Ihre Meinung zu: Wie der Brexit die britische Gesellschaft spaltet

13. September 2019 - 20:11 Uhr

Der Brexit spaltet nicht nur die Politik, sondern auch die britische Gesellschaft. Immer erbitterter wird der Streit geführt, immer tiefer werden die Gräben zwischen Gegnern und Befürwortern. Von Sabina Matthay.

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Kommentare

Irgendwie ist nicht nur Groß Britannien gespalten,

sondern alle europäischen Länder sind gespalten.
Die Geschichte wird in 10 bis 40 Jahren zeigen was die Ursache für diese Spaltung war.
Und auch dann wird es unterschiedliche Interpretationen geben.

@HinterdieFichte

Ein bisschen differenzierter denken wäre vielleicht hilfreich. Zwischen Einheitsmeinung und Spalten gibt es noch eine ganze Menge! Leider nicht bei allen.

Brexit von Hinterdiefichte

Es gibt auch noch die Zeit nach der Entscheidung. Wie soll eine Nation über solche Gräben wieder zusammenfinden.
Johnson gewinnt oder verliert - und was dann???

Einigung ist näher denn je!

Ignoriert man die Spaltung der brit. Sensationspresse und den Widerhall in deutschen Medien, dann erkennt man die Veränderung im Parlament.

Bislang gab es keine konstruktive Mehrheit für, sondern nur gegen etwas. Zwar erscheint das Anti-No-Deal-Gesetz auch destruktiv, aber die Politiker handelten gegen Eigeninteresse und Parteiinteressen zum Wohl des Landes. Sie handelten vernünftig.

Wie Churchills Enkel Nicholas Soames anregte, sollte das Parlament zur konstruktiven Politik zurückkehren. Der sicherste Weg einen No-Deal zu verhindern, wäre vor dem 31/10/2019 ein Abkommen mit der EU abzuschließen. Da die Opposition nun die Mehrheit hat, kann sie eine
Regierung der nationalen Vernunft bilden.

Es geht doch um was anderes

Ohne die Drohung eines harten Brexit wird sich ďie EU nicht bewegen zu einem anderen Vertrag. Johnson macht zurecht dieses Pokerspiel, das er nur gewinnen kann, wenn er glaubwürdig, nämlich hart auftritt und erscheint. Seine Gegner wissen das sehr wohl. Ihnen geht es aber nur darum, ihn zu zerstören und zu stürzen aus ganz kleinlichen egoistischen Motiven.

Wer gießt Öl ins Feuer?

Ob Hong Kong, ob Italien, ob BREXIT, ...: es ist offensichtlich in unserer heutigen Zeit das Spiel der Medien, Öl ins Feuer zu gießen, wo man auch immer kann. Dies nur leider so durchsichtig und einseitig ( von Neutralität bzw Ausgewogenheit keine Spur), daß sich die Bürger abwenden. Das ist das eigentlich Traurige an der weltweiten politischen Darstellung. Zu selten erfährt man Berichte, Kommentare, Dokumentationen nach der Methode These, Antithese, Synthese , sodass man sich ein abgewogenes Bild machen kann. Das wäre die eigentliche Aufgabe. Aber nein, es wird schlecht recherchiert, wenn überhaupt, sondern agitiert und das wiederkehrend einseitig, zu jedem Thema. Das ist ein Angriff auf unsere Demokratie, dem man sich entgegensetzen muß und demgegenüber auch nachhaltig widersprechen darf!

Für oder gegen Brexit?

So einfach ist die Welt dann doch nicht.

Es gibt nämlich auch Leute, die eigentlich gegen den Brexit waren (und sind) und es dennoch nicht fassen können, in welch schamloser Weise ein demokratisches Volksvotum von vielen britischen Volksvertretern ignoriert wird!

Zur diesen Menschen gehöre nicht nur ich, sondern auch mehrere mir persönlich bekannte stimmberechtigte
(ursprüngliche) Brexitgegner in GB.

Grenze für Privaten Verkehr offen lassen

Ich verstehe nicht warum die Grenze zwischen der Republik Irland und dem Vereinigten Königreich nicht einfach für den privaten Übergang geöffnet bleibt?

Soll heißen Private PKWs können jederzeit die Grenze, mit Stichproben Kontrollen passieren. Nur LKWs und der Schuffsverkehr wird hart kontrolliert.

Wo würde da das Problem liegen? Das sich die Iren und Nord Iren zu Schmugglern entwickeln die den gesamten Warenhandel zwischen der EU und UK dann zwischen dieser Grenze abwickeln. Im Kofferraum ihrer privaten PKWs?

Problem solved! For now.

doch, spalten!

Mit Sicherheit kann man von einer Spaltung sprechen, wenn sich große Teile der Bevölkerung mit politischen Extrempositionen unversöhnlich gegenüberstehen. Normal wäre, im Sinne der Vernunft zu Kompromissen und Ausgleich bereit zu sein. Wer mit der Axt Politik macht, hinterlässt nur einen Scheiterhaufen im doppelten Wortsinne.

Gründe?

TS: "Für oder gegen Brexit - auch in der Bevölkerung stehen sich die beiden Lager inzwischen zunehmend unversöhnlich gegenüber."

Da würde mich insbesondere interessieren, was sich die "brexiteers" vom Brexit versprechen.
Unabhängig davon, was die "remainers" davon halten.

Leider geht eine solche ernsthafte Analyse in allgemeinem "Klamauk" unter ...

Genau darum gab es eine Volksabstimmung.

Warum wollen das die Brexit-Gegner nicht einsehen? Warum will das die EU nicht einsehen? Warum wollen das auch unsere Medien zum Großteil nicht einsehen?

Dem hier kann ich mich nur anschließen

Dem hier:

https://www.tagesschau.de/ausland/brexit-1019.html

Eine Strategie, mit denen die neue Führung die konservative Partei zu einer "Brexit-Sekte" umformen wolle, beklagen gemäßigte Tories. Die Hardliner dagegen wollen nicht nur den Austritt aus der EU, sie wollen ihn am liebsten gleich mit der Kettensäge.

kann ich nur absolut zustimmen. Bitte entledigt euch dieser Tories, ihr Briten. Die sind keine gemäßigte Partei mehr sondern eine zutiefst rechtsextreme und eu-feindliche Partei die

1. die Interessen der Mehrheit in England die in der EU bleiben wollen
2. die Interessen der zukuenftigen Generationen in England
3. die Interessen der Schotten
4. die Interessen der Iren und Nordiren

mit Fueßen tritt. Weiterhin begeht England mit dem Brexit Selbstmord weil es die Wirtschaft und das Land zerstört!! Wann begreifen diese Rechtsextremisten bei den Tories das endlich??

Wenn etwas mehr schadet als nützt, muss es weg

Vielleicht ist die Tatsache, dass politische Fragen zunehmend die ganze Gesellschaft spalten (nicht nur die britische) und inzwischen sogar in „Glaubenskriege“ ausarten ein Signal dafür, dass es an der Zeit ist, in der Politik althergebrachte „Form“(-alitäten) durch „Inhalte“ zu ersetzen.

...Brexit die britische Gesellschaft ...

Ist das jetzt überall so, das die Politik auch in den Demokratien "die Gesellschaften Spaltet" (USA, Israel, England, etc., etc.,) oder ist es nicht vielmehr anders sind die Gesellschaften nicht gespalten und die Politik kriegt das mit dem Kitt nicht mehr hin?
Letztlich liegt es doch nicht an anderem als am notwendigen rationalen Geist, man muss doch aufs Denken setzen und aufs Wort, wie sonst sollten wir uns verständigen.
Warum auch immer bestimmte Kreise polarisieren, man darf ihnen nicht auf den Leim krabbeln.

Weiterhin rate ich den Remainern zum Umzug

Und wenn es wirklich zum harten Bruch kommen sollte - was Selbstmord fuer England ist - dann rate ich wegen dem hier:

https://www.tagesschau.de/ausland/brexit-1019.html

Der Brexit spaltet nicht nur die Politik, sondern auch die britische Gesellschaft. Immer erbitterter wird der Streit geführt, immer tiefer werden die Gräben zwischen Gegnern und Befürwortern.

den Remainern:
geht weg aus England nach Schottland oder nach Irland oder Nordirland und helft bei der Wiedervereinigung von Irland und bei der Grenzschließung von diesem wiedervereinigten Irland nach England und bei der Grenzschließung von Schottland nach England!

Damit hätte Johnson endgueltig verloren und GB wäre tot!! Das wäre die gerechte Strafe fuer Johnson und wenn die Unternehmen dabei auch mitmachen wuerden, dann wuerde Johnson sehr schnell alleine dastehn frei nach dem Motto "Johnson allein Zuhaus" bzw. im Gefängnis wie es dieser Generalanwalt gesagt hat. Auch das wäre die gerechte Strafe fuer Johnson.

@Am 13. September 2019 um 22:50 von Hinterdiefichte

Jupp, ganz genau. Aber an einer Sache ist was dran und zwar die extreme Politisierung. Dank des Internets; denn so aktiv am Propagandieren war nicht mal die NSDAP und die hatten schon genau gewusst, wie man Leute von sich überzeugt.

Aber daran ist nicht so sehr das Volk selber schuld als wie die Politiker, die ständig versuchen eine Mehrheit zu bekommen und deswegen ständig die Bevölkerung mit Polit-Parolen zudröhnt. Nicht nur während einer Wahl oder eines Volksentscheides oder einer solchen Befragung. Das ist auch die Besonderheit im Brexit und bei uns in Deutschland mit den Flüchtlingen/AfD.

Wenn die Bevölkerung wenigstens aus dem ganzen Stress sich regelmäßig "rauswählen" könnte, denen ihnen die Demokraten-Politiker regelmäßig aussetzen, dann wäre das vermutlich gar nicht mal so schlimm. Aber wir müssen Jahre lang warten, bis wir mal eine Entscheidung treffen dürfen. Das Internet als Sozialmedium für alle ist nur mit einer direkten Demokratie kompatible, wenn es politisiert wird.

Und die vorherige Politik in

Und die vorherige Politik in der EU hat gar keine Mitschuld an dieser Situation? Hatte es nicht eine ziemlich unausgegorene Regelung zur EU-Freizügigkeit gegeben, die viele Briten verärgert hat? Bis heute scheint nicht klar zu sein, ob Migranten innerhalb der EU nun Anspruch auf Sozialhilfe in dem neuen Land haben oder nicht. Erst hieß es, das sei nicht so, im UN-Migrationspakt steht es aber anders ("unabhängig vom Migrationsstatus"). Andere vertragliche Regelungen in der EU werden notorisch nicht eingehalten (Obergrenzen bei der Verschuldung, Schengen-Abkommen, Dublin-Abkommen).

@Am 13. September 2019 um 23:56 von Demokratieschue...

Witziger weise wird in Britannien Labour als rechtsextrem angesehen und die Tories als islamfeindlich.
Rechts und Links sind nicht so einfach auf ein anderes Land übertragbar.

In Britannien treten im Moment nur eine Gruppe die Demokratie mit den Füßen und das sind die Remainer. Die wollen sich nicht der Mehrheitsentscheidung annehmen oder gar fügen aber dennoch für die Mehrheit, bzw. für alle, entscheiden. Ziemlicher Faschismus aus meiner Sicht.

Die Interessen alle Briten und Nordiren haben selbige in ein Referendum formuliert. Auch Abgeordnete entscheiden nicht, was das Volk für Interessen hat! Dann wären wir nämlich wieder beim Faschismus oder einer Form des Absolutismus!

Wenn die EU so sehr in die Kulturen ihrer Mitglieder eingreift und sie abhängig macht, dann sollte man sich von der EU trennen! Ist ja wie eine Droge, diese EU, bei deren Entzug man angeblich umkommt. Jaja, Dealersprache halt!

Bercow ist übrigens der einzige, der wirklich die Demokratie beschädigt hat.

Spalten ist was anderes, z.B. in Deutschland...

.... in den Fragen zur Migrations- oder zur Klima- und Energiepolitik

@ odoaker

"Da würde mich insbesondere interessieren, was sich die "brexiteers" vom Brexit versprechen.
Unabhängig davon, was die "remainers" davon halten."

Für gewöhnlich wird dann etwas von "Kontrolle" und "Selbstbestimmung" gesagt. Was aber da konkret selbstbestimmt und kontrolliert werden soll (und vor allem: was das _besser_ machen soll), das wird nicht weiter präzisiert. Der ganze Brexit hat eigentlich wenige rationale Argumente (die im Wahlkampf aufgeführten Argumente waren zu einem großten Teil ge- oder verfälscht). Es geht viel um Gefühl.
Bauch statt Verstand.
Als naturwissenschaftlich geprägter Mensch nehme ich das mit Staunen zur Kenntnis, kann es aber nicht nachvollziehen...

Weshalb die gesamten Winkelzüge

Es würde mich doch mal interessieren, warum Johnson und seine Brexiteers unbedingt einen No-Deal-Brexit durchsetzen wollen oder müssen. Wofür diese ganzen Winkelzüge? Wem nutzt das? Alle Mittel sind offenbar recht - also muss extrem viel Geld dahinter stecken?

@Bercow

Eigentlich mag ich Bercow. Durch ihn hab ich die Faszination des britischen Parlamentarismus entdeckt und ich verpasse keine Sendung, wenn es geht. Ich begann zwar schnell das Oberhaus dem Unterhaus vorzuziehen, weil die Lords auch mal vernünftig miteinander eine Entscheidung finden konnten aber die Art wie Bercow sich für das Unterhaus eingesetzt hat war schon toll.

Klar ist er ein selbstverliebter Snob mit zuviel Selbstbewusstsein und Eigenliebe, aber vor dem Brexit-Theater hat er für Fairness gesorgt bei den Debatten.

Allerdings hat ihn der Brexit politisch und amtlich zerstört. Er hätte mit May zurücktreten sollen, denn auch er hatte es nicht vermocht, dass das Parlament zu einer Entscheidung finden konnte. So zum Beispiel hat er einen Vorschlag von MPs aus allen Parteien garnicht erst zur Abstimmung zugelassen. Anstatt das einzusehen hat er sich aber in seiner Anti-Regierungshaltung eingegraben und wurde parteiisch und wurde nicht nur Speaker, sondern König und jetzt Richter...

@Am 13. September 2019 um 23:23 von akademischer Realist

Das Wohl des Landes...ist eine zufriedene Bevölkerung.

@ Dana

Genau darum gab es eine Volksabstimmung. Warum wollen das die Brexit-Gegner nicht einsehen?

Weil die Brexit Argumente von interessierten Kreisen gefälscht waren.

Kompromisslos

Warum ist kein Kompromiss möglich. Warum wollen die Brexiteers den Brexit auf Biegen und Brechen durchziehen?

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