Ihre Meinung zu: Historiker Nolte zur Union: "Gegenseitig beschädigt und hinuntergezogen"

3. Juli 2018 - 20:35 Uhr

Durch den Asylstreit ist das Verhältnis zwischen Kanzlerin Merkel und CSU-Chef Seehofer nach Einschätzung des Historikers Paul Nolte "unrettbar zerrüttet". Er sieht das politische Ende der beiden eingeläutet.

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Kommentare

wann geht wer warum

ist nicht relevant, weil spekulativ. Relevant ist, dass diese Regierung Ihrer Arbeit nachkommt. So ein Gezerre wie die letzten Wochen und besonders Tage kann sich unser Land nicht leisten.

"Gegenseitig beschädigt und hinuntergezogen"

Der Streit zwischen Seehofer und Merkel ist zwar im Moment gelegt, aber noch lange nicht endgültig ausgeräumt. Und Seehofer wird immer wieder einen Punkt nutzen, um den Streit neu aufflammen zu lassen. Und wie im Interview richtig gesagt wurde, werden die Beiden in dieser Legislaturperiode von der politischen Bühne abtreten - hoffentlich!
Dabei könnte schon der Ausgang der bayerischen Landtagswahlen eine Rolle spielen.

Ich wünschte mir auch

ein politisches Ende. Mittlerweile weiß ich, daß es nicht geschehen wird. Hier wird von den Protagonisten eine Professionalität entwickelt, über die selbst ich alter Haudegen staunen muß. Ich habe die Hoffnung auf Neuwahlen aufgegeben.

Beide sollten unbedingt

den Hut nehmen.
Wir brauchen dringend neue Köpfe, neue Ideen, neue Wege und einen neuen Aufbruch. Das ist mit diesen verbrauchten Personen nicht zu machen. Das ist kein Vorwurf, das ist eine Feststellung.

Seehofer hat sich selbst beschädigt.

Eine Regionalpartei will Europas Kurs bestimmen. Die Überheblichkeit, mit der Seehofer die Bundespolitik bestimmen will, wird ihn selbst zu Fall bringen. Er hätte in Bayern bleiben sollen. Der Einfluss aus diesem Bundesland auf ganz Deutschland ist völlig unverhältnismäßig. Und dabei sind die Bayern laut Umfragen selbst damit unzufrieden. Denn die Mehrheit steht nicht hinter Seehofer. Nur er selbst steht hinter sich.

Die Union: "Gegenseitig beschädigt und hinuntergezogen"

Lassen wir doch Seehofer seinen Schwachsinn. Bei der SPD stoßen vor allem die geplanten Transitzentren auf Kritik. Bereits 2015 hatte die SPD die damaligen Pläne der Union abgelehnt, Flüchtlinge festzuhalten, um Asylanträge rasch zu prüfen. Die SPD verweist auf den Koalitionsvertrag, in dem von Transitzentren keine Rede ist. - Neben der SPD hat auch die österreichische Regierung Klärungsbedarf. Kanzler Kurz sagte in Wien, eine beschleunigte Rückführung bestimmter Migranten dürfe nicht zu Lasten seines Landes gehen. Die grundsätzliche Sympathie für die neue deutsche Linie habe ihre Grenzen, so Kurz.
Dann warten wir mal ab, ob die bayerischen Wähler so einen Schwachsinn von Seehofer befürworten, obwohl die Anzahl der Asylsuchenden relativ niedrig ist.

Dreigestirn aus Bayern

Das Dreigestirn aus Bayern Seehofer, Söder und Dobrindt haben viel Unheil angerichtet. Über Merkels Entscheidungen mag man unterschiedlicher Ansicht sein, aber persönliche Beleidigungen und Bloßstellung von Seehofer sind völlig inakzeptabel. Sie hätte ihn am Sonntag entlassen sollen. So wird es den Popublisten der AfD überlassen, ihn und seine Scharfmacher bei der Landtagswahl in den Abgrund blicken zu lassen. Es ist ja nicht davon auszugehen, dass dies jetzt das vorgezogene Sommertheater war. Merkel sollte durchhalten! Sie ist noch lange nicht besiegt und das ist gut für Deutschland und Europa. Wir haben riesige Probleme zu lösen, sicher von keiner Chaostruppe, dazu brauchen wir Merkel!

Seehofer hat endlich mal das

Seehofer hat endlich mal das Problem der Flüchtlingsströme angegangen. Danke Herr Seehofer!
Vielleich t werden unsere Volksvertreter in Brüssel jetzt endlich wach.
2015, als tausende Flüchtlinge vor den Grenzen Österreichs standen, war man froh, dass D (Frau Merkel) die Tore geöffnet hat. Jetzt ist von der Solidarität nicht mehr viel zu spüren.

Vielleicht bin ich verrückt - aber ich biete mal ne völlig ...

... andere Lesart an.
An der Oberfläche siehts so aus: Die beiden alten Egos haben sich in Details verhakt, es geht um - Wer blinzelt zuerst - und es endet im Lose-Lose-Spiel.
DAHINTER: Zwei wirklich erfahrene Polit-Pokerer wahren sich von Anfang an einig einen gewagten Polit-Bluff aufzuführen. Beide wußten daß dabei jeder einzeln/beide politisch über die Klippe gehen konnten. Aber: Sie müssen "Europa" dahin bringen, eine reale "geeinigte" Flüchtlingspolitik auf den Boden zu bringen. Aber sie haben nur ein Druckmittel auf die bockigen Nachbarn: Chaos in Deutschland ist schlecht für alle! Die ganz bockigen Jungs (Polen&Ungarn) müssen sowieso im Sandkasten bleiben. Den anderen wird der große Streit auf internationaler Pressebühne vorgespielt: Sie macht den "good cop" er den "bad cop". Nur so kamen die halbwegs Willigen an den Tisch und haben eine -magere- Einigung hin gebracht. Sonst gäb's nicht mal die &jeder hat begriffen: Ihr könnt nicht mehr alle in D abladen.
Bin ich verrückt?

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