Ihre Meinung zu: Witwe von NSU-Opfer: "Ich will Antworten"

11. Juli 2018 - 8:04 Uhr

Mit dem Urteil heute geht der NSU-Prozess zu Ende - doch die Hinterbliebenen der Opfer sind unzufrieden. Im BR-Interview erklärt Elif Kubasik, welche Fragen sie an die Täter und die Behörden hat.

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Na sowas!

" Hintergrund ist die Tatsache, dass an allen 27 Tatorten (Morde, Bombenanschläge und Banküberfälle) des NSU keine DNA von Mundlos, Böhnhardt oder Zschäpe gefunden wurde."

https://www.nsu-watch.info/2016/10/unter-ausschluss-der-oeffentlichkeit-...

Es gibt noch Ermittlungen gegen Polizisten zum Tod der beiden Ha

pttäter.
Und die festgestellte Unmöglichkeit der Todesursache (Reihenfolge der Schüsse etc.), Verwischung der Spuren etc.

"Es sind doch nicht nur diese fünf Leute, die für die Morde verantwortlich sind."

So ist es wohl.

Frau Kubasik stellt als

Frau Kubasik stellt als Hinterbliebene die Fragen, die eigentlich von anderer Stelle hätten aktiver verfolgt werden müssen: "Wer hat ihnen noch geholfen? Wie groß ist ihr Netzwerk? Wer waren ihre Informanten? Welche staatlichen Stellen wussten Bescheid?" Auch nach dem heutigen Urteil bleiben diese Fragen. Es ist nicht zu spät für weitere Aufklärung.

Es wird nicht alles bekannt werden

Wir werden nie erfahren was der Verfassungsschutz wusste. Viele Akten sind vernichtet worden.

Polizei, Richter, Staatsanwälte haben keine Ausbildung zur Wahrheitsfindung und sind in unserem Rechtssystem auch daran nicht interessiert. Es wird nach vorliegenden Tatsachen und Beweisen geurteilt und verurteilt.

Auch ist in unserem Rechtssystem kein Platz für Opfer, eher kümmert man sich jahrelang um aufwendig und teure Prozesse gegen die Angeklagten.

Ich wünsche den Opfern trotzdem alles Gute und wünsche mir, dass Täter und Mittäter härter in unserem Land verurteilt werden. Fast nirgends sind die Gesetze in der Welt so lasch wie bei uns.

Nicht nur die Hinterbliebenen

Nicht nur die Hinterbliebenen haben Fragen zu den Vorfällen, auch die natürlich weniger betroffenen aber doch informationsberechtigten Bürger. Nun werden die Fragen der letzteren meist sofort unterdrückt. Das läßt aber schon so manchen Verdacht entstehen, eben auch darüber, dass hier so einiges kaschiert werden und der Angeklagten zugeschoben werden soll, um vielleicht eigene Fehler von Behörden nicht hochkommen zu lassen. Und dann sind da so einige seltsame Vorfälle gewesen, man denke nur an die sich in ihren Autos selbst verbrannt haben wollenden Zeugen. Aber da gibt es ja bestimmt ganz normale Erklärungen dazu, gelle.

der verteidiger der nebenklägerin sollte die

witwe darüber aufklären, daß wenn die angeklagte schweigt, es nur eine nähe zu der gesamten wahrheit und den umständen geben kann.

das ist bedauerlich, doch eine tatsache.

Die Dame ist persönlich befangen

Daher kann man ihr keinen Vorwurf machen. Den Medien aber und anderen muss man wirklich mal den Rechtsstaat vorhalten. Die ganze Zeit werden die Angeklagten vorverurteilt, sind schon schuldig bevor der Prozess begonnen hat.

Damit tritt man alle Beteiligten mit den Füßen. Denn nur die Wahrheit heilt solche seelischen Wunden. Und an der wurde in dem Prozess überhaupt keinen Dienst getan. Es ging nur um Schuldzuweisung aber nicht um tatsächliche Schuldbemessung. Unschuldig bis die Schuld bewiesen ist. Ich glaube von diesem Justizgrundsatz haben wir uns sehr weit entfernt.

