Ihre Meinung zu: Frauen in der Corona-Krise: Viel "home" und wenig "office"

4. Juni 2020 - 12:23 Uhr

In der Corona-Krise stecken vor allem Frauen beruflich zurück. Alte Rollenmuster sind plötzlich wieder da. Bei den Parteien genießt das Thema jedoch einen unterschiedlichen Stellenwert. Von Kristin Joachim.

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Kommentare

"alte Rollenmuster"

Überflüssiges Framing.

Sollte nicht jede(r) über das Rollenmuster selbst entscheiden dürfen, das er bevorzugt? Eher habe ich den Eindruck, dass man sich hier das Corona-Thema zunutze macht.

Neues Weltbild?

Warum wird die Kindererziehung seit einigen Jahrzehnten so verdreht gesehen?

Kita besser als Mutter?
Frauen müssen so schnell wie möglich wieder arbeiten.
Und die Fälle wo der Man zuhause bleibt werden kaum erwähnt, in meinem Umfeld garnicht so selten....

Nicht so einfach

Um nicht gleich den falschen Eindruck zu erwecken sei gesagt, natürlich muss die Gleichberechtigung endlich konsequenter vorangetrieben werden, gleicher Lohn für gleiche Arbeit, gleiche Chancen auf Führungspositionen usw. wurde ja umfassen genannt. Nur habe ich den Eindruck, natürlich nur aus subjektiver Anschauung, dass sehr viele Frauen Ihre Erfüllung eben in dieser Rolle der Familienmanagerin zu Hause finden. Familienmanagerin hört sich nicht nur besser an, als Hausfrau und Mutter, sondern trifft die Relevanz dieser so wichtigen Aufgabe auch besser. Daher denke ich vielleicht wird andersherum ein Schuh draus: die Rolle der Hausfrau und Mutter, als Familienmanagerin einfach sehr deutlich aufwerten, dieser "Job" ist nämlich, ebenso, wie z.B. Kranken/Alten -schwester/pfleger/in, sehr deutlich wichtiger und nutzbringender für unsere Gesellschaft, als z.B. Banker etc. Ich schrieb ja verschiedentlich über den dringend nötigen Wandel in unserer Gesellschaft, also Wertigkeiten honorieren!

Leider beantwortet der

Leider beantwortet der Artikel die entscheidende Frage nicht: beruht dieser Zustand auf Freiwilligkeit oder nicht? Der Verfasser des Artikels besitzt offensichtlich ein ideologisch geprägtes Weltbild, in dem Frauen keinen eigenen Willen haben dürfen.

Ich denke die Famielien die

Ich denke die Famielien die es betrifft werden sich schon ihre Gedanken gemacht haben warum sie es so handhaben. Ich kann dieses Framing nicht mehr hören. Ja es stimmt, in den meisten Famielien verdient die Frau weniger als der Mann und wenn dann entschieden werden muss wer zu Hause bleibt, sind es ganz einfach wirtschaftliche Gründe. Der Lohnunterschied liegt nicht an der Ungleichheit der Bezahlung, sonder darin das Frauen meist in sozialen Berufen arbeiten und diese leider misserabel bezahlt werden. Mir klingen noch die Worte unsre Politiker am Anfang der Coronakriese ind den Ohren, von Helden war die Rede, von wir müssen endlich was tun für unsre Krankenpfleger/innen und Pflegekräfte. Das wars dann aber auch, nicht mal der versprochene Bonus ist gekommen.

Probleme?

"Nur wirklich angegangen werden die Probleme nicht."

welche Probleme denn? IdR ist es eine rein wirtschaftliche Entscheidung, wer zu Hause bleibt.
1. Soweit mir bekannt sind es noch überwiegend die Mütter, die gerne Elternzeit machen wollen
2. Dass die Frau nach ggf. 3x2 Jahren Elternzeit nur Teilzeit arbeitet, damit sie sich auch mit den Kindern beschäftigen kann, sehe ich nicht als "zu lösendes Problem", im Gegenteil sollte es gefördert werden. Kinder sollten nicht als "Arbeitsverhinderungssubjekte" angesehen werden.
3. Dass die Frau bei Punkt 2.) nach dem Wiedereinstieg idR weniger verdient als der Mann, der 6 Jahre lang in Vollzeit mehrere Lohnerhöhungsrunden mitgemacht hat, liegt in der Natur der Sache.

Warum sollte jetzt der Mann beruflich kürzer treten, damit die Frau "auch mal arbeiten darf"? Das ergibt wirtschaftlich keinen Sinn und ich kenne keine Frau, die so etwas fordert. Diese "Probleme" werden von Leuten aufgeworfen, die damit meistens selbst nichts zu tun haben.

Auch ich

muss im Berufsleben kürzer treten um auf die Kinder aufzupassen- aber meine "Emanzipation" sehe ich dadurch ehrlich gesagt nicht in Gefahr. Wenn eine Frau stört auch mal länger oder ausnahmsweise auf die Kinder aufzupassen, dann soll sie erst lieber gar keine bekommen. Mir hat's auf jeden Fall gut getan, meine Kinder auf diese Weise besser kennenzulernen..

In anderen Ländern wird auch

In anderen Ländern wird auch schon mal mitleidig auf deutsche Mütter geschaut, weil die direkt vom Kreissaal wieder zu Arbeit müssen. In anderen Ländern wird neidisch geschaut, weil die deutschen Mütter direkt wieder arbeiten dürfen.
Gibt halt für Alles Befürworter.

Notwendigkeit der Hinterfragung

Was mich wirklich ärgert ist das es oft keine Wahl gibt. In unserer Gemeinde gibt es von Grundauf ein Thema mit der Betreuung der Kinder. Jetzt während der Krise war es einfach nur noch unterirdisch. Während in den Gemeinden um uns herum Lösungen gefunden wurden um die Kinder zu betreuen und die Eltern damit zu entlasten hört man nichts. Außer das man sich nun in die pfingstpause verabschiedet.
Was ich wirklich schwierig finde ist das man oft als Familie keine Wahl hat. Ich finde es wichtig das man als Familie und als paar die Möglichkeit hat sich frei zu entscheiden wie das Kind betreut wird. Aber leider ist das oft nicht Realität.
Wir jonglieren seit drei Monaten im mobilen arbeiten mit 2 Vollzeit Jobs und einer 3 jährigen Tochter. Und wann sie wieder in den Kindergarten darf ist immer noch offen.
Wir überlegen nun auch was wir für Möglichkeiten haben. Und wer reduziert. Und das wird ganz klar derjenige sein der weniger verdient.

Erziehung vor Interessen der Wirtschaft

was bleibt Mann/Frau anderes übrig wenn das von der Regierung favorisierte Modell beide Eltern zur Arbeit, der Rechtsanspruch auf Kinderbetreuung aufgrund unvorhersehbarer Dinge jedoch ausbleibt.
Denke die Rundumversorgung Tag und Nach eines oder mehrerer Kinder ist nicht vergleichbar mit einer lächerlichen Führungsposition in einem Unternehmen. Da braucht es wesentlich mehr Fähigkeiten und diese beherrschen aus eigener respektvoller Erkenntnis Frauen besser! Das muss man(n) anerkennen. Ausnahmen möge es geben...

Benötigen dringend Regelungen die Rechte von Eltern gegenüber Arbeitgebern zu stärken. Das Wohlbefinden der Bevölkerung - einschließlich Eltern und Alleinerziehenden als oberstes Ziel mit entsprechender Rechtsgrundlage vorrangig dem Arbeitsrecht, nicht primär wirtschaftliches Wachstum/Gewinnerziehlung.

Leider ist es vielen gar nicht möglich mit einem Gehalt für den Lebensunterhalt einer Familie aufzukommen. Das ist das eigentliche Problem und überaus bedenklich!

Rolle rückwärts

"Alte Rollenmuster sind plötzlich wieder da"

Sehr zur Genugtuung gewisser auf die Bewahrung einer antiquierten Welt- bzw. Gesellschafts-"Ordnung" bedachter "konservativer" Kreise, die jede Form von Aufklärung und gesellschaftlichem Fortschritt mit einer Bedrohung ihrer Interessen verwechseln.

Konjunkturpaket begünstigt dies

Das Konjunkturpaket zeigt, dass es gar nicht gewünscht ist, dass beide Eltern arbeiten. Diejenigen, die während der Krise mit zwei kleinen Kindern und zwei Vollzeitstellen hantieren mussten (und es in einigen Bundesländern noch immer tun müssen, die Kinder- und Schulbetreuung ist ein Witz) - also Wirtschaft und Bildung am Laufen halten mussten, profitieren nur dann vom Elternbonus, wenn ihr Gehalt bei 2 Kindern gemeinsam unter 70.000 brutto liegt. Also jeder etwa 35.000 Euro brutto. Arbeiten beide für etwas mehr Lohn, gibt es den Kinderfreibetrag und kein Kindergeld und damit eben keine 300 Euro zusätzlich.

Also - lieber nur ein Partner mit 65.000 Euro Gehalt, der arbeitet oder eben Grundsicherung (darauf wird der Kinderbonus nicht angerechnet).

Was soll das Theater

Ich bin Mama und natürlich für meine Kinder in dieser Zeit da. Was soll der ganze Quatsch mit Frauenquote?! Es ist doch normal, dass der Mann Vollzeit arbeitet und die Frau in Teilzeit. Und definitiv hätten wir finanziell mehr Probleme Zuhause, wenn ich Teilzeit arbeiten würde und mein Partner die 67% Lohnfortzahlung wegen Kinderbetreuung nutzt. Deswegen kan Ich auch nicht nachvollziehen warum die 10 Wochen 67 % Lohnzahlung für Mama und Papa festgeschrieben wird. Es sollte sich doch jede Familie aussuchen dürfen, wie Sie am besten über die Runden kommt. Und wenn die Mama der Meinung ist, Sie nimmt die 20 Wochen sollte dass auch gut sein.

Rollenmuster !

Wir leben inzwischen im Jahr 2021, und trotzdem wird noch über ein so leidiges Thema debattiert. Grundsätzlich entscheidet jede/r selbst darüber, was besser oder bevorzugter für ein Paar ist, auch je nach Beruf, und Vorstellungen. Nur ist leider aber nicht überall das gleiche Verständnis zu diesem Vorhaben vorhanden. Oft liegt es auch an der Erziehung, dem jeweiligen Denkmuster, der Kultur und dem Ego von so manchem Mann, der nicht wirklich das mit der Achtung und dem Respekt gegenüber weiblichen Wesen es nicht so genau nimmt. Vielfach ist es noch so, dass die Frauen in Partnerschaften mit Kindern eine deutlich größere Last tragen, als der Mann, und in der Corona- Krise oft noch mehr.
Dazu kommt leider oft auch ein Firmenchef, der nicht wirklich Verständnis für Familien zeigt, sondern nur Leistung verlangt, und nicht wirklich für seine Mitarbeiter da ist.

Rollenbild der Berichterstattung ?

In meinem Umfeld kommt von gut verdienenden Frauen immer die Aussage, möglichst lange zu Hause zu bleiben, weil man die schönsten Jahre mit dem Kind geniessen will. Als Mann steht man mit Elternzeit schon fast als Drückeberger da. Die sogenannte "Rolle" wird von den Frauen deutlich mitdefiniert.
Und tatsächlich stehe ich auch mit Kind im Homeoffice und nicht andersrum.

Aktuell Anteil weiblicher Abgeordneter bei mageren 31 %

was erwartet man wenn sich Frauen offensichtlich nicht für Politik zu interessieren scheinen
der Frauenanteil in den Parteien nur zwischen 17% und 40 % liegt
von dem her gesehen sind Frauen bei den GRÜNEN/LINKEN sogar überproportional vertreten
40%/36% zu 58% / 53% im Bundestag

ich möchte es ja nicht ins Lächerliche ziehen aber wenn man nur 5 Frauen hat
kann man keine 10 in den Bundestag bringen

"Retraditionalisierung" ist ein ...

... viel zu pauschaler Begriff.

Es kommt doch vor allem auf das Alter der Kinder an und welche Berufe die Paare/Eltern haben.
Ältere Kinder bedürfen nicht mehr der permanten Aufsicht und beide (Frau/Mann oder wie auch immer) können ihrer Berufstätigkeit nachgehen ob am Arbeitsplatz oder Home-Office.

Es geht also nur um die Eltern kleinerer Kinder. Hier entscheiden sich die Eltern sehr individuell wer Elternzeit nimmt, häufig spielt das Einkommen eine Rolle. Aber nicht immer, denn es gibt viele Frauen, die möchten ihre Mutterrolle leben und fühlen. Vielleicht senken sie auf Teilzeit ab oder hören ganz auf. Da erscheint es doch logisch, dass diese Rollenverteilung in Corona-Zeiten beibehalten wird, oder?

Und es kennt auch jeder Fälle im Bekanntenkreis, in denen der Mann zuhause bleibt. Sei es, weil die Frau besser verdient oder beide es einfach so wollen. Daraus jetzt ein - Entschuldigung - "Drama" zu machen und einen Rückschritt zu konstruieren, halte ich für übertrieben.

Wir haben es doch eigentlich gut........

Wir haben das nur unsere Mütter / Omas hinbekommen mit einem Verdiener, ohne Eltern-Kindergeld, Freibeträge , Kitaplatz und das in einer Zeit in der unser Land noch im Aufbau war……….vielleicht sollten wir Mütter uns mal wieder darauf besinnen, denn ich muss sagen ich kann die „Klagelieder“ einiger Mit-Mütter schon mitsingen. Wir können uns als in Deutschland lebende Eltern in der heutigen Zeit doch wirklich nicht beklagen, besonders, wenn wir auf andere Länder schauen. Habe Kollegin mit Kita-Kindern die seit dem 15. März auf Staatskosten zu Hause bleiben dürfen und es wurden noch mal 20 Monate bewilligt, aber gejammert wird trotz dem….

13:01 von mispel

Der Verfasser des Artikels besitzt offensichtlich ein ideologisch geprägtes Weltbild
in dem Frauen keinen eigenen Willen haben dürfen.
.
das ist ohnehin eine stark idiologisch geprägte Sache
wenn ne Frau lieber zu hause ist und die Kinder betreut
muss sie sich den Vorwurf anhören ein "zurückgebliebenes" Exemplar aus dem letzten Jahrhundert zu sein
"das Heimchen am Herd"
im anderen Fall die "Rabenmutter" .....
einfach jede Meinung / Entscheidung zu akzeptieren fällt schwer
da wie dort

Gesellschaftliche Schande

Wer Kinder in die Welt setzen soll, braucht ein Mindestmaß an Sicherheit. Beruflich und vor allem für die verlässliche Kinderbetreuung. Und leider ist die alte Familienform am höchsten von Armut gefährdet. Zur Sicherheit gegen (gesellsch. und wirtsch.) Absturz sollten beide im Beruf stehen: So hat es die Gesellschaft durch die Politik regeln lassen. Eine gewisse Zeit will und kann man die Kinder puffern, nicht aber so ein Desaster wie jetzt. Alle Garantien, auf die sich Eltern verlassen müssen, haben versagt: und dafür schäme ich mich. Meine Kinder sind durch - aber so eine Sch... hätte ich nie gewollt.
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Ich versuche, in der Firma die Eltern möglichst zu entlasten. Und ist dann mal eine Konferenz, dann sollen die Kinder auch mal in die Kamera winken dürfen: dabei sein, wichtig sein. dann muss halt ein Satz wiederholt werden. Wir brauchen mehr Verständnis und mehr Unterstützung für Familien und Kinder. 300€ pro Kind ist ein nettes Almosen, mehr nicht.

13:21 von Nettie

gesellschaftlichem Fortschritt
.
Fortschritt kann auch Rückschritt bedeuten !
und was bitteschön ist antiquiert an der traditionellen Vorstellung
am besten ist es doch wenn in einer Familie ein ausgeglichenes und spannungsfreies Verhältnis ist
wenn alle entspannt sind und zufrieden
wie das jetzt erreicht wird - muß doch jede Familie für sich selber herausfinden

Das wahre Problem wird verdrängt

Es ist schlimm, das jetzt wieder die Frauen vorgeschoben um von den wahren Problemen abzulenken. Es gibt auch sehr sehr viele Männer, die momentan alles organisieren müssen. Der Druck wird von außen aufgebaut. Man geht VOLL arbeiten, hat den Haushalt, MACHT NEBENBEI noch eine Weiterbildung und hat das Homeschooling noch umzusetzen. Zu Hause bleiben ist finanziell keine Option. Von den Schulen kommt keinerlei Unterstützung, nur Auflagen und Forderungen. Beim Kopiergeld wird gerne die Hand aufgehalten, aber zu Hause soll man steht’s neue Druckerpatronen, Papier und sonstige technische Forderungen wie Computer und Co umsetzen. Ein Lehrer geht mit wesentlich mehr Geld nach Hause, als der normale Mitarbeiter der mit Arbeit und Weiterbildung gut 60 Stunden in der Woche zu tun hat, 1000€ erhält und noch Homeschooling machen soll. Es wird von dem eigentlichen Problem der geringen Familienunterstützung und einer völlig verdrehten Verdienstwelt abgelenkt. Systemrelevant arm dran!!!

"Rollenmuster" sind nicht das Problem

Für eine Rolle kann ich mich entscheiden. Das Problem ist bereits bei Anne_2017 benannt: habe ich die Wahlmöglichkeit?

Mal ganz pragmatisch: eine geringer verdienende Frau verzichtet nicht aus der eigenen Überzeugung "pro/contra Rolle" in der Corona-Zeit auf den Job und bleibt zu Hause oder reduziert, sondern die Familie entscheidet das aus ganz schnöden finanziellen Gründen.

Gefahren sehe ich vor allem für die Männer, die in ihrem antiquierten Rollenbild des Ernährers feststecken und es nicht merken. Und interessant zu beobachten, dass sie sich (dank Corona) mit dem Fakt auseinandersetzen müssen vielleicht gar nicht systemrelevant zu sein (ggf. im Gegensatz zu ihrer Frau). Das könnte im Idealfall dazu führen, dass es in Familien zu fairerer Verteilung von Kinder/ Haushaltsverantwortung kommt. Man beachte: in der Familie. Das muss jede Familie für sich klären, jede/r ist schon auch selbst (im Idealfall bereits bei der Partnerwahl) seines/ihres emanzipatorischen Glückes Schmied...

13:09 von baku und andere

“... damit sie sich auch mit den Kindern beschäftigen kann, sehe ich nicht als "zu lösendes Problem", im Gegenteil sollte es gefördert werden.“

Ich war zuerst mit den Kindern zu Hause. Damals gab es bei uns noch nicht mal eine Kinderkrippe, in den Kindergarten ging es erst ab 4 und Eltern/Schwiegereltern standen nicht zur Verfügung. Es stellte sich also Frage “arbeite ich, oder nicht“ nie. Dann fing ich in Teilzeit an und da bin ich (leider) noch heute. Denn “zwischendurch“ hab ich bei der Pflege meines Vaters geholfen und meinen Mann zu Hause gepflegt. Ich bin über 60 und Vollzeit steht nicht mehr zur Diskussion.
Warum ich alles schreibe? Wenn ich mir jetzt anschaue was mein Rentenkonto hergibt, könnte ich weinen.
Zu meinem Teilzeitjob arbeite ich noch geringfügig. Die jetzige Rentenerhöhung (bei mir Witwenrente) bedeutet -60€, weil ich zuviel! verdiene. Den Nebenjob mach ich, dass das Geld reicht um auch was zu Essen, ins Kino zu gehen oder tatsächlich 14 Tage Urlaub zu genießen.

Eine gerechte Gesellschaft

wäre es, wenn der Artikel es garnicht in die Nachrichten schaffen würde, wenn er nicht den Stoff zur Diskussion bieten würde. Das er es aber tut, zeigt, dass nicht alle bequem mit den Fakten sind. Die Politik ist hier gefragt, endlich aus der Stagnation heraus zu kommen und Veränderung & ehrliche Gleichberechtigung zu wagen!

Rollenmuster

Man muss auch endlich einsehen können, dass die Erziehung immer noch nicht so fortschrittlich ist, wie gedacht.

Und das liegt auch, aber nicht nur an den Eltern. (Denn die werden irgendwann langweilig und das Kind sucht sich andere Vorbilder.)

Es liegt am Umfeld in der Schule, an der Werbung, am Fernsehen, an Influencern, an den Arbeitsbedingungen.

Erstens ist das

eine Sache die jede Familie selber entscheidet, Frauen gehen auch von sich aus gerne nur 4 Stunden arbeiten, bleibt mehr Zeit für Kinder und Familie. Wenn Frauen gerne voll arbeiten wollen, dann gibt es in Familie immer eine Lösung. Das mit dem 2 gehen arbeiten ist doch nur dem Verdienst geschuldet.
Bei allen Familien fällt das doch weg, wenn der Mann oder Frau viel verdient, alle die Montage arbeiten und in der Woche nicht zu Hause sind, alle die meist länger arbeiten oder weiten Weg haben.
Es gibt viele Gründe warum einer oder die Frau etwas weniger arbeitet, ist noch nicht lange her, da war Kita nicht möglich oder eher selten, und das waren dann die Rabenmütter.
Irgendwie ist es jetzt zum Dogma geworden, das Frauen voll arbeiten müssen, kann ich bei Allein erziehenden verstehen, aber Familie mit Haus Hof und 2 Kinder, wo der Mann gut verdient, kann die Frau doch entscheiden was sie will.
Über die DDR wurde immer geschimpft, weil beide in 3 Schichten arbeiten, Kinder in der Kita.

rer Truman Welt

Ich meine Fakt ist, dass wir in einer bisher einzigartigen Situation waren und sind, die so niemand auf dem Radar hatte, weshalb organisatorisch auch niemand darauf vorbereitet war. Wie Familien sich in einer solchen Notsituation organisieren, ist zunächst primär eine Sache der Familie, also die Entscheidung, wer jetzt eher zurücksteckt bspw. Ich kenne auch Familien, wo der Mann das übernommen hat, weil er auch zuvor bereits der war, der mehr als Hausmann agierte als die Frau. Das sind natürlich immer noch Ausnahmen, sicher, aber ist es auch nicht in der Verantwortung der Familien, zu entscheiden, wie sie es organisieren wollen bzw. können? Für alles in einer solchen Notsituation den Staat verantwortlich zu machen, halte ich deshalb nicht für ganz so fair bzw. in Ordnung. Eher traditionell mit Familie zu leben sehe ich oft im privaten Umfeld als Entscheidung der Partner/innen, die sich ganz bewußt dafür entschieden haben und auch so wollen. Das darf dabei nicht untergehen bitteschön.

13:21 von T.Notz

“Leider ist es vielen gar nicht möglich mit einem Gehalt für den Lebensunterhalt einer Familie aufzukommen. Das ist das eigentliche Problem und überaus bedenklich!“

So ist es. Und wenn in die Zukunft geschaut wird - sind die Armutsrentnerinnen zu sehen. Keine Einzahlung in die Rentenkasse, eine unterbrochene Erwerbsbiografie und schon ist die Rentnerin auf dem Abstellgleis. Denn die Anrechnung von Kindererziehung und Pflege zur Rente, die ist ein Witz.
Ich sehe es bei mir.

@13:42 von Sisyphos3
Sehe das ähnlich wie Sie, dass vielleicht Männer und Frauen unterschiedliche Interessen für bestimmte Dinge haben.

Quoten in der Politik finde ich undemokratisch, da jede Quote Wahlergebnisse verfälscht und eigentlich Gewählte zugunsten der Quote benachteiligt werden (was oft Männer wären). Gleichberechtigung sollte für alle Geschlechter gelten.

Vielleicht gab es das früher mal, aber heute sind gleichberechtigte Partnerschaften die Regel.

Sehe die Benachteiligung weniger in der Partnerschaft u. der Politik sondern in der Wirtschaft. Hier wird der Mangel an Arbeitsplätzen dazu ausgenutzt das Gehalt zu drücken. Zudem habe ich die Erfahrung gemacht, dass Frauen seltener als Männer Forderungen nach Gehaltserhöhung stellen.

@Sisyphos3, 13:56

"wenn alle entspannt sind und zufrieden
wie das jetzt erreicht wird - muß doch jede Familie für sich selber herausfinden"

Am Ende Ihres Kommentars haben Sie leider das wichtigste Wort vergessen:
"... selber herausfinden KÖNNEN."

"Backslash", " Rollback "

"Backslash", " Rollback " oder Rückkehr zu alten Rollenmuster, gehören doch zwei dazu, oder?

Gegenfrage, was wäre besser,

Gegenfrage, was wäre besser, wenn neuerdings die Männer zu Hause blieben?
Würde das an unserer chronischen Unterbezahlung irgendwas ändern?
Man braucht ZWEI Einkommen, für EINE Familie. DAS ist der Skandal.

Halbtags arbeitende Frauen

die Ihre Kinder gern etwas mehr als zum Abendbrot sehen möchten, sind keine rückwärtgewandten Dummköpfe. !! Wann wird man das endlich auch in den Überschriften der s.g. Leitmedien wiederfinden? Daß die Frauen weniger verdienen, liegt an der Wahl der Berufe. Dort verdienen auch Männer weniger. Meist aber wird für mehr Frauen in den DAX-Top-Jobs gestritten! Und die sind wahrlich ohnehin nicht diejenigen, um die es wirklich gehen sollte. Die Frauen in Spitzenpositionen beschäftigen zu Hause Geringverdienerinnen zum Putzen und Kinderabholen und beschäftigen.. Das ist die Realität.

Bei uns läufts gut...

Allerdings nicht weil die Schulen das so toll hinkriegen.
Im Gegenteil, die ständige Belastung durch inkompetente Lehrer fällt weg, meine Kinder können sich selbst einteilen wie sie lernen.
Während meine Frau im Büro sitzt mache ich erfolgreich Homeoffice.
Eigentlich will ich nicht mehr zum vorherigen Modell zurück. Wir alle habe dadurch viel viel mehr Lebensqualität.

Opferrolle

Man könnte in dem Artikel meinen, auf Frauen werde Zwang ausgeübt. Hier geht es doch um Erwachsene? Ich denke, man sollte es den Partnerschaften überlassen, wie sie sich arrangieren. Was ist daran skandalös, wenn Frauen sich dafür entscheiden, weniger zu arbeiten/mehr Zeit mit der Familie zu verbringen? Solange dies freiwillig geschieht, finde ich dies legitim und nicht notwendigerweise einen Widerspruch zur Gleichberechtigung?

Die überforderte Familie

Die DDR und die Frauen. Sie hatten zu arbeiten, denn der Lohn der Männer langte oft nicht, um eine Familie zu ernähren. Nach 1990 wurden die Kinderkrippen des DDR-Regimes verteufelt, die Schulen mit dem Hort als sozialistische Auswüchse diffamiert. Warum? Die DDR wollte schon frühzeitig die Kinder zu sozialistischen Persönlichkeiten erziehen. Das ging schief und 1989 gaben die DDR-Bürger der Partei-Diktatur den Todesstoß.
Wie schön war das System in unserer damaligen Bundesrepublik. Die Mütter konnten die Kinder bis zur Schule betreuen und eine heile Familie zelebrieren. Heute sind die Eltern mit der Kindererziehung überfordert. Sie delegieren die Kindererziehung an die Erzieher in den Kinderkrippen und Schulen. Das Gejammer in dieser Pandemie war nicht auszuhalten. Überforderte Eltern, die 2 Gehälter benötigen, um eine Familie zu ernähren. Das hat mit der Emanzipation der Frauen nichts zu tun. Das ist die Ausrede der Politikerkaste.

@ Margareta K.

Ihre Situation tut mir wirklich sehr leid, auch dass Sie nie wirklich eine Wahl hatten und jetzt mit den Folgen leben müssen. Die Problematik hat sich mittlerweile ja dahingehend geändert, dass oftmals beide Elternteile arbeiten müssen, weil das Einkommen eines Elternteils nicht ausreicht, um die Familie zu ernähren. Dann stellt sich eben die Frage, welcher Elternteil seinen Fokus auf das "Geldverdienen" legt und wer sich eher um die Familie kümmert. Und hier finde ich es keineswegs rückwärtsgewandt, unemanzipiert, patriarchalisch oder gar dumm, wenn sich in einer Familie überdurchschnittlich oft die Frau für die Kindererziehung und -Betreuung berufen fühlt. Selbst wenn man wirtschaftliche Gründe außen vor lässt, ich kenne in meinem Umfeld zumindest keine Frau, die unbedingt Kinder will und gleichzeitig die Betreuung lieber ihrem Mann überlassen möchte

So ein Blödsinn

die meisten konnten sich doch gar nicht aussuchen, wer zuhause bleibt. Ob Bürojobs oder Verkauf oder Gastronomie, hier waren halt viele entweder wegen Betriebsschließung zuhause oder weil möglichst wenige in Geschäftsräume kommen durften.

Im Gegenteil waren gerade die glücklich, die wenigstens noch einen geregelten Arbeitsplatz hatten und zumindest noch ein volles Einkommen. Bauarbeiter waren da klar im Vorteil gegenüber Kauffrauen.

Man kann aber auch alles so auslegen, das eine Benachteiligung bei rauskommt.

@NeNeNe

"Die DDR und die Frauen. Sie hatten zu arbeiten, denn der Lohn der Männer langte oft nicht, um eine Familie zu ernähren." Am 04. Juni 2020 um 16:12 von NeNeNe

*

Da musste ich lachen.
Und die armen Männer? Die mussten auch arbeiten, weil die Frau nicht genug Mitgift mitgebracht hatte?

Warum ist Arbeit für Sie solche Schande?

*

Meinen Sie etwa, Frau Merkel leidet ganz bis heute, weil sie in der DDR arbeiten musste und nicht in der BRD als ungebildete junge Frau irgendeinen Mann mit guter Position "geangelt" hatte, der ihr vorschreiben konnte, ob sie gerade das eigenes Konto bei der Bank zu kündigen oder mit ihm Geschlechtsverkehrt zu haben hatte?

Und was muss Martin Luther für einer gewesen sein, dass seine Frau neben dem Haushalt sein ganzes Hobby finanziert hatte, so dass er sich im Gegensatz zu allen anderen Reformatoren durchsetzen konnte? Meinen Sie, Katharina von Bora wäre lieber nur Hausfrau gewesen? Ts ts ts

Eine geachtete Frau ist eine wirtschaftlich unabhängige Frau.

@dareen

"Das Konjunkturpaket zeigt, dass es gar nicht gewünscht ist, dass beide Eltern arbeiten."Am 04. Juni 2020 um 13:24 von dareen

*

Fakt ist:
Kinderbetreuung ist nichts, womit man Gewinne erwirtschaften kann.

Deshalb ist es für die Städte und Gemeinden wirklich billiger, wenn einer der Eltern zu Hause bleibt.

16:12 @NeNeNe

'... Wie schön war das System in unserer damaligen Bundesrepublik. Die Mütter konnten die Kinder bis zur Schule betreuen und eine heile Familie zelebrieren. ..."

Ich bin mir gerade nicht sicher, ob
Sie das ernst oder ironisch meinen.
"...heile Welt zelebrieren..." klingt eher nach Schauspiel und Fassade.

Frauen in der "alten" BRD durften lange Zeit nur mit Erlaubnis des Mannes arbeiten.

"... Überforderte Eltern, die 2 Gehälter benötigen, um eine Familie zu ernähren..."

Sie übersehen / ignorieren, dass die Gehälter, Löhne, Lebenshaltungskosten und anderes nicht mehr den Relationen der Heile-Welt-Zeit entsprechen.
Außerdem stehen heute diese Frauen oft mit sehr wenig Rente da - oft weniger als die DDR-Frauen.

Warum brauchen wir diese Berichterstattung?

Weil junge Väter kaum in Einstellungsgesprächen nach der Kinderbetreuung gefragt werden!
Weil Arbeitgeber sich häufig einen Sch… darum kümmern, wie Vereinbarkeit von Familie und Beruf funktionieren soll!
Weil Männer häufig mehr verdienen – auch wenn beide ein wirtschaftsrelevantes Studium absolviert haben!
An alle, die hier von Opferrolle sprechen: Glauben Sie ernsthaft, dass Frauen nur freiwillig ihre Karriere hinter die Familie stellen?
Meinen größten Respekt für die Leistung der Eltern (mit größerer Last die der Frauen) in der Coronazeit! Homeschooling seit 16. März, aktuell für ein paar Stunden an einem Tag in der Woche Schule – bei mehr als 2 Kindern in verschiedenen Klassen und Schulformen würden die meisten, die sich hier in solchen Kommentarspalten auslassen, verzweifeln. Es geht dabei nicht um die Abschiebung von Erziehung oder Überforderung – es geht um Respekt und Anerkennung und die haben insbesondere Familien in dieser Zeit verdient!

16:41 @Titijana .. Wie viele?

"... Chaos, vor allem unter den jungen Menschen.
Viele sind auf Opposition, Demonstrationen, Gewaltszenen, lassen sich nichts mehr sagen, lernen nichts mehr, müssen sich erst selbst verwirklichen usw...."

Wie viele sind das?
Wie viele Demonstrationen gibt es täglich in Deutschland?

Sie pauschalisieren, junge Menschen gehen häufig, vor allem während der Pubertät erst einmal in Opposition zu den Eltern.
Das war, denke ich, schon immer so.

Zurück zu den Zeiten der Großeltern

Dadurch, dass Deutschland ohnehin nicht gerade fortschrittlich ist, was Chancen für Frauen angeht, führt die Corona-Zeit zur `Retraditionalisierung´. Zurück ins frühe 20. Jahrhundert, Frauen nach Hause und bei die Kinder.
Weil sie eben oft weniger verdienen, ist das ja auch `vernünftig´. Zurück in Abhängigkeit, ein weniger erfülltes Leben, in eine Rolle gezwungen, die so manche Frau in der Form gar nicht ausfüllen möchte.
Das ist nichtmal die Schuld der Männer. Zumindest nicht im Einzelnen, aber natürlich in der Gesamtheit unseres patriarchalischen Systems. Das mit einer ziemlichen Selbstverständlichkeit davon ausgeht, dass die Frauen die sind, die im Beruf verzichten.
Bleibt die Frage, wieviel Fortschritt hier dauerhaft zerstört worden ist.

16:12 @NeNeNe ... DDR-Zeiten

Es war zu DDR-Zeiten durchaus möglich als Familie mit 2 Kindern von einem Lohn zu leben. Da war sicher viel Verzicht an der Tagesordnung, doch Dach über den Kopf, Lebensmittel und alles weitere Notwendige konnte finanziert werden.
Ich habe das selbst erlebt.

@ Giselbert

"vielleicht fühlen sich manche Frauen ja auch wohl in ihrer Rolle"

Eigentlich ist die Diskussion hier recht "amüsant", irgenwie typisch und ich dachte auch kurz an Loriot. Da reden mutmaßlich viele Männer über "die" Frauen und überlegen, wie sie sich wohl so fühlen. ;-)

Aber selbst wenn hier Frauen über andere Frauen reden, wäre es genauso falsch.

Es kann ja nur jeder darüber sprechen, wie sie/er es als Betroffene lösen würde und die anderen sollten diese respektieren ohne sie in eine Schublade zu stecken.

@13:21 von Nettie

"Sehr zur Genugtuung gewisser auf die Bewahrung einer antiquierten Welt- bzw. Gesellschafts-"Ordnung" bedachter "konservativer" Kreise, die jede Form von Aufklärung und gesellschaftlichem Fortschritt mit einer Bedrohung ihrer Interessen verwechseln."

Da haben Sie aber ihr gesamtes Weltbild schön in einen ganzen Satz gekleidet. Sie haben nur nicht erklärt, warum der status quo schlecht ist, was besser ist und warum das besser ist und was sie dazu berechtigt, über die frei gewählten Lebensentwürfe anderer Menschen zu urteilen.

Freie Entscheidung und ausschließlich die Vereinbarung der

Elternpaare, da hat der Staat nix zu suchen!
Ach und schon wieder das Ehegattensplitting, ja klar, damit die finanzielle Situation einer Einverdiener-Kinder-Familie quasi dazu gezwungen wird, dass Beide zum Arbeiten gehen!

Schluß es reicht irgendwann!
Ehegattensplitting ist GENAU ausdem Grund der freien Entscheidung wie innerhalb einer Ehe (nicht Familie) das Geld erwirtschaftet wird vom Bundesverfassungsgericht als Gesetz verlangt worden.

Und genau so sollte es dann auch bei Ehepaaren mit Kindern sein, es geht niemanden was an wie innerhalb der Einheit Familie die Arbeit verteilt ist Punkt.

Wenn meine Frau damals nicht zu Hause geblieben wäre, dann hätten wir keine 4 (fast) erwachsenen Kinder!
Denn für mich kommt die klassische Hausarbeit nicht an erster Stelle, lieber leite ich unseren Betrieb und das ist auch nicht leichter in der aktuellen Situation!

Aktuell wie nie!

Der wirtschaftliche Faktor ist ausschlaggebend bei der Entscheidung, wer "kürzer tritt". Es ist daher wichtig zu fordern, dass Frauenrechte gestärkt werden. Eine Entscheidung kann ein Paar nur dann frei treffen, wenn die Voraussetzungen dafür stimmen. Dabei geht es nicht darum, ob Frauen den Haushalt "ganz toll managen" oder "in der Hausfrauenrolle" aufgehen, sondern darum überhaupt eine reale Wahl zu haben. Dass Frauen deutlich häufiger in sozialen Berufen arbeiten, liegt auch daran, dass man dort Familie und Arbeit besser vereinbaren kann. Die Tatsache, dass Frauen biologisch in der Lage sind Kinder zu bekommen, sollte keinen wirtschaftlichen Nachteil bedeuten und bitte nicht vergessen, dass auch häusliche Gewalt in diese Debatte gehört. Denn auch darunter leiden vermehrt Frauen.

Diese Debatte ist immernoch aktuell und nur weil schon viel über Frauenrechte gesprochen wurde und seit den 50ern auch schon einiges passiert ist, heißt das nicht, dass wir am Ziel sind.

Freie Entscheidung

Dass hier doch in einigen Beiträgen die Rede davon ist, zeigt, dass das Problem überhaupt nicht verstanden wird. Was aber sicher auch mit der Klientel hier zu tun haben wird.
Es ist eben keine freie Entscheidung, wie z.B. @baku (wenn wohl auch `unfreiwillig´ ;) ) dargestellt hat.

3. Dass die Frau bei Punkt 2.) nach dem Wiedereinstieg idR weniger verdient als der Mann, der 6 Jahre lang in Vollzeit mehrere Lohnerhöhungsrunden mitgemacht hat, liegt in der Natur der Sache.
Warum sollte jetzt der Mann beruflich kürzer treten, damit die Frau "auch mal arbeiten darf"?

Dass "Lass mal sehen, wollen wir mit 2400 oder 1100 netto auskommen ? Das können wir frei entscheiden" nicht so ganz frei ist, sollte doch offensichtlich sein.

@Bürgerschreck: Wenn Ihr letzter Absatz Satire gewesen ist, Hut ab ! Sieht man selten so gut hingekriegt. Wenn nicht, dann schade :)

Arbeiten wollen oder müssen

Hier liegt der Unterschied. Mütter, die arbeiten müssen, aber nicht wollen, bleiben gerne zu Corona Zeit zu Hause. Alles Gut. Allerdings gibt es auch Mütter, die arbeiten wollen. Sie brauchen den Job nicht nur wegen dem Geld, sondern fürs Hirn. Ja, sowas gibt es auch. Und das muss man auch respektieren. Für solche Frauen zu Hause am Herd für unbestimmte Zeit zu bleiben, ist unerträglich.

Andere Menschen...

Es gibt auch andere Menschen, die ein anderes Modell leben als das von Ihnen vorgeschlagene. Eindeutig ist, dass es für Ihr Modell keine Probleme gibt. Die Frage ist aber, was ist mit anderen Frauen oder Familien, in denen der Mann gerne daheim bleiben würde, es aber nicht kann, weil es dann - wie Sie ja schon bemerkten - zu einem wirtschaftlichen Verlust kommt, den eine Familie nicht verkraften kann. Es sollte doch schon jeder eine freie Wahlmöglicheit bekommen.

@17:23 bürgerschreck und andere

"Denn für mich kommt die klassische Hausarbeit nicht an erster Stelle, lieber leite ich unseren Betrieb und das ist auch nicht leichter in der aktuellen Situation!"

Das „Hausfrau-Ernährer-Modell“ funktioniert aber auch nur, wenn Paare zusammenbleiben. Erfolgt eine Trennung, ist die Frau im Regelfall bzgl. Rente die Gea… Kommt vermutlich nicht so selten vor.

Und was ist bei Ihnen eigentlich "nicht klassische" Hausarbeit?

Falls das so möglich ist, ein

Falls das so möglich ist, ein Nachtrag:
Ich fand gerade, dass mein Satz "Was aber sicher auch mit der Klientel hier zu tun haben wird."
missverständlich sein kann.
Damit ist das Alter vieler User hier gemeint, nichts anderes. Und das wiederum ist, so wie übrigens auch gestern (@ Leipzigerin59 ;) ) in keinster Weise negativ, sondern verständnisvoll gemeint. Verschiedene Generation haben nun mal auch verschiedene `Realitäten´ und sind unterschiedlich aufgewachsen. Nichts anderes ist damit gemeint. Falls das vielleicht missverstanden werden kann, bitte ich um Entschuldigung.

@Fuchsteufelswild "An alle,

@Fuchsteufelswild "An alle, die hier von Opferrolle sprechen: Glauben Sie ernsthaft, dass Frauen nur freiwillig ihre Karriere hinter die Familie stellen?"

Und wer glaubt ernsthaft, daß Männer nur freiwillig ihre Familie hinter die Karriere stellen?

Am 04. Juni 2020 um 17:23 von bürgerschreck

Zitat: Ehegattensplitting ist GENAU ausdem Grund der freien Entscheidung wie innerhalb einer Ehe (nicht Familie) das Geld erwirtschaftet wird vom Bundesverfassungsgericht als Gesetz verlangt worden.

Das BVerfG hat mit nichten das Ehegattensplitting verlangt.

Es hat nur entschieden, dass die bis dahin geltende Zusammenveranlagung, die dazu führte, dass Ehegatten höhere Steuern zahlen mussten, grundgesetzwidrig ist. Die Politik hat dann daraus das Ehegattensplitting gemacht. Andere grundgesetzkonforme Lösungen waren aber schon damal denkbar.

Emanzipation heißt also staatliche Kinderbetreuung?

Das ist interessant.

Deutschland gehört im Vergleich mit vielen anderen Ländern, zB Frankreich oder Osteuropa, wo Frauen schon länger „ihren Mann“ stehen und nicht selten mehr verdienen als ihr Partner, zu den Ländern mit einem extrem antiquierten und patriarchalischen Rollenmodell, vergleichbar vielleicht nur noch Japan und den USA.

Nicht der Staat und das Angebot (Kita) bzw. die Pflicht (Schule) staatlicher Betreuung sollte das Thema sein, sondern die im Wirtschaftsleben gewollte und staatlich bisher stillschweigend geduldete Diskriminierung von Frauen. Und dabei geht es nicht um „Equal Pay“, denn das spielt in Führungspositionen keine Rolle. Sondern vielmehr um die berühmten „Gläsernen Decken“ durch die Frauen (anders als in der Beamtenlaufbahn zB) nicht in die Chefetagen vorstoßen können.

Deutschland ist außerdem unter allen OECD Ländern dass nach meiner persönlichen Einschätzung am wenigsten für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf geeignete.

Gesellschaftliches Problem

Als Gesellschaft wollen wir Kinder. Trotzdem lassen wir zu, dass diejenigen, die diese Kinder großziehen und daher weniger Berufsjahre zusammenbekommen, im Alter weniger Geld haben als andere, die stattdessen bis zur Rente voll berufstätig waren.

Ich garantiere, dass ein Großteil der Leser dieser Zeilen nicht mal erkennen kann, wieso das ein Problem sein soll.
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17:11 von Leipzigerin59 ...DDR-Zeiten...

Was aber nichts heißen soll. Zum einen war das im sog. "Westen" durchaus auch so mir hatte das dort den Nachteil, das dann Frau wenn mal Not am Mann war, zu Kreuze kriechen musste bzw. ohne eigenen Rentenanspruch recht knapp bei Kasse sein konnte, wenn der Alte (zu-) erst in die Kiste musste.
Aber damals ging das auch noch so, mit Laube und Familie und alle dem.
Heute dreht es sich viel mehr um Konsum und konsumieren können, um Rentenansprüche, die ja ohnehin viel zu knapp sind und um leidige Mietkosten.

Backslash...

... oder vielleicht Backlash?

Ich finde es zum brechen:

Ich finde es zum brechen: Deutschland tut dies nicht und das nicht; ist nicht fortschrittlich hier, da und dort. Das ewige Gejammer, West gegen Ost, Frau gegen Mann, Steuervorteile immer nur für die anderen, jeder ist hier immer nur benachteiligt. Dann versuchen Sie Ihr Glück doch woanders in Europa. Bin ich mal gespannt. Die Hängematte hat doch jeder gern!

@18:29 von MartinBlank

//Als Gesellschaft wollen wir Kinder. Trotzdem lassen wir zu, dass diejenigen, die diese Kinder großziehen und daher weniger Berufsjahre zusammenbekommen, im Alter weniger Geld haben als andere, die stattdessen bis zur Rente voll berufstätig waren.

Ich garantiere, dass ein Großteil der Leser dieser Zeilen nicht mal erkennen kann, wieso das ein Problem sein soll.//

Im Alter mit weniger Geld auskommen zu müssen, betrifft doch in erster Linie die Frauen. Ich bezweifle, dass Sie das als Problem erkennen. Es mag Frauen geben, die gerne zu Hause bleiben. Ich persönlich kenne keine. Wer zu Hause bleiben möchte, ist vermutlich nicht in einem Traumberuf unterwegs. Und ein Mann, der möchte, dass seine Frau zu Hause bleibt, ist für mich (auch in intellektueller Hinsicht) ein Schreckgespenst.

@13:21 von Nettie

//"Alte Rollenmuster sind plötzlich wieder da"

Sehr zur Genugtuung gewisser auf die Bewahrung einer antiquierten Welt- bzw. Gesellschafts-"Ordnung" bedachter "konservativer" Kreise, die jede Form von Aufklärung und gesellschaftlichem Fortschritt mit einer Bedrohung ihrer Interessen verwechseln.//

Wenn man davon ausgeht, dass diese Interessen oft eher zweifelhafter Natur sind, ist es ja auch eine Bedrohung.

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