Ihre Meinung zu: Ethikrat: Eingriffe ins Erbgut noch "unverantwortlich"

9. Mai 2019 - 13:37 Uhr

Das Erbgut von Embryonen mit neu entdeckten Eingriffen verändern? Das hält der Deutsche Ethikrat für unhaltbar - auch, wenn die Heilung von Erbkrankheiten möglich wäre. Die Risiken seien noch viel zu groß.

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Kommentare

Gezielte Eingriffe sind wohl

Gezielte Eingriffe sind wohl noch unverantwortlich, aber erbgutverändernde oder erbgutschädigende Substanzen sind bereits seit Jahrzehnten im Markt.

Also gebt euch nicht der Illusion hin, ihr solltet geschützt werden.

Schwätzer ohne Verstand

"Auch müsse unterschieden werden, ob Eingriffe schweres Leid vermeiden sollen oder darauf ausgerichtet sind, menschliche Fähigkeiten zu verbessern."
Aktuell verstehen wir die DNA doch gar nicht. Anhand der DNA kann ja noch nicht einmal die Haarfarbe sicher bestimmt werden!
Und mit diesem Halbwissen wollen die "Wissenschaftler" in das Erbgut von Pflanzen und Menschen eingreifen? Das ist doch absurd! Die sollen erst mal ihre Hausaufgaben machen und 2-3 Jahrzehnte Grundlagenforschung betreiben! Ich kann doch die Dollarzeichen in deren Augen bis hierher sehen wenn sie an menschlicher DNA rumspielen wollen! Verantwortungslos und leichtsinnig so etwas mit unserem aktuellen Halbwissen auch nur in Erwägung zu ziehen!

wirklich?

In Deutschland hält man vieles, oft und lange für "unverantwortlich". Die Folge ist, dass neuartige und zukunftsträchtige Entwicklungen an Deutschland vorbei stattfinden, man Entwicklungen nicht verhindert, dafür aber mangels Teilnahme nicht einmal die Möglichkeit der Einflussnahme hat. Ob das für ein Land, das ohnehin schon zu viele Technologien verschlafen hat, sonderlich sinnvoll ist, mag der Ethikrat vielleicht auch noch beantworten.

Es könnte sein, dass es in

Es könnte sein, dass es in 100 Jahren dann eine kleine Schicht von reichen Supermenschen gibt und eine Mehrzahl von Menschen, die sich ein Genom Editing nicht leisten können.

Wir in Deutschland können erst mal abwarten.

Länder, die hier keine ethische Bedenken haben, werden das praktizieren und wir werden uns die Auswirkungen ansehen können.

Kein Mut

Es ist wie mit vielen anderen Dingen in den letzten Jahrzehnten. Wir überlassen aus Mutlosigkeit den Fortschritt anderen. Was hindert uns daran Regeln aufzustellen und in Deutschland und Europa zum Vorreiter in dieser Technik zu werden?
Wir haben schon so viele Chancen verpasst und auf Konservative Bewahrer gehört dass nicht nur Ich Schwarz sehe für Deutschland und Europa.

@nelumbo, 15:03

"Länder, die hier keine ethische Bedenken haben, werden das praktizieren und wir werden uns die Auswirkungen ansehen können"

Ihr Kommentar zeugt (leider) wohl gleichermaßen von Zynismus wie von Realitätssinn.

Jain...

Wenn bei jemandem schon künstliche Befruchtung nötig ist, damit ein Kind entsteht, dann sollte es meiner Ansicht nach Pflicht werden, da nachzuschauen, woran das liegt (das macht man bei den Eltern, bereits bekannte Gendefekte werden gesucht) und bei den Embryos noch in der Petrischale auszusortieren (es werden sowieso mehr sein, als nötig erzeugt) und nur die gesunden einzusetzen.
Durch die künstliche Befruchtung hat man sich der Natur sowieso wiedersetzt.

Was Manipulation an den Genen, Genveränderungen, angeht, so bin ich skeptisch, da man so gleich einen ganzen Menschen erschafft, der mit den Folgen alleine klarkommen muss.

Solche Therapien sollten erst an Erwachsenen ausgetestet werden, z.B. durch Implantation manipulierten Eigen-Gewebes. Dieses Gewebe kann dann verlorengegangene Funktionen eines erkrankten Organs ersetzen, z.B. z.B. bei Diabetes oder anderen Stoffwechselerkrankungen.

Sieg der Bedenkenträger

Willkommen in Deutschland, wo Besorgte und Bedenkenträger jeden noch so guten Ansatz zerreden und selbst die Möglichkeit, Leid zu lindern unter dem Gesichtspunkt "Ethik" ablehnen.

"Neben seiner Forderung nach dem Moratorium bekräftigte der Ethikrat seine Forderung nach einem breiten, weltweiten Diskurs zum Thema. Das würde aus Sicht der Experten Zeit für eine sorgfältige Forschung und die Schaffung internationaler Regeln ermöglichen. In der Diskussion müssten Grundwerte wie die Menschenwürde, Lebensschutz, Wohltätigkeit und Solidarität berücksichtigt werden. Auch müsse unterschieden werden, ob Eingriffe schweres Leid vermeiden sollen oder darauf ausgerichtet sind, menschliche Fähigkeiten zu verbessern"

Dass dieser Forderung nachgekommen wird, wäre in der Tat wünschens- und erstrebenswert. Und dass möglichst alle Menschen das ebenso sehen wie der Ethikrat: "Voraussetzung für die Anwendung neuer Technologien seien Sicherheit und Wirksamkeit der Verfahren. Und die gebe es aber noch nicht. (...) für einen verbindlichen internationalen Stopp klinischer Anwendungen beim Menschen einsetzen. Einen solchen gibt es - trotz internationalem großem Konsens - bislang nicht".

16:24 von Vigilante

the German_angst ist in aller welt ein geflügeltes wort. das letzte, was wir erfolgreich erfunden haben, war das faxgerät und der mp3 player. beides haben aber andere erfolgreich vermarktet

Genethik

Ein sehr schwieriges und komplexes Thema. Aber es gibt molekulargenetische Methoden, die schon sehr lange in der Tier- und Pflanzenzucht angewandt werden wie Genmais, Gensoja etc. Bekannt als grüne Gentechnik. Aber hier geht es um den Menschen und das wirft eben nicht nur ethische und religiöse Fragen auf, sondern es geht auch um den Anspruch "Superintelligenz", "Supermenschen " für gesellschaftliche Systeme. Und das geht nicht mehr nur um Gesundheit und Science Fiction, sondern das ist vorgeburtliche Selektion aus der Petrischale. Ich sage dies als Biologin, die dieses Thema, besonders in der Oberstufe auch ausführlich behandelt.
Aber man lese nur einmal von Aldous Huxley - Brave New World - 1922 (?) also Anfang der 20iger Jahre. Oder der Film GATTACA aus den 90igern. Der Film hat leider den Nachteil, dass er in einzelnen Teilen sehr "hollywoodlastig" ist. Aber dennoch sehenswert für Interessenten und ist auch im Unterricht sehr gut einsetzbar. Genethik war schon damals ein Thema.

Stagnation über Fortschritt

Historisch gesehen gibt es beides: Contergan, dass eine Generation nachhaltig geschädigt hat und am besten nie erlaubt worden wäre, aber auch JAHRHUNDERTE in denen die Kirche mit ihrer Moralvorstellung die Medizin nicht nur zum Stillstand verurteilt, sondern sogar zurückgeworfen hat.

Wir haben hier eine Chance die Zukunft der Menschheit dauerhaft zu verbessern. Aber nicht nur das Handeln hat Kosten, auch das nicht-Handeln hat sie. Die Ethikkommission übersieht geflissentlich gerne die Opfer, die durch technische und medizinische Stagnation entstehen.

Im StGB gibt es den §323 c Abs.2 - unterlassene Hilfeleistung. Hier hat man bereits erkannt, dass man sich dadurch ins Unrecht begibt andere Menschen am Helfen zu hindern.

Aber Hauptsache die Ethikkommission kann kann selbstzufrieden schlafen gehen: Denn wer den Status Quo nicht ändert macht ja nix falsch, gelle?

16:45 von Elisabeta

Sowas wie Supermenschen wird es nicht geben.

Jedes Gen hat vor und Nachteile - und die hängen oft von Umgebung ab.
Ich sage nur Sichelzellenanämie und Malaria.
Selbst bei Mukoviszidose heißt es, dass das Gen als "Doppelpackung" (von beiden Eltern geerbt; mein Kunstwort dazu) zwar mit der Zeit tötlich ist, aber als einfache Version möglicherweise Cholera besser überstehen lässt. Die Wahrscheinlichkeit für "Doppelpackung" steht bei Vererbung bei 1 zu 3, d.h. es trifft statistisch nur 1 von 4 Nachkommen, während statistisch 2 besser Cholera überstehen. (In der Generation meiner Großeltern (vor dem 2. WK) erlebte im Schnitt sowieso nur jedes 2. Kind das 5. Lebensjahr.)

Was Intelligenz angeht:
Genie und Wahnsinn stehen nah beieinander.
Mal abgesehen davon, dass die Kinder ihre Intelligenz nutzen, wie es ihnen passt und nicht unbedingt zum Lernen von Schulstoff...

Man weißt bereits bei Spürhunden und Begleithunden, dass der Hund wollen muss. Die "richtifen" Gene reichen nicht aus.

@ Sdric

"aber auch JAHRHUNDERTE in denen die Kirche mit ihrer Moralvorstellung die Medizin nicht nur zum Stillstand verurteilt, sondern sogar zurückgeworfen hat." Am 09. Mai 2019 um 17:29 von Sdric

Dass die Kirche keine Forschungseinrichtung ist, ist klar.
Aber wie Sie sehen auch heute debattieren wir über moralische Grenzen, die nicht zum Wohle des vermeintlichen Fortschritts und Gewinns aufgegeben werden dürfen.

Wie kommen Sie darauf, dass die Kirche den Fortschritt aufgehalten habe? Um die Welt segeln konnte man, Krankheiten wurden behandelt.

Das Problem war die Kommunikation, die erst mit dem günstigsten Buchdruck möglich würde (das müsste eine Revolution wie das Internet gewesen sein).
Austausch ist in jeder Wissenschaft sehr wichtig.

(Soweit ich weiß hat selbst Luthers Ehefrau ihre betriebswirtschaftliche Ausbildung als Nonne im Kloster erhalten und hat Luther dadurch finanziell die Verbreitung seiner Lehren ermöglicht. Alle anderen Reformatoren seiner Zeit blieben kleine Lichter.)

der Ethikrat hat einen Knall

es gibt genetische Schwersterkrankungen die jedenfalls einen Eingriff ins Erbgut rechtfertigen würden. Also typische "deutsche Angst" in Kombination mit vorvorgestriger Christlichkeit. Deutschland weiter steil auf dem absteigenden Ast.

@ 15:03 nelumbo

Wollen Sie tatsächlich eine Haltung, die da heißt: Woanders werden ehtische Bedenken auch nicht ernst genommen, also sparen wir uns das doch auch am besten?
Ich nicht.

Ich...

finde das der Mensch nicht in das Erbgut einzugreifen hat. Ich befürchte das es bald nur Kinder mit einwandfreien Erbgut geboren werden darf. Die Designerkinder soll es nicht geben.

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