Ihre Meinung zu: Erneuerbare Energien: Erstmals mehr Öko- als Kohlestrom

10. Juli 2018 - 15:28 Uhr

Der Anteil von Strom aus Wind, Sonne und Biogas hat im ersten Halbjahr erstmals den aus Kohle überholt. Doch der Netzausbau - um die Ökoenergie in die Versorgung zu integrieren - hinkt hinterher.

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Kommentare

und hoffentlich bald weg vom

und hoffentlich bald weg vom Öl!

Ein kleiner Etappensieg auf

Ein kleiner Etappensieg auf einem langen Weg zur ökologischen Wende - und leider gibt es da noch viele politisch selbstgemachte Stolpersteine zu überwinden.

Unser Stromsystem ist völlig

Unser Stromsystem ist völlig aus dem Ruder gelaufen.
Wenn man davon ausgeht, daß man Kohle und Uran ja kaufen muß, um ein Kraftwerk zu betreiben, und die Sonne, wie Wind kostenlos ist, frage ich mich, wieso Strom immer teurer wird? Da wurde ein Abzockersystem erfunden, das überhaupt nicht im Sinne der Verbraucher ist.
Wenn ich schon höre, daß ich Strom durchleiten bezahlen soll. Wieso ist das nicht im Preis beinhaltet?
Hat irgendwer mal so eine Transportgebühr auf seinem Joghurtbecher gesehen? Nein. Da wird der Preis incl. Transport gerechnet.

Wenn die Sonne scheint…

Haben wir, wenn 2018 große Mengen an erneuerbarer Energie in Deutschland erzeugt wurde, allen in Deutschland erzeugten Strom verbraucht, oder haben wir dann Strom zu negativen Preisen ins Ausland transferiert, damit dieser dort auch zum Teil vernichtet wird?

Klingt immer schön positiv, aber...

...am gesamten Energieverbrauch sind es nur 13% im Vergleich zu 81% aus fossilen Brennstoffen (Kohle, Gas, Öl). Und wenn man den Konsum von Importgütern mit einrechnen würde, sähe es noch schlechter aus. Durchschnittlich werden pro Kopf und Jahr fast 19 Tonnen CO2 emittiert und Deutschland ist hier beinah führend in Europa, im negativen Sinne.

Erneuerbare Energien - schon und gut

Mich interessiert jedoch die gesamte Bilanz. Vielleicht kann ja einer der Foristen hierzu etwas sagen. Wie sieht die "Öko-Bilanz" aus, wenn man Herstellung, Installation und Wartung der Anlagen sowie deren Nutzungsdauer in die Bilanz einrechnet? Wie gut schneiden dann Windkraft-, Wasserkraft- und Solaranlagen gegenüber Kohlekraftwerken ab?

Und die realen Zahlen?

Es ist ja schön, dass die tagesschau bei all der Euphorie über den tollen sauberen Strom zumindest darauf hinweist, dass der erzeugte Strom gar nicht komplett eingespeist wird, sondern eben nur erzeugt wird. Es wäre schön wenn man dazu auch mal Zahlen zu lesen bekommt. Wieviel von dem Strom eigentlich im Netz ankommt und wirklich verbraucht wird. Und wie viel - vorwiegend Atomstrom - Deutschland importieren musste aus seinen Nachbarländern um die Grundlast aufrecht zu erhalten.
Ohne vernünftige Speichertechnologie für den Ökostrom sehe ich dieses "Nur-Noch-Öko-Strom" ziemlich skeptisch.

@Ritchi - Strom zu negativen Preisen ins Ausland transferiert

Das ist bald vorbei wenn die vielen E-Autos am Netz hängen.

Wie aktuell an den ÖL-Tankstellen bekommen
Sie dann auch je nach Tageszeit unterschiedliche Preise :-)
Ergo Solarzellen aufs Garagendach, Speicher dahinter, oder selbst
für schlechte Zeiten in den Pott einzahlen.

Gute Nachrichte und erster guter Schritt aber ausbaufähig

Auch dass ist schonmal eine gute Nachricht und ein erster guter Schritt:

https://www.tagesschau.de/wirtschaft/erneuerbare-energien-105.html

In Deutschland ist erstmals mehr Strom aus Erneuerbaren Energien erzeugt worden als aus Kohle. Im ersten Halbjahr 2018 hätten Wind, Sonne oder Wasser fast 118 Milliarden Kilowattstunden produziert, teilte der Bundesverband der Energiewirtschaft (BDEW) aufgrund vorläufiger Zahlen in Berlin mit. Das entspreche einem Anstieg von über zehn Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Der Anteil an der Stromerzeugung habe etwa 36 Prozent betragen.

und schön zu lesen, aber dass ist ausbaufähig! Wir muessen es schaffen, dass wir möglichst bis zum Jahr 2035 oder zum Jahr 2040 auf nahezu 100% kommen! Weiterhin muessen auch Nordlink und Suedlink endlich vorankommen und diese Dauerblockade der kommunalen CSU-Buergermeister muessen endlich beendet werden. Schluss mit dem Zwergenaufstand der CSU gegen Nordlink u. Suelink!

15:47 von Einerer

«Wenn ich schon höre, daß ich Strom durchleiten bezahlen soll. Wieso ist das nicht im Preis beinhaltet? Hat irgendwer mal so eine Transportgebühr auf seinem Joghurtbecher gesehen? Nein. Da wird der Preis incl. Transport gerechnet.»

Ihr Strompreis, den Sie pro verbrauchter Kwh bezahlen, ist auch inkl. Transport gerechnet. Genau wie bei Joghurtbechern, wie bei Bananen, und wie bei jeglichem Schnickschnack aus China.

Und wenn Sie sich den Becher, die Banane, den Schnickschnack an die Haustür (ins Wohnzimmer) liefern lassen, dann bezahlen Sie den zusätzlichen Transport auch noch einmal zusätzlich. Und wenn Sie den Schnickschnack beim Händler Ihrer Wahl selbst abholen, kostet Sie das hin & her Fahren i.d.R. auch etwas …

15:47 von Einerer

"Wenn ich schon höre, daß ich Strom durchleiten bezahlen soll. Wieso ist das nicht im Preis beinhaltet?
Hat irgendwer mal so eine Transportgebühr auf seinem Joghurtbecher gesehen? Nein."

Na ja. Wenn Sie sich was liefern lassen (hier: Strom) zahlen Sie ja auch ne Versandgebühr.

Im Übrigen ist das Jacke wie Hose. Der Gesamtpreis würde sich ja nicht ändern. Nur so, wie es ist, ist es transparenter.

@16:09 von Leynad

"Durchschnittlich werden pro Kopf und Jahr fast 19 Tonnen CO2 emittiert und Deutschland ist hier beinah führend in Europa,..."

Nunja. Viel Industrie und viele Unternehmen bedeutet halt auch viel Energieverbrauch. Da kommen Sie mit Pro-Kopf-Verbrauch nicht weiter. So kann man das unmöglich vergleichen.

Ach ja

Ein Witz der größte Teil wird vernichtet da er sonst das Netz destabilisiert. Ehrliche zahlen bitte .Dazu wäre Ökostrom eine gute Sache wenn man es richtig machen würde.Der Verbraucher zählt zur Zeit politische Fehler mit und der Erfolg hat die Börse. Wird Zeit System zu ändern auf muss Bedingungen und dem Markt muss es regeln .Die Börse verliert der Verbraucher Umwelt gewinnt. Schönreden wäre nicht mehr nötig.

@16:22 von Karl Klammer

Ja super, der Vorschlag mit den Solarzellen auf dem Garagendach! Hat ja schließlich jeder auch ne eigene Garage, die ihm auch gehört und zudem noch günstig von der Sonne bescheint wird.

wieder eine herrlich positive meldung unserer

Anstalt, aber oftmals fehlen die leitungen, um diesen strom an mann und frau zu bringen. und bei windstille oder nachts müssen halt doch kernenergie, braunkohle herhalten. deutscher wahnsinn halt, gewollt von unserer kanzlerini

Das Backup-System ist recht

Das Backup-System ist recht einfach:

Der Staat gründet eine Gesellschaft und diese betreibt eine notwendige Anzahl an Gaskraftwerken.

Netzausbau ist wichtig. Am

Netzausbau ist wichtig. Am Wichtigsten ist jedoch der Speicheraufbau. Und hier passiert noch fast gar nichts. Ein bisschen etwas mit Norwegen, aber nur 1,4 GW. Viel zu wenig. Das fünfzigfache wäre nötig ( Speicherpumpkraftwerke...).

Wir bezahlen mittlerweile 400% mehr für Strom

In den letzten Jahren sind die Stromkosten um 400% gestiegen. Kein Witz.

Man spart Strom und verbraucht kaum noch, kommt auf 1200 KWh im Jahr, und trotzdem bezahlt man knapp 500€ (40€ im Monat). Das ist mittlerweile Wucher. Genauso wie die Mieten.

Wo geht das ganze Geld hin, und warum tut sich da nichts. Das kann doch nicht wahr sein. Strom müsste doch mal irgendwann wieder billiger werden. Man ist ja langsam geneigt sich ein Haus zu kaufen, eine Sonnenfarm zu eröffnen, und damit sein Haus abzubezahlen, sich davon ein E-Auto zu kaufen, und dann das Auto und das Haus mit kostenlosem Storm zu versorgen.

Dann bezahlt man 0€ für den Strom, und bekommt Haus, Auto noch umsonst dazu. Und für Essen ist auch noch genügend gratis Geld da.

Die ganze Strompolitik nervt. Die Städter zahlen dann 2000€ Miete, und 600€ für 1000 KWh im Jahr. Und bei der nächsten Wirtschaftskrise sind die Städte nur noch Geseisterstädte, da das Jobcenter keine 2000€ Mietwohnungen bezahlt.

Viel Spaß damit.

Erneuerbare Energien:Erstmals mehr Öko-als Kohlestrom...

Das bedeutet aber auch:In Zeiten starker Sonneneinstrahlung und starken Windes die Überproduktion von Strom.Der Preis an der Strombörse fällt.Aber die steuerfinanzierte EEG-Erneuerbare Energien-Umlage,mit der der den Ökostromproduzenten die Mindesteinspeisevergütung garantiert wird,steigt in diesem Fall.Kohlekraftwerke kann man technisch nicht schnell herauf-oder herunterfahren.Gaskraftwerke,als Brückentechnologie schon.Ein Grund mehr aus der Kohleverstromung auszusteigen.

Ökostrom aus der Steckdose?

Ökostrom ist nicht geeignet um Spitzenlasten zu bedienen. Deshalb wird auch mehr Strom erzeugt als wirklich eingespeist. Das große Problem dieser Stromart ist einfach dass sie sich schlecht speichern lässt. Die fossilen Brennstoffe haben im Vergleich zu Akkus eine wesentlich höhere Energiedichte (enthaltene Energie pro Masse). Während fossile Brennstoffe von den Kraftwerken gezielt nach Bedarf eingesetzt werden können ist Ökostrom eben nur bei Sonnenschein oder Wind verfügbar und das auch nur wenn der Wind einigermaßen gleichmäßig weht bzw. die Sonne nach Möglichkeit ungehindert die Photovoltaik erreicht.
Nun könnte man natürlich im Zuge der Umstellung auf E-Autos den Ladevorgang der Akkus mit der Verfügbarkeit von Ökostrom abstimmen. Aber das Auto dann mal eben mit einigen 10 kWh „Schnellladen“ geht nicht. Wenn das jeder tun wollte würde bei uns in den Straßen „das Licht aus gehen“. Es gibt viel zu tun – also sollte es begonnen werden!

@Karl Napf

"deutscher wahnsinn halt, gewollt von unserer kanzlerini"

Nicht nur von ihr gewollt, sondern auch von mir und Millionen anderen. Und ich bin der Letzte, der Frau Merkel oder ihre Partei wählt.

@ sveni2211, 16:11 und @tias, 16:58

Ich befürchte, da ist ein Fehler in Ihren Überlegungen. Wenn ich die Physiker richtig verstanden habe, müssen erzeugter und verbrauchter Strom einander entsprechen, damit das Netz stabil ist und die Frequenz passt.
Das würde aber heißen: der erzeugte Strom wird verbraucht oder eben nicht erzeugt, z.B. indem man Windkraftanlagen aus dem Wind dreht, die Feuerung in fossilen Anlagen reduziert, die Pumpen in Speicherkraftwerken vorübergehend anwirft etc.

Was den Erhalt der Grundlast angeht, empfehle ich, mal nach den "Energy Charts" von Frauenhofer zu suchen - da wird das sehr gut sichtbar: mehrheitlich steht die Grundlast mit der deutschen Erzeugung. Eher exportieren wir, als dass wir importieren.
Aber manchmal brauchen wir die Nachbarn eben, solange Speicher oder genügend flexible Gaskraftwerke fehlen.

@Einerer, 15:47

"Unser Stromsystem ist völlig aus dem Ruder gelaufen.
Wenn man davon ausgeht, daß man Kohle und Uran ja kaufen muß, um ein Kraftwerk zu betreiben, und die Sonne, wie Wind kostenlos ist, frage ich mich, wieso Strom immer teurer wird? [...]"

Wäre ja schön, wenn es so einfach wäre. Die Kraftwerke müssen aber auch gebaut, gewartet & betrieben werden, genauso die Netzinfrastruktur mit Leistungen, Umspannwerken, Transformatoren etc. bis hin zum Zähler. Das kostet.

Das Ganze ist eben ein Gesamtsystem mit verschiedenen Teilen. Sie können sehen, dass die Infrastruktur (das, was Sie Transportgebühr genannt haben, aber deutlich mehr umfasst) durch den Umbau teurer wird. Das wird nicht ewig so bleiben.
Die Erzeugung - da haben Sie schon recht - wird aber günstiger, wenn Brennstoffkosten immer geringer werden.

PS: Dass Sie beim Joghurtbecher keinen Transport zahlen, halte ich für ein Gerücht. Der Hersteller & Ihr Händler werden das schon irgendwo umlegen, auch wenn sie es nicht klar ausweisen.

@LucyL2

"In den letzten Jahren sind die Stromkosten um 400% gestiegen. Kein Witz."

Doch. Oder ein sittenwidriger Stromversorger. Bei naturstrom ist zwar in den letzten fünf Jahren mein Abschlag um 22% angehoben worden, allerdings auch mein Stromverbrauch um 23% gestiegen.
Und das ist wirklich kein Witz.

400% mehr für Strom - aber bitte...

@LucyL2: "In den letzten Jahren sind die Stromkosten um 400% gestiegen. Kein Witz." Nein, das ist wahrlich kein Witz. Das ist eine zeitlich undifferenzierte Aussage, die einen falschen Eindruck vermittelt.

Was bedeutet denn "in den letzten Jahren" ? Wenn man sich die Entwicklung des Strompreises anschaut, dann passt diese Aussage, wenn man das Jahr 1970 als Bezugspunkt wählt. Also präzise würde es heißen: "Seit 1970 sind die Stromkosten um 400% gestiegen. Kein Witz."

Wenn man dann allerdings die Inflation berücksichtigt, wird man feststellen, dass der Strompreis inflationsbereinigt grob um den Faktor 1,4 gestiegen ist. Wohlgemerkt seit 1970.

Und es ist wohl nicht anzuraten, die Schuld der Preissteigerung den Erneuerbaren in die Schuhe zu schieben. Denn selbst, wenn diese zu einer Erhöhung des Strompreises beitragen sollten, sind sie angesichts der Klimaerwärmung alternativlos, um dieses grässliche Wort einmal sinnvoll einzusetzen.

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