Ihre Meinung zu: Diskriminierung im Alltag: "Mitleid bringt nichts"

9. Juni 2020 - 17:35 Uhr

Nicht nur Benachteiligung und offene Ablehnung können als diskriminierend empfunden werden. Im Alltag beginnt Diskriminierung für viele Betroffene schon früher - manchmal auch bei einem Kompliment. Drei Erfahrungsberichte.

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Kommentare

Das Problem Rassismus geht zusammen

mit den Problemen Antisemitismus, Fremdenfeindlichkeit, Antiislamimismus und all den anderen Dingen, die Menschen ausgrenzen.
Fast alles beruht auf Leuten aus dem kriminellen rechten Lager. Diese Leute werden auch noch gestärkt dadurch, dass eine Partei, die ihnen offensichtlich Nahe steht, im Bundestag und in Länderparlamenten vertreten ist.
Damit müssen wir leben. Allerdings wünsche ich mir, dass man im Bundestag härter gegen diese Partei argumentiert. Wenn ich mir so manche Rede von
Abgeordneten der rechten Partei anhöre, wird mir jedesmal übel, denn deren Rhetorik ist oftmals
angeleht an Propagandareden aus den 30er Jahren.
Es gibt leider nur wenige Redner der etablierten Parteien, die diesen Leuten während der BT-Sitzungen mal so richtig Bescheid sagen, wes Geistes Kind sie sind und dass man auf sie gerne verzichten kann.

Die Schuld der Medien!

Behinderte:
Wenn man seine Hilfe anbietet, dann fühlen einige sich beleidigt.
Bietet man seine Hilfe nicht an, dann wird man auch gelegentlich beschimpft.

Wenn ich weggehe oder unterwegs bin ist es mir egal welche Religion, Hautfarbe oder Behinderung ein Mensch hat.
Wenn ich der Meinung bin mit dem Gegenüber ein Gespräch führen zu wollen, dann versuche ich es.
Mal werde ich abgelehnt, weil ich ja nur politisch korrekt sein will, oft folgt aber eine super Unterhaltung.

In den Medien wird Diskriminierung so groß geschrieben, dass man nicht mehr weis wie man sich bestimmten Menschen gegenüber verhalten soll.

Hier gebe ich dem Komentator Recht wenn er sagt die Medien und speziell die Filmemacher sorgen für Unsicherheit und Diskriminierung.
Es mag nicht gewollt sein, aber dies ist das Resultat.

Alltagsrassismus

Wie unüberlegt Menschen sind, die sich selbst nie rassistisch nennen würden, habe ich u.a. nach meiner Hochzeit erlebt. Als ich Kolleginnen Fotos zeigte, fragte eine, als mein Onkel (gebürtiger Ghanaer) zu sehen war: "Wer ist denn das?" Auf meine Antwort, dass das mein Onkel sei, kam doch echt die verblüffte Frage: "Wie kann das (! - nicht "er") dein Onkel sein?!" Ja, weil meine Tante ihn geheiratet hat!!! (vermutlich hatte sie eher erwartet, dass wir uns für die Hochzeit einen Butler gebucht haben)
Und ein Ehepaar, dass wir als nette junge Leute kennen gelernt hatten, überraschte uns vor kurzem mit der Mitteilung, der Pflegedienst in ihrem Ort schicke doch jetzt neuerdings "Türken und Neger(!), ohne das vorher anzukündigen". Auf meine Frage, warum man das ankündigen sollte, bei einer Polin würde das ja auch keiner verlangen, bekam ich zur Antwort, die alten Leute könnten sich ja erschrecken. Nun ja, plattes Land, aber trotzdem sollten auch die mal in der Neuzeit ankommen...

Diskriminierung kann man oft nicht definieren

Oft kann man es nur fühlen - der eben nicht.
Klar, wenn rechte Hetzer ihr dümmlichen Standardsprüche machen, so ist das eindeutiger Rassismus. Aber gerade die hier beschriebenen Einzelerfahrungen sind sehr aufschlussreich. Ist es Rassismus, wenn jemand fragt, der vielleicht mal gehört hat, dass Melanine für die Hautfärbung verantwortlich sind und die wohl(so ganz genau weiß man es ja nicht) zum Sonnenschutz dienen, ob ein Dunkelhäutiger auch einen Sonnenbrand bekommen kann? Bin da nicht sicher und denke es kommt auf die Situation und das Gefühl an. Diskriminiert es einen körperlich behinderten Menschen, wenn jemand aufmerksam ist und Hilfestellung leisten will? Der hier Gefragte sagt, er wünsche sich, dass man vorher fragt und nur dann eingreift, wenn es angenommen wird. Gut, kann ich verstehen, er will das, was er selber leisten kann auch tun, aber wurde er diskriminiert? Es gibt sicher tausende von möglichen Beispielen und ich denke, wir müssen alle bessere Antennen entwickeln.

Ich kann die Argumente sehr gut nachvollziehen...

Und ich spreche mich auch nicht frei. Ich bin zwar nicht vorsätzlich rassistisch, mit diesem gemeinen Ansatz, den anderen runterzumachen und mich für was besseres zu halten, aber diese oben geschilderten Ungeschicklichkeiten, die bei dem anderen rassistisch rüberkommen können, habe ich auch schon gebracht. Und wenn es nur aus Neugier war. Und wenn jemand sowas dann täglich aushalten muss, kann ich gut verstehen, dass er irgendwann genug davon hat und auch empfindlicher reagiert. Ich versuche, mein Verhalten immer auch zu überprüfen, aber dieses Lockerflockige fehlt mir leider.
Zum Fernsehen und Film kann ich noch anmerken, ich als übergewichtige und schon ältere Frau fühle mich dort ebenfalls unterrepräsentiert...

man muss sich nicht wundern

wenn selbst Vorstandsvorsitzende von Bundesligavereinen wie Hr. Tönnies an öffentlichen Veranstaltungen rassistische Äusserungen von sich geben dürfen ohne irgendwelche Strafe fürchten zu müssen.

Soziale Diskriminierung

Neben den "klassischen" Diskriminierungen, hört kaum was über Diskriminierung auf Grund der sozialen Herkunft bzw. Status oder der schulischen Bildung.

Problem "Integration"

Sagen wir mal deutlich, was andere Länder bereits wissen: Es gibt kein Recht darauf sich mit der Welt nicht beschäftigen zu müssen. Und genau da liegt der Hase im Pfeffer.
Was wir tun hat mit "Integration" nichts zu tun, denn "Integration" bedeutet, dass Zwei gleichberechtigt aufeinander zu gehen und sich in der Mitte treffen: Dass man die Kultur und Geschichte derer die neu dazukommen in die eigene "integriert" und umgekehrt. Bspw. durch Dienstleistungen in anderen Sprachen, indem man Feiertage respektiert und deren öffentliche Auslebung ermöglicht. Genau das tun wir aber nicht. Was wir stattdessen tun ist "Assimilation". Die Unterschiede sollen unsichtbar werden, indem "das Fremde" verschwindet. Ein "gut integrierter" Einwanderer ist einer, der nicht auffällt. Genau diese Erwartungshaltung ist Alltagsrassismus.
"Ich habe doch wohl noch das Recht, mich mit 'denen' nicht auseinandersetzen zu müssen." Rassismus ist Faulheit: Integration macht Mühe, und diese will man nicht "ertragen".

18:51 von rin Problem

18:51 von rin
Problem "Integration"
Sagen wir mal deutlich, was andere Länder bereits wissen: Es gibt kein Recht darauf sich mit der Welt nicht beschäftigen zu müssen.

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In ner Diktatur gibts das Recht nicht.

In ner Demokratie schon.

Tadaa!

Voll erwischt.

Diskriminierung in Alltag

Hautfarbe, Religion, Behinderung - wer aus der vermeintlichen Norm fällt, hat es in Deutschland oft schwerer.
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Nur in Deutschland ? Nein. Ich denke das ist eher ein Weltweites Problem. Gerade hier in Deutschland, in einen Rechtsstaat in den sogar ein Verbot der Diskriminierung in Grundgesetz fest verankert ist sollen es Menschen wegen ihrer Hautfarbe, Religion oder Behinderung besonders schwer haben ? Ich glaube da gibt es ganz andere Länder die gerade was die Religion angeht ganz anders gegen Minderheiten vorgehen. Was Rassismus angeht, das hat nichts mit Staaten zu tun, den gibt es leider immer noch überall in der Welt...

@ Forfuture 18:26

"wir müssen alle bessere Antennen entwickeln."

Da gebe ich Ihnen 100% recht.
Ich habe selbst knapp 10 Jahre mit körperlich Schwerstbehinderten gearbeitet, weiß daher, wovon ich rede. Als Quasi-Nur-Beobachter erlebt man da einiges an fragwürdigen Verhaltensweisen. Und es ist oft schwierig die Trennlinie zwischen gut gemeinter Höflichkeit (oder im Negativen: einfach nur Dummheit) und Diskriminierung zu ziehen. Vieles hat damit zu tun, was für ein Gefühl mit Worten oder vermittelt wird. Am wichtigsten sind Ehrlichkeit und Authentizität. Und dafür entwickeln Betroffene ein oft beeindruckendes Gespür. Aber Irrtümer sind auch dabei nie ausgeschlossen.

Mitleid bringt nichts?

Warum?
Wenn schon Empatie nicht mehr gezeigt werden soll was den dann?

Bis jetzt nur schöne Kommentare hier

Der letzte Kommentar, den ich zur Zeit lesen kann ist der von 18:51 von rin.

Alle Kommentare gefallen mir und beschreiben gut die Situation. Ich denke, dass jedem mal ein Patzer passieren kann und man sich auch mal in der Wortwahl vergreift. Ich nehme mich da nicht aus.

Aber der Grundtenor muss stimmen. Ich habe keinerlei Verständnis für Rassismus. Es ist doch völlig egal woher ein Mensch kommt. Wichtig ist wie der Mensch ist.
Ich arbeite in einer Firma, die Kunden auf der ganze Welt hat und so ist es auch bei uns Mitarbeitern (ca. 400 in Deutschland). Wir kommen aus mehr als 20 Ländern von allen Kontinenten. Da ist einfach kein Platz für Rassismus, wenn der Laden laufen soll.

Ich konnte übrigens noch nie einem Menschen ansehen ob er Deutscher ist oder nicht. Das wird nämlich nicht auf die Stirn tätowiert.

Wenn es nach mir ginge, bekäme jedes neugeborene Kind automatisch die deutsche Staatsbürgerschaft. Mit "die Deutschen sterben aus" wäre dann schon mal Schluss.

Was hilft, was ist sinnlos?

Den Umgang zwischen Menschen mit und Menschen ohne Behinderung prägt eine große Unsicherheit bei den Menschen ohne Behinderung.
Die lässt sich abbauen, durch den konkreten Umgang mit Menschen, die eine Behinderung haben.
Besonders schwierig ist das zunächst bei geistigen, verhaltensmäßigen Behinderungen.
Wie angemessen auf bisher den Menschen ohne Behinderung unbekannte Aktionen eingehen?
Das muss man lernen.
Der frühere Ersatzdienst bot vielen Menschen diese Chance. Wie wäre es, ihn wieder modifiziert einzuführen?
Als Angebot, für das es einen Bonus gibt.
Z. B. eine bevorzugte Zulassung zu Studiengängen mit N.C.
Niemals den Umgang mit Menschen mit Behinderung erzwingen. Es muss freiwillig sein, am besten "von Herzen".

Individualität

Aus meiner Sicht lässt sich aus diesen drei Aussagen vor allem herauslesen, wie individuell Diskriminierung und Rassismus problematisiert wird und wie stark es auch von der eigenen Wahrnehmung abhängt. Viele der genannten Beispiele zeigen ein unangebrachtes Verhalten auf, aber es zeigt auch, dass es für zwei Menschen unterschiedlicher Hautfarben nahezu unmöglich scheint, sich 100% angemessen zu verhalten.
Am besten zeigt sich das an der Ausführung von Alice Hasters: Einerseits nervt es, wenn man auf ethnologische Stereotype wie z. B. "Schwarze spielen gut Basketball" angesprochen wird, weil man einfach als Mensch betrachtet werden will. Allerdings ist das widersprüchlich zu der Aussage, dass man sich im eigenen Land als Mensch einer bestimmten Hautfarbe nicht angemessen repräsentiert sieht, da man hier selbst den Blick auf die Hautfarbe richtet.
Diskriminierung ist nicht akzeptabel und muss bekämpft werden. Darüber hinaus wird man als Schäferhund unter Dackeln immer etwas auffallen.

Besinnung auf Normalität

Ich glaube das Ende aller Diskriminierung, durch welches Verhalten auch immer, würde eintreten, wenn wir alle es zuließen, Normalität über das "Besondere" decken zu können.
Ist es wirklich wichtig, für so viele Kategorien wie möglich eine Schublade zu haben? Und ist es auf der anderen Seite wirklich so nötig, sich selbst in eine solche zu stecken, um sich gegen das "Normale" abzugrenzen?
Warum ist es nicht einfach nur normal, wenn zwei gleichgeschlechtliche Menschen Händchen haltend unterwegs sind? Warum ist es nicht normal, wenn die Kommissarin im Krimi nicht weiß ist und die Bösewichte nicht der russischen Mafia entstammen?
Warum sind Rollis nicht normal oder Blindenstöcke oder gelbe Menschen ... oder schwarze Menschen?
Warum zeigen uns Medien nicht solche Normalität? Aus Angst, etwas Besonderes zu verpassen? Selbst nur normal zu sein? Warum outet sich kein H
Hetero? Und wieso werden Gehandicapte vor der Öffentlichkeit versteckt?.
WAS SOLL DAS ALLES? Werdet ... normal!

19:20 @werner1955

Mitleid und Empathie sind nich das Gleiche.

Mitleiden hilft niemandem.

@18:03 von Old Lästervogel

"Das Problem Rassismus geht zusammen
mit den Problemen Antisemitismus, Fremdenfeindlichkeit, Antiislamimismus und all den anderen Dingen, die Menschen ausgrenzen.
Fast alles beruht auf Leuten aus dem kriminellen rechten Lager. "

Wenn Sie recht hätten, wäre das Problem deutlich kleiner. Rassismus finden Sie in allen Schichten.

Diskriminierung, jeden Tag überall

Ich bin von Kindheit an nicht gerade ein zartes Reh und muss mir mein Leben lang all die tollen Witze und spitzen Bemerkungen anhören. Genauso geht es besonders kleinen, großen usw. Alles, was nicht im eng umrissenen Bevölkerungsdurchschnitt, oder innerhalb der Toleranz der jeweiligen Gruppe liegt, wird verhöhnt. Entweder die Leute denken sich nichts dabei(hey, war doch nur Spaß), oder aber sie wollen bewußt verletzen.
Sehr oft ist Diskriminierung also nur egoistische Effekthascherei um sich einem anderen Überlegen zu fühlen. Offenbar liegt die Gier nach der Befriedigung dieses Verlangens so tief in uns drin, dass wir oft genug diese Befriedigung sogar über den Selbsterhaltungstrieb stellen. Wir kaufen völlig unnütze Statussymbole und wehren uns mit allen Mitteln gegen jede überlebenswichtige Einschränkung.
Um Diskriminierung zu überwinden, müssen wir sehr nachdrücklich an unserer Lebensphilosophie arbeiten, dann klappt es auch mit dem Nachbar und der Nachhaltigkeit

@18:51 von rin

Was Sie als „Integration“ beschreiben, würde ich eher als „Merger“ bezeichnen.
Stichwort „Feiertage respektieren und deren Auslebung ermöglichen“. Meinen Sie das ernst ? Jeder geht an „seinen Feiertagen“ nicht zur Arbeit, beispielsweise ? Und an den deutschen Feiertagen natürlich auch nicht ? Da würde ich mir als Arbeitgeber dreimal überlegen, Menschen welcher Nationalität ich künftig einstelle.
Und zum Punkt „Auseinandersetzung mit „denen“: selbstverständlich hat jeder das Recht, sich auseinanderzusetzen oder eben nicht, mit wem er will. Würde ich als mein Grundrecht bezeichnen.

Der "weiße" "Mann" hält sich

Der "weiße" "Mann"

hält sich für den ultimativen Nabel der Welt und für die Krone der Schöpfung.

Dieses Exemplar macht leider immer in mehr oder weniger abgeschwächter Form die Hälfte der Bevölkerung aus.

Am 09. Juni 2020 um 19:20 von werner1955

Mitleid bringt nichts?

Warum?
Wenn schon Empatie nicht mehr gezeigt werden soll was den dann?

Vielleicht sollten Sie den Unterschied zwischen Empathie (Mitgefühl) und Mitleid ergründen und sich dann mit ihrer Frage auseinandersetzen.

18:47 von eily Soziale

18:47 von eily
Soziale Diskriminierung
Neben den "klassischen" Diskriminierungen, hört kaum was über Diskriminierung auf Grund der sozialen Herkunft bzw. Status oder der schulischen Bildung.

---

Das eine zieht das andere nach sich.

Das hat sie aber erklärt.

18:06 von Der Nachfrager

Die Schuld der Medien!
Behinderte:
Wenn man seine Hilfe anbietet, dann fühlen einige sich beleidigt.
Bietet man seine Hilfe nicht an, dann wird man auch gelegentlich beschimpft.

---

derjenige, der hier gerade beleidigt und beschimpft, sind Sie.

Das werden Sie aber vermutlich nicht checken.

19:11 von StöRschall

18:51 von rin
Problem "Integration"

«Sagen wir mal deutlich, was andere Länder bereits wissen: Es gibt・kein・Recht darauf sich mit der Welt・nicht・beschäftigen zu müssen.»

Sie: «In ner Diktatur gibts das Recht nicht.
In ner Demokratie schon.
Tadaa! Voll erwischt.»

Oben steht (von Ihnen zitiert):

"…・kein (!)・Recht darauf sich …・nicht (!)・beschäftigen zu müssen."

Will sagen: Man・muss (!)・sich beschäftigen.

Mit tatsächlicher Integration, die mehr ist als Assimilation.
Aber echter Austausch von kulturellen + sprachlichen + Unterschieden in der Lebensweise. Das erläutert @rin in seinen / ihren Worten auch einleuchtend, was er / sie darunter versteht.

Nicht die Übernahme der Lebensweise der Zuwanderer durch die Mehrheitsgesellschaft. Aber ganz erst recht nicht das, was bei Ihnen:
"Tadaa! … Voll erwischt." ist.

In Demokratie ist kein Recht, sich der Fragestellung / Problematik:
"Integration" zu entziehen, sie ganz einfach als nicht-existent zu erklären.

Das schrieb @rin …!

"aufgrund Herkunft" ist rassistisch!

Sehr geehrter Herr Andresen,
bei Ihrem Interview mit Anetta Kahane, der Vorsitzenden der Amadeu-Antonio-Stiftung, ist Ihnen ein (sicherlich unbeabsichtigter) rassistischer Fehler unterlaufen.
Menschen werden nicht "wegen ihrer Herkunft" diskriminiert, sondern wegen ihres Aussehens, das andere Menschen veranlasst zu glauben, diese Menschen wären nicht von hier - sie hätten eine fremde Herkunft...

Verstehen Sie den zugrundeliegenden Rassismus dahinter?

Ich möchte nicht missverstanden werden: Ich unterstelle Ihnen nicht, rassistisch zu sein! Ich möchte nur darauf aufmerksam machen, wie komplex das Thema ist...

@ 19:20 von werner1955

„ Wenn schon Empatie nicht mehr gezeigt werden soll was den dann“

Ich könnte mir vorstellen, dass es einen Unterschied macht, ob man wegen eines akuten Problems bemitleidet wird oder sein ganzes Leben lang. Irgendwann reicht es vermutlich.

Aber das ist nur eine Vermutung und mir geht es wie Vielen - ich möchte niemanden diskriminieren, keine Bemerkungen machen, die andere als beleidigend oder rassistisch empfinden. Aber vermutlich passiert es mir auch. Gut gemeint ist eben nicht immer gut gemacht.

Ich wünschte, mein Gegenüber würde mich dann höflich „aufklären“. Aber vermutlich wird man dessen auch müde.

Es ist tatsächlich schwer. Selbst im Gespräch mit Menschen, die nicht irgendeiner von Diskriminierung betroffenen Gruppe gehören, sagt man manchmal etwas, was andere als beleidigend empfinden, obwohl man es nicht so gemeint hat. Um so schwieriger ist bei Menschen, in deren Leben man sich schwerer hineinversetzen kann.

Fingerspitengefühl

Im Artikel ist (als Zitat) davon die Rede, dass im Leben von Menschen mit Behinderung Mitleid und Bewunderung oft auch eine große Rolle spiele, "das Unterschätztwerden und das ständige Hervorheben der vermeintlichen Unterschiede."

Das kann ich nachvollziehen. Nur, in Bezug auf Bewunderung (ich würde es lieber beeindruckt-sein nennen), ich fände ich es schade, wenn der "correctness" wegen man über das Ziel hinausschösse und sich jede besondere Anerkennung "verkneifen" würde.
(Als Beispiel, ich habe mir ein geliebtes Instrument bauen lassen von jemandem, der nach einem Motorradunfall auf einen Rollstuhl angewiesen ist und autodidaktisch Instrumentenbauer wurde mit einer entsprechend eingerichteten eigenen Werkstatt. Ja, das fand ich sehr beeindruckend, und sah nicht den geringsten Grund, damit hinterm Berg zu halten.)

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