Ihre Meinung zu: Britisches Pfund im Brexit- und Corona-Sog

30. Juni 2020 - 13:42 Uhr

Der Euro befindet sich auf einem Höhenflug gegenüber dem britischen Pfund. Die Akteure auf den Devisenmärkten trauen der EU also mehr zu als der britischen Wirtschaft. Aber ist das positiv für die Eurozone?

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Kommentare

Wenn britische Produkte im Ausland...

...billiger werden, muss doch irgendjemand Federn lassen.
Wer?

Was?!

"Sollte bis zum Jahresende kein Abkommen gelingen, droht ein harter wirtschaftlicher Bruch. In diesem Fall planen laut BDI 30 Prozent der 248 befragten Firmen mit Verbindungen zum Vereinigten Königreich Stellenkürzungen."

Kann doch gar nicht sein! Johnson hat den Briten doch ganz fest wirtschaftlich goldene Zeiten versprochen, wenn man nur aus der EU austräte. Das wird doch nicht etwa gelogen gewesen sein?!

" "Premierminister Boris Johnson hatte den Briten schnelle, neue Freihandelsabkommen versprochen, eine enge Anlehnung an die USA und solide Finanzen", sagt Ivan Mlinaric von Quant Capital Management. "Und dann wollte man auch noch die eigene Unabhängigkeit deutlich machen, indem man bei der Pandemie-Bekämpfung einen Sonderweg ging." Das alles sei tüchtig nach hinten losgegangen"

Tja, was Corona angeht, ist der Premierminister wohl von der Realität eingeholt worden. Nicht anders wird es ihm mit den FTA und der wirtschaftlichen Situation von GB ergehen...

Schwaches Pfund...

macht die englischen Produkte zwar augenscheinlich günstiger, aber auch in England gilt, dass viele Zulieferer im Ausland sitzen, deren Produkte werden dann also teurer. Ob dann unterm Strich tatsächlich ein Vorteil für die britsche Wirtschaft dabei rumkommt ist fraglich. Ganz und gar, wenn es wirklich zu keinem Deal kommt und Zölle anfallen. Ich denke, GB ist aktuell in einer denkbar schlechten Position und Johnson macht zwar schwer einen auf dicke Hose, aber ich bin sicher, der wird sehr bald deutlich zugänglicher werden, oder untergehen. Letztlich wird man wohl eine Übereinkunft finden, mit der alle Industrieländer leben können. GB hat dabei am meisten zu verlieren, auch innenpolitisch, allein schon die Schotten werden schwer Druck machen, daher werden die Europäer ganz entspannt abwarten, bis GB mit annehmbaren Vorschlägen kommt.

"Es wird so aussehen, als bestünde keine Aussicht auf ein Abkommen". "Mit näher rückendem Jahresende dürfte sich jedoch der Pragmatismus durchsetzen und eine Lösung gefunden werden"

Hoffentlich.

"wie ein schlechter Film"

Allerdings. Vor allem für die, deren (nicht nur) wirtschaftliche Zukunft von der Vernunft oder den "Launen" ihrer politischen Vertreter abhängt wie ein Blatt im Wand. Und die schon deshalb keinerlei Planungssicherheit haben, weil sie nicht wissen, auf wen oder was sie sich unter den derzeitigen politischen "Rahmenbedingungen" noch verlassen können.

"nahezu 80% der Umsätze aller FTSE 100-Unternehmen (...) aus dem Ausland stammen. Sollte das Pfund weiter abwerten, hätte das (...) positive Auswirkungen auf den Gewinn. Außerdem sorgt das billigere Pfund dafür, dass britische Produkte im Ausland billiger sind, was die Konkurrenzfähigkeit der Wirtschaft erhöht.
> Und so wird, was als Schwäche eingeschätzt wird, letztlich vielleicht zu einer Stärke"

Nur für Johnson & Co.

besorgt

Wenn ich nach Großbritannien schaue, bin ich nur noch besorgt. Der völlig grundlose Brexit ist schlimm genug. Aber dass die Bürger es einfach so hinnehmen, dass Boris Johnsons Regierung weitermacht, nachdem durch deren schweres Versagen im März durch Covid19 bis heute sechsmal (!) soviele Menschen pro Million Einwohner umgekommen sind wie in Deutschland ... das ist unfassbar.
_

Alternativlos

Was wird die EU Ende des Jahres machen:
Sie wird die Bedenkzeit für Brexit um ein Jahr verlängern.
Was wird Merkel Ende des Jahres machen.
Die neue grosse Koalition als Kanzlerin feiern.
Was wird Johnson machen.
Die Neujahrsansprache der Quenn lauschen.
Was wir Macron machen.
Wahlkampf?.

15:18 von MartinBlank

besorgt

Wenn ich nach Großbritannien schaue, bin ich nur noch besorgt. Der völlig grundlose Brexit ist schlimm genug. Aber dass die Bürger es einfach so hinnehmen, dass Boris Johnsons Regierung weitermacht, nachdem durch deren schweres Versagen im März durch Covid19 bis heute sechsmal (!) soviele Menschen pro Million Einwohner umgekommen sind wie in Deutschland ... das ist unfassbar.
///
*
*
Hatten die Briten also nicht das Glück meiner Heimatstadt.
*
Dort sind trotz maskenlosen Ärzten und Schwestern bis 23.April, draussen ungeschützt rauchenden Patienten, nur Infizierte durch eine "Pfingstgemeinde" und Schulschließungen wegen Zuckerfest zu beklagen.
*
Arme Briten.
*
Warum ist hier eigenlich nicht berichtet worden, was Labour alles besser machen wollte?

15:01 von Nettie

Außerdem sorgt das billigere Pfund dafür, dass britische Produkte im Ausland billiger sind, was die Konkurrenzfähigkeit der Wirtschaft erhöht.
.
dafür werden die Einfuhren teurer ...
angefangen beim Erdöl, Corned Beef und Schweinebäuche für den Speck zum Frühstück
wahrscheinlich auch der Tee
klar die Ausfuhren werden dann wettbewerbsfähiger
After eight und Ingwer Kekse

Es zeichnet sich immer mehr

Es zeichnet sich immer mehr ab, das Johnson die Briten in ein wirtschaftliches Desaster geführt hat. Keine seiner vollmundigen Ankündigungen, sei es der Abschluss von Freihandelsabkommen oder die eigenständige und erfolgreiche Bekämpfung der Corona-Pandemie, ist in Erfüllung gegangen. Großbritannien ist nicht nur wirtschaftlich isoliert, sondern auch innenpolitisch gespalten.

Wenn britische Produkte im Ausland...13:50 von harry_up

Was sollte das sein? Finanzderivate??
Ansonsten Gilt, das alle Importe teurer werden, also auch die von Rohstoffen und Arbeitskräften.

@15:45 von Theo Hundert.neu

"Was wird die EU Ende des Jahres machen:
Sie wird die Bedenkzeit für Brexit um ein Jahr verlängern."

Das könnte die EU nur tun, wenn GB es beantragt. Da Johnson das aber konsequent ausschließt, kann es nicht passieren.

Außer Johnson bekommt doch noch Angst vor der eigenen Courage und dem "No-Deal".

Wir werden sehen.

Re Theo Hundert.neu

"Was wird die EU Ende des Jahres machen:
Sie wird die Bedenkzeit für Brexit um ein Jahr verlängern."

Die EU kann nicht einseitig die Frist verlängern. Großbritannien müsste um eine erneute Fristverlängerung in Brüssel bitten. Das hat die britische Regierung aber abgelehnt...

Harter Brexit

Johnson scheint mit einem harten Brexit drohen zu wollen. Na und, dann soll er ihn haben, die EU kann sich zurück lehnen.

@ Theo Hundert

Was wird die EU Ende des Jahres machen:
Sie wird die Bedenkzeit für Brexit um ein Jahr verlängern.

Sehr unwahrscheinlich. Die EU sagt tschüss und wendet sich wichtigeren Dingen zu.

Auf Ramschniveau

@ Nettie

Außerdem sorgt das billigere Pfund dafür, dass britische Produkte im Ausland billiger sind, was die Konkurrenzfähigkeit der Wirtschaft erhöht.

Wer seine Konkurrenzfähigkeit nur auf Ramschniveau erhöhen kann, hat international schon verloren. Das kann einem leid tun. Innovation? Fehlanzeige.

Britische Produkte werden verramscht

@ harry_up:
Wenn britische Produkte im Ausland billiger werden, muss doch irgendjemand Federn lassen.
Wer?

Wenn man hart für ein Produkt arbeitet und dann wird es auf dem Weltmarkt verramscht, dann ist das für die britischen Arbeitnehmer schon frustrierend. Und das alles dank Brexit.

@Harter Brexit 16:26 von Sesselrevoluzzer

"Johnson scheint mit einem harten Brexit drohen zu wollen. "

Die Drohungen eines Covid19-Überlebenden,
der noch dazu nicht daraus gelernt hat, verbreiten nur noch ein laues Lüftchen.
Das ihn allerdings trotzdem noch vom Platz an der Sonne wegzupusten droht.

Britisches Pfund im Brexit- und Corona-Sog

Nun, dies ist wie Wetten vor einem großen Fußballspiel. Sepp Herberger sagte dazu nur "Das Spiel dauert 90 Minuten." und noch so manches andere mehr, was man auf das allgemeine Leben übertragen kann. Allgemein formuliert kann man aber sagen, dass die britische Wirtschaft alleine gegen die europäische nicht gewinnen kann. Und daraus wiederum folgt so manches.

Abwerten, um Konkurrenzfähig

Abwerten, um Konkurrenzfähig zu sein ...? War das nicht das, was man Griechenland immer empfahl, und was wegen des Euro nicht geht? Wenn der Euro dereinst implodiert, wird das Pfund wieder stark sein. Das ist ein Marathon, kein Sprint.

15:45 von Theo Hundert.neu

Zitat:"Was wird die EU Ende des Jahres machen:
Sie wird die Bedenkzeit für Brexit um ein Jahr verlängern."

Due EU wird gar nichts machen, denn der Brexit hat schon stattgefunden. Jetzt geht es "nur" noch um die künftigen Handelsbeziehungen und wenn BJ weiter den Hardliner spielt, gibt es keine besonderen Handelsbeziehungen zwischen der EU und dem UK. Wer davon mehr Nachteile hat, wird man ja dann sehen...

/// Am 30. Juni 2020 um 17:14

///
Am 30. Juni 2020 um 17:14 von Bender Rodriguez
Abwerten, um Konkurrenzfähig

Abwerten, um Konkurrenzfähig zu sein ...? War das nicht das, was man Griechenland immer empfahl, und was wegen des Euro nicht geht? Wenn der Euro dereinst implodiert, wird das Pfund wieder stark sein. Das ist ein Marathon, kein Sprint.///
.
Das sehen Sie zu pessimistisch. Zum einen wird der Euro nicht " implodieren " ( warum sollte er ? ) zum Anderen macht eine Währungsabwertung natürlich Importe teurer. Um im Kampf der Systeme zwischen den USA und China nicht " zerrieben " zu werden, ist eine gemeinsame EU deutlich besser aufgestellt als ein einsames GB.

Für mich.....

als Laien, jedenfalls im Vergleich zu manchen Usern, ist es immer wieder amüsant zu beobachten, wie versucht wird, die britische Wirtschaft immer noch als welt- oder marktbeherrschend darzustellen. Reflexartig wird die weltweite oder zumindest EU-weite Bedeutung des UK als Importeur dargestellt, aber nie belastbare Bereiche dargestellt, außer vielleicht den Finanzmarkt. Wie andere User schon angedeutet haben, was exportiert denn das UK in nennenswertem Umfang?Mag ja sein, daß eine Bevölkerung von ca.56 Millionen(vom Baby bis zum Tattergreis) für einzelne EU-Exporteure von Bedeutung ist, aber wäre deren Wegfall wirklich existenzbedrohend? Das möchte ich doch bezweifeln und es wäre schön, wenn endlich ein Ende wäre, mit dem anhimmeln des UK auf fast jedem Gebiet. Zumindest beim Selbstwertgefühl könnte sich die EU eine Scheibe abschneiden. Die britische Gelassengeit hinsichtlich des Brexit und der Corona-Toten ist jedenfalls bewundernswert!

16:37 von Sesselrevoluzzer

Was in Gottes Namen sollte GB verramschen können, die Menge guten Whiskys ist limitiert, bei sinkenden Pfund werden da einfach die Preisausdrücke steigen und Finanzdienstleistungen werden entweder abwandern oder auch teurer werden, man sollte nämlich nicht glauben, das gute Broker, nur wegen einer Kursentwicklung zu Almosenempfängern werden wollen. Also darf man gelassen bleiben.

Nun ja

Der Autor vergisst anscheinend, daß auch Grossbritannien nicht gerade ein Rohstoffparadies ist. Es müssen also um Produkte herzustellen erstmal Komponenten und Rohstoffe importiert werden. Ein schwaches Pfund verteuert also die Importe. Das einzige, was ein schwaches Pfund bringt sind im Vergleich billigere Personalkosten bei steigender Inflation und dadurch resultierenden Arbeitskämpfen. Unterm Strich werden britische Exporte nur marginal "billiger". Dazu dürften bei einem "no Deal" dann noch Einfuhrzölle kommen, was britische Produkte am Ende sogar teurer als Produkte aus der EU machen dürfte.

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Wer bezahl dafür?

"""
Außerdem sorgt das billigere Pfund dafür, dass britische Produkte im Ausland billiger sind, was die Konkurrenzfähigkeit der Wirtschaft erhöht.
"""

Nur wer bezahl dafür? Letztlich das eigene Volk, wenn man ein Handelsdefizit hat. Oder anders ausgedrückt, das britische Volk subventioniert Konzerne ohne adäquate Gegenleistung, die dann wohlmöglich noch nicht mal in GB nennenswerte Steuern zahlen. Passt perfekt ins Johnsons Gesellschaftsmodell, in dem der Mensch der Wirtschaft zu dienen hat und nicht umgekehrt.

Das ist eine

Das ist eine Momentaufnahme!

Mal geht es nach oben - mal nach unten - wie auch beim Euro/Dollar

In drei Monaten/Jahren kann es ganz anders aussehen....

eines wundert mich

wurden vor einiger Zeit noch Horrorszenarien an die Wand gemalt
aktuell scheint die Presse ganz cool bei der Bewertung dieser Situation

Darstellung: