Ihre Meinung zu: Epidemiologe Krause: "Ein Grenzwert alleine ist nicht ausreichend"

9. Oktober 2020 - 21:16 Uhr

Um die Corona-Lage besser einschätzen zu können, hat der Epidemiologe Krause dazu geraten, mehr Daten zu berücksichtigen - nicht nur die Neuinfektionen. Als wichtigen Faktor nannte er in den tagesthemen die Zahl der Erkrankten.

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Kommentare

Die Zahl der Neuinfektionen

... ist schon das entscheidende Maß, wenn auch nicht das alleinige. Aber diese Inzidenz bildet eben das Infektionsgeschehen am besten ab und eilt am geringsten nach (etwa 7 Tage). Die Auslastung der Intensivbetten eilt fast drei Wochen nach, wenn die hoch geht ist es für Maßnahmen fast zu spät. Da muss man längst vorher reagieren und Beschränkungen in Kraft setzen.

Richtig so.

"Zugleich sprach er sich dafür aus, insbesondere die Zahl der Erkrankungen anzuschauen. Diese sei in ihrer Entwicklung stabiler und besser zu interpretieren als die Zahl der Neuinfektionen, sagte der Epidemiologe."

Herr Krause ist einer der (wirklichen) Corona-Experten, die ihren Kopf noch zum Denken benutzen.

Diese Eigenschaft teilt er mit Herrn Streeck, aber wahrlich nicht mit allen Vertretern seiner Zunft.

Antigentests

Wenn Mitte Oktober endlich Schnelltests in ausreichender Zahl zur Verfügung stehen, kann man ja vor jedem Besuch bei der Omma im Pflegeheim einen Antigentest machen und dann hat man Sicherheit. Auch wenn die Genauigkeit nicht mit einer PCR vergleichbar ist.

Zu dem hier: in Berlin sind nur 40 Fälle mit Corona auf Intensiv

Zu dem hier:

Mehr Ältere stecken sich an
Was die kommenden Monate angeht, sagte Krause weiter steigende Zahlen voraus. "Wir sehen jetzt schon leider einen Trend, dass der Altersdurchschnitt der Fälle steigt. Das ist das, was mich besorgt. Wir müssen unbedingt versuchen, die älteren Generationen zu schützen - so, dass sie trotzdem an der Gesellschaft teilhaben können." Überlegungen, Testmöglichkeiten in Altersheimen einzurichten, gingen "in die richtige Richtung".

sage ich mal:
da lese ich aber auf anderen Quellen anderes. Denn diejenigen die sich anstecken aber NICHT in den Krankenhäusern landen, sind junge Generationen. Derzeit werden laut Tagesspiegel in Berlin gerade mal 40 Patienten wegen Corona auf der Intensivstation behandelt:

https://tinyurl.com/y3eq2fjp
Tagesspiegel: Wie gut Berlin auf schwerkranke Covid-19-Patienten vorbereitet ist 19:54 Uhr

Derzeit werden in Berlin rund 40 schwer kranke Covid-19-Patienten auf Intensivstationen behandelt

"Die Infektionszahlen alleine, die nur auf dem Laborwert beruhen

, sind alleine nicht aussagekräftig genug" –

Hoffentlich wird das auch offiziell zur Kenntnis genommen.
Die Zahl von 50 pro 100.000 ist ja auch keine wissenschaftlich ermittelte Marke, sondern von Politikern über den Daumen gepeilt.
Prof. Drosten hat jedenfalls schon früh die Verantwortung der Wissenschaft bestritten. Das sei eine "politische Entscheidung". (So habe ich's in Erinnerung).

Dazu käme noch die Unterscheidung:
positiv getestet - infiziert - krank. Und die Feststellung, wann ansteckend.

Widersprüchlich

In den letzten Wochen wurde nach meinem Eindruck gemeldet, dass immer mehr junge Menschen sich anstecken würden. Herr Krause spricht nun von einem Trend des steigenden Altersdurchschnittes.
Mit einem Info Chaos wird es schwieriger werden der Bevölkerung Maßnahmen zu vermitteln.
M.E. nach sollte daran unbedingt gearbeitet werden so schwierig das auch sein mag weil man ja niemanden den Mund verbieten kann und auch nicht sollte.
Wie durch Testeinrichtungen in Altersheimen älter Menschen besser geschütz sein sollen erschließt sich mir auch nicht, besonders wenn ich mir die Testpleiten besonders die Södersche Bayernpleite der letzten Wochen nochmals in Erinnerung rufe.

23:03 @ Russy Pussy

Den darf nur Fachpersonal ausführen,
genauso ein Abstrich wie bei den
PCR-Tests.
Aber man kann dann auf das Ergebnis warten.
Hoffentlich.

@ krittkritt

Dazu käme noch die Unterscheidung:
positiv getestet - infiziert - krank. Und die Feststellung, wann ansteckend.

Ihr Lieblingsthema. Dabei ist es eigentlich relativ klar. Bei positivem PCR-Test muss man als infiziert gelten. Der Fehler der PCR ist verschwindend gering. An Quarantäne führt dann vernünftigerweise kein Weg vorbei.
Und ob man dann wie krank wird, muss man eben abwarten.

@ krittkritt (23:08): positiv getestet = infiziert

hi krittkritt

Dazu käme noch die Unterscheidung:
positiv getestet - infiziert - krank. Und die Feststellung, wann ansteckend.

positiv getestet = infiziert. Und der Ansteckungszeitraum ist von ca 6 Tage vor der Erkrankung.

https://tinyurl.com/y4xv577z
BR: Coronavirus-Infizierte früher ansteckend als gedacht 18.08.2020, 16:13 Uhr

Coronavirus-Infizierte sind nicht nur ein bis zwei Tage vor Auftreten der ersten Krankheitssymptome für andere ansteckend, sondern bis zu sechs Tage. Das haben Forscher der ETH Zürich mit einer neuen Studie belegt.

Bisher galt: Mit dem neuen Coronavirus SARS CoV-2-Infizierte sind ein bis zwei Tage vor Auftreten der ersten Krankheitssymptome ansteckend. So steht es auch in dem vom Robert-Koch-Institut (RKI) veröffentlichten "Steckbrief zur Coronavirus-Krankheit-2019 (COVID-19)". Nun muss diese Einschätzung wohl revidiert werden.

Wenn doch das BMG u.a. ...

... und die Medien mal darauf hören würden.

Herr Krause verweist zurecht auf die Informationen des RKI, tägliche Berichte.

Ist es von Journalisten zuviel
verlangt, die Daten knapp mit auszuwerten und zu veröffentlichen?

Wie ich heute vormittag schon schrieb,
die Ergebnisse der PCR-Tests sollten mit Ct-Werten genauer qualitativ und quantitativ ausgewertet werden.

Hoffentlich hören hier alle gut zu - es hängt viel davon ab

"Ein Grenzwert alleine ist nicht ausreichend, um die Risiko-Einschätzung vorzunehmen"

Ein Hinweis darauf, dass man immer das „Gesamtgeschehen“ im Blick behalten muss. Und dazu, wer „man“ ist, hier ein Tipp: „Krause verwies darauf, dass Gesundheitsämter und Robert Koch-Institut weit mehr Daten zur Verfügung stellten, die zur Bewertung der Corona-Lage berücksichtigt werden sollten“

JEDEM weit mehr Daten zur Verfügung stellten. Die kann nämlich jeder nachlesen.

„Was die kommenden Monate angeht, sagte Krause weiter steigende Zahlen voraus. "Wir sehen jetzt schon leider einen Trend, dass der Altersdurchschnitt der Fälle steigt. Das ist das, was mich besorgt. Wir müssen unbedingt versuchen, die älteren Generationen zu schützen - so, dass sie trotzdem an der Gesellschaft teilhaben können." Überlegungen, Testmöglichkeiten in Altersheimen einzurichten, gingen "in die richtige Richtung"

Diplomatisch ausgedrückt. Im Klartext soll das vermutlich heißen: „Aber bei Weitem noch nicht weit genug“.

Problemfall...

Natürlich könnte Herr Krause nun (zumindest auf dieser Seite) ein Problem bekommen:

Von "Verschwörungstheoretikern" wie mir gelobt zu werden, kann ja nur bedeuten, dass er selbst ein "Verschwörungstheoretiker" ist.

Denn so ist inzwischen bekanntlich nun einmal der Lauf der Dinge:

Das Attribut "Verschwörungstheoretiker" ist ansteckender, als besagtes Virus jemals sein könnte...

23:07 @ Demokratieschue...

40 schwer erkrankte auf Intensivstation ist nicht viel?

Wissen Sie das Alter von denen?

Wenn Herr Krause von steigendem Altersdurchschnitt der Fälle spricht,
hat er sicher mehrere und bessere Quellen studiert als Sie.

"... Denn diejenigen die sich anstecken aber NICHT in den Krankenhäusern landen, sind junge Generationen ..."

Ach,
und wie haben sich die Menschen auf der Intensivstation angesteckt?

Was Sie auf anderen Quellen lesen, sollten Sie aber auch verdtehen und nicht nur per copy und paste hier einstellen und das Forums zu müllen.

Einen Widerspruch "... lese ... anderes ..."
zu diesem Artikel
kann ich dennoch nicht erkennen.

@ Löwe 48

Das ist nun eine Trendumkehr. Die erste Infektionswelle traf die breite Bevölkerung. Dann griffen die Maßnahmen, das Infektionsgeschehen wurde drastisch zurückgedrängt. Die wenigen Infizierten verbreiteten das Virus primär über Feiern, Reisen und berufsbedingte Aktivitäten. Dazu die Konotation, dass junge Menschen weniger gefährdet wären. So verbreitete sich das Virus primär bei einer eher jüngeren Bevölkerungsgruppe. Nun wird durch den Anstieg der Infektionen aber das zuvor relativ isolierte Infektionsgeschehen wieder in die Breite der Bevölkerung getragen, so dass sich jetzt auch wieder mehr Ältere und anderweitig Gefährdete infizieren.
Das war absehbar und folgt ziemlich genau den Vorhersagen.
Gegenmaßnahme: AHA, Lüften und Kontakte generell reduzieren.
Meine Einschätzung: Wir werden es versemmeln! Trotz besseren Wissens und akzeptabler Maßnahmen, an die sich aber alle strikt zu halten hätten. Aber es gibt zu viele Undisziplinierte/Lernresistente.
Grmpfh!

@Demokratieschue… 23:07

Das Robert-Koch-Institut veröffentlicht in seinem aktuellen Situationsbericht einmal wöchentlich (jeden Dienstag) eine nach Altersgruppen aufgeschlüsselte Übersicht über die Neuinfektionen. Und hier ist sehr klar zu sehen, dass das Durchschnittsalter seit etwa 7 Wochen wieder kontinuierlich ansteigt.

Ich halte diese Angaben für vertrauenswürdig.

Man sollte künftig ...

... in den Schulen, KiTas u.ä. testen, und nicht gleich alles dicht machen.

Nur mit Tests an den Schulen kann die Übertragung unter Kindern und Jugendlichen bewertet werden.

Mir scheint, dass Herr Krause

Mir scheint, dass Herr Krause schwer überfordert ist. Es liegt garantiert niemand mit Corona auf einer Intensivstation, der zuvor nicht infiziert war. Wie kann man als Wissenschaftler so unbedarft sein ? Natürlich wissen wir heute viel mehr als noch im Frühjahr. Aber die Belegung der Intensivbetten und der Verstorbenen steigt ja schon. Zwar von einem niedrigen Niveau, dafür aber prozentual stark. In Spanien gibt es schon wieder Todesfallzahlen von über 200 pro Tag. Die Zahl der Infektionen zu minimieren ist auf Dauer die einzige Möglichkeit, die Todesfallzahlen gering zu halten, auch dann, wenn man die etwas verbesserten Behandlungsmöglichkeiten anrechnet. Außerdem wird uns ja jetzt schon gesagt: Viele Intensivbetten, Personal Mangelware.

@Am 09. Oktober 2020 um 23:03 von Russy Pussy

"Wenn Mitte Oktober endlich Schnelltests in ausreichender Zahl zur Verfügung stehen, kann man ja vor jedem Besuch bei der Omma im Pflegeheim einen Antigentest machen und dann hat man Sicherheit."
Nein, das stimmt einfach nicht.
Wirklich nirgendwo wurde so viel getestet wie rund um den Präsidenten der USA und es hat absolut nichts genutzt. Tests können eine Krankheit nicht eindämmen und sie bringen mit ihrer Einstellung nicht nur Omma, sondern das gesamte Pflegeheim in große Gefahr.
Tests sind dazu da zu erkennen welche Krankheit ein Patient hat und dann zu entscheiden wie er behandelt wird. Sie verhindern keinen Ausbruch und wiegen im Zweifel in eine falsche Sicherheit und führen damit genau zum Gegenteil dessen was man erreichen will!

infiziert/erkrankt/infektiös

Das Ganze ist nicht so trivial. Der PCR-Test, der ein hoch sensibler Test ist, weist Virusbefall des Rachenraumes nach.
Damit ist man - für gewöhnlich - auch infiziert (das gilt sobal das Virus sich im Wirt erfolgreich repliziert hat). Aus virologischer Sicht ("Biologenansatz") ist man dann auch erkrankt. "Makroskopisch" phänomenolisch erkennbare Symptome ("Ärzteansatz") müssen damit nicht einhergehen. Auch ein augenscheinlich symptomloser Infizierter kann aber Infektös sein. Scher erkrankte Personen sind häufig in diesem Stadium wiederum kaum infektös...
Um die Seuche einzudämmen ist es Priorität #1 möglichst wenig Infektöse Personen rumlaufen zu haben.
Es gibt eine gute Coinzidenz der Infektösität mit der Viruslast im Rachenraum. Daher ist PCR-Test positiv eine gute Näherung zu "wahrscheinlich infektiös" und damit ist der PCR-Test ein guter Benchmark.

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