Ihre Meinung zu: Eurozone: Deutsch-französisches Ringen um Gemeinsamkeit

9. Juni 2018 - 12:16 Uhr

Bis zum EU-Gipfel Ende Juni wollen Deutschland und Frankreich eine EU-Reformagenda auf den Weg bringen. Auf hohe Erwartungen aus Paris reagiert Berlin zaghaft. Und produziert damit nur noch mehr Druck. Von Tom Schneider.

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Kommentare

harter Auftrag

Eigentlich eine unlösbare Aufgabe ganz Europa unter einen Hut zu bringen. Ich möchte auch nicht dass meine Steuern ausgleichsweise nach Italien transferiert werden. Als Ausgleich wofür? Dafür dass deutsche Unternehmen Riesengewinne im europäischen Ausland machen?

Frankreich hat sich zu lange Europakonform verhalten.

Die Produktivität des frz. Arbeiters war höher als die des deutschen.
Frankreich hat - für einen funktionierenden Euro essentiell - die Löhne parallel dazu mit steigen lassen.

D. hat - in alter merkantilistischer Weise (Sonnenkönig!) - sich nicht an diese wirtschaftliche Grundregel gehalten, und mit Lohndumping ("größter Niedriglohnsektor") dieses Gleichgewicht gestört.

Wenn jetzt die anderen - wie von Macron schon angefangen - das Gleiche machen, wird es für alle involvierten Wirtschaften nur noch eine Abwärtsspirale geben, die dann vermutlich auch zum Zerfall des Euro führt.

Und kein Wort über die unterschiedlichen Sozialsysteme

über unterschiedliche Mindestlöhne und Rentensysteme aus dem Mund von Le Maire und Scholz?
Genau DIE Knackpunkte werden ausgelassen, und genau DIE sind Schuld, neben der unterschiedlichen Leistungskraft, daß der Euro als totale Fehlkonstruktion zuerst einmal abgeschafft werden muß. Und erst DANN können die Probleme in den einzelnen Ländern in Eigenregie, ohne Belastung der anderen, angegangen werden.
Und wenn Le Maire zu Deutschland sagt: "Wir brauchen Sie", dann kann man sich schon seinen Teil denken, wozu man uns braucht!

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Das Problem der EU ist, dass

Das Problem der EU ist, dass die Büger der einzelnen Länder niemanden interessieren. Die EU war von Anfang an ein Konstrukt, um es der Wirtschaft zu erleichtern ihre Geschäfte zu verrichten.
Völkerverständigung und Reisefreiheit waren immer nur vorgeschoben und in Kauf genommen, um die Bevölkerungen zu bestechen.
Denn anderenfalls wäre zuerst ein europaübergreifendes Sozialsystem entwickelt worden.

Bedeutet, dass bei einzig zulässigen richtigen Alternativen von Schwarz oder Weiß nur ein Grau herauskommen kann - Das ist leider ein Nachteil an der EU, bei der 28, bzw. bald nur noch 27 verschiedene Interessen unter einen Hut gebracht werden müssen. Innerhalb der Euro- Zone gelten noch einmal gesonderte Interessen.

Der Vorschlag von Herrn Juncker, den Euro in allen Mitgliedstaaten einzuführen, ist zu begrüßen, jedoch müssen dazu erst Standards und Sozialsysteme ökonomisch gleichgestellt werden. Theoretisch müssten dazu auch Steuersysteme für Unternehmen einheitlich sein, damit Firmenfluchten und "Briefkastenfirmen" vermieden werden können. Auch sollten Infrastruktur, Arbeitsbedingungen und Produktivität ähnlich sein, aber dafür muss man in Jahrzehnten denken. Und man sollte mit dem Vertragsziel brechen, dass sich alle Mitgliedstaaten an dem ökonomisch stärksten Staat orientieren müssen - Das führt zu einer Lohndumping- Abwärtsspirale und einer Rotation von Firmensitzen...

@14:24 von nie wieder spd

"Denn anderenfalls wäre zuerst ein europaübergreifendes Sozialsystem entwickelt worden."

Oh ja, ein europäisches Sozialsystem.
- Arbeitslosengeld? Ein Jahr reicht. Ist in Griechenland nicht anders.
- Pflegeversicherung? Quark. Braucht man in Bulgarien auch nicht.
- Krankenkasse? Niederlande. Da darf man schon sein MRT selbst zahlen, man benötigt eine Diagnose ja nicht unbedingt zum überleben. Vielleicht klappts ja auch nur mit Symptombehandlung.
- Unfallversicherung? Derselbe quatsch wie die Pflege.
- Rente? Wie in Großbritannien: 15% des Durschnittlohns reichen. Wollen Sie mehr? Versichern Sie sich gefälligst selbst.

Nicht, dass man mich falsch versteht. Ich bin für viel mehr Europa. Aber bedenken Sie lieber, was auf einen zukommt, bevor man blind etwas fordert.
Wenn in letzter Zeit gesetze angepasst werden, Arbeitnehmerfreundliche, wurden diese seltenst Arbeitnehmerfreundlicher...

14.24 nie wieder spd

Sie bringen es auf den Punkt und bei dem Ziel osteuropäische Staaten wie Rumänien oder Bulgarien vor russischem Einfluss zu bewahren hat die EU vergessen dass sie keine Weltmacht sondern ein Wirtschaftsverbund ist. Anstatt diese Länder konkurrenzfähig zu machen fährt heute halb Rumänien in LKW s als Billiglöhner über unsere Autobahnen.

Euro?

Wer glaubt,der Euro würde die EU einen, kann gerne weiter träumen. Italiener,Spanier,Portugiesen,Griechen und Franzosen haben ein anderes Verhältnis zu Schulden. Die gibt es halt. Sie abzubauen steht auf einem ganz anderen Blatt ganz weit unten. Ohne Draghi wären sie alle schon am Ende. Dazu kommt dann noch,daß unsere Regierung dabei zuschaut wie andere Staaten finanziert werden von der EZB. Wahrscheinlich "alternativlos" wie Frau Merkel immer sagt.
Kein Land kommt für die Schulden eines anderen Landes auf wurde uns versprochen. Wie wäre es dann mal als Anfang unsere target 2 Bilanzen auszugleichen. Und das schnellstens bevor überhaupt noch irgendetwas verhandelt wird.
Ach Mist geht ja nicht. Dann wäre ja Italien sofort Pleite. So ein Pech auch. Aber wer hat zugelassen,daß es so weit kommt? Genau die Bundesregierung.
Wenn Herr Scholz jetzt schmallippig ist,ändert das auch nichts an den Tatsachen. Der Euro hat fertig.

Deutsch-französisches Ringen um Gemeinsamkeit

Jetzt haben die Politiker beider Staaten endlich gemerkt, dass bei der Einführung der Eurozone Fehler gemacht wurden. Im Vordergrund stand nur ein Wirtschaftssystem, an dem Deutschland besonders profitiert hat. Gefehlt hat aber von Anfang an ein einheitliches Steuer- und Sozialsystem. Dann wären Länder, wie Griechenland, gar nicht in die Eurozone aufgenommen worden oder vielleicht erst nach der Erfüllung aller einheitlichen Kriterien.

Welche Frage klärt die Merkel-Politik?

"Wie lieben sich Igel?" - "Gaaanz vorsichtig!"
-
Anders herum dargestellt: es wird immer enorm lange gezögert, bis es zu einer Entscheidung kommt, welche dann mit angezogener Handbremse getroffen wird. Und wenn alle anderen einen Schwenk vollzogen haben, steht man wieder auf der Bremse, weil man nicht einfach zugeben kann, dass man sich verzockt hat. Stattdessen werden die anderen immer als zu risikofreudig dargestellt.
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Dass die Anderen keine Igel sind, kapieren wir nicht, und ebenfalls nicht, dass sie unsere stachelige Liebe nicht schätzen.

Tolles Ringen...

Scholz und la Maire spielen gerade schnick-schnack-schnuck! Mehr war auch nicht zu erwarten ;-)

Klischees vor Problembehebung

"Schnell stehen "Fleiß und Erfolg" der deutschen Familienunternehmen gegen faule "Südländer", die nichts lieber täten als in einer sogenannten "Transferunion" in den Genuss deutscher Steuergelder zu kommen"

Um es ganz simpel zu formulieren: Wer sich mit der durchschnittlichen Arbeitstaglänge in den Staaten der EU auseinandersetzt weiß, dass z.B. Griechen sogar einige Minuten mehr arbeiten als "der Standardnormaldeutsche".

Dass noch immer so argumentiert wird zeigt, dass wir Zentraleuropäer immer noch nicht gelernt haben uns unser Realität bewusst zu sein: Unsere Produktivität hängt am Export spezialisierter Güter, deren Wertschöpfungsketten unzählige externe Subsysteme benötigen (Kfz: Reifen aus Frankreich, Pumpen aus Österreich, Airbags aus Tschechien usw.).

Anstatt wieder mal die eigene Klientel zu hätscheln, sollten die Interessenvertreter in Amt & Würden eine gemeinsame, robuste Perspektive schaffen, in der die Gravitationskräfte des Binnenmarktes entschärft werden.

dann sollte deutschland das steuersystem umstellen

auf luxemburger verhältnisse zusätzlich sollte dann der steuersatz wie in kitzbühel auch persönlich mit dem bürgermeister verhandelt werden.

@ nie wieder spd (14:24h)

"Völkerverständigung und Reisefreiheit waren immer nur vorgeschoben und in Kauf genommen, um die Bevölkerungen zu bestechen"

Und deshalb sind der Schutz kultureller Güter, die Aufnahme der Grundrechtecharta in verfassungsäquivalentes europäisches Primärrecht und Verbraucherschutz auch von der EU alle Jahre wieder verstärkt worden, ne?

Hören Sie sich eigentlich manchmal selber zu?

Man muss nicht alles einfach abnicken!

Bei aller Freundschaft sollte man auch nicht ganz vergessen, dass der französische Präsident zuerst einmal Politik für Frankreich macht. Die Vorschläge spiegeln deshalb vor allem die französischen Interessen wieder. Es ist deshalb richtig nicht einfach alles abzunicken nur weil in der Überschrift "Europa" steht. Es kann nicht sein dass wir für die 600 Milliarden € der EZB haften und dann noch mehr bezahlen sollen.

Alle wollen profitieren,

Alle wollen profitieren, keiner möchte etwas abgeben. Das spaltet nicht nur Europa, auch die einzelnen Länder.

Schon wieder wird das Pferd von hinten aufgezäumt

Eurozonen-Reform - Deutsch-Französisch Ringen um Gemeinsamkeit.
Man beachte diese Headline, schon einen Widerspruch in sich. Und schon sind erste gravierende Proteste da. Die Niederlande und weitere Nordländer, alle EU Treu und mit einer gesunden Zahlungsbilanz wollen da nicht mitmachen. Nur zu gut, so behaupteten sie, kennen Frankreich.....Und trotzdem machen Deutschland und Frankreich einfach weiter. Bis zum Punkt wo wohl die Differenzen zu groß werden. Allererst gillt doch wohl fest zu stellen wer will und kann mitmachen und in welchem Umfang bis wann und in welcher Sachfolge.
Dann kann mit einem drastisch reduzierten Kreis erst angefangen werden, wahrscheinlich in einem Europa der 2 Geschwindigkeiten. Alles der Reihe nach, dann sieht man auch die Ernsthaftigkeit.

Eurozonen-Reform:Deutsch-französisches Ringen um Gemeinsamkeit..

"Eine Eurozone,die funktionieren will,braucht Ausgleich",so steht es im Artikel.Aber den wird es mit Merkel und Scholz nicht geben.Sie betrachten die Eurozone als Mittel zum Zweck der deutschen Exportüberschüsse.
Da wird der Hanseat auch weiter einsilbig bleiben.

ja toll

nun hat der französische Sonnenkönig ja doch erreicht was er wollte und der deutsche Finanzminister wird natürlich durch gutes zureden der Kanzlerin alles so machen wie er will und der deutsche Steuerzahler ist der Zahler,tolle Politik.

Natürlich braucht man Deutschland, diese Aussage

gefällt unserer Kanzlerin .... denn irgendjemand muss den Laden ja finanzieren .....

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