Kommentare - Der Umsatz mit fair gehandelten Produkten steigt

14. Mai 2019 - 20:25 Uhr

Fairtrade ist im Trend: Die Deutschen kaufen immer mehr Waren, die unter aktzeptablen Bedingungen produziert wurden. Trotzdem wächst der faire Handel nach Ansicht von Experten nicht schnell genug.

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Kommentare

Warum wächst der faire Handel nicht schnell genug?

- einfach, weil viele Menschen in Deutschland nicht das Geld dafür haben, viele sehr wenig Geld für Lebensmittel haben. Wieso steigt die Zahl der Kunden bei den Tafeln? Wohl nicht, weil der Weg zum Fairtrade-Produkt zu weit ist.
Zweiter Grund: Wie fair ist denn Fairtrade? Ist immer fair, was als fair versprochen wird oder ist es oftmals ein Mogelpaket wie bei den Biolebensmitteln? Bekommen z.B. die Bauern, die Kaffee oder Bananen anbauen, auch wirklich einen gerechten Anteil oder wandert der große Anteil wieder in einige wenige Taschen?
Solange der Kunde immer und immer wieder betrogen wird, ist sein Glaube an das Gute an einer Sache nicht sehr fest.

Ist das nicht auch Abzocke?

Es gibt doch schon zu viele Qualität Programme im QS bzw QS-Gap da werden ja auch die Arbeitsbedingungen abgeprüft. Meiner Meinung nach geht es auch sehr ums Geld was mit solchen Prüfplaketten verdient werden kann

Fair Trade

Eine Tolle Sache, wenn sie wirkt. Dabei können Konsumenten die kapitalistischen Bedingungen ihrer Güterproduzenten beeinflussen. Allerdings verdient ein Privatmann der nur anstellt immer auch mit. Nur Glückliche Arbeiter zu haben interessiert die meisten Arbeitgeber nicht die Bohne und eher Missgunst verhindert, dass sich Fair Trade weiter durchsetzt. Daher ist das Siegel eigentlich eine selbsterfüllende Prophezeiung. Diejenigen, die das Siegel verdienen, arbeiten eh schon zu fairen Bedingungen. Also würde ein Umdenken nur wenig angestoßen werden, da ja jene, die fair sind schon fair behandelt werden und so nicht ausgebeutet werden. Sicher, das Siegel würde diese Menschen noch besser behandeln und ihnen noch mehr Profit in die Kassen spülen. Das geht dann eine gewisse Zeit gut, bis sich der Kapitalist im Genossen meldet. Schwierige Sache.

Noch schwieriger, da die Regierungen kaum mithelfen bei dem sozialen Problem. Hauptsache Banken buttern wie jetzt wieder die Sparkasse durch den BGH

20:44 von Kritikunerwünscht

Wieso steigt die Zahl der Kunden bei den Tafeln?
.
weil Geiz geil ist !
alle anderen Gründen halte ich und ich arbeitete dort - 4 Jahre ehrenhalber -
vorgeschoben sind
daneben ist so ne Tafel für einige auch eine Anlaufstelle für soziale Kontakte,
man plaudert bei ner Tasse Kaffee und Kuchen vom Vortag

und wieviel kriegt ein Kaffeebauer und ist das gerecht / angemessen
ne 500 g Packung Prodomo gibt's im Sonderpreis für 2,99
so 250 g Fairtrade Kaffee kaum unter 8 oder 10 Euro
also das eine kg 6 Euro - zu vielleicht 30 ... 40 Euro das andere

ob der arme Indiobauer die Differenz von 30 Euro kriegt pro kg?

Re: Kritikunerwünscht

Ich vermute, viele Menschen haben im Prinzip das Geld sich Fairtrade Produkte zu kaufen, zumindest wenn dafür an anderer Stelle Abstriche gemacht werden. Z.B. weniger teure Urlaubsreisen, weniger Kleidungsshopping und weniger teure Technik - kurzum: weniger Luxus. Dass die Tafel-Besucher und ALGII-Empfänger damit nicht gemeint sind versteht sich von selbst. Aber die potentiellen Kunden von Fairtrade-Produkten sind doch immer noch sehr viele, es erfordert aber eben ein Abrücken von einem gewohnten Lebensstandart. Das ist eher schwierig und erklärt gut den langsamen Zuwachs dieser Produkte am Marktanteil, denn so werden sie in der Tat eher von den (vergleichsweise) wenigen gekauft, für die das finanziell auch unproblematisch ist.

Zur hier sogenannten

Zur hier sogenannten Fairtrade-Branche zählen ja vermutlich auch andere Label. Demnach dürfte der Anteil an Waren, die unter akzeptablen Bedingungen (nette Formulierung ;) ) produziert worden sind noch größer sein. Es gibt ja auch noch Naturland, UTZ Certified, Bio, Demeter, GEPA und andere.
Ich glaube, die Deutschen sind da schon ziemlich bewusst unterwegs.

Teuer ist das leider wirklich. Dennoch, besser mehr zahlen als Ausbeutung unterstützen.

Re: Kritikunerwünscht (zum Zweiten)

Klar kann es auch Ausbeuter und Betrüger unter den Fairtrade-Siegel-Trägern geben. Mit Sicherheit ist das sogar so, dass das eine oder andere Produkt mit Siegel nicht fair gehandelt wurde.
Umgekehrt aber gilt, dass man dafür bei z.B. Kaffee geradezu eine Ausbeuter-Garantie hat, wenn der faire Handel nicht belegt wird. Genauso wie für nicht fair gehandelte Schokolade von hiesigen Großkonzernen de facto Kindersklaven in Elfenbeinküste verschleppt werden. Da scheint es mir immerhin der richtige Schritt zu sein, den möglichen Betrug als Ausnahme dem regelhaften Übel vorzuziehen. Etwa dasselbe würde ich übrigens analog auch für Bio-Produkte vertreten.
Mein Verdacht ist, dass man das Gute an einer Sache eben auch wollen (und nicht bloß wünschen) muss.
Ich stimme aber natürlich zu, dass Siegel-Missbrauch für Glaubwürdigkeit und Image schädlich sein kann.

Re Sisyphos3

"ne 500 g Packung Prodomo gibt's im Sonderpreis für 2,99
so 250 g Fairtrade Kaffee kaum unter 8 oder 10 Euro
also das eine kg 6 Euro - zu vielleicht 30 ... 40 Euro das andere

ob der arme Indiobauer die Differenz von 30 Euro kriegt pro kg?"

Erstmal sind ihre Zahlen etwas drastisch, auch deutlich unter 8 Euro pro 250g gibt es eine ausgesprochen breite Palette ab Fairtrade-Kaffees (bis hin zum Discounter mit einem Kilopreis von etwa 15Euro) wenn man nicht gerade nur Kaffee-Raritäten sucht - aber sei es drum.
Zu ihrer Frage empfehle ich, sich einmal bei einer transparenten non-profit-organization (wie etwa Gepa) über den Verbleib des Geldes kundig zu machen.

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