Ihre Meinung zu: Anklage gegen Ex-VW-Boss: Vier Zeugen gegen Winterkorn

2. Mai 2019 - 18:08 Uhr

Vier Kronzeugen bietet die Staatsanwaltschaft nach Informationen von NDR, WDR und SZ auf, um Ex-VW-Chef Winterkorn zu überführen. Es handelt sich um langjährige VW-Leute, die selbst auf der Liste der Beschuldigten stehen.

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Kommentare

Deutsche Justizmühlen ... langsam, aber stetig...

Wegen US-amerikanischer Schnellschüsse in der "Dieselgate-Affäre" wurde die deutsche Justiz oft verlacht... Zu unrecht - wie ich meine. Denn was viele anschließend außer acht lassen ist, daß in den USA Schadensersatzforderung in weiteren Rechtsgängen dann oft ganz erheblich reduziert werden. Was die US-Justiz aber nicht daran hindert, Haftbefehle auch gegen exaltierte Konzernlenker aufrecht zu erhalten.
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Allerdings ist die deutsche Justiz dabei auch besser als ihr kolportierter Ruf. Hier mahlen die Mühlen der Justiz vielleicht langsamer... aber nicht weniger effizient. Wie die jetztige Anklageerhebung gegen den ehem. VW-Boss Martin Winterkorn zeigt. Der wird vielleicht nicht gleich - wie vielfach erwünscht - in U-Haft genommen... aber schon die Anklageerhebung ist sein "Aus" innerhalb der bisherigen Elitegesellschaft... zumal ein Prozeßausgang offen ist...

was ist das für ne verquere

was ist das für ne verquere Argumentation ?
warum sollte man nicht erfahren können, dass die Amerikaner nach etwas suchen wollen, bevor man selber erfährt, dass man genau so etwas verbaut hat ?

Was wussten Rot-Grün und Schwarz-Gelb?

Der niedersächsische MP sitzt traditionell im VW-Aufsichtsrat. Da haben alle großen Parteien (Wechsel d. Landesregierung) in den letzten Jahren entweder ihre Funktion nicht wahrgenommen (sonst hätten sie Bescheid gewusst), oder sie wussten Bescheid und haben nicht gehandelt.
Man darf auf die Kronzeugenaussagen gespannt sein... schätze mal das wird das Land noch einige Jahre beschäftigen.

@königsmund

Exakt es müssen alle davon gewusst haben. Aber einer hat darüber entschieden und ist somit der Hauptverantwortliche. Die Staatsanwaltschaft geht relativ logisch davon aus das es ein gewisser Winterkorn sei. Der seit ewig dafür bekannt ist über jede Schraube an den Autos genauestens beschied zu wissen.

19:03 von senior1

"Es ist doch absurd, Winterkorn jetzt als Hauptschuldigen für den Dieselskandal abzuurteilen! "

Ist es nicht. Er war der oberste Chef und sagte einst von sich selbst, daß er über jedes Schräubchen Bescheid wisse. Selbstredend ist er nicht der Alleinschuldige aber ohne sein accord hätte es keinen Betrug gegeben.

@2019 um 19:03 von senior1

>> Etwas einseitig > Es ist doch absurd, Winterkorn jetzt als Hauptschuldigen für den Dieselskandal abzuurteilen! Um diese Softwaremanipulation in diesem Ausmaß zu bewerkstelligen, bedarf es einer ganzen Masse an ausführenden Organen (Konstrukteure, Ingenieure, Entwickler, Programmierer und was sonst noch).
Etwas einseitig.. <<
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Möchte hier widersprechen und behaupten: Die meisten nachrangig Involvierten hatten keinen Überblick über mögliche unternehmenspolitische Konsequenzen ihres technischen oder kaufmännischen Mittuns innerhalb des VW-Konzerns. Wofür sonst gibt es die höchstbezahlten Unternehmensvorstände und Aufsichtsräte...???...

RE:senior1

"Es ist doch absurd, Winterkorn jetzt als Hauptschuldigen für den Dieselskandal abzuurteilen!"

Wer glauben sie, ist hauptverantwortlich für das operative Geschäft eines Unternehmens ?

Genau! Der Vorstand, insbesondere der Vorsitzende des Vorstandes !!!

Das andere Personen davon gewußt, bzw. am Betrug beteiligt waren, entlastet doch Herrn Winterkorn nicht.

Gruß Hador

Kronzeugenregeln...

finde ich auf der einen Seite gut weil dann man einflussreiche Leute anklagen kann. Auf der anderen Seite machen diese Menschen genau solche Fehler und illegale Sachen wie der oder die Angeklagte. Zwei Seiten der Kronzeugenregelung.

Rechtsstaat

Wenn kriminelle Energien, egal wer das zu verantworten hat, dem VW Konzern bisher 30 Milliarden gekostet hat, die Schuldigen nicht zu Verantwortung gezogen, glaube ich nicht mehr an unseren Rechtsstaat !

'Denn sie wissen nicht was sie tun'

Wie soll man wissen was man tut, wenn es man nicht bewiesen bekommt? Ein Klassiker.

19:44 von Donidon

@königsmund

Exakt es müssen alle davon gewusst haben. Aber einer hat darüber entschieden und ist somit der Hauptverantwortliche. Die Staatsanwaltschaft geht relativ logisch davon aus das es ein gewisser Winterkorn sei. Der seit ewig dafür bekannt ist über jede Schraube an den Autos genauestens beschied zu wissen.
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Aber die Mitwissenden haben also in dieser mitbestimmten Firma sind unschuldig, weil Sie derart unter Lebens-Druck gestanden haben, oder sind krankheitsbedingt verhandlungsunfähig?
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Hat doch schon mal geklappt.

Hetzjagt

Ich bin in einem solchen Fall gegen die Kronzeugenregelung, denn sie führt nur dazu, dass untere Chargen sich glauben zu Lasten des ehemaligen Chefs rein zu waschen. Gerecht ist das nicht.

Nein, die oberste Ebene muss nicht an allem Schuld sein.
Sind hier nicht die geforderten Zielvereinbarungen falsch? Wer hat was gefordert, wie war das noch?

Gut vernetzt

Der Herr Winterkorn kannte laut VW-Werbungstext JEDE SCHRAUBE an einem VW-Modell. Aber (so seine eigene Aussage) er hat Berichte über Abgas erc. nur angelesen. - So gut, wie der vernetzt ist, wird dem schon nix zustoßen, denn da haben auch einige ausm Amt dran mitgewirkt (siehe Dobrindt/Scheuer).

@20:44 von 3006

Der Rechtsstaat zeichnet sich dadurch aus, dass die Schuldigen überführt werden müssen. Und der VW Konzern tut natürlich alles dafür, dass die oberste Führungsriege nicht zur Rechenschaft gezogen werden kann. Die muss man also erst einmal zu fassen kriegen. Was allerdings von einem Konzern zu halten ist, der nach außen hin angeblich die Aufklärung mit voller Kraft zu unterstützen vorgibt, aber alles tut, dass Leute wie Winterkorn gedeckt werden, das steht auf einem anderen Blatt. Jedenfalls kann man das dem Rechtsstaat nicht anlasten.

@ 21:04 von lauter._kasten

auch wenn diese "unteren Chargen" die Wahrheit sagen?

@Namensdieb

"Neu
Am 02. Mai 2019 um 21:04 von lauter._kasten
Hetzjagt

Ich bin in einem solchen Fall gegen die Kronzeugenregelung, denn sie führt nur dazu, dass untere Chargen sich glauben zu Lasten des ehemaligen Chefs rein zu waschen. Gerecht ist das nicht."

.

Da bin ich aber ganz anderer Meinung, denn Ihre Meinung verhindert sauberen Journalismus.

20.38 Hador Goldscheitel / So einfach ist es.

´Wer ist der Hauptverantwortliche für das operative Geschäft eines Unternehmens´.

Richtig, der Vorsitzende des Vorstandes.
Und diese Aufgabe hat der Herr Winterkorn voll und ganz ausgefüllt.

wird doch nix hier

Der Mann gehört hinter Gitter! Da nehme ich Freispruch für die Ebene 2 in Kauf. Allein der Glaube fehlt mir, wenn man dem Artikel Glauben schenken darf, hat die Staatsanwaltschaft da einiges verbockt was ein Top-Anwalt nicht ausnützen wird.

Würde es dergleichen in Kühnerts System geben?

Winterkorn wusste was er tat. Jahrelang wurde versucht die Verantwortung für den Betrug (und, nach seiner Aufdeckung, den wirtschaftlichen Schaden) auf untere Chargen abzuwälzen. VW ist bereits zu einem kleinen Teil „verstaatlicht“ (Land Niedersachsen). Geholfen hat es nichts. Kühnert meint aber wohl die Überführung von Konzernen wie BMW oder VW (?) aus der privatwirtschaftlichen Kontrolle in Volkseigentum. So gesehen ist die Deutsche Bahn, zwar staatlich, nicht aber „Volkseigentum“ (sonst wären die Tickets wohl auch preiswerter). Aber wäre der Dieselbetrug mit einem VEB VW wirklich nicht passiert ?

Der Vorstand und seine Paladine

Der Vorstand und seine Paladine , die ganze Betrugsbude VW schließen , aber es geht ja um Arbeitsplätze und Steuereinnahmen und Posten von Politiker , die durch Wahlroste fallen .

@19:29 von FuE

"Der niedersächsische MP sitzt traditionell im VW-Aufsichtsrat. Da haben alle großen Parteien in den letzten Jahren entweder ihre Funktion nicht wahrgenommen, oder sie wussten Bescheid und haben nicht gehandelt" - glauben Sie wirklich, komplexe abgastechnische Programmierungen gehörten zu den Aufgaben des Aufsichtsrates ? Erstens bleiben diese Dinge entwicklungsintern. Zweitens würden die Mitglieder des Aufsichtsrats das nur in Ausnahmefällen verstehen.

Prüfungen

Gab es keine Besprechung in den nach unten gegebenen Ebenen?
Ja, dann ist wohl doch der Prüfer zu befragen, so sehe ich das.

21:05 von STOPP

Sind hier nicht die geforderten Zielvereinbarungen falsch?

Nein, die oberste Ebene muss nicht an allem Schuld sein.
Sind hier nicht die geforderten Zielvereinbarungen falsch? Wer hat was gefordert, wie war das noch?
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Aber die obere Etage kann auf keinen Fall als einzige unschuldig sein, wie der Pförtner.
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Man hat doch beii den wahren Verantwortlichen gelernt, das der Abzocke über Schadstoffklassen Grenzen gesetzt sind.
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Weshalb sonst Co2-Steuer?
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(und es grünt so schön,nur anders)

das ist ja schlimm bei vw

keiner wusste was. nur die putzfrau ahnte wohl was. und das bei einem deutschen staatsbetrieb, wo niedersachsen grösster anteilseigner ist

um 21:48 von Karl Napf

"...und das bei einem deutschen staatsbetrieb, wo niedersachsen grösster anteilseigner ist"

Da sind Sie aber falsch informiert. Größter Anteilseigner ist die Porsche Holding, sprich die Familien Porsche und Piëch. Niedersachsen hält gerade einmal 11%.

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