Antworten wollen Viele/Alle

Antworten wollen Viele/Alle aber die wird es nicht geben/geben können denn es ist und kann ja auch nichts außer der Brandstiftung bewiesen werden. So traurig es für sie sein mag aber nach unserem Recht darf und kann man einen Angeklagten nur für Taten welche man ihm auch beweisen/nachweisen kann verurteilen. Das würde , wenn man das Recht hier nicht ändern/beugen will , heißen : verurteilen nur für nachgewiesene Taten, hier Brandstiftung. Dafür sind sicher 5 Jahre U-Haft ausreichend, und wenn man nicht mehr hat muss man sie wohl frei lassen, egal was unser persönliches Rechtsempfinden sagt.

Verständlich

Dass die Angehörigen der Opfer unzufrieden mit dem Prozess sind, ist verständlich. Leider konnte der Prozess gar nicht die Antworten liefern, die sie gerne haben würden. Es war ja nicht die Polizei wegen Unfähigkeit oder der Verfassungsschutz wegen Mittäterschaft angeklagt, sondern Frau Tschäpe. Und die Rolle der Behörden will anscheinend niemand aufklären, da die Behörden ja gegen sich selbst ermitteln müssten.
Mehrere Opfer werden über einen längeren Zeitraum über die ganze Republik verteilt mit der gleichen Waffe getötet und will einen Zusammenhang sehen? Die Motive werden jeweils im Umfeld der Opfer gesucht, eine Serie wird nicht erkannt? Da stellt sich berechtigterweise die Frage nach Unfähigkeit oder Vorsatz.
Mein Beileid an alle Angehörigen für den Verlust und für das Verhalten deutscher Behörden kann man sie nur um Verzeihung bitten, für die Leistung der Justiz, die in einer totalitären Bananenrepublik nicht schlechter sein könnte.

Leider wird der - vorübergehende - Abschluss des Prozesses

für die Betroffenen kaum ausreichend Klärung bringen, um Ruhe finden zu können.
Darüber hinaus ist mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit damit zu rechnen, dass Berufung bzw. Revision von der Seite eingelegt wird, die überwiegend im Prozess unterliegen wird. Die neuerliche Verhandlung und ihre Folgen tragen sicherlich nicht zum Seelenfrieden der Familien bei.
Außerdem rentiert es sich für die Anwälte einigermaßen und jede/r Beklagte/r hat das Recht auf faire Verhandlungen und somit mindestens eine Überprüfung eines Urteils gegen sie/ihn.
Nur gut, dass sich das Gericht bislang jeglicher Wertung enthalten hat, denn so ist weder der angebliche "besondere Druck" auf die Mitglieder, noch eine evtl. Parteilichkeit erkennbar.
Die stümper- und mangelhafte Aufklärung des gesamten Komplexes wird leider den wenigsten Betroffenen Frieden bringen, unabhängig vom Urteil. MfG

Ich schäme mich als Deutscher, Frau Kubasik.

Unsere Polizei, die Ermittlungsbehörden und unsere Justiz scheinen auf dem rechten Auge blind zu sein. Ob Neonazis, Reichsbürger oder Brandstifter von Flüchtlingsheimen. Immer erscheinen mir die Ermittlungen halbherzig, die Tätersuche in die falsche Richtung, die Urteile mild.

Täter im linken Umfeld hingegen werden von der Polizei verprügelt, minutiös wird in die Szene ermittelt mit Facebook-Fahndung und die Urteile für Straftaten (meist ohne Personenschaden) sind hart.

Diese Einseitigkeit beschämt mich als Deutscher.

Ihnen, Frau Kubasik und allen anderen Angehörigen der Opfer rechter Gewalt wünsche ich viel Kraft für die Zukunft.

Aufklärung unerwünscht

Gerade was die Rolle des Verfassungsschutzes betrifft, ist wohl kaum eine Aufklärung gewünscht.
Da werden Akten geschrettert oder Zeugen bekommen plötzlich derartige Erinnerungslücken, dass man meinen könnte - dieser hätte Alzheimer.
In diesem Zusammenhang ist der Prozess vieles Schuldig geblieben.

Gerechtigkeit

Die meisten Opfer von Gewalttaten oder deren Angehörigen erkennen erst wie absurd Täterumarmend die deutsche Justiz ist, wenn es zur Urteilsfindung kommt.

In diesem Fall wird es sicherlich anders sein.

Zu groß der Schrei der Fraktion die sonst am liebsten gar nicht strafen will...

Einsperren Schlüssel wegwerfen - so wie mit anderen Gewalttätern umgegangen werden sollte!

Beschämt

Etwas anderes fällt mir dazu nicht ein. Ich bin persönlich beschämt, Teil einer Gesellschaft zu sein, die diesen Staat im Staate in Gestalt des Verfassungsschutzes geduldet hat und duldet, mit dessen Wissen und vermutlich mit dessen Unterstützung jahrelang gemordet wurde und der sich jetzt davonstiehlt und Straffreiheit für sich selbst organisiert.
Ich bin beschämt darüber, von Politikern vertreten zu werden, die solchen unglaublichen Verbrechen Vorschub leisten. Beschämt, in einem Rechtssystem zu leben, das theoretisch bestens dafür gerüstet ist, solche Vorgänge schonungslos aufzuklären und doch machtlos ist angesichts der Chuzpe und Dreistigkeit, mit der ausgerechnet die Schuldigen die Aufarbeitung sabotieren können.
Vor allem aber bin ich beschämt, dass ich nicht die leiseste Idee habe, wie wir das verändern könnten.

War da wirklich mehr?

"Es sind doch nicht nur diese fünf Leute, die für die Morde verantwortlich sind."

Das ist sehr schwer zu beurteilen.

Ich denke, dass wie bei der Ermordung Kennedys für immer manche denken werden, dass es etwas größeres gewesen sein muss, als "nur" diese Personen.

@08:48 Jsyray

"Die Dame" hat einen Namen: Frau Elif Kubasik. Und sie ist in erster Linie Betroffene, Hinterbliebene, Angehörige, Opfer. Und was Sie da schreiben, ist ziemlich substanzlos: Wir haben uns nicht entfernt von Justizgrundsätzen (wie Sie behaupten), das Gericht hat in 5 jähriger akribischer Arbeit sich bemüht, der Wahrheit so nahe wie möglich zu kommen. Und aufgrund dieses Verfahrens wird heute das Urteil gesprochen.

@Jim456

"Auch ist in unserem Rechtssystem kein Platz für Opfer, eher kümmert man sich jahrelang um aufwendig und teure Prozesse gegen die Angeklagten.

Ich wünsche den Opfern trotzdem alles Gute und wünsche mir, dass Täter und Mittäter härter in unserem Land verurteilt werden. Fast nirgends sind die Gesetze in der Welt so lasch wie bei uns."

Sonst wird doch immer Milde gegen die Täter gepredigt....
Die böse Gesellschaft, erzeugt doch die Täter heißt es immer...
Harte, tatsächliche Konsequnzen werden als unmenschlich und inhuman gebrandmarkt....
Warum soll das jetzt anders sein?

@Harald Friedrich

"Ob Neonazis, Reichsbürger oder Brandstifter von Flüchtlingsheimen. Immer erscheinen mir die Ermittlungen halbherzig, die Tätersuche in die falsche Richtung, die Urteile mild."

Sie müssen mal Ihre Gessinungsblase verlassen. Brandanschläge auf leerstehende Hauser haben unfassbar hohe Strafen nach sich gezogen. Wesentlich höher als so manch Sexualstraftat begangen von angeblich traumatisierten Schutzsuchenden.

Die Urteile sind gesprochen.

Die Urteile sind gesprochen. Die Begründung wird ausführlich sein. Und quälende Fragen von Angehörigen wie Freund*innen einerseits und bohrende Fragen zu weiteren Netzwerken und Verstrickungen bleiben erst mal unbeantwortet.

Mind. 17 J. Haft für Mehrfachmörderin als Antwort nicht genug!

Die lebenslange Freiheitsstrafe für Zschäpe kann nur ein Anfang sein. Durch die besondere Schwere der Schuld sind das mindestens 17 Jahre Haft. (Quelle: wikipedia)

Die Fragen der Witwe des Opfers und der anderen Angehörigen sind damit aber nicht geklärt. Dazu sind weitere Prozesse nötig, die die dubiose Rolle der Behörden klären müssen!

bei den Ermittlungen, als die Morde geschahen

Spielten Vorurteile eine größere Rolle als die Wahrheit. Bei Behörden, Polizisten, Gesellschaft.

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