Ihre Meinung zu: Hochschulförderung: Wer wird "Exzellenzuni"?

19. Juli 2019 - 9:27 Uhr

Harvard, Princeton, Yale: Die US-Eliteunis sind weltbekannt. Auch Deutschland will den Ruf ausgewählter Hochschulen aufpolieren - mit dem begehrten Titel "Exzellenzuniversität". Heute werden die künftigen Titelträger benannt.

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Kommentare

Alles vergebene

Alles vergebene Liebesmüh.
Mit der Einführung von Bachelor und master hat sich Deutschland doch aus dem Bildungswesen verabschiedet. Jeder wusste, was ein Dipl. Ing aus Deutschland war. Das muß heute ein Bachelor of Engeniering sein. Oder ein master of... so ein Käse. Komplett hirnbefreites Nachäffen des amerikanischen "Un"systems. Was ei Glück habe ich diesen Unsinn hinter mir gelassen. Damals war übrigens alles "Elite", wenn Universität dran stand.

Kriterien

Eine Universität erhält einen guten Ruf, indem sie einen guten Ruf verdient; man kann so etwas nicht per Beschluss bestimmen.

Wir müssen wirklich alles nachmachen...

was aus USA oder GB kommt.
Deswegen wird wie dort auch jährlich seit Jahrzehnten bei uns die soziale Ungleichheit immer größer.
Wer in welchen Verhältnissen geboren wird und wie und wo aufwächst entscheidet immer mehr, wer im Erwachsenenalter gesellschaftlich am längeren Hebel sitzen wird, wessen Einfluß besonders groß sein wird, wer am Angesehensten sein wird, wer mit mehr Geld und Macht alle anderen lenken kann.
Selektion ist der wichtigste Bestandteil der Leistungsgesellschaft. Gleichheit käme der sozialistischen Idealvorstellung zu nahe. Hierarchien müssen aufgebaut, gestärkt und global erweitert werden, nur so ist unendliches Wirtschaftswachstum garantiert.

Exellenzuni

Sollte das nicht jede Uni sein?
Für die Gruppe von Entscheidern einen möglichst guten Eindruck machen - Filetstücke zeigen und den Rest verstecken und dann am nächsten Tag alles wieder abbauen und zum Alltag übergehen...
Ich verstehe nicht wieso... und meistens können sich so eine Schau die Unis leisten, die das nötige Kapital haben - denn wenn man nicht den Titel bekommt, dann sitzt man doch auf den Kosten... vielleicht habe ich das ganze auch nicht richtig kapiert...

Was hat Harvard mit deutschen Unis zu tun?

Wie kann man denn einen Artikel über die Förderung deutscher Unis mit dem Wort Harvard beginnen? Harvard ist eine private Uni die sich ihren Ruf hart erarbeitet hat und die jedes Jahr brillante Wissenschaftler ausbildet. Deutschland hat Universitäten die meist den Bundesländern gehören und die alles daran setzen ihren einstmals guten Ruf mit z.B. dem Bluttest der Brustkrebs erkennen soll mit aller Macht nachhaltig zu zerstören.

Die Freiheit der Wissenschaft ist in Gefahr.

"Die Hochschulen müssen dann bei ihren Bewerbungen auch genau darlegen, wofür sie das zusätzliche Geld ausgeben wollen."

Das widerspricht doch genau der Idee der akademischen Freiheit
– Die Unterfinanzierung der Universitäten hat dazu geführt, dass immer mehr Abhängigkeiten von außerhalb entstanden sind.
Der Hauptfehler ist die Einwerbung von "Drittmitteln" aus der Industrie. Sogar ganze Lehrstühle werden auf Zeit davon abhängig gemacht.

– Eine Folge davon sind Auswüchse wie "Zitationskartelle". Da nach recht äußerlichen Kriterien entschieden wird, z.B. Zahl (!) der Veröffentlichungen, Zahl der Zitate bei Kollegen, werden natürlich entsprechende Strukturen gefördert.
Einstein hätte vermutlich schlechte Chancen.

@superschlau

Ich bin zwar auch noch vom alten Schlag - aber in einer internationalen Welt ist es schon gut, wenn auch die Abschlüsse vereinheitlicht werden. Bitte nicht so gegen Neues, Anderes sperren - Universitäten leben doch schließlich vom und fürs VORWÄRTS!

Was soll das?

Die Förderung der "vermeindlich" besten Unis ist eine Beleidigung in einem hochentwickelten Bildungssystem, das allen die Möglichkeit gibt, sich frei nach allen Richtungen zu entwickeln. Die gesonderte Unterstützung halte ich für enorm schädlich und vollkommen überflüssig. Die besten Unis und die besten Studenten machen Ihren Weg. Das Etikett "Elite" treibt allerhöchstens die Nasen nach oben.

Wo in den letzten Jahren nicht aufgepasst wurde, ist bei den "schlechtesten" Schulen und den "schlechtesten" Schülern. Jetzt bekommen wir dafür die Quittung und werden von AfD, Neonazis, Sozialfällen und anderen Gruppen auf Trab gehalten.

Alles vergebene.. von Superschlau

Das sehe ich genauso. Mit dem Umstieg vom Dipl.-Ing. auf Bachelor und Master hat sich Deutschland keinen guten Gefallen getan. ´Made in Germany´ und ´Dipl.-Ing´ hatten weltweit einen guten Ruf. Dieses Niveau können wir mit Bachelor und Master n. m. M. nicht halten

@superschlau

Man kann heute mit früher nicht vergleichen. Früher haben viel weniger junge Menschen studiert. Heute studiert doch gefühlt 'fast' jeder. Und weder damals noch heute war alles mit Universität 'Elite'. Man trug früher nur die Nase höher. Heute ist es ja normal, wenn man studiert hat.
Mit Bachelor und Master wurden die Studienabschlüsse Europa-weit angeglichen, auch wenn sie nicht überall mit den englischen Begriffen bezeichnet werden. Und das ist gut so.

