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Brexit

Es hieß vor ein paar Tagen , wir haben einen Deal ! In einem Nebensatz hieß es aber sofort, dass der Deal noch Hürden zu nehmen habe.
Schlechte schauspielerische Leistungen werden geboten. Also alles unverändert !

Wenn Großbritannien eine Demokratie wäre.....

..... dann müsste man eine Volksabstimmung zum Thema Brexit abhalten.

Und zwar zu dem jetzt ausgehandelten Vertrag.

Aber da zu vermuten ist, dass es dann nicht zum Brexit kommt, wird die Regierung das unter allen Umständen verhindern wollen.

Dabei wäre es sicher beim Referendum nie zum Brexit gekommen, hätte man gleich ein fertiges Abkommen zur Abstimmung gegeben.

Klingt gut mich eher nach Bananenrepublik.

Brexit ./. BER

Ich habe es mir gleich gedacht: der Berliner Flughafen (BER) kommt früher als der Brexit [Ironie aus]

England muss vor diesem Selbstmord bewahrt werden

Ich bleibe dabei, dass England vor diesem Selbstmord gehindert werden muss und Johnson abgesetzt werden muss:

https://www.tagesschau.de/ausland/brexit-1073.html

Zehn Tage vor dem Brexit-Termin ist in Großbritannien mal wieder alles offen: Die Parlamentarier könnten noch heute über den Deal abstimmen. Änderungen will Johnson jedoch keinesfalls zulassen. Und was macht die EU?

Die britischen Abgeordneten stimmen möglicherweise noch heute über den zwischen Premierminister Boris Johnson und der EU ausgehandelten Brexit-Deal ab. Britische Medien sprechen von einem "Showdown" zwischen Johnson und Parlamentssprecher John Bercow, dem Kritiker eine zu starke EU-Nähe vorwerfen.

Von daher hoffe ich, dass Bercow diese Entscheidun stoppt, es zu Neuwahlen inklusive neuem Referendum kommt und dieser Brexit endueltig ein fuer alle Male verindert wird. Nochdazu war dieser "Brief" von Johnson an die EU formnichtig.

Die "Woche der Hölle" hat begonnen

Bercow hat damals eine erneute Vorlage zur Abstimmung des Deals von TM abgelehnt, da dieser identisch mit der Ursprungsvorlage war, die abgelehnt wurde.
Diesmal wurde noch nicht abgestimmt, sondern verschoben. Also kann er sich darauf nicht berufen.

Die EU hat einen langen

Die EU hat einen langen geduldigen Atem und in all dem britischen Chaos immer noch einen klaren Blick für die Interessen der Republik Irland, die auch nach einem evtl. Brexit Mitglied der EU bleibt.
Der nächste Affront kam von ... Überraschung... Johnson, der einerseits einen nicht unterschriebenen Brief mit der gesetzlich vom Parlament verabschiedeten Aufschubbitte, und andererseits einen unterschriebenen Brief mit seiner Darlegung, warum er nicht um einen weiteren Aufschub nachsuchen will, nach Brüssel schickt. Liebe Brit*innen: Wer so einen Premier hat, braucht keine Feinde mehr.
Das vernünftigste wäre, einen Aufschub zu erreichen, dann ein Referndum anzusetzen auf der Basis der Erfahrungen der letzten dreieinhalb (!) Jahre, in denen das britische Parlament nicht in der Lage war, das - rechtlich nicht bindenden - Referendum in Politik umzusetzen, weil das vorherige Referendum schlampig und aus ganz anderen innenpolitischen Gründen zustande kam. Und natürlich muss es Neuwahlen geben

Die "Woche der Hölle" hat begonnen ....

so werden wir mit reißerischen Zeilen immer und immer wieder geblendet - was interessiert den gemeinen Leiharbeiter die Hölle des Brexit? Könnten wir uns nicht über die Zinserträge privater Sparkonten oder über die Entwicklung der Mietpreise ärgern, statt über Dinge, die uns gemeinhin weder interessieren, noch kurzerhand betreffen.

Daher ist dass hier populistischer Unsinn

Von daher ist dass hier absoluter populistischer Unsinn:

https://www.tagesschau.de/ausland/brexit-1073.html

Johnson steht unter sehr großem Zeitdruck. Er hat versprochen, Großbritannien am 31. Oktober - also in etwa eineinhalb Wochen - aus der Europäischen Union zu führen.

Diesen Brexit wird es nicht geben, werte rechten Tories!! Und nein es gibt keine Chancen fuer den "Deal":

https://www.tagesschau.de/ausland/brexit-1073.html

Außenminister Dominic Raab und andere Kabinettsmitglieder sehen Chancen für den Deal. Es scheine ausreichend Unterstützung im Unterhaus vorhanden zu sein, so Raab.

Das kann Raab sich knicken. Das Spiel von Johnson ist irreversibel verloren!

Johnson hat es wohl kaum

Johnson hat es wohl kaum eilig mit dem Brexit. Hat er doch noch im September versucht, den Abgeordneten einen weiteren Monat Urlaub zugeben.

Zudem hat er schon zweimal gegen den Brexit gestimmt, womit er nicht mehr glaubwürdig ist, wenn er jetzt behauptet den Brexit bis Ende Oktober durchbringen zu wollen.

Was....

bringt diese Abstimmung im House of Commons (Unterhaus) heute? In meinen Augen nichts. Vor drei Tagen wurde schon abgestimmt. Da haben die Parlamentarier für eine Verschiebung gestimmt.Wenn heute noch abgestimmt wird dann muss noch das House of Lords (Oberhaus) zustimmen und noch das Europäische Parlament das ist bis zum 31.10.2019 nicht zu schaffen Nach meiner Meinung soll eine kurze Fristverschiebung geben.

Systemfrage.

"Bercow will seine Entscheidung am Nachmittag verkünden. (…) Notfalls werde man ungeachtet eines Verbots abstimmen, kündigte die Regierung an."

So sehr ich Herrn Bercow im Grunde schätze: Wenn sich der Vorsitzende des Parlaments zu einer Art (ungewählte) "Konkurrenzregierung" aufschwingt (oder in diese Rolle gedrängt wird) und durch Abstimmungsverbote regiert, kann doch etwas nicht stimmen.

Frei nach Hamlet: Es ist etwas faul im Staate Engeland...

Brexit "Die Woche der Hölle"

Es ist wirklich müssig noch ein Wort über den Brexit zu verlieren. Trotz allem ist die Angelegenheit noch eine der vorrangigsten in dem ganzen EU-Getümmel. Ich denke, es wird keinem, EU oder auch Briten, so richtig klar sein, was nach dem Ausscheiden kommen könnte.

Die Briten wollten schon immer eine "extra Wurst" von der EU haben und haben diese auch in einigen zurückliegenden Fällen immer bekommen -das war schon zu Zeiten der EWG- so. Die EU hingegen, lässt sich auf der Nase herumtanzen weil das britische Parlament nur aus "streitlustigen Menschen" zusammengesetzt ist. In der Politik heißt es immer: Lösungen können nur durch gemeinsame Gespräche gefunden werden". Sind die britischen Parlamentarier andere Volksvertreter wie Ihre Kollegen in anderen Europäischen Ländern? Wenn man den ganzen Hick-Hack mitbekommt glaube ich, ja. Diese Leute sollten sich bewusst sein, dass sie ein ganzes Land in der Welt lächerlich gemacht haben. Aber wahrscheinlich merken sie es noch einmal mehr.

Welcher Wille?

"Kritiker werfen Johnson vor, den Willen des Parlaments zu torpedieren."

Welchen Willen hat denn das Parlament? Nach dem was allen bisherigen Meldungen seit Einreichen des Austrittsgesuchs zu entnehmen war, ist sich das Parlament einzig darüber einig, daß sich die Parlamentarier nicht einigen können.
Vielleicht wäre es ja mal angebracht, wenn die EU den Verlängerungsantrag ablehnen würde. Dann hieße es für das britische Parlament einfach "Deal or no deal" und das unwürdige Schauspiel hätte ein Ende.

Da ist die nächste Niederlage fuer Johnson!

Sodele die nächste Niederlage fuer die Tories!! Abstimmung gescheitert!! Bercow verbietet Abstimmung!!

https://tinyurl.com/yxgej9zp
ZDF-Nachrichten: Liveblog zum Brexit - Brexit-Deal: Parlamentspräsident Bercow lehnt Abstimmung im Unterhaus ab ( 21.10.2019 16:39 Uhr)

16:37 Uhr
Bercow lehnt weitere Abstimmung ab

oder hier:

https://tinyurl.com/yxuwx6je
Focus: Britische Regierung wird EU um Brexit-Verschiebung bitten (Montag, 21.10.2019, 16:39)

Schlappe für Johnson: Sprecher Bercow lässt Abstimmung über Brexit-Deal nicht zu

16.39 Uhr: Die Entscheidung des britischen Unterhauses über den neuen Brexit-Deal von Premierminister Boris Johnson verzögert sich weiter. Parlamentspräsident John Bercow ließ eine Abstimmung im Unterhaus in London am Montag nicht zu.

sehr gut Bercow!! Dankeschön!!!

Wie anders......

als als comedy kann das Ganze noch bezeichnet werden? Als Zeichen der Demokratie? Aber nicht nur das UK bietet eher das Bild einer Karnevalssitzung, auch die EU sieht eher aus, als ob ein Tanzbär am Nasenring durch eine Manege gezogen wird. Da drängt sich mir die Frage auf, wann und bei welchem Thema überhaupt die EU einen Termin für einben Termin hält und nicht bis zum St.Nimmerleinstag verlängert? Gott sei Dank stand die EU noch nie vor einer wichtigen Entschedung und wird es auch nie sein! Es ist vermutlich zu befürchten, daß Neville Chamberlain noch aus dem Grab steigt!

Nun werft sie endlich hinaus ...

... ich bin mit Sicherheit kein Befürworter eines harten Brexits, aber nun ist es genug. Da es augenscheinlich überhaupt nicht mehr um eine vernünftige Betrachtung von Vor-/Nachteilen bzw. wirtschaftlichen und politischen Konsequenzen geht, sondern nur noch persönliche Befindlichkeiten diverser Egozentriker Beachtung finden, sollte diesem Trauerspiel, auch wenn es Geld kostet, ein Ende gesetzt werden. Werft sie einfach raus und lasst sie bitte nicht wieder hinein.

Die EU sollte mehr Druck ausüben...

Wieso zwingt man die Briten nicht einfsch zur Annahme des ausgehandelten Vertrags?

Die EU hätte die Bitte um Aufschub einfach sofort zurückweisen sollen. Wenn nur noch ein ungeordneter Brexit oder der ausgehandelte Deal als Optionen vorhanden sind, werden die Parlamentarier den Deal schon akzeptieren.
Selbst wenn nicht, das Theater hätte zumindest endlich ein Ende.

@ 16:12 vriegel

Apropos Banane: Die war sogar Thema in der Kampagne vor dem Referendum 2016: Boris Johnson meinte damals, Großbritannien sei auf dem Weg in eine "Bananenrepublik" falls die Mehrheit für einen EU-Verbleib stimmen sollte; er behauptete, Brüssel verböte, mehr als drei Bananen am Stück zu verkaufen (tinyurl.com/y5vx87ms). Das war natürlich hanebüchener Unfug - wie so manches aus seinem Mund.

