Ihre Meinung zu: Chefankläger der Nürnberger Prozesse: "Sie bereuten nichts"

20. November 2020 - 17:13 Uhr

Benjamin Ferencz ist der letzte lebende Chefankläger der Nürnberger Prozesse. Im Interview mit den tagesthemen spricht der 100-Jährige über Menschen, die zu Massenmördern wurden, über Gerechtigkeit und den heutigen Antisemitismus.

Artikel auf tagesschau.de
Bewertung:
4.42857
Durchschnitt: 4.4 (7 votes)
Schlagwörter der Meldung:
Geo-Schlagwörter der Meldung:

Kommentare

Mit 101 Jahren ...

... spricht hier ein heller Geist, dem man eigentlich nichts hinzufügen kann. Bewundernswert!

Nie wieder

Was damals geschehen ist, dafür tragen die Nachkriegsgenerationen in Deutschland keine Schuld, aber wir haben alle die verdammte Pflicht und Schuldigkeit dafür zu sorgen, dass so etwas NIE WIEDER geschieht! Leider scheint es in unserem Land so langsam wieder salonfähig zu werden, antisemitisch zu sein und auch hier haben alle wirklich anständigen Deutschen die verdammte Pflicht, sich dagegen aufzulehnen, Zivilcourage zu zeigen und an der Seite unserer Mitbürgern jüdischen Glaubens zu stehen - gebt Antisemitismus in diesem Land keine Chance mehr!

Ach ja und dass einige dieser willfährigen Nazis damals aufgehängt wurden, ist für mich absolut OK! Eigentlich hätten es noch deutlich mehr verdient gehabt.

Sehr interessantes Interview..

..und ein sehr interessanter kluger Mann, der da interviewt wird.
Dankeschön.
Bedenklich und nachdenkensewert ist das Folgende, gerade auch jetzt in dieser Zeit:
"Sie bereuten nichts von dem, was sie getan hatten. Sie hielten ihre Taten vielmehr für Akte des Patriotismus. Hitler hatte gesagt, die Russen seien auf dem Vormarsch, also mussten sie ihr Land verteidigen. Nichts anderes hatten sie getan."

Was für ein beeindruckender Mensch!

... und was für ein Gefühl, wenn man sieht, dass es hierzulande Menschen gibt, welche den Massenmord an den Juden verharmlosen oder gar abstreiten. Und solche, die sich nicht schämen, heute noch das Vokabular der damals angeklagten Verbrecher zu verwenden und versuchen, deren Gedankengut wieder salon- und mehrheitsfähig zu machen.

Es ist einfach nur ekelerregend. Und es gibt sie hier, in diesem Forum.

Auch wenn es schwierig ist,......

werde ich versuchen meinen Kommentar so abzufassen, daß er den antisemitischen Unterstellungen und der schon üblichen Sperre widersteht. Ich greife deshalb auch nicht auf Wikipedia zurück, sondern wiederhole das gern gehörte Mantra, daß es nicht um Rache ging. Nazürlich hat Herr Ferencz recht damit, daß es keine perfekte Gerechtigkeit gibt, aber rechtfertigt das die ungerechte "Gerechtigkeit"? Es darf niemanden geben, der den Holocaust relativiert oder verteidigt oder verharmlost, aber man sollte nicht heucheln und auch Herr Ferencz nicht. Massen- oder sogar Völkermorde gab es schon immer, nur waren sie ein "Nebenprodukt" von Kriegen und niemals Kernideologie einer Kriegsführung. Deshalb werden auch die zweifelsfreien Kriegsverbrechen in Asien oder dem Nahen Osten niemals verfolgt oder nur pro forma verurteilt werden. Der Holocaust war eine Singularität! Leider wurde bei der Anklage genauso unüberlegt nach moralisch Schuldigen gesucht, wie bei der späteren "Entnazifizierung"!

Was für ein bemerkenswerter

Was für ein bemerkenswerter Mensch. Bei all dem Grauen, dass er gesehen hat nicht blindwütig auf Rache aus zu sein, sondern Recht zu sprechen. In seinen Sätzen lernt man, was es heißt, die Würde des Menschen ist unantastbar. Hochachtung!

Danke an Hr. Ferencz

für dieses Interview und seine Ansichten. Schade, dass nicht jeder so denkt. Man stelle sich eine Welt ohne Erdogan, Trump, Johnson, Putin (Reihenfolge ohne Absicht) und vielen anderen vor. Dann denke man sich anschließend noch alle Querdenker, Neonazis, Ultralinken, Bieber-Streichler, Fake-News-Verbreiter, Religionsfanatiker (Reihenfolge ohne Absicht) usw. weg.
Leider gibt es diese Welt nicht und es wird sie auch nie geben.

17:52 von karlheinzfaltermeier

Zitat:"Leider wurde bei der Anklage genauso unüberlegt nach moralisch Schuldigen gesucht, wie bei der späteren "Entnazifizierung"!"

Werter H. Faltermeier, in Nürnberg wurde nicht nach "moralisch Schuldigen" gesucht, sondern nach faktisch Schuldigen. Und diese wurden auch gefunden und verurteilt. Die spätere "Entnazifizierung" war, von einigen hoffnungsvollen Anfängen abgesehen, ein Treppenwitz. Der beginnende Kalte Krieg, die Unlust der Deutschen, sich ihrer Vergangenheit zu stellen und der wieder "benötigte" Antikommunismus machten aus der "Entnazifizierung" eine der größten "Unter-den-Teppich-kehr-Aktionen" der Geschichte.

Am 20. November 2020 um 17:52 von karlheinzfaltermeier

Zitat: Der Holocaust war eine Singularität! Leider wurde bei der Anklage genauso unüberlegt nach moralisch Schuldigen gesucht, wie bei der späteren "Entnazifizierung"!

Die im Hinblick auf den Holocaust Angeklagten waren keine nur moralisch Schuldigen, sondern die wahren Täter.

antisemitisch zu sein?

Frank Schauster @

Da kann ich Ihnen nur recht geben, besonders nach 1989, 2001 und 2015 haben diese Fälle wieder drastisch zugenommen.

@ karlheinzfaltermeier

Wollen Sie den Holocaust rechtfertigen mit dem Satz „sowas kommt immer mal wieder vor“?
Wie kalt und gefühllos muss man sein, um einen solchen Kommentar zu verfassen?
Sie sollten sich schämen!

@Frank Schauster um 17:38Uhr

Was meinen Sie mit NIE WIEDER? Verurteilen Sie nur den Holocausr - und die hundertausenden Tote in den Bombennächten bis Vietnam sind selbst schuld, weil sie auf der falschen Seite waren? Bedauerlicherweise wurden nicht alle maßgebenden Mitläufer des III.Reichs verurteilt, obwohl die meiner Ansicht nach gefährlicher waren, als man denkt.

17:52 von karlheinzfaltermeier

... Deshalb werden auch die zweifelsfreien Kriegsverbrechen in Asien oder dem Nahen Osten niemals verfolgt oder nur pro forma verurteilt werden. ...

Das ist so nicht zutreffend, es fällt mir sofort das Rote-Khmer-Tribunal ein, dass noch heute die von Pol Pot initiierten Verbrechen verfolgt.

Niemals vergessen...

Auch wenn heutzutage viele Menschen versuchen das Unheil der NS-Diktatur zu relativieren und das Unrecht an anderen Völkern und Menschen durch andere Mächte anführen. Es bleibt ein Unrecht das niemals wirklich gesühnt wurde. Das heute wieder Neo Nazis durch Deutschland marschieren, das sich antisemitische Vorurteile hartnäckig halten hat ganz viel mit der nicht voll-ständigen Aufarbeitung des Nazi Staats zu tun. Auch wenn in Nürnberg die führenden Köpfe verurteilt wurden, die kollektive Schuld wurde nie wirklich abgetragen. Vergessen wir niemals, das viele Nazis sowohl in der BRD als auch in der DDR später Kariere machen konnten. Vergessen wir auch nicht das sich etliche über ein internationales Netzwerk nach Nahost, nach Afrika, Südamerika und in die USA absetzen konnten. Der Aufbau der arabischen Armeen und des Widerstands gegen Israel, wurde von diesen Nazis nicht nur Unterstützt sondern vorangetrieben....
Noch nach dem Sieg der Alliierten haben Nazis ihr Unwesen getrieben...

.."sie selbst hielten sich nicht für böse"

"Auch sie selbst hielten sich nicht für böse. Sie waren überzeugt, ihrem Land zu dienen. Ich habe gelernt, dass jeder Krieg dazu führen kann, dass eigentlich anständige Menschen sich in Massenmörder verwandeln."

Darüber sollte man auch einmal nachdenken, wenn vom französischen Präsidenten der "Kampf gegen 'Corona'" als "Krieg" bezeichnet und möglicherweise von vielen Anderen vielleicht auch als ein solcher empfunden wird und sicherlich auch als ein "gerechter"..

Ich halte ein In-Sich-Gehen und Nachdenken durchaus auch in diesem Zusammenhang für angebracht und angemessen.

Es muss da auch nicht jeder mit mir übereinstimmen, allein das Nachdenken über diese Thematik empfinde ich gerade heute als sehr wichtig und nicht "nur" in Bezug auf Antisemitismus, das allein wäre meines Erachtens zumindest zu einseitig.

Danke nochmal für das aufschlussreiche Interview und für die Veröffentlichung meines vorherigen und hoffentlich auch dieses Beitrages.

