Ihre Meinung zu: Antibiotikaresistenzen: Eine gefährliche Kettenreaktion

6. November 2018 - 15:49 Uhr

Antibiotika zerstören Krankheitserreger. Doch Bakterien passen sich schnell an ihre Umgebung an. Wie sie unempfindlich gegen Antibiotika werden und warum das gefährlich ist, erklärt Ute Konrad.

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Kommentare

Leider

ist diese Erklärung nur teilweise zutreffend:
Deutschland ist ein Antibiotikamangelland- besonders diese kurzen Antibiosen mit nur einem AB über nur 1 Woche FÜHREN zu Resistenzen- und vermeiden sie nicht.
Wenn ein Grundinfekt vorliegt mit z.B. Chlamydien (keine Resistenzen gegen AB derzeit) muß dieser über 1-2 Jahre antibiotisch behandelt werden, da erst nach Absterben der C. auch die Folgeinfekte nicht mehr schädigend in die Zelle eindringen können.
Statt dessen, wenrden Multiinfekte als Autoimmunkrankheit gesehen- das ist falsch und schädlich für die Patienten,.
Einzig die Pharmaindustrie will keine neuen AB entwickeln- und schiebt die Schuld für Resistenzen nun auf die Patienten und Ärzte,

Ursachenforschung

Seit Jahren predigen Mediziner und Pharmakologe, dass Antibiotika viel zu sorglos massenhaft eingesetzt werden. Erst dadurch explodiert die Gefahr für resistente Krankheitserreger.
Insbesondere der weiträumige Einsatz in der Landwirtschaft ist ein riesiges Problem. Nur das seit 13 Jahren von Schwarzen (zumeist CSU) geführte Ministerium macht nichts dagegen, da das die Profite der guten Freunde verringern könnte. Und die sind nun mal heiliger als die Gesundheit der Menschen in diesem Land.

Büchse der Pandora..

Resistenzen werden sicher nicht nur durch den Einsatz von Antibiotika in der Tiermast, sondern auch durch das Essen von Fertigprodukten zusätzlich zu den durch immer mehr Fernreisen eingeschleppten Keime erzeugt.

Wenn mehr Bürger bereit wären, mehr Geld für Lebensmittel zu zahlen, die unter besseren Bedingungen erzeugt würden, wäre ein erster Schritt getan..

Alternativlosigkeit von Antibiotika - Falsch

Ich finde es höchst bedenklich das in diesem Beitrag (und vielen Anderen) eine "Alternativlosigkeit" von Antibiotika suggeriert wird.

Vermutlich verdanken wir diese "Alternativlosigkeit" langjähriger guter Arbeit von Pharma-Firmen und Verbänden, welche an der Vermarktung immer neuer Antibiotika Geld verdienen.

Eine "prominente" Alternative sind zum Beispiel "Bakteriophagen" (siehe Wikipedia). Nur lassen diese sich dummerweise nicht in gleicherweise patentieren, wie Antibiotika.

Wenn schon das "Problem" angesprochen wird, sollten auch Lösungen jenseits von "weiterso" angesprochen werden.

Mottenkiste

"Für Kranke, Alte und Kinder können solche Erreger gefährlich werden"

Normale gesunde Erwachsene haben nicht das geringste Problem mit multiresistenten Keimen. Aha. Ganz neue wissenschaftliche Erkenntnis. Die sterben nur an unbekämpfbaren Infektion. Da sie dann krank sind zählen sie ab da zu der gefährdeten Gruppe.

Fazit für Erwachsene: nicht krank werden, und man ist sicher vor multiresistenten Keimen. Nur das fortschreitende Altern ist dann noch ein Problem.

Phrasendrescherei als Journalismus.

Zum Ausgleich ein paar Fakten: 58% der unter 5jährigen haben jährlich eine Ateminfektion im Vergleich zu um 20% bei Jugendlichen und Erwachsenen. 90% bis 95% dieser Infektionen sind nicht bakteriellen Ursprungs. Mini Umfrage einer Krankenkasse, 19 von 51 Kindern wurden in einem Jahr Antibiotika verschrieben, vier Kindern mehrfach.
Kindern werden zu oft mit Antibiotika behandelt.

Gewinnen wir den Wettlauf?

Ein Problem ist der Verzehr von Antibiotikarückständen im Fleisch, ein anderer die Mutation der Erreger sowohl in der Massentierhaltung wie im Menschen oder der Umwelt. Bakterien profitieren eben auch von der Evolution. Leider sind die Wirkmechanismen und damit die Strukturmotive von Antibiotika-Wirkstoffen begrenzt. Es ist deshalb absehbar das resistente Stämme auf lange Sicht die Oberhand gewinnen werden. In der Forschung wird deshalb fieberhaft nach „neuen“ Antibiotika gesucht, die auch multiresistente Keime bekämpfen können. Ob die Forschung aber mit der Anpassung der Bakterien an die „Umweltbedingungen“ inkl. Antibiotika Schritt halten kann oder nicht, steht noch in den Sternen. Man stelle sich eine Welt ohne Antibiotika vor ! Massensterben durch Epidemien wären wieder möglich.

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