Ihre Meinung zu: Güterverkehr in Deutschland: Wie runter von der Straße?

28. Februar 2019 - 11:18 Uhr

Seit Jahren will die Regierung mehr Güter auf die Schiene bringen - das würde Straßen und Klima entlasten. Doch noch immer rollen Güter vorwiegend auf Lkw durchs Land. Franka Welz über Lösungsideen und Umsetzungsprobleme.

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Kommentare

Die Lösung ist ganz einfach

1) den Diesel deutlich teuerer machen wie das Benzin, 2) Die LKW-Maut deutlich erhöhen statt eine PKW-Maut einzuführen.

Dann würde es sich lohnen auf die Schiene umzusteigen und hätte auch weitere positive Effekte (z.B. für die lokale Landwirtschaft, da diese weniger ruiniert wäre durch Billigprodukte aus dem Ausland).

wie soll das gehen ?

egal was in unserem Land geplant wird
Windkraftwerke ... Öl/Gas ....Kohlekraftwerke .... AKW´s
es mißfällt irgendjemandem und er versucht es zu blockieren
nicht anders bei Straßen, Schienen oder Flughafen
Gemeinwohl geht vor Eigenwohl so in unserer Verfassung/GG
keine lange Diskussion sondern schnelles Handeln wäre angesagt

Unfähige Verkehrsminister.

"Seit Jahren will diese mehr Güter auf die Schiene bringen - allein, es klappt nicht."

Das ist das Eingeständnis der eigenen Unfähigkeit.
Die Bahn selbst hat - wohl aus ideologischen Gründen - Güter von der Schiene auf die Straße verlegt.

Die Verkehrsminister haben natürlich keine Handhabe, um da etwas zu ändern??
Verkehrsminister als Lobbyist der Autoindustrie?

Auf der neuen Schnelltrasse noch kein einziger Güterkurs unterwe

ob auf Schnelltrassen Güterzüge fahren können ?
normalerweise fährt ein ICE dort mit 300 km/h
ob da ein Güterzug nicht zum Sicherheitsrisiko wird, in jedem Fall aber
das Verspätungsrisiko des Personenverkehrs erhöht

Ironie oder "Irrsinn"?

... dass gerade FDP und CDU, die die Zerstörung der deutschen Eisenbahn, genannt 'Bahnreform, zu verantworten haben, sich nun mit Verbesserungsvorschlägen melden, ist sehr schön, aber völlig unglaubwürdig, da es in Deutschland "noch nie einen Verkehrsminister gab, sondern immer nur Autominister" (Zitat Franz Alt). Um tatsächlich etwas zu erreichen, müsste allein die Schiene bevorzugt werden, die Straße hingegen ausdrücklich benachteiligt. Das würde allerdings auch nur langsam die jahrzehntelange (quasi seit Kriegsende) Ungleichbehandlung nivellieren, von korrigieren vorerst nicht zu reden. Eine Schienenpflicht, etwa durch Huckepack- oder Rollende-Landstraße-Verkehre relativ schnell zu erreichen, wäre z.B. ein Anfang. Dazu müssten allerdings auch wirkliche Schienenfachleute entscheiden dürfen, was leider bisher nur z.B. in den Führerständen der deutscher Lokomotiven der Fall ist.
Ach so, nur keine Missverständnisse: auch von der SPD kommt in dieser Hinsicht nix Brauchbares.

Einfach mal Kaufleute

an die Spitze. Diese überbezahlten Manager die nur das Quartal im Kopf haben, heute Schokoladenriegel und morgen Autoreifen. Hat noch nie funktioniert.

Dazu bräuchte es auch mal politischen Mut

Die Realität sieht leider anders aus. Nimmt man als Beispiel mal die mitteldeutsche Städte-Kette (Eisenach - Jena/Gera). Dort gab es früher 5 größere Güterbahnhöfe. Heute - noch einen. Der Rest wurde wegrationalisiert. Und der Güterverkehr auf die Autobahn verlagert.
Es fehlen einfach die Anreize.
Mit etwas politischen Mut könnte man einfach verpflichtend festlegen, dass alle Güter, welche mehr als 300km transportiert werden müssen, auf die Schiene müssen. Da hätte man den LKW Verkehr z.B. vom Hamburger Hafen nach München schonmal auf der Schiene.
Doch an Mut und weg von der Lobby scheitert leider so manches in Deutschland...

Flexibilität ist ein Problem

Sicherlich gute Vorschläge, aber hieß es hier nicht vor Kurzem in einem Artikel über die Deutsche Bahn, dass die DB Cargo Tochter seit Jahren rote Zahlen schreibe?

Das mag mit der Konkurrenz durch private Güterbahnen zu tun haben, aber eben auch damit, dass die Bahn als Transportmittel für viele Kunden gar nicht in Frage kommt: Wer unter 200 Waggons pro Jahr abnehmen würde, braucht bei der Bahn eigentlich gar nicht anzufragen.

Der Grund für die "Just in time" Lieferketten ist ja gerade die Flexibilität, die die Bahn mit starren Fahrplänen niemals abbilden kann - davon abgesehen, dass viele Firmen gar nicht direkt ans Bahnnetz angeschlossen sind. Will man den Anteil der Fracht auf der Schiene also wirklich steigern, müssen vor allem kluge Ideen für mehr Flexibilität her.

Würde man dann noch in leisere Güterwaggons investieren, dann wären auch die Anwohner der Bahnstrecken leichter zu überzeugen.

falsche Wirtschaftspolitik

Das alles ist das Ergebnis der Globaliesierung.
Früher hatten wir einen Mittelstand, also Kleinbetriebe, heute Konzerne die alles bestimmen. Früher hatte jede Stadt einen Milchhof und eine Schlachthof, heute wird alles durch die Gegend gekarrt.
Meine rede ist sich nicht aufregen, denn man will diese Zustände doch gar nicht ändern!

Just on time Abschaffen

dieses Prinzip ist Gift für die Langzeitliche Entwicklung eines Landes, die Erfinder in Japan haben es längst wieder abgeschafft.

Vereinfacht ausgedrückt spart ein Unternehmen ein paar Millionen an Lagerkosten, verursacht dafür aber Milliardenkosten durch massiven Verschleiß an der Infrastruktur.

Solange die Politik es weiter zulässt, dass Gewinne privatisiert kosten aber sozialisiert (auf den Steuerzahler abgewälzt) werden, wird es immer weiter schlimmer werden.

Denn die Güter auf die Schiene zu bringen erfordert selbst bei optimalen Bedingungen Vorlaufzeit und Planung.
Man kann nicht mal einfach einen LKW vollladen und den wohin fahren, die Wagons müssen voll sein und die Fahrt nach Plan laufen.

Dies ist mit Just in Time nicht zu machen, von daher schafft es ab.
Zwingt die Unternehmen zur not dazu.

Einfache Lösungen: nicht erreichbar

28. Februar 2019 um 10:33 von butrus.butrus

Ich muss Sie leider korrigieren. Auch eine deutliche Erhöhung der Transportkosten durch Verteuerung der Treibstoffe oder der Mautgebühren wird nicht zu einer Verlagerung von Transporten von der Straße auf die Schiene führen.
Der Transportkostenanteil am Warenpreis liegt unter 4 %. Daher zählt das Prinzip der Logistik, z.B. aufgrund Transportzeiten nicht nutzbares, als still liegendes Kapital möglichst rasch zu mobilisieren, sprich Waren und Produkte an den nächsten Abnehmer zu bringen. Hier hat der LKW im modernen, digital unterstützten Flottenmanagement weiterhin einen entscheidenden Vorteil gegenüber der Bahn: beim LKW entfallen weitgehend unnötige Ladevorgänge (gegenüber Fabrik -> per LKW zum Bahnhof A - > per Bahn zum Bahnhof B -> per LKW Abnehmer).
Der LKW ist deutlich flexibler im Bedienen verschiedener Ladestellen, während die Bahn prädestiniert ist auf Massengüter und Ganzzüge über lange Strecken. Und das bereits seit gut 100 Jahren.

Mit dem SchienenNetz aus

dem letzten Jahrtausend. Vorwärts immer, rückwärts nimmer. Durchs romantische Rheintal.

Wie soll das gehen

Seit 1994 wurde nur abgebaut und Strecken stillgelegt. Güterbahnhofe wurden zu teuren Baugrundstücken in besser Innenstadt Lage. Wie will man das wieder aufbauen? Ab 1835 wurde in nur wenigen Jahren ein großes Eisenbahnnetz aufgebaut. Würde man heute aufbauen wollen was seit 1994 zerstört wurde würde man wahrscheinlich über 20 Jahre brauchen bis die Planfeststellungsverfahren und klagen abgeschlossen sind. Medorn hat ganze Arbeit geleistet.

@Krittkritt

>>Die Verkehrsminister haben natürlich keine Handhabe, um da etwas zu ändern??
Verkehrsminister als Lobbyist der Autoindustrie?<<

Da unterstellen sie viel zu viel Handlungsbereitschaft bzw. -Spielraum.

Die CSU-Verkehrsminister sind mächtigstenfalls willfährige Handlanger der Lobbyisten der Autoindustrie.

Das letzte mal das ein Verkehrsminister selbstständig eine Entscheidung getroffen hat, wahr vor dem Millennium.

Gerade das Verkehrsministerium ist mit seiner dermaßen offensichtlichen Lobbyhörigkeit zu einem Großteil für den Politikverdruss in diesem Land verantwortlich.

Wer kann es enttäuschten Wählern verdenken, an der Treue der Politiker gegenüber der Bürger zu zweifeln, wenn die Meinung eines VW-Managers den willen von 50 Mio. Wählern sticht?

das ist wie im 19. Jh. Als ein Herr Krupp bei den Wahlen 20.000 Stimmen hatte, nur schlimmer und weniger ehrlich.

Wie runter von der Straße?

Die Industrie verlangt Transportzeiten, die mit der Bahn nicht realisierbar sind.

@Runge

1835 herrschten auch andere Bedingungen, da sagte die Politik zur Wirtschaft:
Klappe halten, machen!

Heute ist das genau Umgekehrt.
Zeigen sie mir eine politische Entscheidung der letzten Jahre, die nicht in Absprache und erst nach Absegnung der diversen Lobbyverbände getroffen wurde.

In Deutschland gilt doch wie in den meisten westlichen Ländern:
Keine Lobby, keine Kekse.

Güterverkehr in Deutschland

Wenn die Bahn im Bereich vom Güterverkehr
ebenso unpünktlich ist wie im Personenverkehr , dann geht es nicht die Bahn zu benutzen weil alle Firmen sich umgestellt haben auf eine pünktliche und korrekte Auslieferung. Das kann die Bahn nicht !

Die Privatisierung der Bahn...

ist der eigentlich Schuldige! Okay...sie war immer ein Verlustgeschäft und es wurde dringendst Geld gebraucht welches man durch Steuereinnahmen nicht im ausreichenden Maße bekam. Um die Wähler nicht zu vergraulen (es gab schliesslich mehr autofahrende Wähler als bahnbeschäftigte Wähler) wurde schnell privatisiert und dem *dummen* Wahlvolk verklickert, daß es nur durch die Privatisierung und der somit entstehenden Konkurenz im Schienenverkehr glanzvoll voranginge -sprich: weniger Steuergelder benötigt würden- ! Die freie Marktwirtschaft würde es schon richten! Traurig nur, daß gerade in der freien Marktwirtschaft das größte Intresse an der persönlichen Bereicherung liegt!

10:53 von Oldtimer

Kaufleute
.

Eisenbahner, gehören hin, die zu diesem Produkt stehen

@butrus.butrus - Wen wollen Sie denn Schaden ?

Die Dieseltanks bei LKW´s sind so groß,
das diese nicht unbedingt in Deutschland tanken müssen.
LKW-Maut noch höher erhöht auch nur die Transportpreise ,
welche der Depp Kunde
am Ende der Nahrungskette draufzahlt :-)

"Auf der neuen Schnelltrasse

"Auf der neuen Schnelltrasse zwischen Berlin und München war nämlich trotz gegenteiliger Ankündigungen Stand Mitte Februar noch kein einziger Güterkurs unterwegs."

Das wäre auch kontraproduktiv. Eine Schnellfahrtrasse erfüllt andere Anforderungen als eine "Lasttrasse". Der Güterverkehr sollte auf eigenen Trassen unterwegs sein. Genügend stillgelegte Strecken gibt es ja. Muß halt der eine oder andere Wanderweg auf ehemaligen Trassen und Brücken weichen. Wenn sich Güter und Personenverkehr nicht mehr oder nur selten in die Quere kommen erhöht das auch die Pünktlichkeit generell. Des weiteren hat man im Notfall Ausweichstrecken parat.
Aber solange selbst die Bahn mehr auf die Straße als auf die Schiene setzt (Schenker) wird sich nichts ändern.

Was die Infrastruktur angeht, der Bau und der Betrieb gehört in staatliche Hand. Die Bahn hat hier einen gewaltigen Interessenkonflikt.

11:10 von calusa

Wer Lösungen will findet Wege.
ansonsten findet er Gründe

@Sisyphos3 - Des Ramsauer´s Geistergüterzüge

Waren nur Buchungstricks für die angebliche positive Wirtschaftlichkeitsrechnung
für Stuttgart 21

Zu schwer,zu lang,Begegnungsverbot

Desgleichen Frankfurt-Köln , Nürnberg–Erfurt

Es gab mal....

.....ein Schienennetz, auf dem auch bis in den kleinsten Winkel Güter befördert wurden. Teils mit eigenen, wenn auch kurzen Güterzügen, teils auch als Fracht in Personenzügen, die damals noch ein Frachtabteil hatten. So lange ist das noch gar nicht her, rund 30 Jahre. Dann kam die Bahnreform, die Bahn musste auf Teufel komm raus auf Börsengang getrimmt werden, also mussten die Nebenbahnen sterben, Güterverkehr wurde auf die Straße verlagert ....... und jetzt setzt auf einmal das große Heulen und Zähneknirschen ein. Wer findet den Fehler?

Wie runter von der Straße

Das wird mit den immer egoistischeren, idiologisch faktenfrei reagierenden Menschen nicht mehr möglich werden. Siehe Stromtrassen usw.

Fragt doch mal alle die Bürger die an Güterzugstrecken leben was Sie davon halten oder da wo neue Gleise gebaut werden sollen.
Leider gibt unsere System vielgeld aus nur für einen guten dringend notwendigen Lärmschutz will die Bahn nichts tun.

11:27 von Sebastian15

Wer findet den Fehler?
.
welcher Fehler ?
Bahnchef Grube kam doch von Daimler
für die hat es sich doch gelohnt

Güter auf die Bahn

Abgesehen von Sonntagsreden bezweifle ich, dass in den letzten 20 Jahren auch nur versucht wurde, Güter auf die Bahn zu bringen. Egal wer gerade an der Regierung war.
Nicht mal um den Bahntzlauf für den Gotthard- oder den Brenner-Tunnel wurde sich rechtzeitig gekümmert.
Deswegen sind unsere Autobahnen voll mit LKW.

10:33 von butrus.butrus

So leicht ist das nicht. Hier arbeiten Lobyisten im Hintergrund.

Seit ich bewußt denken kann - das sind über 60 Jahre - kenne ich diese Diskusion. Auch kann ich gut an die ersten kostenneutralen Versuche der Firma Schenker und der damaligen Bundesbahn erinnern. Immer wieder siegten offensichtlich andere Interessen. Wer da was im Hintergrund treibt ist und bleibt unbekannt. Damals jedenfalls waren es Politiker der Union, die das Projekt Schenker - DB zu Fall brachten.

Wer heute welche Interessen vertritt bleibt auch im Dunkeln.

Neben dem Diesel und der Maut kann man auch über billigen Fahrer aus Osten mal nachdenken.

Eines ist sicher, Fahrverbote kennt die Bahn noch nicht. Sie fährt ohne Beschränkung an 365 Tagen 24 Stunden am Tag. Das tut sie seit Jahrzenten. Das sollte als Argumentation schon lange ausreichen.

10:39 von krittkritt

Sind Sie ganz sicher, dass die Verkehrsminister besonders aus CSU dies jemals wirklich gewollt haben?

Erklärt haben Sie dies besonders vor Wahlen. Getan haben sie aber nichts.

Warum war das so?

