Ihre Meinung zu: Brexit: Sunderland will raus - um jeden Preis

16. März 2019 - 14:16 Uhr

Früher liefen im britischen Sunderland Schiffe vom Stapel. Heute ist das Nissan-Werk die letzte Hoffnung. Auch wenn es nach dem Brexit schließen könnte, wollen die Menschen die EU verlassen. Von Jens-Peter Marquardt.

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Kommentare

Sehr treffendes Beispiel

Die - leider muss man sagen: sehr dummen - Wähler fallen teils auf Populisten rein, die einfach die EU für alle (auch die selbst verschuldeten) Missstände verantwortlich machen, teils hängen sie am irrationalen Glauben, der Austritt aus der EU würde das Rad der Geschichte zurückdrehen in die früher-war-alles-besser-Epoche.

Der Brexit

droht das ohnehin schon wirtschaftlich angeschlagene Sunderland noch ärmer zu machen. Und trotzdem wollen die Menschen hier raus aus der EU und halten nichts von einer erneuten Volksabstimmung
.
Geld scheint wohl nicht für alle das Wichtigste zu sein
und der "europäische Gedanke" wohl noch weniger
vielleicht wäre es an der Zeit mal zu akzeptieren,
dass nicht alle Menschen gleich ticken
in unserem europäischen Umfeld, viel weniger noch weltweit

Reichlich irrational,...

...wie die “Sunderländer“ ticken, aber gerade die älteren Menschen in GB, die noch ganz andere Zeiten erlebt haben, leiden ganz besonders unter den derzeitigen wirtschaftlichen Umständen.
Schon dieses Beispiel zeigt, dass auch ein erneutes Referendum keineswegs ein anderes Ergebnis erbringen muss als das vergangene.
“Raus, egal was kommt!“
Das zeigt eine tiefe Verzweiflung und Frustration.

Wenn sie wollen...

Wenn ich das so lese, dann bestätigt das die alte Regel, dass Emotionen für menschliche Entscheidungen sehr viel wichtiger sind als Logik.
Sie mögen die EU nicht und schieben ihr sogar den Niedergang der Werften in die Schuhe. Und wahrscheinlich reden sie sich ein, dass der eventuelle Weggang von Nissan durch das Aufblühen von GB nach dem Brexit kompensiert wird. Da helfen keine Argumente,
Ich finde, die Briten sollten in 2 Wochen ihren Brexit bekommen, so hart oder weich wie sie ihn eben wollen. Dann erleben wir alle, wer recht hatte mit den Prognosen.

re sisyphos3

"Der Brexit

droht das ohnehin schon wirtschaftlich angeschlagene Sunderland noch ärmer zu machen. Und trotzdem wollen die Menschen hier raus aus der EU und halten nichts von einer erneuten Volksabstimmung"

Nicht trotzdem.

Sondern weil sie irrational von "irgendwas machen" eine Verbesserung erhoffen. Weil sie irrational in eine schlimmer-kann's-ja-nicht-werden-Lethargie verfallen sind.

Harter Brexit

Ich persönlich bin auch für einen harten Brexit. Erst dann werden die Briten merken was Sie an der EU hatten. Die Frage ist dann nur, wenn nach zivilen Unruhen und vielen Todesfällen, die EU Mitgliedsländer Großbritannien nochmals eine Chance des Wiedereinstiegs geben. Schließlich wollte Frankreich schon in den 70ern nicht dass Großbritannien Mitglied wird und die Briten haben bewiesen, dass Sie nicht dazugehören wollen...wieder und wieder und wieder...

@um 13:23 von karwandler

Die - leider muss man sagen: sehr dummen - Wähler fallen teils auf Populisten rein, die einfach die EU für alle (auch die selbst verschuldeten) Missstände verantwortlich machen, teils hängen sie am irrationalen Glauben, der Austritt aus der EU würde das Rad der Geschichte zurückdrehen in die früher-war-alles-besser-Epoche.

Leider sind Eurokraten wie Sie Weltmeister darin Ängste zu schüren und die Menschen - StimmbürgerInnen - als doofes Stimmvieh zu verunglimpfen.

Sie haben weder Ahnung über die Lebenswirklichkeit dieser Menschen und deren Motive für ihr Stimmverhalten, noch darüber, was die Zukunft für diese Menschen bringt.

Dabei hat gerade Grossbritannien mit den besten Universitäten Europas ausgezeichnete Bedingungen und kann wesentlich mehr aus sich herausholen und für seine Bürger leisten als unter den derzeit lähmenden Rahmenbedingungen der EU-Bürokratie.

Grüsse aus der Schweiz

erinnert mich an...

...Monty Python, als britischer Humor köstlich, in der Realität nicht tauglich. Schade.

re von karwandler

Tja,so ist es:Die Mehrheit der Arbeiter hat für den Brexit gestimmt und gegen die EU.Und die wissen warum.

Und wenn Sie die Wähler "sehr dumm" (Wählerbeschimpfung) finden dann schreiben Sie doch mal,warum Sie sie dann in der EU haben wollen.

@Sisyphos3

Das Geld kommt ja aus London so oder so - nicht von Nissan.

Da kann man auch auf 40.000 Jobs pfeifen.

Das kommt davon, wenn man sich nicht für sein Leben verantwortlich fühlt und die Schuld stets bei anderen sucht.

Schon komisch

Margarethe Thatcher hat die Industrie platt gemacht, aber die EU wird dafür verantwortlich gemacht. Die Briten hatten schon immer eine Sonderrolle, sollen sie doch gehen. Diese ganzen Horrorszenarien werden nicht eintreffen. Klar gibt es Umstellungsprobleme, das wird sich aber mit der Zeit regeln. Warum die Briten sich nicht einigen können ist mir ein Rätsel. An der EU Außengrenze muss natürlich eine feste Grenze, alles andere ist gar nicht zulässig.

13:37 von karwandler

zugegeben ich meine es gibt keine Alternative zur EU
wobei man sollte sie etwas umbauen
aber ich tue mir eben schwer damit andersdenkenden zu unterstellen sie wären doof uninformiert und irregeleitet nur weil sie ne andere Meinung vertreten

@ Messi, um 13:51

re @ um 13:23 von karwandler

Was regen Sie sich auf?
Es ist, als würden Sie eine Antwort auf eine ganz andere Frage geben.
Wo sehen Sie in dem Beitrag des von Ihnen bezeichneten “Eurokraten“ etwas, das Ihrer Meinung grundlegend widerspricht?

re messi

"Sie haben weder Ahnung über die Lebenswirklichkeit dieser Menschen und deren Motive für ihr Stimmverhalten, noch darüber, was die Zukunft für diese Menschen bringt."

Diese Ahnung haben Sie auf Ihrem schweizer Sofa so viel oder so wenig wie ich.

"Dabei hat gerade Grossbritannien mit den besten Universitäten Europas ausgezeichnete Bedingungen und kann wesentlich mehr aus sich herausholen und für seine Bürger leisten als unter den derzeit lähmenden Rahmenbedingungen der EU-Bürokratie."

Das typische Populistengeschwätz: Die EU ist schuld.

Daran, dass in Sunderland die letzte Werft, die letzte Kohlenmine und die letzte Brauerei zugemacht haben ist die EU schuld. Dass der größte verbliebene Arbeitgeber in Sunderland (Nissan) abhaut ist auch Schuld der EU. Und dass die Politikerkaste in Westminster sich einen Dreck um den Strukturwandel in Nordengland kümmert ist wessen Schuld - natürlich der EU.

Der Rückzug in die Irrationalität - selbstschädigend, aber ...

...aber mit "gutem Gefühl". Das ist die Welt vieler Brexiteers.

Auch wenn es grenzwertig ist, ein Wahlergebnis von vor 2 Jahren unbesehen der zwischenzeitlichen Entwicklung und mit einer Einzelstimme als "Beleg" auf die Gegenwart hochzurechnen: natürlich gibt es Brexit-Befürworter, die bei ihrem Votum bleiben.

Wer die großartige Geschichte des Vereinigten Königreiches und die vergangene Glorie des untergegangenen Empires zum Maßstab macht, wird aus dieser der Retrospektive die Gegenwart als nicht glänzend genug erachten.

Der Artikel wirft aber eine andere interessante Frage auf: warum neigen gerade Arbeiterhochburgen (übrigens auch in den USA) den hohlen Versprechungen des Populismus nach oder glauben, ihre alten Industriearbeitsplätze seien der "Verschwörung der Globalisierung" zum Opfer gefallen ?

In beiden Ländern waren es konservative Leitfiguren wie Thatcher bzw. Reagan, welche mit Nachdruck die De-Industrialisierung betrieben haben.

Auch Fakten verblassen mitunter.

Es reicht

Sehr geehrte Briten, geht mit Gott, aber geht! Ihr habt demokratisch dafür gestimmt und nun zieht das auch durch mit allen Konsequenzen, egal wohin es euch führt.
Und das wird Festland-Europa nicht mehr kratzen.

@Messi

"Sie haben weder Ahnung über die Lebenswirklichkeit dieser Menschen und deren Motive für ihr Stimmverhalten, noch darüber, was die Zukunft für diese Menschen bringt. (...)
Grüsse aus der Schweiz
"

Das ist schon etwas unverschämt von Ihnen.
1) Die Schweizer teilen Ihre Ansichten nicht, denn diese haben sich in Volksentscheiden für die Integration in das EU-Recht ausgesprochen.

2) Wenn Unternehmen klar kommunizieren, dass ohne die Integration in die EU (nicht die EU-Mitgliedschaft!) die Produktion nicht rentabel ist, werden die Existenzsorgen unter "keine Ahnung über die Lebenswirklichkeit" eingeordnet.

Es mag Sie nicht betreffen, aber für die "normalen" Menschen ist der Verlust des Arbeitsplatzes eine Katastrophe. Die oft keine angemessene Lösung hat.

Thatcher

war sowohl für den Eintritt des UK in die EU als auch für den Abbau tausender Arbeitsplätze und für die Verarmung großer Teile der Bevölkerung verantwortlich.

Ohne die EU wäre letzteres vermutlich noch viel schlimmer geworden. Aber der zeitliche Zusammenhang hat viele Briten offenbar zu dem Schluß gebracht, der Beitritt zur EU habe die Wirtschaftsmisere verursacht.

May will offenbar eine zweite Thatcher werden. Sie ist auf dem besten Wege dahin.

Wer seinerzeit Thatchers Beerdigung verfolgt hat, weiß, was ich meine.

13:24 von Sisyphos3

«vielleicht wäre es an der Zeit mal zu akzeptieren,
dass nicht alle Menschen gleich ticken
in unserem europäischen Umfeld, viel weniger noch weltweit»

Wer akzeptiert dies denn nicht?
Schon innerhalb von Familien "ticken nicht alle gleich" …

Das, was (zurecht) hinterfragt wird, sind Motivation und Absicht, die Auslöser einer bestimmten Art von Ticken sind. Wer darauf keine plausible und nachvollziehbare Antwort geben kann, muss sich wohl vorhalten lassen, "nicht so ganz richtig zu ticken".

Wobei auch gute Begründungen, Erwartungen, Hoffnungen zu akzeptieren sind, die den eigenen Einschätzungen widersprechen. Bei dem ganzen Brexit-Zirkus sind aber keine zu erkennen, die substanziell wären.

Die Regierung hat "aus EU-Zeiten" bestehende Handelsverträge mit der CH so gut wie 1:1 auch für die Zukunft festgezurrt. Mit JAP würde man das gerne auch tun (Freihandel). Das will JAP aber nicht.

Auch mit der EU würde man gerne "handeln wie bisher".
Wo also liegt der Vorteil des Brexit …?

Es dürfte sinnlos sein,......

die emire-süchtigen Leave-Fans in Sunderland zu fragen, wer denn dann zukünftig den Schiffbau wieder anheizen soll? Ich bezweifle sehr, daß britische Werften preislich mit japanischen oder koreanischen Konkurrenten mithalten können! Auch ein Mr. Johnson oder Mr.Farage hat auf entsprechende Fragen keine Antwort gegeben, aber mit dem Union-Jack gewedelt! Fehlte eigentlich nur noch das victory-Zeichen von Churchill! Aber auch der wußte, daß dahinter nur Lug und Trug steckte. Der Rentner weiß es eben nicht! Ich kann nur hoffen, daß wnigstens ein EU-Mitglied gegen eine Fristverlängerung ist und würde mir wünschen, daß Merkel nicht wieder nach einem Kompromiss sucht, der stinkt, sondern einfach "Nein" sagt!

13:51 von Messi

Grüezi Messi
Leider haben die Britischen Universitäten nichts mit der Misere in Sunderland zu tun.
Wenn sie Karwanler vorwerfen er hätte keine Ahnung von er Lebenswirklichkeit dieser Menschen, muss man daraus schliessen, dass sie diese kennen.

@ Sisyphos3

"Geld scheint wohl nicht für alle das Wichtigste zu sein
und der "europäische Gedanke" wohl noch weniger
vielleicht wäre es an der Zeit mal zu akzeptieren,
dass nicht alle Menschen gleich ticken
in unserem europäischen Umfeld, "

Geld ist für alle das wichtigste - in der Beziehung ticken alle gleich. Nur denken manche, ohne "europäischen Gedanken" hätten sie mehr. Sunderland ist ein typisches Beispiel, dass die Betroffenen glauben, "die EU" ist schuld am Strukturwandel in ihrer Region.

Der Wähler hat gesprochen!

M.E. aber was mir bei der Berichterstattung auch in den deutschen Medien fehlt ist die genaue Analyse warum in Großbritannien die Wähler gegen die EU gestimmt haben. Zu behaupten dass eben etwas mehr als die Hälfte der Wähler dumm wären ist für mich nicht ausreichend. Man berichtet vor allem aus London das durch seinen Finanzsektor unbedingt in der EU bleiben möchte. Aber von den anderen Städten und vom Land ist nichts zu hören. Man muss sich aber schon etwas mehr Mühe geben und nach den Gründen suchen. Ich glaube kaum dass bei einem zweiten Referendum ein anderes Ergebnis herauskommt. Das wäre auch eine Missachtung des Wählerwillens denn am Ende ist das Volk der Souverän. Auch wenn das Ergebnis vielen nicht gefällt.

14:05 von MrSlim

die Schweizer haben einen Sonderweg beschritten
wollen kein Mitglied sein und zahlen eine hohen Preis für ihre "Souveränität"

14:12 von vox moderandi

Geld ist für alle das wichtigste
.
sind sie sicher ?
also für mich nicht unbedingt
und viele andere wohl auch nicht ...

13:51 von Messi

«Dabei hat gerade Grossbritannien mit den besten Universitäten Europas ausgezeichnete Bedingungen und kann wesentlich mehr aus sich herausholen und für seine Bürger leisten als unter den derzeit lähmenden Rahmenbedingungen der EU-Bürokratie.»

Britische Universitäten werden "zu Null" von der angeblich überbordenden EU-Bürokratie gelähmt. Eines der ganz entscheidenden Kriterien für deren Güte ist deren (bisherige ?) internationale Ausrichtung.

Die Britain attraktiv und interessant für junge kluge Menschen aus aller Welt macht, gerade dort zu studieren. Davon profitiert dann auch Britain seinerseits.

Aber man scheint sich entschieden zu haben, zukünftig nicht mehr Great Britain sein zu wollen, sondern eher Little Britain vorzuziehen.

Little Britain in an international world.

Die nicht dadurch zukünftig weniger international sein wird, indem sich Britain mental, physisch und "handelstechnisch" auf seiner Insel einbunkert. Und nicht einmal weiß, was es denn nun eigentlich will …

Sunderland will raus - um jeden Preis ...

Liest man den zugehörigen Artikel, kommt einem der Gedanke, das man viel Zeit hätte produktiver verbringen können, wenn die Verhandler auf beiden Seiten des Ärmelkanals sich über eine Karenzzeit nach dem Austritt unterhalten hätten, statt ständig die Bedingungen des Austritts zu thematisieren. Sollten die Engländer eines Tages Merken, das ihre Idee nicht so gut war, dann können sie ja auf jeden Fall wider rein, aber vielleicht hätte man statt der ganzen umständlichen Prozedur, die Mitgliedschaft der Briten mal für zwei, drei Jahre auf Eis legen können, dann hätten sie schon mal ein Gefühl dafür gekriegt, wie es sich ohne EU lebt … und umgekehrt.

@ Messi um 13:51

>>Dabei hat gerade Grossbritannien mit den besten Universitäten Europas ausgezeichnete Bedingungen und kann wesentlich mehr aus sich herausholen und für seine Bürger leisten als unter den derzeit lähmenden Rahmenbedingungen der EU-Bürokratie.<<

Die englischen Politiker machen ja gerade vor, wie wenig effektiv sie in der Lage sind, schwierige Probleme zu bewältigen. Wie Sie dabei auf die Idee kommen, dass das Großbrittanien zukünftig wesentlich effektiver könnte, als es die EU kann, das entzieht sich meinem Verständnis vollständig.

re bernd kevesligeti

"Tja,so ist es:Die Mehrheit der Arbeiter hat für den Brexit gestimmt und gegen die EU.Und die wissen warum."

Und warum?

Erklären Sie es bitte in 2 Varianten:
- das Warum nach dem subjektiven Empfinden dieser Arbeiter
- das Warum wonach Sie die Gründe für plausibel halten.

Gedankenspiel

Mal ein Gedankenspiel - nicht ganz ernst gemeint: Die EU verzichtet auf ihren derzeitigen Namen und nennt sich künftig "British Empire". Alle anderen Regeln und Funktionen bleiben wie sie sind bzw. entwickeln sich weiter zu einem gesamteuropäischen Staat. Dann würden die Briten wohl bleiben. Dort haben halt sehr viele aufgrund des Abstieges tiefen Frust.

Die Personenfreizügigkeit ist der wahre Knackpunkt!

Und nicht die Nordirlandgrenze. Die Möglichkeit innerhalb der EU arbeiten zu können, wo man will, ist der Hauptgrund, warum viele in GB für den Brexit waren. Dabei ging es nie um die Erntehelfer und Putzfrauen. Nein, aber viele Osteuropäer haben in GB Einmann- oder Kleinstfirmen gegründet, die mittels Preisdumping die einheimischen Kleinbetriebe kaputt gemacht haben. Viele Arbeitsplätze gingen verloren.
Ich kann ja die Brüsseler Politiker verstehen, die GB nicht gehen lassen wollen, gehen doch Milliarden verloren (GB ist bis dato der zweitgrößte Nettoeinzahler) und macht der Brexit Schule, so ist die EU am Ende.

@Messi um 13:51Uhr

Es ist schon fast grotesk, daß ausgerechnet ein Bewohner der Schweiz sich zum Richter über die EU aufschwingt, ein Staat der hinsichtlich seiner Geld- und Waffengeschäfte noch nie eine Andeutung von Moral gezeigt hat. Und woher wollen Sie wissen, daß die britischen Unis besser sind, als die auf dem Festland? Für mich ist Ihr Kommentar nur eine Zusammenfassung von publizierten Schlagzeilen und Meinungen.

Es wird auch Gewinner geben

Egal was jetzt passiert, es würde mich nicht wundern wenn es in UK und der EU nach dem Brexit irgendwie und irgendwo Gewinner gibt, die die Verlsute der Verlierer aufwiegen werden. Kreative Menschen werden neue Geschäftsideen entwickeln und damit Geld verdienen.
Erbärmlich und demokratieverachtend ist nur das Verhalten der Politiker in UK und deren Rumgeeier. Die Menschen wollen raus, also lasst sie raus, notfalls auch erst mal ohne Deal.

Was soll die Häme?

Viele Foristen scheinen ja besser zu wissen, was gut für die Briten ist, als die Briten selbst. Dieses ewige "Die werden schon sehen..." ist langsam nervend.

Und, ja, ginge es nach dem Teil des Volkes, der dafür gestimmt hat, dann gäbe es einen harten Brexit mit allen Konsequenzen (von denen manche zugegebenermaßen nur mehr oder weniger eine Ahnung haben, aber das juckt sie kaum).

Es sind lediglich die ewigen Taktierer in London, die alles so kompliziert machen und offenbar auch nicht zuhören können, wenn die EU sagt: Mehr geht nicht, das ist Euer Deal!

Es entlockt mir schon ein kleines Schmunzeln, wie es Theresa May geschafft hat, dass sich die Parlamentariermeute selbst in eine Ecke manövriert hat und nun nun nur noch die Wahl hat, ihrem Deal zuzustimmen oder ihren eigenen Untergang zu besiegeln.

Denn Eines ist klar: Bei mehr als nur einer kurzen Verschiebung des Termins gibt es Unruhen im Land. Die Menschen haben das Geeiere genauso satt, wie der Rest von Europa.

Brexit schlecht für Universitäten

Wer gesteht sich schon gerne ein einen Fehler gemacht zu haben? Lieber weiter so.

Ein wesentlicher Faktor für den Brexit war der Mangel an Kenntnis von Kontinentaleuropa. Im britischen TV, spielt der Rest von Europa eine viel geringere Rolle als im deutschen Fernsehen. Was man nicht kennt kann man wohl kaum lieben.

Richtig ist, Großbritannien hat (derzeit) die beste Forschungslandschaft Europas. Trotzdem haben gerade die Forschenden Angst vor den Folgen des Brexits. Ich kenne keinen britischen Wissenschaftler, der glaubt, der Forschung würde es ohne die EU besser gehen, ganz im Gegenteil.

Wer allerdings vermutlich profitieren wird, ist die Gruppe der Superreichen. GB wird danach eventuell weniger bürokratisch, aber sicher weniger sozial sein. Weniger EU-Regularien heißen mehr Kapitalismus pur. Als Steuer- und Regulationsparadies für Unternehmen könnte das Land eventuell nach einer Übergangsfrist wieder aufblühen, aber wohl eher nicht die Arbeiterschaft.

re bernd kevesligeti

"Und wenn Sie die Wähler "sehr dumm" (Wählerbeschimpfung) finden ..."

DasWahlrecht soll gleich, allgemein und geheim ausgeübt werden.

Von klug, vernunftgeleitet und nachhaltig ist keine Rede.

Daher nix Wählerbeschimpfung, sondern Feststellung einer Tatsache.

PS. Ich gehe mal ganz stark davon aus, dass Sie selbst mehr als einmal mehr als eine Wahlentscheidung nicht als Ausdruck von Klugheit empfunden haben.

