Ihre Meinung zu: "Colonia Dignidad": Symbolische, keine nachhaltige Hilfe

17. Mai 2019 - 21:41 Uhr

Bis zu 10.000 Euro pro Person sagt Berlin den Opfern der Sekte "Colonia Dignidad" zu. Ein Schritt in die richtige Richtung, meinen die - aber nicht genug. Von Anne Herrberg.

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Kommentare

Und der "Arzt", der

Und der "Arzt", der sogenannte, von diesem Folterer wurde freigesprochen!

Hier in DE.

Weil er ....

... das alles nicht wusste?

Und keine mindestens Beihilfe zu Folter und Vergewaltigung von Kindern geleistet hat?

DER Richter sollte dringend auf Zurechnungsfähigkeit untersucht werden!

Den ich unterstelle ihm, dass ihm die komplett fehlt.

Was hat Deutschland damit zu tun?

Auf der einen Seite kann ich nicht nachvollziehen, was der Staat Deutschland mit dem Gründer der Sekte zu tun haben soll. Letzterer wird ja nicht im staatlichen Auftrag gehandelt haben.

Andererseits werden in diesem Land Milliarden für Dinge ausgegeben, die mehr Leid verursachen als es die Sekte je vermocht hätte. Insofern kann ich mich mit der Unterstützung der Opfer durchaus anfreunden.

Selbst dieser Artikel grenzt an Euphemismus!

Bitte nicht immer die entscheidenden - hier die schlimmsten Verbrechen - an denen sich mittelbar auch die BRD mitschuldig machte - weglassen!
Im TS-Artikel findet sich nur:
"Während der 17-jährigen Militärdiktatur in Chile ab 1973 steht die Colonia unter besonderem Schutz des Junta-Chefs Augusto Pinochet." - einfach unglaublich!
Selbst Wikipedia weiss es da besser:
"Geflüchtete Bewohner berichteten glaubwürdig, die Kolonie sei während der Pinochet-Diktatur jahrzehntelang als Folterzentrum des chilenischen Geheimdienstes genutzt worden."
Ich kann mich sehr gut an die vielen Solidaritätsaktionen der DDR für Chile erinnern - offenbar standen wir Ossis da auf der richtigen Seite der Geschichte - für Frieden und gegen Faschismus!

Ich versehe das nicht

Dass alles aufgeklärt werden soll ist nur zu begrüßen, aber warum entschädigt Berlin die Opfer?
Rechtlich war Chile zuständig, und da herrschte Diktatur.
2004 wurden in Chile Prozesse geführt und auch finanzielle Entschädigungen zugesprochen.

Kontakte zu deutschen Regierung wären interessant: welcher Art waren die?
Es gab in der deutschen Regierung auch Kritiker.

Aber warum werden nicht die Unterstützer direkt belangt, sondern "Berlin"?

Nachtrag

Bei wikipedia werden die Verflechtungen der Sektenführung mit deutschen Regierungskreisen dargestellt. Somit ist der Staat nicht nur unttätiger Mitwisser, sondern Täter.

Vor diesem Hintergrund erscheint die Entschädigung recht unangemessen.

Sekte

1.Ich denke das niemand den deutschen Staat gefragt hatte, als man sich in die Sekte begab, warum ist dann eine Staatsgarantie so selbstverständlich?
2. Das Ganze hat sich im Ausland abgespielt, was genau hätte den der deutsche Staat tun können? Eine Spezialeinheit in ein fremdes Land schicken und alle befreien? Hätte Pinochet sicher nichts gegen gehabt?

Finanzierung

Anscheinend hatte der Typ aus Bonn neben der körperlichen auch finanziell die Menschen ausgebeutet. Die Nachfahren verdienen damit nun Geld in der Tourismusbranche. Das komplette Kapital sollte beschlagnahmt werden und an die Opfer über geben. Das wäre gerecht. Allerdings kann und sollte man nicht den deutschen Staat für die eigenen Fehler rechenschaftlich machen, der Staat sollte ein Gesetz raus bringen, in dem es heißt, das jeder selber verantwortlich dafür ist, wenn man einer Sekte beitretet und selbst für den Schaden aufkommen muss. Der Staat ist doch keine Sektenversicherung.

@Hackonya2

Danke für Ihre Kommentare. Das war genau das, was ich als Erstes dachte, als ich den Beitrag gelesen habe. Es wurde doch niemand dazu gezwungen, zu dieser Sekte zu gehen.
Wenn unser Staat doch mal für UNS so viel Geld übrig hätte!!!

„(...) es sei dem persönlichen Einsatz weniger Abgeordneter zu verdanken, dass nun überhaupt ein Hilfskonzept erarbeitet wurde:

Man muss leider schon froh sein, dass es diese wenigen Abgeordneten, die offenbar das richtige Verständnis von politischer Verantwortung haben und sich dafür auch einsetzen (wofür die Gesellschaft ihnen dankbar sein sollte) überhaupt gibt.

"Wir hatten unsere Erwartungen nicht so hoch gesetzt, weil wir inzwischen gemerkt haben, dass Deutschland absolut nicht zahlen will (...)“/„Es bleibt eine symbolische, keine nachhaltige Hilfe für Menschen, die wie Tymm und ihr Mann von klein an Zwangsarbeit leisteten und heute kaum ans Monatsende kommen“

Dies nicht zuletzt deshalb:
„(...) es könne auch nicht sein, dass Deutschland Opfergruppen gegeneinander ausspiele, um keine Präzedenzfälle zu schaffen“

Menschen „erfolgreich“ gegeneinander auszuspielen (und zu „sparen“) - das scheinen viele Politiker für die wichtigste Voraussetzung für Erfolg in der Politik zu halten.

Warum...

... soll der deutsche Steuerzahler eigentlich Opfern einer Sekte in Südamerika Entschädigungen zahlen?

@ Hackonya2

Auch als Migrant müssen Sie mit ihren Steuern für Entschädigungsforderungen an den deutschen Staat aufkommen.

Die Griechen fordern 300 Milliarden Euro.

ganz verstehen tue ich die Sache nicht

wieso zahlt Berlin Schmerzensgeld ?
außer dass wir ja immer zahlen ....

@Nachfragerin 22:14

"...Bei wikipedia werden die Verflechtungen der Sektenführung mit deutschen Regierungskreisen dargestellt. Somit ist der Staat nicht nur unttätiger Mitwisser, sondern Täter...."
.
Zum Glück ist Wikipedia nicht mehr als ein Contentmanagement System bei dem so ziemlich jeder schreiben kann was er möchte.
.
zum glück.

Nicht unser Bier ...

Nicht unser Bier ...

... verrückte Sekte gibt es immer wieder.

Wenn sich Menschen dieser Sekte freiwillige angeschlossen haben, dann ist es deren Entscheidung gewesen.

Wenn keine Freiwilligkeit vorlag, müssen die dt. und / oder chilenische Justiz aktiv werden.

Wieso der deutsche Staat eine finanzielle Entschädigung nun zahlen soll, sehe ich nicht ein.

Ist klar.

Ich denke, einige Kommentatoren haben nicht wirklich verstanden, was in der "Colonia Dignidad" wirklich vor sich ging.

Die Mitglieder der Kolonie begaben sich nach Chile, um dort eine Art religiösen Gruppenbauernhof zu betreiben.

Dort trafen sie auf den protestantischen, pädophilen Sadisten Schäfer, der Deutschland wohl nicht grundlos Richtung Chile verlassen hatte.

Er quälte und missbrauchte die Mitglieder irgendwo in der chilenischen Einöde und folterte und tötete viele chilenische Dissidenten.

Die deutschen Mitglieder, die durch den Dschungel in die deutsche Botschaft nach Santiago fliehen konnten, wurden von diplomatischer Seite in die Kolonie zurück gebracht, wo ihr Martyrium weiterging.

Verteidigungsminister Strauß bezeichnete die Kolonie nach einem Besuch als "vorbildlich".

Aber die Bundesregierung sieht keine politische Verantwortung.

Ist klar.

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