///Am 28. Februar 2019 um

///Am 28. Februar 2019 um 11:27 von Sebastian15
Es gab mal....
.....ein Schienennetz, auf dem auch bis in den kleinsten Winkel Güter befördert wurden. Teils mit eigenen, wenn auch kurzen Güterzügen, teils auch als Fracht in Personenzügen, die damals noch ein Frachtabteil hatten. So lange ist das noch gar nicht her, rund 30 Jahre. Dann kam die Bahnreform, die Bahn musste auf Teufel komm raus auf Börsengang getrimmt werden, also mussten die Nebenbahnen sterben, Güterverkehr wurde auf die Straße verlagert ....... und jetzt setzt auf einmal das große Heulen und Zähneknirschen ein. Wer findet den Fehler?///
.
Der Fehler ist, dass die Bahn nicht wirklich privatisiert ist. Der Eigentümer ist ja immer noch zu 100% der Bund.

Ich kann mich noch gut an die Zeit erinnern,

als wir das schon hatten. Im Leinetal rollten die Züge, voll mit Aufliegern von LKWs. Doch das wollte man auf einmal nicht mehr. Aber wie schon andere vorher feststellten: Immer alles nur zum Wohle der Autoindustrie.
Manchmal sollte man eben doch etwas langfristiger denken.

11:04 von Deeskalator

Just in Time ist nicht das Problem.

Just in Time funktioniert auch nur durch ein Puffer außerhalb der Industrieunternehmen. Die Puffer können Sie heute auf den Autobahnraststätten täglich beobachten.

Bei Just in Time geht es nur um die Minimierung der Lagerfläche. Diese wird auf die Autobahn verlagert oder sonstige öffentlichen Parkplätze. Die bezahlt ja die Gemeinschaft. Solche Flächen müsste die Bahn auch anbieten. Das kann die Bahn aber nicht.

Am 28. Februar 2019 um 10:33 von butrus.butrus

"Die Lösung ist ganz einfach
1) den Diesel deutlich teuerer machen wie das Benzin, 2) Die LKW-Maut deutlich erhöhen statt eine PKW-Maut einzuführen.
Dann würde es sich lohnen auf die Schiene umzusteigen und hätte auch weitere positive Effekte (z.B. für die lokale Landwirtschaft, da diese weniger ruiniert wäre durch Billigprodukte aus dem Ausland)."

Sorry, aber Diesel ist schon ähnlich teuer wie Benzin, außerdem können viele ausländische Lastkraftwagen das Tanken in Deutschland vermeiden. Und wo soll auf die Schiene umgestiegen werden, wenn diese bereits nicht mehr vorhanden ist oder schon überlastet? Woher kommt dann noch die Ansicht, dass dadurch die Landwirtschaft Vorteile hätte?

Am 28. Februar 2019 um 11:10 von Deeskalator

"Die CSU-Verkehrsminister sind mächtigstenfalls willfährige Handlanger der Lobbyisten der Autoindustrie.
Das letzte mal das ein Verkehrsminister selbstständig eine Entscheidung getroffen hat, wahr vor dem Millennium.
Gerade das Verkehrsministerium ist mit seiner dermaßen offensichtlichen Lobbyhörigkeit zu einem Großteil für den Politikverdruss in diesem Land verantwortlich."

Wenn man schon schreibt, sollte man vielleicht auch wissen, dass zur Zeit der großen Streckenstillegungen kein! CSU-Politiker Verkehrsminister war. Es waren Politiker von CDU und SPD, aber dies passt wohl nicht so ins politische Bild.

Am 28. Februar 2019 um 11:18 von jetzttexteich

"Die Privatisierung der Bahn...
ist der eigentlich Schuldige!"

Inwiefern wurde die Bahn privatisiert? Indem man ihr einen anderen Namen gab, sie in eine AG umwandelte, deren einziger Anteilseigner der Bund ist?

11.27 von Sebastian 15

Gratuliere, besser konnte man den negativen Anfang der Entwicklung nicht beschreiben.

Ein Blick zurück genügt,

um die Ursachen dafür zu erkennen und die Frage nach dem wie erübrigt sich von selbst.
Die unter Regie der CDU/CSU durchgeführte Privatisierung und damit das Kaputtsparen (s. auch das Post- u. Fernmeldewesen) ohne wenn und aber rückgängig machen. Die entsprechenden Gelder aus dem Haushalt des Verkehrsministerium sinnvoll hierfür einsetzen und mal nicht nur zum Wohle Bayerns verwenden.

@Sebastian15

Es ist traurig, aber unsere Politiker haben in den letzten 25 Jahren keine größere Entscheidung mehr getroffen, die sich nicht im Nachhinein als größter Schwachsinn herausgestellt hätte.

Das schlimmste daran ist, dass viele Leute die Ahnung von der Materie haben ihnen immer abraten diese Entscheidungen zu treffen...
Aber da es Gruppen mit großen Geldbeuteln gibt und einem gesteigertem Interesse an Parteien zu "Spenden" die diese Entscheidungen befürworten, werden sie getroffen.

Ich frage mich sowieso warum Spenden von Konzernen an Parteien überhaupt erlaubt sind.

Nicht einmal der naivsten Mensch der Welt würde wirklich glauben, dass ein Industrie unternehmen aus purer Nächstenliebe an eine Partei spendet...

Die Politik wollte es so

Das ist das Ergebnis jahrelanger (oder schon jahrzehntelanger ) Umschwung weg von der Bahn hin zur Strasse. Die Verkehrsminister haben sich von den Herstellern der LKW's lenken lassen. Das Argument, dass auf der Strasse alles viel schneller und besser geht, funktioniert aber zunehmend nicht mehr. Denn auch die LKW's stecken in den Staus fest. Von den Umweltschäden und Bodenversiegelungen will ich gar nicht sprechen.
Der Weg muss sein, den Gütertransport zurück auf die Schiene zu verlagern. Ich höre schon jetzt den Aufschrei von vielen, die dies hier lesen. Völlig illusorisch bei den heutigen Bedingungen. Da haben sie recht! Dennoch ist es richtig, aber nunmehr ein sehr langer Weg. Neue Schienenwege, Bahnhöfe wieder instand setzen, Elektrifizierung, wo nötig. Und erst wenn alle diese Voraussetzungen wieder vorhanden sind, kann mit den heute schon verfügbaren Techniken der EDV- gestützen Verkehrslenkung ein automatisiertes selbstfahrendes Gütertransportsystem aufgebaut werden.

@krittkritt

Ja, diese Verkehrsminister einschl. Merkel sind einfach nur die Steigbügelhalter der Autolobby!
Da kommen dann die osteurop. Billiglöhner auch recht, die kann man dann auch gleich per moderner Skalverei gut ausbeuten. Hauptsache der Reibach für die Konzerne stimmt, da sind dann auch Menschenrechte und Klima sowas von egal!

Ein Trauerspiel ...

Ein Trauerspiel: seit 10 Jahren ist das Verkehrsministerium in den Händen einer kleinen Foklore-Partei. Das merkt man jetzt!

Die Bahn wurde - der abstrusen Idee folgend, an die Börse zu gehen - kaputt gespart. So wurden Bahntrassen stillgelegt und Modernisierungen der noch vorhandenen Gleisanlagen unterblieben. Auch das rollende Material wird nicht ausreichend gewartet. Das es anders geht, zeigt z.B. Spanien, das mit dem Kauf von Zügen gleichzeitig Wartungsverträge mit den Zugbauern abschließt.
Auf der anderen Seite schafft es die Politik nicht, zukunftsträchtige und notwendige Investitionen durchzusetzen. So scheitert z.B. der Ausbau von Stromtrassen am Protest von Bürgern - übrigens im Wahlkampf von oben genannter Folklore-Partei befeuert. Es erscheint paradox, dass jahrzehntelang ganze Regionen für den Kohleabbau weggebaggert wurden, für den Bau von Stromtrassen, die regenerative Energie u.a für die Bahn befördern, der Politik jedoch jeglicher Durchsetzungswille fehlt.

@brutubrutus, 10.33h

Daran glauben Sie doch selbst nicht.
Die Frachtraten würden höher und die Endverbraucherpreise ebenso.

Die Schweiz verbannt meines Wissens den Transitverkehr nach Italien auf die Schiene.

Das fällt in Deutschland niemand ein.

Wobei natürlich auch beachtet werden muss, dass die Transportkapazitäten der Bahn ausgeschöpft sind.

Neubau von Gütertrassen wird durch Protesthansel aus allen politischen Richtungen blockiert.

Natürlich mehr Schiene, aber nicht vor meiner Haustür.

@krittkritt, 10.39h

Dem Bundesverkehrsminister kann man nicht alles in die Schuhe schieben.

Die Verhinderungsproteste gibt es hauptsächlich regional.

Je grüner das Land (bzw. dessen Regierung), desto schlimmer der Protest. Oft, einfach um des Protestes Willen.

Die Regierung will defenitiv

nicht das LKWs von der Strasse runterkommen. Dazu müsste sie nämlich die Bahn massiv fördern und zugleich sich für eine sinnvolle Verteuerung des LKW-Transports einsetzen. Das könnte man z.b. durch einen vernünftigen Lohn für die LKW-Fahrer sehr schnell hinbekommen. Aber der Mindestlohn wurde ja für LKW-Fahrer aus dem Ausland gleich wieder in die Schublade gesteckt. Das was von der Regierung in den letzen 30 Jahren bzgl. Bahn gemacht wurde ist ein Desaster auf Kosten der Umwelt, Steuerzahler und unsere Zukunft.

Zu Zeiten eines Claus Weselsky

wird sich jede Firma gut überlegen, einen funktionierenden Strassentransport den Machtspielen eines Gewerkschaftsbosses zu überlassen.
Der letzte große Streik hat meines Wissens zur Abkehr von etwa 10% des Schienengüterverkehrs auf die Straße beigetragen.
Ja klar, soll so ein Streik wehtun, Nebenwirkungen gibts trotzdem, im konkreten Fall die Verlagerung auf die viel flexiblere Strasse. Wegen der besseren Planungssicherheit lohnt das sogar bei höheren kosten im Vergleich zum Schienentransport.

12:13 von ex_Bayerndödel

Die Bahn ist seit ihrer Privatisierung eine AG und damit privatwirtschaftlich organisiert. Ob der Anteilseigner nun der Bund, irgendwelche Fonds oder Kleinanleger sind ändert nichts an der Rechtsform. Diese ist auf Gewinn ausgelegt wohingegen eine "Behördenbahn" der Daseinsvorsorge verpflichtet ist.

"Auf der neuen Schnelltrasse ... kein Güterverkehr"

Ein Zug hat keine Gummiräder.
Güterwagons sind von sehr unterschiedlicher Provenienz. Fährt ein mit Bandstahlrollen aus Galatz beladener 40 Jahre alter Güterwagon der rumänischen Staatsbahn über die schöne Neubaustrecke, kann man den Schleifwagen und die Gleisstopfmaschine gleich hinterherschicken. Alternativ die Achsen am ICE öfter tauschen.

