Ihre Meinung zu: Juncker ruft bei Abschied zum Kampf gegen Nationalismus auf

22. Oktober 2019 - 15:35 Uhr

Zum Ende seiner Amtszeit hat EU-Kommissionspräsident Juncker auf Erfolge verwiesen und vor Nationalismus gewarnt. Und der Brexit-Streit? Für Juncker vor allem Zeit- und Energieverschwendung. Von Stephan Ueberbach.

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Kommentare

Hauptsache er hat Belgien zur

Hauptsache er hat Belgien zur Steueroase gemacht und zu eu Zeiten nie etwas dagegen unternommen.
Kein guter Mann.

Juncker warnt vor dummen Nationalismus -

zurecht !
Eine intelligente Form muss her, die jeden einzelnen Bürger nicht identitätslos im Regen stehen lässt.

Ich denke der dumme

Ich denke der dumme Nationalismus wird genau in dem Maße steigen, wie nationale Souveränität und nationale Identität der EU-Mitgliedsstaaten verloren gehen und je mehr die EU ihre eigenen Interessen verfolgt und sich von den Interessen der Bürger entfernt. Allerdings sollte man Nationalismus nicht mit nationalen Alleingängen verwechseln, was wohl eher damit gemeint sein dürfte.

Komisches Demokratieverständnis

Je näher die Entscheidungen am Bürger sind, desto mehr erlebt er sich an der Demokratie beteiligt. Gegen den "bornierten Nationalismus" zu kämpfen heißt, immer mehr Souveränität an eine entfernte, bürokratische Zentrale in Brüssel abzugeben, Einzelinteressen der Länder (Polen, Ungarn usw.) nicht mehr genügend zu berücksichtigen, Ländern einen Willen aufzuzwingen, den sie vielleicht gar nicht wollen.

Nein, auch die CDU hatte früher immer ein Europa der Vaterländer, von souveränen Nationalstaaten gefordert, die da, wo es Sinn macht, zusammenarbeiten, und das ist das, was wahrscheinlich auch die Bürger vor Ort am meisten wollen.

Das Positive seiner Amtszeit überwiegt

Juncker war ein leidenschaftlicher Europäer, ein kluger und streitbarer Kopf, ein Versöhner und kein Spalter. Auch wenn er nicht alle Ziele verwirklichen konnte, so hat er doch insbesondere in Krisensituationen tragfähige Lösungen mit herbeigeführt.

17:08 von Superschlau

Zitat:"Hauptsache er hat Belgien zur Steueroase gemacht"
Sie machen Ihrem Nick wieder alle Ehre: Juncker kommt aus Luxemburg... Im Übrigen geht es hier um Juncker als Kommissionspräsident der EU und nicht um seine Zeit als Regierungschef in Luxemburg.

@Superschlau

Juncker ist ein Luxemburger und kein Belgier, und er hat daher auch nicht Belgien zur Steueroase gemacht. Ich wüsste nicht, wie er das hätte machen sollen...

Nach meinen Erfahrungen ist Juncker ein Europäer durch und durch, der immer versucht zu vermitteln, und der ab und zu auch mal die Wahrheit ausspricht, wenn andere lieber ihren Mund halten (siehe Brexit = Zeitverschwendung). Recht hat er damit, wie ich finde.

Europäischer Mindestlohn

""Wo bleibt der europäische Mindestlohn, den Sie uns immer wieder versprochen haben?", fragt zum Beispiel die französische Linke Manon Aubry. "

Juncker hat den europäischen Mindestlohn in einer Rede im April 2014 gefordert und im Oktober 2019 ist dieser immer noch nicht da? Was hat Juncker eigentlich die letzten 5 Jahre gemacht?

17:14 von mispel

Zitat:"je mehr die EU ihre eigenen Interessen verfolgt und sich von den Interessen der Bürger entfernt."
Sie kennen die Funktionsweise der EU nicht. Alle wichtigen Entscheidungen werden von den Regierungschefs der Mitgliedsstaaten getroffen, häufig sogar einstimmig. Die "eigenen Interessen der EU" sind also in Wirklichkeit die Interessen der einzelnen Nationalstaaten. Es ist nur gerade bei den nationalen Regierungen üblich geworden, negative Dinge auf die EU zu schieben (z.Zt. in GB gut zu sehen), positive aber dem eigenen Handeln zuzuschreiben. Wie durch die EU die nationale Identität verloren gehen soll, verstehe ich nicht.

@ Superschlau, um 17:08

“Hauptsache er hat Belgien zur Steueroase gemacht...“

Ist mir da was entgangen?

Nachdem......

der erste Versuch eines Kommentars scheiterte, formuliere ich den zweiten Versuch anders. Die Spuren, die Herr Juncker trotz aller Unterstellungen hinterlassen hat, wird Frau v.d.Leyen vermutlich nicht ausfüllen konnen, weil sie vermutlich nicht das "standing" hat und vermutlich mit ganz anderen Verdächtigungen und Unterstellungen zu kämpfen haben wird, wenn Spannungen innerhalb der EU auftreten. Dabei gehe ich davon aus, daß sie die besten Absichten hat. Ich fürchte, man wird bald merken, daß Juncker ein Qualitätsbegriff war, der bitter fehlen wird.

Falsche Therapie

Juncker fordert, daß man einen Weg, der sich als Irrweg erwiesen hat (weil es den einzelnen Nationen in der EU schlechter geht als vorher) noch konsequenter gehen soll, um so die Probleme zu lösen, die erst durch dieses Vorgehen entstanden sind. Da ist es doch wohl sinnvoller, die Nationalstaaten wieder gegenüber der EU zu stärken.
Anstatt alle Nationen in einen Rührtopf zu werfen und am Ende einen undefinierbaren Brei zu bekommen, sollten die Stärken der einzelnen Länder gefördert werden, so daß sie in konstruktiver und harmonischer Weise zusammenarbeiten können.
Juncker und seine Strippenzieher sollten ihre "Ideal"-Vorstellung von einer Neuen Welt Ordnung, in der eine sehr fragwürdige selbsternannte Elite eine Masse von rechtlosen Sklaven regiert, gründlich überdenken.
Sinnvoller wäre, das Bewußtsein jedes einzelnen Menschen durch effektive Meditationsmethoden zur vollen Blüte zu bringen. Da hätten nämlich ALLE etwas davon, nicht nur eine selbsternannte Pseudeo-Elite.

Mit seiner Formulierung "dummer Nationalismus"

hat er offenbar einige hier aufgescheucht, die so einem dummen Nationalismus huldigen. Man ist keineswegs identitätslos, wenn man Nationalismus ablehnt.

17:16 von marc2010

Komisches EU-Verständnis! Die Abgabe nationaler Souveränität an die Kommission und das Parlament erfolgt nur freiwillig und dient der Vereinheitlichung der Verhältnisse in Europa. Wenn (noch) 28 Staaten miteinander freizügig handeln wollen, Menschen sich ihren Arbeitsplatz oder Wohnort EU-weit aussuchen dürfen, Europa im Konzert der Mächte auch gehört werden will, dann braucht es eine Zentrale. Oder fühlen Sie sich von der "entfernten bürokratischen Zentrale" in Berlin (München, Stuttgart, Mainz, Hannover, Dresden...) auch bevormundet? Was die Interessen einzelner Länder angeht: Wer wie Polen oder Ungarn gegen grundsätzliche Prinzipien der EU, der sie freiwillig und unter Kenntnis aller Regeln beigetreten sind, verstößt, der muss eben damit rechnen, dass das nicht einfach hingenommen wird. Ich als "Bürger vor Ort" will kein Europa der Vaterländer, ich will ein möglichst einiges Europa der engen Zusammenarbeit auf allen Gebieten.

17:08 von Superschlau

Hauptsache er hat Belgien zur Steueroase gemacht und zu eu Zeiten nie etwas dagegen unternommen.

Falsch: Nicht Belgien, sondern Luxemburg. War auch lange genug dort Finanzminister.

Kein guter Mann.

Richtig!

17:13, hakea

>>Juncker warnt vor dummen Nationalismus -
zurecht !
Eine intelligente Form muss her, die jeden einzelnen Bürger nicht identitätslos im Regen stehen lässt.<<

Ich stehe nicht identitätslos im Regen und laufe auch keinerlei Gefahr, dies zu tun. Meine Identität kann mir niemand nehmen, auch wenn die Rechten versuchen, mich als Bürger in ein nationales Korsett zu zwingen.

Nationalismus ist immer dumm. Intelligenten gibt es nicht.

...immer wieder schön...

Immer wieder schön wie Politiker uns die Welt erklären wollen. Nur sind sie es, die durch ihre Politik, den Gierigen alles in den Rachen zu werfen,diese Geister heraufbeschworen haben.
Zu ungleich ist Europa dadurch geworden und eine Einsicht hin zu einer besseren Verteilung des Reichtums ist leider nicht in Sicht.

Kluge Worte

"Patriotismus ist Liebe zu den Seinen; Nationalismus ist Hass auf die anderen.", sagte Richard von Weizsäcker, und "Ein Patriot ist jemand, der sein Vaterland liebt. Ein Nationalist ist jemand, der die Vaterländer anderer Völker verachtet. Ich will ein Patriot sein.", sagte Willy Brandt.
Juncker hat das nur kurz zusammengefasst, damit es jeder versteht.

17:23 von Adeo60

Juncker war ein leidenschaftlicher Europäer, ein kluger und streitbarer Kopf, ein Versöhner und kein Spalter. Auch wenn er nicht alle Ziele verwirklichen konnte, so hat er doch insbesondere in Krisensituationen tragfähige Lösungen mit herbeigeführt.

Juncker war/ist ein Mensch, der die Interessen der EU-Bürger soweit vertreten hat, soweit es dem Großkapital, also der Industrie dienlich war. So meine Auffassung über die Person Juncker. Ein Heiliger ist und war er in jedem Fall nicht. Und im übrigen ist er für seine EU-Tätigkeit auch gut bezahlt worden; er hat sein Amt schließlich auch nicht aus Barmherzigkeit ausgeführt.

Nationalismus pur...

Als ehem. Finanzminister und späterer Regierungschef machte Junckers seine Heimat Luxembourg zu einem Steuerparadies für Konzerne ... und dies ganz klar in Konkurrenz zu allen anderen EU-Mitgliedsländern. Also ich meine, das ist Nationalismus pur..!

17:16, marc2010

>>Je näher die Entscheidungen am Bürger sind, desto mehr erlebt er sich an der Demokratie beteiligt. Gegen den "bornierten Nationalismus" zu kämpfen heißt, immer mehr Souveränität an eine entfernte, bürokratische Zentrale in Brüssel abzugeben, Einzelinteressen der Länder (Polen, Ungarn usw.) nicht mehr genügend zu berücksichtigen, Ländern einen Willen aufzuzwingen, den sie vielleicht gar nicht wollen.<<

Das Zauberwort heißt Föderalismus.

Die Poltik, die am nächsten am Bürger ist, ist die auf kommunaler Ebene. Dann folgt die regionale Ebene, dann erst die nationale, und dann die gesamteuropäische.

Die Fixierung auf den Nationalstaat, eine Idee des 19. Jahrhunderts, hat fetischistische Züge.

Es handelt sich außerdem um eine mörderische Idee. Beschäftigen Sie sich mal mit der Geschichte Osteuropas zwischen den beiden Weltkriegen. Da sind viele Millionen für die Idee des Nationalstaates gestorben. Was dann ab den Dreißigern passierte, ist ohne diese Verwerfungen nicht zu verstehen.

17:28, Peter Meffert

>>17:08 von Superschlau
Zitat:"Hauptsache er hat Belgien zur Steueroase gemacht"
Sie machen Ihrem Nick wieder alle Ehre: Juncker kommt aus Luxemburg... Im Übrigen geht es hier um Juncker als Kommissionspräsident der EU und nicht um seine Zeit als Regierungschef in Luxemburg.<<

Und außerdem, das möchte ich hinzufügen, war Luxemburg schon vor Junckers Geburt eine Steueroase.

Genau wie Liechtenstein und die Schweiz.

Seltsamerweise scheint aber deren Steueroasentum die Junckerkritiker nicht groß zu stören.

Scheinheiliger Europäer

Wenn es im Ernst wäre, könnte er vor der eigenen Haustür erstmal die Steueroasen im Sinne eines gemeinsamen Europas abschaffen, oder noch besser hätte das schon vor Jahren gemacht.

17:38, wulfmusic

>>Juncker fordert, daß man einen Weg, der sich als Irrweg erwiesen hat (weil es den einzelnen Nationen in der EU schlechter geht als vorher) noch konsequenter gehen soll, um so die Probleme zu lösen, die erst durch dieses Vorgehen entstanden sind. Da ist es doch wohl sinnvoller, die Nationalstaaten wieder gegenüber der EU zu stärken.<<

Welchen EU-Mitgliedern geht es denn schlechter als vor der EU?

>>Juncker und seine Strippenzieher sollten ihre "Ideal"-Vorstellung von einer Neuen Welt Ordnung, in der eine sehr fragwürdige selbsternannte Elite eine Masse von rechtlosen Sklaven regiert, gründlich überdenken.<<

Oha.

Da isse wieder. Die New World Order Verschwörung. Die vaterlandslosen Gesellen...

Diese Juncker-EU ist eine kapitalistische Fratze

Aus reinem Machttrieb kauft sie noch mehr Staaten, finanzieren soll das wer? Wir natürlich! Der Euro war, ist und bleibt eine Mißgeburt, das Festkrallen am Euro-Griechenland (warum nur), sollte die Europleite verdecken. Ein Ruhmesblatt? Wer bezahlt das? Wir natürlich!
Eine EWG-Wirtschaftsgemeinschaft würde viel gerechter verlaufen als ein gesichtsloser und identitätsloser Überstaat, den Juncker still und heimlich Europa überstülpen wollte. Hauptsache seine Steueroasen bleiben. Die Geschichte wird ihn eher als Versager und Nationenzerstörer in Erinnerung behalten.
Ich fühle mich NICHT als Europäer. Was ist das überhaupt? Nur weil ich auf diesem Kontinent lebe? Seien wir froh über die Vielfalt, die es in Europa gibt und die sich mit einer früheren EU gar nicht hätte entwickeln können. Ein MIschmasch a la USA zerstört die Identitäten und unterscheidet nur noch nach Hautfarbe. Soll das, so reduziert, alles sein?

17:44 von fathaland slim

Zitat:"Nationalismus ist immer dumm. Intelligenten gibt es nicht."
Ich möchte mich dieser Formulierung vollumfänglich anschließen, kann es nur nicht in so schöne Worte setzen...Danke, fathaland slim!

Trost fürs Volk...

Mit Junckers EU-Ratspräsidentschaft wird auf ewig die dubiose Euro-Rettung am Beispiel Griechenlands verbunden sein - als Demonstration eines EU-Neofeudalismus nach dem Motto als Trost fürs Volk: Geld ist nicht alles, und Armut hat auch ihren Charme...!

Der bedeutsamste Satz Junckers...

...ist für mich der, “...dass es in Europa trotz aller politischen Krisen friedlich geblieben ist.“

Alle anderen Erfolge wären nicht möglich gewesen, hätte es innerhalb Europas - wie dies bis vor nicht allzu langer Zeit fast üblich war - Krieg gegeben.
Dagegen sind der immer wieder bemühte Krümmungsradius gewisser Feldfrüchte und andere ärgerliche Erlasse doch drittrangig.

Das sollte sich jeder EU-Basher ernsthaft klar machen, anstatt immer wieder die Auflösung der EU zu fordern.

re tarek94

"Europäischer Mindestlohn

""Wo bleibt der europäische Mindestlohn, den Sie uns immer wieder versprochen haben?", fragt zum Beispiel die französische Linke Manon Aubry. "

Juncker hat den europäischen Mindestlohn in einer Rede im April 2014 gefordert und im Oktober 2019 ist dieser immer noch nicht da? Was hat Juncker eigentlich die letzten 5 Jahre gemacht?"

Sie geben die Antwort doch selbst: er hat ihn gefordert.

Selbst einführen konnte er ihn nicht. Auch wenn EU-Gegner immer behaupten, Brüssel würde über die Köpfe der Nationalstaaten hinweg regieren.

@17:33 von Peter Meffert

>> Wie durch die EU die nationale Identität verloren gehen soll, verstehe ich nicht. <<
_
Falls Sie in DE leben, könnten Sie zum besseren Verständnis einfach mal einen Rundumblick nehmen...

@ marc2010

"(auch die CDU hatte)...ein Europa der Vaterländer, von souveränen Nationalstaaten gefordert, die da, wo es Sinn macht, zusammenarbeiten, und das ist das, was wahrscheinlich auch die Bürger vor Ort am meisten wollen."
Tja; was die Bürger vor Ort wollen interessiert Politiker aller Couleur doch längst nicht mehr.
Im Ergebnis ist das Reale Verhalten nur noch Wahlhilfe zur Stärkung eines "bornierten Nationalismus".

@von Superschlau

Nomen est omen...Jean-Claude Juncker war Finanzminister und Premierminister in Luxemburg, ehe er Kommissionspräsident wurde...mit Belgien hatte er nichts am Hut.
Das mit der Steueroase in Luxemburg hat was, aber auch andere Staaten in Europa wie u.a. die Niederlande, Irland, Schweiz oder Lichtenstein haben niedrige Steuermodelle angeboten...das Urteil "kein guter Mann" ist anmassend.

@ Peter Meffert 17:33 Uhr

"Wie durch die EU die nationale Identität verloren gehen soll, verstehe ich nicht."
Auf den Punkt gebracht:
"Die Vereinigten Staaten von Europa" stehen über nationale Interessen und kennen eine Zentralregierung.
Eine "Vereinigung der Staaten von Europa" wäre ein Mantel von autonomen Staaten welche sich in einer Interessengemeinschaft zusammen geschlossen haben und weiterhin autonome Regierungen kennen.
Erst nach etlichen Generationen kann über "...Vereinigte Staaten..." diskutiert werden.

17:13 von hakea

"Juncker warnt vor dummen Nationalismus -

zurecht !
Eine intelligente Form muss her, die jeden einzelnen Bürger nicht identitätslos im Regen stehen lässt."

Gut formuliert.
Wo aber diese "intelligente Form" hernehmen, mittels der der einzelne Bürger seine Identität finden kann?

Wer Literatur, Musik, Philosophie, sogar Religion etc. liebt, empfindet ohnehin übernational.
Und selbst die national empfindenden Filmfreaks gucken doch wohl nicht nur deutsche Heimatfilme?

Vielleicht sind die betont Nationalen - sofern sie friedlich sind - unbewusst überhaupt nicht national.
Nicht mal Jazz ist in Deutschland erfunden worden.

"dummer Nationalismus"...

Juncker hat voll recht...Kleinstaaterei und nationale Abgrenzung feiern in vielen Regionen Europas fröhliche Urständ. Dabei wollen sie alle die ökonomischen Vorteile der EU wie Zollunion und freien Warenaustausch sowie das Füllhorn diverser EU-Gelder nicht missen...das aber ist letztlich wenig bis harmlos, wenn man den monströsen Nationalismus und Patriotismus eines Russlands oder Chinas damit vergleicht.

pro-Nationalstaat ist nicht Nationalismus

kämpft mit ganzer Kraft gegen den dummen und bornierten Nationalismus.

Wenn Juncker nur den "weil ich hier geboren bin, ist mein Land ist besser als deins"-Nationalismus meinte, dann hätte er sicherlich recht. Mit der Form von Nationalismus muss eine pro-Nationalstaat Politik aber nichts gemeinsam haben. Natürlich will Juncker mit seiner Gleichsetzung die nationalstaatlich basierte Demokratie in Verruf bringen.

Nationalstaaten funktionieren besser als Imperien. Und genau in diese falsche Rictung steuert die EU.

17:41 von chrisf ..."Man ist keineswegs..."

Mit seiner Formulierung "dummer Nationalismus"
Nun der Hinweis ist immerhin sehr viel freundlicher formuliert als angemessen wäre. Wie wir wissen fördert gemeinsames Stehen und Arme hochreißen ja nur eine bestimmte Form von Gruppenidentität.

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18:31, Gelenkte-Dem-DE

>>ationalstaaten funktionieren besser als Imperien. Und genau in diese falsche Rictung steuert die EU.<<

Von einem nach dem Prinzip des Föderalismus organisierten Imperium habe ich noch nie was gehört.

Raubtierkapitalismus

"Aber lasst uns nicht vergessen, dass wir dank Europa im Mittelmeer 760.000 Menschenleben gerettet haben."

Okay, vergessen wir nicht. Aber wir sollten auch bedenken, dass die tollen `Wirtschaftspartnerschaftsabkommen´ mit afrikanischen Ländern, die tatsächlich einfach nur Marktzerstörungs- und Ausbeutung-Abkommen sind, sicher mit ein Grund dafür sind, dass Menschen überhaupt aus afrikanischen Ländern fliehen müssen.

"Wir beschließen etwas, stellen das dann in den Raum und warten einige Zeit ab, was passiert. Wenn es dann kein großes Geschrei gibt und keine Aufstände, weil die meisten gar nicht begreifen, was da beschlossen wurde, dann machen wir weiter - Schritt für Schritt, bis es kein Zurück mehr gibt."

Muss wohl nicht weiter kommentiert werden.

Das Bertelsmann/Gema-Gesetz (Urheberrechts-Gedöns)

Mir fällt wenig positives ein, was ich mit Junckers EU verbinden. Wenngleich es das natürlich auch gibt.
Aber die fragwürdigen Dinge bleiben hängen.

18:11, Zwicke

>>@17:33 von Peter Meffert
>> Wie durch die EU die nationale Identität verloren gehen soll, verstehe ich nicht. <<
_
Falls Sie in DE leben, könnten Sie zum besseren Verständnis einfach mal einen Rundumblick nehmen...<<

Ich sitze gerade in einer Kneipe in Oldenburg und blicke mich um.

Weit und breit kein Identitätsverlust zu erkennen.

Aber das liegt vielleicht an mir. Denn ich bin mir meiner Identität sehr, sehr sicher.

So, und jetzt gehe ich ans Klavier und spiele afroamerikanische Musik. Ich vaterlandsloser Geselle.

18:30, Sausevind

>>Nicht mal Jazz ist in Deutschland erfunden worden.<<

Interessanterweise hatten aber viele der Jazzerfinder deutsche Musiklehrer.

@kemalata 17.48

"Ein Patriot ist jemand, der sein Vaterland liebt. Ein Nationalist ist jemand, der die Vaterländer anderer Völker verachtet. Ich will ein Patriot sein.", sagte Willy Brandt."
Dann bin ich ganz im Sinne Willy's Patriot! Leider wird mittlerweile insbesondere von GrünInnen und Linken nicht mehr unterschieden und Patrioten und Nationalisten zusammengeworfen und diffamiert. Viele Dinge werden eben in funktionierenden Nationalstaaten wie D, Dänemark, Österreich besser geregelt als es die EU könnte.

@ 17:41 von chrisf

"Mit seiner Formulierung 'dummer Nationalismus'
hat er offenbar einige hier aufgescheucht, die so einem dummen Nationalismus huldigen. Man ist keineswegs identitätslos, wenn man Nationalismus ablehnt."

Besser hätte man es nicht ausdrücken können!

re deutlich

" Leider wird mittlerweile insbesondere von GrünInnen und Linken nicht mehr unterschieden und Patrioten und Nationalisten zusammengeworfen und diffamiert."

Das liegt ja wohl daran, dass waschechte Nationalisten sich selbst als Patrioten bezeichnen.

@ fathaland slim

>>ationalstaaten funktionieren besser als Imperien. Und genau in diese falsche Rictung steuert die EU.<<

„Von einem nach dem Prinzip des Föderalismus organisierten Imperium habe ich noch nie was gehört.“

Mein Tip dazu, davon werden wir auch nie hören, es schließt sich ziemlich aus, das beides in einem politischen System zusammen vorkommen wird.

Er hat nicht Recht mit dem was er sagt

Glauben Sie mir, ich weiß über was ich rede. Ich kam in den 80er Jahren als Spätaussiedler und junger Knabe nach Deutschland. Zu dieser Zeit war Europa ein Verbund von Nationalstaaten, die friedlich nebeneinander koexistierten. Es ging allen soweit gut, und man konnte schon damals überall hinreisen. Im Urlaub musste man sein Geld in eine ausländische Währung wechseln, kann mich aber nicht erinnern, dass das jemand gestört hätte. Ich empfand die Situation damals besser als heute. Ich weiß daher nicht was Herr Junker uns hier auf die Nase binden will. Ich persönlich bin froh dass er geht.

Es ist kein Nationalismus...

...wenn man sich nicht der Realität verschließt und anerkennt, dass sich zu viele verschiedene Interessen nicht unter einen Hut bringen lassen. Die meisten Länder, die nach 1990 zu Union gestoßen sind, legen heute ein politisches Verhalten an den Tag, das so gar nicht zu den Ideen passt, auf denen die Gemeinschaft ursprünglich aufbaute. Und eine Union in der Größe von 1990 hätte vermutlich auch nicht mit dem Problem zu kämpfen, dass sich eines ihrer größten Mitgliedsländer verabschiedet, weil eine ausgewogene Politik zwischen nationalen und gemeinschaftlichen Interessen aufgrund des Gezänks zwischen zweieinhalb Dutzend Regierungen kaum möglich ist.

Aber Hauptaufgabe der Union ist seit dem Ende des Ostblocks ja leider die Verbreitung des Kapitalismus in einem möglichst grenzenlosen Wirtschaftsraum. Und die Gegner einer solchen Idee kann man natürlich leicht als Nationalisten diffamieren.

Typische Politiker

Gott sei Dank tritt er ab. Er ist in meinen Augen nichts anderes gewesen als eine personifizierte Steuergeldverschwendung. Viele Lippenbekenntnisse und nichts dahinter. Ich assoziiere Junker mit nichts wirklich Positivem, was Europa hätte voranbringen können. Vielleicht kann mich aber auch jemand hier eines besseren belehren.

Juncker ruft bei Abschied zu Kampf gegen Natio....

Und zum Ende seiner Amtszeit wurde er noch unzufrieden:Weil einige Länder neue Beitrittsgespräche blockieren.Da tun sich neue Widersprüche in der EU auf.

Und die Griechen werden ihn nicht in guter Erinnerung.....

Nicht auf Nationalisten schimpfen - ihre Methode klauen!

Im 19. Jahrhundert war das Konzept des Nationalstaats genauso abstrakt wie das der EU. Bayern, Preußen oder Hessen davon zu überzeugen, dass sie doch eigentlich alle Deutsche sind, war nicht leichter als Ungarn, Franzosen und Schweden zu überzeugten Europäern zu machen.

In jeder Gruppe wirken einigende und trennende Kräfte: ein gemeinsamer, äußerer Feind ist eine solche einigende Kraft. Deshalb ziehen Despoten wie Erdogan in den Krieg, um innenpolitische Probleme in den Griff zu kriegen und deshalb hat der gemeinsame Kampf gegen Napoleon die Deutschen geeint.

Weitere identitätsstiftende Elemente können gemeinsame Sprache, Religion oder Ethnie sein. Auch Symbole und Rituale gehören dazu - das weiß jeder Fußballfan, der die Einheit im Fanblock spürt. Auch der demonstrative Patriotismus in den USA war notwendig, um aus Zuwanderern ein amerikanisches Volk zu formen. Die EU braucht das - und für einen Moment gab es ihn auch, den verbindenden Pulse of Europe!

re umfaller

"Es ging allen soweit gut, und man konnte schon damals überall hinreisen. Im Urlaub musste man sein Geld in eine ausländische Währung wechseln, kann mich aber nicht erinnern, dass das jemand gestört hätte."

Entschuldigen Sie das offene Wort, aber wer die EU darauf reduziert, dass man man für den Urlaub auf Malle keine Peseten eintauschen muss, der hat ganz, ganz wenig Ahnung davon, was die EU für den Bürger bedeutet.

@20:34 von Tinkotis

Obwohl ich eine starke EU befürworte, möchte ich mich Ihren kritischen Gedanken anschließen.

Allerdings habe ich doch die Befürchtung, dass heute kaum noch ein Land in der Lage ist, den Auswüchsen des Kapitalismus zu entkommen. Wenn wir ein gerechteres System etablieren wollen, brauchen wir Partner. Dauerhaft allein auf uns gestellt, wird das heutzutage nicht mehr möglich sein.

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