Ihre Meinung zu: ESM-Chef Regling: "Die Eurozone muss robuster werden"

20. Juni 2018 - 13:16 Uhr

Deutschland und Frankreich wollen den EU-Rettungsschirm ESM ausbauen. Im Interview mit tagesschau.de plädiert ESM-Chef Regling dafür, die Eurozone robuster zu machen - und schlägt konkrete Instrumente vor.

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Kommentare

Das Grundproblem ist der Euro -Sicherheit=0-

Der ESM soll in Not geratenen Ländern, die sich nicht mehr am Finanzmarkt finanzieren können, helfen.[...] Pensionsfonds oder Banken investieren in solche Anleihen, die als besonders sicher gelten, weil die Eurostaaten dafür .. 80 Milliarden Euro .. als Garantie hinterlegt haben.

An die Sicherheit haben die €-Griechenanleihegläubiger auch geglaubt. Quasi als mündelsicher von Ex-BFM Eichel empfohlen, der angeblich selbst gekauft hat. Trotz €-Kriterien, Völkerrechtsvertrag kam es zum rechtswidrigen Schuldenschnitt mit nachträglich geänderten Bedingungen. ... und Griechenland darf sich in dieser "rechtsstaatlichen" EU gegenüber den Gläubigern auf die Immunität berufen.
So geht das nicht weiter!

Wegen dieser Sicherheit bekommen die Investoren relativ niedrige Zinsen,.. . Der ESM gibt .. den niedrigen Zinssatz .. an den notleidenden Staat weiter, der sich so extrem günstig finanzieren kann.

Genau das ist da Problem, ein Anreiz sich zu überschulden. Der € ist das Übel!

Symptome bekämpfen anstatt die Ursachen.

Solange die Währung der Spekulation preisgegeben wird, die Banken in privaten Händen sind, wird sich am Wackeln des gesamten Wirtschaftssystems nicht ändern.
Es wird so getan, als handele es sich um unvermeidliche Naturgesetze.
Aber der private Profit - koste es was es wolle für die Allgemeinheit - darf nicht zur Disposition stehen. Gesellschaftliche Perspektiven müssen sich der Kapitalakkumulation gnadenlos unterordnen, koste es auch unsere bürgerlichen Freiheiten.

"Denn es handelt sich um Kredite,

die zurückgezahlt werden müssen und einige haben auch bereits angefangen, diese vorzeitig zurückzuzahlen."

Ja so wie z.B. die Griechen, denen man es aber aus den Taschen zieht gehören mit Sicherheit nicht dem Oberen Klientel an.

@ gman

Trotz €-Kriterien, Völkerrechtsvertrag kam es zum rechtswidrigen Schuldenschnitt mit nachträglich geänderten Bedingungen.

Da muss ich Sie korrigieren.
Der Schuldenschnitt war nicht rechtswidrig. Die Anleihen waren frei handelbar, man hätte sie auch weiterhin halten können. Man kann dann ja nicht sagen, dass die Bedingungen geändert wurden. Rechtlich war das alles ok. Wenn Sie mir nicht glauben, sollten Sie sich an einen Fachanwalt wenden.

Die Eurozone muß robuster werden?

Wie dann? Wohl nur mit deutschem Geld und Bankenunion.
Hoffentlich wehren sich genug Staaten dagegen.
Der Euro ist das Schlechteste was Europa in den letzten 20 Jahren passiert ist.
Von daher abschaffen. Dann gibt es vielleicht bald wieder Arbeit für griechische und italienische junge Menschen.

ESM-Chef Regling:"Die Eurozone muss robuster werden"....

Zunächst mal nützt die Eurozone den exportstärksten Ländern,schon weil in ihr keine Wechselkursschwankungen vorkommen.

Und der ESM,daß ist praktisch der "Internationale Währungsfond"(IWF) der Eurozone.Staaten können Geld auf Kreditbasis bekommen.Über die Auflagen wird geschwiegen.Die sollen dann wohl noch abhängiger machen.

Reglung beschreibt das Problem des Euro eigentlich ganz gut:

"Innerhalb von Wochen wertete die D-Mark gegenüber der italienischen Lira um 25 Prozent auf. Da konnte VW keine Autos mehr in Italien verkaufen, weil Fiat einfach günstiger war. Und die bayerischen Milchbauern konnten nicht mehr konkurrieren mit den süditalienischen Milchbauern. Das ist alles ein bisschen in Vergessenheit geraten."

Italien war also in der Lage, auf das wirtschaftliche Ungleichgewicht adäquat zu reagieren.

Und: Es war keine Rettung Griechenlands, sondern der Deutschen Bank, französischer, griechischer Spekulanten, auch der Superspekulant Soros ließ sich vom Steuerzahler "retten".

Es ist doch einfach aber

Es ist doch einfach aber nicht gewollt:

Investmentbanken tragen zu 100% das Eigenrisiko! Ohne jegliche Ausnahme!

Der Schuldenschnitt war nicht rechtswidrig. Die Anleihen waren frei handelbar, man hätte sie auch weiterhin halten können. Man kann dann ja nicht sagen, dass die Bedingungen geändert wurden. Rechtlich war das alles ok. Wenn Sie mir nicht glauben, sollten Sie sich an einen Fachanwalt wenden.

@Mannemer Bub, was erzählen Sie denn da? Es gibt genügend Fachanwälte die das genau so wie ich sehen.

Ihre Bewertungen sind wie die von damals beim gemogelten Eurobeitritt unzutreffend. Athen würde real keinen Cent Kredit bekommen.

Sind Gesetze, völkerrechtliche Verträge nur noch Makulatur? Vertrag-Gesetz-Bundesgesetzblatt:

http://tinyurl.com/paqft8l

Man konnte die gekauften Anleihen nicht "weiterhin halten", sie wurden schlicht gestrichen. Sie sollten sich mit der Materie schon genauer befassen.

Der Schuldenschnitt kostet manchen Kleinsparer mehr als er investiert hatte:

www.welt.de/finanzen/geldanlage/article13926714/Bis-zu-140-Prozent-
Verlust-bei-Athener-Schuldenschnitt.html

Dexit

Das beste für Deutschland wäre ein Dexit. Hier wieder einmal deutsche Zukunft mit weiteren Haftungsansprüchen zu verspielen, schadet der ganzen Nation.

Zu 15:20 von Mannemer Bub "erklärt Fakten"

Dennoch erklärt das Interview einige Fakten, die Sie anscheinend nicht kennen oder nicht akzeptieren wollen.
Mit den Fakten bin ich auch nicht einverstanden. z.B:

Hätte es diese Rettungsschirme nicht gegeben, hätten vermutlich zwei oder drei Länder aus dem Euroraum austreten müssen. Wenn dies geschehen wäre, würde Europa heute anders aussehen.

Regling meint wohl die EU bzw. die Eurogemeinschaft. Europa ist weit mehr!
Es wäre gut für den "Euroraum" und für diese Länder gewesen, wenn sie den Euro verlassen hätten.
Alle hätten heute weniger Probleme. Die Hilfen für die Stabilisierung und die Entwicklung dieser Länder wäre ohne den Euro effektiver möglich gewesen.

Der Euro hat die Überschuldung der Staaten, die Regling im Auge hatte, nur noch gefördert.
Mit dem Euro wurde noch Öl ins Feuer gegossen, statt mit Wasser zu löschen.
Das Sprichwort passt hier exakt!

@Mannemer Bub

Rechtlich war das alles ok.

Rechtlich ist hier gar nicht mehr. Rechtlich und notwendig ist eine Marktbereinigung. Das heißt Banken müssen abgewickelt werden und der EURO in die Mülltonne.

widerlich

Der ist wohl zu lange in der Sonne gewesen.
Als Sparer, Versicherter und zukünftiger Rentner habe ich die Schulden der anderen mit finanziert. Das ist ein fürchterliches Loblied auf Merkels Eurokratismus!

Solange man in Deutschland ...

nicht versteht, dass Italien und Frankreich auch durch die deutsche Lohndumping-Politik (die unteren 40 % der deutschen Arbeitnehmer haben laut einer Studie des DIW seit Einführung des Euro keine Reallohnerhöhung erfahren) Exportanteile an Deutschland verloren haben, solange wird es keinen Weg aus der Krise geben.
Durch diese Lohndumping-Politik ist der Leistungsbilanzüberschuss Deutschlands seit 2011 sogar so hoch, dass Deutschland gegen den Vertrag zur Europäischen Währungsunion verstößt. Das sind empirische Fakten, die Deutschland endlich zur Kenntnis nehmen und ändern muss, z. B. durch eine deutliche Erhöhung des Mindestlohnes, gleicher Lohn für Leiharbeiter ab der ersten Stunde, ...

Italien könnte mit eigener Währung und einer abgewerteten Lire mehr Autos verkaufen, die in Euro eben überzahlt sind und qualitativ nicht hochwertig genug sind.
Wie soll eine Eurozone "robuster" werden, wenn die darin befindlichen Länder wirtschaftlich nicht "robust" sind und erheblich unterschiedliche Sozial- und Rentensysteme haben?
Wir könnten auch aus dem Euro ausscheiden, über eine starke DM freut sich der Reisende, die Industrie hat nur verlernt, sich dann anzupassen. DAS sollten die Politiker im Auge behalten.
Der Euro wird und soll weiter künstlich am Leben gehalten werden und für Geber- und Nehmerländer sorgen. Vor allem auf unsere Kosten. Das hätte Herr Regling auch direkt sagen können!

Zu 16:02 von traurigerdemokrat "Experten"

Es ist doch einfach aber nicht gewollt:
Investmentbanken tragen zu 100% das Eigenrisiko! Ohne jegliche Ausnahme!

Da ist nichts einfach und schon gar nichts gewollt! Was verstehen Sie unter "Eigenrisiko"?

Für Kapitalverwaltungsgesellschaften gilt § 46b - Kreditwesengesetz (KWG) ebenso!

Investmentfonds sind außerdem Sondervermögen die die Gesellschaft getrennt vom "Eigenen"verwaltet muss. Ist das Fondvermögen nicht gut angelegt, ist gegebenenfalls der Anleger der Dumme, nur der, nicht die Gesellschaft.

Ja aber nur wenn andere Gesetze fuer die EU geschaffen werden

und die Laender welche keine Rechtsstatten mehr sind wie Polen und Ungarn der Geldhahn abgedreht wird.

Besser jetzt raus wenn es auch schwer faellt wegen der Russen aber besser jetzt.

Denn wenn wir weiter Milliarden in diese Laender investieren und diese irgendwann sowieso zum Russen gehen haben wir quasi die Infrastruktur bezahlt damit die gegen uns kaempfen koennen.

Russlands Politik gleicht schon sehr Polen und Ungarn.

Es muss auch eine Aenderung der Gesetze der EU geben und nur die dafuer sind koennen drinbleiben.

Zwei Drittel Mehrheit fuer Aenderung ist ein Muss denn sonst bleibt es in der EU weiter so das keine Gesetze verabschiedet werden koennen.

Ausserdem muessen die Kosten fuer die EU niedriger werden.

Das geht so nicht oder die Populisten zeigen uns in naher Zukunft wie es geht.

"Stabilisierung" = Vergemeinschaftung der Risiken = Konflikt

Die hier besprochene "Stabilisierung" des Euro läuft letztlich darauf hinaus, dass Haftungsrisiken und Schulden vergemeinschaftet werden. Es kann ja gar nicht anders gehen - nur dann, wenn Investoren sich sicher sein können, dass im Notfall Deutschland zahlt, werden sie den kriselnden südeuropäischen Staaten weiterhin Geld leihen.

