Kommentare - Venezuela: Währungsreform gegen die Hyperinflation

20. August 2018 - 11:19 Uhr

In Venezuela tritt heute eine Währungsreform in Kraft: Beim Bolivar werden kurzerhand fünf Nullen gestrichen. Die Ursachen der Hyperinflation werden damit jedoch nicht beseitigt. Von Anne-Katrin Mellmann.

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Kommentare

Nach der Reform

Gibt's gar keine Bargeld mehr: Die alten Scheine sind ungültig, und für neue kann Maduro das Papier nicht bezahlen.

Ist das....

etwa keine geniale Lösung? Hat das gleiche "demokratische" Geschmäckle, wie der "Volkskongress" oder die Absetzung des Verfassungsgerichtes, oder?

Venezuela:Währungsreform gegen die Hyperinflation....

Ob die Wirtschaftsreformen greifen,daß ist die Frage.Es gibt Berichte,daß die neuen Bolivares Geldscheine schon vorher im kolumbianischen
Cucuta schwarz gehandelt wurden.

Und wenn die Enteignungen von venezuelanischen Eigentum(Öl,Verladeeinrichtungen,Schiffe) in den USA und auf den Antilleninseln weitergehen dann muß sich das Land etwas einfallen lassen.Initiiert durch die nordamerikanischen Unternehmen Crystallex(Bergbau) und ConocoPhillips,die sich durch Steuern-und Umweltauflagen in Venezuela in ihrem Profit geschmälert sehen.

Komisch, dass Maduro nicht auf das Positive verweist

Das Delikt der Geldfälschung ist in Venezuela, zumindest was den Bolivar angeht, völlig unbekannt, während anderswo Dollar usw. munter gefälscht werden. Wer also eine 1.000.000.000.000-Bolivar-Note in der Hand hält, weiß ganz sicher, dass sie echt ist. Das ist doch was, oder?

Okay, andererseits ist in Venezuela wahrscheinlich ein gefälschter Dollar wertvoller...

Kalte Enteignung

Die Bevölkerung wird von der sozialistischen Regierung einfach nur kalt enteignet. Nur die Funktionäre haben ihr Schäfchen vermutlich auf dem Trocknen.

@ Bernd Kevesligeti

Es gibt Berichte,daß die neuen Bolivares Geldscheine schon vorher im kolumbianischen
Cucuta schwarz gehandelt wurden.

Lassen Sie das "schwarz" doch einfach weg. Oder ist das Handeln verboten?

Eine Null zu streichen

hätte genügt, aber nicht auf den Geldscheinen, sondern an der Spitze des Staates.

Ideenlos

Wenn die Regierung sonst nicht grundlegend umsteuert und den freien Markt zulässt, geht es mit dem neu gedruckten Geld gerade so weiter wie mit dem alten. Warum sollte ich als Händler meine Waren für wertloses Geld in einer Hyperinflation hergeben?

@ Bernd Kevesligeti - Umweltauflagen?

... die sich durch Steuern-und Umweltauflagen in Venezuela in ihrem Profit geschmälert sehen.

Umweltauflagen? Normalerweise nennt man das wenn man gnädig ist Bürokratie, ansonsten Korruption.

der socialmus ist schon eine tolle sache

es gibt keine reichen, ausser vielleicht den Jefe wie fidel, chaves, lula, kim un und familie lafonteine natürlich. keiner muss sich mit steuererklärungen rumschlagen

re bernd kevesligeti

"Und wenn die Enteignungen von venezuelanischen Eigentum(Öl,Verladeeinrichtungen,Schiffe) in den USA und auf den Antilleninseln weitergehen"

Zum zweitenmal unterschlagen Sie, dass es nicht um willkürliche Enteignungen geht, sondern um Zwangsvollstreckungen von Gläubigern gegen den venezolanischen Staat. Wegen jahrelang ausstehender Verbindlichkeiten.

Und in einem halben Jahr machen wir dasselbe nochmal...

Die Ursachen der Inflation werden ja nicht dadurch beseitigt, dass man ein paar Nullen streicht und weiter kräftig Geld druckt. Das hat man in Deutschland schon 1923 gemerkt. Wichtig ist, dass man die Währung an reale Werte wie Gold oder Wirtschaftskraft koppelt, nicht an Luft nach dem Motto "fiat pecunia".

re von Titti von Rundstedt

Bei Ihnen bedeuten also ökologische Auflagen
"Korruption",interessant.Und wenn vor einer Währungsreform mit dem neuen Geld in einem Nachbarland schon gehandelt wird,dann ist daß normal ? Keine Korruption,sondern "freier" Handel ?

re von karwandler

Sie unterschlagen,daß es sich nicht um Verbindlichkeiten handelt,sondern um die Behauptung entgangener Profite unter anderem durch Umweltauflagen.

Außerdem wirft das ein Schlaglicht auf die Freihandelsverträge mit Sondergerichtsbarkeit.Die Befürworter bestreiten ja diese Auswirkungen.

Und wieder einmal werden

Und wieder einmal werden diese Nullen gestrichen damit es nicht ganz so blöd aussieht wenn man mal, sofern man es sich dort noch leisten kann, einen Kaffe trinken geht nicht 2 Millionen dafür bezahlen muss.
Die Türkei hat ja vor ein paar Jahren auch diese Nullen gestrichen, das ist so Standardpraxis, glaub ich. Hätte man doch ein bisschen Gold...
Tja so ist das eben, was für den einen Zentralbänker (Ben Bernanke ehm. US Fed Chef) ein barbarisches Relikt vergangener Zeiten und so eine ominöse alte Banken Tradition ist, ist für den anderen Zentralbänker (Alen Greenspan ehm. US Fed Chef) ein Stabilitätsanker, die Währung die über allen anderen Währungen steht und ein Garant für das Eigentumsrecht.
Da soll nun mal einer schlau drauss werden...

@Bernd Kevesligeti

Ja, es geht um entgangene Gewinne durch die Zwangsverstaatlichung von privatem Eigentum. In diesem Fall des Eigentums der Firma ConocoPhillips die bis vor 15 Jahren die Recht für die Erdölförderung besaßen und Investitionen in Venezuela getätigt haben, in dem Glauben an den Bestand ihres Privateigentums.

So lange privates Eigentum nicht über solche Verträge garantiert wird, so lange tun sich private Investoren schwer, Geld in die Hand zu nehmen und Arbeitsplätze in Schwellenländern zu schaffen.

Und daher nochmal ... es geht hier um eine legale Pfändung von Wertgegenständen eines Schuldners (Venezuela) der ein Gerichtsurteil nicht anerkennt, aus einer Institution zu der sie sich einverstanden erklärt hat.

Wie auch immer man gegenüber ISDS-Gerichten eingestellt ist, sollte man nicht anfangen die Tatsachen zu verdrehen.

Kaffeesatzleserei

"Ob schon ausreichend neue Geldscheine gedruckt wurden, ist jedoch unbekannt."

Nein, die Regierung ist so dumm und unfähig, die haben das bestimmt vergessen.

Ich habe nichts gegen eine kritische Berichterstattung, aber ein gewisses Niveau sollte ein "Qualitätsmedium" schon einhalten.

Tauschhandel

... wäre vielleicht gar nicht schlecht, wenn sich die Venezuelaner darauf einigen würden, wieder mit Fellen und Muscheln oder so zu handeln. Tauschhandel eben.
Das ist gar nicht so unsinnig gemeint. Es gibt einige Fälle in der Vergangenheit, z.B. auch in Österreich, wo sich Kommunen in der Zeit der großen Depression/Arbeitslosigkeit in Europa tatsächlich erholt haben und das Gemeinwesen incl. Beschäftigung und Lebensmittel florierte, eine kurze Weile nachdem sich diese Kommunen von der im Land vorherrschenden Währung losgesagt haben.
Stichwort Gemeinwohlökonomie.

re bernd kevesligeti

"Sie unterschlagen,daß es sich nicht um Verbindlichkeiten handelt,sondern um die Behauptung entgangener Profite unter anderem durch Umweltauflagen."

Die Wahrheit:

"Ein Bezirksgericht im US-Bundesstaat Delaware hat in der vergangenen Woche entschieden, dass Gläubiger der Regierung Venezuelas Vermögen des südamerikanischen Landes in den Vereinigten Staaten pfänden lassen dürfen.
...
2008 war das im Imataca-Urwald­schutzgebiet gelegene Bergwerk »Las Cristinas« aufgrund von Umweltauflagen der Regierung des damaligen Präsidenten Hugo Chávez stillgelegt worden. Das aber habe, so ein Schiedsgericht der Weltbank, den Investitionsschutzbestimmungen eines bilateralen Abkommens zwischen Venezuela und Kanada widersprochen. Die Richter in den USA urteilten nun, dass Caracas es versäumt habe, die Crystallex deshalb 2016 zugesprochenen Zahlungen zu leisten."

re von karwandler

Zunächst mal soll also der Spruch eines Gerichts in Delaware generell,also exterritorial
gelten ? Denn beschlagnahmt wird auch auf den Karibikinseln und den niederl.Antillen.
Und wie ist es mit den Umweltschäden durch diese Konzerne ? Da kann Venezuela wohl nicht auf Entschädigung klagen.

Das ist also der Charakter der Handelsabkommen mit extra Justiz.

Mit der Zeit.....

wird es ermüdend und langweilig, immer wieder die alte Leier von willkürlichen Enteignungen von Besitz Venezuelas oder venezolanischer Staatsbetriebe zu hören, ohne daß gleichzeitig die Hintergründe halbwegs objektiv erläutert werden. Wenn ein venezolanischer Betrieb glaubt keine Zahlungen mehr leisten zu müssen, weil z.B. der Umweltschutz verschärft wurde, dann haben die sozialistischen Juristen ihre Aufgaben nicht gemacht, oder hinter dem Rücken die Hand aufgehalten? Nein, das kann nicht sein, oder? Ist die sozialistische Ideologie doch kein Allheilmittel gegen den Kapitalismus?

re von Rochhardo

Um Zwangsverstaatlichung geht es nicht.Sondern um Umweltauflagen oder Schließung.
Kann denn jetzt auch Venezuela wegen der Umweltzerstörung durch diese Unternehmen klagen ? Wohl kaum vor den ISDS-Gerichten.
Und dieser Vorgang wirft eben auch ein Licht auf die Art dieser Handelsverträge mit ihrer Sondergerichtsbarkeit.

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