Ihre Meinung zu: BGH zu Legal-Tech-Portalen: Sind die Online-Advokaten legal?

16. Oktober 2019 - 8:04 Uhr

Online-Beratungs-Portale wie "wenigermiete.de" sollen Verbrauchern den Weg zum Anwalt ersparen. Doch eben die Juristen halten die Online-Beratung für illegal. Nun muss der Bundesgerichtshof entscheiden. Von Bernd Wolf.

Artikel auf tagesschau.de
Bewertung:
2.8
Durchschnitt: 2.8 (5 votes)
Schlagwörter der Meldung:
Geo-Schlagwörter der Meldung:

Kommentare

Online-Beratung illegal???

Das ist ja interessant.
In der Medizin will man genau dieses ausbauen, aber in Recht geht das nicht und ist illegal?

Ah. Da pocht mal wieder ein

Ah. Da pocht mal wieder ein Berufsverband auf Monopolstellung.wobei ich zu bezweifeln wage, ob die Herrren schnösel&co sich für mieter und urlauber einsetzen wollen.
Ingenieure müssen weltweite konkurrenz aushalten. Oder gehen. Bei weit anspruchsvollereren aufgaben, als bankstern, juristen oder be-we-elern.

Es ist doch klar ...

... dass die Rechtsanwälte ihre Pfründe verteidigen.

Interessanter Fakt:
Das Rechtsberatungsmonopol deutscher Rechtsanwälte stammt noch aus der Gesetzgebung des Dritten Reiches. Es sollte Juden von der Ausübung juristischer Tätigkeiten ausschließen.

Kirchturmdenken und ethischer Bärendienst

Außer, dass den niedergelassenen Anwälten aus deren Sicht etwas "weggenommen" wird, kann ich diesem Artikel leider keinerlei Sachargumente gegen die Legal-Tech-Portale entnehmen. Und weggenommen wird anscheinend auch kaum etwas, wenn, wie zu lesen ist, die meisten Fälle erst gar nicht den Weg in die Justiz finden würden...
In so fern riecht der Einspruch der Anwälte stark nach Kirchturmdenken und Pfründerettung zu Lasten Schwächerer, die hier eigendlich durch die Portale gestärkt werden sollen (abgesehen von den sicher auch vorhandenen wirtschaftlichen Interessen der Anbieter).
Somit erwiese sich die Anwaltslobby aus Sicht ihres Berufsethos, nämlich den Schwachen zu ihrem Recht zu verhelfen, einen Bärendienst.

Verständlich

das die Damen und Herren es nicht gut finden das ihr guter Verdienst geschmälert wird.
Sollten einfach auch einführen, Geld nur bei Gewinn des Rechtsstreites.
Wird interessant wie das Gericht urteilt, ob es sich auf die Seite der Gewinner oder Verlierer schlägt, ist ja fast die selbe Berufsgruppe ;-).
Wer wird schon seinen eigenen Gewinn schmälern wollen, vermute ich jetzt mal.

>> Denn nach dem Gesetz

>> Denn nach dem Gesetz dürfen eigentlich nur Anwälte Rechtsdienstleistungen anbieten. <<

Um die Pfründe von Anwälten zu schützen? Seltsam …

Heuchelei

Es geht doch nicht um 'solide Beratung'. Die verarmende Rechtsanwaltskaste hat Angst, dass ihnen was entgeht. Wenn ich einem Freund einen Rat gebe, kostet das auch nix.
Dem Staat sollte doch daran gelegen sein, dass nicht jedes überfahrene Huhn vor Gericht landet.

ach gar? Die Anwälte sind dagegen?

Das kann man sich vorstellen. Diese selbstlosen Juristen wollen doch nichts weiter, als den Verbraucher vor falscher Beratung schützen. Etwas, was natürlich einem Anwalt niemals passieren würde. Deshalb gibt es ja auch Anwaltshonorare unabhängig vom Erfolg. Schon die Mandatsübernahme kostet was, ganz egal, ob der Anwalt anschließend irgendetwas tut.

Bald werden Fahrlehrer gegen Verkehrsübungsplätze klagen und Apotheken, die Grippemittel verkaufen wollen, gegen Obsthändler und Heizungshersteller.

online geht mal gar nicht

Da gab es doch die online-Apotjeken, und es ging ein Aufschrei durch die Branche. Jens Spahn machte ein Gesetz, dass verschriebene Medikamente in ALLEN Apotheken zum gleichen Preis verkauft werden müssen. Spahn sagte dazu: "Die Apotheke vor Ort ist für die meisten Menschen ein Stück Heimat", ist das nicht rührend?
.
Nun schreien die Rechtsanwälte wegen der online-Advokaten und reden davon, die seien illegal. Nee, das geht mal gar nicht, dass etwas preiswert und verbraucherfreundlich ist. Na, da wird wohl nun erklärt, dass der "menschliche" Faktor in der juristischen Beratung unverzichtbar sei. Klar, ich gehe auch alle drei Tage zum Anwalt und zahle jedes Mal für die menschliche Zuwendung GERNE 190 Euro + Mehrwertsteuer, ist doch klar!

Wer darf einen Verteidigen?

Man muss ja nicht Anwalt sein um eine Verteidigungsstrategie zu geben? Ein Physiker kann dir sagen warum dein Tabi nicht von Ampel bis zu ein Punkt nicht möglich zu schnell war, und ein Statistiker kann dir sagen ob ein zum Beispiel ein Fall durch Mangelhafter Beschreibung des Täters genug Sicherheit gäbe das kein anderer es war. Ebenso was bringen Gesetze die Verbraucher schützen wenn es zu teuer ist sie anzuwenden?

rer Truman Welt

Die Juristen verteidigen ihr Geschäftswelt. Das machen sie nicht anders wie Apotheker, Ärzte, Kassenzugelassene Therapeuten, etc. Die Frage ist, ob es vielleicht weniger einer Klärung über Gerichte als eher der Politik bedarf. Wann ist das Rechtsdienstleistungsgsetz von seiner Idee her etabliert worden, und was hat sich bis heute verändert? Passt das noch -> ist aus meiner Sicht doch wohl eher die Frage.

Der eigentliche Skandal ist

Der eigentliche Skandal ist eher, dass es Menschen gibt, die es sich nicht leisten können, einen Anwalt einzuschalten.
Eine Bezahlung in Form einer Gebühr, die nach dem Einkommen der Klienten gestaffelt ist, wäre vielleicht eine Möglichkeit.

@09:06 von Tada

"Online-Beratung illegal???

Das ist ja interessant.
In der Medizin will man genau dieses ausbauen, aber in Recht geht das nicht und ist illegal?"

Der Plan bei der Medizin ist Diagnostik z.B. über Skype mit Videochat. Das ist nicht das Gleiche, da die Diagnostik ja weiterhin durch einen Rechtsanwalt erfolgt.

Würden Sie einfach nur einen Rechtsanwalt per Videotelefonie anrufen hätte die Anwälte-Lobby damit kein Problem.

@09:56 von wenigfahrer

"Verständlich

das die Damen und Herren es nicht gut finden das ihr guter Verdienst geschmälert wird.
Sollten einfach auch einführen, Geld nur bei Gewinn des Rechtsstreites."

Die Sätze von Rechtsanwälten sind per Gebührenordnung festgelegt. Da haben sie keinen Verhandlungsspielraum.
Man kann hier durchaus argumentieren, dass die Online-Unternehmen hier einen unfairen Vorteil hätten, da sie nicht entsprechend preislich gebunden sind und gar nicht erst als Anwälte agieren.

Ist das neu?

Wo immer sich im WWW an exponierter Stelle Konkurrenz auftut, gibt es juristischen Widerstand. Das beste Beispiel sind Apotheken. Nirgends gibt es weniger Konkurrenz als hier, nirgens müssen Patienten tiefer in die Tasche greifen als in D. Die Kassen zahlens ja. Da greift sogar der Gesetzgeber ein und garantiert den Bestand.
Zur Begründung muss dann die "gesicherte Grundversorgung" herhalten.
Auch Juristerei ist ein lukratives Geschäft. Da versucht man halt, sich lästige, womöglich preiswertere Mitbewerber vom Hals zu halten.
Vielleicht sollten Advokaten einfach einmal mit der Zeit gehen ... wie andere Branchen auch.

@ nie wieder SPD

„Eine Bezahlung in Form einer Gebühr, die nach dem Einkommen der Klienten gestaffelt ist, wäre vielleicht eine Möglichkeit.“

Ein ganz netter Ansatz, aber dann müsste man die Verteilung der Klienten auch auf Anwälte festlegen, denn sonst würden sich die Anwälte ihre Klienten nach dem Gehalt aussuchen. Da würden sonst Menschen mit wenig Einkommen stets Absagen erhalten und Anwälte würden nur besser verdienende Klienten vertreten

Im Grundsatz finde ich diese Idee schon gut

Also im Grundsatz finde ich so eine Idee schon gut.

https://www.tagesschau.de/ausland/legal-tech-101.html

Der besondere Charme im Vergleich zu Rechtsanwälten: Der Kunde zahlt nur im Erfolgsfall. Das heißt, das Prozessrisiko trägt nicht er, sondern das Legal-Tech-Unternehmen. Das hat zur Folge, dass es für immer mehr Rechtsgebiete automatisierte Anwälte gibt. "MyRight" zum Beispiel ist durch den Diesel-Betrug von VW bekannt und groß geworden. "Flightright" erkämpft Entschädigungen für verspätete Flüge.

Aber: bei den ZDF-Nachrichten lese ich, dass solche legal-Techs im Erfolgsfall einen Anteil vom erstrittenen Geld bekommen:

https://tinyurl.com/y5tlloan
ZDF-Nachrichten: Das Aus für Rechtsberatung auf Erfolgsbasis? (16.10.2019 06:34 Uhr)

Führt das angestrengte Gerichtsverfahren zu einem Erfolg, behält LexFox einen Teil des gewonnenen Geldes. Scheitert das Verfahren, zahlt der Kunde nichts.

Da ist die Frage: wie hoch ist dieser Anteil??

Jeder kämpft für sich in Ellenbogenmanier

So schlecht kann die Gesetzgebung im Dritten Reich gar nicht gewesen sein. Sogar das Gegenteil ist der Fall, indem die Rechtsanwaltliche Monopolstellung auf ihren Grundfesten weiter und weiter aktuell auf- bzw. ausgebaut wird.
Es ist nur seltsam, dass die Jagd noch heute auf ur-Alte Buchhalter beheizt wird, und weiterhin nach neuen Er-Forschungsgebieten aus jener Zeit Ausschau gehalten wird. Es liegen sicher in einigen Verstecken alte jedoch noch heute anwendbare Gesetze herum !! Bei der Sektsteuer hat es doch auch geklappt, ihr Versteck ist so geheim, daß niemand sie findet, es gar nicht finden will.

10:37 von nie wieder spd

Eine Bezahlung in Form einer Gebühr, die nach dem Einkommen der Klienten gestaffelt ist,
.

und dann wird´s besser ?
soll man zukünftig mit seinem Einkommensbescheid zum Aldi gehen
wer viel verdient muß eben mehr für seine Salami zahlen
am sinnvollesten wäre es, eine Bezahlung nach dem Aufwand
aber das wird wohl auch nie klappen
weder beim Steuerberater, beim Notar noch bei den Anwälten
wobei letztere ja seit einiger Zeit nach Aufwand/Arbeitsstunden abrechnen

Denn das ist ja auch so eine Musterfeststellungsklage

Denn die arbeiten ja genauso ueber solche Musterfeststellungsklagen wie sie bei VW:

https://www.tagesschau.de/ausland/legal-tech-101.html

Das hat zur Folge, dass es für immer mehr Rechtsgebiete automatisierte Anwälte gibt. "MyRight" zum Beispiel ist durch den Diesel-Betrug von VW bekannt und groß geworden. "Flightright" erkämpft Entschädigungen für verspätete Flüge.

oder gestern im Mietrecht bekannt geworden sind:

https://www.tagesschau.de/inland/musterfeststellungsklage-mieterhoehung-...

Die erste Musterfeststellungsklage im deutschen Mietrecht ist erfolgreich: Das Oberlandesgericht München gab einem Mieterverein Recht, der für rund 130 Mieter gegen eine drastische Mieterhöhung geklagt hatte.

oder aber auch im Einzelfall wie bei diesen verspäteten Fluegen oder ds mit dieser Kaffemaschine (im Artikel).

10:01 von HSchmidt

Dem Staat sollte doch daran gelegen sein, dass nicht jedes überfahrene Huhn vor Gericht landet
.
gutes Beispiel
nur wo die Grenze ziehen
wegen eines 10 Euro OVI´s kann man nicht in Berufung gehen
bei anderen Verfahren schon
welche Fälle liegen denn zu hunderttausenden vor den Verwaltungsgerichten ?

Anwälte ertrinken ...

Ich hatte letztens Gelegenheit, mich mit jemandem zu unterhalten,
der früher niedergelassener Anwalt war und jetzt als Mitarbeiter
der Rechtsabteilung für einen großen Konzern tätig ist.

Des Pudels Kern ist, dass viele Angehörige dieser Spezies Rechtsdingsbums
um jedes Mandat kämpfen, damit sie Ihren Jaguar tanken können.
Einigen steht berichteter Weise das Wasser zumindest in Schulterhöhe.
Und da schöpfen diesen Spezialisten solche für den Verbraucher sinnvollen
und fairen Online-Beratungen natürlich den Rahm von der Milch.

Der Beitrag
>Am 16. Oktober 2019 um 09:48 von Einfach Unglaublich<
ist interessant.
Sollten die Herren Rechtsdingsbums ihren Kopf durchsetzen,
lässt sich da vielleicht ein Hebel ansetzen.

@Wi PoEthik 10:49 Uhr

"Die Sätze von Rechtsanwälten sind per Gebührenordnung festgelegt. Da haben sie keinen Verhandlungsspielraum."
Eine "Gebührenordnung" ist natürlich als ehernes Gesetz zu betrachten?!
Wie viele Gebühren, glauben sie, wurden bereits verändert?
Das keinesfalls nur durch den Gesetzgeber!

@ Sisypos3 (11:05): nein damit geht man nicht zum Aldi

hi Sisyphos3

und dann wird´s besser ?
soll man zukünftig mit seinem Einkommensbescheid zum Aldi gehen

Nein, fuer sowas gibt es das Finanzamt. Da mal einen netten kleinen Schrieb hinschicken mit Screenshots von den Fehlerstellen inklusive und Korrektur einfordern. Geht auch per Mail. Den Kontakt gibt es auf der Homepage von den Finanzämtern. Und wenn das Finanzamt nicht spurt, dann auch mal drauf hinweisen dass man die Sache dem Steuerberater uebergibt.

Dann geht meistens was. War in meinem Fall so. Denn bei mir war der urspruengliche Steuerbescheid total fehlerhaft, die erste Korrektur ebenfalls. Deswegen habe ich denen dann mal einen solchen Schrieb geschickt, dann kam ein Anruf vom Finanzamt, dass das korrigiert wuerde. Dann haben die mich mindestens vier Wochen zappeln lassen, woraufhin ich dann nochmal per Mail Druck gemacht habe. Und dann kam endlich die fehlerfreie Korrektur. Und mein Geld habe ich auch bekommen. Jetzt warte ich nur noch auf den SOLI.

09:48 von Einfach Unglaublich

erstaunlich was hier alles so behauptet wird .....

@ Sisyphos3 (11:05): Wie bei mir damals die Geschichte lief

@ Sisyphos3

In meinem Fall ging das Ganze erstmal zum Schadenmeldungsbuero am Flughafen. Von dort aus dann weiter zur Airline. Von dort kam Ablehnung. Ich dann zum Sachverständigen um ein Gutachten machen zu lassen (hat mich auch eine Stange Geld gekostet). Das habe ich dann dem Airliner (Air Berlin) zugeleitet inklusive einem netteren Schrieb.

Dann erneut Ablehnung der Regulierung. Daraufhin blieb mir dann kein anderer Weg mehr als zum Anwalt. Der hat denen dann mit gerichtlichen Schritten gedroht. Dann kam eine Erstattung von lächerlichen 100 Euro. Der Koffer hatte aber einen Neuwert von 500. Verlust fuer mich: 400 Euro plus Anwaltskosten plus Gutachterkosten.

Von daher lohnen sich solche Legal-Techs durchaus.

10:37 von nie wieder spd

"Der eigentliche Skandal ist eher, dass es Menschen gibt, die es sich nicht leisten können, einen Anwalt einzuschalten."

Die Frage ist ja nicht immer ob man es sich leisten kann - sondern ob es sich lohnt.

Wenn der Streitwert 300€ beträgt und die Anwaltsberatung 150€ - mit ungewissem Ausgang - dann wollen viele Leute das Risiko einfach nicht eingehen. Für Anwälte sind solche Fälle auhc v.A. dann interessant, wenn sie sich darauf spezialisieren und Vorgänge standardisieren.
Das machen diese Unternehmen ebenfalls - nur sie gehen dabei noch einen Schritt weiter.

Beredtes Schweigen?

Im aktuellen Deutschen Bundestag sitzen 154 Juristinnen und Juristen (allerdings nicht ausschließlich freiberufliche Anwälte). Das sind deutlich über 1/5 aller Mandate.

Von denen hat man noch nichts vernehmen können, wie die das mit dem Beratungsmonopol ihrer Zunft sehen. Kann man sich vorstellen, die würden sich bei evtl. nötigen Gesetzeskorrekturen gegen ihre Interessen verhalten?

Jammern auf hohem Niveau

Aktuell haben wir einen Anwalt eingeschaltet wegen einer unverschämt hohen Mieterhöhung.
Dank unserem Rundum-Wellness-Versicherungspaket für schlappe 500€ im Jahr müssen wir hier Null Sorge haben und tragen keine Kosten.

Aber nicht jeder kann sich teuren Rechtschutz oder wenn nicht, dann ein teures Erstgespräch leisten, das sind knapp 160€+MwSt. im Raum Frankfurt.
Dann lieber mal im Netz durchgeklickt wie chancenreich mein Anliegen ist, und das für Lau. Dann kann man weitersehen.

Daran verdient natürlich erst mal keiner, und das ist natürlich unverschämt.
Ironie off.

Deswegen sehe ich es schon so dass das Urteil kommen wird

Von daher sehe ich es schon so, dass das Urteil kommen wird:

https://www.tagesschau.de/ausland/legal-tech-101.html

Mit Spannung warten alle auf das BGH-Urteil. Ob es schon gefällt wird, ist offen. Egal wie es ausfällt - dass es bald Rechtsroboter gibt, schließt Stephan Breidenbach, Jura-Professor an der Europauniversität Viadrina in Frankfurt Oder, aus. Bis ein Anwalt durch eine Maschine ersetzt werde, werde noch viel Zeit vergehen.

Denn alles andere hießen sonst riesige Verluste zum Beispiel fuer Dieselgate-Betroffene die von solchen wie Myright und sowas vertreten werden. Das hieße fuer die deutlich höhere Kosten und wenn solche Teile nicht legal wären das Ende fuer deren Musterfeststellungsklagen die gerade laufen. Das hätte zur Konsequenz dass VW nicht zur Rechenschaft gezogen werden könnte fuer deren Doppelbetruegerei. Und das kann es nicht sein.

09:56 von wenigfahrer

«Sollten einfach auch einführen, Geld nur bei Gewinn des Rechtsstreites.»

Keine sonderlich gute Idee. Würde sie umgesetzt aber dazu führen, dass kein Anwalt mehr komplexere, langwierige, weniger augenfällig Erfolg versprechende Fälle übernähme. Wäre weder den Mandanten, noch der Rechtssicherheit, noch dem Justizsystem mit gedient.

Wäre zum Vorteil von schlicht gar niemand …

solche Online-Portale sind einige der wenigen ...

Einrichtungen, wo sich der einfache Mann in Deutschland Recht verschaffen kann. Anwälte sind praktisch nicht bezahlbar. Das deutsche Rechtssystem von großen Firmen über lange Klagewege auch bei klarerer Sachlage leicht zuungunsten von Geschädigten auszunutzen. Natürlich passt das der Industrie nicht. Erst wenn Sammelklagen wie in den USA und vernünftige, nicht lächerliche Schadensersatzzahlungen in Deutschland Platz greifen, wird im Land wieder Gerechtigkeit herrschen können. Der Dieselskandal hat gezeigt, mit welcher Unverfrorenheit Staat und Industrie das Recht beugen, eine Schande für den Rechtsstaat und - wie so oft - für diese Regierung.

Diese Portale

leisten rechtliche Hilfe bei 08/15 Fällen. Jeder, der sich mit den Themen Miete oder Flugverspätung ein bisschen beschäftigt, kann sich auch selber helfen. Die Verbraucherzentralen halten dafür tonnenweise Informationsmaterial bereit. Wenn man dafür zu faul ist, kann man sich natürlich auch für 500,- Euro ein Rundum-Sorglos-Paket leisten und nicht nur dem Anwalt, sondern auch der Versicherung das Geld in den Rachen werfen. Davon leben die schließlich.

@ um 11:01 von berelsbub

Tja, das BGE scheint auch hier für Abhilfe sorgen zu können.

@ um 11:05 von Sisyphos3

Naja, eigentlich ist es ein Unding, bei ungleichen Löhnen gleiche Preise zu erheben.
Und weil es so schwierig wäre, dass auszugleichen, wäre eine Verstaatlichung des Anwaltgewerbes sinnvoll.
Aber natürlich auch vieler anderer Dinge.

@Kermit

kostet Geld, ich habe es auch und betreue lieber meine Patienten in der Zeit als tausend Seiten Info zu lesen, welche zu allgemein gehalten meist auch noch in die Irre führt.

Ihren hämischen Kommentar kann ich nur belächeln.

Die Kosten für die ärmere Gesellschaft jedoch nicht.

Am 16. Oktober 2019 um 11:04 von Demokratieschue...

" Da ist die Frage: wie hoch ist dieser Anteil?? "

Das ist im Prinzip nicht ganz so wichtig, der Kläger bekommt wenigstens eine Teil.
Beim verlieren mit Anwalt verliert Sie/Er nämlich doppelt.
Er bekommt nichts vom Streitwert, und hat auch noch die Kosten für den Anwalt zu tragen.
Was wäre Ihnen denn lieber, der Teil oder doppelt bezahlen ?.
Für mich ist die Antwort klar.

Sind die Online-Advokaten legal?

es gibt ganz einfach zu viel Winkeladvokaten
die suchen sich eben Arbeit
ob jetzt als Online Berater oder seit längerer Zeit in der Abmahnungs-Sparte
.... und Moral
"Sagt der Teufel zum Anwalt:
Ich mach dich reich und erfolgreich,
wenn du mir die Seelen deiner liebsten versprichst.
Daraufhin der Anwalt: Und wo ist der Haken"

Der Berufsstand

Ich bin selbst Jurist und grundsätzlich kein Fan der online-Portale, aber bei der Arbeitsmoral, die der Berufsstand der Rechtsanwälte mittlerweile an den Tag legt, habe ich Verständnis für jeden Nutzer derselben. Wenn Anwälte nur noch E-Mails der Mandanten weiterleiten und selbst keinen Finger mehr rühren, dann müssen sie sich auch nicht wundern, wenn die Mandanten ihnen ihr Geld nicht in den Rachen werfen wollen. Und guten Anwälte brauchen die Konkurrenz durch die Portale nicht zu fürchten.

"Doch eben die Juristen"

"Doch eben die Juristen"? Selten so gelacht.
Selbstverständlich die Juristen. Denn ihnen drohen dadurch Einnahmeverluste.

Am 16. Oktober 2019 um 11:59 von schabernack

" Keine sonderlich gute Idee. Würde sie umgesetzt aber dazu führen, dass kein Anwalt mehr komplexere, langwierige, weniger augenfällig Erfolg versprechende Fälle übernähme. "

Für solche komplexen Dinge sind die Webseiten nicht gemacht, sondern es geht um die etwas kleineren Dinge im Leben.

Sollten sie ein so komplexes Ding verlieren, dann sind Sie wahrscheinlich Pleite für den Rest des Lebens.
Alles im Leben hat zwei Seiten, Sie sind Pleite und der Anwalt hat sein halbes Haus bezahlt vom Honorar.
Der Vorteil liegt als nicht schlicht bei niemanden, sondern die Anwälte gewinnen immer. Sie können etwas gewinnen aber eben auch verlieren, das betrifft aber eben nur den Mandanten.

@ WiPoEthik

"Würden Sie einfach nur einen Rechtsanwalt per Videotelefonie anrufen hätte die Anwälte-Lobby damit kein Problem" Am 16. Oktober 2019 um 10:46 von WiPoEthik

Und wo ist da der Unterschied zu Online-Beratung?
Es wird sich doch keiner bei mir, der Dipl.-Biologin rechtlich beraten lassen. Mich hat auch noch keiner um eine medizinische Diagnose gebeten.

@ wenigfahrer (12:30): klar ist mir der Teil lieber

hi wenigfahrer

Was wäre Ihnen denn lieber, der Teil oder doppelt bezahlen ?.

klar ist mir der Teil lieber. Aber es kann nicht so sein, das diese Tech-Firma zum Beispiel dem Löwenbatzen behalten kann und der Kläger fast nichts kriegt. Beispiel:

Tech behält 50% bis 80%
Kläger bekommt nur 20%

Von daher sage ich mal:
Legal-Tech bekommt 40%
Kläger bekommt 60%

oder
Legal-Tech bekommt 50%
Kläger bekommt 50%

Das hatte ich gemeint. Außerdem gewinnt Myright wohl gegen Thomas Cook und die Bundesregierung ist die Gekniffene. Warum?? Hier lesen:

https://lexetius.com/1996,340

oder hier:

https://tinyurl.com/y2kqm8j4
anwalt.de: Thomas Cook: Schadenersatzanspruch gegen die Bundesrepublik Deutschland wegen Staatshaftung? (am 04.10.2019)

Tja... Shit happens... Das war ne Fahrkarte fuer die Bundesregierung und die EU!!

12:20 von nie wieder spd

Naja, eigentlich ist es ein Unding, bei ungleichen Löhnen gleiche Preise zu erheben.
.
warum
nehmen wir nen Fliesenleger
der schuftet 10 Stunden am Tag 5 Tage die Woche im Bad und Klo eines Durchschnittskunden
dann lernt er den Aldi kennen
und ihren Vorstellungen entsprechend reicht es für den gleichen Verdienst
wenn er 10 Minuten / Woche dort arbeitet

11:59 von schabernack

Würde sie umgesetzt aber dazu führen, dass kein Anwalt mehr komplexere, langwierige, weniger augenfällig Erfolg versprechende Fälle übernähme.
.
Danke für Ihren Beitrag, wenigstens einer, der hier einen wichtigen Punkt anspricht, den die anderen Kommentatoren einfach übersehen. Prinzipiell ist es wie bei lokalen privaten Postdiensten, die natürlich innerhalb einer Stadt einen Brief preiswerter transportieren können als die Post, die für ihren Preis einen Brief von der Nordseeküste bis in die Alpen transportiert.
.
So wird auch von den Online-Rechtsbeiständen der Rahm abgeschöpft (Sammelklagen und Standard-Vorgänge wie verlorenen Koffer oder kontaminierende Diesel), und den komplizierten Rest sollen dann die traditionellen Anwälte machen.
.
Analog zu Online-Apotheken. Alles billig, alles schön, nur den Nachtdienst für den Notfall macht weiterhin der Apotheker vor Ort.
.
Unsere Gesellschaft wird immer unsozialer, und das wird hier auch noch als Fortschritt zelebriert.

12:20 von nie wieder spd

man könnte auch die ganze justiz abschaffen, wenn man die vielen fehlurteile sieht. spart kosten und die strassen sind leerer. dafür kann dann der bürgermeister sonntags am mittach vor dem rathaus die urteile verhängen und ausführen lassen, wie damals in der guten alten zeit

@ um 13:12 von Sisyphos3

Ok. 10 Minuten halte auch ich für übertrieben wenig.
Aber eine 20 - 30 Stundenwoche müsste machbar sein.
Und ein einheitliches Grundgehalt von 2000€ netto für jede Art von Arbeit eigentlich auch.

12:20 von nie wieder spd

man könnte auch die ganze justiz abschaffen, wenn man die vielen fehlurteile sieht. spart kosten und die strassen sind leerer. dafür kann dann der bürgermeister sonntags am mittach vor dem rathaus die urteile verhängen und ausführen lassen, wie damals in der guten alten zeit

@ nie wieder SPD

„Naja, eigentlich ist es ein Unding, bei ungleichen Löhnen gleiche Preise zu erheben.“

Das klingt wie der Anfang vom Sozialismus. Alle sollen doch bitte gleich viel Kaufkraft haben, daher zahlen alle prozentual das gleiche vom Gehalt für einen Artikel / eine Dienstleistung.
Zum Glück sind in Deutschland knapp 90% der Wähler gegen eine solche Art der Gleichschaltung

Darstellung: