Bundespräsident Steinmeier trifft Auschwitz-Überlebende

Kommentare

Selbst wenn..

die Massenvernichtung damals nicht stattgefunden hätte, gibt es zu viele Menschen, die in egoistischer und egozentrischer Manier diese Massenvernichtung gerne heute durchführen würden. Sie sind fernab jeglicher Menschlichkeit und Demokratie und leben in einer soziophatisch agressiven Welt mit Hang zum Shitstorm und Gewalt. Wehe, wenn sie die politische Macht erlangen sollten...

Die letzten Zeitzeugen

Arme Menschen. Sie hatten das Glück dem Holocaust entfliehen zu können, wurden aber durch diesen fürs Leben gezeichnet. Ein langes Leben voller schlimmer Erinnerungen. Ich habe selbst in Amerika einige jüdische Freunde von denen einer seine ganze Familie im Holocaust verloren hat. Er hebt heute keinen Groll gegenüber den Deutschen. Es muss eine große Kraft kosten dies zu tun.

Auschwitz-Besuch

Eine Studienfahrt nach Auschwitz gehörte für mich zu den wichtigsten Erlebnissen in meinem Leben. Es ruft in einem unbeschreibliche Gefühle hervor, an diesem Ort zu stehen und sich nicht nur aus der Literatur oder aus Dokus zu informieren.

Ich kann nur hoffen, dass es auch zukünftig Menschen aus ganz Europa ermöglicht wird, in Schule oder Studium den Weg dorthin einmal zu gehen, schlicht und einfach, weil sich der Holocaust mit all seinem Schrecken erst dort so richtig erkennen lässt.

Ein Kaddisch allen, die dort ermordet worden sind.

Die deutschen ...

... Nachkriegsgenerationen haben keine Schuld. Aber sie haben Verantwortung und die haben sie für immer.

Steinmeiers Präsenz, seine

Steinmeiers Präsenz, seine Worte, seine Begnung mit Überlebenden der Shoa und auch die Worte von CDU-Kulturstaatsministerin Grütters ("Wir dürfen auch heute nicht wegschauen, wenn Antisemitismus, Rassismus und Ausgrenzung um sich greifen.") kann man nur anerkennen und ihre Bedeutung unterstreichen. Und es ist ein Segen, dass anlässlich des 75. Jahrestags der Befreiuung des Todeslagers Auschwitz Deutschland mit einer großen Selbstverständlichkeit in die Gruppe der anwesenden Nationen aufgenommen ist und der Kampf gegen Rassismus und Antisemitismus als gemeinsame Aufgabe und Verantwortung gesehen wird - auch wenn gerade bei uns erschreckende Phänomene bis in die rechte Parteienlandschaft zur Relativierung der Geschichte und zur Verharmlosung von Rassismus und Antisemitismus zu beobachten sind; dem steht dankenswerterweise die überwältigende Mehrheit unserer Zivilgesellschaft gegenüber.

Eigene Erfahrungen prägen am Nachhaltigsten; besonders die guten

"Authentische Orte halten die Erinnerung an das Unfassbare wach"

Unmittelbare Erlebnisse wie der Austausch mit den Überlebenden (und dann anderen) über das, was sie über ihre die menschliche Vorstellungskraft eigentlich übersteigenden Erlebnisse mit den Verbreche(r)n des Naziregimes, die in ihrer „Perfektion“ wohl erst durch die systematische und mit der Zeit vollkommene Unterdrückung jeder Menschlichkeit (also all dessen was den Menschen als solchen ausmacht: Individualität, eigene Gedanken und die Freiheit, diese ausdrücken und mit anderen zu teilen und umsetzen zu können) möglich wurden, halten nicht nur die Erinnerung an die Gräuel wach, so dass sie sich nie wiederholen können, sondern verhindern dies auch am Effektivsten. Dies dürfte jeder selbst merken, wenn er sich diese Beiträge anschaut:
daserste.de/information/politik-weltgeschehen/weltspiegel/sendung/israel-versoehnung-100.html
daserste.de/information/politik-weltgeschehen/weltspiegel/videos/israel-erinnerung-video-100.html

Wer vertritt bei dieser

Wer vertritt bei dieser Gedenkveranstaltung denn die russische Regierung?

In Demut mir den Ermordeten

Ich, Jahrgang 1958 empfinde für meine Vorgängergeneration eine tiefe Scham und unaussprechbare Abscheu für das unfassbare Geschehen, dass damals im Namen des Deutschen Volkes geschehen war. Natürlich waren nicht alle daran beteiligt und nicht alle waren feige und erbarmungslose Mörder, aber viel zu wenig hatten sich dem verweigert oder sind dem entgegengetreten.
Seit ein paar Jahren habe ich das Land meiner "Väter" verlassen, weil sich schon wieder langsam ein brauner Schatten über dieses Land legt, dass meine nicht in Deutschland geborene Ehefrau einige Male zu spüren bekam. Die Verbrechen von damals, die nie richtig aufgearbeitet, geschweige umfassent gesünt und bestraft worden waren liegen latent wie ein böser Geist über weiten Teilen meines Geburtslandes. Möge der Allmächte die richtigen Antworten für die Vergangenheit, die Gegenwart und die Zukunft finden. Meine Gebete sind heute bei den Opfern des Holocaust und Ihren Angehörigen.

wer schon einmal

in Auschwitz war, der war danach zum teil wochenlang sprachlos (zumindest ging es mir so). selbst wenn man vor betreten gedanklich vielleicht nicht ganz bei der sache war, spätestens nach ein paar minuten war man "mittendrin". nun sollte man meinen, auch dem letzten rechten sollten nach einem besuch die augen aufgehen. ich frage mich immer wieder, was bei menschen falsch gelaufen ist, haben sie wirklich nur ihren kopf, damit sie eine mütze aufsetzen können oder ist deren gehirn wirklich nur dazu da, rechte einflüsterungen von aussen aufzunehmen? das muss man sich einfach fragen, wenn diese, sorry, hohlbirnen vor der gedächtnisstätte stehen , den arm zum hitlergruss heben und die bilder dann auch noch in den sozialen netzwerken posten. da fehlt mir jegliches verständnis!!! so blöde kann man dch gar nicht sein, so empathielos, so ohne jegliche gefühlsregung!

alleine vor dem berg an schuhen zu stehen, hat mir vor ein paar jahren den atem geraubt und schlaflose nächte bereitet.

Claudia Bauer meint,

man gedenkt der Befreiung von Auschwitz, doch die Befreier sind nicht eingeladen. Dieser Skandal wird Polen bis in alle Ewigkeit anhaften. Geschichte kann und darf nicht auf Grund politischer Ambitionen verfälscht oder geleugnet werden. Schäme dich Polen, schäme dich Europa das so etwas heute möglich ist ohne das ein Aufschrei nach Warheit und Warhaftigkeit das entschieden verurteilt.

Respekt Herr Steinmeier

Es gibt keinen besseren als Steinmeier für diese Rolle. Er ist dafür prädestiniert.

Mein Fazit

Zwoelf Jahre habe ich in D gelebt- nein, Korrektur: gewohnt und gearbeitet. Diese Zeit war die schlimmste meiner gesamten Auslandsjobs. Kein Probleme in NZ, AUS, UK, CDN oder CH und Spain.
Mein Fazit: Es gibt soviel Xenophobia und Hubris in D gegen andere - sie wuerden es jederzeit wieder tun, wenn man sie laesst.
Ich sage allen Bekannten immer: "Never trust the Germans."

So, das ist mein Resultat nach zwoelf Jahre in D.

NS- Verbrechen !

Leider gibt es nicht mehr so viele Zeitzeugen, die von dem Grauen in den Lagern berichten können, das ist sehr schade. Es bleibt nur die Hoffnung, dass alle Menschen versuchen, gemeinsam dafür ein zu stehen, dass so etwas nie mehr passiert.
An all die Leugner und Lügner bleibt nur der Appell, sie mögen doch mal selbst in die Gedenkstätten gehen, sich belesen und endlich kapieren, dies ist wirklich geschehen.
Außerdem sollten sie endlich auch mal mehr Achtung und Respekt allen anderen Menschen gegenüber zeigen, egal welcher Religion oder Hautfarbe. Alle Menschen haben ein Recht auf ein Leben ohne Hass und Gewalt, denn diese negativen Dinge bringt keinen weiter.

@IBELLN (Vorgängerthread)

Am 27. Januar 2020 um 13:38 von IBELIN
@12:03 von Anderes1961

"Ihre Behauptung ist völlig aus der Luft gegriffen. Der Oberrabbiner bestimmt grundsätzlich rein gar nichts. Bei nominellen Juden gibt es vielerlei Ausprägungen, sowie bei Christen und Moslems oder anderen Religionen. Es gibt Leute, denen sind religiöse Regeln völlig gleichtgültig, anderen können sie nicht streng genug sein. Ob jemand auf den Oberrabiner hört oder nicht, ist eine rein persönliche Entscheidung. Müssen muß man gar nichts. Auch nicht bei Juden."

In Israel gibt es keine Zivilehe, sondern nur religiöse Eheschliessungen. Mein Kommentar von 11:16 ist korrekt.

Bitte informieren Sie sich."

Ich bitte um Entschuldigung. Im Eifer des Gefechts habe ich tatsächlich die Besonderheiten des israelischen Eherechts übersehen, obwohl ich es eigentlich weiß. Soll keine Rechtfertigung sein, aber eine Erklärung: Das Thema Antisemitismus speziell und Rassismus im Allgemeinen ist für mich hoch emotional.

[..]Irgendwie erstaunlich. Man kennt den Täter nicht. Aber man weiß, dass er ein „Rechter“ war....

Was ist ein "Rechter", eine „rechte Gesinnung"?
Ein Konservativer, der zum demokratischen Spektrum gehört wie ein „Linker"?!
... oder ein Anhänger des Nationalsozialismus
... gleich auch ein Antisemit
... und ein Undemokrat?
... oder vielleicht auch nichts davon?

Welches Bild zeichnete der Nationalsozialismus von den Menschen?
Wie sieht das heute aus?

„Nazi“ ist zum Universal-Schimpfwort geworden. Ja, unsere freiheitliche demokratische Grundordnung ist in Gefahr, von extrem Rechts, aber auch aus der anderen Richtung!
Nazi wird heute zur Verunglimpfung benutzt, insbesondere wenn Argumente fehlen. Ist das keine Beleidigung, durch die Meinungsfreiheit gedeckt?
Art.5GG:
https://www.gesetze-im-internet.de/gg/art_5.html

Nie wieder, aus keiner Richtung! Kein Radikalismus, kein Abolutismus mehr!
Studie mit böser Unterstellung:
"Jeder vierte Deutsche denkt antisemitisch"

"Vergeben haben wir längst, vergessen werden wir niemals."

Ein wunderbares Wort

Es gibt ein wunderbares Zitat eines Holocaust-Überlebenden, das ich vor vielen Jahren schon einmal gehört oder gelesen hatte, leider war mir entfallen, wer es gesagt hat.
Und wie es der Zufall so wollte, hatte ich vor einigen Monaten herausgefunden, von wem das Zitat stammt. Weil derjenige es im Januar 2019 in einer öffentlichen Veranstaltung in der Neu Wulmstorfer Lutherkirche wiederholt hat. Es war der inzwischen 86jährige Ivar Buterfas-Frankenthal.

Das Zitat lautet:

„Vergeben haben wir längst, vergessen werden wir niemals“

Genau darum geht es. Alle diejenigen aus der "Jetzt-ist-aber-mal-gut-Fraktion" sollten sich dieses Zitat in Großbuchstaben an die Wand pinnen.
Ivar Buterfas-Frankenthal ist Träger des Weltfriedenspreises und hat das Bundesverdienstkreuz. Seine Auszeichnungen erhielt er für seine Arbeit, die sich um Versöhnung bemüht.

Zu 12:43 von Thomas D. "Verantwortung"

Die deutschen Nachkriegsgenerationen haben keine Schuld. Aber sie haben Verantwortung und die haben sie für immer.

So ist das nicht richtig.
Eine pauschale Verantwortung gibt es schon gar nicht. Auch die Vorkriegsgenerationen haben keine pauschale Schuld. Schuld haben immer Täter und verantwortliche Politiker!

Verantwortung hat jeder Mensch immer zu seiner Zeit, der Pass spielt dabei keine Rolle!

Erinnerung ebnet sich ein, ...

... wenn sie ritualisiert ein jedes Jahr erneut vollzogen wird! Sie bleibt folgenlos, wenn sie bloß an einzelne Gedenktage geknüpft wird... Und sie wird gar vollends entwertet, wenn sie – wie bei Schulklassen – weitestgehend nur von oben herab erzwungen geschieht.......

um 12:50 von andererseits

>>".. auch wenn gerade bei uns erschreckende Phänomene bis in die rechte Parteienlandschaft zur Relativierung der Geschichte und zur Verharmlosung von Rassismus und Antisemitismus zu beobachten sind; dem steht dankenswerterweise die überwältigende Mehrheit unserer Zivilgesellschaft gegenüber."<<

.... und die Gürtelschläger sind mittlerweile unter uns und greifen um sich.

Karte zeigt nur winzigen Ausschnitt

Des Ausmaßes der KZ‘s. Es gab fast bei jeder größeren Stadt, bei jedem größeren Betrieb im „Reich“ ein Aussenlager. Insgesamt ca. 20.000. Vernichtung im Gas war ja nur ein Aspekt des Verbrechens. Juden wurden zu Millionen als Arbeitssklaven eingesetzt, ihr Vermögen eingezogen. Nach dem Krieg mussten Überlebende beim deutschen Staat - oft vergeblich - um Unterstützung betteln. Jüdisches Eigentum wurde niemals in vollem Umfang zurückgegeben, oft gab es nur - aus heutiger Sicht - lächerliche „Entschädigungen“. Die Arisierungsgewinne verblieben bei den Deutschen. Viele deutsche Konzerne würden heute garnicht mehr existieren, hätten sie die Ansprüche der Verfolgten und Ausgebeuteten abgelten müssen, darunter SIEMENS, BASF, Bayer, BMW und VW. Kaufhauskonzerne hätten ohne Arisierung nach dem Krieg nicht entstehen können, darunter Neckermann und Quelle.

@Ricochet

"
Am 27. Januar 2020 um 14:23 von Ricochet
Mein Fazit

Zwoelf Jahre habe ich in D gelebt- nein, Korrektur: gewohnt und gearbeitet. Diese Zeit war die schlimmste meiner gesamten Auslandsjobs. Kein Probleme in NZ, AUS, UK, CDN oder CH und Spain.
Mein Fazit: Es gibt soviel Xenophobia und Hubris in D gegen andere - sie wuerden es jederzeit wieder tun, wenn man sie laesst.
Ich sage allen Bekannten immer: "Never trust the Germans."

So, das ist mein Resultat nach zwoelf Jahre in D."

Sie schreiben nicht, warum es die schlimmste Zeit gewesen sein soll. Daß so etwas wie die Judenvernichtung nur in Deutschland passieren konnte, ist ein großer Irrtum Ihrerseits. Es ist immer noch möglich, und überall auf der Welt. In NZ, AUS, UK, CDN oder Spain, überall. Das haben zahlreiche psychologische Experimente bewiesen. Die bekanntesten sind "Die Welle" (wurde verfilmt) und das Milgram-Experiment.

Vielleicht sollten Sie darüber nachdenken, Ihr Mißtrauen zu erweitern: "Never trust the people."

re gman

"Nazi wird heute zur Verunglimpfung benutzt, insbesondere wenn Argumente fehlen. Ist das keine Beleidigung, durch die Meinungsfreiheit gedeckt?"

Wird ein Holocaustleugner verunglimpft, wenn man ihn Nazi nennt? Fehlen da Argumente?

Wie würden Sie ihn nennen?

@gman

"
Am 27. Januar 2020 um 15:51 von gman
Zu 12:43 von Thomas D. "Verantwortung"

Die deutschen Nachkriegsgenerationen haben keine Schuld. Aber sie haben Verantwortung und die haben sie für immer.

So ist das nicht richtig.
Eine pauschale Verantwortung gibt es schon gar nicht. Auch die Vorkriegsgenerationen haben keine pauschale Schuld. Schuld haben immer Täter und verantwortliche Politiker!

Verantwortung hat jeder Mensch immer zu seiner Zeit, der Pass spielt dabei keine Rolle!"

Klar, die Politiker haben mal wieder schuld. Ist klar. Könnten Sie wenigstens mal bei diesem sensiblen Thema das rechte Narrativ der Sündenböcke vom "bösen Politiker der Altparteien" (Ergänzung von mir) unterlassen?

Und doch. Es geht um Verantwortung. Wer, wenn nicht wir Deutschen der Nachkriegsgenerationen hätte sonst die Verantwortung, daß so etwas wie Auschwitz nie wieder passiert? Und dieser Verantwortung stelle ich mich. Gerne. Seit vielen Jahren.

Die Täter wurden geschont

Mit der Strafverfolgung wurde in Westdeutschland gewartet, bis es zu spät war. Die Bundesrepublik Deutschland hat nur halbherzige Aufklärung der NS-Verbrechen betrieben, von Sühne, Strafverfolgung der Täter oder gar Opferentschädigung ganz zu schweigen. Das Deutschland sich heute ganz auf Seiten der damaligen Sieger über die NS Tyrannei sieht, ist deshalb etwas merkwürdig. Belastete Lehrer durften in der BRD weiter unterrichten, belastete Richter weiter Recht sprechen. Witwen von Angehörigen des NS Staats erhielten hohe Staatsrenten, Angehörige der Opfer gingen leer aus oder mussten um ihre kleinen Entschädigungen kämpfen. Deshalb ist die bundesdeutsche Erinnerungskultur ziemlich unehrlich und unglaubwürdig. Trotz oder gerade wegen der schönen Worte die deutsche Repräsentanten heute für die Opfer übrig haben.

@volemann 12.38

" gibt es zu viele Menschen, die in egoistischer und egozentrischer Manier diese Massenvernichtung gerne heute durchführen würden."
Und wer soll das sein? Außer ein paar verrückten Kriminellen?

@Futtsack 13.59

"Es gibt keinen besseren als Steinmeier für diese Rolle. Er ist dafür prädestiniert."
Inwiefern?

@Perapado

" Natürlich waren nicht alle daran beteiligt und nicht alle waren feige und erbarmungslose Mörder, aber viel zu wenig hatten sich dem verweigert oder sind dem entgegengetreten."
Ich befürchte, dass weder Sie noch ich Helden genug wären, sich einer Diktatur entgegenzustellen. Schauen Sie sich Nordkorea oder den Iran an. Auch die ganzen Herrschaften, die das heute als politisch wohlfeile Floskel immer im Mund führen, wären vermutlich aus naheliegenden Gründen ehe zurückhaltend.
Heute von einem "braunen Schatten" zu sprechen erscheint mir aber arg übertrieben. Und dass die Verbrechen von damals "wie ein böser Geist" über Deutschland lägen, erscheint mir sehr weit hergeholt.

Deutschland wäre heute auf dem Niveau von Italien

Wirtschaftlich gesehen, hätte man für die Verbrechen und die Entschädigung der Opfer in gerechter Weise aufkommen müssen. Viele Vermögen in Deutschland wären nicht entstanden. Das „Wirtschaftswunder“ wäre wohl ausgeblieben und jeder Deutsche hätte dann wohl tatsächlich mit „40 Mark“ beginnen müssen, wie in Westdeutschland jahrzehntelang behauptet wurde. Dann wäre Deutschland heute ein anderes Land und vermutlich „verlängerte Werkbank“ für französische und italienische Konzerne.

An solchen Tagen wie heute schaue ich mir diese beiden Filme an.

...Die Wannenseekonferenz (den Film aus dem Jahre 2001) und Schindlers Liste.
---
JA, es sind "nur" Filme aber sie zeigen einen
sehr deutlich wie tödlich die Zeit von 1933 - 1945
für Millionen von unschuldigen Menschen war.

So etwas darf und wird sich nie wieder wiederholen.
Gerade deswegen, daß die Nazies (leider) nie komplett
verschwunden sind.

Es wird noch immer viel zu wenig Aufklärung über die Ereignisse in den Schulen praktiziert und
gerade deshalb finde ich diese beiden Filme so hilfreich um einen minimalen Einblick in die Zeit
u. die Denke der damaligen Verantwortlichen zu vermitteln.
Darüber hinaus gibt es genügend gute Dokus,
die man ebenfalls gesehen haben sollte um das Grauen,
welches so unvorstellbar ist näher zubringen.
-
Was mich zudem heute noch mehr geschockt hat,
ist die Tatsache, daß Hinterbliebene nicht unterstützt werden.
Siehe diesen TS-Artikel:
https://www.tagesschau.de/inland/holocaust-ueberlebende-armut-101.html

differenzieren

um 14:23 von Ricochet… Mein Fazit: Es gibt soviel Xenophobia und Hubris in D gegen andere - sie wuerden es jederzeit wieder tun, wenn man sie laesst.

Wer dermaßen pauschal über die Menschen in Deutschland urteilt, macht verdächtig, selbst über keinerlei differenziertes Urteilsvermögen zu verfügen.

NS-Opfer gedenken, Rechtsstaat und Demokratie verteidigen

Die Befreiung des KZ Auschwitz-Birkenau jährt sich am 27. Januar 2020 zum 75. Mal.

Auschwitz steht wie kein anderer Ort für den Holocaust, den industriellen Massenmord an den europäischen Juden, begangen durch die Nationalsozialisten. Am 27. Januar gedenken wir aller Menschen, die durch das verbrecherische NS-Regime ermordet wurden. Ihr Leid darf niemals vergessen werden. Die Lebenden mahnt dieser Tag auch, zivilisatorische Errungenschaften wie Rechtsstaatlichkeit und eine freiheitliche Demokratie gegen alle Feinde entschlossen zu verteidigen.

Am 27. Januar 2020 um 14:23 von Ricochet

"Zwoelf Jahre habe ich in D gelebt- nein, Korrektur: gewohnt und gearbeitet. Diese Zeit war die schlimmste meiner gesamten Auslandsjobs."
#
#
Wer 12 Jahre in einem Land ist, das er zutiefst hasst, muss sich selbst noch mehr hassen.
Ich habe in vielen Länder gearbeitet, in Saudi Arabien sollte ich für 3 Monate arbeiten, nach einer Woche bin ich aus diesem Land geflohen. Selbst wenn mich meine Firma danach entlassen hätte.

14:23, Ricochet

>>Mein Fazit
Zwoelf Jahre habe ich in D gelebt- nein, Korrektur: gewohnt und gearbeitet. Diese Zeit war die schlimmste meiner gesamten Auslandsjobs. Kein Probleme in NZ, AUS, UK, CDN oder CH und Spain.
Mein Fazit: Es gibt soviel Xenophobia und Hubris in D gegen andere - sie wuerden es jederzeit wieder tun, wenn man sie laesst.
Ich sage allen Bekannten immer: "Never trust the Germans."

So, das ist mein Resultat nach zwoelf Jahre in D.<<

Es tut mir sehr leid, daß Sie offensichtlich nur böse Menschen in Deutschland getroffen haben.

Ich jedenfalls kenne ganz andere.

Ein wenig einseitig

>>>
Am 27. Januar 2020 um 16:02 von Möbius
Karte zeigt nur winzigen Ausschnitt
<<<
Das die Deutschen, die Hauptschuld tragen ist wohl klar.
Aber wir sollten, auch der anderen Toten gedenken ob Krieggefangene oder Minderheiten, wie Sinti und Roma.
Und es waren nicht nur deutsche Konzerne und Banken, die zu den Kriegs.- und Profitgewinnern zählen.

@Am 27. Januar 2020 um 13:49 von Anderes1961

Zitat: "Ihre Versuche, selbst bei einem solch sensiblen Thema den Menschen unterschwellig Ihre Vorurteile zum Islam unterjubeln zu wollen, werden immer unerträglicher. Ich könnte mich auch noch deutlicher ausdrücken."

Sie sagen es: es ist ein sensibles Thema.

Und gerade deshalb sollte man mit der geforderten Ehrlichkeit und Aufrichtigkeit sich mit diesem Thema beschäftigen.

Für mich als Deutscher und AfD-Wähler besteht die Verantwortung aus dem Holocaust darin, dass ein derartiger unfassbarer Genozid an den Juden - oder an sonst jemand - nie wieder statt finden kann und dass jüdisches Leben sich in einem freien und sicheren D entfalten kann.

Wenn Sie der MdB Beatrix von Storch wenig glauben, ich hatte zwei weitere Quellen (einen Artikel in der Welt und einen in der NZZ) angefügt. Hatten Sie sich dies durchgelesen? Was soll denn an diesen Artikeln inhaltlich nicht stimmen.

re jautaealis

"Und sie wird gar vollends entwertet, wenn sie – wie bei Schulklassen – weitestgehend nur von oben herab erzwungen geschieht......"

Was schlagen Sie denn vor? Klassenfahrten nach Auschwitz nur, wenn Eltern und Schüler darauf bestehen?

15:51, gman: Zu 12:43 von Thomas D. "Verantwortung"

>> "Die deutschen Nachkriegsgenerationen haben keine Schuld. Aber sie haben Verantwortung und die haben sie für immer."

So ist das nicht richtig.
Eine pauschale Verantwortung gibt es schon gar nicht. Auch die Vorkriegsgenerationen haben keine pauschale Schuld. Schuld haben immer Täter und verantwortliche Politiker!

Verantwortung hat jeder Mensch immer zu seiner Zeit, der Pass spielt dabei keine Rolle!<<

Ich widerspreche ganz entschieden.

Wir Deutschen sind durch unsere Geburt privilegiert. Ganz pauschal. Wir leben nämlich in einem der freiesten und wohlhabendsten Länder dieser Erde.

Dieses Erbe, das uns einfach zugefallen ist, dürfen wir als selbstverständlich annehmen, aber die Verantwortung, die aus den dunklen Aspekten unserer Vergangenheit erwächst, die hat uns nicht zu kümmern?

Ich jedenfalls werde mein Leben lang versuchen, dieser Verantwortung gerecht zu werden und mich gegen gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit positionieren, wo immer ich sie erkenne.

...Hoffnung...

Die Hoffnung das so etwas nie wieder passiert ist groß. Doch die jetzige Politik macht mir Angst. Wir fangen das gleiche Spiel wieder an. Wir fangen wieder an zu trennen und zu unterscheiden. Und das stört mich. Schaut doch nur auf diese Unordnung in der Welt. Die einen stellen sich über die anderen, nur weil sie nicht genug bekommen. Diese Spaltung wird große Probleme mit sich bringen. Deshalb ist meine Meinung, wir haben aus zwei WK nichts gelernt!

Rote Armee befreite Überlebende der Zwillings Experimente

Von Josef Mengele. Das Mengele, so wie viele andere Nazi Größen flüchten konnte, zB Alois Brunner nach Syrien aber auch Eichmann ebenfalls nach Südamerika hat viel mit dem Engagement der katholischen Kirche zu tun, welches bis heute nicht aufgearbeitet ist. Das auch der OSS bzw der CIA bei einigen Fällen die Finger im Spiel hatte, dürfte vom Fall des Werner von Braun bekannt sein. Die USA hätten seit ihrer Kenntnis der Vernichtungslager 1943 die Möglichkeit gehabt, die Tötungsmaschinerie lahmzulegen. Man tat es bewusst nicht. Und deutsche Behördenvertreter stellten sich bis in die 1970er Jahre schützend vor die Täter, warnten sie auch im Ausland vor drohenden Zugriffen der Behörden oder Geheimdienste. Fritz Bauer musste von Frankfurt aus regelrecht konspirativ NS Täter aufspüren, weil BND und deutsche Justiz von „Ehemaligen“ durchsetzt war.

Futtsack

Sehr naiv ist Ihre Vorstellung !

geschl Text 26.01.20 19:24 von fathaland slim

19:14, Institoris-kramer

>>Die Realität sieht komplett anders aus !
Mal wieder ist die Afd Schuld wenn man bei uns in Berlin keine Kippa mehr tragen kann ohne von Moslems bespuckt, beschimpft oder geschlagen zu werden. Wir sehen das täglich und nichts anderes!<<

.. bei meiner Klassenfahrt nach Berlin in den frühen 70ern fiel mir auf, dass Synagogen rund um die Uhr polizeilich bewacht wurden.

Juden mit Kippa habe ich in Deutschland in meinem ganzen fast 64jährigen Leben nie gesehen. Ich war ganz überrascht, als ich nach Antwerpen kam und dort Juden auf der Straße sah, die als solche zu erkennen waren. Das kannte ich aus Deutschland nicht.
////
*
*
Aber Sie wollen nicht allen Ernstes leugnen, nicht wahrgenommen zu haben, dass ein Kippaträger in Ihrem ehemaligen Kietz Neukölln mit einem Gürtel geschlagen wurde?
*
Ich werde zwischenzeitlich für diese Unwahrheit Ihre Texte dazu suchen, siehe da:
*
25.05.2019 - 18:09 | Nach Kippa-Warnung: "Beschämend für unser Land" 17:48 von fathaland

@ 15:59 von eine_anmerkung

Ihr Kommentar ist arg kryptisch: Wen oder was meinen Sie mit "Gürtelschläger sind mittlerweile unter uns..."?

um 16:11 von Möbius

"[. . .] Belastete Lehrer durften in der BRD weiter unterrichten, belastete Richter weiter Recht sprechen. Witwen von Angehörigen des NS Staats erhielten hohe Staatsrenten [. . .]"

Roland Freislers Witwe erhielt bis zu ihrem Lebensende (1997) eine der ehem. Position ihres Mannes angemessene Pension, die in den 80ern um satte 400 DM erhöht wurde - eine Verhöhnung aller Nazijustiz-Opfer.

Zitat gman:" .. Schuld haben immer Täter und verantwortliche Politiker!
Verantwortung hat jeder Mensch immer zu seiner Zeit, der Pass spielt dabei keine Rolle!"

Zitat Anderes1961:"Klar, die Politiker haben mal wieder schuld. Ist klar. Könnten Sie wenigstens mal bei diesem sensiblen Thema das rechte Narrativ der Sündenböcke vom "bösen Politiker der Altparteien" (Ergänzung von mir) unterlassen?
Und doch. Es geht um Verantwortung. Wer, wenn nicht wir Deutschen der Nachkriegsgenerationen hätte sonst die Verantwortung, daß so etwas wie Auschwitz nie wieder passiert? Und dieser Verantwortung stelle ich mich. Gerne. Seit vielen Jahren."

@Anderes1961, lassen Sie doch die Vermischung zur Verwirrung der Leser. Das Neutrum "Narrativ" fällt auf den Nutzer zurück. Was Sie interpretieren habe ich nicht geschrieben.

Befassen Sie sich mit der Vorgeschichte, dann erkennen Sie die Verantwortung der Politik bis hin zum Kaiserreich. Ihre "Altparteien" haben damit nichts zu tun!

@16:26 Bot...

Die Doppelzüngigkeit bekennender afd-Wähler ist stets auf neue frappierend: da versucht jemand, dessen Führungsriege von "Denkmal der Schande und erinnerungspolitischer Wende um 180 Grad" (Höcke) und "Vogelschiss der Geschichte" (Gauland) fabuliert, sich als Kämpfer für Auschwitz-Gedenken und Antisemitismus zu präsentieren.
Es gibt viele, die das als Verlogenheit einordnen; ich kann das nur allzu gut nachvollziehen und erinnere an folgendes: Die großen jüdischen Organisationen haben erklärt: "Die AfD ist eine Partei, in der Judenhass und die Relativierung bis zur Leugnung der Schoa ein Zuhause haben." (tinyurl.com/rhukdle)

@fathaland slim

"
Am 27. Januar 2020 um 16:36 von fathaland slim
15:51, gman: Zu 12:43 von Thomas D. "Verantwortung"

>> "Die deutschen Nachkriegsgenerationen haben keine Schuld. Aber sie haben Verantwortung und die haben sie für immer."

So ist das nicht richtig.
Eine pauschale Verantwortung gibt es schon gar nicht. Auch die Vorkriegsgenerationen haben keine pauschale Schuld.[...]

Ich widerspreche ganz entschieden.

Wir Deutschen sind durch unsere Geburt privilegiert. Ganz pauschal. Wir leben nämlich in einem der freiesten und wohlhabendsten Länder dieser Erde.

Dieses Erbe, das uns einfach zugefallen ist, dürfen wir als selbstverständlich annehmen, aber die Verantwortung, die aus den dunklen Aspekten unserer Vergangenheit erwächst, die hat uns nicht zu kümmern?

Ich jedenfalls werde mein Leben lang versuchen, dieser Verantwortung gerecht zu werden und mich gegen gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit positionieren, wo immer ich sie erkenne."

Das haben Sie wunderbar ausgedrückt. Ich schließe mich an

Zu 16:36 von fathaland slim "durch Geburt privilegiert"

@ fathaland slim, gehts auch eine Nummer kleiner. Deutscher wird man nicht nur durch Geburt. Man kann die Staatsangehörigkeit auch erwerben.

Wo haben Sie gelesen, dass ich die Verantwortung der Deutschen ablehne!
Nochmal,
Verantwortung hat jeder Mensch immer zu seiner Zeit, der Pass spielt dabei keine Rolle!

In unserem Grundgesetz steht dazu alles! Es gilt umfassend, ein Gesetz, für Sie, mich und andere!

Wenn Sie diese Verantwortung als Deutscher besonders spüren und wahrnehmen, Diskriminierungen, in welcher Richtung auch immer, nicht hinnehmen,ist das nur gut so.
Bleiben Sie dabei!

16:26, Bote_der_Wahrheit

>>@Am 27. Januar 2020 um 13:49 von Anderes1961
Zitat: "Ihre Versuche, selbst bei einem solch sensiblen Thema den Menschen unterschwellig Ihre Vorurteile zum Islam unterjubeln zu wollen, werden immer unerträglicher. Ich könnte mich auch noch deutlicher ausdrücken."

Sie sagen es: es ist ein sensibles Thema.

Und gerade deshalb sollte man mit der geforderten Ehrlichkeit und Aufrichtigkeit sich mit diesem Thema beschäftigen.<<

Ich schreibe es noch einmal:

Ich werde mich immer aus meiner Verantwortung als Deutscher heraus gegen gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit positionieren, wo immer ich sie erkenne.

In Ihren Kommentaren erkenne ich sie fast immer.

Ich positioniere mich gegen jede Art von Antisemitismus. Deutschen, arabischen, polnischen, egal.

Aber ich werde nie behaupten, alle Deutschen, alle Polen oder alle Moslems, oder auch nur die meisten, seien Antisemiten.

Das unterscheidet uns beide.

@ fathaland slim

"Wir Deutschen sind durch unsere Geburt privilegiert. Ganz pauschal. Wir leben nämlich in einem der freiesten und wohlhabendsten Länder dieser Erde...."

Das (und den Rest Ihres Kommentars) haben Sie sehr gut gesagt!

Denn wir haben die Möglichkeiten, die vielleicht andere Menschen nicht haben und deswegen sollten wir die Vorreiter und Beispielgeber sein.

16:45, Boris.1945 geschl Text 19:24 von fathaland slim

>>Aber Sie wollen nicht allen Ernstes leugnen, nicht wahrgenommen zu haben, dass ein Kippaträger in Ihrem ehemaligen Kietz Neukölln mit einem Gürtel geschlagen wurde?<<

Das war im Bezirk Mitte, genauer gesagt im "Unterbezirk" Prenzlauer Berg.

Ich bin dann selbst mit Kippa auf die Straße gegangen, zusammen mit mehreren tausend Anderen.

Das war das erste Mal, daß ich persönlich mit eigenen Augen Kippaträger in Deutschland auf der Straße gesehen habe.

Der Kippaträger, der geschlagen wurde, war übrigens kein Jude, sondern Palästinenser. Er war als Tourist in Berlin und trug die Kippa aufgrund einer Wette. Die er verlor. Ich bin ihm sehr dankbar, wil er eine wichtige Diskussion angestoßen hat.

Darstellung: