Kommentare - EuGH entscheidet: Gentechnik ungeprüft im Supermarkt?

24. Juli 2018 - 21:11 Uhr

Mit der Technik der Genschere können Pflanzensorten gezielter gezüchtet werden. Der Europäische Gerichtshof entscheidet heute, ob das Verfahren als Gentechnik gilt - und damit indirekt über dessen Zukunft. Von Oda Lambrecht.

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Kommentare

Es wäre angebracht gewesen

die im Beitrag mehrfach verwendete Bezeichnung "Züchter" etwas näher zu erläutern.
Angesichts der Ernährungsproblematik wachsender Weltbevölkerung sollte man evtl. drüber nachdenken, ob die massenhafte Vernichtung von z.B. Obst und Gemüse in der EU; zum Zwecke der Preisstabilität - noch zeitgemäss ist. Und nicht gleich das Heil in der Gentechnik suchen.
Wäre wünschenswert wenn Politiker in ihrem Ressort zumindest über rudimentäre Kenntnisse verfügen würden, um unabhängig von Lobbyisten zu einem eigenen Urteil zu kommen.

Gentechnik bleibt Gentechnik

Wenn der EuGH anders entscheidet, zeigt er deutlich, wie viel er auf die Bürger gibt. Nix nämlich.

ich wette 1 : 1000

dass das hohe Gericht darauf entscheidet, das die Genschere nichts, aber überhaupt gar nichts mit Gentechnik zu tun hat....wer hält dagegen?

wenn man Gott spielt

das wird und noch sehr schwer auf die Füße fallen.
Einen Eingriff in die Evolution und das ohne Konsequenzen.
Es wird nicht vorraus gedacht, was alles passieren kann, weil man es nicht weiß, da liegt die Gefahr.

Ich hoffe das neue Verfahren

Ich hoffe das neue Verfahren wird als "nicht Gentechnik" zugelassen. Kaum zu glauben dass zufällige Veränderungen durch Chemikalien oder radioaktive Strahlung (!) als harmlos eingestuft werden obwohl da erstmal keiner wissen kann, was entstanden ist und auch niemand vorher überprüft ob es "schädliche Auswirkungen" haben könnte; während eine so exakte Methode, wo man genau weiß was man tut, verteufelt wird. CRISPR/CAS ist die Zukunft

Gentechnik ist beim Verbraucher "unten durch"

Machen wir uns nichts vor - über Label kann man Verbraucher lenken. Wenn heute auf fast jedem Bioprodukt ein "Ohne Gentechnik" Siegel prangt, dann suggeriert das, dass Gentechnik in allen Fällen immer schlecht sei. Insofern bedeutet die morgige Entscheidung, ob Europa als Markt für mit CRISPR-Cas9 bzw. TALENS erzeugte Pflanzensorten in Betracht kommt oder nicht. Dabei können diese Verfahren Mutationen sogar sicherer einführen, als das mit den derzeitigen konventionellen Zuchtverfahren - radioaktiver Bestrahlung und chemischer Mutagenese - möglich ist, wo viele zufällige zusätzliche Mutationen in Kauf genommen werden. Von daher stimme ich der "Stellungnahme zur Grünen Gentechnik (2015)" die man auf der Webseite der Leopoldina finden kann vollumfänglich zu: Nicht das Erzeugungsverfahren, sondern die Eigenschaften der erzeugten Pflanze sollte im Mittelpunkt einer Unbedenklichkeitsprüfung stehen.

Ein Rezept für Patente?

Ich hoffe, dass die Richter es zu Gentechnik zählen, damit mit dem Zeug nicht jede "Bäuerlichkeit" zerstört wird!

Die einzige Frage ist,

wie gut kommt die Menschheit auch in hunderten, tausenden und hunderttausenden von weiteren Jahren damit aus?
Wenn das noch nicht geklärt werden kann, zweifle ich am Vermögen des Menschen.
Wenn er noch keine hunderttausende Jahre verschiedenste Möglichkeiten und Varianten voraus sehen und berechnen kann, ist er immer noch nur ein primitives Tier.

Was sagt der Bauch?

Selbst die gezielte Selektion (= Zucht) ist eine Technik, die das Genmaterial eines Organismus verändert. Daher zeugt es von Unverständnis, dass moderne und klassische Verfahren derart unterschiedlich bewertet werden.
Die menschlichen Verdauung fragt sowieso nicht, welche Kombination der immergleichen Bestandteile sie zersetzt. Am Ende wird alles dasselbe.

Das wahre Problem an Gentechnik o.ä.

...ist doch, dass man dadurch erst recht Monokuturen betreiben und immer agressivere Spritzmittel anwenden kann!

Die übrigen Insekten und somit das ganze Ökosystem wird sich freuen...

Und nur ein großer Konzern wie Bayer besitzt die Rechte an dieser Landwirtschaft und nicht mehr der Bauer selber. Der Bauer kann nur noch jährlich alles von Bayer kaufen.
Wenn er nicht radikal umstellt.

Was heute allerdings auch schon ohne Gentechnik schlimm genug ist!

Genschere

Es gibt eine Vielzahl an Genscheren, mit denen man das Erbgut verändern kann. Jedoch ist dieses deutlich einfacher, wenn man Sequenzen aus anderen Pflanzen verwendet, die die gewünschten Eigenschaften bereits besitzen. Dürfen andere Pflanzen nicht verwendet werden, ist es nur aufwendiger, aber es ist nach wie vor alles möglich. Warum ist das dann keine Gentechnik? Das kann nur ein Lobbyist erklären.

@Der Antichrist - Eingriff in die Evolution

Wenn Sie Eingriffe in die Evolution verurteilen, umfasst das in letzter Konsequenz nicht nur jede bekannte Zuchtform von Pflanzen und Tieren, sondern auch die medizinische Heilung von Krankheiten.

Früher, als alles noch 100% Natur war, betrug die Lebenserwartung kaum mehr als 30 Jahre.

Wie wäre es dann mit einer Kennzeichnungspflicht, an Hand der Verbraucher selbst entscheiden kann ob er mit der Genschere erzeugte Produkte kaufen will oder nicht?

Irgendwie scheinen die zitierten Experten zu glauben, man müsse den Bürger durch Geheimhaltung zu seinem Glück zwingen - eine auch in anderen Breichen grassierende Einstellung die mit Demokratie nun wirklich nichts mehr zu tun hat...

Eine mit einer Technik Namens "Genschere" erzeugtes Produkt hat mit Gentechnik natürlich nichts zu tun...

Das ist meiner Meinug nach arglistige Täuschung!

Ach nee,

da haben wir mal wieder einen Fall, der durch dieselben Wissenschaftler, Lobbyisten etc. aus der gentechnikfreien Welt der 'neuen Möglichkeiten', uns quasi wieder mal Gentechnik durch die Hintertür schmackhaft machen will.

Nein, danke! Egal wie hip oder neu auch immer die neuesten Umschreibungungen sein mögen - ich bin nicht nicht daran interessiert. Punkt.

Probleme im nächsten Jahrhundert...

Probleme im nächsten Jahrhundert machen die Gentechnik notwendig, wollen alle auf Dauer satt werden... Eine Vermischung wird sich è nicht verhindern lassen, was es so schwierig macht.

Probleme im nächsten Jahrhundert machen

...vielleicht gar nichts mehr nötig, außer jetzt den Klimawandel zu stoppen und die Natur zu schützen.

im nächsten Jahrhundert nützt die Gentechnik keinem verbrannten Getreidefeld.

Vielleicht geht es dann eher darum, sich um die letzten grünen Flecken der Erde zu kloppen...

23:01 von DonQuichote

Danke für Ihren Kommentar, Sie treffen den Nagel auf den Kopf!

Antwort auf mlz 22:28

Hervorragender,wissenschaftlich fundierter,unideologischer Kommentar!

Nach Definition ganz klar Gentechnik

"Der Knackpunkt: Nach der sogenannten EU-Freisetzungsrichtlinie wird ein Organismus als gentechnisch verändert eingestuft, wenn dessen Erbgut so verändert worden ist, wie es auf natürliche Weise nicht möglich ist."

Nach dieser maßgeblichen Definition erfüllen genaugenommen bereits die Zuchtverfahren mit Chemikalien und radioaktiver Bestrahlung die Kriterien um als Gentechnik zu gelten. Aber das will man eben nicht so genau nehmen wie es formuliert ist.

Gentechnik ist eine Technologie wie jede andere auch.

Monokulturen oder das Geschäftsgebaren von Großkonzernen der Gentechnik anzulasten ist falsch. Gerade weil die Zulassung so aufwendig und teuer ist, kann sie nur von Großkonzernen überhaupt in Angriff genommen werden. Selbst ein Konzert wie BASF hat sich mit "Amflora" eine blutige Nase geholt und Millionen Entwicklungskosten versenkt. "Golden Rice" als einiges der wenigen philanthropisch motivierten Projekte kommt seit 25 Jahren nicht richtig voran, obwohl die Bill und Melinda Gates-Stiftung viel Geld investiert.

Genau deshalb ist es so wichtig, dass CRISPR-Cas9 nicht zwingend als Gentechnik eingestuft wird - solange das Ergebnis auch mit konventioneller Züchtung erreichbar gewesen wäre, was die Übertragung von Erbgut anderer Pflanzen ausschließt, sollte es dieser gleichgestellt sein. Entweder alles kennzeichnen ("Wurde radioaktiv bestrahlt, mutiert, sequenziert und selektiert") oder gar nicht kennzeichnen.

@ flo232017, um 22:31

Aber mit der althergebrachten “Bäuerlichkeit“ bekommen Sie nicht mal einen Bruchteil der nahezu 9 Mrd. Menschen satt. Und für den Bauern wird sich eh nicht viel ändern, außer dass die Ernte reichlicher ausfällt.

Wo ist die Frage?

"Ist die Genschere auch Gentechnik?"
"Züchter können damit Erbgut einer Pflanze gezielt verändern."
Das ist doch ziemlich genau die Definition von Gentechnik. Die Antwort lautet also ganz klar: JA!
Und wozu brauchen wir überhaupt genetisch veränderte Pflanzen? Stehen wir alle kurz vor dem Hungertod? Es gibt mehr als genug Essen für alle, wenn Kriege und Korruption und Aktienhandel nicht den schwächsten und ärmsten den Zugang zu essen verwehren würden.
Und ich erinnere nur mal an die Zigarettenindustrie. Bis sich Lungenkrebs zeigt vergehen Jahrzehnte. Niemand stirbt bei seiner zweiten Schachtel. Bis es so bewiesen ist, dass man Tabak verbieten kann, dauerte es nochmal so lange. Meist nutzt man die Gentechnik damit Pflanzen gezielt Gifte produzieren, und macht dann Studien die sich über 12 Monate erstrecken. In dieser zeit wäre auch niemand an Zigaretten gestorben. Das Risiko ist den Nutzen nicht wert, zumal es ohnehin nur die Saatguthersteller reich macht.

"Mit ihnen erzeugte Pflanzen

"Mit ihnen erzeugte Pflanzen könnten dann ohne zusätzliche Sicherheitsprüfung und ohne Kennzeichnung in den Handel gelangen."

DAS möchte ich auf GAR KEINEN Fall !

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