@Superschlau um 09:39Uhr

Tja, da haben Sie wohl leider Recht! Wobei immer wieder vergessen wird, daß in Deutschland der Uni-Besuch fast kostenlos ist, während in den USA z.B. die meisten Absolventen entweder nach Abschluß nach lange das Darlehen zurückzahlen, wenn sie nicht das Glück haben, noch während des Studiums von einem Konzern geködert zu werden. Apropos "Konzern"! Die Finanzierung der Unis in Deutschland überwiegend aus Steuergeldern unterscheidet sich wesentlich von den USA. Die Vielzahl an Nobelpreisen hat ihre Begründung am Vermeiden von Grundlagenforschung, und dafür oft von Konzernen gezielt finanzierte Forschung auf dem Geschäftsgebiet des Konzerns.. Grundlagenforschung ist eben wenig ertragbringend.

preiswerte Disziplinierung

Meine Befürchtung: Es ist in erster Linie ein politisches Disziplinierungs-Instrument: Wo man frei denkt, sich kritisch äußert, dorthin geht auch kein Exzellenz-Geld. Also heißt es: Schnauze halten, Profs, wir haben uns doch beworben!

Exzellenz-Unis heißt zudem: Nur 11 der 115 dt. Unis werden normal gefördert, wie sie es brauchen, - alle anderen gehen fast leer aus.

wenn man den personellen Aufwand aller Bewerber in dieses Verfahren berücksichtigt.
Vergleicht man fehlgeleitete Investitionen des Staates in anderen Bereichen , so sind die Mittel gering aber generieren einen hohen Publicityeffekt und das scheint ja wohl ebenfalls ein Hauptanliegen der Initiative zu sein. BER verschlingt mehr Geld als alle Exzellenzinitiativen , auch die Gorch Fock kann sich sehen lassen ..

Exzellenzuni ?

Das wird in D nichts mehr.

Es sei den es gibt für die besten "Besserwisser", "Ausbeuter" und "Bevormunde"r einen Preis.

Wer wie in unserem Land Problem nur mit Verboten und neuen Steuern lösen möchte geht an den elementaren Problemen der Weltbefölkerung vorbei.

Nur massive Förderung der MINT Fächer mit neuen Technologien werden ander Länder die Welt retten. Leider gehöhren wir nicht mehr dazu.

rer Truman Welt

Es ist so witzig, daß heute Universitäten als "exzellent" ausgezeichnet weden müssen, um damit den Ruf zu bekommen.
Früher wurden die Absolventen geschätzt, weil sie brillant ausgebildet waren, wodurch eine Lehrinstitution ihren Ruf erhielt. Da brauchte es keiner Auszeichnungen.
Yale-Universität, Princeton und Havard wurden natürlich auch im Kreise der Verbindungen des Establishments immer schom über finanzielle Regelungen für die Elite vermarktet und überwiegend vorbehalten. Aber interessant für mich in unserer Trument Welt ist der Fakt, daß es nicht wirklich darauf ankommt was "drin" ist, sondern was "draufsteht".
Der Schein ist wichtiger als das Sein. That's the way of current life. Das spiegelt sich überall wider. Sehr, sehr traurig, zu was wir verkommen zu sein scheinen.

Nach 15 Jahren an der Uni...

bin ich froh, aus diesem zunehmend dysfunktionalen Theater bei den Geisteswissenschaften in die freie Wirtschaft gewechselt zu sein. Die Einführung des BA und MA war damals politisch gewollt, akademisch völlig unnötig und wurde von den Lehrstühlen nur halbherzig umgesetzt: Man benannte einfach alles entsprechend um, behielt aber die alten Lehr-/Machtstrukturen bei.
Die "Studenten sind die 'Kunden' der Uni"-Mentalität die im Rahmen des Exzellenz-Wahns in den Hörsaal getragen und den Dozenten in "Fortbildungsseminaren" eingetrichtert wird (jeder Student muss heute "mitgenommen" werden), ist reine Schaumschlägerei, die den Unis von meist externen "Experten" (meist gar nicht aus der Erwachsenenbildung!) teuer als innovatives Pädagogik-Programm verkauft wird. Die eigentlichen Ziele der immer noch andauernden Hochschulreform hat man mittlerweile weitgehend aus dem Fokus verloren: die Vergleichbarkeit von Studiengängen, um den Wechsel von Studierenden an andere Universitäten zu erleichtern

@krittkritt, 10:30

Das widerspricht doch genau der Idee der akademischen Freiheit

Eine antike Idee. Die Lehre wie auch die Forschung sind längst zum Büttel des Markts geworden.
Ich habe lange Zeit an dualen Hochschulen gelehrt. Die Qualität der Bildung dort hat beständig abgenommen, ohne dass selbst die engagiertesten Dozenten das verhindern konnten. Der Druck der Partnerunternehmen auf die Ausgestaltung der Lehrinhalte stieg kontinuierlich. Mit der Einführung der Bologna-Studiengänge war es dann endgültig aus mit einem fundierten Studium. Das Grundstudium wurde abgeschafft, dafür Fachidioten herangezogen, deren Wissen und Können eine Halbwertszeit von vielleicht fünf Jahren hatte, ohne Grundlagen dafür, sich später eigenständig weiterbilden zu können.
Die Abhängigkeit von Drittmitteln, die Sie zu recht kritisieren, hat genau den gleichen Effekt.

erschreckend was aus den

erschreckend was aus den "Parteien der Mitte"geworden ist...die Spaltung der Gesellschaft wird weiter voran getrieben....Auszeichnungen,Preise und Fördergelder sind eine gute Sache wenn sie gerecht verteilt werden ...das Ziel sollte von vornherein eben nicht sein "international sichtbare Leuchten" nach aussen zu werden...

@superschlau

"damals" mußte man sich als Dipl. -Ing. frisch von der Uni oder FH erstmal gewaltig auf den Hosenboden setzen um z. B. die horrenden Defizite in Elektronik (falls man's nicht studiert hatte) aufzuarbeiten statt sich gleich als Überflieger zu profilieren. Das ist der Unterschied zu "heute". Exzellenz erwirbt man später, falls man das überhaupt will. Die Meisten geben sich ohnehin mit Lulukram ab. Und um nicht völlig zu verblöden basteln sie dann zu Hause an Dingen herum die sie interessieren.

Es führt - wie man ja auch in

Es führt - wie man ja auch in den USA seit langem sieht - zu einem Zwei- bis Dreiklassenniveau der Hochschulen und zwar als gezielte Maßnahme.

Deutschland hat ein sehr dichtes Netz an Universitäten und Fachhochschulen - starke und schwächere; sollte man da nicht lieber fördern, dass alle dem Anspruch an Institute der höchsten Bildungsebene auch gerecht werden können?

Was nützen "internationale Leuchttürme", wenn der Rest dann absackt?
Es würde dem akademischen Ruf Deutschlands wohl auch helfen, wenn es nicht nur massenweise akademischen Nachwuchs produzierte, sondern diesem auch Perspektiven bieten könnte, die über jahrelanges Duchwurschteln mit kurzen begrenzten Anstellungsverträgen/Schwangerschaftsvertretungen/ Teilzeitstellen hinaus gingen (dies besonders in den Geisteswissenschaften, in denen D einmal so stark war, die aber inzwischen in einem renditegesteuerten Wettbewerbssystem System keine Konjunktur mehr haben - und das ist fatal).

was macht ne Elite Uni aus

die tollen Lehrer dort
Geld das in ausreichender Menge vorhanden ist
der Ruf der glaubend macht das wären die Elite dort ?
oder ... die Beziehungen die man dort knüpft
einem sehr helfen wenn man ne Stelle sucht
weil der Mitkommilitone aus ner einflußreichen Familie stammt
viel anders war es hierzulande früher auch nicht
- wenn man in einer passenden Studentenverbindung war

Guter Ansatz

Ich bin überrascht, wie negativ das hier im Forum angenommen wird. Es wird ja nicht darüber geredet einigen Unis Geld wegzunehmen, sondern einigen Unis mehr Geld zu geben. Das ist ja jetzt erstmal nichts negatives.
Mein Vater lamentiert auch noch immer über "Diplomingenieur", war noch nie außerhalb von Europa aber meint zu wissen dass das in den USA anerkannt ist. Da muss man einfach mal aufwachen. Die Realität ist, kein Mensch weiß was das ist und deutsche Unis kennt im Ausland niemand. Wenn ich mich im Ausland bewerbe wird MIT und Cambridge immer auch den deutschen "Top-Unis" wie Aachen oder Mannheim vorgezogen. Da hat nämlich noch nie jeman was von gehört. Deutsche Unis sind m.M.n. exzellent in der Forschung, wir wissen aber nicht wie wir es umsetzen sollen. Die Mixtur an Geld und theoretischer Exzellenz ist zumindest ein gutes Rezept um großes zu erreichen. Das heißt ja nicht gleich, dass man nun Ausbildungsberufe und Krankenkassen abschaffen muss oder dadurch alle arm werden.

Exzellenz?

Zur Exzellenz wird man ernannt; nur Neid ist eine ehrliche Form der Anerkennung, und den muss man sich hart erarbeiten.

@pyrex, 10.33

Leider werden nur die Formalien vereinheitlicht, nicht die Inhalte. Und daran hapert es, wenn ich ausländische Abschlüsse sehe (ich sehe viele davon). Solange im Ausland ein Bachelor und ein Doktor für dieselbe Studienleistung vergeben wird (in unterschiedlichen Ländern), wird das Nix. Bologna ist totgeboren, wird aber aus politischen (und nur aus politischen) Gründen auf der Verwaltungsintensivstation am Leben gehalten.

@‚um 10:04 von KatharinaE

Genau das ist die Frage!
Wie kann es sein, dass es auch nur eine einzige Universität in Deutschland gibt, die nicht exzellent ausbildet?
Und dann muss man natürlich auch die Frage stellen, warum es auch nur eine einzige Schule in Deutschland geben kann, die nicht ausschließlich exzellente Schüler hervorbringt?
Vor allem, wenn man dann noch den gerade erst von Frau VdL vor dem EU - Parlament zitierten Aspekt berücksichtigt, dass unsere Kinder das Wichtigste wären, das wir haben!!
Natürlich hat auch VdL nur ihre eigenen Kinder gemeint, ich weiß.
Doch so lange wir unser Aufrüstungspotential nicht ausschöpfen, sind Kinder wohl nicht das Wichtigste!!
Solange wir unseren sogenannten Leistungsträgern erlauben, uns jedes Jahr aufs Neue 160 Milliarden Euro in Form von Steuerhinterziehungen zu stehlen, sind es wohl auch nicht unsere Kinder, die Wichtig sind!
Und die Looser unseres Ausbildungssystems können immer noch in angezettelten Kriegen verheizt werden.
Dazu reicht es allemal!

Am 19. Juli 2019 um 09:39 von Superschlau

Die angelsächsischen Titel wurden, damals eingeführt, weil in den Ländern viele nichts mit den deutschen Titeln anfangen konnten insbesondere mit dem Grad. Ing. heute Diplom-Ingenieur FH.
Diplom und Doktortitel waren auch bei den Angelsachsen bekannt. Den ganzen Aufwand mit der Vergleichbarkeit der akademischen Abschlüsse hätte man auch einfacher lösen können.
Zusätzlich zu Vordiplomzeugnis und Urkunde hätte man nur eine englische Übersetzung verfassen brauchen mit Bachelor und beim Hauptdiplom mit Master in den Zeugnissen und Urkunden. Fertig und ganz billig. Zur Promotionsurkunde hätte man auch noch eine englische Version verfassen müssen und schon wäre alles ganz einfach für den deutschen Akademiker und seine Auslandsbewerbung.

Wirkliche Innovationen werden aus der Not geboren!

Man kann also darauf vertrauen, dass gerade die "normalen" Universitäten Spitzenleistungen hervorbringen werden...

Diese Auszeichnung ist eine Ohrfeige

für das Prinzip freie Forschung und Lehre.
Da Frau Karliczek vermutlich das letzte Wort hat, können sich die Uni Münster wieder mal die Hände reiben.
In welchen Bundesländern die Universitäten liegen die leer ausgehen ist bei dieser durch ihren Glauben geprägten Ministerin wohl offensichtlich - ein Schelm, wer Böses dabei denkt :-(.

@superschlau und andere BA/MA Gegner

Ich studiere gerade im MA Elektrotechnik und kann Ihnen nur bedingt zustimmen. Klar der Dr-Ing hat Gewicht im Ausland, aber es steht auf jedem Zeugnis, wo die Uni steht und von daher glaube ich, dass nen Qualitätsverlust des Rufs nicht vorhanden ist.

Des Weiteren ist es gut, dass die Anschlüsse vereinheitlicht werden, damit sie halbwegs vergleichbar sind und man auch Kurse im Ausland belegen kann.

Wo ich aber zustimmen muss ist, dass die Umsetzung von Dipl zu BA/MA einfach mies gelaufen ist. Bei uns würde alles, was nach Grundlagen aussah in den BA gepackt. Als (fast) Ingenieur kann ich sagen, dass der BA im Ingenieurwesen von der Uni nicht viel wert ist (FH sieht anders aus, da mehr Praxisbezug). Der Master hingegen ist gleichwertig mit dem Diplom.

Für andere Studiengänge mag das BA/MA System mehr Sinn machen (Wirtschaft z. B.) weil man da eher nach dem BA arbeiten kann. Der Master ist aber definitiv gleichwertig zum Diplom!

Konservative Titel, Schein und Autoritaeten

Schon lustig, dass konvervative Politiker glauben Eliten kann man einfach so ernennen. Und noch besser fuehlt man sich als konservativer Politiker wenn man das selbst tun kann. Autoritaeten, Hierarchien und nichts hinterfragen.

Das klappt wirklich nur bei Konservativen. In Wirklichkeit muss sich eine Uni einen guten Ruf verdienen, und das heist nicht bei untransparenten Verfahren gewinnen.

Vorbild Harvard

Stiftungsvermögen ca. 32 Mrd.$
Budget ca. 3,7 Mrd. $ vor der Bankenkrise sogar bis 8 Mrd. $ das entspricht dem halben bzw. dem gesamten Forschungsetat der BRD. Welche deutsche Universität kann da mithalten?
Deutschlands Unis werden durch das Haushaltsrecht, das Hochschulrahmengesetz, das Wissenschaftszeitvertragsgesetz, das Teilzeit-und Befristungsgesetz etc. einfach nur gegängelt und ausgebremst. Als Merkel an die Kanzlerin wurde, hofften viele auf mehr Sachverstand und Änderungen - es wurde schlimmer.

Für mehr Diskriminierung?

Am ende haben die Schulstufen und Unistufen dann diesen Effekt: mehr Diskriminierung. Asperger (was Einstein hatte) zum Beispiel werden in Deutschen Schulsystem durch schlechte Deutsch Noten und Kommunikationsschwächen (oder Handschrift) in Hauptschulen gesteckt trotz guter Mathe Noten, ohne das sie sich in Wissenschaften beweisen können. Wenn sie im Ausland studieren werden in Deutschland ihr Abitur (wie IB) nicht anerkannt und vom Ausland die Diagnose ihrer 'Behinderung' was sie vielleicht brauchen um ein leiseren Prüfungsraum für Schüler mit Behinderung zu beantragen. Also studieren sie Wissenschaften im Ausland und bleiben da weil sie nicht für ihre schwächen die sie mit stärken kompensieren diskriminiert werden. Asperger werden nur erschwert in Deutschland überhaupt diagnostiziert und die meisten wachsen in Deutschland auf glaubend das sie nicht klug sind. Schmeißt das Geld lieber in Asperger Schulen im diese Kapazität anzuzapfen.

Was kommt als Nächstes ?

Ich habe das Gefühl, es werden hier Äpfel mit Birnen verglichen. Die US-Universitäten lassen die Studienbewerber aufgrund von SATs und Interviews zu. Wir haben nicht mal so etwas ähnliches, wie eine bundesländerübergreifende einheitliche Bildung. Die Anforderungen an Studienbewerber sind bei uns im Vergleich zu anderen Industriestaaten sehr niedrig. Was natürlich die Anzahl der Akademiker wiederspiegelt. Dadurch ist eine Entstehung von "Elite-Unis" meiner Meinung nach per Definition gar nicht möglich. Des Weiteren konzentriert sich das Studium bei uns auf "die wissenschaftliche Arbeit", die in vielen Fachbereichen ausschließlich aus Quellenrecherchen und Zitieren besteht. Ich kann nicht genau beurteilen, was die weitere Fachspezialisierung für die Zukunft bringen mag, jedoch wird es wohl immer weniger Fachübergreifende Spezialisten geben, die aus meiner Sicht eine dringende Voraussetzung für die gelungene Langzeitforschung sind.

Dieses Nacheifern nach einem korrupten amerikanisch System...

... kann ich beim besten Willen nicht nachvollziehen.

Der Grund, warum Harvard und co. in den USA so "bekannt" sind und so viele Abgänger hohe gesellschaftliche Positionen einnehmen ist mitnichten das Geld - es ist vor allem das ekelhafte Netzwerk von Altherren- und Alumni-Verbindungen, die ihre Universität promoten, indem sie ihre Abgänger an Stellen katapultieren, wo sie eigentlich nicht hingehören. Und ich bin froh darüber, dass wir das in Deutschland (noch) nicht (zumindest nicht in diesem Ausmaß) haben.

Wir brauchen keine Elite-Unis in der Spitze, jede Universität muss gute Ergebnisse produzieren! Diese Gelder sollten daher in der Breite verteilt werden - dann kommen sie auch dort an, wo sie benötigt werden: In der Infrastruktur, der Lehre und bei zusätzlichem, dauerhaften Personal.

Dieser Irrweg über selbsternannte "Elite-Unis" wird international ohnehin belächelt. Für die Amerikaner z.B. kann eine staatliche Uni schon aus Prinzip keine Elite-Uni sein, was traurig ist.

"Exzellenzuni",

"Ich-AG", "Gute-Kita-Gesetz", "Key-Account-Manager" - "spannenden" Worthülsen zur Verschleierung mittelmäßigen Inhalts sind keine Grenzen gesetzt

Deutschlands Unis schon lange keine Elite mehr

Erst baute Helmut Schmidt (SPD) den akademischen Mittelbau ab, dann reduzierte Prof. h.c. Dr. h.c. mult. Dr. Helmut Kohl, Bundeskanzler (CDU) den Rest der Habilitationsstellen auf einen kläglichen Rest, Schröder (SPD) und Merkel (CDU) schufen die Habilitation ganz ab und ersetzten sie durch die Juniorprofessur.
Ebenso erging es der Breitenforschung. Sie wurde durch Sonderforschungsbereiche (SFB), Schwerpunktprogramme und zusätzlich die Elite-Unis ersetzt. Wer neue Ideen hat, der kann diese in DL nicht umsetzen, weil kein Geld vorhanden ist. Die Beschwerden hierzu von Prof. Winnacker, dem damaligen Leiter der Max-Planck-Gesellschaft, wurden von allen Politikern ignoriert.
Postdoc-Stellen und Stellen für Senior-Wissenschaftler gibt es in DL garnicht. Letztere werden einfach auf H4 gesetzt; wozu benötigt unsere Forschung denn erfahrene Wissenschaftler, wenn wir Forschung auch in China, Süd Korea und Japan einkaufen können.

Der in diesem Forum viel

Der in diesem Forum viel geäußerten Kritik an der Herausbildung von Elite-Universitäten kann ich nicht folgen. Abitur und Studium sind in vielen Berufen Standardvoraussetzungen. War z.B. das Fachhochschulstudium früher durchaus schwierig und anerkannt, laufen alleine heute in meinem Fitness-Center drei Betreuer mit Bachelor-Abschluss herum. Hebamme und Krankenpfleger müssen alsbald auch studieren. Die Schaffung immer neuer Bachelorabschlüsse haben das System völlig aufgeweicht. Ab auch die Flut an Abiturienten und Master-Abschlüssen führt zu einer deutlichen Überforderung der Unis und Absenkung des wissenschaftlichen Niveaus. Das deutsche Bildungssystem wurde zwecks internationaler Angleichung aufgeweicht und auf den Kopf gestellt. Unis für überdurchschnittlich Begabte sind notwendig. Das Wort "Elite" ist aber auch irgendwie negativ belegt. Klingt wie "besserer Mensch".

11:18 von nie wieder spd

Solange wir unseren sogenannten Leistungsträgern erlauben, uns jedes Jahr aufs Neue 160 Milliarden Euro in Form von Steuerhinterziehungen zu stehlen,
.
auf der anderen Seite Leistungsverweigerer
die unserer Gesellschaft durch ihre Leistungsverweigerung Mrd Beträge vorenthalten
- mehr noch Mittel dadurch entziehen, weil man diese benötigt um sie zu unterstützen

Das eigentlich erschreckende ist doch...

...die geradezu lächerlich geringen
Beträge, um die hier in den Unis
auch noch gefochten werden soll!
Insgesamt bleibt Bildung und
deren Einrichtungen, von den
immer noch meist in den
Siebzigern errichteten absolut
abschreckenden, unansehnlichen
Betonklötzen in denen die meisten
Schulen unterrichten, bis hin zu
solchen Uni-Plazebos über die hier
jetzt diskutiert wird, weiterhin ein
"Stiefkind" in Deutschland!!
Der angefügte Artikel stammt aus
2017 und es hat sich trotz aller
Bekundungen fast nichts geändert!
https://www.welt.de/wirtschaft/article168081217/Deutschland-verspielt-da...

@10:30 von krittkritt

"– "Die Hochschulen müssen dann bei ihren Bewerbungen auch genau darlegen, wofür sie das zusätzliche Geld ausgeben wollen."

Das widerspricht doch genau der Idee der akademischen Freiheit
– Die Unterfinanzierung der Universitäten hat dazu geführt, dass immer mehr Abhängigkeiten von außerhalb entstanden sind."

Das widerspricht nicht der Idee der akademischen Freiheit. Forscher werden (größtenteils) mit öffentlichen Geldern gefördert und sind daher auch entsprechend Rechenschaft schuldig. Es kann nicht sein, dass wir den Leuten Geld hinterherwerfen ohne, dass sie wissen was sie damit überhaupt machen sollen. Das führt zu Verschwendung.

Forschung muss nachvollziehbar sein. Das geht nur mit einem ordentlichen Plan dessen was erforscht werden soll. Wer dazu nicht in der Lage ist sollte auch keine staatliche Förderung erhalten.

@10:54 von werner1955

"Nur massive Förderung der MINT Fächer mit neuen Technologien werden ander Länder die Welt retten. Leider gehöhren wir nicht mehr dazu."

Und was denken Sie wohl wer die besten Chancen auf eine Förderung hat? Kulturhistoriker sicherlich nicht.

@11:18 von nie wieder spd

"Wie kann es sein, dass es auch nur eine einzige Universität in Deutschland gibt, die nicht exzellent ausbildet?"

Es kann nicht jede Uni 'die Beste' sein. Das heißt aber noch lange nicht, dass die anderen Unis minderwertige Abschlüsse vergeben.

Verstehendes Lesen

Ich kann verstehen, dass man anderer Meinung ist und auch problemlos akzeptieren, dass man bestimmte Entwicklungen nicht mag.
@erstaunter bürger möchte ich aber die Frage richten, warum man dafür zur Begründung oder Rechtfertigung Dinge erfinden muss, über die man sich gezielt aufregen kann? Wo steht, dass die Bildungsministerin das letzte Wort hat? Der Artikel beschreibt ein 56-köpfiges Gremium, das weit überwiegend (wenn ich es richtig verstehe 39:17, also mit mehr als doppeltem Stimmgewicht) eben NICHT aus Politikern besteht.
Wieso kann man das nicht auch akzeptieren und seine Argumentation auf den Tatsachen aufbauen? Gibt es da nichts, wogegen man sein kann? Muss man etwas erfinden, nur um Politikerschelte betreiben zu können, noch dazu mit Seitenhieben auf völlig andere, in keinem Zusammenhang stehende Themen wie etwa Religion? Kann man denn einfach nicht mehr sachlich argumentieren, nur weil man als Bürger Sorgen hat?

@tettigonia

In wiefern ist das Verfahren „untransparent“? Es wurden Voraussetzungen für die Teilnahme beschrieben, die Zusammensetzung des Entscheidungsgremiums und Kriterien für die Auswahl. Was daran ist intransparent?
Kann es sein, dass Sie das Verfahren nicht mögen? Das wäre im Rahmen der Meinungsfreiheit völlig in Ordnung. Sie stimmen mir aber sicher zu wenn ich postuliere, dass nicht alles, was Sie nicht mögen, auch gleich intransparent ist, oder?

Das Bild einer "Exzellenz-Universität

erkennt man auch an der Rechtsprechung bei den Bundesgerichten. Ob auf technischer, wie wirtschaftlicher ist auch die juristische Ausbildung geprägte von der Wetteifern für die "Wissenschaft",doch dass kann gerade bei den Juristen zu merkwürdigen Ergebnissen führen. Diese Ausbildung verträgt keine "Elite-Ausbildung" vielmehr ist diese Ausbildung wahrlich mehr als ein Armutszeugnis verwirrender und abstruser Gedankenwelten, welche nur den nicht nachvollziehbaren Ergebnissen zu Grunde liege. Denen sollte kein Cent zur Verfügung gestellt werden. Das wäre rausgeschmissenes Geld.

Also mein Uni ist im Ausland

Also mein Uni ist im Ausland sehr bekannt.
Technische Hochschule Darmstadt, heute Technische Universität Darmstadt, ist ein Begriff. Wenn Angelsachsen mit Dipl. Ing nichts anfangen können, ist das deren Problem. Man kann sich doch nicht selbst runterqualifizieren, um mit den Hannebambeln zu konkurieren.
Es hätte vollkommen gereicht, auf die Urkunde Dipl Ing (MoE) zu schreiben.
Und an der Fh eben Dipl Ing FH (BoE)

@ Dennis K.

Im Großen und Ganzen bin ich völlig Ihrer Meinung, dass wir dem amerikanischen Universitäts(un)wesen nicht nacheifern sollen, da es viel zu teuer und sozial ungerecht ist.
Widersprechen muss ich Ihnen aber, was Ihre Aussage zu staatlichen Universitäten angeht. Es gibt hier in den USA tatsächlich auch staatliche Universitäten, die in der Elite-Liga „mitspielen“. Hier in Kalifornien sind das die UC Berkeley sowie die UCLA (Los Angeles). Allerdings sind die fast genauso teuer wie die privaten Unis.

@Am 19. Juli 2019 um 12:37 von WiPoEthik

"Und was denken Sie wohl wer die besten Chancen auf eine Förderung hat? Kulturhistoriker sicherlich nicht."
Das Süostasieninstitut der Uni-Heidelberg bekam die Exzellenzförderung für „Asien und Europa im globalen Kontext“.
Lesen sie sich spaßeshalber mal durch was in Deutschland Exzellent ist: http://www.asia-europe.uni-heidelberg.de/
Research -> Research Design
The Cluster's thematical focus is on Asia and Europe in a global context. Having established a morphology of flows and circulations between Asia and Europe until now, the Cluster will concentrate on exploring the specific dynamics of transcultural interactions.

Wie ist das möglich...

wenn wir so ein unterlegenes Hochschulsystem haben - im Vergleich zu amerikanischen und englischen Unis - dass wir Weltmeister im technischen Exportbereich sind, dazu sehr sehr viele Unternehmen als Weltmarktführer. Irgendwie müssen unsere Ingenieure doch nicht so schlecht ausgebildet worden sein. In den Hochschulrankings liegen viele Unis - sogar welche aus Australien weit vor deutschen Unis... trotzdem ist deren technologische Eigenbasis im Vergleich zu uns marginal. Was machen wir dennoch besser?

Okabe 11:47

"Asperger (was Einstein hatte)..."
Entschuldigung, aber wenn Sie das so formulieren, klingt das wie eine Tatsache. Davon ist die Forschung zur Person Einstein aber weit entfernt. Der Spiegel hat eher Außenseiter unter den Forschern zum Vorschein gezerrt.

@ Nie wieder AfD

Mal abgesehen von ihrem polemischen Nick ist die Wahrscheinlichkeit das Sie je eine Hochschule von innen sahen eher gering. Mit Nicht wissen glänzen Sie grandios. Es gibt gute und schlechte Ärzte. Gute und schlechte Handwerker. Gute schlechte und grottenschlechte Unis. Warum? Viele Professoren verdienen sehr viel Geld mit Gutachten plus Grundgehalt an der Uni. Die Zahl derer die nicht oder kaum unterrichten nimmt stetig zu. Einige tragen den Titel wie eine Fahne vor sich her und sitzen im Vorstand ihrer Partei oder im Vorstand von Wirtschaftsunternehmen. Und nun könnten selbst Sie die Frage beantworten warum es wohl Unterschiede in den Unis gibt.

@Sisyphos3 "Leistungsverweigerer"

Der kleine unteschied ist, dass die Steuerhinterziehung datsaechlich eine quantifizierbare Groesse ist. Die "Leistungsverweigerung" ist eine von Ihnen ausgedachte Unterstellung. Es kann seine, das es Leute gibt die verweigern. Es kann auch sein, das sie trotz Suche keinen Job bekommen. Ihre Argumente basieren aber wie immer auf nicht nachgeprueften Unterstellungen, Vorurteilen und Verlaeumdungen.

der Dumme hält sich für Klug

Diese Exzellenz-Initiative gibt es schon seit einigen Jahren und im großen und ganzen hat sie bisher ihr Ziel verfehlt. Sie sollte die Forschungslandschaft in Deutschland auffrischen und zu mehr Technologieentwicklung führen. Das ist sang- und klaglos gescheitert. Das hat auch einen Grund: Grundlagenforschung gilt in Deutschland, zumindest der deutschen Politik, nicht als förderungsfähig. Kurzum, aus der Forschung lässt sich kein Produkt vermarkten, mit der Folge, keine Gelder.

Die Wirtschaftlichkeit hat die Forschung in Deutschland zerstört. Das sieht man auch am Frauenhofer-Institut. Wann ist da das letzte mal wirklich geforscht worden?
Klar, früher hat die Wirtschaft den technologischen Wandel befördert. Das war auch nicht immer gut. Aber je mehr Wissen und Produkte man hat, desto weniger neues kann einem einfallen. Die große Blockade dahinter ist auch das Patentrecht. Gäbe es das nicht bräuchte man sich um "Exzellenz"keine Gedanken machen. Der Durchschnitt ist klüger als man denkt

Und die Eliteunis dürfen dann die wohlhabenden

in unsere Gesellschaft besuchen. Papi oder Mami sorgen dann schon dafür. Das ist das eigentliche Problem dieser Regelung. Warum nicht alle Unis ordentlich fördern? Aber Bildung wird in Deutschland ja schon immer zu wenig gefördert. Ein Grund, warum wir ein Facharbeiter Mangel haben. Aber Deutschland exportiert den Mangel lieber, indem diese Kräfte aus dem Ausland abgeworben werden. Besser wäre, wenn alle, Staat und Wirtschaft, sich ihre Fachkräfte selbst ausbilden würden. Alle Schulen und Unis sollten zur Elite aufsteigen, aber das kostet ja Geld!

System in die falsche Richtung

Jeder muss heute studierten, selbst die Pflege wird akademisiert! Fehlentwicklung!
Elite Unis? Fehlentwicklung. Warum wurde schon oft gesagt. Was aber auch nie Thema ist: gerade Mal 5% der Hochschulgelder gehen an Fachhochschulen, der Rest an die Unis. Dabei sind mehr als 1/3 aller Studenten in Fachhochschulen eingeschrieben. Und die Unis weinen über finanzprobleme. Wenn ich sehe, was unsere fh aus dem Bescheidenen budget an Qualität holt ist bemerkenswert

Zweck

Geht es hier um die Aussortierung von vermeintlich schlechteren zur Bildung einer Elite unter den Studierenden, oder um die Förderung der Lehrqualität an den ausgewählten Unis ohne den Zugang für Studierende zu erschweren? Nach meinem Verständnis möchte man hier nicht eine Elite an Studierenden bilden, sondern die Qualität der Lehrenden und der Forschungen verbessern. Es bleiben staatliche Unis mit den gleichen Zugangsvoraussetzungen wie andere staatliche Unis, für weitestgehend kostenfreie Bildung. Oder habe ich was verpasst?

"Doch gerade Studierende

"Doch gerade Studierende befürchten, dass sie von dem ganzen Geld wenig merken werden, denn für die Lehre sind die zusätzlichen Gelder gar nicht gedacht. Der Wettbewerb habe im Gegenteil bereits Nachteile für die Studentinnen und Studenten gebracht: "Es wurden enorme Kapazitäten aller teilnehmenden Universitäten in diesem Wettbewerb und in den Bewerbungen gebunden", sagt Jonathan Dreusch, Studierendenvertreter der Uni Tübingen. "Diese Kapazitäten standen für andere Projekte über einen langen Zeitraum nicht zur Verfügung.""

Das erinnert mich an den Unmut einiger Ärzte an der Uni-Klinik. Die stöhnen, dass sie mit dem Eintreiben von sogenannten Drittmitteln, mehr Zeit verplempern als mit der Forschung für die sie diese Mittel brauchen.

@10:30 von krittkritt

"Die Freiheit der Wissenschaft ist in Gefahr."

Ist in Teilen schon jetzt nicht mehr gegeben.

"z.B. Zahl (!) der Veröffentlichungen, Zahl der Zitate bei Kollegen, werden natürlich entsprechende Strukturen gefördert."

Ja, das ist eine echte Seuche und es wird irrsinnig viel Müll produziert.

@10:46 von karlheinzfaltermeier

"Grundlagenforschung ist eben wenig ertragbringend."

In finanzieller Hinsicht ist das richtig. Wenn man sich aber mit der Geschichte der Wissenschaften befasst, ist der Erkenntnisgewinn durch Grundlagenforschung buchstäblich unbezahlbar.

13:52 von Daje

Vollkommen richtig, was sie schreiben. Die Pflege wird akademisiert, statt dass man die Pflegerinnen und Pfleger, gemäß ihrer Verantwortung, angemessen entlohnt. Aber so ist das in Deutschland, irgenwann kann ich dann Loriot's Jodeldiplom in der Uni machen. Die Löhne in Deutschland steigen nicht wirklich an und das ist das Problem! Im Kapitalmarkt kann man mehr Geld verdienen als mit redlicher Arbeit und das ist eine brandgefährliche Entwicklung. Natürlich muß man genügend Geld haben, um richtig Kohle zu schöpfen. Einen reellen Gegenwert gibt es nicht und das führt zur nächsten Krise, die natürlich der redlich Arbeitende dann bezahlen muss, 0 Zins, Doppelbesteuerung der Altersvorsorge und höhere Abgaben sind die Mittel. Ich nenne dies unverantwortlich! Der, welcher viel Geld besitzt, kann noch schnell seine Schäfchen ins Trockene bringen. Wir brauchen keine Elite Unis, wenn die Politik es noch nicht mal schafft die Bildungschancen für alle zu ermöglichen!!

10:33 von pyrex

Ich glaube Superschlau hätte nichts gegen Neuerungen, wenn diese keine Verschlechterung darstellen würde! Deutschland ist dabei, den Anschluß an die Weltspitze zu verlieren. Alle versuchen zu studieren, weil gute Jobs einfach nicht gut genug bezahlt werden. Statt dies zu ändern, werden die Bildungsanforderungen immer weiter nach unten korrigiert. Wenn das die schöne neue Welt sein soll, dann gute Nacht;-)

@Klinke23

"Geht es hier um die Aussortierung von vermeintlich schlechteren zur Bildung einer Elite unter den Studierenden, oder um die Förderung der Lehrqualität an den ausgewählten Unis ohne den Zugang für Studierende zu erschweren? Nach meinem Verständnis möchte man hier nicht eine Elite an Studierenden bilden, sondern die Qualität der Lehrenden und der Forschungen verbessern. Es bleiben staatliche Unis mit den gleichen Zugangsvoraussetzungen wie andere staatliche Unis, für weitestgehend kostenfreie Bildung. Oder habe ich was verpasst?"

Nein, so ähnlich verstehe ich das auch.
Es geht nicht um das Aussortieren von Schlechteren, sondern eher darum, das Niveau des gesamten Systems durch Wettbewerb zu heben, indem die besten belohnt werden, aber alle anderen allein durch die Anstrengung auch besser werden.
Also so ähnlich wie in der Marktwirtschaft oder beim Fußball ...

Universität im Kapitalismus,

Universität im Kapitalismus, entweder abhängig von Drittmitteln oder Studiengebühren von 50.000 Dollar pro Semester, aber am liebsten natürlich beides.

@Gondarin 12:44

"Kann man denn einfach nicht mehr sachlich argumentieren, nur weil man als Bürger Sorgen hat?"

Vielen Dank für Ihre deutlichen und zutreffenden Worte!

Sie beschreiben ein großes Problem in diesem Forum und auch unserer Gesellschaft.

13:40 von tettigonia

Es kann auch sein, das sie trotz Suche keinen Job bekommen.
.
wer Arbeit sucht findet Wege
und der Rest Gründe .....

bei 5 % Arbeitslosen frage ich mich schon ob man da nicht die eine oder andere Lücke füllen könnte, jeder spricht ja von Pflegenotstand

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