@Messi: Konkrete Lebeswirklichkeiten in UK

"Dabei hat gerade Grossbritannien mit den besten Universitäten Europas ausgezeichnete Bedingungen und kann wesentlich mehr aus sich herausholen und für seine Bürger leisten als unter den derzeit lähmenden Rahmenbedingungen der EU-Bürokratie."

Der Zugang zu den britischen Universitäten wird von der EU vorbildlich gefördert. Nicht wenige junge Mitarbeiter meiner Teams nutz(t)en diese Möglichkeiten.

Im Zuge des Erasmus-Programms werden 21.000 Studenten, die aus EU-Ländern kommend in UK studieren, und 7.000 Briten, welche in anderen EU-Ländern studieren, durch Erasmus-gefördert. Das ist eine Lebenswirklichkeit.

@ Sunderland

"Auch Bürgermeister Graeme Miller von der Labour Party weiß, wie seine Wähler in Sunderland ticken. 'Die Leute in Sunderland haben keine Lust auf ein neues Referendum. Sie würden es als Missachtung der Volksentscheidung durch die Politik ansehen. Es würde unsere Demokratie in schlimmer Weise beschädigen. Wir haben den Bürgern ein Referendum gegeben, jetzt müssen wir dieses Ergebnis umsetzen, auch wenn mir das nicht gefällt.'
Wenn Großbritannien einmal ausgetreten sei, halte ihn ja nichts davon ab, für den Wiedereintritt zu arbeiten. 'Aber nun müssen wir erst einmal austreten.' "

Punkt! Miller for President!

Endlich ein Politiker, der nicht den Bezug zur einfachen Bevölkerung verloren hat und die Situation völlig realistisch, ausgewogen und vor allem objektiv einschätzt!

Warum gibt es viel zu wenige solcher Politiker, die noch Mensch geblieben sind. Warum nur gibt es in den Regierung fast ausschließlich nur Technokraten? Ich vermute: zu viele Juristen!

Wer ist dumm?

(13:23 karwandler:)
"Die - leider muss man sagen: sehr dummen - Wähler fallen teils auf Populisten rein, die einfach die EU für alle (auch die selbst verschuldeten) Missstände verantwortlich machen ..."

Sie geben hier ein hartes Urteil ab. Offensichtlich glauben Sie, daß Leute, die nicht Ihrer Meinung sind dumm seien.
Sind die Leute in Deutschland, die sich haben "überzeugen lassen", Diesel-Autos zu benutzen auch dumm, da sie sich haben über's Ohr hauen lassen?

Sunderland will raus. Um jeden Preis...

Und trotzdem wollen die Menschen hier raus aus der EU und halten nichts von einer erneuten Volksabstimmung.
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Den Briten ist einfach nicht mehr zu helfen. Gerade die älteren Engländer haben beim Referendum für den Austritt gestimmt. Wenn sie raus wollen, dann last sie auch endlich raus! Warum das ganze Hickhack der letzten Monate in London...? Aber leider geht das alles auf Kosten der jüngeren Generation. Denen droht nun vielfach die Arbeitslosigkeit weil nach und nach nun die Internationalen Konzerne nicht mehr in England produzieren. Die Arbeitslosigkeit wird ganz sicher steigen. Und wie es mit Schottland und Nordirland weitergeht weiß auch noch niemand! Da wird die Unabhängigkeitsbewegung weiter an Zuspruch gewinnen. Aber sie wollen ja raus aus der EU die Briten... und das um jeden Preis. Arme Briten...nebenbei bringen sie mit den Austritt auch Europa in Schwierigkeiten. Dumme Briten...

@ karwandler

Hören Sie doch einfach mal endlich auf, erwachsene & durchaus der Intelligenz fähige Menschen ständig zu beleidigen!

Diese Menschen in Sunderland haben miterleben dürfen, wie durch den Beitritt zur EU die vorher florierende Schiffsindustrie den Bach runtergegangen ist, weil es auch dank der EU plötzlich deutlich billiger & viel einfacher war, das Werk nach Polen zu verlagern, um so noch mehr Profit zu erwirtschaften & damit die Gier der Eigentümer zu befrieden. Niemand der Verantwortlichen hatte auch an die hinterlassenen & mitunter zerstörten Familien in Sunderland gedacht. Warum auch? Die sollten dann halt das Problem der Politik sein. Sowas ficht doch die Entscheider in den Chefetagen nicht an!

Zugegeben: die EU ist nicht die eigtl. Ursache, sondern dahinter stecken grundsätzliche Negativfolgen der "Globalisierung". Aber die EU verschärft diese negativen Folgen regional! Was für uns in D viell. ein Segen ist, ist für andere eine totale Katastrophe! Ist das so schwer zu verstehen?

Sie wissen nicht, was sie tun

13:52 von Bernd Kevesligeti
Tja,so ist es:Die Mehrheit der Arbeiter hat für den Brexit gestimmt und gegen die EU.Und die wissen warum.

Ich denke, sie wissen nicht, was sie tun.

BREXIT Rettung

Die Briten sollten den Brexitern danken, dass sie die EU verlassen dürfen. Nach Jahren wenn die EU erst richtig auseinander bricht wird hier die Hölle los sein. Da ist der kleine Stress wenig bisschen Brexit nichts dagegen.

re von karwandler

Nee,daß erkläre ich nicht.Sie haben doch eh nichts mit den Interessen der Arbeitern am Hut.
Erklären Sie,warum Sie Wählerbeschimpfung betreiben und warum Sie jene dann weiter in der EU haben wollen.

Messi aus der Schweiz

Dabei hat gerade Grossbritannien mit den besten Universitäten Europas ausgezeichnete Bedingungen und kann wesentlich mehr aus sich herausholen und für seine Bürger leisten als unter den derzeit lähmenden Rahmenbedingungen der EU-Bürokratie.

Das wird auch notwendig sein. Einen grenznahen Schwarzgeldspeicher haben wir ja schon.

Grüsse aus der Welt.

14:13 von Thunderstorm

« Ich glaube kaum dass bei einem zweiten Referendum ein anderes Ergebnis herauskommt. Das wäre auch eine Missachtung des Wählerwillens denn am Ende ist das Volk der Souverän. Auch wenn das Ergebnis vielen nicht gefällt.»

Ein prinzipiell denkbares 2. Referendum wäre nicht der 2. Aufguss des gleichen Teebeutels mit der unveränderten Fragestellung: "Remain" or "Leave".

Es wäre ein Referendum mit einem neuen Teebeutel, auf dem die Frage stünde: "Zu den Rahmenbedingungen die EU verlassen, wie sie das Parlament verabschiedet hat" - Yes or No.

Kein Mensch, der sich je irgendwo in irgendeiner Situation dafür entscheidet, "zu gehen", wird das tun, ohne zu bestimmen, wo er mit welchem Fortbewegungsmittel anschließend hin will.

Aber ganz genau so ein planloses: "We Leave" führt GB nun seit fast 3 Jahren auf. Es wäre äußerst sinnvoll gewesen, das Referendum in 2 Stufen "zu konzipieren".

Auftrag an Regierung / Parlament, Leave-Modalitäten festzulegen.
Dann nochmal fragen: "Well done …?"

In einer parlamentarischen

In einer parlamentarischen Demokratie müssen die Parlamentarier darüber entscheiden, was das Beste für das Land ist. Die drücken sich aber gerade davor, weil sie wissen, dass der Exit vom Brexit die beste Lösung wäre. Da ändert auch eine irrationale Einstellung der " Sunderland Bevölkerung " nichts daran.

Unsicherheit beenden

Seit Juni 2016 wird die EU Bürger als Geisel gehalten. GB, ohne Plan, ohne Einheit aber eine Menge Stolz will diesen Wahnsinn verlängern. Aber wozu? Das Votum war im Juni 2016 – wenn wir drei Monate verlängern sind drei Jahre der Unsicherheit voll.

Schottland, ein Armenhaus verglichen mit Staaten ähnlicher Größe wie z.B. wie Dänemark oder Österreich, verpasste seine historische Chance. Sie werden es wieder versuchen und gleichzeitig einen Eintritt in die EU anstreben. Die starke Abhängigkeit vom Öl ist wenigstens mittelfristig ein echtes Problem für Schottland. All die Infrastruktur um diese Industrie ist teuer in der Anschaffung, Unterhalt und Entsorgung. Aber die Fossilzeit liegt im Sterben.

Ich prophezeie eine Wiedervereinigung Irlands vorrausgehend und gefolgt von bürgerkriegsähnlichen Zuständen. Schlimmer noch als während der Troubles mit rund 3000 Toten. Irland wird den Preis Zahlen für den angekratzten Stolz der englischen und walisischen Nationen.

@ dr. bashir

"Wenn ich das so lese, dann bestätigt das die alte Regel, dass Emotionen für menschliche Entscheidungen sehr viel wichtiger sind als Logik."

Sie erhöhen sich gerade selbst auf Kosten der Menschen, die gegen einen Verbleib in der EU gestimmt haben.

WAS gebietet denn die "Logik"? Wissen Sie, wie es in GB nach dem Brexit laufen wird? Selbst profilierteste Wirtschaftswissenschaftler sind sich da nicht einig, ob es dann komplett den Bach runtergeht, oder ob es nicht doch eine Chance auf einen wirtschaftlichen Aufschwung gibt.

Zumal: bisher sprechen die wirtschaftlichen Indikatoren nicht unbedingt gegen einen Brexit. Denn alle waren davon ausgegangen, dass alleine nur die Diskussion über den Brexit die englische Wirtschaft runterziehen würde vonwegen "Verunsicherung der Märkte", aber seit Beginn dieser Diskussion steigt die Wirtschaftsleistung GBs an. Wie eigentlich das? Also, woher nehmen Sie Ihre untrüglich "logische" Gewissheit, dass der Brexit definitiv "schlecht" sei?

/// Am 16. März 2019 um 14:39

///
Am 16. März 2019 um 14:39 von KarlderKühne
Die Personenfreizügigkeit ist der wahre Knackpunkt!

Und nicht die Nordirlandgrenze. Die Möglichkeit innerhalb der EU arbeiten zu können, wo man will, ist der Hauptgrund, warum viele in GB für den Brexit waren. Dabei ging es nie um die Erntehelfer und Putzfrauen. Nein, aber viele Osteuropäer haben in GB Einmann- oder Kleinstfirmen gegründet, die mittels Preisdumping die einheimischen Kleinbetriebe kaputt gemacht haben. Viele Arbeitsplätze gingen verloren.
Ich kann ja die Brüsseler Politiker verstehen, die GB nicht gehen lassen wollen, gehen doch Milliarden verloren (GB ist bis dato der zweitgrößte Nettoeinzahler) und macht der Brexit Schule, so ist die EU am Ende.///
.
Drei Punkte:
Erstens sind durch Osteuropäer keine Arbeitsplätze verloren gegangen. Im Gegenteil, sie wurden dringend gebraucht. Zweitens wird GB nach einem Austritt deutlich stärker leiden. Etwa die Hälfte seines Exports geht ja in die EU. EU am Ende ? Keinesfalls.

@ Sisyphos3

"Geld ist für alle das wichtigste
.
sind sie sicher ?
also für mich nicht unbedingt
und viele andere wohl auch nicht ..."

Ich weiß, dass Sie ein gewisses Talent haben, absichtlich falsch zu verstehen. Sie wissen ganz genau, dass ich von "genügend Geld zum leben" geredet habe. Die Arbeiter von Sunderland haben Angst vor Arbeitsplatzverlust und Armut. Sie hatten mal geachrieben, dass Sie sich als Privatier vorzeitig aus dem Arbeitsleben zurückgezogen haben. Das mussten Sie sich ja wohl leisten können. Oder leben Sie wie Diogenes in der Tonne?

Hoffen wir ...

... dass der Brexit noch kommt.

Um der Sunderlander willen.

@ karwandler

Ihr Wähler Bashing zeugt von einer antidemokratischen Haltung.

Gerade in solch einer Situation ist es wichtig, die Demokratie zu verteidigen, auch wenn das Wahlergebnis Menschen wie Ihnen nicht passt.

um 14:30 von Auf eine Frage

Wie Sie dabei auf die Idee kommen, dass das Großbrittanien zukünftig wesentlich effektiver könnte, als es die EU kann, das entzieht sich meinem Verständnis vollständig.

Dass den Eurokraten die Vorgehensweise der Briten nicht in den Kram passt und die britische Politik in euren Medien tagtäglich zerrissen sagt nichts über die Problemlösungskapazitäten eines unabhängigen, selbständigen und damit wesentlich agileren Landes aus.

Während die EU erst seit Kurzem mit Japan ein Freihandelsabkommen hat und mit China noch in 10 Jahren keines stehen wird haben wir längst eines - mit beiden Staaten. Das könnten die Briten nun mit Wiedererlangung ihrer Souveränität auch schnell aufgleisen - man müsste lediglich aus der starren Zollunion raus. GB kann dabei Abkommen auf Grundlage ihrer eigenen Interessen abschließen, ohne Rücksicht auf für sie irrelevante Wünsche irgendwelcher Drittstaaten nehmen zu müssen. Sie werden sehen, das geht ganz schnell und effektiv.

Grüsse aus der Schweiz

Dass Sunderlands

Dass Sunderlands Bürgermeister überrascht war zeigt bloss, dass er deutlich zu weit entfernt ist von der Lebensrealität der Bürger. Diese ziehen zwar meiner Ansicht nach falsche Schlüsse, die Malaise als solche sollte man aber Ernst nehmen.

Längerfristig lohnend ?

Fast schon erstaunlich, wie stark der drang bei vielen ist, der EU den Ruecken zu kehren.

Die Abneigung ist offensichtlich sehr gross.
Nach meinem Dafürhalten ist der Grund die sehr starke Migration von Osteuropäern und Personen aus den von Stagnation und hoher Arbeitslosigkeit geprägten Staaten Suedeuropas ins UK.

Diese Zuwanderung wurde offensichtlich von vielen nicht als Gewinn wahrgenommen.

Da die deutsche Fuehrungsschicht sich entschlossen hat, auch Migration aus nicht-EU - Laendern in grossem Umfang zuzulassen und die EU - Fuehrung dies supported, werden wir auf dem Kontinent bald eine Zuwanderungswelle erheblichen Ausmaßes sehen.

Aus Osteuropa ,dem Nahen Osten und Afrika.
Das Potential einer solchen Zuwanderung duerfte leicht bei 20-30 Millionen Menschen liegen.
Im Falle Afrikas noch höher.

In Anbetracht solcher Aussichten under Folgen solch starker Zuwanderung macht es meiner Meinung nach durchaus Sinn, aussen vor zu bleiben.
Auch um den Preis einer Wirtschaftskrise.

@14:42 von bob1920: Es wird Gewinner geben

"Egal was jetzt passiert, es würde mich nicht wundern wenn es in UK und der EU nach dem Brexit irgendwie und irgendwo Gewinner gibt, die die Verlsute der Verlierer aufwiegen werden."

Sicherlich wird es Gewinner geben. Wer z.B. rechtzeitig auf den Absturz des britischen Pfundes gesetzt hat, wird einen ordentlichen Gewinn mitnehmen. Vor allem wenn es zum harten Brexit kommt, wird da viel zu verdienen sein.

Sicherlich wird auch der eine oder andere Warenbroker gute Geschäfte machen, denn in GB wird es nach dem Brexit in einigen Bereichen einen großen Mangel geben. Z.B. bei Medikamenten. Wer da heute schon Vorräte angelegt hat, kann die nach dem Brexit teuer verkaufen.

Und last but not least werden auch Schmuggler gute Geschäfte machen, denn überall wo Zölle erhoben werden, lohnt sich der Schmuggel.

Sie sehen, die Verluste des "Otto Normalverbrauchers" werden an anderer Stelle zum Teil wieder aufgefangen.

14:39 von KarlderKühne

«… viele Osteuropäer haben in GB Einmann- oder Kleinstfirmen gegründet, die mittels Preisdumping die einheimischen Kleinbetriebe kaputt gemacht haben. Viele Arbeitsplätze gingen verloren.»

Ein "Ein-Mann-Osteuropäer-Unternehmen" mit Firmensitz in GB hat die gleichen Auflagen, Kosten, Marktbedingungen wie eine "One-Man-British-Company". Lohndumping ist dabei kaum möglich. Wenn doch, dann nur äußerst mäßig "gedumpt".

Viele Briten sind "froh und zufrieden", dass sie mit den "Eastern-European-Handymen" überhaupt Handwerker finden, die z.B. tropfende Wasserhähne reparieren, oder verstopfte Toiletten wieder durchgängig machen.

Ähnliches gilt (im übertragenen Sinn) für Mitarbeier im britischen Gesundheitssystem, die z.B. gebrochene Arme oder Beine eingipsen.

Ihr Erklärungsmodell mag in (sehr) begrenztem Umfang teilweise zutreffend sein. "Als prinzipieller Ansatz" ist es untauglich.

Entspringt es doch der Pro-Brexit-Simplifizierung:
"We will create British jobs for British people" …

@ karwandler

Es ist wie beim Klimawandel:

Keiner weiß warum, da nimmt mann halt ein ungiftiges, inreaktives Gas und sagt das Co2 sei schuld.

Den britischen Arbeitern geht es nicht gut und auch das lässt sich nicht eindeutig auf einen einzigen Grund zurückführen - da bleibt dann halt die EU, die mit Juncker und Tusk halt kein freundliches Gesicht zeigt

karwandler @ 13:23 Die -

karwandler @ 13:23 Die - leider muss man sagen: sehr dummen - Wähler fallen teils auf Populisten rein, die einfach die EU für alle (auch die selbst verschuldeten) Missstände verantwortlich machen ...
Prinzipiell stimme ich zu - aber mich stört das Adjektiv dumm.
Die Leute sind nicht dumm im Sinne von blöd sondern eher im Sinn von gedankenlos.

@um 14:50 von Cosmopolitan_Citizen

Der Zugang zu den britischen Universitäten wird von der EU vorbildlich gefördert.

Von der EU? Auch sie unterliegen scheinbar der Illusion, die Beiträge zu Erasmus fallen von Brüsseler Bäumen. Die stammen natürlich aus den Nationalstaaten.

Nicht wenige junge Mitarbeiter meiner Teams nutz(t)en diese Möglichkeiten.

Es obliegt den Briten ob sie sich da weiter beteiligen möchten. Dafür braucht es keine Mitgliedschaft in der EU. Wir machen auch mit.

Grüsse aus der Schweiz

Wer bevrmundet denn die Briten?

Bei manchen Kommentaren glaubt man fast, dass die EU den Briten die Pistole auf die Brust setzt um da zu bleiben.

Es sollte wirklich noch ein Referendum stattfinden: Treten wir mit dem Vertrag aus oder ohne. Ganz einfach, denn diese Entscheidung kriegen die Politiker anscheinend nicht hin.

Danach kann man sehen, was passiert, die Welt wird nicht untergehen, aber man wird wohl sehen was von den wilden Spekulationen wahr wird.

Raus um jeden Preis... - Das

Raus um jeden Preis...
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Das kann man sehr einfach sagen, wenn man den Preis nicht bezahlen muss.
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Das Thema Brexit ist eines der besten Argumente für ein Alterslimit beim Wahlrecht.

@15:27 von Messi

"[...]Sie werden sehen, das geht ganz schnell und effektiv."

Stimmt. So schnell und effektiv, dass die Japaner schon abgelehnt haben, auch nur ähnlich gute Konditionen wie der EU zu gewähren.
Und auch alle anderen Länder, mit denen es noch kein neues Abkommen gibt, was es doch schon sollte, es geht ja schnell. Außer natürlich mit der Schweiz. Die ist da der Torpedo. ist halt so, wenn man außer der Wirtschaft keine interessen hat. Bspw. Umweltschutz oder Arbeitnehmerstandards.

Aber hey, vielleicht wird es ja doch irgendwann wahrer.

Übrigens, wenns der Schweiz alleine doch so toll geht, wieso übernimmt sie dann EU-Recht und zahlt in den EU-Topf ein, ohne bestimmen zu dürfen?
Diese Frage haben Sie noch nie beantwortet... ;-)

Aber dass die Situation in

Aber dass die Situation in England nun so ist, dafür kann die EU doch nichts. Also ich verstehe die Argumente dieses 80jährigen Briten leider gar nicht, aber das ist ja wohl völlig normal, schlimmer wäre es, man könnte plötzlich diese ganzen britischen Ideen und Beweggründe verstehen, da wäre man ja mindestens genauso bekloppt, wie die Britten selber sind.

re royaltramp

"Diese Menschen in Sunderland haben miterleben dürfen, wie durch den Beitritt zur EU die vorher florierende Schiffsindustrie den Bach runtergegangen ist"

Mit soviel Faktenresistenz ist nicht zu diskutieren.

Messi und die Medien

Sie werden sehen, das geht ganz schnell und effektiv.

Genauso schnell und effektiv wie sich das politische System in UK gerade beim Brexit demontiert? Da sind wir alle gespannt. Und ob uns das "in den Kram passt" oder nicht, hat mit "unseren" Medien so wenig zu tun, wie "Ihre" Medien (Breitbart?) mit der NZZ oder anderen ernstzunehmenden Schweizern.

Grüsse aus der Welt.

Hat eigentlich mal jemand an die Nichtwähler gedacht?

Ich denke durchaus, dass ein zweites Referendum das Ruder herumreissen könnte, und zwar wegen folgender Wählergruppe: die NICHTWÄHLER.
Hat man sich beim ersten Referendum noch gedacht, dass eh' nichts besonderes passieren wird, war die Motivation zum wählen eher gering.
Jetzt, wo schon der eine oder andere Wink mit dem Zaunpfahl statt gefunden hat ist die Motivation zum Wählen wahrscheinlich deutlich höher.

Eines ist schon jetzt klar

Wenn es diesen Leuten nach einem harten Brexit so richtig dreckig geht ist natürlich auch wieder die EU daran schuld.
Es sind immer die anderen, aber niemals man selber.

@15:35 von Messi

Dafür braucht es keine Mitgliedschaft in der EU. Wir machen auch mit.

Die Schweiz ist de fakto Mitglied in der EU. Sie darf nur nicht mitbestimmen.

Und was Erasmus angeht: Natürlich ist das ein europäisches Projekt, sogar eins der ganz großen Vorzeigeprojekte. Ohne die EU gäbe es das nicht. Und wenn der Brexit kommt, ist dieser Austausch mit UK erst einmal komplett gestoppt.

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