noch heute die Tränen in die Augen treibt. So wie damals, als ich das Bild von Brands Kniefall zum ersten Mal sah. Es war in meinem Geschichtsbuch abgebildet. Es ist ein Bild für die Ewigkeit.

Und es beschleicht mich große Wut, wenn ich mir die Kommentare auf AfD-nahen einschlägigen Blogs anschaue, was ich eben mal getan habe. "Verräter" war da noch das harmloseste.

Die Gedanken von Rassismus und Hass auf Menschengruppen fallen immer noch und wieder auf fruchtbaren Boden. Unbegreiflich.

Ich frage,

hätte ein Mann wie Willi Brand überhaupt noch eine Chance gewählt zu werden,wenn er heute zur Wahl stehen würde ?
Nachhaltigkeit,Gerechtigkeit,Nord Süd Dialog.
Weltweit steigende Rüstungsausgaben und den Zusammenhang mit Armut.
Das waren die Fragen,mir denen Er sich im Nachhinein beschäftigt hat.
Leider hat sich in diesen Fragen bis heute noch nicht so viel geändert.

Ein große Geste - wer beansprucht sie heute?

Wir wissen ja alle inzwischen das Brandt damals ein wenig das Eis gebrochen hat mit Polen und Deutschlands Ansehen in der Welt einen großen Dienst erwiesen hat.

Es wird aber fast stillschweigend darüber hinweggegangen das 1970 (!) Willy Brandt von großen Teilen der Politik und der Gesellschaft als „Verräter“ hingestellt wurde.

Als ich Anfang der 80er in der Mittelstufe Geschichte hatte, hatte die „Bundeszentrale für Politische Bildung“ noch Unterrichtsmaterial mit Deutschland in den Grenzen von 1937 verteilen lassen!

10:13 von fathaland slim: Brandts Kniefall

"Wir redeten über dies und das, und irgendwann kam das Gespräch auf Brandts Kniefall, den diese Mutter als Schande für Deutschland betrachtete."

Auch ich kann mich an Gespräche erinnern, in denen die "braunen" Gesprächspartner von Brandts "Schwächeanfall" schwadronierten.

Ich möchte nicht wissen, was in einschlägigen facebook-Gruppen heute abend zu lesen sein wird.

Steinmeier ist von der SPD

Und würde ein CDU Bundespräsident sich ähnlich äußern?

Brandts Ostpolitik war ein Segen für die Menschen.

Und es gab damals noch keinen „Mainstream“, sondern zwei Lager in der Politik. Das war die Zeit als ich Westdeutschland als „Liberale Demokratie“ erlebte.

@GeMe

"
Am 07. Dezember 2020 um 11:25 von GeMe
10:13 von fathaland slim: Brandts Kniefall

"Wir redeten über dies und das, und irgendwann kam das Gespräch auf Brandts Kniefall, den diese Mutter als Schande für Deutschland betrachtete."

Auch ich kann mich an Gespräche erinnern, in denen die "braunen" Gesprächspartner von Brandts "Schwächeanfall" schwadronierten.

Ich möchte nicht wissen, was in einschlägigen facebook-Gruppen heute abend zu lesen sein wird."

Das können Sie jetzt schon lesen, nicht nur auf Facebook. Siehe meinen Post von 11:16 Uhr.

10:58 von Miauzi

ZItat:"..das ging auf Demos (zu denen damals die BILD anstachelte) bis zu solchen Bezeichnungen wie "Volksverräter" und ähnlichem."

Zunächst: Der Kniefall Willy Brandts und seine Ostpolitik haben mich zu einem politisch bewussten Menschen gemacht. Für mich ist er der bedeutendste Kanzler der BRD geblieben. Willy Brandt war der richtige Kanzler zur richtigen Zeit, auch wegen seiner Reformen im Inneren ("Mehr Demokratie wagen"). Was die Reaktionen angeht: Es gab ja nicht nur die unsäglichen Demonstrationen, wo eine sog. "Aktion Widerstand" mit der Parole "Scheel und Brandt - an die Wand" ihren Hass herausschrie, nein, es gab auch den zähen Widerstand von CDU/CSU im Dt. Bundestag, angeführt von Franz Josef Strauss, der den Untergang Deutschlands und des Westens herbeischwafelte. Der gleiche FJS, der wenige Jahre später den Milliardenkredit an die DDR einfädelte, der dieser noch mal eine Atempause vor dem Bankrott gewährte.

Man versucht heute Geschichte umzuschreiben

Besonders in Zusammenhang mit den Ereignissen des 20.07.44 habe ich das gemerkt.

Ein wenig kurios ist auch die plötzliche Identifikation mit Sophie Scholl (jahrzehntelang in der BRD totgeschwiegen).

Selbst Anne Frank muss herhalten, als Stütze der heutigen Gesellschaft.

Ich finde es gut, dass man sich erinnert. Ich lehne es aber ab, wie staatlich geduldete oder erwünschte Geschichtsklitterung betrieben wird um historische Ereignisse in den Kontext aktueller gesellschaftlicher Konflikte zu stellen.

Und es ist Heuchelei, da einige der Kriegsgewinnler und deren Nachfahren heute zu den reichsten Deutschen gehören!

Ja , ..rechte Gesinnung war nie fort ..

Ja , Rudi Dutschke als Symbol einer anderen Sichtweise wurde angeschossen ..und starb später an den Folgeschäden .
War es rechte Polemik damals , welche zum Anschlag führte ?
Höchstwahrscheinlich ja , ..
so bleibt die Gefahr weiterhin vorhanden , ..all die Jahre bis heute .

@Möbius (11:24)

Deutschland in den Grenzen von 1937: Erinnere ich mich auch noch dran, habe sogar noch einen Putzger aus der Zeit im Regal. Ich weiß auch, dass ich mich damals darüber gewundert habe, auch über die schraffierten Gebiete "unter polnischer/sowjetische Verwaltung".
Irgendwann habe ich dann aber gelernt, dass rein völkerrechtlich tatsächlich die Grenzverläufe provisorisch waren. Erst mit dem Abschluss der 2+4-Gespräche 1990 war dies geregelt worden. Hatte also vermutlich weniger mit Revanchismus zu tun, auch wenn es mir damals immer ein wenig so vorkam.

Adenauer hatte Brandt noch mit persönlichen Angriffen verunglimp

ft.
@10:58 von Miauzi
Er spielte auf dessen Herkunft an, auf sein Exil in Norwegen, während er selbst unter den Nazis eine anständige Rente bezog. Vgl. seinen berühmten Brief 1934 an den NS-Innenminister.
Brandt war der erste "unbelastete" Kanzler der BRD.

Willy Brandt

Die Geste war richtig, ohne Diskussion!!!

Aber was wissen die jungen Menschen heute davon?
Viele Jugendlichen können mit dem Namen Willy Brandt noch nicht einmal was anfangen....
Wie mit vielen anderen Politikern von damals.

Also schön aufpassen in der Bildung in unseren Schulen!!!

11:24 von Möbius

Zitat:"Es wird aber fast stillschweigend darüber hinweggegangen das 1970 (!) Willy Brandt von großen Teilen der Politik und der Gesellschaft als „Verräter“ hingestellt wurde. "

Das stimmt. Ich darf noch präzisieren: Die "großen Teile der Politik und der Gesellschaft" reichten von CDU/CSU bis zur NPD. CDU/CSU haben unter Kohl dann von der Vorarbeit Willy Brandts und Walter Scheels profitiert, ohne die beiden wäre Kohl nie der "Kanzler der Einheit" geworden. Die extreme Rechte hat damals wie heute nichts dazugelernt.

Dieser Kniefall war ein versöhnendes "Produkt" ...

.. seiner Zeit. Er hat vieles ausgelöst und überhaupt erst möglich gemacht.
Heute freilich sehe ich weltweit keinen Politiker von Größe, der zu solch einer Handlung und Geste auch nur ansatzweise fähig wäre.
Gründe und Gelegenheiten böte die "jüngere" Geschichte ja genug.

man kann den Brand ja sonst sehen wie man will

aber diese Geste war wirklich Historisch

Der unbelastete Kanzler ....

Wie hatte er doch gesagt ; ..als Signal einer neuen Zeit ?
" Mehr Demokratie wagen "
...als wußte er um die nicht ausgeprägte deutsche Toleranz ...

10:47, skydiver-sr @fathaland slim um 10:13

>>@fathaland slim
Sehen sie -und genau da liegt das Problem.
Für mich wäre das Gespräch nicht beendet gewesen, sondern ich hätte die Frau gebeten ihre Argumente darzulegen und hätte dann meine dagegen gestellt.
So sehe ich das aus der Perspektive ihrer Darstellung für mich<<

Ich war sehr jung und im Argumentieren bei weitem nicht so geübt wie heute, außerdem wurde der Tonfall der Dame, der ich gegenüber saß, schneidend und aggressiv-bellend. So wie ich es von meinen Lehrern, die nahezu sämtlich weit rechts standen, gewohnt war. Das löste lange Zeit einen Angststarre-Reflex bei mir aus. Ich habe lange gebraucht, mich von den Folgen dieser autoritären Erziehung zu befreien. Sie arbeitet ja mit Angst und geht bis zum Brechen der Persönlichkeit. So werden Untertanen erzogen. Wirklich frei von diesem "Erbe" bin ich erst seit etwa dreißig Jahren. Es war schwere Arbeit.

11:26 von Möbius

Zitat: "Möbius 11.24: Als ich Anfang der 80er in der Mittelstufe Geschichte hatte"

Möbius 11.26: Und es gab damals noch keinen „Mainstream“, sondern zwei Lager in der Politik. Das war die Zeit als ich Westdeutschland als „Liberale Demokratie“ erlebte."

Komisch. Sie haben die Siebziger Jahre als "liberale Demokratie" erlebt, obwohl Sie Anfang der 80er in der Mittelstufe waren(15 Jahre?)? NB. Eine "liberale" Demokratie wurde die BRD erst seit Willy Brandt und der sozial-liberalen Koalition von SPD und FDP. Ich bin offensichtlich ein bisschen älter als Sie und meine Erinnerungen und Kenntnisse lassen die BRD der 50er- und 60er-Jahre nicht gerade als Ausbund an Liberalität erkennen. Von nicht vorhandenen Frauenrechten angefangen bis zur teilweise schwarzen Pädagogik in den Schulen, diese Zeit war alles andere als liberal. Richtig ist, es gab zwei Lager, das war dem damaligen Drei-Parteiensystem geschuldet und den damals noch ganz anderen gesellschaftlichen Verhältnissen in Deutschland.

11:48, Sisyphos3

>>man kann den Brand ja sonst sehen wie man will
aber diese Geste war wirklich Historisch<<

Der Brand heißt Brandt.

So viel Respekt sollte man nun wirklich haben.

11:34 von Möbius

Zitat:"Ein wenig kurios ist auch die plötzliche Identifikation mit Sophie Scholl (jahrzehntelang in der BRD totgeschwiegen)."

Wo haben Sie denn Geschichtsunterricht gehabt? Haben Sie noch keine Geschwister-Scholl-Schule oder Geschwister-Scholl-Straße gesehen?

11:24 von Möbius

«Es wird aber fast stillschweigend darüber hinweggegangen das 1970 (!) Willy Brandt von großen Teilen der Politik und der Gesellschaft als „Verräter“ hingestellt wurde.»

Darüber wurde nie hinweggegengen.

Das weiß sogar ich als in 1965 Geborener, der 1970 noch viel zu jung war, um den Kniefall als Zeitzeuge in Erinnerung zu haben. Es waren ± 46% der Deutschen, die 1970 die Geste Brandts als "Unterwürfigkeit" oder "Verrat" in Umfragen nannten.

Wäre die Geste einheitlich über die 50 Jahre von 1970 bis 2020 gewürdigt worden als Geste der Versöhnung durch Übernahme von Schuld durch nicht an den Verbrechen der Nazis Beteiligte.

Dann müsste und würde heutzutage der Bundespräsident eine Rede ganz anderen Inhalts halten, als die, die er hielt. Und das Land müsste sich nicht weiter mit dem Bodensatz der auf ewig Unverbesserlichen von ± 15% relativistischer Geschichtsrevisionäre herumplagen, herumärgern, und von denen max. nerven lassen.

Verwunderlich … dass Sie das gar nicht mitkriegen.

Ein Bild, eine Geste, keine Worte

Wenn ich mich als Mensch begreife, kann ich denn Anderes empfinden als größte Dankbarkeit?

Brandt fiel auf die Knie vor Denkmal für Ghettoaufstand

Übrigens war Brandts Geste ein wenig subversiv, da er nämlich m.W. niemanden diese vorher angekündigt hatte. „spontan“ war sie aber nicht, er hatte sich das vorher gut überlegt.

Es ist ganz wichtig, zu verstehen das er den Kniefall gemacht hat vor dem Denkmal über den Ghettoaufstand. Hätte er das auch vor einem Denkmal für die Heimatarmee („Armia Kraijowa“) getan ? Ich weiß es nicht.

Die heutigen Journalisten haben meiner Ansicht nach etwas verpasst: nämlich eine große historische Persönlichkeit wie Willy Brandt persönlich gekannt oder zumindest zu Lebzeiten erlebt zu haben !

Am 07. Dezember 2020 um 10:13 von fathaland slim

Die Mutter hatte für ihren Sohn eine Bundeswehrkarriere vorgesehen. Wir redeten über dies und das, und irgendwann kam das Gespräch auf Brandts Kniefall, den diese Mutter als Schande für Deutschland betrachtete.

In diesem Moment war das Gespräch für mich beendet und ich hatte viel gelernt.
#
#
Nein Sie hatten nichts gelernt, es wurde nur Ihre Meinung zum braunen Gedankengut verstärkt.
Es ist immer einfach ein schweres Gespräch zu beendet, aber wichtiger dem anderen gute Argumente zu vermitteln.
Als ich im Jahr 1978 den Kriegsdienst verweigert habe, ist für viele in meiner Familie die Welt zusammengebrochen. Hätte ich jetzt zur BW gehen sollen, damit teile meiner Familie glücklich werden?
Für die Geste von W. Brandt gehört Ihm mein ganzer Dank und größten Respekt.

Auch innenpolitisch

hat sich unter Willi Brand einiges bewegt.
Zitat : Mehr Demokratie wagen.
Ich kannte alte stramme CDU Wähler,die sagten,ja,aber den Willi Brand,den haben wir schon gewählt.
Durch ihn kam mehr Freizügigkeit von verkrustenden Dingen,die man sich heute gar nicht mehr vorstellen kann.
Dinge welche heute selbstverständlich sind und deshalb heute keine Thema mehr sind.

11:56 von fathaland slim

geschätzter @ fathaland slim
man kann bei Antworten ihre Beiträge unterstützen,
ihnen widersprechen ...
eines bleibt immer gleich
sie Würgen einem eins rein
danke !
er hieß übrigens Frahm

12:03 von Möbius

Zitat:"Übrigens war Brandts Geste ein wenig subversiv, da er nämlich m.W. niemanden diese vorher angekündigt hatte. „spontan“ war sie aber nicht, er hatte sich das vorher gut überlegt. "

Nein, das war sie nicht! Lesen Sie, was Willy Brandt selber darüber schreibt in seinen Erinnerungen. Sie verwechseln Willy Brandt mit den Schaumschlägern à la Scheuer und Co. heutzutage oder mit Kohls "Versöhnungsbesuch" mit US-Präsident Reagan auf dem Friedhof von Bitburg.

Es gibt keinen Anstand - außer von Persönlichkeiten wie Brandt

Im Artikel oben ist ein anderer Beitrag verlinkt, in dem es um das Schicksal der Juden aus Stutthof (einem KZ bei Danzig) ging.

Ich bin selbst vor einigen Jahren nach Palmnikken (heute Jantarniy) gefahren, um den Ort zu sehen an dem im Januar 1945 7.000 jüdische Frauen und Mädchen von der SS am Strand der Ostsee mit MG Salven (oder indem man sie ins eiskalte Wasser trieb) ermordet wurden. Dies waren Juden aus Stutthoff.

So viel unmenschliches Leid ist der Deutschen Öffentlichkeit nicht bekannt.. wenigstens hat die ARD den „Todesmarsch an die Bernsteinküste“ vor wenigen Jahren in einer Dokumentation behandelt.

12:03 von Möbius

«Es ist ganz wichtig, zu verstehen das er den Kniefall gemacht hat vor dem Denkmal über den Ghettoaufstand. Hätte er das auch vor einem Denkmal für die Heimatarmee („Armia Kraijowa“) getan ? Ich weiß es nicht.»

Woher sollten Sie das auch wissen.
Er war ja nicht vor einem solchen anderen Mahnmal bei diesem Besuch.

«Übrigens war Brandts Geste ein wenig subversiv, da er nämlich m.W. niemanden diese vorher angekündigt hatte. „spontan“ war sie aber nicht, er hatte sich das vorher gut überlegt.»

Gerade weil Brandt diese Geste gegenüber niemand ankündigte.
Gerade deswegen war sie so gut, nachdrücklich, und für die Ewigkeit im Geschichtsbuch der ganz großen Gesten der Weltpolitik.

Erwarten muss man immer mit dem besten Recht als Wähler, dass sich gerade Politiker als Bundeskanzler mal vorher gut überlegen, was sie wo sagen und tun.

Laut Egon Bahr aus Gesprächen mit Brandt von danach.
Ließ Brandt seine Intuition für sich sprechen.
Als er den Moment für Niederknien als geeignet sah.

12:15, Sisyphos3

>>11:56 von fathaland slim
geschätzter @ fathaland slim
man kann bei Antworten ihre Beiträge unterstützen,
ihnen widersprechen ...
eines bleibt immer gleich
sie Würgen einem eins rein
danke !
er hieß übrigens Frahm<<

Ja, Willy Brandts Geburtsname war Herbert Frahm. Was schon vor fünfzig Jahren immer wieder von den Leuten betont wurde, die über Willy Brandt "dachten, was Sie wollten". Was sie natürlich durften, wie Sie richtig schreiben, ich darf allerdings dann über diese Art, über Willy Brandt zu denken, ebenfalls denken, was ich will.

Wenn Sie etwas schreiben, dem ich zustimmen kann, dann tue ich das auch. Wenn Sie allerdings schreiben, man könne über Willy Brandt denken, was man wolle, was eine Selbstverständlichkeit ist, und dann auch noch seinen Namen falsch schreiben, dann reagiere ich empfindlich. Denn Herr Brandt, oder Herr Frahm, wenn Sie diesen Namen benutzen wollen, war wohl einer der wichtigsten Menschen meines Lebens.

@ 11:34 von Möbius

"Ein wenig kurios ist auch die plötzliche Identifikation mit Sophie Scholl (jahrzehntelang in der BRD totgeschwiegen)."

Kann ich so nicht nachvollziehen. Die Weiße Rose war im Westen Schulstoff. Und Sophie Scholl ist auch in der Walhalla geehrt worden.

Am 07. Dezember 2020 um 12:15 von Sisyphos3

Zitat: 11:56 von fathaland slim: geschätzter @ fathaland slim...man kann bei Antworten ihre Beiträge unterstützen, ihnen widersprechen ...
eines bleibt immer gleich .... sie Würgen einem eins rein... danke !.... er hieß übrigens Frahm

Er hieß "Brandt" und nannte sich aus gutem Grund so.

Um fathaland slim (11:56) zu zitieren: "So viel Respekt sollte man nun wirklich haben".

Und um (ausnahsweise) einem Wikipedia zu zitieren: "Brandts nichteheliche Geburt, die von Zeitgenossen vielfach als Makel angesehen wurde, benutzten politische Gegner noch in der Zeit der Bundesrepublik, um ihn herabzusetzen." Beim konstruktiven Misstrauenvotum schrieb einer auf seinen Wahlzettel: "Frahm, Nein". Adenauer bezeichnet Brandt gerne als "Brandt alias Frahm" um auf BrandtsJahre im Exil anzuspielen.

Sie kommen ein paar Jahre zu spät, befinden sich aber in "guter" Gesellschaft.

@fathaland slim um 13:39Uhr

Wie Sie richtig schreiben, darf jeder denken, was er will. Er darf das angeblich auch schreiben gem. Grundgesetz. Aber wie das mit Gesetzen so ist; kein Grundsatz ohne Ausnahme! In diesem Forum geht eben die Netiquette über alles. Daher sind manche Kommentare, auch wenn sie das Thema verfehlen, genehm und kritischere (ohne Antisemitismus, Volksverhetzung, Beleidigung etc.) eben nicht. Bequemerweise erfolgt nicht einmal eine Rechtfertigung sondern bestenfalls der Auto-Hinweis auf die Netiquette.

11:34, Möbius

>>Ein wenig kurios ist auch die plötzliche Identifikation mit Sophie Scholl (jahrzehntelang in der BRD totgeschwiegen).<<

Geboren bin ich 1956 in Solingen. Da gab es eine Geschwister Scholl-Schule. Aufgewachsen bin ich seit 1968 in Osnabrück. Viele Schulen dieser Stadt und des Landkreises Osnabrück trugen und tragen den Namen von Sophie Scholl sowie der Geschwister Scholl.

>>Selbst Anne Frank muss herhalten, als Stütze der heutigen Gesellschaft.<<

Inwiefern? Könnten Sie diesen Satz etwas näher erklären? Ich verstehe ihn überhaupt nicht.

13:39 von fathaland slim

«Denn Herr Brandt, oder Herr Frahm, wenn Sie diesen Namen benutzen wollen, war wohl einer der wichtigsten Menschen meines Lebens.»

Willy Brandt war der 1. Bundeskanzler meines Lebens, bei dem ich auch schon wusste, was ein Bundeskanzler ist. Als er wegen des Guilleaume im Mai 1974 zurücktrat … war ich 9 Jahre alt. Eigentlich kein Alter für Politik.

Aber meinen Vater hat dies sehr geärgert / beschäftigt. Zeit seines Lebens war er SPD-Wähler. Brandt mal endlich ein Kanzler, wie er ihn mochte. Zurückgetreten war Brandt wegen des doofen Stasi mit dem französischen Namen als sein Referent. Schon wieder so'n Tünnes von der Stasi.

1972 mussten mir meine Eltern zu erklären versuchen, dass wir nicht mit Family die Verwandtschaft in der Ex-DDR besuchen durften. Wollte ich sehr. Weil einige von denen Stasi sind … und uns nicht sehen wollen.

Jetzt muss Brandt auch noch wg. der Stasi zurücktreten?
Wie doof ist das denn. Was man als 9-Jähriger so denkt.

Brandt = Held / Stasi = voll doof !

Der Kniefall war damals sehr, sehr umstritten

Ich war erst fünf Jahre alt. Aber ich erinnere mich, daß noch als ich zehn war, heftig unter der Verwandtschaft bei Familientreffen darüber gestritten wurde.
Nun, mit einigem Abstand zu dieser Zeit und auch zum Krieg sehen wir, welch großartige Versöhnungsleistung die Völker der Kriegsbeteiligten geleistet haben. Der Kniefall war eine so wichtige Etappe auf diesem Weg. Er war ein Symbol. Symbol für das, was die vielen kleinen Leute geleistet haben. Die vielen, die ihre Verletztheit, ihre grausamen Erlebnisse mit dem jeweiligen "Feind" ganz im Stillen überwunden haben, um einander wieder begegnen zu können.
Was mein Vater von der Flucht aus dem Gulag erzählt hat: Da kann ich nur sagen: Da haben viele russische Zivilisten schon sehr viel vergeben müssen, um einen flüchtigen Wehrmachtssoldaten durchzufüttern und vor Stalins Schergen zu verstecken.
Brandt hat es symbolisiert. Aber die Bürger haben es getan: Vergebung gewährt. Dafür können wir alle nur dankbar sein.

14:01 von karlheinzfaltermeier

dieser aussage muss ich mich vollumfänglichst anschliessen. leider kann ich das nicht in so schöne und treffende worte kleiden.

@karlheinzfaltermeier, 14:01

Daher sind manche Kommentare, auch wenn sie das Thema verfehlen, genehm und kritischere (ohne Antisemitismus, Volksverhetzung, Beleidigung etc.) eben nicht. Bequemerweise erfolgt nicht einmal eine Rechtfertigung sondern bestenfalls der Auto-Hinweis auf die Netiquette.

Bitte nicht schon wieder. Sie wissen doch selbst, dass das nicht stimmt. Oder haben Sie hier noch nie einen kritischen Kommentar geschrieben, der auch veröffentlicht wurde?
Ich schon unzählige. Und unzählig andere wurden nicht freigeschaltet, was beweist, dass es nicht mit dem politischen Standpunkt des Kommentierenden zusammenhängen kann.
Ist mir langsam unverständlich, wie jemand hier immer noch diesen verschwurbelten Vorwurf der Zensur erheben kann, ohne sich lächerlich vorzukommen.

14:01, karlheinzfaltermeier @fathaland slim um 13:39Uhr

>>Wie Sie richtig schreiben, darf jeder denken, was er will. Er darf das angeblich auch schreiben gem. Grundgesetz. Aber wie das mit Gesetzen so ist; kein Grundsatz ohne Ausnahme! In diesem Forum geht eben die Netiquette über alles. Daher sind manche Kommentare, auch wenn sie das Thema verfehlen, genehm und kritischere (ohne Antisemitismus, Volksverhetzung, Beleidigung etc.) eben nicht. Bequemerweise erfolgt nicht einmal eine Rechtfertigung sondern bestenfalls der Auto-Hinweis auf die Netiquette.<<

Sie beklagen sich hier immer wieder, daß Kommentare angeblich wegen ihres Meinungsinhaltes nicht veröffentlicht würden.

Zahlreiche Ihrer Kommentare, die veröffentlicht werden, enthalten vehemente persönliche Angriffe auf Mitforisten, oft auch auf mich.

Vor diesem Hintergrund wundert es mich nicht, daß einige Ihrer Kommentare nicht veröffentlicht werden. Ich bezweifle aufgrund dieser Beobachtung, daß dies wegen ihres Meinungsinhaltes geschieht.

Auto-Hinweise habe ich noch nie erhalten.

Zitat: "Kann ich so nicht

Zitat:
"Kann ich so nicht nachvollziehen. Die Weiße Rose war im Westen Schulstoff. Und Sophie Scholl ist auch in der Walhalla geehrt worden."

ab wann bitte??
In den 50er und 60er Jahren galten Menschen wie die Geschwister Scholl oder die Angehörigen der Aufständler von 1944 als Verräter und die Lehrer (viele waren nicht nur ehemalige Nazis) haben dies auch in den Schulen so herüber gebracht.
Das begann sich erst in den 70-Jahren zu ändern - da waren aber schon 2 Jahrzehnte vergangen in denen das faschistische Gift auch in vielen Schulen weiter gegeben wurde!!

14:10, Wilhelm Schwebe

>>14:01 von karlheinzfaltermeier
dieser aussage muss ich mich vollumfänglichst anschliessen. leider kann ich das nicht in so schöne und treffende worte kleiden.<<

Dann gilt meine Antwort an Herrn Faltermeier um 14:15 auch für Sie. Und zwar vollumfänglichst.

14:08 von paganus65

Der Kniefall war damals sehr, sehr umstritten
.
das habe ich .... ist ja schon sehr lange her ... total anders empfunden.
Es war ein Zeichen dafür,
dass einem sein Handeln im 2. Weltkrieg unendlich leid tut
Erheblich glaubwürdiger dargestellt, als die Sonntagsreden davor und danach

um 10:13 von fathaland slim

"den diese Mutter als Schande für Deutschland betrachtete.[...]
Nämlich, daß das braune Gedankengut auch in den Elternhäusern vererbt wird."
Nun, ich kenne aus meiner Kindheit die Aussagen zur "Schande für Deutschland". Eben auch von ausgewiesenen Nazi-Gegnern. Diese Zeit und ihre Paradigmen ist nicht einfach zu verstehen.

14:18, Miauzi

>>Zitat:
"Kann ich so nicht nachvollziehen. Die Weiße Rose war im Westen Schulstoff. Und Sophie Scholl ist auch in der Walhalla geehrt worden."

ab wann bitte??
In den 50er und 60er Jahren galten Menschen wie die Geschwister Scholl oder die Angehörigen der Aufständler von 1944 als Verräter und die Lehrer (viele waren nicht nur ehemalige Nazis) haben dies auch in den Schulen so herüber gebracht.
Das begann sich erst in den 70-Jahren zu ändern - da waren aber schon 2 Jahrzehnte vergangen in denen das faschistische Gift auch in vielen Schulen weiter gegeben wurde!!<<

Die Geschwister Scholl-Schule in Solingen gab es schon in den 60ern. Das weiß ich deswegen so genau, weil ich 1968 dort weggezogen wurde.

Falsche Wahrnehmung

Geschätzter Sisyphos3.
Also ich weiß nicht von welchem User sie sprechen. Aber das
fathaland slim "einem eine Rein würgt" kann ich keinesfalls erkennen. Eher im Gegenteil, der Nutzer fathaland slim hebt eher das Niveau der Diskussion. Sie sind ja auch nicht gerade für ihre sensiblen Kommentare bekannt. Auch wenn ich Ihren Posts nicht oft zustimmen, sollten diese ebenso nicht fehlen in einer lebhaften Diskussion. Nur immer die eigene Meinung lesen, wäre doch langweilig, oder?

14:01 von karlheinzfaltermeier

«In diesem Forum geht eben die Netiquette über alles. Daher sind manche Kommentare, auch wenn sie das Thema verfehlen, genehm und kritischere (ohne Antisemitismus, Volksverhetzung, Beleidigung etc.) eben nicht. Bequemerweise erfolgt nicht einmal eine Rechtfertigung sondern bestenfalls der Auto-Hinweis auf die Netiquette.»

Was muss man denn schreiben, damit man so einen "Auto-Hinweis" auf die Nettiquette bekommt? In etwas mehr als 3 Jahren hier schreiben hatte ich das noch nie. Rote Karten aber schon. Meist wegen wohl etwas zuviel von Ironie oder Satire … und auch schon selbst hinterher dann gedacht:
"Ist auch besser so …".

14:28 von schabernack

mein onkel mütterlicherseits ist immer noch in dauerqurantäne.

14:18 von Miauzi

In den 50er und 60er Jahren galten Menschen wie die Geschwister Scholl oder die Angehörigen der Aufständler von 1944 als Verräter und die Lehrer
.
in welcher Schule waren sie ?
also bei mir wurde das anders gesehen und ich war in den 60ern in der Schule.
Wobei man sagen muß !
die Lehrer damals unterschieden sich fundamental von denen heute
Während die Lehrer meiner Tochter ihre Meinung kundtun, hat damals kein Lehrer
(mir bekannter Lehrer) sich in irgendeiner Weise politisch geäußert
Was ich jetzt als Vorteil erachte !

Zitat: "Die Geschwister

Zitat:
"Die Geschwister Scholl-Schule in Solingen gab es schon in den 60ern. Das weiß ich deswegen so genau, weil ich 1968 dort weggezogen wurde."

wie viele Schulen gab es denn in der damaligen BRD die diesen Namen trugen??

Betrachten sie dies bitte als absolute Ausnahme für diesen Teil Deutschlands.

axo - ich habe mein Abi an der "Geschwister-Schul-Schule" meines Heimatortes gemacht - die seit Herbst 1949 diesen Namen trägt
Bis zur 8. Klasse ging ich in die "Käthe-Kollwitz-Schule"

14:32, Wilhelm Schwebe

>>14:28 von schabernack
mein onkel mütterlicherseits ist immer noch in dauerqurantäne.<<

Meinen Sie Karl Napf?

Ich habe auch schon gehört, daß User hier dauerhaft gesperrt werden. Wenn ich an die rüpelhaften Unflätigkeiten des Herrn Napf zurückdenke, dann kann ich nur sagen, er hat wirklich ausdauernd beharrlich daran gearbeitet.

um 10:13 von fathaland slim

>>" Ich erinnere mich an eine Zugfahrt in den 80er Jahren............Nämlich, daß das braune Gedankengut auch in den Elternhäusern vererbt wird.
Für "wehret den Anfängen" war es damals schon zu spät, und die öffentliche Sichtbarwerdung des Rechtsextremismus heute überrascht mich nicht im mindesten."<<

Nunja, die Achtziger sind schon eine Weile her....

@Bote der "Erleuchtung", 10:53

Falls es Ihnen tatsächlich nicht aufgefallen sein sollte:
Es geht hier weder um Relativierungen und "Aufrechnungen" noch um Schuldzuweisungen.

Steinmeier würdigt Brandt?

Er würde er sich im Grabe rumdrehen wenn er erkennt was Schröder und die andern Genossen aus seiner SPD gemacht haben.

Nach Schmidt gab es keinen SPD Führer mehr der die Wert der Arbeiterpartei vertreten hat.

Sehr schade.

14:28 von Willi Graf

Nur immer die eigene Meinung lesen, wäre doch langweilig, oder?
.
warum glauben sie, tummle ich mich hier ?
da ich nicht mehr im Berufsleben stecke
bin ich ja geradezu an andere Meinungen angewiesen, die mir zeigen wo ich stehe !
... und dass der Nutzer fathaland slim das Niveau der Diskussion hier hebt
das dürfte wohl unabhängig davon, dass ich mich gelegentlich persönlich angegriffen fühle, unstrittig sein

um 10:47 von skydiver-sr

>>"@fathaland slim
Sehen sie -und genau da liegt das Problem.
Für mich wäre das Gespräch nicht beendet gewesen, sondern ich hätte die Frau gebeten ihre Argumente darzulegen und hätte dann meine dagegen gestellt.
So sehe ich das aus der Perspektive ihrer Darstellung für mich"<<

Ich sehe das genauso wie Sie und hätte genauso reagiert. Alleine schon aus meiner angeborenen Neugier heraus und ich finde es nicht gut mit linken Scheuklappen durchs Leben zu laufen.

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