Was passiert, wenn Schulden vergemeinschaftet werden, hat man in der Wirtschaftsgeschichte immer wieder gesehen: Dann fangen einzelne Mitglieder einer Währungsunion an, sich hemmungslos zu verschulden, weil ja die anderen dafür zahlen. Irgendwann können auch die finanzstarken Staaten die Schuldenlast nicht mehr tragen, und alles fliegt mit einem Knall auseinander. So passierte das z.B. den USA im frühen 19. Jahrhundert, und die Folge war der Bürgerkrieg (der ja nicht nur zur Befreiung der Sklaven geführt wurde, sondern einen handfesten wirtschaftlichen Hintergrund hatte).

Heute haftet in den USA jeder Bundesstaat allein für seine Schulden - mit gutem Grund.

Zu 17:09 von smirker "Aus der eigenen Perspektive..

..trifft man es meist ungenau.

..die deutsche Lohndumping-Politik ist es nicht. Bei weniger Export und mehr Import gäbe es weniger Beschäftigung und die Lohnsumme wäre kleiner.
Der Lohn ist als Steuerung für Währungsungleichgewichte kaum geeignet.

Wesentlich für den deutschen Leistungsbilanzüberschuss ist die EZB-Politik. Der € ist z.B. zum US-$ zu billig. Deutsche Waren sind billig zu haben, das belebt das Geschäft der Exporteure. Wäre D nicht Teil des €-Raums, so wäre der deutsche Wechselkurs gestiegen, hätte dämpfend auf die Exporte gewirkt und die Importe aus den Nachbarländern gestärkt. Der Leistungsbilanzüberschuss wäre weg oder geringer. Die EZB macht mit ihrer Geldschwemmen- und Negativzinspolitik den € billig. In den USA steigen die Zinsen, Geld wird nach dort auswandern. Das wird den € weiter drücken.
Insbesonder Sparer, Rentner und Eigenvorsorger werden dafür zur Kasse gebeten. Die EU hat mit der EZB die Schulden längst vergemeinschaftlicht.
Der € ist das Übel!

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@gman 18:45

Sie haben recht, dass der Euro im Vergleich zum Dollar unterbewertet ist und dies auch zu dieser unvernünftigen Steigerung der deutschen Exporte beigetragen hat. Innerhalb der Eurozone ist aber das deutsche Lohndumping der entscheidende Faktor für diese Steigerung. Eine starke Erhöhung der Löhne, insbesondere der unteren Einkommensgruppen, MUSS erfolgen, damit die deutschen Exporte fallen, die Importe steigen und die dahinsiechende Binnenkonjunktur Deutschlands einen Impuls bekommt. Ob dabei Arbeitsplätze verloren gehen, hängt vom deutschen Staat ab. Dieser müsste sich von der unsinnigen schwarzen Null in den Haushalten endlich wieder verabschieden und Schulden für längst überfällige Investitionen machen. Solange in Deutschland die privaten Haushalte und die Unternehmen Sparer sind, MUSS der deutsche Staat durch Schuldenaufnahme diese Nachfragelücke schließen!

@ 18:45 von gman

Wenn die Löhne keine große Rolle spielen, dann fragen Sie doch die Franzosen, warum sie als ehemalige Hochburg der Spargelanbauer, jetzt diesen kaum mehr anbauen.

Die belgischen Schlachthöfe "schauen" über die Grenze nach Osten und staunen über unsere konkurrenzlose Fleischproduktion.

Löhne spiele also keine Rolle?

Wollen Sie mehr Beispiele?

Die Renten.... äh Einlagen sin sischääääää!

Aber wie hieß es so schön: Die Renten sin sischääää (Norbert Blüm). Hier dann: Die Einlagen sin sischääää!
Ob nun 100.000 € wie immer schwadroniert oder 10 Cent - das werden wir ganz sischääää erleben!

Übrigens: Tolles Titelbild - mir lief es eiskalt den Rücken runter! Das ist Horror....pur.

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