Ihre Meinung zu: Wie das Brexit-Drama weitergeht - vier Szenarien

18. Oktober 2019 - 20:15 Uhr

Seit 2016 quält sich Großbritannien - und damit auch Brüssel - mit dem Austritt aus der EU. Jetzt steht schon wieder ein Schicksalstag an. Wie geht das Drama aus - und wann ist es endlich zu Ende? Vier Szenarien.

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Kommentare

Dieser Tage gab es ein Foto

Dieser Tage gab es ein Foto von einem jungen Menschen, der ein Plakat trug mit der Aufschrift (frei übersetzt): "Niemand, der in diesem Jahrtausend geboren wurde, hat für den Brexit gestimmt." In diesem Sinne hoffe ich, dass das britische Unterhaus morgen nein sagt zu diesem Wahnsinn und dann den Brit*innen ermöglicht, den drohenden gesellschaftlichen wie wirtschaftlichen Suizid des Brexit zu korrigieren.

Darüber zu spekulieren ist

Darüber zu spekulieren ist müßig. GB wird gehen müssen. So oder so. Und? Was kümmert das die EU? Auf gb kann man verzichten. Wenn Deutschlad oder Frankreich austritt, dann wirds richtig brenzig. Dann ist das Pojekt erst gescheitert.

@ Superschlau

"Und? Was kümmert das die EU? Auf gb kann man verzichten."

Das UK ist die zweitgrößte Volkswirtschaft der Europäischen Union. In wirtschaftlicher Hinsicht ist das UK so groß wie die 19 kleinsten EU-Länder zusammen. Es ist also in gewisser Weise so, als würden 19 von 28 Mitgliedern austreten - wenn man es ökonomisch betrachtet.

Ich frage mich, ob all diejenigen, die jetzt Kommentare wie "Die Briten sollen endlich gehen" oder "Reisende soll man nicht aufhalten" schreiben, es freudig begrüßen werden, wenn Deutschland demnächst den Löwenanteil der EU-Beitragszahlungen übernehmen muss, die bisher von den Briten kamen.

@Superschlau

" Auf gb kann man verzichten. Wenn Deutschlad oder Frankreich austritt, dann wirds richtig brenzig. Dann ist das Pojekt erst gescheitert."

Auf GB kann die EU eben nicht verzichten. Deshalb suggerieren die EU-konformen Medien und Politiker ja einen heilloses Durcheinander in GB und hoffen darauf, dass es die Bevölkerung schluckt und in einem zweiten Referendum anders entscheidet. Die Chaos in GB ist natürlich vorhanden, aber auch nur, weil EU-freundliche Politiker nicht den Willen des Volkes aus dem Referendum durchsetzen wollten. GB kommt beim Brexit nicht gut weg. Für die EU wird es aber katastrophal. Frankreich hat auch nichts mehr aufzubieten. Frankreich ist am Boden und im Bankensektor zu sehr mit Italien verwoben. Deutschland steht noch am besten da, ist aber ebenfalls auf dem wirtschaftlich absteigenden Ast. Ach ja Italien ... da gibt es ja bald wieder Salvini. Die Titanic sinkt und die Briten haben sich schon mal das erste Boot geschnappt. Glückwunsch!

Also mein Tipp: Szenario 2 + Neuwahl + Referendum

Also ich tippe so:

https://www.tagesschau.de/ausland/brexit-deal-szenarien-101.html

Szenario 2: Der Deal wird abgelehnt und Johnson beantragt Aufschub

Johnson ist nach einem britischen Gesetz (Benn Act) verpflichtet, bei der EU um eine weitere Verlängerung der Austrittsfrist um drei Monate zu bitten, sofern bis 19. Oktober kein Deal gebilligt ist - also bis Samstag. Das wäre also der nächste logische Schritt. Einem solchen Antrag würden die 27 übrigen EU-Staaten mit hoher Wahrscheinlichkeit stattgeben.

plus direkt anschließende Neuwahl und direkt anschließend daran: neues Referendum. Denn derzeit lese ich von Experten, dass Johnson ein neues Referendum verlieren wuerde weil die pro-EU-Kräfte stärker wären.

Wait and see - bald wissen wir mehr

„Was wäre wenn? Wie geht dieses unendliche Drama aus - und wann ist es endlich zu Ende?“

Sicher ist eins: Das Leben der Bürger diesseits wie jenseits des Ärmelkanals geht weiter.

Die Frage ist eher, wie schwer ihnen das in Zukunft gemacht wird. Ich werde den Eindruck nicht los, dass sie ohne ihre Politiker bedeutend besser dran wären.

21:22 von Superschlau

vertu dich da mal nicht. deutschland wird dann sicher den anteil gb übernehmen müssen. die anderen werden sicher nicht mehr geld einzahlen.

@Laskaris 21:32 Deutschland den Löwenanteil?

Die "Rest"-EU muß zusehen, wie sie durch Brexit mit weniger Geld auskommt! Schon mal was von "Den Gürtel enger schnallen" gehört, was gerade Politiker doch so gerne dem Volk gegenüber predigen? Der EU-Wasserkopf muß eben schrumpfen. Und keine Erweiterungen nur aus besitzergreifendem Prestigedenken, wobei man im Grunde "neue" Mitglieder mit nur noch mehr Geld anlocken und "einkaufen" will, auf unsere Kosten natürlich! Volle Geldtöpfe neigen zu Übermut.
GB kann seine gesparten EU-Ausgaben nun eigenverantwortlich nur für sich ausgeben. Beneidenswert. Wenn der Geldsegen in der EU versiegen würde, wie schnell würden dann die meisten Mitgliedsstaaten das Weite suchen und sich endlich wieder frei fühlen!

Unterhaus

Da muss Boris bis morgen noch vielen MPs ihre Stimme abkaufen. Der DUP hat schon viel Geld für Infrastruktur in NI angeboten. Die wollen aber noch mehr.

Wie er den Tories, die er vergrault oder rausgeschmissen hat ein „Yes“ schmackhaft macht bin ich gespannt. Doch wieder Pöstchen nach einer Neuwahl?

Sieht nach einem ziemlichen Geschacher aus.

@Laskaris Wer sagt denn, dass

@Laskaris

Wer sagt denn, dass nicht auch die Ausgaben gekürzt werden (können), wenn UK nicht mehr Mitglied ist?

Deutschland ist auch nicht der Retter, ohne den die Welt zusammenbricht. Bitte bleiben Sie mal bescheiden. Es ging auch früher ohne UK, allerdings musste man sich nicht um Mittelmeerraum und Ostblockländer kümmern. Es ist nun mal eine Gemeinschaft und da muss man eben zusammenhalten. In Deutschland gibt es auch reichere und ärmere Bundesländer. Wenn man dann die verfügbaren Mittel richtig einsetzt, wird sich daraus auch etwas entwickeln. Von zu engen Zeitrahmen sollte man absehen. Um UK und Irland z.B. stand es auch beim Eintritt in die Gemeinschaft nicht zum besten, 40 Jahre später weinen wir wenn eines diese verlässt. Die Welt wird sich dennoch weiterdrehen. Ausserdem ist es auch teuer, nicht konstruktiv und zermürbend die Kapriolen von Ländern zu ertragen, die sich für etwas Besseres halten und meinen anderen permanent Lektionen erteilen zu müssen.

re laskaris

"Ich frage mich, ob all diejenigen, die jetzt Kommentare wie "Die Briten sollen endlich gehen" oder "Reisende soll man nicht aufhalten" schreiben, es freudig begrüßen werden, wenn Deutschland demnächst den Löwenanteil der EU-Beitragszahlungen übernehmen muss, die bisher von den Briten kamen."

Dafür muss sich keiner mehr über den Britenrabatt ärgern, durch den das UK zu Lasten der anderen bevorzugt behandelt wurde.

Deswegen stehe ich hinter Frau Dittert

Deswegen stehe ich auch hinter Frau Dittert:

https://www.tagesschau.de/multimedia/video/video-608965.html

die es vernuenftig fände wenn es ein neues Referendum geben wuerde mit

sind Sie fuer den Brexit mit dem neuen Deal
oder
fuer den Verbleib in der EU

Sowas ist doch eigentlich einfach. Und Frau Dittert ist ja auch der Auffassung dass die Mehrheit dann eher fuer den EU-Verbleib wählen wuerde.

21:32 von Laskaris

Voll ins Schwarze getroffen.

@ Laskaris (21:32): ich wäre auch traurig wenn England ginge

@ Laskaris

Ich frage mich, ob all diejenigen, die jetzt Kommentare wie "Die Briten sollen endlich gehen" oder "Reisende soll man nicht aufhalten" schreiben, es freudig begrüßen werden, wenn Deutschland demnächst den Löwenanteil der EU-Beitragszahlungen übernehmen muss, die bisher von den Briten kamen.

Ich wäre auch traurig, wenn England gehen wuerde. Denn es ist ein Betrug an den jungen Generationen und an der Mehrheit in England die in der EU bleiben will. Und mir täte es leid fuer William, Harry, Kate und Meghan sowie fuer deren Kinder.

Was ich aber von England möchte ist:

dass es seine Atomwaffen vollständig bis auf NULL abruestet
seine AKWs alle schließt und Teil einer europäischen und globalen Energiewende wird genauso wie ALLE anderen EU-Mitgliedsländer auch.
dass England auch seine Geheimdienste schließt und abschafft

Manche Wege...

muss man zu Ende gehen. Erst, wenn sich in Monaten des Alltags erweist, dass das Verlassen einer größeren Einheit zugunsten der Kultivierung eines nostalgischen Kleingartens massive Wohlstandsverluste mit sich bringt, gibt es eine Chance (nicht: wird sich zeigen), zu erkennen, dass in einer hochintegrierten Welt das kleine Karo der eigenen Lebensqualität das Wasser abgräbt.
Der Preis wird hoch sein, auch in der BRD, aber fatal im UK.

Brexit warum wollen die Engländer aus der EU ?

Keiner hat bisher diese Frage gestellt. Warum?
Es war eine Volksentscheidung, die durch mediale Meinungsmache gesteuert wurde.
Warum wurde Sie so gesteuert, warum wollen die englischen Eliten (Sie steuern die Meinungsmache) d.Brexit.
Meine Meinung:
Strategisch will England (und ich meine wirklich England und nicht GB) aus der Umklammerung der EU. Dies insbesondere im Bereich der Regelungen der EU-Finanzwirtschaft.
Ich glaube, das man in den nächsten 20 Jahren den Finanzplatz England (heute London) ausweitet und ausbaut. Hierbei sind Regelemtierungen aus dem EU Bereich hinderlich. Es geht auch nicht um Geschäftsbanken die nach Frankfurt abwandern. Das ist vollkommen uninteressant. Banken als Dienstleister wird es in 20 Jahren nicht mehr geben. Diese Art Banken werden nur noch marginal existieren in Zeiten von Kryptowährungen etc. Banken für Investoren werden hier entstehen. England will zu einer grossen Schweiz werden. Schottland/ NIrland gehen zur EU. Wales wird Wochendgarten.

Ich glaube, UK wird der große

Ich glaube, UK wird der große Gewinner und die EU der Verlierer sein.
Der "Deal" von Johnson bringt mehr Vorteile für Nordirland und die Briten.

Zudem las ich, dass bald ein Freihandelsabkommen mit der EU folgen soll. Im Prinzip bedeutet das, UK bekommt alles, was es wollte: freien Handel, keine Personenfreizügigkeit und keine Zahlungen an Brüssel.

Dort sieht es für die zukünftigen Haushalte ohne UK-Gelder schlecht aus: D wird sehr viel mehr zahlen müssen.

Und dann stehen schon Mazedonien, Albanien, Serbien und Kosovo bereit, um aufgenommen zu werden.

Ich würde auch gerne aus der EU austreten.

@21:22 von andererseits

In diesem Sinne hoffe ich, dass das britische Unterhaus morgen nein sagt zu diesem Wahnsinn und dann den Brit*innen ermöglicht, den drohenden gesellschaftlichen wie wirtschaftlichen Suizid des Brexit zu korrigieren.

Nicht der Brexit ist Wahnsinn, sondern die Ungewissheit. Wenn das britische Unterhaus morgen nein sagt zu diesem Deal, dann geht dieser Wahnsinn weiter. Das was in den vergangenen Monaten in diesem Land abgeht (und bei einem nein weiter abgehen würde) IST gesellschaftlicher Suizid. Dafür ist alleine dieses Parlament verantwortlich das sich partout über den Willen des Volkes (für alle Unverbesserlichen: Wille des Volkes = Mehrheitsentscheid) hinweg setzt.

Wirtschaftlich übrigens ist ebenfalls nur die Ungewissheit problematisch. Man kann sich problemlos mit einer Lage ausserhalb wie auch innerhalb der EU arrangieren. Gift für die Unternehmen ist das Fehlen von Verlässlichen Rahmenbedingungen wie in der aktuellen wischiwaschi Lage.

21:22 von Superschlau

Darüber zu spekulieren ist müßig. GB wird gehen müssen. So oder so. Und? Was kümmert das die EU? Auf gb kann man verzichten. Wenn Deutschlad oder Frankreich austritt, dann wirds richtig brenzig. Dann ist das Pojekt erst gescheitert.
///
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*
Solange Deutschland, wie beim Brexitausfall gleich bezahlen wird, kann das Scheitern überhaupt nicht auffallen.
*
Aber nächstes Jahr will Merkel ja für das Zahlen seit 2016 auch was sehen.
*
Hoffentlich etwas, das wir in den kommenden schlechteren Zeiten wirklich schaffen können.
*
(Mülleimersammler, defekte Schultoiletten und Schaglöcher haben wir genug)

Parlament lehnt morgen ab...

… dann Vorlage zum Entscheid vors Volk, sofort, subito.

Parlament verweigert seine Arbeit und braucht Unterstützung, das Volk muss also wieder die Kontrolle ergreifen. Das ist wichtig für den gesellschaftlichen Frieden

Kälte, Nebel- und Schmuddelwetter

Szenario 1-4

Es gibt noch ein 5. Szenario
Verschiebung aus wichtigem Grund.

5. Erkältungen und Grippe sind von Oktober bis März
besonders häufig.
Das hat aber nur wenig mit
dem Kälte, Nebel- und Schmuddelwetter in London zu
tun,

sondern the Speaker of the House of Commons John Simon Bercow, erkennt die Wichtigkeit

eines verrückten Hutes, um die Autorität dieses Parlaments zu erhöhen.

Es gibt keinen Brexit.

Brexit Drama

Hoffentlich findet das Brexit Dama am 31.10.2019 ein Ende.
Nach unendlichen Verhandlungen muss endlich ein Schlussstrich gezogen werden, mit oder ohne Vertrag!

@ andererseits

Auf dem Plakat hätte auch stehen können:
"Zuwenige, die in diesem Jahrtausend geboren wurden, sind zur Abstimmung gegangen."
Das ist Demokratie, ob es uns nun gefällt oder nicht:
die wählende Mehrheit hat entschieden.

21:22 von Superschlau

"Darüber zu spekulieren ist müßig. GB wird gehen müssen. So oder so."

Egal, wie oft Sie das zu suggerieren suchen:
nicht Sie bestimmen die Zukunft.

@Laskaris „Das UK ist die

@Laskaris
„Das UK ist die zweitgrößte Volkswirtschaft der Europäischen Union.“

Na das erzählen Sie mal den Franzosen.

Das BIP von UK ist industriell eher bedeutungslos, 78% ist Dienstleistung mit viel Finanzdienstleistungen. Ob man sich da mit dem Brexit einen Gefallen tut, na ich weiss nicht ...

Die Briten haben Eingezahlt ,

Subventionen und andere Gelder bekommen. So gesehen ändert sich nichts. Das Deutschland viel einzahlt, liegt an unserem BSP. Das ist nun einmal so hoch. Warum sollten wir also Britische Beiträge zahlen, für ein Land, was gar nicht zur EU gehört? Denn nur durch den Brexit werden sich die Beiträge der einzelnen Länder nicht ändern. Sorry.

Wenn jetzt abgelehnt wird....

...dann geht es denjenigen, die nicht zustimmen nur um ihre Karriere! Johnson hat geliefert, der backstop ist weg, die Bürger im UK waren in der Mehrheit fuer den Brexit, die EU stimmt zu. Also was will man mehr? Es ist geschafft! Oder etwa nicht? Dann will man was? Wieder das Gezanke? Etwa Corbyn? Um Gottes Willen, das ist der inkompetenteste aller Sozialisten in ganz Europa, und letztere sind schon in der Mehrzahl Ideologen, die nur umverteilen wollen , aber noch nie selbst einen müden Euro sebst verdient haben geschweige denn können. Das wäre eine Katastrophe fuer UK!

Deshalb...

... sehe ich auch seit jeher die "Variante # 5" ... ) = No-Deal-Brexit als die sauberste Variante... mit den Schritten: 1) = Hardbrexit ohne Rücksicht auf irische Animositäten - weil heute zeitgemäß anders zu bewerten; 2) = Neuwahlen in GB inklusive Bürgerabstimmung zum aktuellen Brexit-Deal; 3) = Rückkehr in GB zur geordneten parlamentarischen Arbeit.
_
Man könnte noch einen 4. Schritt anfügen, nämlich den des längst detailliert angedachten Verhältnisses zwischen GB und der EU, die sich - zumindest wirtschaftlich - nicht in Feindschaft trennen.

Ein guter Deal für die EU

Die EU hat sich mit Geduld und Strategie auf ganzer Linie gegen den Populisten Johnson durchgesetzt.

@ Laskaris

Das UK ist die zweitgrößte Volkswirtschaft der Europäischen Union.

Na und? Für GB wird es für über 50% der Exporte und über 60% der Importe deutlich komplizierter und teurer. Bei keinem verbleibenden EU-Land ist hingegen der Anteil des Handels mit GB aber größer als 10%.

Darstellung: