Ihre Meinung zu: Hilfe für Griechen endet: Freier Finanzmarkt wird Gradmesser

20. August 2018 - 0:16 Uhr

Das Spardiktat der Geldgeber hat den Griechen einiges abverlangt. Ob sich das nun ändert, hängt vor allem vom Vertrauen der Märkte ab. Denn dort muss sich das Land nun selbständig Kredite besorgen. Von Michael Lehmann.

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Die Märkte vertrauen (noch) der EZB, aber nicht Griechenland

Es ist doch schlichtweg Unfug zu behaupten, dass Griechenland sich nun "selbständig" auf dem Markt Kredite besorgt.

Die EZB hat sich dank Draghis "Whatever it takes" und des Anleihen-Kaufprogramms klar positioniert: "Liebe Investoren, habt keine Angst, den Griechen Euer Geld zu geben. Notfalls zahlen wir, also die europäischen Steuerzahler im Norden, es Euch zurück!"

Die Frage ist also nicht, ob die Märkte Griechenland vertrauen. Das tun sie selbstverständlich nicht, denn jeder weiß, dass Griechenland faktisch pleite ist und mit dem Euro als Währung niemals wettbewerbsfähig werden kann. Die Frage ist, wie lange die Märkte noch von der Allmacht der Zentralbanken überzeugt sind. In der nächsten globalen Rezession, wenn klar wird, dass nicht nur die EZB, sondern auch die Fed und andere ihr Pulver bereits weitgehend verschossen haben, wird das sehr interessant werden...

"Ein Großteil der Bevölkerung

"Ein Großteil der Bevölkerung hat von der Hilfe nie etwas gespürt und musste in den vergangenen knapp zehn Jahren vieles ertragen, damit all die Rettungsprogramme überhaupt so lange genehmigt wurden: Immer wieder Kürzungen bei Löhnen und Renten, Versorgungslücken selbst in Krankenhäusern - dazu Steuererhöhungen und eine Arbeitslosigkeit, die sich auf EU-Rekordniveau eingependelt hat."
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Mit anderen Worten, die Rettungsprogramme waren ein voller Erfolg.

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