Ihre Meinung zu: Unis verheimlichen medizinische Studienergebnisse

29. Dezember 2019 - 19:01 Uhr

Bei 93 Prozent aller medizinischen Studien an deutschen Unis werden die Ergebnisse nicht vorschriftsgemäß veröffentlicht. Das geht aus einer neuen Untersuchung hervor, die NDR, WDR und SZ vorliegt. Von Markus Grill.

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Veröffentlichungspflicht wäre wünschenswert

Man sollte die Fragen stellen dürfen, ob Universitäten, deren Finanzierung weitgehend durch Steuergelder bereit gestellt wird, nicht auch eine Pflicht haben sollten, der Öffentlichkeit gegenüber, die Ergebnisse Ihrer Forschung zu veröffentlichen und zugänglich zu machen.

Werde nicht schlau aus dem Artikel

Also es gibt eine EU-Datenbank und deutsche Unis berichten nur zurückhaltend. Berichten Unis aus anderen Ländern fleißiger? Wie angesehen ist dies Datenbank? Ist sie vielleicht ein politisch initiierter Rohrkrepierer?
Dann erfahre ich, es gibt auch noch eine deutsche Datenbank. Wird an die mehr berichtet und falls ja, warum verknüpft man die beiden nicht einfach?
Am lustigsten finde ich, dass es schon wieder 2 Meinungen darüber gibt, ob man überhaubt verpflichtet ist, Daten einzutragen. Ist das Gesetz so unklar und falls die Pflicht besteht, warum gibt es keine Sanktionen gegen die Nicht-Reporter?
Immerhin berichten die Mediziner anscheinend auf Tagungen. Das gibt Zitate für die Karriere, die Datenbank macht Arbeit.
Komische Geschichte...

Wo findet man Studienergebnisse?

In meiner gesamten Berufstätigkeit habe ich noch nie in einer europäischen Datenbank nach wissenschaftlichen Ergebnissen gesucht. Darum verstehe ich diesen Artikel nicht. Meist suche ich, z.B. nach Therapiestudien, auf Google Scholar, gelegentlich auch auf PubMed. Dort findet man alle veröffentlichten Studien, denn es ist für das wissenschaftliche Überleben entscheidend, dass der eigene Artikel gelesen und zitiert wird. Wenn man als Wissenschaftler seine Ergebnisse nicht veröffentlicht, ist die Karriere zuende, das Problem reguliert sich also von selbst.
Wenn leider in der Studie sich eine Therapie als unwirksam erweist, dann ist es leider viel schwieriger sie zu veröffentlichen, auch wenn dass Ergebnisse meist ebenso interessant ist. Das hängt damit zusammen, dass solche Ergebnisse für die Zeitschriften nicht so attraktiv sind. Das bedeutet für den Wissenschaftler oft, dass seine eigene Existenz bedroht ist.

Da frage ich mich doch,

warum sollen Menschen noch an Studien teilnehmen.
Mein Mann hatte an einer Studie zu ALS teilgenommen. Als er schon sehr eingeschränkt war, fuhren wir trotzdem regelmäßig ins Klinikum. Er meinte immer “mir hilft es nicht mehr, aber vielleicht anderen“.
Aktuell nehme ich seit August (nach einem Schlaganfall) an eben dieser Klinik an einer Studie teil. Mein Vater hatte Alzheimer und meine Mutter mit 48 Jahren einen Schlaganfall. Untersuchungen zeigen, dass Schlaganfall das Risiko einer vaskulären Demenz um 40% erhöhen.
Die Frage stelle ich mir nun: soll ich da weitermachen? Die Klinik, die mich betreut, schneidet hier nicht so gut ab. Der Zeitaufwand, der mit der Teilnahme einhergeht, ist für mich auch nicht ohne. Ich denke, ich werde das beim Termin im Januar ansprechen.

Traurig. Aber es hat Ursachen.

Es ist bedauerlich, dass Erkenntnisse und Daten nicht zur Verfügung gestellt werden und es widerspricht eigentlich den wissenschaftlichen Grundsätzen.

Es gibt meines Erachtens aber eine zentrale Ursache: Geld.
Unis sind von Drittmitteln abhängig. Eine nachvollziehbare Veröffentlichung von Informationen könnte gegen die Interessen von Pharmafirmen sein, die Drittmittel geben.
Wenn man seine Forschungsergebnisse veröffentlicht, könnte andere Institute bei Hinweisen auf Erfolg weitegehend daran arbeiten. Der "Vorsprung" wäre weg.
Es kostet Zeit, Daten vernünftig auszuarbeiten. Zeit, die man auch in andere Anträge bzw. Projekte investieren kann.

Aus den Erfahrungen mit Doktortiteln, gefälschten Studien oder unveröffentlichten Studien sollte man den wissenschaftlichen Ethos an den Unis noch einmal prüfen und ggf. selbständig Kontrollinstanzen einführen.

Unis verheimlichen medizinische Studienergebnisse

Wurden die Studien gesponsert von bestimmten Auftragsgebern?
Wenn ja, von welchen Auftraggebern?
Wurden Experimente an Patient*Innen vorgenommen?
Falls ja, wurden diese Patient*Innen darüber informiert, dass an ihnen Experimente vorgenommen werden sollten?
Falls ja, kamen Patient*Innen durch Experimente zu Schaden an Leib und Leben?
Welche Schäden sind nach Versuchen aufgetreten?
Gab es Mortalitäten durch Studienexperimente?
Wurden diese dokumentiert?
Gab es Schadensersatzforderungen gegen Uni-Kliniken?
Gibt es Fälle, die bis heute noch nicht juristisch entschieden worden sind?
Falls ja, waren die "Versuchspatient*Innen" gesetzlich versichert?
Falls ja, gab es unter den "Versuchspatien*innen" auch privat versicherte Patient*Innen?
....es gibt noch eine Fülle von Fragen, die im Zusammenhang mit bis heute nicht veröffentlichten Studienergebnissen ebenfalls gestellt und beantwortet werden müssten.
Wer geht diesen Fragen nach? Staatsanwaltschaften?

Aus der Nichtveröffentlichung

Aus der Nichtveröffentlichung von Ergebnissen auf einer EU-Datenbank auf ein “Verheimlichen” von Ergebnissen zu schließen, ist ein journalistisches Armutszeugnis!

Mit anderen Worten...

die nicht veröffentlichten Studien würden dem Umsatz der Pharmaindustrie schaden.

Bin selber Forscher

und finde den Artikel irreführend. Die Publikation von Forschungsergebnissen ist im eigenen Interesse - ohne macht man keine Karriere und bekommt keine/kaum Forschungsmittel. Allerdings möchte/muß man in renomierten Fachzeitschriften publizieren. Dies ist mühsam und zeitaufwändig und Studien werden oft abgelehnt. Neben dem Schreiben von Artikeln hat man meist viele andere Aufgaben in der Forschung, Lehre, Verwaltung, Krankenversorgung und Einwerbung von Drittmitteln. Außerdem sollten Ergebnisse natürlich "Wasserfest" sein bevor sie publiziert werden. Es dauert somit trotz üblicher 60zig Stundenwoche oft mehrere Jahre bis Studien veröffentlicht werden - dies jedoch als "Verheimlichen" zu bezeichen ist Unfug!

Spitze des Eisbergs

Peter Goetzsche, Hauptgründer des Cochrane-Instituts stößt mit seiner Kritik an der durch Pharma-PR und Korruption durchsetzten Gesundheitsbereich leider immer noch auf taube Ohren.

Ob Verschweigen von Nebenwirkungen oder Unterwanderung von Gesundheitsorganisationen bis hin zu verdeckter PR mittels Trollen und Agitierung gegen Konkurrenz(Naturheilkunde/Homöopathie):

Der Pharma Bereich bringt die meisten Profite und gilt deshalb auch als sehr hart umkämpft - mit allen Bandagen.

@18:16 von dr.bashir

"Komische Geschichte..."

Ja, ich sitze hier auch mit einem Fragezeichen im Gesicht. Ich könnte mir aber auch durchaus vorstellen, dass die Durchführung mancher Studien nicht so ganz den üblichen Standards entsprochen hat und wer möchte mit Schlamperei auffallen? In einem Vortrag kann ich Details zur Studie weglassen - das fällt nicht weiter auf. Was ich der Öffentlichkeit schriftlich überlasse, kann jederzeit überprüft und ggf. 'zerlegt' werden.

Ich erinnere mich an einen Disput mit einem Oberarzt über eine Studie, in der ein bestimmter Parameter einer Untersuchung dazu dienen sollte, bei komatösen Patienten eine Prognose abgeben zu können. Meine Frage, ob denn jemals untersucht worden sei, ob dieser - für gewöhnlich gar nicht gemessene Parameter - überhaupt bei allen gesunden Menschen nachzuweisen sei, wurde bis heute nicht beantwortet. Gesunde Probanden hatten wir mit dieser Fragestellung nicht untersucht und eine andere Arbeit dazu war auch nicht bekannt.

Ist doch komisch...

... zu meiner Studenten- und Jungakademiker-Zeit galt das Prinzip "publish or perish". Deshalb kam es selten vor, dass Studienergebnisse nicht publiziert wurden, eher im Gegenteil: Manchmal wurden sogar Banalitäten zu "wissenschaftlichen Publikationen" aufgeblasen, damit die Publikationenliste des Verfassers/ der Verfasser (manchmal bis zu 10!) länger wurde. Warum hat sich das so stark geändert? Wenn es offensichtlich nicht mehr die Zahl der Publikationen ist - welche sind dann heute die Kriterien für eine wissenschaftliche Karriere in der Medizin??

18:13 von Michael Franke

Veröffentlichungspflicht wäre wünschenswert

Man sollte die Fragen stellen dürfen, ob Universitäten, deren Finanzierung weitgehend durch Steuergelder bereit gestellt wird, nicht auch eine Pflicht haben sollten, der Öffentlichkeit gegenüber, die Ergebnisse Ihrer Forschung zu veröffentlichen und zugänglich zu machen.
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Unser Kultursystem ist davon gekennzeichnet, das ständig gesteigerte Steuergelder des Bürgers auch heute nicht einmal bis zu den Toliletten reichen.
*
Wen verwundert das Ergebnisse der hervorragensten Arbeiten nicht für den Bürger zur Verfügung stehen?

Medikamente ohne Wirkung?

Wer profitiert von der Nichtveröffentlichung? Der Verdacht liegt nahe, dass die Pharmaindustrie in der Lage ist, Studienergebnisse von den Universitäten nicht veröffentlichen zu lassen, die nachweisen, dass ein Medikament nicht die versprochene Wirkung hat.

Nach meiner Meinung gibt es Medikamente, die eine Wirkung haben, vergleichbar mit dem Placebo-Effekt. Mehr aber auch nicht. Sie sind praktisch überflüssig, der Patient braucht sie nicht. Aber diesen millionenfach verschriebenen Goldeseln will man wohl den Markt t erhalten.

Kontraproduktives System - für produktives System?

Gibt es hier ein kontraproduktives System für ein sehr lukratives produktives System?

Anders gefragt: Bereichern sich Systeme finanziell daran, dass man neue Systeme nicht veröffentlicht, - und diese somit dann auch niemand kennt?

Falls es so wäre, - wie sich nun ein ... Bauchgefühl-Eindruck ... einstellt, - dann vollzieht sich seit Jahren ein Verbrechen, welches nun durch den Staat die allerschlimmste und allerhärteste Strafe verdient; - nämlich eben genau baugleich das Schicksal der in der Praxis behandelbaren Unbehandelten ....

....seit Jahren!

Eine förmliche "Entschuldigung" müsste dann ebenso aber dann auch "ohne Schuld" dastehen.

Ist das so? - Herr Doktor, Herr Professor, Herr Studienrat, -- etc. p.p. ..? ..

@18:22 von Margareta K.

"Untersuchungen zeigen, dass Schlaganfall das Risiko einer vaskulären Demenz um 40% erhöhen.
Die Frage stelle ich mir nun: soll ich da weitermachen? Die Klinik, die mich betreut, schneidet hier nicht so gut ab. Der Zeitaufwand, der mit der Teilnahme einhergeht, ist für mich auch nicht ohne. Ich denke, ich werde das beim Termin im Januar ansprechen."

Die wesentliche Frage wäre zumindest für mich: Möchte ich über die Höhe des Risiko z.B. für eine Demenz überhaupt informiert sein? Meine bisherige Erfahrung: Man hat vor allem Möglichen Angst und dann erwischt ein irgendetwas, an das man zuvor nie gedacht hätte.

Unabhängig davon: Alles erdenklich Gute für Sie!

Dieser Skandal gefährdet Leben und Gesundheit von Patienten

„Alle diese Studien haben eines gemeinsam: Ihre Ergebnisse wurden auch mehr als ein Jahr nach Abschluss der Tests nicht in der EU-Datenbank über Medizinstudien veröffentlicht. Das heißt: Ärzte weltweit, die nach solchen Informationen suchen, können sie nicht finden und deshalb ihre Patienten nicht nach dem neuesten medizinischen Wissen behandeln“

Dass Menschen überall auf der Welt wegen dieser „Zurückhaltung“ von Daten womöglich einen konkreten gesundheitlichen Schaden in Kauf „hinnehmen“ müssen, ist ja eigentlich schon Skandal genug.

Aber dass das möglich ist, weil es offensichtlich NICHT als Selbstverständlichkeit angesehen wird, dass keine Leistungen ohne die vereinbarten „Gegenleistungen“ erbracht werden: „(...) Die öffentliche Förderung sollte davon abhängig gemacht werden, ob vorher durchgeführte Projekte in der vorgeschriebenen Weise veröffentlicht worden sind. "Und wenn sie das nicht sind, muss eben die Förderung solange ausgesetzt (...)“, setzt dem Ganzen echt die Krone auf.

@18:47 von rüsseltier

"...eher im Gegenteil: Manchmal wurden sogar Banalitäten zu "wissenschaftlichen Publikationen" aufgeblasen, damit die Publikationenliste des Verfassers/ der Verfasser (manchmal bis zu 10!) länger wurde. Warum hat sich das so stark geändert?"

Ich hatte nie den Eindruck, dass sich DAS geändert hat.

sehr unklarer Artikel - und wer/wem nutzt die Datenbank??

Wie Dr. Bashir treffend schrieb:
Der Artikel verwirrt. Wissenschaftler wollen, ja, müssen veröffentlichen, sonst ist die Karriere vorbei. Da werden notfalls Daten ausgemolken, bis "irgendetwas" herauskommt. (Unklare Ergebnisse lassen sich kaum, unerwartet fehlende Unterschiede zwischen Behandlungen nur schlecht veröffentlichen - dabei sind auch die relevant, da sie ggf. "klaren" Ergebnissen widersprechen.) Ihre Arbeit "verheimlichen" Wissenschaftler garantiert nicht. Es geht allenfalls darum, *wo* sie veröffentlichen.

Noch unklar ist mir der Sinn dieser Datenbank (EudraCT), von der ich noch nie gehört habe... genauso wenig wie von der deutschen Datenbank... (Ich werde morgen Kollegen einschl. Ärzte fragen, ob sie eine davon kennen und je nutzen. Vielleicht ja doch?) Denn: Wer genau / Wie viele nutzt/nutzen diese Datenbank... und wer die deutsche... und wozu füttern mehr US-Unis als europäische Unis eine Datenbank über in der EU (!) durchgeführte Studien!?

übrigens Wikipedia: EudraCT

Irgendetwas fehlt hier doch im Artikel...

Als W3 Prof. an einer der genannten Unis muss ich gestehen noch nie von dieser europ.DB gehört zu haben, aber eine Vielzahl an Publikationen im Bereich der translationalen Onkologie veröffentlichte. Wie mag sich diese Diskrepanz erklären?

Publikationen: als Wissenschaftler hat man ein fundamentales Interesse generierte Daten zu veröffentlichen. Veröffentlichen. Das ist das Schlüsselwort. Hier wäre es, um einer polemischen Berichterstattung entgegenzuwirken, angeraten einmal zu überprüfen, wie viele der Studien, deren Daten nicht in dieser europ.DB abgelegt wurden, tatsächlich aber der Fachöffentlichkeit in entsprechenden wiss. Journalen veröffentlicht wurden. Sicherlich beinhalten solche Publikationen nicht das gleiche Vol. an Daten, wie es in dieser europ.DB möglich ist zu deponieren. Aber wie auch schon erwähnt wurde: diese Ablage von komplexen Daten in einer spez.DB mit einem eigenen Datenformat macht Arbeit & ich vermute, dass es hierfür kein Geld gibt.

Wirklich ???

"Bei 93 Prozent aller medizinischen Studien an deutschen Unis werden die Ergebnisse nicht vorschriftsgemäß veröffentlicht."

Nach Lektüre des Artikels hege ich doch erhebliche Zweifel,ob dieses Statement so den Tatsachen entspricht ! Aber das könnte ja der Faktenfinder mal schnell eruieren........

Finanzierer der Studien

Wenn die Studien, wie ich annehme, von privaten Auftraggebern (z.B. Pharmafirmen) beauftragt und finanziert werden, gehören die Studienergebnisse erstmal den Auftraggebern. Daß diese ein (wirtschaftliches) Interesse an der Nicht-Veröffentlichung haben, ist klar ...

Veröffentlichen die Uni's die Studien eigenmächtig und ohne Einverständnis der Auftraggeber, käme das einem Diebstahl geistigen Eigentums gleich und mit dem neuen Urheberrechtsgesetz wird das ein teurer Spass für die Uni's.

Die öffentlichen Mittel, die die Uni's bekommen, dürften gerade mal für den Regel- und Bildungsbetrieb reichen.

Mann beißt Hund

"Verheimlichen" klingt ein bißchen nach Machenschaft im Dunkeln, dabei handelt es sich offensichtlich um ein Systemfehler: Die Wissenschaftler werden mit Veröffentlichungen so lange vorsichtig sein, bis sie nicht mehr mit urheberrechtlichen Aspekten oder Schadensansprüchen etc allein gelassen werden.
Hat die Tagesschau so ein Boulevardaufmacher nötig?

Was sich hier im Forum offenbart...

(Scheußlich, wenn auch leider wenig verwunderlich finde ich, daß in diesem Forum gleich mehrere Kommentatoren den Wissenschaftlern unterstellen, sie würden Forschungsergebnisse absichtlich unterschlagen, am besten noch, um dubiosen Pharmakonzernen zu gefallen.

Das zeigt mir einfach nur, wie schnell heute irgendwelchen Menschen, die die Kommentatoren nicht kennen, niedrigste Beweggründe unterstellt werden - ohne daß die Untersteller sich auch nur halbwegs informiert hätten. Einfach mal unterstellen, macht ja nichts, oder?

Die bösen Politiker, die bösen Wirtschaftsbosse, die bösen Wissenschaftler, die bösen XYZ. Ernsthaft, in welcher platten Verschwörungswelt leben manche Menschen?? Wer muß sich hier blitzschnell moralisch über wen erheben?? Und was heißt das für unsere Gesellschaft, wenn Entscheidungsträger von Ahnungslosen permanent zu (Halb- oder Voll-)Kriminellen erklärt werden? Erschreckend.)

Als an einer Universität …

… forschender Wissenschaftler ist mir nicht bekannt, ob ich meine Resultate veröffentlichen muss, aber falls das so sein sollte, hätte man den entsprechenden Paragraphen ja einfach kurz benennen können. Statt dessen steht Behauptung gegen Behauptung.
Ich veröffentliche meine Resultate - wenn ich sie für veröffentlichungswürdig halte - da, wo es mir beliebt. Das haben die Kollegen lt. Artikel ja wohl auch getan. Wer dann keine Lust hat, dort nachzuschauen, der lässt es halt.
Und was die Finanzierung angeht: die Mittel für meine Forschungen werbe ich weitgehend selbst ein, vom Staat kommt da nicht viel. Mir persönlich - und das geht sicherlich vielen Kollegen ebenso - ist es egal, ob diese wenigen Mittel auch noch zusammengestrichen werden. Das macht keinen Unterschied.

nix verheimlicht

"Unis verheimlichen medizinische Studienergebnisse"
Diese Überschrift ist irreführend und falsch. Ergebnisse medizinischer Studien werden in annerkannten Fachzeitschriften und auf Kongressen veröffentlicht. Ob sie in einer kaum genutzten europäischen Datenbank auftauchen, ist völlig irrelevant. Fachzeitschriften bewerten Studien vorab und verhindern so die Veröffentlichung von "Studienmüll". Diese Funktion hat die europäische Datenbank nicht und so ist ihr Nutzen minimal. In Fachpublikationen veröffentlichte Studien werden via PubMed gesucht und gefunden. Von "verheimlichen" kann nur ein Journalist reden, der sich nicht auskennt.

EudraCT...

...ist kein (primärer) Weg, Ergebnisse zu veröffentlichen, sondern das Protokoll der geplanten Studie.
Allerdings ist die europäische Variante relativ jung; in der Regel (und so haben wir es auch gemacht) legt man sein Protokoll bei clinicaltrials auf, dem amerikanischen Pendant mit der längeren Geschichte.
Und noch weniger als Protokolle sucht man Ergebnisse bei der europäischen Datenbank, das macht man, wie schon von fimm beschrieben, in Datenbanken, die die publizierten Artikel zusammenfassen; es gibt davon einige, PubMed ist die mit Abstand grösste.
Daher ist der Artikel irreführend, was schade ist. Es gibt durchaus Dinge, die im Wissenschaftsbetrieb zu verbessern wären, auch was die Zugänglichkeit von Ergebnissen betrifft, Eudra gehört nicht dazu.
@Margareta K: reden Sie mit ihrem Arzt, das ist eine gute Idee, aber brechen Sie wegen einem so schlechten (und falschem) Artikel die Studie nicht ab.

was läuft hier schief?

Natürlich müssen hier Konsequenzen folgen. Es kann nicht sein, dass hier (teilweise noch mit Fördergeldern finanziert) Studien der Allgemeinheit vorenthalten werden.

Werden doch Hochschulen durch Steuergelder finanziert, so müssen auch deren Erkenntnisse zum Nutzen aller zugänglich sein.

Ich könnte mir Gruende denken warum keine Veröffentlichung

Also ich könnte mir was denken, warum diese Ergebnisse nicht veröffentlicht wurden:

https://www.tagesschau.de/investigativ/ndr-wdr/medizinstudien-101.html

Im Februar 2016 beendete die Berliner Charité eine Studie mit einem Medikament bei Patienten mit Multipler Sklerose. Im Dezember 2017 beendete die TU München eine Studie mit Insulin bei kleinen Kindern mit Diabetes. Und im März 2018 beendete die Medizinische Hochschule Hannover eine Studie mit einem neuen Medikament bei Krebspatienten, die nicht mehr operiert werden können.

Eventuell waren diese Studien nicht so erfolgreich wie gedacht und eventuell bringen diese Sachen nicht den gewollten Nutzen. Und eventuell sollen diese Studien erst noch durch weitere Studien verifiziert werden, bevor die Ergebnisse veröffentlicht werden. Bei sowas sollte grundsätzlich immer Gruendlichkeit VOR Schnelligkeit gehen. Das machen die Unis schon richtig so im Gegensatz zu den Konzernen.

das ist schlimm

das ist sogar sehr sehr schlimm!

wenn nun auch die bildungseinrichtungen nicht mehr am gemeinwohl orientiert und interessiert sind, dann ist die gesellschaft am zerfallen. die neue zeit hat sich nicht in den köpfen der gebildeten festsetzen können oder anders gesagt, so gebildet sind sie dann auch nicht gewesen. professoren verdienen viel geld aber die freie wirtschaft noch viel mehr. das große dilemma unserer zeit. politik und wirtschaft wollen beide seiten jeweils einfach nicht trennen. der grund wurde hier nun in der forschung mal wieder klar...gewinn gegenüber dem anderen...nichts von win&win!

Erfolgreiche Studien sollten veröffentlicht werden

Zwar wäre es wuenschenswert, wenn die Ergebnisse von erfolgreichen Studien veröffentlicht wuerden weil sowas zum Nutzen von allen wäre:

https://www.tagesschau.de/investigativ/ndr-wdr/medizinstudien-101.html

Doch 17 deutsche Universitäten teilen gar keine Ergebnisse ihrer Studien im europäischen Register. Das Klinikum der Universität München schuldet der Öffentlichkeit Daten zu 29 Studien, die TU München zu 27 und die Medizinische Hochschule Hannover zu 26. Manche dieser Studien sind seit vielen Jahren beendet. Es geht dabei um Depressionen, Krebs, Parkinson und andere schwere Krankheiten.

Aber diese Unis sollten schon ein Recht haben, zu sagen warum sie nicht veröffentlicht haben.

Welche Rechtsgrundlage existiert dafuer??

Und warum können die verpflichtet werden, zu veröffentlichen, wenn es auf EU-Ebene und in Deutschland dazu keine gesetzliche Grundlage gibt??

https://www.tagesschau.de/investigativ/ndr-wdr/medizinstudien-101.html

Die Universität Freiburg, die der Untersuchung zufolge die Ergebnisse von 14 Studien nicht veröffentlicht hat, teilt auf Anfrage mit, dass die Veröffentlichung in der EU-Datenbank "sehr aufwändig" sei, weil "die Einzelergebnisse eingegeben werden müssen", außerdem gebe es "keine gesetzliche Verpflichtung" zur Veröffentlichung in der EU-Datenbank.

Das sieht das zuständige Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) jedoch anders. Es betont auf Anfrage, dass "alle relevanten ergebnisbezogenen Informationen […] in der EU-Datenbank […] öffentlich zugänglich sein müssen".

Wo steht das denn in welcher Rechtsgrundlage (Gesetz, Verordnung oder sonstige Regeln)?? Aber es wäre schön, wenn solche Erkenntnisse geteilt wuerden.

Vielleicht haben Pharmaunternehmen in deutschen Unis

zu viel Einfluß. Von daher wundert mich diese Meldung nicht. Wenn es um Geld geht, ist der Patient plötzlich nicht mehr im Fokus! Was wenn eine Studie bestimmte Medikamente in Frage stellt??

nicht veröffentlichen = verheimlichen?

Das ist ja so absurd, das kann man doch nicht ernsthaft so darstellen; selbst als nicht-Akademiker muss einem doch auffallen, dass das Mumpitz ist.

Es kann viele Gründe geben kann, warum etwas nicht veröffentlicht wird, z.B. aus dem banalen Grund, dass es niemanden mehr gibt, der die Ergebnisse aufschreiben und veröffentlichen könnte (Verträge enden, Menschen kündigen...), dass die Veröffentlichung abgelehnt wurde, dass die Methodik nicht den eigenen qualitativen Ansprüchen genügte um überhaupt für eine Veröffentlichung in Erwägung gezogen zu werden und vieles mehr.

Ein böser Kommentar kann da nicht ausbleiben:
Wer solche Artikel schreibt und veröffentlicht, kann wahrscheinlich nicht nachvollziehen, warum mangelnde Qualität ein Veröffentlichungshindernis sein soll...

Artikel falsch aufgemacht

Es geht nicht um eine Nichtveröffentlichung, sondern nur um "Missachtung" der EU Datenbank.

Wer als Forscher sich einen Überblick über neueste Forschungsergebnisse und laufende Studien verschaffen will, muss vor allem Tagungen und Fachliteraturzeitschriften und Eigenausgaben der Unis recherchieren. Nur Datenbanken anzapfen reicht nicht, sondern für weitergehende Informationen muss jedem Hinweis nachgegangen und persönlicher Kontakt mit den Wissenschaftlern der interessierenden Studien gesucht werden. Es ist Humbug zu behaupten, Studienergebnisse würden absichtlich "verheimlicht". Vielmehr ist es Aufgabe aus der Fülle der vorhandenen die relevanten zu filtern.

Aufgaben der ARD

Bruckner, Schaaber und erst recht Windeler sind absolut ehrenwerte Personen ohne jede Hintergedanken.
Haha
Wer bezahlt das IQWiG?,die Kassen ohne den Beitragszahler zu fragen - welche lebenslange Schäden an Leib und Leben durch Ihr unkontrolliertes Treiben, nur um den Kassen Kosten zu sparen, sollen noch entststehen?
Einfach mal selbst zur Buko oder Transparimed recherchieren..

Nicht jede Story ist eine Story für Qualitaetsmedien.
Schade.

Eine gute Maßnahme wäre, Unis zu verpflichten,

alle nichtöffentliche Spenden und Fördergelder anzumelden und, sollten Pharmaunternehmen Studien beeinflussen, diese hart zu bestrafen! Auch sollten Studien nur noch gefördert werden, wenn die Ergebnisse veröffentlicht werden. Wer nicht veröffentlicht, soll auch keine Elite Uni werden können. Ich glaube, dann klappt es etwas besser!

@Frank61

"Bin selber Forscher und finde den Artikel irreführend. Die Publikation von Forschungsergebnissen ist im eigenen Interesse - ohne macht man keine Karriere und bekommt keine/kaum Forschungsmittel. "

Ich möchte dem und auch dem Rest zustimmen. Es werden eher viele und unnötige Studien veröffentlicht. Um die Karriere und Titel werden unfertige und ungenaue Studien veröffentlicht. Viele der Studien untersuchen ihre Ergebnisse nicht kritisch. Es werden Korrelationen festgestellt ohne die Kausalität abgeklärt zu haben. Dadurch entstehen vielmals falsche Eindrücke, Meinungen und Therapieansätze. Nur deswegen werden Patienten ungenügend oder sogar falsch behandelt, weil viele Ärzte sich auf solche Studien berufen. Es gibt in meinem Tätigkeitsbereich viele unterschiedliche Meinungen und Therapien. Unnötige Medikationen und Kosten.
Fakt ist:
Es gibt viele unqualifizierte Studien, die nicht aufklären sondern eher die Menschen oder Therapeuten (leider auch die Ärzte) verwirren. Sogar fehlleiten.

Warum werden diese Studien

""Alle diese Studien haben eines gemeinsam: Ihre Ergebnisse wurden auch mehr als ein Jahr nach Abschluss der Tests nicht in der EU-Datenbank über Medizinstudien veröffentlicht. Das heißt: Ärzte weltweit, die nach solchen Informationen suchen, können sie nicht finden und deshalb ihre Patienten nicht nach dem neuesten medizinischen Wissen behandeln.""
#
Nicht Weltweit vernetzt. Das sind doch wertvolle Berichte für die Wissenschaft. Das frage ich mich ?

Nun, das müssten die Ärzte

dann auch lesen...
Habe eher den Eindruck das die meisten Ärzte nicht wirklich auf dem laufendem sind.
Scheint nach der ganzen Ausweniglernerei im Studium keinen Spass zu machen das Gelernte zu revidieren.
Aber was solls, die KI wird die Ärzte in wenigen Jahrzehnten eh ersetzen. Die kann nämlich viel schneller, exakter und eben immer wieder neu lernen.

Ändern

Es ist eine Frechheit der Universitäten wie Sie sich verhalten.

@ Anna-Elisabeth

Welcher Parameter war es den? Mir würde jetzt nur die NSE einfallen, die aber durchaus schon an gesunden Untersucht wurde.

@Redaktion
Tut mir schrecklich leid aber die Artikelüberschrift ist eher Bildzeitungsniveau.

Das die fehlende Eintragung in dieser Eurodatenbank nicht gut ist verstehe ich, jedoch höre ich selber gerade zum Erstenmal davon.
Studien werden meisten tatsächlich auf Tagungen, Kongressen und in Fachzeitschriften vorgestellt. Was leider stimmt ist, dass Studien in denen Techniken nicht funktioniert haben ( egal ob Medizin, Physik,Bio) da nicht angenommen werden. Das Problem is bekannt und heisst Publikationsbias.
Das führt dann leider ggf auch dazu, dass vlt. die gleiche Erfolglose Idee 10x auf der Welt umsonst untersucht wird. Die Zeit und Resourcen sind dann verschwendet.

@ Margareta K., um 18:22

Ihre familiären Schicksale tun mir außerordentlich Leid.

Sollten Sie sich von Ihrer Teilnahme an der Studie auch nur die geringsten Chancen - für wen auch immer - versprechen, stellen Sie die entsprechenden Leute zur Rede!
Ich hoffe, dass man Sie ohnehin, so gut das eben möglich ist, auf dem Laufenden gehalten hat; immerhin sind Sie das, entschuldigen Sie, “Versuchsobjekt“, ohne das eine derartige Studie überhaupt nicht möglich wäre - somit ist man Ihnen m. E. weitestgehende Aufklärung und Information schuldig.

Sturm im Wasserglas

Aus dem Bericht geht eindeutig hervor, dass die Forschungsergebnisse veröffentlicht werden - was die Fachleute unter den Foristen auch bestätigen. Es geht nur um die Frage, auf welcher Plattform sie veröffentlicht werden. Es ist leider nicht die Plattform, die die EU betreibt, sondern andere, ebenso allgemein zugängliche Plattformen. Bei der EU-Plattform handelt es sich wohl auch nicht um eine eigentliche Veröffentlichungsplattform, sondern eine Datenbank, wo, wie ich es als Laie verstehe, die Protokolle, also Vorgehensweisen beschrieben werden. Also wird eher nicht die Nutzung der Ergebnisse sondern die Replizierbarkeit unterstützt. Damit ist die ganze Diskussion hinfällig. Wenn hier sofort irgendwelche Verschwörungstheorien gegen die Pharmaindustrie gestartet werden, zeigt sich nur, wie anfällig Leute auf solche Zeitungsenten sind.

@19:32 von Egleichhmalf

"Ich veröffentliche meine Resultate - wenn ich sie für veröffentlichungswürdig halte -..."

Ich meine, irgendwo gelesen zu haben, dass es bedauerlich sei, dass gerade die Studien, die entäuschende Ergebnisse zeigten, bzw. nicht die erhofften, nicht veröffentlicht würden.
Schließlich ist ja auch die Nichtwirksamkeit einer Therapie von Interesse und kann andere davon abhalten, Zeit mit ähnlichen Versuchen zu vergeuden. Wie sehen Sie das?
(ernstgemeinte Frage)

20:22 von Horas

nicht veröffentlichen = verheimlichen?

Das ist ja so absurd, das kann man doch nicht ernsthaft so darstellen; selbst als nicht-Akademiker muss einem doch auffallen, dass das Mumpitz ist.

Es kann viele Gründe geben kann, warum etwas nicht veröffentlicht wird, z.B. aus dem banalen Grund, dass es niemanden mehr gibt, der die Ergebnisse aufschreiben und veröffentlichen könnte (Verträge enden, Menschen kündigen...), dass die Veröffentlichung abgelehnt wurde, dass die Methodik nicht den eigenen qualitativen Ansprüchen genügte um überhaupt für eine Veröffentlichung in Erwägung gezogen zu werden und vieles mehr.

Ein böser Kommentar kann da nicht ausbleiben:
Wer solche Artikel schreibt und veröffentlicht, kann wahrscheinlich nicht nachvollziehen, warum mangelnde Qualität ein Veröffentlichungshindernis sein soll...
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93 % unnütz geförderte, überflüssige Forschung?

Veröffentlichungsbias

nennt man das, und es ist seit vielen Jahrzehnten die Regel, nicht die Ausnahme. Schon ein kleines Wunder, dass jetzt die breite Öffentlichkeit davon erfährt, doch die Fachwelt weiß längst, dass nur die von der Pharmaindustrie gewünschten Ergebnisse das Licht der Öffentlichkeit erblicken, die viel zahlreicheren gegenteiligen Erkenntnisse dagegen verschwinden. Wenn man weiß, wie Forschung und Professoren finanziert werden, verwundert das nicht. Es geht nicht um die Wahrheit, es geht um Gewinne. Aber ist das nicht überall so, dank unseres so segensreichen Neoliberalismus?

Geldhahn...

Zitat aus dem Artikel:
>>Arznei-Prüfer Windeler fordert Konsequenzen: Die öffentliche Förderung sollte davon abhängig gemacht werden, ob vorher durchgeführte Projekte in der vorgeschriebenen Weise veröffentlicht worden sind. "Und wenn sie das nicht sind, dann muss eben die Förderung solange ausgesetzt werden, bis die Ergebnisse da stehen, wo sie stehen sollten."<<
Dem ist nichts hinzuzufügen.

@19:42 von vibackup

"...ist kein (primärer) Weg, Ergebnisse zu veröffentlichen, sondern das Protokoll der geplanten Studie.
Allerdings ist die europäische Variante relativ jung; in der Regel (und so haben wir es auch gemacht) legt man sein Protokoll bei clinicaltrials auf, dem amerikanischen Pendant mit der längeren Geschichte.
Und noch weniger als Protokolle sucht man Ergebnisse bei der europäischen Datenbank, das macht man, wie schon von fimm beschrieben, in Datenbanken, die die publizierten Artikel zusammenfassen; es gibt davon einige, PubMed ist die mit Abstand grösste."

Danke für die Aufklärung.

"Daher ist der Artikel irreführend, was schade ist."

Ihr Kommentar zeigt, dass auch ich mich in die Irre habe führen lassen.

@ Egleichmalf, um 19:32

Für die Untersuchungen für meine Dissertation erhielt mein Doktorvater Geld von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG).
Diese erwartete(!), dass meine Ergebnisse in einer wissenschaftlichen Zeitschrift publiziert würden.
Allerdings war ich nicht im medizinischen, sondern im naturwissenschaftlichen Sektor beheimatet - das mag ein entscheidender Unterschied sein.
Wenn Sie das Geld für Ihre Forschungen selbst einwerben, sind Sie allenfalls Ihrem Gewissen was schuldig.

NATÜRLICH werden Studienergebnisse veröffentlicht...

... aber nicht auf dieser europäischen Plattform, von welcher ich ehrlicherweise noch nie gehört habe. Sondern eben in Fachjournalen, deren Artikel in meist US-Datenbanken (z.B. MEDLINE) gelistet werden. Die Abstracts (Zusammenfassungen) sind kostenfrei verfügbar, viele Voll-Artikel sind das auch und andere muss man käuflich erwerben. In der Medizin ist die Forschung eben sehr US-lastig. Das könnte man sicherlich kritisieren, jedoch könnte man den Artikel so deuten als ob die Ergebnisse unterschlagen werden. Das ist aber nicht der Fall, die Artikel werden durchaus publiziert.

20:49 von pepe79 @ Anna-Elisabeth

"Welcher Parameter war es den? Mir würde jetzt nur die NSE einfallen, die aber durchaus schon an gesunden Untersucht wurde."

Es handelte sich um die sogenannte N 70-Welle bei den Somatosensibel evozierten Potentialen (SSEP).

Durchaus möglich, dass dies inzwischen geklärt ist. Mein Disput mit dem Oberarzt ist lange her.

Kriminell

Die Studien wurden mit öffentlichen Mitteln finanziert. Eine Nicht-Veröffentlichung ist aus meiner Sicht krininell.Man sollte den Unis den Geldhahn zudrehen. Ohnehin astronomisch was für Gelder in den Unis verbrannt werden.

Medizin, einäugige unter den blinden

Also ein Jahr nach Schließung der Datenbank publizieren ist echt sportlich. Zumal Zeitschriften, Gutachter & Co ja auch noch mitmischen wollen. Und wenn nichts rauskommt, will es eh keine Zeitschrift haben, die schauen ja auch nur auf ihren impact Faktor (sowas ähnliches wie Klickzahlen).

Medizin ist noch halbwegs reguliert, siehe ICH und EMA guidelines. In anderen Bereichen ist es schlimmer, Psychologie, Ernährungswissenschaft, da wird geschönt, gepfuscht, gewürfelt, und zur Not auch mal gelogen, damit die Ergebnisse passen. Nach replication crisis googeln, dann weiß man, wo die Steuern verbrannt werden.

18:22 von Marga

"" Die Frage stelle ich mir nun: soll ich da weitermachen? Die Klinik, die mich betreut, schneidet hier nicht so gut ab. Der Zeitaufwand, der mit der Teilnahme einhergeht, ist für mich auch nicht ohne. Ich denke, ich werde das beim Termin im Januar ansprechen.""
#
Ich wünsche Ihnen für Ihre Genesung viel Erfolg.Ich denke Sie sollten an den Studien weiterhin teilnehmen,so wie es auch Ihr Mann zur ALS Studie getan hat. Das denke ich doch das ist Ihrerseits ein wertvoller Beitrag und kann Anderen helfen.

@ Horas, um 22:22

Wenn Sie sich die Zahlen der Nichtveröffentlichungen, z. B. an der Charité, anschauen werden Sie zugeben müssen, dass das, was Sie an möglichen Gründen anführen, mehr als unwahrscheinlich ist.
Forschung wird in der Regel nicht von Unfähigen betrieben.
Die Gründe liegen offensichtlich ganz woanders.

Konsequenz

Ein Staat, der seine Universitäten nicht so alimentiert, dass dort selbständig geforscht werden kann, braucht sich nicht wundern, wenn diejenigen, die die Studien bezahlen, auch die Ergebnisse nur für sich haben wollen.
Daneben belasten wir die Leute in der Forschung auch noch mit einer überbordenden Bürokratie, dass sie meistens nicht einmal die Zeit haben, das, was sie veröffentlichen dürfen, in die von der Bürokratie vorgesehenen Datenbanken einzutragen.

Warum werden die Studienergebnisse nicht veröffentlicht?

Werden die Studienergebnisse nicht veröffentlicht, weil womöglich wertvolles, durch viel Fleiß erworbenes know-how an die Öffentlichkeit gelangen würde?

Liegt es im Interesse einzelner Personen oder Institutionen, erworbene Kenntnisse für sich zu behalten?

Wenn ja, warum ?

"keine gesetzliche Verpflichtung"

ja was jetzt
muß man oder muß man nicht

Empfehlung

Jedem Wissenschaftler dreht sich der Magen um.
Das hat 2.klassiges Boulevardmedienniveau.
Das ist nicht das Niveau unserer TS.
Vielleicht liegt es an der Ferienbesetzung oder dem Jahreswechsel-Loch.
Trotzdem ...muss das sein?
Wenn man merkt das man auf ein falsches Pferd gesetzt hat, kann man sich auch revidieren...wie wärs?
Der Spiegel hats vormachen müssen....

Schon interessant

Hier wird reflexartig auf Fachblätter und Seminare hingewiesen. Da gibt es auch eine nette Dokumentation über einen Reporter, Chia und Demenz, die genau auch diese Aspekte in Frage stellen.
Warum nicht mehr Demokratie wagen und auch unperfekte Studien einstellen? Da ist auch die Möglichkeit des Nachjustieren der Daten schwerer. Wenn die Studie vorbei ist, können die Daten quasi gleich veröffentlicht werden. Das hilft bei der Wahrheitsfindung ungemein.

Dann dreht den Geldhahn zu

Keine Veröffentlichungen , dann keine Gelder und Personalkosten durch Steuergelder und Krankenkassengelder , wenns dem Kranken nicht zu Gute kommen soll, dann einfach Geld kappen oder solche Studien finanzieren , wo innerhalb von 12 Monaten die Ergebnisse eingestellt werden in den Datenbanken , sondern Rückzahlungspflicht im Vertrag .

Bei mit öffentlichen Geldern ...

...geförderten(Forschungs)Projekten besteht meines Wissens immer die Verpflichtung, die Ergebnisse zumindest an den Förderer zu veröffentlichen. Auf der Webseite des DIMDI findet man ausreichend Infos zu klinischen Studien mit Menschen als Probanden. Die Unis sollten das auch wissen. Es gibt auch kostenpflichtige Datenbanken u.a. FIZ Karlsruhe, FIZen und WTI Frankfurt für Patente, Wissenschaft, Technik, sich auf das kostenlose WWW zu verlassen ist naiv.

@Anna-Elisabeth

Als Teilwerkzeug der gesamtbeurteilung kann das vlt. ein Baustein sein jedoch alleine gände ich es auch fragwürdig.
Klar, kommt am Kortex nix an is die Leitung zwischendurch unterbrochen und man kriegt auch die Höhe mit verschiedenen Ableithöhen raus aber das is ja dann immernoch nur eine Qualität, die visuellen, die vom Gehör +EEG sollten schon mindestens mit untersucht werden. + natürlich alles andere was halt bekannt ist, cT und MRT Befund, Labor, Klinik ect.....

um 18:22 von Margareta K.

warum sollen Menschen noch an Studien teilnehmen.
Mein Mann hatte an einer Studie zu ALS teilgenommen. Als er schon sehr eingeschränkt war, fuhren wir trotzdem regelmäßig ins Klinikum. Er meinte immer “mir hilft es nicht mehr, aber vielleicht anderen“.

Re
Nein eher ist es in DE billig ,in den USA zahlt man richtig Geld ,falls es schiefgeht und die Bedingunen für das Testen an Menschen lang und schwierig zu bekommen .In DE einfach und na ja wenn es .... Pech für das Opfer ist gleich Glück für Konzerne.

Veröffentlichung vs. Datenbank

Ich finde ebenfalls den Artikel missverständlich!

Die Studien SIND veröffentlich worden bzw. die Forscher sind dabei, denn so etwas dauert u.U. gut und gerne mehrere Jahre!!! Und sehr oft werden die Ergebnisse von den Journalen abgelehnt, beispielsweise weil Tierversuche fehlen oder noch nachgearbeitet werden muss (wie wohl alle Artikel in Presse, Forschung und Medizin).

Viele dieser Studien sind auch in eine Datenbank geladen worden. Nur war es NUR die nationale Datenbank! Hier ist also gar nichts "verheimlicht" worden, es war nur nicht zusätzlich zu all den anderen Publikationspflichten das Hochladen in die europäische Datenbank. Wenn man den Unis etwas vorwerfen kann, dann ist es der Mangel an Information und Weitergabe dieser Auflage an die Studiendurchführenden (Unkenntnis) sowie der Vergabe der nötigen Zeit für das Eintragen in diese Datenbank!

@ eli, um 20:23

Ich sehe das genau anders herum:
Es ist doch vorsintflutlich, wenn jeder Forscher, der sich über neueste Forschungsergebnisse informieren will, sich auf diese Weise mühselig und kostenaufwändig schlau machen soll, wenn er das mit wenigen Klicks könnte.
Sollte er mehr wissen wollen, bleibt ihm immer noch die Möglichkeit der persönlichen Kontaktaufnahme.

Hoffe, dass durch

einige der Kommentare hierlargeworden ist, dass

- Forscher ein ureigenes Interesse daran haben zu veröffentlichen

- die genannte EU Datenbank auch unter Fachleuten wenig bekannt ist

- nicht selten eher zu voreilig als zu spät publiziert wird

Der Artikel sehr wenig fundiert und grob irreführend bis einfach falsch ist

@20:52 von Anna-Elisabeth

„Schließlich ist ja auch die Nichtwirksamkeit einer Therapie von Interesse und kann andere davon abhalten, Zeit mit ähnlichen Versuchen zu verschwenden“

Das sehe ich wie Sie! Und wenn ich es richtig verstanden habe, wurde das ja auch veröffentlicht, aber eben woanders.

@21:06 von harry_up

Sicher, wenn man das mit den Geldgebern vereinbart, sollte auch veröffentlicht werden.

Im Allgemeinen versucht jeder Wissenschaftler, möglichst viel zu veröffentlichen. Aber er sucht sich natürlich das Medium aus, welches er/sie für am Geeignetsten hält.

21:56 von heinzb aus nrw

Dann dreht den Geldhahn zu

Keine Veröffentlichungen , dann keine Gelder und Personalkosten durch Steuergelder und Krankenkassengelder , wenns dem Kranken nicht zu Gute kommen soll, dann einfach Geld kappen oder solche Studien finanzieren , wo innerhalb von 12 Monaten die Ergebnisse eingestellt werden in den Datenbanken , sondern Rückzahlungspflicht im Vertrag .
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Aber bei 93% hat das System doch eigentlich bishergut funktioniert?

Darauf gibt es exakt zwei

Darauf gibt es exakt zwei Antworten: Eitelkeit und Korruption.

Klar wird vieles an

Klar wird vieles an Forschungsergebnissen nicht veröffentlicht, das kann dann z.B. die Pharmaindustrie für‘n Appel und n‘ Ei abkaufen und hinterher fast unbezahlbare Preise für ‘ihre Neuprodukte‘ verlangen. Als Begründung heißt es dann, dass sie ja so viele Milliarden in die ‘Entwicklung‘ stecken mußten. Wohl damit das immer so weiter geht, wird ja auch von Politikerseite mit schmalsten Forschungsbudgets dafür gesorgt, dass es so bleibt und so die Industriescouts immer wieder in den dünn bezahlten Instituten als Aufkäufer die Ergebnisse aus mühsamster Geduldsarbeit für ein paar Euro und vielleicht noch einen kleinen Zuschuss für dringend notwendige Labortechnik, die man sich mit den lächerlichen Forschungshaushalten nie leisten kann, ‘mitnehmen‘. Also dann weiter im Hase und Igel Wettlauf, genannt Forschung, oder noch schlimmer, Grundlagenforschung.

Unis verheimlichen Ergebnisse

Mit Verlaub. Der Artikel hat bildzeitungsniveau.
Von der irreführenden falschen Überschrift angefangen bis zur fachlichen Unkenntnis die sich in jeder Zeile offenbart. Meinungsmache und schlechter journalismus.

BLÖD-Niveau

Der "Artikel" bewegt sich wirklich auf dem Niveau der BLÖD, was er an Hetze auslöst, kann man sich in diesem Forum erschreckenderweise anschauen. Den angegriffenen Universitäten kann man nur raten, sich auch juristisch gegen solche Verleumdungen zu wehren.

Ich fürchte leider, ...

...dass sich die Journalisten zu sehr auf die Ergebnisse der
britischen Organisation Transparimed und der deutschen BUKO Pharmakampagne verlassen, ohne gründlich andere Quellen zu untersuchen. Das Manko, dass in der EU-Datenbank zu den dort registrierten Projekten keine Ergebnisse, ob positiv oder negativ, zu finden sind, ist dennoch sehr kritik würdig. Auf diese "Verpflichtung" hat man sich schon 2013 in Helsinki in der Deklaration des Weltärztebundes verständigt.

Alles Gute für Sie

@Margareta,
geben Sie nicht auf, wenn Sie selbst ein gutes Gefühl und Vertrauen zu den Ärzten haben. Ich habe selbst auch schon an Studien teilnehmen wollen, reichlich überlegt. Ich passte jedoch nicht ausreichend zu den gewünschten Probanden.

Skandal?

So ganz verstehe ich die Aufregung um diesen vermeintlichen Skandal nicht.

Die gesetzliche Regelung auf deren Basis eine Veröffentlichung verpflichtend ist, ist ungenau dahingehend, wo diese Veröffentlichung erfolgen muss. Sofern also Unis die Ergebnisse - wenn auch nur in einer dt. Datenbank - hinterlegt haben, haben die Unis meiner Meinung nach der gesetzlichen Auflage Genüge getan. Und da wo eine Veröffentlichung auch 1 Jahr nach Projektende nicht veröffentlicht wurde, kann es auch daran liegen, dass alle bereits an anderen Projekten arbeiten, sodass sich eine solche Veröffentlichung durchaus auch mal verzögern kann.

Die Frage ist in meinen Augen aber, warum man solche (wichtigen) Ergebnisse in einer ausschließlich nationalen Datenbank hinterlegt, auf die kaum jemand weltweit zugreifen kann? Warum veröffentlicht man sowas per se international, um das Know-How zu "poolen" und bessere Forschungsergebnisse zu generieren.

Veröffentlichungspflicht?

Besteht für medizinische Studien überhaupt eine rechtliche Veröffentlichungspflicht in dieser EU-Datenbank oder ist dies wieder einmal nur EU-Bürokratenwunschdenken? Wissenschaftler sind im Allgemeinen schon an Veröffentlichungen interessiert, dienen sie doch letztendlich als Beleg ihrer Forschungsarbeit und ihrer wissenschaftlichen Kompetenz. Auch in anderen Forschungsbereichen gibt es Datenbanken, doch dort werden die Informationen von den Datenbankbetreibern eingepflegt und nicht von den Wissenschaftlern; Beispiele hierfür sind CAS-online, Beilstein, Gmelin oder ChemInform. Ich selbst habe für eine der Datenbanken gearbeitet und weiß daher auch wie viel Arbeit mit der Aufbereitung der Daten verbunden ist. Diese verantwortungsvolle Aufgabe übernehmen daher Profis, die sich zunächst mit den Vorgaben der Datenbank vertraut machen müssen. Wer sich nur gelegentlich damit befaßt, für den ist es immer nur umständlich dies zu tun. Der Betreiber sollte darüber nachdenken und nicht meckern!

... und wem der Artikel

... und wem der Artikel voller Merkwürdigkeiten erscheint, kann eventuell ab Montag, wenn die genannten Organisationen ihre Studie veröffentlichen (BUKO Kampagne, Transparimed (GB)), auf die dieser TS Artikel lediglich hinweist (reißerische Überschrift?), das Problem vertiefen.
Auf den Seiten von BUKO kriegt man einige Hinweise, weil dort dargestellt wird, worum es diesen Initiativen bzgl. Medizin- und Pharmaforschung grundsätzlich geht (wer möchte, kann dort weiter lesen).
Stellt die TS ab Montag die Fakten und Erläuterungen zur Diskussion?

@21:57 von pepe79 @Anna-Elisabeth

"Als Teilwerkzeug der gesamtbeurteilung kann das vlt. ein Baustein sein jedoch alleine gände ich es auch fragwürdig."

All die genannten Untersuchungen werden ja standardmäßig durchgeführt.
Meine Argumentation zu dieser speziellen Welle beruhte auf der Erfahrung, dass z.B. bei den FAEP manche Menschen gut ausgeprägte Wellen 6 und 7 haben, während man die bei vielen gesunden Menschen nicht messen kann und deshalb dem Fehlen dieser Wellen keinen Krankheitswert beimisst.
Wenn ich also bei der N 70 nicht weiß, ob sie tatsächlich zumindest bei Gesunden immer messbar ist, kann ich ihrem Fehlen bei Kranken keine sichere Bedeutung beimessen. Ich bin selbst nur MTA, habe aber bei diesem Disput Unterstützung anderer Ärzte erhalten.

@tiasvon 22.01

Ganz ehrlich was sie hier unterstellen ist einfach nur wiederlich.

1. Wissen sie gar nicht um was es in der ALS Studie ging an der der Mann von Margareta K. Teilgenommen hat, sie unterstellen im unterton potentiell schädliche Menschenversuche. Vlt waren es aber ei fache MRT untersuchungen, Laoruntersuchungen, Nervenmessungen.

2. Ist es in Deutschland keineswegs einfach Studien an/mit Menschen zu machen. Sie können sich ja gerne mal an eine Uni wenden und das ganze Genehmigungsprozedere mit Ethikkommission und Co ansehen, die Steuererklärung für Selbstständige ist dagegen Kleinkram. Selbst wenn mann heute einfach anonymisierte Laborwerte von Patienten für Studien vergleichend untersuchen möchte ist es ein vergleichsweise großer Aufwand.

@derzwerg 21.19 Uhr - bitte seriös: es geht nicht um Pfusch

Pauschalkritik gegen Psychologie und Ernährungswissenschaft - und dann keinerlei Beleg?

da wird geschönt, gepfuscht, gewürfelt, und zur Not auch mal gelogen, damit die Ergebnisse passen. Nach replication crisis googeln

Ich fürchte, Sie haben das Problem der Replikationskrise (übrigens auch in Medizin (!), Marketing usw.; Ernährungswiss. sind mir nicht bekannt) nicht verstanden. Würde da gepfuscht, wie Sie es behaupten, könnte ja alles (notfalls per Pfusch) repliziert werden.

Tatsächlich geht es (vereinfacht) v.a. darum, daß nur "Ergebnisse" (keine "Unklarheiten" oder "fehlende Ergebnisse") veröffentlicht werden... und immer "neue" Ergebnisse, keine Replikationen [Publikationsbias]. Unter dem Druck zu veröffentlichen wird dann 'schwacher' Statistik und somit Zufallsbefunden (!) - nicht (absichtlichem) Pfusch - zu viel Raum gegeben. Dazu Mißverständnisse über Statistik (insb. p-Werte).

U.a. sollen Datenbanken, die alle Studienversuche (!) registrieren, Abhilfe schaffen.

Die Studien

werden nicht veröffentlich sondern sicher später an Interessenten verkauft. Hier wird mehr Geld versenkt als wir uns das vorstellen können.

Veröffentlichung und Nichtveröffentlichung

Über Veröffentlichung und Nichtveröffentlichung von Froschungsergebnissen entscheidet vor allem wer die Forschung bezahlt hat. Zahlt der Staat, z. B. DFG, BMBF, dann erscheinen auch Artikel in der wissenschaftlichen Fachliteratur. Anders sieht es bei der Finanzierung durch die Industrie aus. Dort entscheidet ausschließlich der Forschungsförderer also die Industrie. Ohne das Einverständnis der Rechtsanwälte der Patentabteilung und des zuständigen Forschungsleiters des Kooperationspartners darf nichts veröffentlicht werden. Der Rest steht im zusätzlichen Geheimhaltungsabkommen. Im Grunde sind die Unis und Forschungseinrichtungen nichts weiter als die verlängerte Laborbank der Industrie zu Billigpreisen. Doch dies war und ist politisch gewollt, die Folgen waren absehbar und wurden von der Politik trotz aller Warnungen ignoriert. Man nannte dies "mehr praxisorientierte Forschung".

Das Alles zeigt doch

"" Im Februar 2016 beendete die Berliner Charité eine Studie mit einem Medikament bei Patienten mit Multipler Sklerose. Im Dezember 2017 beendete die TU München eine Studie mit Insulin bei kleinen Kindern mit Diabetes. Und im März 2018 beendete die Medizinische Hochschule Hannover eine Studie mit einem neuen Medikament bei Krebspatienten, die nicht mehr operiert werden können.

Alle diese Studien haben eines gemeinsam: Ihre Ergebnisse wurden auch mehr als ein Jahr nach Abschluss der Tests nicht in der EU-Datenbank über Medizinstudien veröffentlicht. Das heißt: Ärzte weltweit, die nach solchen Informationen suchen, können sie nicht finden und deshalb ihre Patienten nicht nach dem neuesten medizinischen Wissen behandeln.""
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Das hier etwas schief läuft. Es sind doch wertvolle Studien die helfen können vor Krankheiten zu schützen. Auch kann die Pharma Industrie hier von profitieren. Die sollte sich meine ich sowieso mit finanziellen Mitteln beteiligen.

@colli4711

Was sie meinen ist nur die halbe Wahrheit. Rechnen Sie mal lebenslange Therapiekosten und wiederholte Behandlungskosten zusammen was diese Erkrsnkung betrifft und sie öiegen weit über diesen 2.1 Mio Einmalkosten.
Alternativetherapuen und Behandlungen am Markt zahlt keiner der Betroffenen selber. Sie bezahlen ohr Antibiorikum aber auch nicht selber!

Abgesehen davon ist das Medikament in der EU noch nicht zugelassen sondern nur in den USA!
Mich wundern die Stimmen die eine kostenfreie zur Verfügungstellung fordern, solange es keine Zulassung gibt. Wenn dann Komplikationen auftreten, wie bei Contergan, schreien die selben Leute gleich wieder das es alles nur Versuchskaninchen für die Pharmaindustrie waren.

Manchmal frage ich mich hier, ob ich in einem Land mit den besten Bildungsmöglichkeiten lebe oder doch bei Eingeborenen im Dschungel die an Geister glauben.

P.s. Bildungsmöglichkeit heist auch Eigenengagement und nicht nur auf System schimpfen, bevor das sls nächstes kommt.

Hinweis

Ja, der Titel ist etwas reißerisch, aber der Artikel ist im Großen und Ganzen schon richtig.
Vielleicht hilft es, wenn man klarstellt, dass es hier ausschließlich um genehmigungspflichtige klinische Studien geht und nicht um medizinische Forschung im Allgemeinen. Die Durchführung dieser Studien und die entsprechenden Pflichten und Rechte der Beteiligten sind gesetzlich geregelt, von daher sind viele der Fragen hier relativ einfach zu beantworten. Passend zum Artikel einfach mal hier lesen:
https://www.bfarm.de/DE/Arzneimittel/Arzneimittelzulassung/KlinischePrue...

Größter Skandal ist die Überschrift

Bei allem Respekt, der größte Skandal ist die reißerische Überschrift. Wer hat das geschrieben?! Das die Unis es nicht schaffen die Ergebnisse rechtzeitig zu veröffentlichen ist doch kein Wunder! Die sind alle chronisch überarbeitet. Das hat sicher in den seltensten Fällen etwas mit verheimlichen zu tun!!!

Darstellung: