Umstrittene Geschäfte: Ökostrom aus der Westsahara

18. November 2020 - 12:33 Uhr

Die Westsahara ist eine umkämpfte Region: Nicht nur die Anrainerstaaten, sondern auch etliche Unternehmen profitieren dort wirtschaftlich - auch deutsche Firmen machen umstrittene Geschäfte. Von Alexander Bühler.

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Kommentare

Was der Artikel

Was der Artikel verschweigt:
Der Hauptgrund für die Besetzung durch Marokko waren und sind die riesigen Phosphat-Vorkommen
https://www.wsrw.org/a190x1455

schon als Jugendliche habe ich im ARD-Weltspiegel Berichte über die Besetzung und den aus völkerrechtlich Sicht illegalen Abbau und Verkauf dieser für die europäische Landwirtschaft wichtigen Rohstoffes gesehen

hat aber niemanden in der EU gejuckt das quasi der eine durch den anderen Kolonialherren ausgetauscht wurde...
..hauptsache man kann Geschäfte machen

süfisant:
gerade Marokko hat in Sachen Handelsbeziehungen zur EU seit Jahrzehnten eine Sonderstellung...
..oder warum würde es sich sonst lohnen die in der Nordsee gefangenen Krabben im KÜHLLASTER dorthin zu transportieren um sie dort per Hand auspulen zu lassen...
..und dann zurück nach D-Land um sie dann "fangfrisch" auf Brötchen zu legen - ja auch beim Händler im Krabben-Kutter-Hafen
absurder geht es eigentlich fast nicht mehr

Kein einfaches Thema

Daß die Sahara-Region, von Marokko über Algerien, Tunesien, Libyen, Ägypten bis hinein in die arabische Wüste, für die regenerative Energieversorgung der Welt eine wichtige Rolle spielen wird, das ist denkenden Menschen seit langem klar. Die Fläche ist riesig, Wind und Sonne gibt es im Überfluss. Gleichzeitig wird am hier dargestellten Fall deutlich, wo und von wem die Fallstricke gespannt werden. Es ist immer wieder das gleiche in einer kapitalistisch verfassten Welt: So genannte Eliten bereichern sich (wobei sich mein Elitenbegriff nicht mit dem der neuen Rechten deckt, ich benutze ihn in der Bedeutung, wie ich sie seit meiner Jugend, also seit 5 Jahrzehnten, kenne), die Bevölkerung bekommt wenig davon zu sehen.

Dabei liegt hier ein ungeheures wirtschaftliches Entwicklungspotenzial, welches, richtig gesteuert, die Menschen wohlhabend machen könnte, wodurch die Geburtenrate sänke undsoweiter.

Eigentlich eine win-win Situation.

Aber mit dem marokkanischen König wohl nicht zu machen.

Umstrittene Geschäfte?

Wir können es nie allen recht machen.

Aber durch unsre hervorragenden Wirtschaft und dem besten Rechtssystem der Welt können wir auch sehr viel Gutes tun.

Es ist eine Illusion zu

Es ist eine Illusion zu glauben, wirtschaftlicher Erfolg und Wohlstand lässt sich erreichen, in dem man sich immer an Gesetze hält.

Im besten Fall schreibt die Wirtschaft die Gesetze und legitiemiert damit ihr Handeln. Im schlimmsten Fall wird das "Umgehen" von Gesetzen geduldet, um das Wirtschaftswachstum nicht zu gefährden.

Natürlich ist es besser, wenn die Menschen vor Ort von dem Windkraftpark profitieren würden. Allerdings werden die Menschen in Marokko von der unabhängigen Energieversorgung profitieren, wenn auch erst in der Zukunft.

13:13, Miauzi

Die Sache mit dem Phosphat hatte ich vergessen. Danke, daß Sie mich daran erinnert haben.

Es ist eine Schande, aber kaum jemand hier interessiert sich dafür, was in der Westsahara passiert. Solange der marokkanische König die Gegend nach Altvätermanier autoritär befriedet und internationalen, auch deutschen, Firmen reibungslose Geschäftsabläufe garantiert, ist ja auch alles prima.

Schwierig würde es erst dann, wenn wütende junge Männer aus dieser Region plötzlich hier aufschlagen würden. Ich empfehle, was dies betrifft, mal einen Blick auf die momentane Flüchtlingssituation auf den kanarischen Inseln.

Da kann man noch so hohe Mauern und Zäune bauen, solange solcherart schreiende Ungerechtigkeiten nicht beseitigt werden, wird sich nichts ändern.

Und wenn ich dann von rechts die Forderung höre, die Menschen sollten lieber zuhause bleiben und sich Wohlstand erarbeiten, dann kann ich angesichts dieser Tatsachen nur noch vor Wut heulen.

13:14, werner1955

>>Umstrittene Geschäfte?
Wir können es nie allen recht machen.

Aber durch unsre hervorragenden Wirtschaft und dem besten Rechtssystem der Welt können wir auch sehr viel Gutes tun.<<

Und warum tun "wir" es dann nicht?

Haben Sie den Artikel gelesen?

Welche Vorstellungen hat dieser Journalist??

Zitat: "Für Lahcen Dalil, einen sahrauischen Journalisten aus der Hafenstadt Laayoune, ist es klar, dass die Anwesenheit ausländischer Investoren den Konflikt keinesfalls löst."

Welche Vorstellungen hat dieser Journalist??

Was macht diesen Journalisten glauben, dass es die Aufgabe und (moralische) Verantwortung eines ausländischen Unternehmen ist oder dass dies überhaupt in dessen Möglichskeitssphäre läge, zuerst jegliche kulturellen, politischen oder religiösen Konflikte, die es in einem Land geben mag, zu lösen, bevor er auch nur Anfang, in diesem Land wirtschaftlich tätig zu werden?

Was soll dieser Blödsinn?

@fathaland slim um 13:13Uhr

Nachdem meine erste Frage aus unbekannten Gründen mit einem roten Balken belohnt wurde, reduziere ich meine Frage auf: "Was verstehen Sie unter "richtig gesteuert",ahnend die entsprechende Grundlage.

Umstrittene Geschäfte: Ökostrom aus der Westsahara...

Es handelt sich dabei um ein Gebiet, daß bis 1975 spanische Kolonie war und danach größtenteils von Marokko besetzt wurde. Der südliche Teil von Mauretanien. Seit vielen Jahren kämpft dort die Polisario. Der größte Teil der Bevölkerung lebt in algerischen Flüchtlingslagern. Ökostrom wird produziert, mit repressivem Hintergrund.
Aber sicher ist, daß wenn davon die Rede ist, daß "Europa mehr Verantwortung übernehmen soll", diese Situation und dieses Gebiet nicht gemeint ist.

Abhängigkeit

Diese Abhängigkeit vom Ausland ist doch ein Großer Irrweg.

um 13:45 von Blitzgescheit

"Was macht diesen Journalisten glauben, dass es die Aufgabe und (moralische) Verantwortung eines ausländischen Unternehmen ist oder dass dies überhaupt in dessen Möglichskeitssphäre läge, zuerst jegliche kulturellen, politischen oder religiösen Konflikte, die es in einem Land geben mag, zu lösen, bevor er auch nur Anfang, in diesem Land wirtschaftlich tätig zu werden? Was soll dieser Blödsinn?"
.
Sie haben nicht begriffen, warum Menschen aus Afrika nach Europa flüchten. Sie wollen es nicht begreifen. Sie wollen lediglich immer und immer wieder "Was soll dieser Blödsinn?" schreiben.

Artikel gelesen?

fathaland slim @

Ja. Und finde persönlich diese wirtschaftlichen Aktivitäten sehr sinnvoll.

13:48, karlheinzfaltermeier

>>@fathaland slim um 13:13Uhr
Nachdem meine erste Frage aus unbekannten Gründen mit einem roten Balken belohnt wurde, reduziere ich meine Frage auf: "Was verstehen Sie unter "richtig gesteuert",ahnend die entsprechende Grundlage.<<

Ich glaube, Sie ahnen richtig.

Ich meine damit die Steuerung der Verteilung der Profite.

Anstatt auf den Konten der "Eliten" sollten Sie IMHO dort landen, wo sie den Menschen, die dort leben, zugute kommen.

Ich weiß, klassische linke Träumerei. Die Welt des real existierenden Kapitalismus ist eine andere.

Mein Leben lang schon.

Mindestens.

13:45, Breitgescheiter Blitzbote

>>Was macht diesen Journalisten glauben, dass es die Aufgabe und (moralische) Verantwortung eines ausländischen Unternehmen ist oder dass dies überhaupt in dessen Möglichskeitssphäre läge, zuerst jegliche kulturellen, politischen oder religiösen Konflikte, die es in einem Land geben mag, zu lösen, bevor er auch nur Anfang, in diesem Land wirtschaftlich tätig zu werden?

Was soll dieser Blödsinn?<<

Ja klar.

Sie plädieren für die Ausbeutung armer Länder durch internationale Firmen.

Und wenn es dann Stress gibt, dann liegt das an kulturellen Unterschieden und vor allem an der Religion.

Meine Güte.

@'StefanT. (14:02): Auf den Punkt gebracht

Sie haben vollkommen recht mit folgender Feststellung: "Sie haben nicht begriffen.... Sie wollen es nicht begreifen. Sie wollen lediglich immer und immer wieder "Was soll dieser Blödsinn?" schreiben."
Jegliche weitere Beschäftigung mit den Verlautbarungen aus dem Paralleluniversum der wechselnden Aliase ist (im Normalfall) vergeudete Lebenszeit.

13:57, MichlPaul

>>Diese Abhängigkeit vom Ausland ist doch ein Großer Irrweg.<<

Sämtliche Länder dieser Welt sind abhängig voneinander. Wir leben nämlich alle auf einer einzigen Erde, und so gut wie alles, was wir tun, hat globale Auswirkungen.

Die Antwort darauf kann aus leicht nachvollziehbaren Gründen nicht "Grenzen dicht!" lauten, sondern nur respektvoller Umgang auf Augenhöhe miteinander und faire Verteilung der Ressourcen. Kooperation statt Konfrontation.

Aber solange wir ein Wirtschaftssystem haben, welches auf der Ausbeutung vieler zugunsten weniger beruht, wird das nichts.

Irgendwann fliegt uns das um die Ohren, und sämtliche Mauern und Stacheldrähte der Erde können das nicht verhindern.

qAm 18. November 2020 um 14:02 von Stefan T

Zitat: "Sie haben nicht begriffen, warum Menschen aus Afrika nach Europa flüchten. Sie wollen es nicht begreifen. Sie wollen lediglich immer und immer wieder "Was soll dieser Blödsinn?" schreiben."

Doch.

Habe ich begriffen.

Ein Grund liegt daran, dass ausländische Unternehmen einen Riesenbogen um Länder machen, insbesondere dann, wenn sie zuerst dafür verantwortlich gemacht werden, für alle dort bestehenden religiösen, kulturellen und politischen Konflikte erst einmal gerade stehen zu müssen, nur weil dies wenig gescheite linke NGOs danach schreien.

Newsflash!

Unternehmen sind per se erst einmal UNPOLITISCH!

Wie kann man uns nur weiter

Wie kann man uns nur weiter in Energieabhängigkeiten halten, dazu dann wiede bei Kulturen, die die unseren aus glaubensgründen immer wieder bekämpfen, oder in Auftrag geben und mit dem so von uns verdienten Geld bezahlen? Hat man eigentlich nichts aus den bisherigen verhalten der Ölstaaten gelernt? Unsere einzige Chance aus allen Abhängigkeiten zu kommen, die Wasserstofftechnik mit neu zu erforschenden kathalysischen Systemen zu betreiben. Wäre diese Technik mit nur einem Bruchteil der Mittel betrieben worden, die man seinerzeit in den gefährlich unvernünftigen Aufbau der Uranmeilertechniken gepumpt hatte, verwendet worden, wären wir längst an den heute nun so dringend gesuchten Zielen angekommen, denen wir nun wieder mit Hilfe letztlich wieder unzuverlässiger Staaten nachzukommen versuchen. Will man nicht sehen, dass hier nur wieder mit Lobbyisteneinfluss falsche Entscheidungen getroffen werden, um enorme Geldmengen zu verdienen und zwar auf unsere Kosten von Umwelt und uns?

14:15, werner1955

>>Artikel gelesen?
fathaland slim @

Ja. Und finde persönlich diese wirtschaftlichen Aktivitäten sehr sinnvoll.<<

Sie sind also ein Freund der Ausbeutung.

Ich kann nicht sagen, daß mich das überraschen würde.

Deutsche Firmen für die Konflikte anderer Länder verantwortlich

Zitat: "HeidelbergCement hat über die Tochterfirma Ciments du Maroc eigenen Angaben zufolge in Laayoune ein Mahlwerk. Auf dessen Gelände steht ein Windkraftwerk, das den Betrieb mit Strom versorgt. Auch HeidelbergCement hat sich auf SWR-Anfrage bis jetzt nicht zu diesem Thema geäußert."

Was erwartet man?

Dass sich Unternehmen, die in einem Land mit kulturellen, politischen oder religiösen Konflikten wirtschaftlich tätig sind, nur darauf warten, auf pseudo-moralische Anfragen zu antworten?!

Newsflash!

Es ist weder die Aufgabe, (moralische) Verantwortung noch steht es im Rahmen des Möglichen von Unternehmen, die religiösen, politischen und kulturellen Konflikte eines Landes zu lösen.

Wenn wir mit keinem Land

Wenn wir mit keinem Land handeln treiben, das mit irgendwelchen anderen Ländern privaten Knatsch hat, dann handeln wir nur noch mit uns selbst.

qAm 18. November 2020 um 15:44 von Wilhelm Schwebe

Zitat: "aber unsere regierungselite um altmeier träumt doch auch von einem deutschen lieferkettengesetz. wo der deutsche bauer prüfen muss, ob das saatgut aus der mongolei wirklich ohne kinderarbeit hergestellt wurde"

Ja, und natürlich müssen sich nur deutsche Unternehmen sich an diese Bürokratieungetüm halten.

Mit der Folge, dass dt. Firmen das Nachsehen haben und/oder in Entwicklungsländern nichts voran geht und diese Länder sich nicht weiter entwickeln.

Bravo!

Fair bleiben

In diesem Teil der Welt sind Stammeskriege bzw Gewaltherrscher die Norm. Der marokkanische König sorgt für verhältnismäßig viel Pluralismus, die Bevölkerung hat recht viel Mitspracherechte. Ich bezweifle dass ein Sahauri-Staat da besser wäre. Überdies ist der marokkanische König ein wichtiger Verbündeter bei der Abwehr von illegaler Migration. Insofern. Ein bisschen Realismus für die Verhältnisse vor Ort zeigen und nicht immer alles durch unsere Brille sehen. Ökostrom ist auf jeden Fall gut.

@14:15 von fathaland slim

>>Ich meine damit die Steuerung der Verteilung der Profite.

Anstatt auf den Konten der "Eliten" sollten Sie IMHO dort landen, wo sie den Menschen, die dort leben, zugute kommen.

Ich weiß, klassische linke Träumerei. Die Welt des real existierenden Kapitalismus ist eine andere.<<

Ganz so negativ würde ich es nicht grundsätzlich sehen - in einigen Ländern funktioniert es doch halbwegs. Über entsprechende Besteuerung oder wie z.B. in Norwegen und dem Staatsfonds.

Aber dafür benötigt es eine starke Demokratie und einen Rechtsstaat. In anderen Ländern bedeuten Bodenschätze häufig mehr Fluch als Segen - insbesondere für die Bevölkerung vor Ort.

@14:43 von Blitzgescheit

>>Es ist weder die Aufgabe, (moralische) Verantwortung noch steht es im Rahmen des Möglichen von Unternehmen, die religiösen, politischen und kulturellen Konflikte eines Landes zu lösen.<<

Kann man so sehen. Dieser Konflikt scheint ja hauptsächlich politischer Natur zu sein.
Wie stünden Sie denn z.B. zu Wirtschaftssanktionen, die dafür sorgen, dass Unternehmen untersagt wird durch ihren Handel diese völkerrechtlich so problematische Situation weiter zu zementieren?

Hören wir auf diese NGOs!

Hören wir auf diese NGOs!

Unternehmen sollten in Ländern mit politischen, kulturellen und religiösen Konflikten NICHT tätig werden.

Damit ist bestimmt allen geholfen!

Nicht?!

14:43 von Blitzgescheit

«Newsflash!
Es ist weder die Aufgabe, (moralische) Verantwortung noch steht es im Rahmen des Möglichen von Unternehmen, die religiösen, politischen und kulturellen Konflikte eines Landes zu lösen.»

Das können Unternehmen nicht, das müssen sie auch nicht.
Und niemand von Verstand um Zusammenhänge erwartet dies.

Ein tatsächlicher "Newsflash" ist auch die Erkenntnis nicht, dass Unternehmen immer in allen Ländern der Erde profitieren, wenn die soziale Lage ihrer Arbeiter / Angestellten möglichst gut ist. Sowie deren Bildung … was ja dazu gehört.

Jedes Unternehmen profitiert mittel- & längerfristig, wenn es bspw. nur 5% vom Gewinn in lokale Infrastruktur als Hife an den Staat leistet. In Staaten, die man "Entwicklungsländer" nennt. Investition in Schulen, die kluge Kinder machen. Die dann bei den Unternehmen atbeiten können, wenn sie groß & klug sind.

"Investition in Zukunft" nennt man das.
In der Westsahara … geradezu "revolutionär".
Was anderes als "Newsflash" von vor 100 Jahren …

14:15 von fathaland slim 13:48, karlheinzfaltermeier

...Ich weiß, klassische linke Träumerei. Die Welt des real existierenden Kapitalismus ist eine andere.
Die Welt des real real existierenden Sozialismus wäre kein jota besser. Eher noch schlechter. (siehe Venezuela) Auch im Sozialismus werden die Profite an die Eliten der Partei (der einzigen weil Wahlen gibts dann nicht mehr) verteilt.

@14:43 von fathaland slim

>>14:15, werner1955
>>Artikel gelesen?
fathaland slim @

Ja. Und finde persönlich diese wirtschaftlichen Aktivitäten sehr sinnvoll.<<

Sie sind also ein Freund der Ausbeutung.<<

Bei den "wirtschaftlichen Aktivitäten" des Artikels ging es ja hauptsächlich um erneuerbare Energien. Die Investition in diese Technologie halte ich durchaus für sinnvoll - und für allemal besser, als dort z.B. Atomkraftwerke zu errichten (die sich in einer Wüste allerdings auch nicht ausreichend kühlen ließen...) oder Waffen zu kaufen.

Auf der Verteilungsebene (aller Reichtum dem König und seinen Günstlingen), der Ebene der Menschenrechte und des Völkerrechts sieht das natürlich völlig anders aus.
Ich glaube aber nicht, dass werner1955 vorhatte, dem marokkanischen König hier die Absolution zu erteilen.

Das die Lage insgesamt völlig unbefriedigend ist, da sind sich hier sicher fast alle einig.

qAm 18. November 2020 um 16:10 von WiPoEthik

Zitat: "Wie stünden Sie denn z.B. zu Wirtschaftssanktionen, die dafür sorgen, dass Unternehmen untersagt wird durch ihren Handel diese völkerrechtlich so problematische Situation weiter zu zementieren?"

Ich erwarte von Unternehmen, dass sie sich an bestehendes Recht und Gesetz halten und sich auch nicht aktiv an Menschenrechtsverletzungen beteiligen. Das ist selbstverständlich.

Dass dies anders sie, ist sowieso nur eine leere Behauptung.

Gar nichts halte ich davon, dass Unternehmen aktiv eine Regierung eines Landes bekämpfen, die sich vielleicht nicht an alle Menschenrechte hält.

Das ist nicht deren Aufgabe! (also des Unternehmens!)

16:22, Mass Effect

>>14:15 von fathaland slim 13:48, karlheinzfaltermeier
...Ich weiß, klassische linke Träumerei. Die Welt des real existierenden Kapitalismus ist eine andere.
Die Welt des real real existierenden Sozialismus wäre kein jota besser. Eher noch schlechter. (siehe Venezuela) Auch im Sozialismus werden die Profite an die Eliten der Partei (der einzigen weil Wahlen gibts dann nicht mehr) verteilt.<<

Die Welt des real existierenden Sozialismus, das war der Ostblock.

Der hatte, genau wie Venezuela, mit Sozialismus lediglich den Namen gemeinsam.

Sozialismus und sich bereichernde Parteieliten, das passt nicht zusammen. Mit Begriffen wird ungeheuer viel Schindluder getrieben.

Mehr kulturelle Sensibilität

@ 18. November 2020 um 16:36 von Margareta K.
15:54 von zöpfchen
“Der marokkanische König sorgt für verhältnismäßig viel Pluralismus, die Bevölkerung hat recht viel Mitspracherechte.“

« Wer hat “recht viel Mitspracherechte“ in Marokko? ..,. Von Mitsprache sind die (Marokkaner) eher ausgeschlossen....
Und sagen Sie dort mal was gegen den König. »

Gut möglich. Aber man darf Marokko ja nicht mit einem europäischen Land vergleichen, sondern mit Ländern des gleichen Kulturraums: Ägypten, Algerien, Saudi Arabien, Syrien. (Über Libyen, Jemen & co brauchen wir nicht zu reden) Da sind die Verhältnisse in Marokko geradezu paradiesisch.

Regierungssysteme können nicht unabhängig von der kulturellen Grundlage gesehen werden.
Und in Bezug darauf macht der König geradezu fantastische Arbeit.

Umstrittene Geschäfte: Ökostrom aus der Westsahara...

Aber nicht nur Ökostrom. Die Tomaten der Firma Azura finden sich in fast jedem Supermarkt in Europa. Und auch die Fanggründe sind reich (Sardinen). Dazu gibt es ein Fischereiabkommen zwischen Marokko und der EU. Über die Köpfe der Sahauris weg.

16:46, Breitbärtiger Bote

>>Ich erwarte von Unternehmen, dass sie sich an bestehendes Recht und Gesetz halten und sich auch nicht aktiv an Menschenrechtsverletzungen beteiligen. Das ist selbstverständlich.

Dass dies anders sie, ist sowieso nur eine leere Behauptung.<<

Es gibt zahlreiche Beispiele dafür. Ich erinnere, um nur mal eins herauszugreifen, an VW unter der brasilianischen Militärdiktatur.

>>Gar nichts halte ich davon, dass Unternehmen aktiv eine Regierung eines Landes bekämpfen, die sich vielleicht nicht an alle Menschenrechte hält.<<

Eine solche Forderung habe ich noch nie vernommen. Aber zwischen aktiver Bekämpfung und Kumpanei zum beidseitigen Vorteil ist sehr, sehr viel Platz.

16:25, WiPoEthik

###@14:43 von fathaland slim
>>14:15, werner1955
>>Artikel gelesen?
fathaland slim @

Ja. Und finde persönlich diese wirtschaftlichen Aktivitäten sehr sinnvoll.<<

Sie sind also ein Freund der Ausbeutung.<<

Bei den "wirtschaftlichen Aktivitäten" des Artikels ging es ja hauptsächlich um erneuerbare Energien. Die Investition in diese Technologie halte ich durchaus für sinnvoll - und für allemal besser, als dort z.B. Atomkraftwerke zu errichten (die sich in einer Wüste allerdings auch nicht ausreichend kühlen ließen...) oder Waffen zu kaufen.###

Haben Sie meinen Kommentar um 13:13 gelesen?

###Auf der Verteilungsebene (aller Reichtum dem König und seinen Günstlingen), der Ebene der Menschenrechte und des Völkerrechts sieht das natürlich völlig anders aus.
Ich glaube aber nicht, dass werner1955 vorhatte, dem marokkanischen König hier die Absolution zu erteilen.###

Sein Kommentar erweckt allerdings genau diesen Eindruck.

17:51, zöpfchen

Schwammige, nichtssagende ideologische Begriffe wie "Kulturraum" werden benutzt, um die größten Sauereien zu rechtfertigen.

Früher sagte man in den gleichen Zusammenhängen "Rasse".

@fathaland slim um 14:15Uhr

Na ja, wenigstens streiten Sie nicht ab, daß die "gerechte Verteilung" nach sozialistischen oder marxistischen Regeln erfolgen sollte. Aber wäre sie dann wirklich gerechter oder richtete sich die Verteilung nach praktizierter Ideologie oder der Lautstärke der Parolen? Ich wage jedenfalls die Vorhersage, daß auch Sie an der "gerechten Verteilung" scheitern würden. Anzumerken wäre noch, daß das marokkanische Königshaus massiv auf dem Islam aufbaut, aber das ist wieder ein anderes Thema.

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