@ falsa demonstratio (18:02): korrekt - Todesstrafe ist keine Lö

hi falsa demonstratio

Die im Hinblick auf den Holocaust Angeklagten waren keine nur moralisch Schuldigen, sondern die wahren Täter.

korrekt aber viele andere auch. Aber ich bleibe dabei, dass schon damals wie heute die Todesstrafe keine Lösung sein kann:

https://www.tagesschau.de/inland/nuernberger-prozesse-105.html

Der Hauptprozess endete mit zwölf Todesurteilen, sieben Freiheitsstrafen und drei Freisprüchen. In den Nachfolgeprozessen wurden noch 24 weitere Personen zum Tode verurteilt.

Schon damals hätten diese Todesurteile in lebenslange Freiheitsstrafen umgewandelt werden müssen. Denn die Todesstrafe ist zu recht per internationalem Recht (UN-Zivilpakt Artikel 6, UN-Menschenrechts-Charta Artikel 5) und EU-Recht sowie im Grundgesetz verboten und abgeschafft. Die Todesstrafe bringt meiner Meinung nach keine Gerechtigkeit sondern ist staatlich sanktionierter Mord.

um 17:52 von karlheinzfaltermeier

Nie zuvor in der Geschichte der Menschheit hat es einen derart geplanten Massenmord an Millionen von Menschen egal ob Kinder, Greise Behinderte gegeben. Jeder der Versucht das auch nur im Ansatz zu Relativieren sollte sich Abgrundtief schämen.

Am 20. November 2020 um 18:06 von karlheinzfaltermeier

Zitat: Verurteilen Sie nur den Holocausr - und die hundertausenden Tote in den Bombennächten bis Vietnam sind selbst schuld, weil sie auf der falschen Seite waren?

um 17:38 von Frank Schauster schrieb über den Holocaust.

Sie schrieben um17:52 "Der Holocaust war eine Singularität!".

War das nur ein Lippenbekenntnis oder warum stellen Sie sofort wieder Vergleiche an?

Gigantisch

Ich habe grossen Respekt vor diesem über 100jährigen Juristen mit seinem lebenslangen Bemühen um Gerechtigkeit und Frieden.

Was ist das fatale an der heutigen Zeit?...

...Es gibt immer weniger Menschen, die als Zeitzeugen dabei waren und darüber aus erster Hand berichten können, welche unmenschliche Mordmaschine in der Nazi-Diktatur vorherrschte.

---

Und damit man nie vergißt, was denn war, ist es umso wichtiger die folgenden Generationen weltweit immer wieder daran zu erinnern, was von 1933 bis 1945 wirklich geschehen ist.
-
Denn sollten wir aufhören dies zu tun, wird sich irgendwann das Geschehende wiederholen!

18:06 von karlheinzfaltermeier

«Bedauerlicherweise wurden nicht alle maßgebenden Mitläufer des III.Reichs verurteilt, obwohl die meiner Ansicht nach gefährlicher waren, als man denkt.»

Alle maßgeblich tatsächlich Schuldigen mit den Nürnberger Prozessen "auch zu erwischen", und ihrer Beteiligung an Verbrechen beteiligungs-angemessen zu verurteilen. Wäre ein Ansatz gewesen (ist eine nachträgliche Forderung), die kein Mensch jemals hätte erfüllen können.

Wäre im Nürnberger Prozess das schon offen zutage getreten, was man nach seiner Haftentlassung gegen den dort Verurteilten Albert Speer zu wissen bekam. Wäre auch er höchstwahrscheinlich zum Tode verurteilt worden. Nicht zu 20 Jahren Haft. Ob er die bis zum Ende der Haftzeit im Gefängnis auch verbringen musste … weiß ich "aus der Hüfte" gar nicht.

Er war jedenfalls der einzige Angeklagte (der intelligenteste), der durch wohl gewählte Worte + "geäußerte Teileinsicht" in seine Beteiligung "den Richtern mehr zu bieten hatte", als Festhalten an Unmenschlichkeit.

Nie wieder Krieg

Ich denke sie haben sich da einfach falsch Ausgedrückt. Es gibt keine Entschuldigung für Massenmörder. Nichts anderes waren NAZIS und die Mitläufer. Die Ideologie lebt ja weiter. Da waren es Juden, an anderer Stelle sind es schwarze, und vielleicht passt mal sogar der Eskimo nicht mehr, wenn das Klima auch noch mies wird... Das man mal selber seines Glückes Schmied und für sich selber verantwortlich sein sollte, sein Ding mit seinen Händen gebaut bekommt, dass wäre tatsächlich der echte Tausch und die Revolution... Für mein Glück ist kein anderer Verantwortlich als ich. Dafür brauch ich auch nur mein Gehirn, meinen Körper und ein wenig Nahrung. Mehr braucht nur Europa, oder die Industrie

@karlheinzfaltermeier (17:52): "gab es schon immer"

Da widerspreche ich Ihnen.
Es gibt einen Unterschied zwischen Beherrschung verlieren im Affekt (bis hin zum Amok laufen) und staatlich geplantem und organisiertem Mord durch langsames Aushungern und gezielte Tötung im Akkord.

Selbst die erste Mordart ist strafbar, obwohl man die Umstände als mildernd bezeichnen kann (deshalb wird für Waffenverbot plädiert, damit man nicht bei jedem Ausraster eine zur Hand hat sondern die Gelegenheit hat sich etwas zu beruhigen und "Holz hacken zu gehen") .

Die zweite ist lange geplant und man hatte genug Zeit sich zu überlegen, was man da eigentlich tut. Daher fand ich auch sehr wichtig und interessant über die Auswahl der Angeklagten zu lesen. Keiner von denen konnte sagen, dass er nicht wüsste, wie er da hineingeraten ist.

Deswegen ist das, was Sie ansprechen etwas anderes, als das Thema hier. (Mir hat das auch jemand nach einem Anschlag so erklärt und ich fand das gut. Leute, die planen sind halt nicht verrückt genug, um einer Strafe zu entgehen)

@17:38 von Frank Schauster

"NIE WIEDER".....ja, das kann man nicht laut genug in die Welt schreien.....
aber ihre Worte " alle wirklich anständigen Deutschen die verdammte Pflicht"....
ohje, das klingt jetzt für mich schon ein bisserl nach Nazi-Jargon....humane Pflicht ist moralisch-ethisch geboten aber doch nicht "verdammt"?.....und wie unterscheidet man denn unanständige/anständige Deutsche in ihren Augen?

Kinder- und Enkelgeneration

Ich gehöre zu Kindergeneration. Mein Vater war und blieb überzeugter Nationalsozialist, hochrangiges Mitglied der Einsatzgruppen (SD) in Polen.
Seine beiden Brüder, meine Onkel, ebenfalls.
Zweifel an ihrer Weltsicht und der Opferattitüde nach dem verlorenen Krieg ließen sie nie zu, Widerspruch begegneten sie mit brachialer, nahezu vernichtender Abfuhr jeglicher Argumentation, die ihrer Weltsicht widersprach.
Was haben Kinder dem schon entgegenzusetzen?
Erst jemand aus der folgenden, der Enkelgeneration wagte die Recherche - mit erschütternden Erkenntnissen. Unsere Väter, respektiert, geliebt und geachtet, aber immer von diffusen Zweifeln und unguten Ahnungen umgeben, entpuppten sich als Verbrecher.
Bis zum Ende ihrer Tage ohne jede Reue, in der unfasslichen Überzeugung verfangen, in allem Morden an Männern, Frauen und Kindern das Richtige getan zu haben.
Sich selbst als Opfer zu fühlen, ungerechter Siegerjustiz ausgeliefert zu sein.
Das ist kaum auszuhalten.

Seit 1946 wird relativiert

Die Sympathisanten und Mitläufer des Nazi-Regimes haben seit 1946 bis heute die Nürnberger Prozesse als "Siegerjustiz" verunglimpft.

Der Begriff lenkt von der geschichtlichen Schuld der Nazis von dem menschheitsgeschichtlich einmaligen industriell organisierten Völkermord an den Juden, rassenideologisch begründeten Kriegsverbrechen an Kriegsgefangenen aus dem Osten ("Untermenschen") und Angriffskriegen ab.

Bei diesem ewigen "aber andere haben auch.." geht es nicht um den Gerechtigkeitsaspekt sondern um Ablenkung. Schändlich!

Am 20. November 2020 um 18:16 von Demokratieschue...

Zitat: Schon damals hätten diese Todesurteile in lebenslange Freiheitsstrafen umgewandelt werden müssen. Denn die Todesstrafe ist zu recht per internationalem Recht (UN-Zivilpakt Artikel 6, UN-Menschenrechts-Charta Artikel 5) und EU-Recht sowie im Grundgesetz verboten und abgeschafft.

Schauen Sie doch einmal nach, seit wann es die von Ihnen zitierten Vereinbarungen gibt und wer daran seit wann gebunden ist und wie es mit der Todesstrafe in bei den vier Mächten bestellt ist bzw. war.

Bitte verzichen Sie darauf, Ihre Erkenntnisse zu verlinken. Stille Einsicht genügt.

um 17:52 von karlheinzfaltermeier

,,Der Holocaust war eine Singularität! Leider wurde bei der Anklage genauso unüberlegt nach moralisch Schuldigen gesucht, wie bei der späteren "Entnazifizierung"..."

Nach wem hätte denn die Anklage überlegt suchen sollen? 1945 hatte nicht mal die freie Presse oder jene Mahner, die während der Zeit der Entwicklung des Terrorwahnsinns eine realistische Vorstellung, wie der Zusammenbruch einer Zivilisation und die Mutation von Nachbarn zu Bestien geschehen konnte mit dieser Dynamik. Ein gewisser Charles Spencer Chaplin, verehrt für Filme wie z. B. 1940 ,, der große Diktator" konnte sich nicht verzeihen, wie harmlos er Konzentrationslager in der Story angelegt hat.

Moralisch schuldig gab es weit mehr als die, die sich an der Waffe versündigten und sich ,,patriotisch" auf ,,Sachzwängen" ausruhten trotz Gewissensbissen.

Es hat eine Menge Mut dazu gehört, sich gegen die schleichende Zombifizierung der Nachbarschaft zu stemmen und all jene waren Helden, die Nachteile oder Leben riskierten.

18:16 von Demokratieschue...

... Schon damals hätten diese Todesurteile in lebenslange Freiheitsstrafen umgewandelt werden müssen. Denn die Todesstrafe ist zu recht per internationalem Recht (UN-Zivilpakt Artikel 6, UN-Menschenrechts-Charta Artikel 5) und EU-Recht sowie im Grundgesetz verboten und abgeschafft. ...

Geht das schon wieder los mit Ihrem Halbwissen ... der UN-Zivilpakt kam knapp 20 Jahre nachdem die Todesurteile vollstreckt waren. In Kraft trat er 1976.

@Franco Ropera um 18:06Uhr

Ich verwahre mich energisch gegen Ihre Unterstellung, ich würde den Holocaust verteidigen! Wie hirnlos muß man sein, um so etwas irgendwo herauslesen zu können. Ich habe nur darauf hingewiesen, daß es in Kriegen welcher Art auch immer, immer wieder Massenmorde und Kriegsverbrechen gegeben hat. Lesen Sie z.B. mal nach bei Karl dem Großen und seinen Feldzügen gegen die Sachsen oder bei der Eroberung von Magdeburg unter Wallenstein oder bei den ach so kulturell hochstehenden Griechen. Also beschimpfen Sie mich nur dann, wenn es einen Grund dafür gibt!

Hört auf die Worte lebenserfahrener Leute

Dem Vorbringen des damaligen Chefanklägers ist nichts hinzuzufügen. Das sind Worte, die jemand sagt, der eine lange Lebenserfahrung hinter sich hat und daher eine ausreichende Beurteilung des Sachverhaltes abgeben kann. Hoffentlich hört die jetzige Generation auf diese Worte, damit nie mehr Verhältnisse wie im Dritten Reich entstehen können.

Nie wieder Diskriminierung

Die Diskriminierung von Ethnien, Religionen, Parteien oder Geschlecht darf nie wieder gesehen. (Vlg. Artikel 3 GG)

Die Herrschenden müssen Chancengleichheit ermöglichen. Weder Diskriminierung oder Ungleichbehandlung noch Privilegien oder Korruption dürfen toleriert werden. Insbesondere die staatlichen Institutionen und die öffentlich rechtlichen Medien sind der Fairness und Ausgewogenheit verpflichtet.

Wachsamkeit ist jedem Deutschen auferlegt. Kommt es trotz GG zu Ungleichbehandlungen, Parteilichkeit oder Vorteilnahme sind alle Bürger zum Widerstand verpflichtet.

Nazis bekamen hohe Renten. Die bayer. Regierung versuchte

@18:12 von unbutu77
Ex-Nazis bzw. deren Hinterbliebenen (Freisler und Heydrich) teilweise mit einer "fiktiven" Nachkriegskarriere höhere Renten zu verschaffen.
Aber: NS-Gegner wurden auch in der Nachkriegs-BRD noch benachteiligt.
Vgl. Ingo Müller, "Furchtbare Juristen" über Nachkriegskarrieren. Ähnliches wurde über andere nachgewiesen.
Deutsche NS-Gegner wurden zum Teil von ihren früheren Peinigern um mögliche Entschädigungen gebracht.

Die Grundlage für die Strafbarkeit von Hass …

…und Hetze wurden ideell in den Nürnberger Prozessen gelegt, die historisch zurecht als „Geburtsstunde des internationalen Völkerrechts“ gelten.

•   Für Verbrechen gegen die Menschlichkeit ….

  … wurden dort nicht nur Täter der vollzogenen Tat zur Verantwortung gezogen
  sondern auch jene, die durch Hass und Hetze in Wort und Schrift die ideologischen
  und „klimatischen“ Grundlagen für sie schufen. Folgerichtig wurde Julius Streicher, der
  Herausgeber des Hetzblattes „Der Stürmer“ abgeurteilt, ohne dass er je einer
  physischen Gewalttat beschuldigt wurde.

•   Hass und Hetze des „Stürmer“…

  wurden als ursächlich für die politische Aufheizung und Enthemmung erkannt, die zu
  Pogromen und Massenmord führten. Insofern haben die Richter von Nürnberg Präzedenzrecht
  geschaffen, das eine Richtschnur für den Umgang mit der Hassrede und Hassverbrechen ist.

Zitat: "Elem Klimow "Geh und

Zitat:
"Elem Klimow "Geh und sieh" - Schauen Sie sich den Film an."

den sah ich vor mehr als 30 Jahren - darum wird mir von den ganze Nazi-Verbrechens-Relativierern so richtig schlecht

da fällt dann die "gut-bürgerliche" Maske und darunter fängt es an braun zu stinken

die geplante der Vernichtung der Juden war zwar das schlimmste aber nicht dass einzigste was den Stempel "Genozid" trägt...

..die Nazis wollten ihren "Lebensraum im Osten" haben und die dort lebenden SLAWISCHEN Völker waren ihnen im Wege - also hat man diese SYSTEMATISCH ausgerottet - das fing schon 1939 am 1. September mit den Polen an und setze ab Mitte 1941 in der Sowjetunion fort.

18:16 von Demokratieschue...

Zitat:"Schon damals hätten diese Todesurteile in lebenslange Freiheitsstrafen umgewandelt werden müssen. Denn die Todesstrafe ist zu recht per internationalem Recht (UN-Zivilpakt Artikel 6, UN-Menschenrechts-Charta Artikel 5) und EU-Recht sowie im Grundgesetz verboten und abgeschafft."

Alle von Ihnen aufgezählten Verträge und Erklärungen entstanden erst nach den Nürnberger Prozessen. Sie können demnach keine Richtschnur für diese Verfahren gewesen sein.

Zitat:"Die Todesstrafe bringt meiner Meinung nach keine Gerechtigkeit"

Da stimme ich Ihnen zu. Ich bekenne mich allerdings dazu, im Zusammenhang mit den Naziverbrechern, nicht nur den in Nürnberg abgeurteilten, in dieser Überzeugung schwankend geworden zu sein...

17:52 von karlheinzfaltermeier

«Ich greife deshalb auch nicht auf Wikipedia zurück, sondern wiederhole das gern gehörte Mantra, daß es nicht um Rache ging. Nazürlich hat Herr Ferencz recht damit, daß es keine perfekte Gerechtigkeit gibt, aber rechtfertigt das die ungerechte "Gerechtigkeit"?»

Sie sind es, der ein Mantra wiederholt. Das Mantra von Zerpflückung der Nürnberger Prozesse im Historischen Kontext.

Wäre "Rache"die Triebfeder der Siegermächte gewesen. Hätten sie sich die gegriffen, die politische oder militärische Führer für die Schuldigen hielten. Und die als Schuldige Ausgeguckten wären (für sie) bestenfalls "standrechtlich mit militärischer Würdigung" erschossen worden.

So war es nach siegreichen Kriegen vor WK2 in einer großen Vielzahl von Fällen. Der General aus Frankreich wurde nicht erschossen, aber ohne Prozess nach St. Helena verbannt.

Der Prozess in Nürnberg (+ der in Tokyo) waren der zivilisatorische Fortschritt im Zur-Rechenschaft-Ziehen von Kriegsverbrechern.

Sie aber kritteln das klein.

17:52 von karlheinzfaltermeier

Irganwie haben Sie zwar die Worte, aber nicht deren Sinn verstanden.
Der Holocaust war KEINE Singularität! Auch heute geschiet ähnliches in vielen Teilen der Welt. Nur die Anlässe und die Handelnden haben sich geändert.

Benjamin Ferencz gilt mein tiefster Dank für die Gewährung dieses Interviews und seinen Antworten zu den Fragen von Herrn Zamparoni. Jetzt weiß ich wieder, gegen was und wen sich meine Mitschüler und ich in den 60/70iger Jahren gewehrt haben. Heute scheint das leider vergessen und die Nazis kriechen wieder aus ihren Löchern und Worte und Aktionen von damals sollen wieder salonfähig gemacht werden. Eine treibende Kraft dabei sitzt sogar im Bundestag und bezeichnet sich selbst als Alternative. Von den teils scheinheiligen teils offenen Unterstützern, auch hier im Forum, will ich gar nicht weiter schreiben. Allein bei dem Gedanken daran, wird mir schon schlecht.

@Peter Meffert um 17:59Uhr

Vielleicht verstehen wir die verwendeten Begriffe und Wörter unterschiedlich? Unter "faktisch schuldig", ist darunter nicht auch der Verbreiter und Schürer von Hass usw. zu verstehen? Das sind für mich die moralisch und menschlich Schuldigen und die waren nicht nur unter den Größen des III.Reichs zu finden. Oder haben Sie sich nicht gewundert, daß geistliche Wüdenträger sakrosankt waren, ob wohl zumindest insgeheim auch Schweigen eine Zustimmung bedeuten kann?

Am 20. November 2020 um 18:32 von HerrJemine Kinder- und Enkelg

Da stimme ich Ihnen sowas von zu. Diese Vergangenheit trägt man mit sich rum, ich hasse diese Vergangenheit. Gruß Dirk

um 18:33 von krittkritt

"Hitler hatte gesagt, die Russen seien auf dem Vormarsch"
@17:44 von ralena675
Richtig!
"... also mussten sie ihr Land verteidigen. Nichts anderes hatten sie getan."
Wir sollten daraus lernen!
--------------
und deshalb die in der AFD versammelten Neonazis zum Vogelschiss der Geschichte werden lassen.

18:32 von HerrJemine

Zitat:"Ich gehöre zu Kindergeneration. Mein Vater war und blieb überzeugter Nationalsozialist, hochrangiges Mitglied der Einsatzgruppen (SD) in Polen.
Seine beiden Brüder, meine Onkel, ebenfalls."

Eine schreckliche Erfahrung, der man als Kind hilflos ausgeliefert ist. Ich hatte das große Glück, dass meine Eltern am Ende des Krieges erst Jugendliche waren und deshalb knapp an solchen Verstrickungen vorbeigeschrammt sind...Erlauben Sie eine Frage: Verstehe ich Sie richtig, dass weder ihr Vater noch Ihre Onkel nach dem Krieg für die von ihnen begangenen Verbrechen zur Rechenschaft gezogen wurden?

18:32 von HerrJemine

... Unsere Väter, respektiert, geliebt und geachtet, aber immer von diffusen Zweifeln und unguten Ahnungen umgeben, entpuppten sich als Verbrecher.
Bis zum Ende ihrer Tage ohne jede Reue, in der unfasslichen Überzeugung verfangen, in allem Morden an Männern, Frauen und Kindern das Richtige getan zu haben.
Sich selbst als Opfer zu fühlen, ungerechter Siegerjustiz ausgeliefert zu sein.
Das ist kaum auszuhalten.

Es trifft mich mitten ins Herz, das so zu lesen. Natürlich weiß ich, dass es das gibt. Aber es so zu lesen, gerade eben geschrieben ...

Auch ich gehöre zur Kindergeneration, habe meinen Vater nie kennengelernt, hatte aber einen Großvater, der mir den Abscheu vor den Nationalsozialisten vorlebte.

Ihre Worte beeindrucken mich sehr und lassen mich mitfühlen, soweit das überhaupt möglich ist.

Todesstrafe

Und dennoch war die Anwendung der Todesstrafe ein Fehler. Niemand hat das Recht das Leben eines anderen Menschen durch Gewalt zu beenden; zudem die "Strafe" wäre bei echten
Lebenslänglich weitaus größer als bei der Todesstrafe.

@ krittkritt 18:33

Sie suchen sich mal wieder nur den kleinen Teil der Geschichte aus, die Ihre Vorstellungen stützt. Wenn das alles ist, was Sie glauben gelernt zu haben, könnten Sie einem nur noch leid tun, wenn das Übrige nicht so entsetzlich gewesen wäre.

Nürnberger Prozesse

Wir müssen aus all dem die Lehre ziehen, dass wir uns gegen den braunen Mob wehren müssen. Ich meine damit die Fanboys von Trump und der Afd!

18:37 von Sinnprüfer ...nie mehr Verhältnisse..

Deine Worte in der Kinder Ohr - aber im Ernst gibt es noch viel zu viele die an die Gedanken von damals anknüpfen - nicht nur im Personenkult auf einzelne der damaligen Führungspersonen orientiert, sondern ganz allgemein und meist unreflektiert oder unbewusst - das macht es nicht besser und den alten Mann nur wichtiger, aber trotz dem ist das unser aller Last, die wir da zu tragen haben.
Die Nazis sind ja bisher nur die Spitze des Eisberges, wenn man zurückdenkt Kotzebue, Jahn oder den Hamburger Sülzeskandal, wissen wir, dieser Schoß ist ein alter, ein stinkiger, aber ein noch immer gefährlicher.

Ich persönlich glaube, dass

Ich persönlich glaube, dass wir uns in der kurzen Menschheitsgeschichte von 70 Jahren als Individuum weder menschlich noch geistig weiterentwickelt haben. Ich glaube, solange alles mit Geld zugekleistert wird, nach dem Motto "Brot und Spiele" ist der Mopp beruhigt. Sollte dieser Wohlstand einmal geringer werden, verhält sich der westlich geprägte Mensch wie eine Hyäne.
In der Bibel sind doch alle schlechten Eigenschaften der Menschen beschrieben. Haben wir uns bisher geändert. Wohl kaum.
Unabhängig davon kann man nur große Demut vor solchen Menschen wie Benjamin Ference empfinden.

Benjamin Ferencz war schon mit 27 ein weiser Mann

Benjamin Ferencz hat gezielt gebildete Menschen angeklagt, die sich Ihrer Greultaten bewusst sein sollten. Und sie bereuten nichts.
Erst der Kniefall von Willy Brandt hat vielen Mitläufern die Augen geöffnet.
Genau aus diesem Grund waren und sind die Kriegstribunale so wichtig.

18:48 von Miauzi

Zitat:
"Elem Klimow "Geh und sieh" - Schauen Sie sich den Film an." ...

Ein gut gemeinter Rat:

Sie wurden schon einmal darum gebeten, haben es aber vielleicht nicht mitbekommen:

Wenn Sie ein Interesse daran haben, dass Ihre Beiträge gelesen und verstanden werden, wäre es hilfreich, wenn Sie korrekt zitieren, also notieren, auf wessen Beitrag von wann sich Ihr Zitat und Beitrag beziehen. Niemand wird sich die Mühe machen, diese Angaben herauszusuchen, wenn diese fehlen. Und dann ist Ihr Beitrag nur noch die Hälfte wert.

18:32 von HerrJemine

@HerrJemine, danke für Ihre offene Schilderung der Beteiligung Ihres Vaters und Ihrer Onkel an den Verbrechen des NS-Staates.
Ich selbst habe als junger Mann viel mit meinem Grossvater, einem Luftwaffen-Unteroffizier in Hitlers Wehrmacht, über seine Einstellung und Beweggründe zu der Zeit gesprochen und darüber, wie er dies später bewertete.
In der Rückschau war seine Haltung eindeutig, er verurteilte die NS-Herrschaft und den deutschen Angriffskrieg als verbrecherisch, hegte zu seinen Lebzeiten viel Symphatie für die Friedensbewegung in den 80er Jahren ... insofern ein wohltuender Unterschied zu dem, was Sie von Ihren Onkeln berichten.
Trotzdem fügt sich das Puzzle aus meiner Sicht bis heute, da er nicht mehr lebt, nicht zusammen, denn er erzählte niemals von der eigenen Beteiligung an Kriegsverbrechen, von eigenem Versagen, Schuld oder Verantwortung.
Wenn ich an meinen Grossvater denke, denke ich zugleich immer an prominente Zeitgenossen wie Werner Höfer oder Günther Grass.

um 19:05 von European Son

Ihre Kritik an krittkritt ist die Folge eines krassen Missverständnisses. Ich gebe zu, krittkritt hat da sehr ungeschickt zitiert; aber Sie hätten trotzdem die Pflicht gehabt, zu prüfen, was gemeint war, bevor Sie Ihren Kommentar geschrieben haben.
_

@ HerrJemine (18:32): Das was Sie erlebt haben ist schlimm

hi HerrJemine

Das was Sie erlebt haben, ist in der Tat schlimm:

Ich gehöre zu Kindergeneration. Mein Vater war und blieb überzeugter Nationalsozialist, hochrangiges Mitglied der Einsatzgruppen (SD) in Polen.
Seine beiden Brüder, meine Onkel, ebenfalls.
Zweifel an ihrer Weltsicht und der Opferattitüde nach dem verlorenen Krieg ließen sie nie zu, Widerspruch begegneten sie mit brachialer, nahezu vernichtender Abfuhr jeglicher Argumentation, die ihrer Weltsicht widersprach.

So eine Erfahrung wünscht man niemandem. Sie müssen sich da ziemlich hilflos gefühlt haben. Hatten Sie damals Angst vor ihren Eltern?? Und klar, als Kind kann man solchen verbohrten Nazis nichts entgegensetzen, zumindest nicht alleine.

Was haben Kinder dem schon entgegenzusetzen?

Aber ich finde es mutig, dass jemand aus Ihrer Familie diese Recherche gemacht hat:

Erst jemand aus der folgenden, der Enkelgeneration wagte die Recherche - mit erschütternden Erkenntnissen.

re: lufoerster um 19:00

Grundsätzlich stimmt, dass niemand das Recht hat, Leben zu nehmen!
Allerdings können besondere Umstände vorliegen, die die Todesstrafe begründen können, so wenn der Schutz einer Gesellschaft durch eine Haftstrafe nicht hergestellt werden kann.
Hier bei den Umständen der Nürnberger Prozesse kann die Hinrichtung der Führungsriege des dritten Reiches noch begründet werden. Nach dem Zusammenbruch der Infrastruktur und der Sympathien in der Bevölkerung wäre eine langjährigen Haft der Führungselite nicht gesichert. Zudem wäre ein Umdenken der Zivilbevölkerung gegen die Naziideologie nicht möglich gewesen, wenn die Führung fortbestanden hätte.

Ein wahrhaft großer Mann!

Nicht nur vor seinen Verdiensten um die Nürnberger Prozesse, sondern auch vor seinem Einsatz für den Internationalen Strafgerichtshof verneige ich mich. Wir brauchen diesen Gerichtshof! Unsere Welt wäre eine bessere, gäbe es mehr Menschen
wie ihn. Choose law, not war.

Am 20. November 2020 um 19:23 von MartinBlank

Sorry Martin, es darf keine Kategorisierung von Massenmorden geben! Niemand darf da Unterschiede festlegen. Massenmord ist und bleibt ein Verbrechen an der gesamten Menschheit. Es gibt keine Möglichkeit zum Relativieren.

18:48 von Peter Meffert

Zitat (Demokratieschue...):"Die Todesstrafe bringt meiner Meinung nach keine Gerechtigkeit"

Da stimme ich Ihnen zu. Ich bekenne mich allerdings dazu, im Zusammenhang mit den Naziverbrechern, nicht nur den in Nürnberg abgeurteilten, in dieser Überzeugung schwankend geworden zu sein...

Ich freue mich sehr über Ihre Ehrlichkeit in so einer heiklen Frage.

Natürlich muss man die Todesstrafe ablehnen aus humanitären Gründen. Dem werden die allermeisten hier zustimmen.

Aber wenn ich mir vorstelle zu sehen, was Ferencz gesehen hat ... und dann die völlige Reuelosigkeit der Angeklagten, deren Schuld ja erwiesen war ... dann würde mich möglicherweise eine unkontrollierbare Wut packen und der Drang nach Vergeltung der übelsten Art würde übermächtig werden.

Dass es Menschen gibt, Ankläger, Richter, die hier nach den Buchstaben zivilisierter Gesetzgebung vorgehen, ist ein hohes Gut, das wir niemals aus der Hand geben dürfen.

Zitat: "Lebenslänglich

Zitat:
"Lebenslänglich weitaus größer als bei der Todesstrafe."

damit man sie irgendwann begnadigt wenn man ihre "Dienste" wieder braucht...

..so sind leider die Hintermänner des deutschen Nazi-Regimes - die Gross-Industriellen - mit Gefängnisstrafen davon gekommen.
Aber man sass ja nicht lange "im Bau" - man wurde ja wieder gebraucht im "Kampf" gegen den Kommunismus

jup - die BRD-West ist ja zurecht der Nachfolge-Staat des 3. Reiches - genügend Nazis konnte ja ungehindert ihren "Job" aus dem 3. Reich weiterführen - bis hin zur "rechten Hand" vom Kanzler Adenauer

axo - von wegen kein "sauberes Wasser" darum muss man "schmutziges" (sprich die Alt-Nazi) nehmen...
..der Adenauer-Staat hat bewusst ehemalige Nazi-Gegner behindert in den Staatsapparat der neuen Republik zu gehen und das "braune Gesocks" bevorzugt

bis hin das Globke einen Führer-Befehl zu einem Gesetz der BRD hat machen lassen
und
so die Waffen-SS-Leute z.B. aus Litauen Kriegsrente bekommen - trotz Holocaust-Beteiligung!

@19:41 von reginasayshello

Choose law, not war.

Manchmal ist Law ohne War aber nicht möglich. Solange eine totalitäre Ideologie bis an die Zähne bewaffnet ist, ziehen Recht und Gesetz den Kürzeren.

Demokratische Haltung

Ganz wichtig ist doch die Botschaft von Herrn Ferencz:

"Es wird immer Menschen mit anderen Meinungen geben, und das ist auch ihr gutes Recht. Es ist aber auch mein gutes Recht, diese nicht zu teilen. Wenn sie kriminell werden, müssen sie bestraft werden, um andere davon abzuhalten, es ihnen gleichzutun."

Stehen dafür alle Teile der Öffentlichkeit noch ein oder ist inzwischen das Gegenteil die Regel?

Die Frage, wie man zum Täter

Die Frage, wie man zum Täter wird und wie man mit seiner Schuld fertig wird, ist kaum zu beantworten. In dem dokumentarischen Film
„the act of killing“ wird der Versuch gezeigt, mit Tätern, die sich noch als Helden empfinden, mit ihren Taten zu konfrontieren, indem man sie diese nachspielen lässt. Ein erschütterndes Erlebnis über den Massenmord in Indonesien in den 1960ern. Die Täter sind bis heute nicht für ihre Taten belangt worden, umso bedrückender die Erkenntnis, dass auch in Deutschland die Mehrheit der Täter nicht belangt wurden und oftmals ohne Reue ein zufriedenes Leben führten.

um 19:23 von MartinBlank

"Wären im Holocaust "nur" Sozialisten, Kommunisten, Sozialdemokraten, Gewerkschaftler usw. ermordet worden, dann wäre es ein politischer Massenmord wie jeder andere."

Das Wort "Singularität" in diesem Zusammenhang definiert nicht ein Ausnahmemerkmal im Hinblick auf die Opfer, sondern auf die geplante und durchgeführte systematische Organisation eines Massenmordes, zu dem auch die ,,nur" gefolterten und ermordeten Oppositionellen oder geächtete Minderheiten gehörten. Also auf die Täter. Die Opfer sind nicht verantwortlich oder in Zusammenhang zu bringen mit der Einzigartigkeit dieses Völkermords (im Sinne von ,,durch ein Volk, zumindest in der Gesamtheit derer, die sich willfährig mit der Rassenideologie gemein gemacht und danach gehandelt haben).

um 19:50 von Dirkathome

"Niemand darf da Unterschiede festlegen."

Das ist eine völlig willkürliche Forderung und ebenso falsch wie die Behauptung, dass Kategorisierung und Relativierung dasselbe seien.
_

19:50 von Thomas D.

@Peter Meffert

«Da stimme ich … zu [keine Todesstrafe]. Ich bekenne mich allerdings dazu, im Zusammenhang mit den Naziverbrechern, nicht nur den in Nürnberg abgeurteilten, in dieser Überzeugung schwankend geworden zu sein...

«Ich freue mich sehr über Ihre Ehrlichkeit in so einer heiklen Frage.
Natürlich muss man die Todesstrafe ablehnen aus humanitären Gründen.
Dem werden die allermeisten hier zustimmen.»

Ich bin mir recht sicher, dass damals bei den Alliierten auch der Gedanke eine gewichtige Rolle spielte, mit der Todesstrafe für die Hauptangeklagten "Legendenbildung in Verehrung" entgegen zu wirken.

Das so was auch entstehen kann, zeigte ja Rudolf Hess als in Berlin-Spandau bis zu seinem Tod lebenslang Inhaftierter. Sehr alt ist er geworden, bevor er inhaftiert verstarb. Mehr als selten gab es Aufmärsche der Ewiggestrigen vor der Haftanstalt, um an R. Hess zu erinnern. Und die Nazi-Ideologie weiterhin zu glorifizieren. Mit Mitteln … die gerade noch gesetzlich erlaubt.

@karlheinzfaltereier 17:52

Bei der „Entnazifizierung“ und danach wurde gar nicht richtig nach Schuldigen gesucht. Sie kamen in nullkommanix wieder massenhaft in elaborierte Positionen. Erst 50-70 Jahre später hat man dann ein paar Handlanger-Greise vor Gericht gezerrt. Katastrophal!

@ Frank Schuster (17:38): Mit dem hier haben Sie sowas von recht

hi Frank Schuster

Mit dem hier haben Sie sowas von recht:

Was damals geschehen ist, dafür tragen die Nachkriegsgenerationen in Deutschland keine Schuld, aber wir haben alle die verdammte Pflicht und Schuldigkeit dafür zu sorgen, dass so etwas NIE WIEDER geschieht!

Aber wie wird das in 200, 300, 400 oder 500 Jahren sein?? Wird sich dann überhaupt noch jemand daran erinnern und sich dafür interessieren??

Dann zum Punkt Antisemitismus:

Leider scheint es in unserem Land so langsam wieder salonfähig zu werden, antisemitisch zu sein und auch hier haben alle wirklich anständigen Deutschen die verdammte Pflicht, sich dagegen aufzulehnen, Zivilcourage zu zeigen und an der Seite unserer Mitbürgern jüdischen Glaubens zu stehen - gebt Antisemitismus in diesem Land keine Chance mehr!

Warum nur bei jüdischen?? Warum nicht auch bei Muslimen und bei anderen??

@karlheinzfaltermeier

Was soll „ungerechte Gerechtigkeit“ (vor allem in diesem Zusammenhang) sein?

Ich wurde im Saarland geboren

Ich wurde im Saarland geboren und bin dort aufgewachsen.
Deshalb hat es mich vollkommen schockiert, dass sich 1935 die saarländische Bevölkerung in einer Volksabstimmung mit mehr als 90 % für den Anschluss an das "Dritte" Reich" ausgesprochen hatte.
Und das, obwohl längst klar war wohin die Reise ging. "Schlagt Hitler an der Saar" war die Parole der Antifaschisten und der vielen schon damals ins Saargebiet und in andere Länder emigrierten Intellektuellen. Leider schiefgegangen.
Wenn ich meine Oma fragte, warum sich damals die Menschen lieber einem faschistischen Staat anschließen wollten als weiter unter der Verwaltung des Völkerbundes zu bleiben, kam immer: als Deutsche gehören wir doch zu Deutschland...
Blinder Nationalismus.
Auf solch einer Bevölkerung konnte der Faschismus gut gedeihen, von wegen es waren ja nur wenige...

@19:52 von Miauzi

jup - die BRD-West ist ja zurecht der Nachfolge-Staat des 3. Reiches - genügend Nazis konnte ja ungehindert ihren "Job" aus dem 3. Reich weiterführen - bis hin zur "rechten Hand" vom Kanzler Adenauer

Wie hier schon von einem anderen Foristen erwähnt: viele Nazis sowohl in der BRD als auch in der DDR konnten später Karriere machen.
Nur, in der BRD konnten sich diese nicht alles erlauben, weil es Gesetze gab, die das staatliche Handeln einschränkten. Beide deutsche Staaten waren Nachfolgestaaten des 3. Reiches, aber nur einer von beiden setzte die Teile der Nazi-Tradition Stacheldraht, Folter, Zäune und Mauern fort.

19:38 von Harka

Man kann sich übrigens zur Frage der gerechten Richter auch mal die Nachkriegskarrieren der Richter des Volksgerichtshofes, die für mehr als 5500 Todesurteile und manch anderes verantwortlich waren, anschauen. Steht alles auf Wikipedia. ...

Danke für den Hinweis, habe den Artikel eben mal gelesen. Es ist wirklich erschreckend ...

„... Bis auf Oberreichsanwalt Ernst Lautz, der 1947 im Nürnberger Juristenprozess von einem amerikanischen Militärgericht zu zehn Jahren Zuchthaus verurteilt wurde, wurde keiner der etwa 570 Richter und Staatsanwälte von der bundesdeutschen Nachkriegsjustiz strafrechtlich zur Rechenschaft gezogen. Viele blieben während der Nachkriegsjahre in Westdeutschland im Richterdienst: ...“

(Quelle: Wikipedia)

... teilweise eine Folge des „Richterprivilegs“.

...alles schrecklich...

...aber warum macht man heutzutage eine Politik die die Menschen spaltet und neue Gräben schaft.
Wir brauchen nur in alle Bereiche zu schauen, überall Ungerechtigkeiten, die nicht sein müssten.
Hier hat die Menschheit nichts gelernt.

19:52 von Miauzi

Zitat:""Lebenslänglich weitaus größer als bei der Todesstrafe."
damit man sie irgendwann begnadigt wenn man ihre "Dienste" wieder braucht..."

Genau das ist geschehen mit fast allen Ende der 40er-Jahre von deutschen und allierten Gerichten verurteilten Naziverbrechern. 1955 saß kein einziger mehr in Haft. Ein ewige Schande der jungen BRD.

18:43 von krittkritt

Gut das Sie das auch noch Anmerken, bei mir waren die 1000 Zeichen leider schon verbraucht. Das Erbe der Nazis sehen wir heute auf den Straßen marschieren, und eine Ursache ist die niemals konsequent durchgeführte Entnazifizierung.
Gerade in der Politik, der Justiz und dem Management wurde nach dem Krieg weiter
an den alten Seilschaften festgehalten, viele Opfer wurden so wieder zu Opfern weil sie ihren alten Tätern ausgeliefert wurden...
Auch etliche Firmen und Kapital das durch den Raub und den Mord der Nazis neue Besitzer fand wurde bis heute nicht zurückgegeben....

20:07 von AbseitsDesMains...

Demokratische Haltung
Ganz wichtig ist doch die Botschaft von Herrn Ferencz:

"Es wird immer Menschen mit anderen Meinungen geben, und das ist auch ihr gutes Recht. Es ist aber auch mein gutes Recht, diese nicht zu teilen. Wenn sie kriminell werden, müssen sie bestraft werden, um andere davon abzuhalten, es ihnen gleichzutun."

Stehen dafür alle Teile der Öffentlichkeit noch ein oder ist inzwischen das Gegenteil die Regel?

Es ist ganz offensichtlich, dass hierzulande eben nicht „alle Teile der Öffentlichkeit“ dafür einstehen. Kein großer Teil, je nach Quelle ca. 10% ... aber schlimm genug.

20:04 von Freier Markt

Zitat:"Manchmal ist Law ohne War aber nicht möglich. Solange eine totalitäre Ideologie bis an die Zähne bewaffnet ist, ziehen Recht und Gesetz den Kürzeren."

Diesmal möchte ich Ihnen ausdrücklich zustimmen. Ohne den Sieg der Alliierten im 2.WK hätte diese Verbrecherbande weiterhin Deutschland, Europa und andere Teile der Welt geknechtet und ihre noch viel unsäglicheren Pläne "nach dem Endsieg" umgesetzt. Deshalb ein herzlicher Dank an die USA, die UdSSR und GB! Dass mit Stalin ein anderer blutiger Diktator nötig war, um den blutigen Diktator Hitler und seine Helfer zu besiegen, ist ein Schönheitsfehler der Geschichte. Die Opfer der Sowjetunion im Kampf gegen Nazideutschland dürfen deshalb trotzdem nie vergessen werden!

Am 20. November 2020 um 18:34 von Thomas D.

>>Am 20. November 2020 um 18:34 von Thomas D.
18:16 von Demokratieschue...

... Schon damals hätten diese Todesurteile in lebenslange Freiheitsstrafen umgewandelt werden müssen. Denn die Todesstrafe ist zu recht per internationalem Recht (UN-Zivilpakt Artikel 6, UN-Menschenrechts-Charta Artikel 5) und EU-Recht sowie im Grundgesetz verboten und abgeschafft. ...

Geht das schon wieder los mit Ihrem Halbwissen ... der UN-Zivilpakt kam knapp 20 Jahre nachdem die Todesurteile vollstreckt waren. In Kraft trat er 1976.<<

Auch ich habe mir das Gleiche gedacht und ein Seufzer durchsetzte meine Gedanken. Aber dann habe ich in der oortschen Wolke aus Halbwissen & Unwissen noch das Gewissen (Die Todesstrafe bringt meiner Meinung nach keine Gerechtigkeit) gefunden womit ich mich dann auf den maximal "kleinsten" Nenner anfreunden konnte.

20:14 von schabernack

19:50 von Thomas D.
Ich bin mir recht sicher, dass damals bei den Alliierten auch der Gedanke eine gewichtige Rolle spielte, mit der Todesstrafe für die Hauptangeklagten "Legendenbildung in Verehrung" entgegen zu wirken.

Ja, das ist wahrscheinlich. Die meisten wurden vermutlich deswegen auch anonym beigesetzt.

Das so was auch entstehen kann, zeigte ja Rudolf Hess als in Berlin-Spandau bis zu seinem Tod lebenslang Inhaftierter. Sehr alt ist er geworden, bevor er inhaftiert verstarb. Mehr als selten gab es Aufmärsche der Ewiggestrigen vor der Haftanstalt, um an R. Hess zu erinnern. Und die Nazi-Ideologie weiterhin zu glorifizieren. ...

Ja, ich erinnere mich gut an die Hess-Verehrungsversammlungen und mir wird noch heute übel bei dem Gedanken.

@ harpdart

Ich wurde im Saarland geboren und bin dort aufgewachsen.

Nehmen Sie's nicht so schwer. Ich bin Sachse und in einer Diktatur aufgewachsen, die in vielem nicht unbedingt besser war als der Nationalsozialismus.

um 20:21 von Freier Markt

" Beide deutsche Staaten waren Nachfolgestaaten des 3. Reiches, aber nur einer von beiden setzte die Teile der Nazi-Tradition Stacheldraht, Folter, Zäune und Mauern fort."

Verstehe ich sie richtig... sie bezeichnen Stacheldraht, Folter, Zäune und Mauern als Nazi-Tradition?
Darauf werden wir noch einmal zurück kommen müssen...

@ krittkritt

Nazis bekamen hohe Renten. Die bayer. Regierung versuchte

Ich bin in der DDR aufgewachsen und muss Ihnen sagen, dass die Kontinuität des Überwachungsstaates von der Nazi-Diktatur in die SED-Diktatur frappierend war. Da ginfen die Renten natürlich auch weiter. Die DDR hat sich einen antifaschistischen Touch gegeben, war aber das Gegenteil.

20:25 von Knorlo

Zitat:"aber warum macht man heutzutage eine Politik die die Menschen spaltet und neue Gräben schaft."

Wollen Sie im Ernst unterschiedliche Meinungen zu bspw. Migration oder Umweltpolitik mit der Naziideologie und ihren grauenhaften Folgen vergleichen?

Zitat:"Wir brauchen nur in alle Bereiche zu schauen, überall Ungerechtigkeiten, die nicht sein müssten."

Das lass ich mal so stehen. Aber ein zu niedriger Mindestlohn oder eine privilegierte Stellung als Privatpatient (Bsp.!) sind doch wohl kaum vergleichbar mit der menschenverachtenden und bewusst Ungerechtigkeit bis zum Mord schaffenden Nazipolitik.

20:09 von Demokratieschue...

... finde ich auch dass es durch diese ganzen Konzentrationslager, durch diese ganzen Dokumentationszentren, durch die ganzen Gedenkorte auf jüdischen Friedhöfen, durch diese Stolpersteine überall eigentlich schon mehr als genug Mahnmale gibt. Warum müssen es noch mehr in den Innenstädten sein??

Es war bei @MartinBlank nicht die Rede von „noch mehr Mahnmalen in den Innenstädten“!

Aber Ihre Beschwerde darüber macht mich gerade fassungslos.

Und wer wird sich in 200, 300, 400 oder 500 Jahren noch daran erinnern?? Wer wird in 200, 300, 400 oder 500 Jahren noch davon reden?? Dann werden mit Sicherheit ganz andere Dinge wichtig sein.

Also am besten alle Mahnmale heute schon abreißen, damit Frau Demokratieschue nach dem Tanzvergnügen am Samstagabend nicht über die Stolpersteine fällt? Ist es das, worum es Ihnen geht?

Genau diese Art von gewolltem Vergessen ist das, wovor alle KZ-Überlebenden immer gewarnt haben.

Schämen Sie sich!

@ Peter Meffert

Die Opfer der Sowjetunion im Kampf gegen Nazideutschland dürfen deshalb trotzdem nie vergessen werden!

Ein Opfer der Sowjetunion war die Demokratie, die es leider nur im Westen gab. In der SBZ wurde den Menschen die Freiheit genommen. Und die rechtsgerichtete Ideologie mit all ihrer Skepsis gegen Demokratie und Zivilgesellschaft lebt unterschwellig bis heute fort.

Danke!!!

Was für ein wunderbarer Mensch, dieser Herr Ferencz. Wenn es doch nur noch ganz viele davon gäbe...

von Demokratieschuettlerin...

,,Dann zum Punkt Antisemitismus:"

["Leider scheint es in unserem Land so langsam wieder salonfähig zu werden, antisemitisch zu sein und auch hier haben alle wirklich anständigen Deutschen die verdammte Pflicht, sich dagegen aufzulehnen, Zivilcourage zu zeigen und an der Seite unserer Mitbürgern jüdischen Glaubens zu stehen - gebt Antisemitismus in diesem Land keine Chance mehr!"]

" Warum nur bei jüdischen?? Warum nicht auch bei Muslimen und bei anderen??"

Weil die keine Juden sind. Gegen Islamophobiker ist auch ein Kraut gewachsen, aber sowieso sind die Schnittmengen bei Islamisten und Faschisten enorm, wenn es um Antisemitismus geht. Aber eigentlich sind viele nur doof und haben Angst vor Frauen.

20:38 von David Séchard

Auch ich habe mir das Gleiche gedacht und ein Seufzer durchsetzte meine Gedanken. Aber dann habe ich in der oortschen Wolke aus Halbwissen & Unwissen noch das Gewissen (Die Todesstrafe bringt meiner Meinung nach keine Gerechtigkeit) gefunden womit ich mich dann auf den maximal "kleinsten" Nenner anfreunden konnte.

Da sind Sie mit deutlich mehr Langmut ausgestattet als ich ... ich finde es heute wieder mega-anstrengend ... aber Sie helfen mir, mich zu beruhigen :-)

Am 20. November 2020 um 20:09 von melancholeriker

Zitat: Das Wort "Singularität" in diesem Zusammenhang definiert nicht ein Ausnahmemerkmal im Hinblick auf die Opfer, sondern auf die geplante und durchgeführte systematische Organisation eines Massenmordes, zu dem auch die ,,nur" gefolterten und ermordeten Oppositionellen oder geächtete Minderheiten gehörten.

Ich teile Ihre Einschätzung vollumfänglich.

Wer sich einmal mit der Wannseekonferenz, in der der Holocaust verwaltungsmäßig vorbereitet wurde, befasst hat, kann zu keinem anderen Ergebnis kommen.

Es gibt ein interessantes Fernsehsdokumentarspiel dazu.

@ warumeigentlichwer

Verstehe ich sie richtig... sie bezeichnen Stacheldraht, Folter, Zäune und Mauern als Nazi-Tradition?
Darauf werden wir noch einmal zurück kommen müssen...

Gerne. Ich verstehe es jedenfalls so. Genau so.
Die Gemeinsamkeiten in der Tradition des Nationalsozialismus und der Tradition des Mauerstaates sind ja unverkennbar.

um 20:09 von melancholeriker

"Die Opfer sind nicht verantwortlich oder in Zusammenhang zu bringen mit der Einzigartigkeit dieses Völkermords"

Auch hier wieder: "in Zusammenhang bringen" und "verantwortlich machen" sind zwei Konzepte, die nichts, aber auch gar nichts miteinander zu tun haben.
_

Danke!!!

Was für ein wunderbarer Mensch, dieser Herr Ferencz. Wenn es doch nur noch ganz viele davon gäbe...

18:54 von European

18:54 von European Son

Stellvertretend für viele andere Kommentare hier stimme ich Ihnen aus vollem Herzen zu.
Ich gehöre zur " Enkelgeneration " und habe von meiner Großmutter zu hören bekommen : " aber wir wussten doch von nichts ". Im gleichen Atemzug sagte sie dann : " na ja, wenn die schwarz gekleideten Männer mit den schwarzen Autos ins Dorf kamen war uns schon mulmig ".
Mir ist da nichts mehr zu eingefallen - bis heute nicht.
Mit meinem Opa ( kam bei Kriegsende in britische Gefangenschaft ) konnte man über den Krieg gar nicht reden.
Meine Mutter ( heute 83 ) erinnert sich noch als wäre es gestern gewesen an die vielen Bombenalarme und Ihre Angst.
Aber wer hält das alles in den Gedanken, wenn die Generationen nicht mehr da sind ?
Ich erzähle meiner Enkeltochter soviel ich kann und weiß, aber in den Schulen müsste das öfter und intensiver zum Thema gemacht werden.
Ich habe große Hochachtung vor Herrn Ferencz , wünsche ihm Glück und ein langes Leben.

Am 20. November 2020 um 18:43 von krittkritt

Zitat: Vgl. Ingo Müller, "Furchtbare Juristen" über Nachkriegskarrieren.

Ich habe den "Fehler" gemacht, dieses und andere ähnliche Bücher während meines Studiums zu lesen. Ich war drauf und dran, meine Studium hinzuschmeißen in dem Bewusstsein, wer mich letztendlich ausgebildet. Ich habe mich dann für einen anderen Weg entschieden und bin heute überzeugter Antifa.

die Behauptung, dass Kategorisierung und Relativierung dasselbe

Also dient eine Kategorisierung zu was? Welcher Massenmord ist besser als welcher? Macht man damit einen Massenmord nicht "wichtiger" als andere? Wie menschenverachtend kann man denn noch sein.

Thank you - Danke schön!

Thank you SO very much for providing the original version! I really appreciate that a lot!
Vielen vielen Dank für das Angebot der englischen Version! Ich weiß das wirklich SEHR zu schätzen!

@ Thomas D. (20:48): Nein sie haben mich falsch verstanden

@ Thomas D

Nein, sie haben mich falsch verstanden:

Also am besten alle Mahnmale heute schon abreißen, damit Frau Demokratieschue nach dem Tanzvergnügen am Samstagabend nicht über die Stolpersteine fällt? Ist es das, worum es Ihnen geht?

Nein die Gedenkstätten in den Konzentrationslagern, die Dokumentationsstätten und die Stolpersteine sollen natürlich bleiben und die auf den jüdischen Friedhöfen. Aber brauchen wir darüber hinaus wirklich noch weitere solche Mahnmale?? Ich habe auch nie von Abriss von solchen Mahmalen gesprochen.

20:04 von Freier Markt

Im Grundsatz kann ich Ihrem Kommentar zwar zustimmen ... aus der Perspektive desjenigen, der im Schützengraben liegt oder dem die Granaten um die Ohren fliegen, sieht die Sache allerdings schon wieder anders aus.
Generell sehe ich die Abkehr von der Diplomatie und die Hinwendung zu militärischen Konfliktlösungen - auch in der deutschen und europäischen Aussenpolitik - mit grosser Sorge und Skepsis.

20:48 von UdSSR 2.0

Zitat:"@ Peter Meffert
Die Opfer der Sowjetunion im Kampf gegen Nazideutschland dürfen deshalb trotzdem nie vergessen werden!

Sie:Ein Opfer der Sowjetunion war die Demokratie, die es leider nur im Westen gab"

Ich weiß nicht, ob Sie mich bewusst falsch verstehen wollen. Ich rede von den 20 Millionen Menschen, davon 2/3 Zivilisten, die während des Hitlerschen Angriffskrieges in der UdSSR starben. Ich rede von völlig verwüsteten und fast menschenleeren Gebieten in Weißrussland und der Ukraine nach Säuberungsaktionen der SS und des SD. Dass Stalin ein blutiger Diktator war, dessen Verbrechen gegen das eigene Volk und nach dem 2.WK (übrigens dank Hitler, ohne den 2.WK wäre das gar nicht passiert!) gegen Ostmitteleuropa genauso verurteilenswert sind, steht doch überhaupt nicht zur Debatte.

Ein weiteres Auswahlkriterium war ihr Bildungsgrad.

Es sollten Menschen sein, die in der Lage waren zu verstehen, was sie tun
.
ach !
dazu braucht es Abitur ?
Es ist nicht ein Problem der Bildung
sondern das Fehlen von Mitgefühl und Empathie

Recht und Stärke

"Auch sie selbst hielten sich nicht für böse. Sie waren überzeugt, ihrem Land zu dienen."
> Propaganda macht alles möglich. Das ist leider auch heute noch so.

"Jedes Mal, wenn man jemanden für ein Verbrechen ins Gefängnis steckt, hat das eine abschreckende Wirkung auf andere, die vielleicht versucht sind, ähnliche Verbrechen zu begehen."
> Und es gibt Länder, die den Internationalen Strafgerichtshof nicht anerkennen, um solche Verbrechen ungestraft begehen zu können.

um 20:59 von UdSSR 2.0

"Verstehe ich sie richtig... sie bezeichnen Stacheldraht, Folter, Zäune und Mauern als Nazi-Tradition?
Darauf werden wir noch einmal zurück kommen müssen...

Gerne. Ich verstehe es jedenfalls so. Genau so.
Die Gemeinsamkeiten in der Tradition des Nationalsozialismus und der Tradition des Mauerstaates sind ja unverkennbar."

Damit Sie dies nicht Mißverstehen...
Wir sind uns einig.
Die Frage ist nur ob sich der Kommentator auch noch daran erinnert, wenn es um das Thema Sicherung der EU Grenzen geht. Da geht dessen Lieblingspartei nämlich deutlich über Stacheldraht und Mauern hinaus (Mausrutscher).

Weltklasse

Ein Meilenstein in der Geschichte des Völkerrechts, nicht nur in Hinblick auf spätere internationale Strafgerichtshöfe! Denn im Umkehrschluss formuliert der Nürnberger Prozess ja auch implizit grundlegende Anforderungen an Regierung, staatliches Handeln, die Menschenrechte, die unverhandelbar sind - und dass keine verbrecherische Herrschaft legalisiert werden kann! Das fand in den späteren Vereinten Nationen, der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte seinen Niederschlag und wurde wirksamer als der vorherige Völkerbund. "Siegerjustiz" manifestierte sich in Nürnberg konstruktiv, ganz anders als im Versailler Vertrag! Die Geißel des Krieges und der Gewalt ist die Menschheit zwar nicht losgeworden, konnte sie aber begrenzen und ihr zunehmend anderes entgegensetzen - nicht unbedeutend angesichts der vor dem Nürnberger Tribunal eingesetzten Atombomben!
Das Interview ist zweifellos Weltklasse und spiegelt Weltgeschichte wieder, macht aber auch den Nürnberger Prozess lebendig und zeitlos!

Zitat: "Aber brauchen wir

Zitat:
"Aber brauchen wir darüber hinaus wirklich noch weitere solche Mahnmale?"

als ob nicht andere Völker genau so einen Genozid über sich ergehen lassen mussten...

..neben den Juden haben die deutschen Nazis die Roma-und-Sinti sowie diverse slawische Völker SYSTEMATISCH ermordet um sie IN GÄNZE auszurotten!!

Alles was nicht ihrem "Ideal" einer "nordischen Rasse" entsprach war für die Faschisten minderwertig und sollte auf dem Weg zu ihrer Weltherrschaft entweder versklavt oder ausgerottet werden!

Und so wie der Krieg im Osten geführt wurde hatte er rein gar nix mit dem Krieg im Westen gemein - denn es war von ANFANG an ein Ausrottungskrieg.

Das ist die tatsächliche Dimension vor der sich selbst viele bürgerliche Historiker drücken...
..und unter Völkermord-Forschern (ja die gibt es tatsächlich) ist der Holocaust gegen die Juden längst kein singuläres Ereignis mehr.

19:50 von Thomas D.

"... und dann die völlige Reuelosigkeit der Angeklagten, deren Schuld ja erwiesen war ... dann würde mich möglicherweise eine unkontrollierbare Wut packen und der Drang nach Vergeltung der übelsten Art würde übermächtig werden."

Wut und der Wunsch nach Vergeltung ist in diesem Zusammenhang menschlich ... mir geht es nicht anders.
Der Gerechtigkeit zur Geltung zu verhelfen, sollte allerdings angesichts solcher Verbrechen das Hauptmotiv bei der Bemessung des Strafurteils sein - nicht der Gedanke an Rache. Da stimme ich Ihnen zu.

21:09 von Demokratieschue...

@ Thomas D. (20:48): Nein sie haben mich falsch verstanden
@ Thomas D

>>Also am besten alle Mahnmale heute schon abreißen, damit Frau Demokratieschue nach dem Tanzvergnügen am Samstagabend nicht über die Stolpersteine fällt? Ist es das, worum es Ihnen geht?<<

Nein die Gedenkstätten in den Konzentrationslagern, die Dokumentationsstätten und die Stolpersteine sollen natürlich bleiben und die auf den jüdischen Friedhöfen. Aber brauchen wir darüber hinaus wirklich noch weitere solche Mahnmale?? Ich habe auch nie von Abriss von solchen Mahmalen gesprochen.

Nochmal: Nirgendwo - außer bei Ihnen - war die Rede von „noch weitere solche Mahnmale“.

Stimmt, Sie haben nicht vom Abriss gesprochen. Meine Frage war, ob es das ist, worum es Ihnen geht.

Liebe Frau, bitte, strengen Sie sich mehr an beim Lesen. Nur die Texte überfliegen reicht nicht. Damit kommen Sie in diesem Forum fürchterlich unter die Räder, derzeit mindestens einmal täglich, alleine hier schon dreimal.

Vorübergehende Schließung der Kommentarfunktion

Liebe User,

wegen der hohen Anzahl der Kommentare auf meta.tagesschau.de kann diese Meldung im Moment nicht kommentiert werden.
Wir bitten um Ihr Verständnis.

Mit freundlichen Grüßen
Die Moderation

21:06 von ich1961

«Meine Mutter ( heute 83 ) erinnert sich noch als wäre es gestern gewesen an die vielen Bombenalarme und Ihre Angst.
Aber wer hält das alles in den Gedanken, wenn die Generationen nicht mehr da sind ?
Ich erzähle meiner Enkeltochter soviel ich kann und weiß, aber in den Schulen müsste das öfter und intensiver zum Thema gemacht werden.»

Eine sehr wichtige Frage … im Grunde genommen zwei Fragen.

1. Woher sollen Kinder es wissen / lernen.
Wenn niemand es ihnen erzählt / erklärt.
2. Wo könnte man dies besser tun als in Schulen, damit nicht nur selektiv die Kinder es erklärt bekommen, die aufgrund geeigneter familiärer Umgebung dieses Privileg durch glücklichen Zufall haben.

Leider ist der DEU-Staat nicht sehr aktiv darin, von sich aus an Wissensvermittlung an nachfolgende Generationen zu denken.

In JAP war kein Holocaust, aber 2 Atombomben.
Auch hier nicht sehr aktiver Staat.
Aber seit Jah. viele Privatinitiativen, die Schüler mit Überlebenden zur Wissensweitergabe zusammenbringen.

Benjamin Ferencz ...

ist ein großartiger Mensch.
Sein Wirken eine riesige Leistung.
Dieses Grauen aufzuarbeiten und der Opfer zu gedenken wird noch lange dauern.

Umso befremdlicher empfinde ich hier so manche Kommentare (der Relativierungen und Vergleiche, auch mit der DDR-Zeit)

Heute werden gelber Davidsstern, Schicksale wie die von der Weißen Rose oder Anne Frank im "Kampf" gegen Corona-Maßnahmen missbraucht.

"Der Schoß ist fruchtbar noch"

"Also dient eine

"Also dient eine Kategorisierung zu was?"

Kategorisierungen können zu Vielem dienen. In der Geschichte helfen Kategorien, die Zusammenhänge zu verstehen.
Warum eine Kategorie "wichtiger" sein sollte als eine andere, das wissen nur Sie allein.
_

@ Nachfragerin (21:33)

"Propaganda macht alles möglich. Das ist leider auch heute noch so."

Nein, Propaganda macht eben nicht alles möglich. Sie müssen nur richtig hinschauen, dann sehen Sie, dass sie nur bedingt funktioniert, dass die meisten Menschen in der Lage sind, zu widerstehen. Deshalb ist sie auch nicht geeignet, Verbrechen zu entschuldigen oder zu relativieren.

"Und es gibt Länder, die den Internationalen Strafgerichtshof nicht anerkennen, um solche Verbrechen ungestraft begehen zu können."

'Solche Verbrechen'? Sie meinen wohl nicht die Verbrechen der Nazis. Die würden heute auch unabhängig vom Intern. Strafgerichtshof von der Weltgemeinschaft verfolgt werden. Da bin ich mir sicher. Für die Problematik verweise ich hier gerne auf die hervorragenden Kommentare des Mitforisten 'Der Lenz' von heute Mittag im anderen, geschlossenen Thread. "Nürnberger Prozesse: Ein Verfahren, das bis heute nachwirkt".

Zu Ihrer Zeile: "Recht und Stärke" möchte ich ergänzen: Trauer (unendliche) und Widerstand immer.

21:46 @Thomas D.

"... Nur die Texte überfliegen reicht nicht. Damit kommen Sie in diesem Forum fürchterlich unter die Räder,  ..."

Oft wird nur die Überschrift bei Copy & Paste gelesen, und damit kommt Frau durch, und beider Beratungsresistenz
wird sie es auch nicht verstehen.

Ich hoffe sehr, dass man Herrn
Benjamin Ferencz auch viele große Denkmale setzen wird, hat er zu Lebzeiten schon verdient.

Darstellung: