Ihre Meinung zu: Juncker-Interview: "Populisten muss man sich in den Weg stellen"

6. November 2019 - 8:16 Uhr

Denkt er an Deutschland bei Nacht, dann ist er nicht um den Schlaf gebracht - sagt EU-Kommissionschef Juncker im Interview. Doch angesichts des wachsenden Antisemitismus empfiehlt er Politikern eine klare Haltung.

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Kommentare

Populisten muss man sich in

Populisten muss man sich in den Weg stellen, sagt Juncker - er übersieht dabei, dass z.B. die afd sich gar nicht auf einem Weg befindet sondern einerseits vorstellungsmäßig in den "Schützengräben" der 50er verharrt und etliche dort noch weiter in der Geschichte zurückrobben, und andererseits das Netz für ihre geistige Brandstiftung und die Befeuerung ihres einzigen Themas "Der Flüchtling ist schuld" instrumentalisiert, der man sich auch nur indirekt in den Weg stellen kann, weil viele der anonymisierten Hasstiraden eben kein klares Gegenüber erkennen lassen.
Aber Juncker hat recht, wenn er den klaren und mehrheitlichen Grundkonsens in unserer Gesellschaft gegen solche Tendenzen genauso betont wie die international geachtete und geschätzte Kooperationsbereitschaft und -fähigkeit.

Mutterland

Juncker zitiert einmal mehr Heinrich Heine sinnverkehrt. Zu Anfang dessen Gedichts "Nachtgedanken" heißt es: "Denk ich an Deutschland in der Nacht,/ dann bin ich um den Schlaf gebracht./ Ich kann nicht mehr die Augen schließen,/ und meine heißen Tränen fließen." Der Grund: Der in Paris lebende Dichter sehnt sich nach seiner Heimat; vor allem nach der alten Mutter, die in Hamburg wohnt. Die deutschen Zu- und Umstände beunruhigen ihn weniger: "Deutschland hat ewigen Bestand, / Es ist ein kerngesundes Land." Dem wollte wohl auch Juncker zustimmen; aber das Missverständnis des Sinnes der Anfangsverse bleibt ärgerlich.

Die Frage ist wohl eher:

Was muss passiert sein, damit Populismus fruchtet?
Und wie kann man das umkehren?

Mit einfach "Populisten in den Weg stellen" wird das nichts. Da gibt man sein Statement ab und wartet auf den Lorbeerkranz dafür.

Nein, da muss viel Arbeit, Herz und Verstand reingesteckt werden. Man muss die Menschen, das Volk, erreichen.

(Zumindest wird noch ein Volk im Grundgesetz erwähnt und ganz bestimmt nicht im negativen Sinn.)

Leider fehlt vielen

Politikern das sichere Gefühl was die Menschen bewegt und Volksnähe ? Fehlanzeige, man lebt in der eigenen Blase. Und kommt man dennoch mal ins Gespräch, heißt es, Du (Bürger) verstehst das nicht, das ist sehr komplex, es gibt keine einfache Antwort auf deine Frage. Sorry, aber wundert sich da noch einer, wenn die Wähler in Scharen weglaufen? Öfters mal dem Volk , wie man früher sagte „ aufs Maul schauen“ , könnte helfen.

Der oberste Souverän

"Populisten muss man sich in den Weg stellen. Wählern darf man nicht nachlaufen, dann sieht man sie nur von hinten. Man muss sich ihnen manchmal auch in den Weg stellen", sagt Juncker. Lieber Herr Juncker, der Wähler ist der oberste Souverän einer Demokratischen Verfassung. Sich den Wählern "in den Weg stellen" – wie stellen Sie sich das vor? Wähler haben das verfassungsrechtlich garantierte Recht, jede Partei zu wählen, die nach den gesetzlichen Vorschriften zur Wahl zugelassen sind. Das ist gut so –auch wenn es vielen gegen den Strich geht.

Interview

Eigentlich sollte Kritik erlaubt sein und auch einem egal sein, ob als Schelte verstanden, wenn man sich seiner Sache sicher ist. Die Meinung das Parteien Populisten eher nachahmen wegen Angst Stimmen zu verlieren Stimme ich zu und hatte das auch vorher schon als Meinung und genau das macht eher das Gegenteil aus:
Warum sollte ich eine Kopie wählen, wenn ich das Original wählen kann? Entschieden gegenhalten ist besser.

@ 08:42 comet

Die wesentliche Frage bei Ihrem Kommentar ist: Wer ist denn "das Volk"? Das ist eben nicht diese Minderheit von 10 +/-x%, die das völkisch-nationalistisch und - wie Höcke - am liebsten "autochthon" (ein Begriff, der den Bezug auf Rassentheorie nur schwer verschleiern kann) definieren; sicher auch nicht die kleine lautstarke Minderheit von Rechtsradikalen, die den Satz der mutigen und friedlichen Ostdeutschen jetzt instrumentalisieren und verdrehen, indem Sie auf manchen Straßen "Wir sind das Volk!" gröhlen und andere damit ängstigen und ausgrenzen wollen.
"Das Volk" sind alle, die in dieser Gesellschaft leben, auch mit Flucht- und Migrationshintergrund. Deshalb sind die begrifflichen Synonyme heute eher "die Bevölkerung" bzw. "unsere Gesellschaft".

@Tada

Nur zur Klarstellung:
Etwas mehr als 10% bedeutet nicht das allgemein das Volk diese als Vertreter sehen und die sind nicht stumpf "Wir sind das Volk", wie die gern immer lauthals schreien.

Sich in den Weg stellen,

Sich in den Weg stellen, klingt nur nach hilflosigkeit und noch mehr Verboten. Will man Populisten 'bekömpfen' , muss man sie obsolet machen. Zb durch eine politik, die am schluss zu deutlich mehr geld in der geldbörse führt. Die für angemessene renten sorgt. Die nicht nur die drei Obersten reicher macht. Dann ist "Überfremdung" gar kein Problem mehr.
Ich sehe allerdings nicht den Willen, dem Bürger zu mehr Geld, zu verhelfen. Ganz im Gegenteil.

Ich glaube nicht

dass man so tun sollte als ob der neu aufkommende Rechtsradikalismus vom Himmel gefallen ist.

Ich glaube auch nicht, dass man so tun sollte als ob der neu aufkeimende Antisemitismus alleinig von den biodeutschen Rechtsradikalen kommt.

Ich haette vom Chef der EU Kommission schon ein bischen mehr selbskritische Analyse erwartet.

Wenn es ernst wird muss man lügen,

so die -ehrlichen- Worte von Herrn Junker in einem Interview in Bezug auf Politik. Dem ist nichts hinzu zufügen.

Populismus oder Lügen? Was passt besser in eine Demokratie? Herr Junker hat die Frage ja für sich bereits beantwortet.

@08:45 von Louis2013

>>...Man muss sich ihnen manchmal auch in den Weg stellen", sagt Juncker. Lieber Herr Juncker, der Wähler ist der oberste Souverän einer Demokratischen Verfassung. Sich den Wählern "in den Weg stellen" – wie stellen Sie sich das vor?...<<
Genau da liegt nun ein Problem. Es wird ja immer wieder gefordert, dass die Politiker näher ans Volk rücken sollen. Und genau das ist es, was Herr Juncker meint mit "in den Weg stellen". Man darf das nicht wörtlich, sondern sinnbildlich nehmen.
Aber was sollen Politiker noch alles tun, wenn solche doch recht eindeutigen Sinnbilder falsch verstanden oder falsch gedeutet werden- absichtlich oder unabsichtlich?

Man muss nicht jedem Wähler hinterherlaufen

Ich teile Junckers Ansicht, dass man sich Populisten in den Weg stellen muss und nicht jedem Wähler hinterherlaufen darf.
Hinterherlaufen hieße ja, den eigenen Kurs und die eigenen Überzeugungen aufzuweichen und damit für den Wähler unberechenbar zu sein.
Die Welt ist komplexer und die politischen Themen sind vielfältiger geworden, und daher gehen Wählerprioritäten auch weiter auseinander. Das bedeutet wohl zwangsläufig, dass die Zeit, in der Parteien 45% der Wählerstimmen bekamen, vorbei sind und nicht wiederkommen.
Das wichtigste für eine Partei ist, dass sie den Menschen nachvollziehbare Zukunftskonzepte präsentieren kann, die sie aus Überzeugung glaubwürdig erklären kann, und die getragen sind von solidarischen, demokratischen und rechtsstaatlichen Grundprinzipien.
Unbelehrbare Spinner mögen wählen, wen sie wollen. In einer Bildungsgesellschaft bleiben sie immer eine wenig bedeutsame Minderheit.

Denk ich an Deutschland bei Nacht ...

... bin ich sehr wohl um den Schlaf gebracht.

Da gibt es in Thüringen CDU-Abgeordnete, die allen Ernstes Sondierungsgespräche mit dem Ziel einer Zusammenarbeit mit der AfD fordern. Wohlgemerkt, nicht irgendwo, sondern in Thüringen, wo die AfD von einem ausgewiesenen Faschisten geführt wird.

Wenn das so weiter geht, kann man auch die CDU bald nicht mehr wählen ....

@ 09:09 von Hackonya2

"Nur zur Klarstellung:
Etwas mehr als 10% bedeutet nicht das allgemein das Volk diese als Vertreter sehen und die sind nicht stumpf "Wir sind das Volk", wie die gern immer lauthals schreien."
.
Kleine Korrektur: Grüne und LINKE hatten unter 10%.......

gegen "Extremismus" ...

... wäre die bessere Wortwahl!
D.h.: Gegen JEDE Form von Radikalismus sollte vorgegangen werden!!
Also bitte genauso vorgehen gegen Linkspopulismus mit seinen terroristischen Aktionen, wie gegen radikalen Islamismus!!
Wieso werden diese als "Aktivisten" verharmlost, obwohl das ständige (auch umweltschädigende!)Abfackeln von Fahrzeugen, z. B. von sächsischen Baufirmen, etc. längst in unsere Grundrechte eingreift und damit hochgradig verfassungsfeindlich ist ...
Warum also immer nur gegen "rechts"??
Oder haben nun auch unsere Politiker einen Maulkorb verpaßt bekommen??

Belegtes Zitat als Antwort

"Wir beschließen etwas, stellen das dann in den Raum und warten einige Zeit ab, was passiert. Wenn es dann kein großes Geschrei gibt und keine Aufstände, weil die meisten gar nicht begreifen, was da beschlossen wurde, dann machen wir weiter - Schritt für Schritt, bis es kein Zurück mehr gibt." - in Die Brüsseler Republik, Der Spiegel, 27. Dezember 1999. Juncker hat seine Haltung zu den Bürgern selbst bestens offenbart, da braucht er nicht mehr scheinheilig nach Ursachen zu suchen. Er und seinesgleichen sind die Ursache.

Keine Freiheit für Niemand

Dem Liberalismus der Ökonomisch regierten Welt muss man sich auch in den Weg stellen!

Populismus vorzuwerfen ist populistisch.

Den Philosophen Richard David Precht bezüglich Populismus zusammengefasst:

In Zeiten in denen die Rechten den Linken und die Linken den Rechten Populismus vorwerfen, also in Zeiten des Populismus ist es populistisch jemanden Populismus vorzuwerfen.

Wem will sich Herr Junker nun in den Weg stellen? Sich selbst?
Ich wäre froh wenn weniger populistische Schlagwörter benutzt würden weil es in der Sache nicht voranbringt.

Mister Minimalsteuer

mag es freilich nicht, dass immer mehr Menschen in Europa damit unzufrieden sind, was er und seine Mannschaft in Brüssel aus der EU gemacht haben und weiter machen. Und das billigste aller "Argumente" ist nun mal: die sind alles böse Populisten. Heißt: die können gar nicht Recht haben, und wer mich kritisiert, der sowieso nicht. Aber immer weniger Menschen in der EU fallen auf diese Masche rein. Und das ist gut so.

Das große Mißverständnis

Juncker ich zitiere ihn wörtlich bzgl. Merkel und Flüchtlingskrise: "Hat Merkel da europäisch reagiert oder dumpf deutschnational? Sie hat europäisch reagiert. Sie hat die Grenzen nicht geschlossen..."

Hier offenbart sich der fatale Denkansatz von Juncker, denn genau damit hat sich Merkel verantwortungslos gegenüber dem eigenen Land, als auch gegenüber Europa verhalten, (ganz vergessen scheint ihr Ansinnen eine Quotenregelung durchzusetzen die zunächst auch illegale Migranten miteingeschlossen hätte) denn die Folgen dieser Handlungdsweise waren schon damals absehbar. Angefangen in Polen sind nicht nur populistische, auch nationalistische Parteien aufgestiegen, die Brexit-Abstimmung ist beeinflußt worden, es ist ein Riß in der EU entstanden und eine Polarisierung in der Gesellschaft. Bis heute dreht sich Deutschland innenpolitisch um die Folgen. Nötig wäre stattdessen ein gesellschaftlicher Zukunftsentwurf hinter dem sich die bürgerliche Mitte wieder versammeln kann.

Juncker-Interview:"Populisten muß man sich in den Weg...

Ob Juncker der Richtige dafür ist darf bezweifelt werden.In seiner Amtszeit haben sich Widersprüche in Europa eher verschärft.Und auch seine Auftritte in der Öffentlichkeit sind öfters eher unglücklich.

Populisten müsse man sich in den Weg stellen?

Soweit unter Populismus Meinungen gemeint sind, die einfache und schnelle Lösungen anbieten, verstanden wird, wäre es falsch sich diesem Ansinnen entgegenzustellen. Es gehört zu einem demokratischen Prozess dazu, einfache Lösungen zu analysieren, die Kernprobleme der Gesellschaft herauszuarbeiten und adäquate Lösungen einzuführen. Die Verkürzung dieses Prozesses, wäre nicht demokratisch, sondern autokratisch!
Besorgniserregend ist auch der Antisemitismus in den Beneluxstaaten, die dort mit einer unangemessenen Israel Kritik einhergeht. Es ist eines der guten Leistungen der Bundesregierung, die dort Mäßigung bewirkt.

08:58 von andererseits @ 08:42 comet

Haben sie eigentlich auch was anderes außer ihre Hasstriaden gegen die AfD im Peto? Das Sie sich wieder wie die Linke die Gute alte DDR zurückwünschen ist 30 Jahre nach dem Mauerfall beschämend. Die friedlichen Ostdeutschen jetzt zu instrumentalisieren das tuen ja sie mit ihrer Rückwärtsgewandten Rhetorik

Recht hat er, der Hr. Junker.

Nur fällt ihm dieses Statement reichlich spät ein - das hätte schon früher gut getan - aber für die tägliche Arbeit ist es halt bequemer, salopp drüber weg zu gehen? Wichtig wäre vor allem, das Strickmuster der Einnahme herauszustellen. ALLE Populisten, egal welche Provinienz agieren nach diesem Schema: Zuerst DIE ANDEREN isolieren, als Feinde ausmachen, diese dann verteufeln, auch lächerlich machen. Und schließlich ist man selbst der Gute, egal mit welchen perfiden Argumenten. Und die eigenen Argumente, egal wie grundfalsch sie sind, werden legitimiert, weil man ja gerade im entscheidenden Kampf befinde. Und es gälte, die o.g. Feinde zu bekämpfen, weil dann der Endsieg da sei. Der Trugschluß dabei: Ist der Kampf gewonnen (z.B. eine Wahl) taucht der nächste und der nächste usw auf. Das ist schlichte Verblendung. Den Leuten wird schon mulmig bei etlichen Populisten, deshalb wird die Rhetorik immer drakonischer ("das muss man ja noch sagen dürfen"). Parallelen AfD?

In den Weg stellen?

Sich den Wählern In Weg stellen???
Wie kann man diesen Satz interpretieren?
In den Weg stellen könnte ja bedeuten es den Wählern unmöglich zu machen die Populisten zu wählen?
Meint er mit diesem Satz man sollte die Populisten nicht mehr zur Wahl zulassen?

@09:15 von Illusiontrust

Genau meine Meinung, danke und beste Grüße!

09:13 von Superschlau

Sich in den Weg stellen, klingt nur nach hilflosigkeit und noch mehr Verboten. Will man Populisten 'bekömpfen' , muss man sie obsolet machen. Zb durch eine politik, die am schluss zu deutlich mehr geld in der geldbörse führt. Die für angemessene renten sorgt. Die nicht nur die drei Obersten reicher macht. Dann ist "Überfremdung" gar kein Problem mehr.
Ich sehe allerdings nicht den Willen, dem Bürger zu mehr Geld, zu verhelfen. Ganz im Gegenteil.
///
*
*
Das in den Weg stellen hat man bei Populisten bereits in den 60ern verpasst.
*
Wer Bürgern mit Sozialismus zu mehr Geld verhelfen will, der muss nicht nur das Geschehen in der DDR, sondern auf der ganzen Welt verdrängen.

@wie man früher sagte „ aufs Maul schauen“ 8:42 von comet

Dem Volk ja, aber nicht denen,
die sich mit dem Volk UND dem Maul verwechseln.

Es kostet eben heutzutage etwas mehr Mühe im Zeitalter von 2+2=5,
dem Volk ruhig und trotzdem bestimmt Ursachen und Ziele nahezubringen.

Am besten unterfüttert mit Faktenchecks ;)
z.B: 2+2 != 5 oder lechts != rinks

09:09 von Hackonya2 @Tada

Nur zur Klarstellung:
Etwas mehr als 10% bedeutet nicht das allgemein das Volk diese als Vertreter sehen und die sind nicht stumpf "Wir sind das Volk", wie die gern immer lauthals schreien.

Interessante Aussage von ihnen , vor allem wenn man weiß wie sich bei ihrem geliebten Erdo sich immer auf die Seite dieses Demokratieverächters stellen. Ich will dessen Hasstriaden und Lügen die er ständig von sich gibt auch nicht wiedergeben.

um 08:45 von Louis2013

"Sich den Wählern "in den Weg stellen" – wie stellen Sie sich das vor?"

Ich denke, Sie haben Juncker entweder missverstanden oder Sie nehmen ihn gar zu sehr beim Wort. Sich dem Wähler in den Weg stellen bedeutet doch nicht, dass man ihn zwingt, andere Parteien zu wählen! Es bedeutet aber, dass man auch den Menschen im Land einmal deutlich machen muss, dass nicht alles was sie tun, gut für sie oder ihr Land ist. Kennedy hat es doch einmal am besten auf den Punkt gebracht! Frag nicht, was Dein Land für Dich tun kann, sondern was Du für Dein Land tun kannst!

Ich kann die Unzufriedenheit vieler Bürger durchaus verstehen. Ob diese aber Grund genug ist, ganze Länder durch Protestwahlen für 4 Jahre quasi unregierbar zu machen, ist doch sehr übertrieben. Ich kann nicht einfach den lautesten Schreihals wählen und dann auf Veränderungen hoffen. Als der oberste Souverän, wie Sie ihn bezeichnen, habe ich auch eine Verantwortung und muss auch abwägen, was nicht nur für mich gut ist!

dass

Juncker die Vervollständigung der Bankenunion annahnt, ist er seiner Tätigkeit als EU-Kommissionschef schuldig. Als (ehemals) Konservativer dürfte er eigentlich nicht dafür sein . Selbst früher gut verdienende europäische Banken haben dank draghischer Minuszins-Politik keine Reserven mehr, um grenzüberschreitend die Kunden anderer Institute vor Verlusten zu bewahren, geschweige denn, dass sie noch Profit generieren könnten. Draghi und in Zukunft Lagarde sind dabei, die europäischen Banken auf dem Altar des Euros zu opfern, aber vorher sollen sie noch gegenseitig ihre Kunden raushauen. Das ist ein Paradoxon und kann und wird nicht funktionieren.

Erst mal die EU umkrempeln

Da muß ich mich schon fragen ob sich der H. Juncker mal nach den Ursachen gefragt hat. Wenn in der EU inzwischen nur noch die vermeidlich starken Wirtschaftlichen Länder meinen, sie können allen was diktieren dann wird das nicht funktionieren. Der Gedanke an ein gemeinsames Europa wird so kaputt gemacht. Und die Zeiten werden die nächste Jahre nicht besser, da gerade in Deutschland eine Wirtschaftliche Stärke der Industrie kaputt gemacht wird. Überall nur noch Stellenabbau. Dafür nur noch Klima und Wohlfühlprogramm für alle.
Gerade die Franzosen sind sich da selber am nächsten. Und ein GB hätte sich den Brexit wahrscheinlich ohne Merkel und Juncker auch nicht gegeben.
Darüber sollte er mal nachdenken.

In Spiegel Ausgabe 52/1999

kann man nachlesen, wie Juncker & Co sich den Wählern in den Weg stellen und was die Damen und Herren in Brüssel von ihren Wählern halten.

Zitat Juncker:

"Wir beschließen etwas, stellen das dann in den Raum und warten einige Zeit ab, was passiert. Wenn es dann kein großes Geschrei gibt und keine Aufstände, weil die meisten gar nicht begreifen, was da beschlossen wurde, dann machen wir weiter - Schritt für Schritt, bis es kein Zurück mehr gibt."

Quelle:

https://www.spiegel.de/spiegel/print/d-15317086.html

Ein Anmerkung dazu am Rande

Bis heute haben die Populisten in Deutschland und der EU es nicht geschafft, neben ihrer plumpen Menschenaussgrenzung auch nur ein fachliches Thema, welches nicht mit Migration zu tun hat, zu besetzen und damit auch zu überzeugen. Alleine die gesamte politische Ausrichtung der AfD hängt immer nur mit Migration zusammen! Sozialwohnungen nur für Deutsche, Sozialleistungen nur für Deutsche, keine Sprachkurse für Zugewanderte, Abschiebung selbst von Kriegsflüchtlingen, Klimawandel ist totaler Quatsch.... Unterhalten wir uns mit dieser "Partei" doch einmal über Steuer- oder Verkehrspolitik. Bildungspolitik ist auch so ein Thema, zu dem nicht einmal der ehemalige Lehrer Höcke was zu sagen hat. Von Landwirtschafts- oder Arbeitsmarktpolitik will ich mal gar nicht reden!

Null Antworten auf politische Themen, die mehr als nur dumpfes Migrationsgenöhle erfordern. Fleissarbeit, sich Wissen aneignen und mit Argumenten arbeiten - DAS sollten die Populisten doch erstmal versuchen!

09:32 von Kampfkanin gegen "Extremismus" ...

100% Zustimmung
Gibt einen guten Artikel zu dem Thema.
https://www.tagesspiegel.de/politik/extremismus-warum-wir-linke-gewalt-m...

@ 08:45 von Louis2013

"...jede Partei zu wählen, die nach den gesetzlichen Vorschriften zur Wahl zugelassen sind. Das ist gut so –auch wenn es vielen gegen den Strich geht...."

Sie haben vollkommen recht. Auch wenn z. B. die AfD schon angezählt ist und teilweise rechtsradikal ist. Dann könnte es sein, dass eine Partei wohl nach gesetzlichen Vorschriften zur Wahl zugelassen war, aber der Weg in eine Sackgasse führt, dem Verbot.

re 09:39 Michael Lück: Im Weg?

>>Dem Liberalismus der Ökonomisch regierten Welt muss man sich auch in den Weg stellen<<

Mit der Wahl von Rechtsnationalisten?

"den Wählern nicht

"den Wählern nicht hinterherlaufen, sonst sieht man sich nur von hinten"
Gut gesagt. Nicht anbiedern, sondern mit klarer Linie Politik machen. Ich glaube das ist eins der erfolgsgeheimnisse der Grünen.

09:14 von IBELIN

Zitat:"Ich glaube auch nicht, dass man so tun sollte als ob der neu aufkeimende Antisemitismus alleinig von den biodeutschen Rechtsradikalen kommt. "
Der Attentäter von Halle ist also kein "Bio-Deutscher" (früher nannt man sowas "Arier") ?

@09:24 von Wolfgang E S

"In einer Bildungsgesellschaft bleiben sie immer eine wenig bedeutsame Minderheit." Wenn man sich zu dieser Bildungsgesellschaft zählen möchte, sollte man auch in der Lage sein Aussagen zu verstehen und selbst wertneutral zu bewerten und nicht die Bewertungen über die Aussagen von anderen zu übernehmen. Das ist erschreckend häufig geworden.

re 08:34 Tada: Herz und Verstand

<< Mit einfach "Populisten in den Weg stellen" wird das nichts. Da gibt man sein Statement ab und wartet auf den Lorbeerkranz dafür.
Nein, da muss viel Arbeit, Herz und Verstand reingesteckt werden. Man muss die Menschen, das Volk, erreichen.<<

Schön und gut gesagt! Aber zu kurz gesprungen, wenn Sie dies nur von den "Politikern" erwarten. Wir sollten es vielmehr von uns selber und allen Anderen erwarten.

"Herz und Verstand" müssen tatsächlich vor allem die Wählerinnen und Wähler wieder kultivieren, dann klappts auch mit den Politikern.

am Meisten...

populistisch ist die Kanzlerin...die Ihr Segel immer nach dem Wind hängt...die Anderen haben feste Meinungen...

09:32, Kampfkanin

>>Wieso werden diese als "Aktivisten" verharmlost, obwohl das ständige (auch umweltschädigende!)Abfackeln von Fahrzeugen, z. B. von sächsischen Baufirmen, etc. längst in unsere Grundrechte eingreift und damit hochgradig verfassungsfeindlich ist <<

Seit wann nennt man Leute, die Fahrzeuge abfackeln, Aktivisten?

Inwiefern ist Sachbeschädigung verfassungsfeindlich und greift in die Grundrechte ein?

@Botachafter Sarek 9.25

Und im selben Thüringen, das ja nun zur DDR gehörte, hat die selbe CDU, wenn ich das richtig mitbekommen habe, auch davon gesprochen, mit der Nachfolgepartei der SED zu sprechen, also der Nachfolgepartei jener Partei, die für jahrzehntelange Unterdrückung und Diktatur verantwortlich war. Das stört Sie nicht?

@08:45 von Louis2013

Keine Frage, der Souverän ist das Volk!

Ich möchte vielleicht an einem Beispiel zeigen, was Junker meinen könnte. Unser Innenminister bastelt in dieser Legislaturperiode andauernd rum, wie er Deutschland noch besser gegen Flüchtlinge absichern kann. Er zeigt also den AfD-Wählern, dass "Ausländer raus" vollkommen richtig ist.

Würde er etwas gegen die Radikalisierung der politischen Ränder unternehmen, wäre nicht nur der Union, sondern auch der Demokratie sehr geholfen.

@ Michael Lück

„Keine Freiheit für Niemand
Dem Liberalismus der Ökonomisch regierten Welt muss man sich auch in den Weg stellen!“

Weil es früher so viel freier und besser war?
Zum Beispiel ?
Als man in der Steinzeit noch die Freiheit hat jemandem der einem nicht passte mit der Keule auf den Kopf zu hauen?
Oder zu Zeiten der Pest, wo noch niemand mit medizinischer Forschung so weit war wie heute?
Oder wo man noch Leibeigener seines Lehnsherren war, und maximal schlecht ernährt wurde für seine Arbeit?
Diese Liste lässt sich beliebig fortsetzen.
Ich glaube wir sind heute wesentlich besser dran als unsere Ahnen vor uns.

Vergessen Sie es!

Der demographische Wandel in den 2020er Jahren wird ja TROTZDEM nicht ausfallen!

Und bis dahin müssen sich noch sehr viele Leute sehr gute Ausreden einfallen lassen!

Und diese Ausreden müssen auch schon äußerst gut sein!

09:33 von Zeitungsjunge

dem ist aber auch garnix hinzuzufügen!

09:47, Mass Effect

>>08:58 von andererseits @ 08:42 comet
Haben sie eigentlich auch was anderes außer ihre Hasstriaden gegen die AfD im Peto? Das Sie sich wieder wie die Linke die Gute alte DDR zurückwünschen ist 30 Jahre nach dem Mauerfall beschämend.<<

Weder die Linkspartei noch Forist/in andererseits wünschen sich die DDR zurück.

Sie stellen wüste Behauptungen auf.

@Gassi 9.47

Da ich eigentlich immer noch nicht weiß, was "Populismus" ist bzw. sein soll (je häufiger ein solches Schlagwort gebraucht wird, desto unklarer wird es zumeist): danke für Ihren Definitionsversuch.
Aber: wenn Sie sich Ihren (guten) Vorschlag mal distanziert ansehen: trifft er nicht auf beinahe jede Partei und parteipolitisch motivierte Äußerung zu?

@09:41 von derdickewisser

...immer mehr Menschen in Europa damit unzufrieden...

Ich bin auch kein Fan der derzeitigen Politik der EU und auch der deutschen Politik. Wir befinden uns im politischen Stillstand, es wird nicht regiert, es wird bestenfalls reagiert, zumeist wird der Kopf in den Sand gesteckt.

Deswegen wähle ich noch lange nicht Populisten. Glauben Sie allen Ernstes, dass die AfD eine bessere EU-Politik zusammenbringen würde. Die sind doch die Abrissbirne der EU.

@ 09:41 von derdickewisser

ich gehöre zu denen, die darauf hereinfallen und die EU gut finden. Sie reden von billigen Argumenten, bringen jedoch kein einziges, um Ihre Kritik zu untermauern. "EU ist schlecht" kann jeder sagen. Die billigste aller Maschen.

Ursprung

Die politische Welt sollte einmal in sich gehen und sich die Frage stellen, wie konnte der Populismus in den letzten Jahren so an Fahrt gewinnen?
Vielleicht liegt es an einer verfehlten, bürgernahen Politik? Eventuell trägt auch der öffentlich zur Schau gestellte Lobbyismus zu diesem Dilemma bei? Frei nach dem Motto: "Ich bin mir selbst am nächsten und die Multis können unbehelligt der Behörden Steuern sparen. Der kleine Steuerzahler wird es schon tragen!"
Und dies nicht nur in der EU, sondern in fast jedem Land dieser Welt.
Hier wäre es an der Zeit das die Politik etwas ändert. Nicht nur Jammer und reflexartig immer wieder gebetsmühlenartig viele,nichts sagende Statement in die Welt posaunen. Nicht jeder Protestler gegen diese Politik ist automatisch ein "Rechter".

Juncker

stößt also ins Macron'sche Horn der "Bankenunion-Vervollständigung". Die draghische Minuszinspolitik plus Über-Regulierung hat die meisten europäischen Banken vor den Abgrund gestoßen; wie sie es da noch schaffen sollen, sich grenzüberschreitend gegenseitig zu unterstützen, bleibt ein Rätsel, das wohl nur Nicht-Ökonomen verstehen.

09:48, Harpie

>>Sich den Wählern In Weg stellen???
Wie kann man diesen Satz interpretieren?<<

Der Interpretation sind generell keine Grenzen gesetzt.

>>In den Weg stellen könnte ja bedeuten es den Wählern unmöglich zu machen die Populisten zu wählen?<<

Könnte. Aus dem Zusammenhang ergibt sich dies allerdings nicht so richtig.

>>Meint er mit diesem Satz man sollte die Populisten nicht mehr zur Wahl zulassen?<<

Ganz gewiss nicht.

Ihre Interpretationen erinnern mich an einen mittelalterlichen Islamgelehrten, der über Interpretationen räsonnierte. Er nahm ein bekanntes Heldengedicht als Beispiel und sagte, man könne dieses natürlich als Liebesgedicht an eine Katze oder als Trauergedicht an einen Elefanten interpretieren, dies ginge aber dann doch wohl am Thema vorbei.

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