Kommentare - Geburtshilfe und Psychotherapie werden Unifächer

27. September 2019 - 15:17 Uhr

Wer Hebamme oder Psychotherapeut werden möchte, muss diese Fächer künftig an einer Hochschule studieren. Das hat der Bundestag beschlossen. Zudem gibt es künftig ein Register für Implantate.

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Kommentare

Auf feste Beine

Gut, dass die Psychotherapie jetzt durch ein geregeltes Hochschulstudium auf gesicherte Beine gestellt wird. Ich denke, dass wir in Zukunft wesentlich mehr Psychotherapeuten brauchen werden.

Eine Geburt/eine Entbindung

Eine Geburt/eine Entbindung ist ein komplexer, mit vielen unerwarteten Risiken verbundener Vorgang. Einige Hebammen arbeiten als Selbtständige. So ist es nur vom Vorteil für die Gesundheit der werdenden Mütter und der Neugeborenen, das Wissen und Können der künftigen Hebammen im Studiengang zu vertiefen und zu erweitern.
Übrigens, das ist bereits in einigen Ländern der Fall.

Warum???

Laut einer kurzen google-Suche liegt Deutschland auf Platz 209 von 224 Ländern in der Statistik der Kindersterblichkeit (Weiter unten ist besser). Warum also vergeht man sich an Geburtshelfern? Die machen offensichtlich einen fantastischen Job. Kann die Bundesregierung es nicht ertragen dass sie eine Sache am Gesundheitssystem noch nicht kaputt gemacht haben und wollen das ändern? Anders kann ich mir einen Eingriff hier nicht erklären. Geistig gesunde Menschen reparieren nichts, was nicht kaputt ist! Dabei gäbe es gerade bei der Gesundheit wirklich mehr als genug zu reparieren!

Geburtshilfe als Unifach

Ganz ehrlich gesagt, sehe ich in der Geburtshilfe eher die praxisbezogene Ausbildung an einer entsprechenden Fachhochschule. Denn die Praxis ist hier viel entscheidender als akademische Theorie mit weniger Praxis.
Wenn es Probleme medizinischer Art gibt, dann kann nur ein Gynäkologe beispielsweise einen Kaiserschnitt machen. Oder bei einer Periduralanästhesie z.B. wäre ein Anästhesist gefragt.
Hebammen und Ärzte sowie Ärztinnen müssen in jeweils ihrem Fachgebiet zusammenarbeiten. Denn es gibt doch zu oft Problemschwangerschaften und Komplikationen bei einer Geburt.
Hebammen können z.B. sehr sinnvoll auch nachgeburtliche Betreuungen übernehmen.

@ 16:59 von Elisabeta BA-Abschluss

Nein, Sie irren, Hebammen sind mitnichten reine Praktiker (der Chirurg ja auch nicht, auch wenn er der Knochen-Klempner vom Dienst sind). Es ist bisher ein Skandal, dass Deutschland die Pflege und Geburtshilfe immer noch als Ausbildungsberuf auch für anspruchsvolle Aufgaben durchgehen lässt. Natürlich muss neben sehr gut ausgebildeten Krankenpflegern auch der Berufsstand der Pflegehelfer wieder angemessen honoriert werden.

Warum hauen denn ausländische studierte Fachkräfte schleunigst wieder ab, sie sind keine Pflegehelfer , sondern hochausgebildete rechte Hand des Arztes direkt am Patienten. Elementare Pflege wie Füttern, Bettenmachen ist eine andere Aufgabe und wird von entsprechenden ebenfalls auszubildenden Pflegehilfskräften ausgeführt (wahlweise auch Praktikanten, Ehrenamtliche, Familienangehörige....).

Einziger Grund, warum starr an der althergebrachten Ausbildung und Bezahlung festgehalten wird ist einzig die Kostenfrage, was zum Mangel an Fachkräften führt.

Studium für Hebammen?!

Wer denkt sich so einen Unsinn aus? Der Beruf der Hebamme müsste durch eine Senkung der Haftpflichtversicherung wieder attraktiver machen, statt die wenigen Interessierten mit weiteren Anforderungen zu dezimieren.

@Werneranerin - Es sind mehr Hebammen nötig.

16:35 von Werneranerin:
"So ist es nur vom Vorteil für die Gesundheit der werdenden Mütter und der Neugeborenen, das Wissen und Können der künftigen Hebammen im Studiengang zu vertiefen und zu erweitern."

Und wenn weniger Frauen Hebamme werden will, weil die Anforderungen zu hoch sind, dann ist das für alle ein Nachteil.

re nachfragerin

"Studium für Hebammen?!

Wer denkt sich so einen Unsinn aus?"

Bevor man reflexartig über jeder Neuerung meckert, sollte man sich mal kundig machen, wie es die unmittelbar Betroffenen sehen. Ich empfehle mal die Stellungnahme des Deutschen Hebammen Verbands zur Kenntnis zu nehmen:

www.hebammenverband.de/beruf-hebamme/akademisierung/

17:16 von eli

ich denke nicht, dass ich irre denn ich habe doch die Kooperation aller Beteiligten herausgestellt. Außerdem habe ich den Beruf nicht abqualifizert. Es ging mir nur um die Ausbildung. Ich meine den sogenannten Akademisierungswahn. Nicht mehr und nicht weniger.
Nach 2 Schwangerschaften, in denen ich mich ausgesprochen gut und ausgeglichen fühlte, hatte ich leider unter Komplikationen und schwierigen Geburten zu "leiden". Es ging über Wehentropf, Periduralanästhesie und schlussendlich 2 mal Kaiserschnitt. Das ging eben nur im Krankenhaus. Da hätte mir keine Hebamme helfen können.

Na ja....

Hebammen genießen eine sehr gute Ausbildung zB an meiner Klinik,dazu braucht es kein Studium sondern Praxis.
Die horrenden Versicherungssummen kann man auch nach einem Studium nur schwer stemmen.

Psychotherapeuten macht auch ein gewisses Mass an Empathie und Nächstenliebe aus, ein Studium dafür gibt es leider nicht.

Gute Idee?

Ich habe mal gegoogelt und gefunden, dass bisher die Mittlere Reife Voraussetzung für die Ausbildung zur Hebamme ist.
Für das Studium braucht man dann Abi.
Möglicherweise werden es dann weniger.

@ Kessl

Warum also vergeht man sich an Geburtshelfern?

Davon war keine Rede. Nicht im Entferntesten.


Die machen offensichtlich einen fantastischen Job. Kann die Bundesregierung es nicht ertragen dass sie eine Sache am Gesundheitssystem noch nicht kaputt gemacht haben und wollen das ändern?

Kaputt? Die Reform der Ausbildung ist eine wesentliche Verbesserung.

@ Nachfragerin 17:26 Uhr

"Der Beruf der Hebamme müsste durch eine Senkung der Haftpflichtversicherung wieder attraktiver machen, statt die wenigen Interessierten mit weiteren Anforderungen zu dezimieren."
Der Gesetzgeber hat doch für Hebammen die Kammerpflicht eingeführt mit der Folge einer Zwangsmitgliedschaft / Zwangsbeitrag zum Wohle der Nichthebammen.
Verweis bffk (Bundesverband für freie Kammern).
Attraktivität - aber doch nicht für Normalinteressierte.

Kurz gesagt:

Psychotherapie: längst überfällig.
Hebamme: Schmarrn.

@ Nachfragerin

Und wenn weniger Frauen Hebamme werden will, weil die Anforderungen zu hoch sind, dann ist das für alle ein Nachteil.

Die hohen Anforderungen sind sachlich gerechtfertigt. Man kann niemanden zu einer Ausbildung zwingen. Wir haben leider in vielen Bereichen Fachkräftemangel. Durch Absenken der Standards lösen wir das nicht.

16:35 von Werneranerin

Eine Geburt/eine Entbindung ist ein komplexer, mit vielen unerwarteten Risiken verbundener Vorgang.
.
und ich dachte immer die natürlichste Sache der Welt
man fragt sich wie es die letzten paar hundert tausend Jahre so funktioniert
aber man kann ja alles zu einer Wissenschaft machen

Die Hebammen dürfen sich freuen

denn folgendes Szenario ist abzusehen: sie plagen sich mehrere Semester durch mehr oder minder wichtigen Stoff, Hygienevorschriften, Rechtsvorschriften und auch ein wenig fachliche Informationen, machen dann einen staatlichen Abschluß, bekommen dafür ein hochoffizielles Diplom und dürfen dann entweder als Handlanger in einem KKH für einen Hungerlohn arbeiten oder aber freiberuflich tätig sein, müssen dann ihre Lestungen gegenüber den Krankenkassen abrechnen und erhalten dafür Wochen nach den Arbeiten einen niedrigen Lohn, den die Krankenkassenverbände vorgeben, und mit denen man dann auch noch eine völlig überzogene Berufshaftpflichtversicherung bezahlen darf. Danach bleibt nicht mehr viel zum Leben. Kennen wir so von den Physiotherapeuten. Viel vom Leben bleibt dann auch nicht mehr, bei 24h Bereitschaft, 7 Tage die Woche - denn Kinder kommen nun mal nicht nach Schichtplan auf die Welt, die freiberuflichen Hebammen wissen, was ich meine.
Wieder so eine lasche Politikeridee.

@leider geil - Unnötige Anhebung der Standards

18:59 von leider geil:
"Die hohen Anforderungen sind sachlich gerechtfertigt."
> Womit sollte das gerechtfertigt sein? Eine Hebamme muss die richtigen Handgriffe kennen und anwenden können. Das ist handwerkliche Praxis, die in keinem Studium vermittelt wird.

"Man kann niemanden zu einer Ausbildung zwingen."
> Richtig. Aber man kann völlig irrelevante Voraussetzungen definieren und den Kreis der möglichen Bewerberinnen weiter einschränken.

"Wir haben leider in vielen Bereichen Fachkräftemangel. Durch Absenken der Standards lösen wir das nicht."
> Eine Absenkung wäre es, wenn sich jede dahergelaufene Person als Vertretungshebamme ausprobieren dürfte. (Genau so wird der bundesweite Mangel an Lehrkräften bekämpft.) Den Mangel an Hebammen wird man mit einer Anhebung der Standards noch verstärken.

@ Elisabeta

"Ganz ehrlich gesagt, sehe ich in der Geburtshilfe eher die praxisbezogene Ausbildung an einer entsprechenden Fachhochschule. Denn die Praxis ist hier viel entscheidender als akademische Theorie mit weniger Praxis." Am 27. September 2019 um 16:59 von Elisabeta

In Zeiten, in denen Hebammen bei Hausgeburt erwünscht sind, dann aber wegen jeder Kleinigkeit verklagt werden, sollten Hebammen jedes Wissen bekommen, das man ihnen geben kann. Hoffentlich ist auch Rechtliches dabei.

Ich musste noch halb zurechnungsfähig mit Blinddarmentzündung einen Stapel Papiere vor der OP unterschreiben. Klar habe ich sie nicht mehr gelesen.

Das sollten Hebammen auch machen: Die Gebärende noch einen Stapel Papiere unterschreiben lassen, bevor sie selbst überhaupt etwas tun. Anders kommt man gegen die Klagewellen nicht an.

@ Nörgelntunander...

" dann auch noch eine völlig überzogene Berufshaftpflichtversicherung bezahlen darf." Am 27. September 2019 um 19:31 von Nörgelntunander...

Die Versicherung ist NICHT überzogen!

Sie wird errechnet.

So Menschenfeindlich das ist, aber Hebammen zahlen mehr, weil die Versicherungen bei Schaden mehr und länger zahlen, WEIL man heute mehr bei Geburt geschädigte Kinder retten kann und diese als Behinderte lange Zeit mehr Geld kosten, als ein Begräbnis.

Dafür ist das gezahlte Geld da, nicht um die Hebammen zu schikanieren. Das sollte den Hebammen eigentlich klar sein.

Eltern wollen heute bei Geburt jedes esoterische Etepetete, aber sie wollen die möglichen Folgen nicht selbst bezahlen.

@ Nachfragerin

"Und wenn weniger Frauen Hebamme werden will, weil die Anforderungen zu hoch sind, dann ist das für alle ein Nachteil." Am 27. September 2019 um 17:45 von Nachfragerin

Und die Lösung ist, die Anforderungen so weit zu senken, dass jeder das mit geschlossenen Augen machen kann?

re nörgelntunandere

"Wieder so eine lasche Politikeridee."

Die bei den Hebammen große Zustimmung findet.
Ob die das wohl besser beurteilen können?

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