Eigentlich amüsant

Wenn man bedenkt, dass die Blockadepolitik von Boris Johnson sich jetzt gegen ihn wendet, andererseits hat es ihm zu Prime Minister gemacht.
Den finalen Vertrag den Bürgern vorzulegen und sie die letzte Entscheidung treffen zu lassen sollte allen, die immer vom Volkeswillen reden, den Wind aus den Segeln nehmen.
In der Zwischen zeit sind einige Ältere verstorben und viele Jüngere sind ins wahlberechtigte Alter gekommen. Inzwischen sollte auch allen in Britannien klar sein worum es geht.
In dem Fall können auch sehr viele Politiker ihr Gesicht wahren inklusive BJ, der ja merklich durch feine Klausulierungen schon immer hart an der Kante zur Lüge entlangschreddert (abgesehen von den nachgewiesenen Lügen). Dass er über die Verlängerung nicht verhandelt (aktuelle Formulierung) ist nachvollziehbar, da das Gesetz ihn nur zur Einreichung des Antrages verpflichtet.

@ KPO2019 um 16:16

Der Sprecher beruft sich auf die Entscheidung des Hauses vom Samstag.

Darin hat das Haus mit Mehrheit entschieden, über das Austrittsabkommen erst zu entscheiden, wenn die dazu gehörigen Gesetze beraten und verabschiedet wurden.

Meiner Meinung nach eine richtige Entscheidung.

Machtgier

Das Problem ist, dass sowohl "Johnson" und Konsorten als auch Corbyn (mit Murphy und ihrem Se(e)maus) die eigenen Machtinteressen über das Gemeinwohl stellen (ist bei bestimmten deutschen Politikerinnen auch so!).
Die Radikalisierung von Labour ist eine direkte Folge des Rechtsrucks durch Blair( dem das Karfreitagsabkommen nur gelang,weil die Unionists auf ihn,den Enkel des Grandmasters einer Orange Lodge, hörten).
Wenn man in der Politik eine Flanke offen lässt, wird sie von Radikaleren besetzt - oder nicht, Frau Kasner?

Weiche Grenze

Was hier vergessen wird:
Der angedachte „deal“ würde zwei Grenzsysteme schaffen: ein hartes - GB kontrolliert seine Außengrenzen zu 100% und verzollt alle EU - Importe vollumfänglich.
Ein weiches: die Grenze Nordirland/ Irland bleibt offen: die EU kann seine Außengrenze und damit Importe aus GB weder kontrollieren noch verzollen! ( die Lösung: GB verzollt die Exporte in die EU ist unrealistisch und schlichtweg naiv)
Meiner Meinung nach gibt
es nur zwei Möglichkeiten: entweder GB bleibt ohne wenn und aber in der EU oder GB tritt mit allen Konsequenzen ( harte Grenze, Visumpflicht) aus.

re rumpelstielz

"Die "Woche der Hölle" hat begonnen ....

so werden wir mit reißerischen Zeilen immer und immer wieder geblendet - was interessiert den gemeinen Leiharbeiter die Hölle des Brexit?"

Erstens sollten Sie sich nicht anmaßen festzulegen, was den gemeinen Leiharbeiter interessiert oder nicht.

Und der gemeine Leiharbeiter, den es nicht interessiert, braucht's ja nicht zu lesen.

21. Oktober 2019 um 16:20 von Rumpelstielz

"so werden wir mit reißerischen Zeilen immer und immer wieder geblendet - was interessiert den gemeinen Leiharbeiter die Hölle des Brexit? Könnten wir uns nicht über die Zinserträge privater Sparkonten oder über die Entwicklung der Mietpreise ärgern, statt über Dinge, die uns gemeinhin weder interessieren, noch kurzerhand betreffen."

Als Leiharbeiter und EU Brüger interessiert mich der Brexit sehr. Als Berliner haben wir interessante Entwicklungen was die Miete betrifft. Und die Zinserträge privater Sparkonten bleiben aus wirtschaftlich/gesellschaftlichen Gründen aus, die alle mit der Globalisierung und dem zunehmend infunktionalem Kapitalismus zu tun haben bzw seinem Konflikt mit staatlichen (bürgerlichen) Interesse.

rer Truman Welt

Ja sicher geht das Schauspiel weiter, mit Johnson sowieso, der kann gar nicht anders. Wäre nach einer Neuwahl in England Johnson tatsächlich weiter der Premier (wovor uns Gott verschonen möge), dann wäre ständig Show im britischen Parlament auch mit einer gelaufenen Brexitentscheidung. Das sollte jedem Wähler klar sein. Johnson benimmt sich emotional mit seinem Verhalten für mich wie ein Kleinkind, was die Entscheidung der Vernunft und des Stärkeren einfach negiert und so weiter macht, bis es bekommt was es will. Zwischendurch und sicher am Ende mit Gebrüll, wenn es nicht bekommt was es will. Auf solchem Niveau bewegt sich die Welt in England, den USA sowie Nordkorea, um nur die verhaltensauffälligsten "Kinder" aus meiner Sicht zu nennen. Ich persönlich bedauere den selbst gewählten Abgang von Mr. Bercow, aber ich kann seine Entscheidung sehr gut nachvollziehen.

Verpeilt

Es ist ein lächerliches Chaos.

Schön ist dass Bercow der Erste ist (Danke dafür) der bei dem Trauerspiel nicht mitmacht.

Wir werden am 01. Nov. GB noch in der EU sehen und vielleicht kommen dann einmal Politiker die nicht nur reden sondern vernünftig tun.

Es hat den Anschein dass die Mehrheit der Briten in der EU bleiben möchte.

@ 16:52 karlheinzfaltermeier

Wenn man solche Bilder verwendet ("Tanzbär am Nasenring durch eine Manege gezogen"), dann sollte es auch einen stimmigen Vergleichspunkt geben; den gibt es hier nicht: Die EU beweist einen langen Atem; wenn die britische Regierung und das Parlament sich in mehr als 3 Jahren ständig lahmlegen und das Referendum nicht in politische Beschlüsse umzusetzen in der Lage ist (was mich bei der völlig unzureichenden Fragestellung des schlampig vorbereiteten Brexit-Referendums nicht wirklich wundert...), dann ist das nicht Sache der EU, für GB etwas zu entscheiden. Aber es ist wohl auch hier so, dass manche gerne die EU kritisieren auch da, wo die Kritik ins Leere läuft...

re karlheinzfaltermeier

"Wie anders......

als als comedy kann das Ganze noch bezeichnet werden? Als Zeichen der Demokratie? Aber nicht nur das UK bietet eher das Bild einer Karnevalssitzung, auch die EU sieht eher aus, als ob ein Tanzbär am Nasenring durch eine Manege gezogen wird. Da drängt sich mir die Frage auf, wann und bei welchem Thema überhaupt die EU einen Termin für einben Termin hält und nicht bis zum St.Nimmerleinstag verlängert?"

Begründen Sie doch mal, warum die EU Einem No Deal Brexit den Vorzug geben sollte?

Aber bitte nicht einfach nur, dass einige Im Publikum genervt sind. Etwas mit Substanz.

@ 16:20 Rumpelstielz

Es steht mir eigentlich nicht zu, über eine ganze Gruppe zu urteilen, was diese interessiert oder nicht interessiert: Aber in diesem Fall dürfte klar sein, dass gerade Jobs im Niedriglohnsektor und Leiharbeiter*innen hüben wie drüben einen Teil der Zeche des Brexits zahlen werden - die Börsenspekulanten und Zocker sicherlich nicht, die haben ihre Schäfchen und Scherflein schon im Trockenen.

@karlheinzfaltermeier, 16.52 Uhr

Was sich aktuell in England abspielt ist durchaus ein Zeichen wahrer Demokratie. Das Parlament zeigt der Regierung ihre Grenzen auf, pocht auf die Einhaltung von Recht und Gesetz, lässt sich nicht einfach in einen "Zwangsurlaub" schicken und erwartet eine verlässliche Begründung zu existentiellen Fragen rund um den Brexit. Die EU hat mehrfach Vorschläge von der britischen Regierung in Sachen Brexit angemahnt. Geschehen ist lange Zeit nichts. Nun musste Johnson seinen "Gang nach Canossa" doch noch antreten und die EU um Fristverlängerung bitten. Der sauberste Weg wäre es, die Briten über den nun vorliegenden Austrittsvertrag abstimmen zu lassen. Aber es scheint, als würde Johnson ein ablehnendes Votum befürchten.

21. Oktober 2019 um 16:42 von Komplex einfach

>"Kritiker werfen Johnson vor, den Willen des Parlaments zu torpedieren."

Welchen Willen hat denn das Parlament?<

Das es keinen Austritt ohne gültigen Austrittsvertrag gibt. Der Rest ihres Posts gibt keinen Hinweis darauf, dass sie das wahrgenommen haben.
So komplex ist dieser eine wichtige kleine Punkt nicht. Zu dem Ansinnen und der Umsetzung gibt es genügend Ausführungen bei vielen Medienportalen (auch hier). Dieser Vorwurf kann durchaus richtig sein, aber das hat am Ende das Gericht zu entscheiden wenn es denn zur Entscheidung herangezogen wird.

Was soll die EU denn machen?

Um das Ganze nicht platzen zu lassen, hat Brüssel sich auf Änderungen zugunsten Johnson eingelassen. Jetzt kann man nur weiterwarten und darauf hoffen, die britische Arroganz findet irgendwann mal ihren Weg im Umgang mit dem täglichen Leben.

@ 16:53 von KüstenRalle

Das würde manchem so passen, die EU zum Vollstrecker eines wahnwitzigen Brexit zu machen; nein, es ist gut, dass in Brüssel überlegte und geerdete Leute sitzen und keine blondschöpfigen Narzissten und Hulks, die sich um Parlament und Gesetz einen feuchten Kehricht kümmern.

21. Oktober 2019 um 16:54 von Besser-Esser

"Wieso zwingt man die Briten nicht einfsch zur Annahme des ausgehandelten Vertrags?"

Die EU hat ein Interesse an der Zugehörigkeit von GB, deswegen wird sie wahrscheinlich auch über den Sankt Nimmerleinstag hinaus verlängern so lange die Briten das beantragen. Es fließen ja auch noch Gelder zwischen beiden Seiten.
Ich hab auch Interesse das GB in der EU verbleibt. Allerdings habe ich auch Interesse daran, dass sich die EU den aktuellen Herausforderungen besser entgegenstellt und da stört die ewige Verhandlung schon sehr.

Mr. Speaker konnte gar nicht

Mr. Speaker konnte gar nicht anders als gegen den Antrag seines Tory-Kollegen Johnson zu entscheiden, denn das hätte den klaren Mehrheitsbeschluss des Parlaments vom Samstag, erst bei Vorliegen der Umsetzungsbestimmungen über den neuen Deal abzustimmen, ignoriert - das kann Mr. Bercow qua Amt nicht zulassen.

@karwandler um 17:31Uhr

Vermutlich sind Sie wie immer viel besser und genauer informiert, während ich mich auf das von Journalisten vorgekaute Wissen verlassen muss, aber ich denke, daß bei einem "No-deal-Brexit" beide Seiten ihre Schrammen davontragen, während bei einem "geregelten Austritt" die EU vor lauter Kompromissen und Entgegenkommen alle Grundsätze verkauft. Das befürchte ich zumindest und jetzt erklären Sie mir bitte auf der Basis der langen britischen EU-Mitgliedschaft, daß diese Befürchtungen grundlos sind!

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Am 21. Oktober 2019 um 16:52 von karlheinzfaltermeier

"Da drängt sich mir die Frage auf, wann und bei welchem Thema überhaupt die EU einen Termin für einben Termin hält und nicht bis zum St.Nimmerleinstag verlängert?"

Sie haben Recht.

Für Deutschland hätte das einen großen Vorteil.

Die Goldreserven UK 310 Tonnen
Germany 3.381 Tonnen.

Bei einem ungeregelten Brexit dürfte der vermeintlich sichere Hafen Gold, überdurchschnittlich an Wert zunehmen.

Vorteil für Deutschland.

€+$ würden steigen,
Vorteil für GB Export.

Also,
es gibt keinen Brexit.

Bin gerade mal weg,...

...um mir ein Handtuch zum Abwischen der Tränen zu holen...
Es ist müßig, sich immer und immer wieder erneut über dieses “Satiredrama“ auszulassen.

@andererseits um 17:29Uhr

Eine nahzu permanente Verlängerung von nicht mehr ernst zu nehmenden Fristen ist für Sie ein "langer Atem"?Ich würde mir wünschen, daß das UK in der EU bleibt, aber nicht um den Preis des sich lächerlich machens! Gegenüber anderen Staaten war die EU jedenfalls entscheidungsfreudiger. Wenn also die nächste Fristverlängerung gewährt wird, hoffe ich ich, daß Sie dann unter den Jublern sind.

Nicht gleichgeschaltet

@ Komplex einfach:
"Kritiker werfen Johnson vor, den Willen des Parlaments zu torpedieren."
Welchen Willen hat denn das Parlament?

Natürlich keinen. Jeder Abgeordnete hat hoffentlich seinen eigenen Willen. Sonst wären die ja gleichgeschaltet.
Der PM macht sich aber nicht die Mühe, einen übergreifenden Konsens zu suchen, er versucht mit unehrlichen Tricks und mit dem Kopf durch die Wand seine Ideologie durchzusetzen.

Das Parlament hat sich die

Das Parlament hat sich die Kontrolle zurückgeholt, wie von den Pro Brexit Leuten immer gefordert und lässt sich nicht mehr von der undemokratischen Regierung herum schubsen.

Die Abgeordneten nutzen jetzt wieder ihr Recht, Gesetze ausführlich zu diskutieren und wenn nötig zu ändern.

Held des Alltags

Mr. Bercow, Sie sind mein Held, Sie haben Standing, ich ziehe mit tiefer Verbeugung meinen Hut vor Ihnen. Respekt.

@ 18:16 karlheinzfaltermeier

In meinen Augen ist "sich lächerlich machen" nicht die geeignete Kategorie - es sei denn für die absurden Kapriolen, die Boris Johnson anbietet. Ich bleibe dabei, dass die EU verantwortlich handelt, nicht zuletzt mit Blick auf das Mitglied Irland. Und wer weiß, ob im Rückblick der Geschichte diese diplomatisch kluge Geduld das britische Königreich nicht vor größerem Schaden bewahrt: Schottland scharrt längst wieder mit den Hufen, und die Protestanten in Nordirland befürchten durch den Johnson-Deal, dass auf Dauer eher die Reunion der beiden irischen Länder als der Verbleib in GB auf der Agenda steht.

Johnson kann nur "gegen"

Die Regierung will nun stattdessen das Gesetzespaket zum Brexit direkt durchdrücken.

Johnson hat kein nennenswertes Handlungsrepertoire, er kann nur "durchdrücken". Er kann nicht "mit", er kann nur "gegen". Seine Vorgänger waren da oft klüger und wussten, dass Politik die Kunst des Möglichen ist und im entscheidenden Moment den Kompromiss erfordert. Dieser Mann kann meinetwegen einen aggressiven Konzern leiten. In der Politik ist er definitiv fehl am Platze.

@yvh, 18:19

"Das Parlament hat sich die Kontrolle zurückgeholt (...)."

Sie vergessen, zu erwähnen, vom wem es sich die "Kontrolle zurückgeholt" hat:

Vom eigenen Volk!

Also von denen, deren Interessen und Wünsche es eigentlich vertreten soll!
Das kann nicht lange gutgehen.

@ karlheinzfaltermeier

Da drängt sich mir die Frage auf, wann und bei welchem Thema überhaupt die EU einen Termin für einben Termin hält ...

Muss sie das? Die EU will ja nirgens austreten.

@ KüstenRalle (16:53)

"... ich bin mit Sicherheit kein Befürworter eines harten Brexits, aber nun ist es genug. (...) Werft sie einfach raus und lasst sie bitte nicht wieder hinein."

Lassen Sie sich doch keinen Stress machen. Ich gebe hier auch keine polit. Kommentare mehr ab. Da mache ich es mir lieber gemütlich, bei Kaffee und Kuchen, und kann mir dabei (wenn kein anderer da ist) eigene Witze (keine englischen) erzählen; ich kann Witze, selbst die eigenen, so schlecht "behalten". Ich kann über die immer wieder lachen.
Nehmen Sie sich diese Briten nicht so zu Herzen, Sie können ja an der Küste so lange spazieren gehen. Wenn Sie wieder zurück sind, kann ich Ihnen das Weitere erzählen ... Nur so ein Vorschlag meinerseits ... ich kann verstehen, dass derzeit viele fast am durchdrehen sind ... aber glauben Sie mir, dazu besteht überhaupt kein Grund ... bis dann.
PS: denken Sie mal an die englischen penalties (Fußball), ich hoffe Sie können dann wieder mehr lachen ... sind die nicht lustig, diese Engländer...

Zollunion

Wenn die pro-europäisch eingestellten Bürger in GB Glück haben, dann schreibt die Mehrheit des Parlamentes gegen den Willen der Regierung den Verbleib in der Zollunion in das Brexit Gesetzt. Dann würde der Brexit wesentlich zahmer ausfallen und die wirtschaftlichen Folgen für die Briten wären nicht dramatisch.
Hoffen wir es.

England in der Sackgasse.

So sehr ich mir immer noch wünsche, dass Großbritannien innerhalb der EU verbleibt, so irritiert bin ich nun doch auch inzwischen über dieses „Mutterland der Demokratie“.
Denn nach den Stunden der Debatte am denkwürdigen letzten Samstag im britischen Unterhaus die ich am TV verfolgte, glaube ich nicht mehr an einen irgendwie würdigen oder überhaupt zu vollziehenden (2020?) Brexit. Mir wäre dies übrigens sehr recht wenn die Abgeordneten bei ihren Machtspielen und Scheingefechten bleiben würden und so die Briten bis zum Sankt Nimmerleinstag in der EU blieben. Einfach deshalb, weil ich das Land und die Leute sehr schätze.

Worüber keiner so richtig

Worüber keiner so richtig spricht, was mich aber mal sehr interessieren würde, was hat uns EU-Bürger das ganze Briten-Theater bisher gekostet und was an verursachten Kosten wird nach einem Brexit wirklich auf uns zukommen und zwar genau nach EU-Staat aufgeschlüsselt? Schätzungsweise werden wir uns da letztlich mindestens im hohen Milliardenbereich bewegen. Aber das scheint ja überhaupt kein Thema zu sein. Warum wohl, vielleicht weil man den Hauptzahler für den ganzen Quatsch sowieso schon längst herausgezeigt hat?

Die eine Meinung des Volkes gibt es nicht

@ rossundreiter:
Sie vergessen, zu erwähnen, vom wem es sich die "Kontrolle zurückgeholt" hat:
Vom eigenen Volk!
Also von denen, deren Interessen und Wünsche es eigentlich vertreten soll!

Das tut das Parlament doch. So vielfältig wie die Meinungen im Volk, sind auch die Meinungen unter den Abgeordneten. Am Ende wird es vermutlich auf einen geregelten Brexit hinauslaufen, aber dennoch auf einen Verbleib in der Zollunion.
Das wäre doch ein guter Kompromiss im Sinne des ganzen Volkes. Es kann sich ja hoffentlich nicht eine 51% Mehrheit rambohaft gegen eine 49% Minderheit durchsetzen. Das wäre nicht fair.

Verhalten der britischen Regierung bez. des Brexit

Da es sich um einen schwerwiegenden Einschnitt für alle Bürger des Landes handelt, verstehe ich nicht, wieso das Referendum nicht wiederholt wird. Welcher britische Normalbürger hat denn im Vorfeld des 1. Brexitreferendums gewusst, was das im Detail bedeutet und auf jeden Einzelnen zukommt? Ich könnte mir daher gut vorstellen, dass das Ergebnis nun anders aussehen wird und wenn nicht, dann kann sich auch keiner mehr beklagen.

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