Was die Regierung wirklich will:

Ich freue mich immer wieder über die ausgegurkten Straßen mit Asphaltreparaturen und tiefen Spurrillen. Denn für unsere Autoindustrie incl. Lastwagenbau und deren Gewinne wird alles andere in die Grütze gefahren. Was macht den Ronald Pofalla für seine 1,5 Mio per anno für "seine" Bahn? Außer Streckenstillegungen und Abbau von Lastladestationen (bei gleichzeitigem Ausbau der Schencker Lastwagenflotte und der Eisenbahn in Bahrain) nebst Verschlankung des Lokführerbestandes ist ihm offensichtlich nix eingefallen. Aber reden tun die Politiker immer das Gegenteil von dem, was sie tun.
.
Nicht anders auf dem verdreckten Schulhof. Sagt der Lehrer: "Seht euch das mal an. Das ist doch nicht schön, oder. Da müssen wir alle drauf achten!", und der Dreck bleibt treu und brav liegen.

Güterverkehr in Deutschland:Wie runter von der Straße ??

Das wird sich schwierig gestalten:Seit 1994 hat die Bahn AG 5400 Kilometer vom Streckennetz stillgelegt.Das betrifft hauptsächlich den ländlichen Raum.
Dazu kommt,daß LKW-Fahrer,besonders aus Osteuropa Billiglöhner sind.Unternehmen würden für den Gütertransport,selbst wenn es alternativ Schienenwege bis fast vor das Werkstor gibt,kaum auf die Bahn umsteigen.
Eine politische Verkehrswende ist nötig.

Leider nicht machbar, träumt weiter

Drei Hauptgründe
1) Das Schienennetz ist verglichen mit der Straße winzig.
2) Auf der Straße geht es direkt vom Versender zum Empfänger. Bahntransport heißt 2x umladen. Das ist also rein zeitlich schon hoffnungslos.
3) 1 LKW ist eine handliche Größenordnung. 1 Waggon auch, aber er muss mit 50 anderen zu einem Zug zusammenverwaltet, gekoppelt, nach Teilstrecken wieder aufgelöst und weitergeleitet werden. Dabei gehen alle Vorteile wieder flöten.
Wirtschaftlich sind Ganzzüge von Punkt zu Punkt. Mit einem Wort: Massengüter. Rohstoffe, Getreide, Öl, Düngemittel, Holz. Natürlich auch beladene LKW auf einigen Rennstrecken, aber CO2 wird da nicht gespart, denn die mittransportierte Eisenbahn wiegt mehr als ihre Ladung.

Güterverkehr ist böse, findet

Güterverkehr ist böse, findet die Bahn, deswegen werden Rangierbahnhöfe abgerissen und die Gelände verkauft und man baut lieber Stuttgart 21, für viel Geld und wenig Nutzen.

Grund?

Es gibt eine ganz einfache Begründung dafür: es war politisch nicht gewollt, weil es die eigentlich regierende Wirtschaft nicht wollte. Die Absicht, mehr auf den Schienen zu transportieren bestand schon sehr lange, man tat aber das Gegenteil im Sinne eben der Wirtschaft. Und so läuft es immer und überall in Gesellschaften, in denen das Geld oberste Priorität hat. Wenn es Profit bringt darf es ruhig gefährlich, giftig, klimazerstörend, menschenfeindlich und auch tödlich sein. Politiker, als die Helfershelfer der Geldeliten, machen das dann schon so und bekommen dafür auch mal einen Keks. Nichts wurde getan, obwohl einfach und lange überfällig, trotz Klimawandel und vieler tödlicher Unfälle mit LKW!

ärgerlich und unverantwortlich

seit jahren ist das geschrei gross, mehr güter auf die schienen zu verlegen. passiert ist bei der bahn wenig, dazu kommen völlig überlastete strecken in süddeutschland, die endlich mehrspurig ausgebaut sein sollten, sollte mal eine strecke wegen unfall/bauarbeiten ausfallen.
stattdessen wird immer wieder über die hohen kosten lamentiert - jammern nützt aber nichts. schon vor jahren hätte der ausbau des schienennetzes erfolgen müssen, nun wird´s halt immer teurer, vor allem wenn noch ein paar jahre untätigkeit folgen.
es ist nur noch ärgerlich und unverantwortlich, was sich bahn und politiker da leisten.

typisch FDP

Aus dem Artikel:
..."Das hat vor allem damit zu tun, dass wir keine funktionierenden Ausweichstrecken in Deutschland haben und so lange wir so etwas nicht haben, befinden wir uns in einem Theaterstück der Politik", bemängelt der FDP-Verkehrspolitiker Jung. ...

Andauern blockieren und jetzt eine nicht voll ausgelastete Strecke vorschlagen, die sie womöglich in ein paar Jahren wieder bemängeln, weil man da viel mehr Züge fahren lassen könnte.
Als ITler erinnert mich das an so manche Geschäftsführung beim Thema Backup und Vorsorge für den IT Ausfall oder skalierbare Grundinstallation damit späterer Ausbau billiger ist oder oder oder.
Langfristig planen ist halt nicht mehr trendy.

Die Autolobbz regiert noch immer.

Es will doch keiner den Güterverkehr auf der Schiene. Auch jetzt nicht. Die Autolobby ist zu stark. Da kann kommen was will. Zwischen Rotterdammer Hafen und Anschluss Emmerich am Niederrhein fehlt nur das kleine deutsche Teilstück von einigen Kilometer. Die Holländer haben vor Jahren fast 6 Milliarden Euro im niederländischen Teilstück investiert. Umsonst. Es vergammelt. Der ganze Verkehr geht über die Strasse. Drei Autobahnverbindungen nach Deutschland, die immer voll sind. Das nennt man Europa. Da sieht man wer regiert.

Jahrzehnte hat die Bahn

Jahrzehnte hat die Bahn Strecken und Anschlüsse zu Firmen abgebaut. So mussten immer mehr Firmen ihre Waren per LKW transportieren.

Versehe einer die Politik der Bahn und die Politik überhaupt

kein wunder

nun rächen sich Jahrzehnte ein Nichtsteuerung der Bahn durch ihren Eigentümer hinsichtlich des Güterverkehrausbaus.

Vielen Dank an die vielen untaetien Bundesverkehrsminister an die sich zu recht eh keiner mehr erinnert.
Und natürlich an die tollen sogenannten Manager der Bahn in Ihrem Pseudowirtschaftsunternehmen.

AN alle mit den tollen einfachen Lösungen wie Dieselteurer machen etc.:
Das zahlen nur die Kunden, die lohngedumpten LKW Fahrer aus sonstwo und die Unfallopfer durch übermüdete LKW Fahrer in manipulierten LKWs mit ihrem Leben.
UND nichts würde sich ändern.

Schaut mal nach CH da geht es, aber das würde dauern...

@10:33 von butrus.butrus

"Diesel deutlich teuerer machen...….Dann würde es sich lohnen auf die Schiene umzusteigen und hätte auch weitere positive Effekte (z.B. für die lokale Landwirtschaft, da diese weniger ruiniert wäre durch Billigprodukte aus dem Ausland)."

Guter Mann und mit was betreiben die Landwirte ihre Technik? Ein wenig zu kurz gedacht?

Am 28. Februar 2019 um 10:33 von butrus.butrus

" 1) den Diesel deutlich teuerer machen wie das Benzin, 2) Die LKW-Maut deutlich erhöhen statt eine PKW-Maut einzuführen.

Dann würde es sich lohnen auf die Schiene umzusteigen und hätte auch weitere positive Effekte (z.B. für die lokale Landwirtschaft, da diese weniger ruiniert wäre durch Billigprodukte aus dem Ausland). "

Da passiert gar nichts, Kosten werden auf Sie den Kunden umgelegt, nur all Pendler und Dieselfahrer die das Auto für die Arbeit brauchen werden zusätzlich doppelt bestraft.
Weil die Waren teurer werden und Ihr Arbeitsweg auch.

Die Bahn ist ausgelastet

An viel erfahrenen Bahnstrecken rollen die Guterzüge schon Tag und Nacht. Noch mehr Güterverkehr geht bei dem vorhandenen Netz gar nicht.
Besser wir warten einfach, bis der gegenwärtige Wirtschaftsaufschwung um ist.

Lobby

Diese Regierung von Autolobbyisten will mehr Güter auf die Schiene verlagern. Und das schon seit Jahren. Wann soll ich anfangen zu lachen?

die Bahn und ihr Dilemma

Man kann den Transport auf die Schiene verlegen, aber dazu gibt es nicht genug Schienen und nicht genug Züge. Unternehmen welche Just in Time arbeiten werden auch weiterhin auf LKW-Transporte setzen.
Theoretisch könnte man berechnen, welchen Preis die Bahn bieten müsste damit sie den LKW-Verkehr ausstechen kann. Leider werden jedoch die Produzenten Konventionalstrafen bei verspäteter Lieferung verhängen bzw. Schadenersatz für Ausfallzeiten auf Grund verspäteter Lieferungen verlangen. Am Ende würde es somit die DB und damit den Steuerzahler mehr Kosten als Nutzen bringen, wenn der Wechsel erzwungen wird. Das sich die DB damit selbst konkurrenz machen würde (Schenker) wurde ja schon erwähnt...

Warum wird eigentlich die ganze Zeit bei Verkehr mit dem Klima argumentiert, wenn doch eh bald alles Elektrofahrzeuge und diese doch so grün sind?

Just in Time

@11:04 von Deeskalator
"Just on time Abschaffen"

Sehr richtig! Zusätzlich zu den von Ihnen genannten Vorteilen hätte man bei einer adäquaten Lagerhaltung noch den Bonus erhöhter Krisensicherheit und wildgewordene Spartengewerkschaften könnten weniger Schaden anrichten!

Ist doch eh nur alles warme

Ist doch eh nur alles warme Luft!
Es fehlt am politischen Willen und an Widerstand gegenüber den Einflüsterungen der Lobby.
Es bräuchte Güterneubaustrecken in Deutschland, drei von Ost nach West und zwei von Nord nach Süd (könnte man parallel zu Neubaustromtrassen bauen), jeweils von Grenze zu Grenze. Dort Verladestationen, um den ganzen Transitverkehr komplett auf die Schiene zu bringen.
Ausbau sämtlicher Hauptstrecken um zwei weitere Gleise, die nur für Güterverkehr sind. Dazu alle 600 km Ladestationen. Parallel dazu eine neue Gesetzgebung, dass Gütertransporte per LKW nur für Strecken bis 300 km erlaubt sind bei gleichzeitiger Reduktion der maximalen Ladelast von heute 40t auf dann 30t. So ein Blödsinn wie diese Megaliner grundsätzlich verbieten.
Wenn die Industrie aufheult: Subventionen für den Aufbau eines eigenen Bahnanschlusses anbieten, ebenso günstige Konditionen für neue Lagerflächen in Aussicht stellen.

Aber wie gesagt: Es fehlt am politischen Willen!

Keine Änderung in Sicht

Warum seit Jahren nichts Entscheidendes in puncto Stärkung des Gütertransports per Bahn passiert, dafür scheint es mir eine ganz einfache Erklärung zu geben: Es fehlt schlicht der politische Wille, endlich Nägel mit Köpfen zu machen. Schließlich will man der Autoindustrie nicht weh tun. Und unter CSU-Verkehrsministern wird sich daran nichts, aber auch gar nichts ändern.

Ungleiche Konkurrenz

28. Februar 2019 um 11:01 von Knorlo

Sie nennen ein wichtiges Argument. Trotzdem, oder gerade wegen der Veränderungen in produzierender Wirtschaft und Handel: wie will die Bahn mit dem LKW und den Lieferdiensten konkurrieren?

@Wegelagerer u.a. "politischer Wille"

Der Staat könnte z.B. ein Schwerkraftaufhebungsgesetz beschließen. Dennoch gäbe es hernach nicht mehr Ballerinas.
Will sagen, alles was sich nicht wirklich rechnet findet nicht statt, oder nur solange wie Mittel dafür nicht erschöpft sind.

Geschichte kennen

28. Februar 2019 um 11:27 von Sebastian15

Unsinn. Die Deutsche (Reichs-) Bahn war zuletzt 1925, kurz nach der Zwangsfusionierung der Länderbahnen, in der Gewinnzone. Anschließend übernahm der LKW bzw. die Speditionen die Macht. Der Ausbaugrad des Schienennetzes spielte dabei keine entscheidende Rolle.

Was die Bahn kann - und was nicht

28. Februar 2019 um 11:18 von Peter Kock

Mehr als neun von zehn produzierenden Firmen haben ihren Standort fernab eines Bahnanschlusses.

Systemisch immanente Probleme

28. Februar 2019 um 11:34 von dr.bashir

Aktualisieren Sie Ihr Wissen. Während der letzten 2 Jahrzehnte wurde viel versucht. U.a. durch den Bau bzw. die Erweiterung von Güterverteilzentren sowie die Verlagerung von Güter- bzw. Containertransporten auf die Bahn.
Das systemisch immanente Problem: die Bahn benötigt zu viel Zeit und ist zu unflexibel.
Nebenbei: die Verlagerung von 1 % der LKW-Transporte auf die Bahn bedeutet eine Verdoppelung der Transportleistung der Bahn...

Nostalgie

28. Februar 2019 um 12:15 von Oldtimer

Sie machen Ihrem Spitznamen alle Ehre. Denn wie Sebastian15 trauern Sie nostalgisch einem Ideal hinterher, dass zuletzt 1925 Gewinnen im Güterverkehr über die Bahn einbrachte, die privaten bzw. regionalen Bahnanbieter mit einbezogen.
Merke: auch schon vor etwa 100 Jahren hatte die Deutsche (Reichs-) Bahn Schwierigkeiten in der Organisation der Klein-Klein-Versorgung einzelner, dezentralisierter Anbindungsstationen. Nicht grundlos wurden deshalb während der letzten 20 Jahre verstärkt die Güterverladungsmöglichkeiten auch der kleinen Bahnhöfe abgebaut.

Anforderunnge der modernen Unternehmenslogistik

28. Februar 2019 um 12:56 von vweh

Die Bahn kann einfach die aktuellen logistischen Anforderungen des produzierendem Gewerbes sowie des Handels nicht genügend adäquat erfüllen. Daher ist, wenn die Verlagerung auf die Bahn und die Einsparung von Gütertransporten politische Zielsetzung ist, ein Wandel in den Ansprüchen notwendig.
Ach ja, nur nebenbei: aktuell, bei wachsender Tendenz, sind etwa ein Drittel aller Gütertransporte in Innenstädten sogenannte KEP-Kleintransporte ausgehend von zentralen Logistiklagern: Kurier-, Express-, und Paketdienste, sprich Ausdruck der Sofortbefriedigung der Verbraucherinnen und Verbraucher nach Bestellungen bei den bekannten Internet-Plattformanbietern, Amazon, Ebay, Zalando etc.

Grundlagen der Logistik kennen

28. Februar 2019 um 12:56 von vweh

Unsinn. Das Gehalt der LKW-Fahrerinnen und Fahrer ist nicht entscheidend, genauso wenig wie die Höhe der Spritpreise oder der Mautgebühren.

Bravo!

28. Februar 2019 um 16:31 von atratos

Vorbildhaft. Mit einem Satz haben Sie Ihre Unkenntnis in den aktuellen betriebswirtschaftlichen Anforderungen an Logistik und Transport bewiesen als auch Ihre Ignoranz wie Mangel an Solidarität gegenüber Arbeitnehmerbelangen.

Just in Time

Wer meint Just in Time abschaffen zu wollen, der darf schonmal Geld sparen. Nehmen wir als Beispiel VW Wolfsburg. Produktion: rd. 800.000 Fahrzeuge/Jahr bzw. ca. 2.200 Stk/Tag.
Wenn man nun für fünf Tage vorsorgen möchte benötigt man somit Platz für 10.000 Teile x 11.000 Fahrzeuge. Selbst wenn man die Karosserien vierfach stapelt benötigen alleine diese 27.500 m² Platz. Und das sind nur die Karosserien...
Die Zulieferfirmen müssen auch Ihre Rohstoffe lagern. Also wird auch hier mehr Lager benötigt, was zu mehr Kosten führt. Grob überschlagen würde ich mit Mehrkosten von 10-30% je nach Modell rechnen. Bloß blöd wenn es dann keiner mehr kauft, weil es zu teuer ist. Naja das verringert dann zumindest auch wiederum die Lagerhaltungskosten...

Das Argument mit den Gewerkschaften zählt auch nur solange es nicht die Bahnmitarbeiter (z.B. die Spartengewerkschaft der Lokführer) sind, die streiken...

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